Beiträge von Greenfox


    Ich musste heute leider feststellen, dass Kinderpunsch längst nicht so geil schmeckt wie Glühwein mit Rum.

    Ich glaube, dann solltest Du Dir auch "Wie gefährlich sind Rotweinsoße & Co. wirklich" ebenfalls reinziehen.

    Du scheinst in Bezug auf Alkohol Dein veganes "Schnitzel" zu suchen - nur dass das mächtig in die Hose gehen kann. So erging es mir früher mit dem "alkoholfreien Bier".
    Mal abgesehen davon, dass die meisten nicht alkoholfrei, sondern nur alkoholarm sind, aber im Gegensatz zu früher schmeckt das Zeug heutzutage richtig gut nach Bier.
    Es fehlt nur etwas - das Entscheidende: es dröhnt nicht!

    Und bei mir hat mein Körper, als ich ihn damals damit überlisten wollte (schließlich mochte ich ja den Geschmack) immer heftiger nach dem RICHTIGEN Bier verlangt. Der wollte sich nicht verarschen lassen. Bis ich dann schließlich nachgegeben habe.

    Aus diesem Grund halte ICH nix davon, auf "alkoholfreie" Varianten umzusteigen. In zu vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen habe ich erfahren, dass es denen genauso erging.
    Natürlich gibt es auch Ausnahmen, denen das nicht passiert. Aber ich probiere heutzutage nicht mehr aus, ob ich zu den Wenigen gehöre, die sich nicht an einer glühenden Herdplatte verbrennen.

    Gruß
    Greenfox

    Rauchen tue ich zwar immer noch ???

    Auch diese Sucht habe ich mittlerweile seit 6 Jahren (meine Güte, wie die Zeit vergeht) überwunden, worüber ich mich natürlich SEHR freue :clap:

    Zitat

    Sollte ich es mir abgewöhnen und dann rückfällig werden - es würde nicht mein Leben zerstören, höchstens mein Ego ankratzen. Sollte ich aber alkoholmäßig rückfällig werden, könnte es ganz schnell passieren (wenn ich nicht super schnell die Notbremse finde), dass mein Leben futsch ist. Und darüber bin ich mir voll im Klaren! Was meinst Du, warum ich so darauf achte?! Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wie schnell das geht und wie sehr der Verstand abschaltet - obwohl ich schon eine Langzeittherapie hatte etc.
    Und um ehrlich zu sein: Ich habe eine scheissende Angst davor, rückfällig zu werden!

    Auch nach inzwischen fast 15 Jahren (zufriedener!) Trockenheit sehe ich das, was ich vor 8 Jahren geschrieben habe, noch genauso.

    Zitat

    Mir selbst ist es ja schon fast etwas unheimlich, wie gut meine erste Woche verlief.

    Das leicht beunruhigende Gefühl, dass es mit dem Nichttrinken "viel zu leicht" geht und das dicke Ende noch kommt - das kenne ich zur Genüge. Und auch, auch, dass man anfangs ein etwas unklares Bild vom Begriff "Suchtdruck" hat.
    Bis der Hund dann wirklich um die Ecke kommt - und der kann wirklich zu jeder Zeit kommen. Und bei Jedem in einer anderen Erscheinungsform :o
    Von meiner Erfahrung schreibe ich kurz in "Sucht-/Saufdruck - wie erlebt man ihn" - auch, wie ich damit umgegangen bin und es überstanden habe.

    Wenn Du also mal den Begriff "Notfallkoffer" hörst - er bedeutet nichts anderes, als sich vorab schon mal Gedanken darüber zu machen, "was mache ich, wenn ...".
    Vorbereitung auf den Tag X. Und wenn dieser Tag nie kommt, dann kann man sich freuen. Bei mir kam er nach 1,5 Jahren :-[

    Nur, wenn er kommt und man hat keinen Plan/Notfallkoffer ... schwitz.


    Mein Nachbar hat dann Bier getrunken und ich Mineralwasser. Was soll ich sagen ? Es ist mir nicht schwer gefallen.

    Ich will kein Spielverderber sein und Deine Euphorie auch nicht bremsen - aber aus eigener Erfahrung geben ich zu bedenken, dass dieser Zustand nicht ewig anhält/anhalten muss (wäre schön, wenn doch).

    Bei mir kam das Verlangen oft später, wenn ich wieder in meinen schützenden 4 Wänden war und zunächst garnicht wusste, woher das kam. Aber zum Einen war es so ein unterbewusstes Verlangen nach "Belohnung" - schließlich war ich ja brav gewesen und habe nix getrunken. Und zum Anderen hatte ich sowieso das Verhaltensmuster, mich nach außen hin zurückhaltend zu geben, aber dann zu Hause mit Druckbetankung das Versäumte nachzuholen :o

    Habe mir dann einfach eine Ersatz-Belohnung in Form von Ginger-Ale zugelegt ;D

    Ich find's schon "lustig", wie sich die Erfahrungen immer wieder gleichen - sei es mit der Logistik, dem KT, den Gedanken darüber, was passiert, wenn mir jemand etwas anbietet ...

    Deinen Beitrag habe ich zwar schon vor ein paar Tagen gelesen, komme aber erst heute dazu, ein paar Zeilen zu schreiben. Aber im Prinzip haben mir die Anderen ja schon alles vorweg genommen - im positiven Sinne.
    Auch hier sieht man, dass sich Vieles gleicht, zumindest aber ähnelt.
    Und wenn selbst Susanne zu der Einsicht gekommen ist, dass es vielleicht nicht unbedingt das Klügste ist, ungefestigt und unvorbereitet an die vorderste Front zu gehen ...


    Aber, und das wurde mir bald klar: wenn ich abnehmen will, aber Hunger habe und jemand neben mir einen Schweinebraten oder sonst was Leckeres isst, bin ich gefährdet. Wenn ich noch mit mir kämpfe, ob ich trinken will oder nicht, genau das gleiche Spiel.

    Ich selbst bin (auf Grund meiner guten Erfahrungen damit) ein großer Verfechter der Methode (?), Feiern/Veranstaltungen/Orte aller Art nur dann zu besuchen, wenn ICH der Meinung bin, dass es mir gut tut und ICH es wirklich möchte und vor allem auch nur solange es so ist/bleibt. Und dazu gehört also auch, immer einen Rückzugsplan zu haben (ich muss also wissen, wie ich jederzeit wieder weg komme (ohne Rücksicht auf Andere nehmen zu müssen), wenn ich merke, dass es mir nicht mehr gut tut.

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein Herzliches Willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, (noch) 59, Alkoholiker, seit etwas über 14 Jahren trocken, seit ca. 12 Jahren ein wenig in der Suchtselbsthilfe unterwegs.
    Und nicht gerade bekannt für's Drumherum- oder Durch-die-Blume-reden.

    AmSee fragte, ob Du erst einen richtigen Warnschuss bräuchtest.

    Hmm: Du hast nach eigener Aussage schon ZWEI mehr als deutliche Warnschüsse erhalten! Du hast die Pappe wegen Suff verloren UND die bist trotzdem weiter besoffen gefahren und erwischt worden!

    Zitat

    Andererseits bin ich leider auch (noch) nicht bereit die Finger vom Alkohol zu lassen. Es gibt halt noch diesen Anlass und jenen Anlass an dem man noch trinken möchte.

    Beim nächsten Mal STIRBT jemand, weil Du "noch nicht bereit bist, die Finger vom Alkohol zu lassen".
    Oder Deine Beziehung löst sich in Luft bzw. Alkohol auf - und dann der Rest von Deinem Selbstwertgefühl. Alkohol ist ein supergutes Lösungsmittel: es löst das eigene Denkvermögen, aber auch Familien- und Arbeitsverhältnisse ganz wunderbar und leicht auf.

    Von dieser mE fatalen Unterscheidung zwischen physischer und psychischer Abhängigkeit solltest Du Dich nicht beeinflussen lassen. Wichtig für Dich ist nur, dass Du abhängig bist.

    Und entscheidend für die Gestaltung Deines weiteren Lebens ist die Frage, die nur Du Dir selbst beantworten kannst:

    Willst DU Dein Leben weiter gestalten - oder soll dies der Alkohol weiter für Dich übernehmen?

    Wenn DU es tun willst, dann musst Du auch etwas dafür TUN. Es gibt es nicht, das Wunderheilmittel. Wir und/oder Therapeuten und/oder schlaue Bücher und/oder andere Betroffene z.Bsp. in Selbsthilfegruppen können Dir nur Hilfestellung geben, es selbst zu tun/schaffen.
    Wir können Dir nur erzählen, wie es uns ergangen ist und was wir getan oder eben nicht getan haben und welche Erfahrungen wir gemacht haben.
    Wir können Dir, bildlich gesprochen, nur als Werkzeugkasten gefüllt mit den verschiedensten Werkzeugen/Erfahrungen dienen, aus dem Du Dich bedienen kannst. Dein Haus musst Du selber bauen.

    So, das war genug Zeigefinger ;) ;D
    Lies Dich hier erstmal ein, komm an. Und wenn Du Fragen hast - wir sind hier.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Frank,

    und auch von mir ein Herzliches Willkommen im Forum!

    Kann mich da nur AmSee anschließen.
    Mich würde z. Bsp. interessieren, da 38 (leider) ein eher relativ untypisches junges Alter für einen trockenen Alkoholiker ist - wie lange bist Du schon trocken? Welches war Dein Weg?

    Ansonsten kurz zu mir: Ich bin (noch) 59, m, Alkoholiker, seit etwas über 14 Jahren trocken, seit 12 Jahren ein wenig in der Suchtselbsthilfe unterwegs.
    Wenn Du mehr wissen willst, findest Du meine Vorstellung in der Rubrik Vorstellungen.

    Hoffe, bald etwas mehr von Dir zu erfahren.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Leute, ich schreibe jetzt mit Pseudonym "Vodka Jelzin3". Ich habe meine Anmeldedaten vergessen. Aber ich bin es: Vodka Jelzin2.

    Hallo und schön, wieder mal von Dir zu hören. Ich habe mir erlaubt, Dir Deine Beiträge wieder zuzuordnen.

    Nach meinem letzten Post mußte ich zur Polizei, weil vermutlich jemand von den Betreibern der Webseite den Eindruck hatte, dass ich Selbstmordabsichten haben könnte.

    Damals war ich darüber sehr verärgert. Inzwischen sehe ich es umgedreht: Es zeugt von einem hohen Verantwortungsbewusstsein und ist absolut korrekt, wenn man die entsprechenden Behörden auf selbstmordgefährdete Personen aufmerksam macht. Im Nachhinein: Vielen Dank.

    Der Besuch bei der Polizei war ein Schlüsselerlebnis für mich. Seitdem lebe ich abstinent.

    Ich will nicht behaupten, dass es leicht ist. Immer noch nicht.

    Aber ich lasse mir helfen: Einmal pro Woche habe ich ein Gespräch in einer Suchtberatungsstelle und daneben besuche ich regelmäßig Selbsthilfegruppen.

    Deine Vermutung ist richtig: Deine ganzen wirren Auslassungen, die Du nach meinem Eindruck stark alkoholisiert geschrieben hast, machten auf mich den Eindruck, dass Du selbstmordgefährdet bist. Viele Andeutungen gingen in diese Richtung, so wie diese

    Zitat

    Vielleicht will ich ja tot sein

    Und meine Erfahrungen - sowohl meine persönlichen als Alkoholiker, der kurz vor der Verwirklichung seiner Suizidgedanken stand, als auch der als Suchthelfer, aber insbesondere meine beruflichen - "zwangen" mich dazu, soetwas nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

    Es freut mich ehrlich, dass es für Dich ein Schlüsselereignis dahingehend war, dass Du Dein Leben doch nicht wegwerfen willst - egal, ob durch Suizid oder Weitersaufen.
    Was letzten Endes auch nur ein Suizid auf Raten ist.

    Schön, dass Du Dir nun doch helfen lässt 44.

    Gruß
    Greenfox

    Ich empfinde es für mich so, dass ich einen Mentor / Mentoren brauche. Die finde ich im Moment in erfahrenen und zufrieden abstinenten Personen. Im Moment fühle ich mich durch Videos und den Podcast "Ohne Alkohol mit Nathalie" gut abgeholt. Auch wenn keine Interaktion mit diesen Personen stattfindet, beantworten sie quasi (jedenfalls im Moment) meine Fragen, ohne dass ich sie real stellen muss. So könnte ich es erklären. Wenn ich mehr brauche, wende ich mich an den Seminarleiter, mit dem ich vor über 7 Monaten das Rauchen aufgehört hat. Er bietet auch die Entwöhnung von Alkohol an, hat verschiedene therapeutische Ausbildungen und mein Vertrauen ;) Ich hätte also einen Plan B. Zunächst fühlt es sich ganz gut so an, wie es gerade ist.

    Für mich fühlt sich Deine Aussage etwas widersprüchlich an:

    Einerseits schreibst Du, dass Du Mentoren brauchst, erfahrene zufrieden abstinente Personen. Andererseits schreibst Du von Videos und Podcasts, die Deine Fragen ohne Interaktion beantworten. Und dass Dir das vorerst genügt.

    Videos und Podcasts und Bücher sind aber keine Mentoren. Und bei MIR ist es oft so, dass beim hören/lesen Fragen auftauchen, die ich gerne SOFORT beantwortet hätte.
    Und das geht nunmal nur im direkten Gespräch - mit den besten Spezialisten, die es gibt: anderen Betroffenen.
    Gerade in der Anfangszeit finde ich diese Interaktion wichtig.

    Du schreibst, Du hast meine Vorstellung gelesen. Dann weisst Du, was ich meine. Das ich u.a. nur durch diese Gespräche und das Zuhören überhaupt erst erkannt habe, dass ich ein Problem OHNE Alkohol habe (mittlerweile: hatte).
    Und auch in meinen Krankenhausvorstellungen empfehle ich den Leuten, sich erstmal in eine SHG zu setzen und zuzuhören. Zum Einen, weil sie dann feststellen, dass die Menschen dort keine beisswütigen Außerirdischen mit vollkommen fremden Problemen sind und zum Anderen, weil sich die Fragen und Gesprächsthemen dann von ganz alleine ergeben - wenn sie dazu bereit sind.
    Selbsthilfegruppen - wozu eigentlich? Um sich direkt und schnell austauschen zu können. Und vor allem, um das direkte Gefühl zu bekommen, mit seinen Problemen nicht alleine zu sein.

    Nur mal so als Denkanstoß.

    Gruß
    Greenfox

    Da dieses Thema immer wieder mal auftaucht und mich auch viele Frage dazu erreichen, will ich diesen Thread mal wieder "hoch holen".
    Ich könnte mir vorstellen, dass es immer noch aktuell ist - wenn nicht sogar aktueller denn je, nachdem man sich ja lange nicht mehr direkt und persönlich austauschen konnte.

    Hallo, Nana!

    Herzlich Willkommen :welcome: hier bei uns und erstmal Glückwunsch zu Deiner ehrlichen Einschätzung Deiner selbst und natürlich Deinem Entschluß, dem auch Taten folgen zu lassen.

    Kurz zu mir (damit Du weißt, mit wem Du es zu tun hast): Ich bin m, noch 59, Alkoholiker und seit etwas über 14 Jahren trocken. Und seit etwa 12 Jahren bin ich auch ein wenig in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Zitat

    Kontrolle in beruflichem Kontext bei einer Feier oder beim Zusammensein mit der Familie war mir zwar möglich, aber sobald ich zuhause war, musste meistens das „große Finale“ noch kommen. Zur Belohnung, dass ich mich so gut gehalten hatte.

    Yepp, kenne ich auch. Das war auch der Grund, warum Viele auf mein "Outing" damals ein wenig verwundert reagiert haben. Weil sie eben nur gesehen haben, dass ich wenig bis moderat getrunken habe - aber nie, dass ich zu Hause dann erstmal druckbetanken musste, um den Tatterich und die innere Unruhe wieder loszuwerden.

    Schön, dass Du auch mit Deinem Mann/Partner über dieses Thema gesprochen hast. Das macht nach meiner Erfahrung doch Einiges, um nicht zu sagen: Vieles, leichter.
    Aber ich hoffe auch, dass Du nicht davon ausgehst, dass Du es auf jeden Fall alleine schaffst, von dem Suchtmittel Alkohol wegzukommen, nur weil Du "vom Fach" bist!

    Natürlich ist das nicht ausgeschlossen. Aber wie heisst es so schön: Den Weg muss man alleine gehen - aber man muss ihn nicht alleine gehen.
    Klingt zwar im ersten Moment verwirrend, hat aber eine tiefe Wahrheit.

    Schau Dich hier um, lies die Geschichten der Leute (auch wenn jeder seine eigene hat, so ähneln sie sich doch oft).
    Und wenn Du Fragen hast - wir sind hier.

    Gruß
    Greenfox

    Zitat

    In meinem Freundeskreis ist Alkohol extrem präsent, das macht Versuche langsam zu treten oder aufzuhören schwierig.
    Mindestens 4 meiner Freunde sind ebenfalls Alkoholiker, einer ist Trocken, zum dem haben wir den Kontakt verloren (klar)

    Nachdem ich erkannt habe, dass ich nicht MIT Alkohol ein Problem habe, sondern OHNE und dann begonnen habe, mein Leben zu ändern, habe ich mich als Erstes geoutet und auch gesagt, dass es bei mir zu Hause keinen Alkohol mehr gibt.
    Dies habe ich aus reinem Egoismus, oder besser: Selbstschutz getan. Das Resultat war u.a., dass sich schnell herausgestellt hat, wer wirklich meine Freunde waren und wer meine Trink-"Freunde". Letztere haben sich nämlich klammheimlich verabschiedet, weil es bei/mit mir nix mehr zu trinken gab.

    Zitat

    Das Thema Therapie ist für mich (noch?) so eine Sache. Ich weis ja, das ich sofort aufhören könnte, deswegen sagt mir der Kopf: wofür eine Therapie (erst recht stationär)?
    An eine Selbsthilfegruppe hab ich schon öfters gedacht, Adressen hab ich.
    Aber das ist schon ein gewaltiger Schritt, das ist das vollständigen selbst eingestehen und soweit hab ich es noch nicht geschafft.

    Mark Twain, ein starker Raucher, hat mal gesagt: "Sich das Rauchen abzugewöhnen ist gar nicht so schwer - ich hab es schon hundert Mal geschafft.".
    Du hast mir in meinem Thread geschrieben, dass Du meine Geschichte gelesen hast. Dann hast Du auch gelesen, dass erst die Gespräche mit den anderen Betroffenen in mir nicht nur die (schmerzhafte) Erkenntnis hervorgebracht haben, tatsächlich Alkoholiker zu sein, sondern auch den Willen, tatsächlich etwas daran zu ändern. Und mir im Endeffekt (neben der Therapie) auch die Handwerkzeuge dazu an die Hand gaben.

    Zitat

    Ich ärgere mich so dermaßen über mein scheiß Verhalten, da ich auf der anderen Seite so viel überwunden und erreicht habe.
    ...
    Ich muss mal schauen wie ich jetzt weitermache, der Jahreswechsel hat mir in den letzten Jahren oft als Ansporn geholfen, wirklich loszulegen.

    Kennst Du das Sprichwort: "Morgen, morgen - nur nicht heute! Sagen alle faulen Leute!"
    Wenn nicht jetzt, wann dann? Es wird immer irgendwelche Ausreden geben, die Dich davon abhalten können, endlich etwas zu unternehmen.
    Übrigens: Ein Delir, Leberversagen, Herzinfarkt oder andere alkoholbedingte Krankheit sagt sich nicht "Warten wir mal ab, bevor wir ihn umbringen - vielleicht kriegt er ja doch noch irgendwann seinen Arsch hoch, bevor er ihn zukneift"

    Im Übrigen kann ich AmSee nur zustimmen, was das KT anbelangt: Hat bei mir auch nicht funktioniert. Und ich habe bisher niemanden kennengelernt, bei der/dem es auf Dauer funtioniert hätte ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Johannes!

    Auch von mir ein herzliches :welcome: hier bei uns im Forum!

    Kurz zu mir: 55, m, "nur" Alkoholiker und nach mehreren Anläufen mittlerweile seit etwas über 14 Jahren weg von der Flasche. Und seit ca. 5 Jahren auch von den Zigaretten.

    Ich kann mich AmSee nur anschließen: Glückwunsch, dass Du den Absprung von all dem anderen Zeugs geschafft hast!
    Und irgendwie wehrt sich Dein Unterbewusstsein dagegen, dass Du nun auch das letzte "Belohnungsmittel" entsorgen möchtest.

    Früher war ich äußerst skeptisch, was Psychologen/Therapeuten anbelangte. Hielt sie für Scharlatane und Geldschneider. Bis ich im Rahmen meiner Therapien an mir selber merkte, was ein guter Therapeut bewirken kann.
    Wobei "guter Therapeut" nicht unbedingt bedeutet, dass er Dir zum Munde redet und Dich pampert!! DAS sollte klar sein!
    Aber wenn er/sie gut ist und man sich auf ihn/sie einlässt (in therapeutischen Sinne ;) ), dann kann das sehr viel bewirken.

    Mich hat es dazu gebracht, mich mit mir und meinen wirklichen Problemen zu beschäftigen. Auf und in mich zu hören - und Einiges in meinem Leben zu ändern.
    Und wenn Du hier mal in meine Geschichte reinschaust, dann wirst Du sehen, dass meine letzte Therapie ganz anders lief, als ich es mir gedacht hatte. Statt geplanten 3 Monaten konnte ich nur für 2 Wochen in die Klinik. Und doch hatte ich das Glück, einen guten Therapeuten zu haben - und bin immer noch trocken.
    Und SEHR zufrieden damit :)

    ICH kann Dir nur empfehlen, Dir professionelle Unterstützung zu suchen. Wenn Du wirklich 1-3 Wochen "ohne" auskommst, bevor Du wieder abrutschst, dann kannst Du es ja vielleicht erstmal mit einer ambulanten Therapie versuchen.
    Die 2 größten Probleme sind dabei nur a) der innere Schweinehund und b) einen Termin bei einem Therapeuten zu bekommen (je nach dem, wo Du wohnst).

    Solltest Du Fragen haben - immer raus damit!

    Gruß
    Greenfox

    Da ich in letzter Zeit hier seltener schreibe, wurde ich gefragt, ob ich mich ganz zurückziehen möchte.

    Nee, das habe ich nicht vor. Zumindest gegenwärtig nicht. Aber ich fokussiere mich ein wenig mehr auf mich selbst. Habe das Gefühl, die letzte Zeit nur noch in einem Hamsterrad gewesen zu sein, um den Leuten zu gefallen. Also ziehe ich mich ein wenig raus und schaue, was mir gefällt und guttut. Habe jetzt ein Abo für die Philharmonie und werde wieder öfter mal ins Konzert gehen, raus fahren ...

    Dieses Hamsterrad habe ich früher versucht, mit der Flasche zu kompensieren bzw. in einem gleichmäßigen Schwung zu halten. Statt dessen hat es angefangen zu eiern und mich aus der Bahn zu schmeissen. Also steige ich lieber selber aus.
    Ich nenne das "Selbstachtung" - ich achte (auf) mich selbst, ich höre auf meine Befindlichkeiten. Das habe ich in den 14 Jahren meiner Abstinenz gelernt.

    Als es mir psychisch schlecht ging - zumindest so "schlecht", dass ich die Flasche am Horizont schon wieder sehen konnte, habe ich mir psychologische Hilfe gesucht. Bevor es mir soo schlecht ging, dass sie in Griff- oder gar Schluck-Weite kam!
    So weit ist es beileibe noch nicht, aber: "Wehret den Anfängen!"

    Also - soweit ist alles in Ordnung und ich bin da, wenn ich gebraucht werde!

    In diesem Sinne: Passt auf Euch auf, achtet (auf) Euch!

    Gruß wikende091
    Greenfox

    PS: Das gehört für mich übrigens auch zum Thema "Gesunder Egoismus"!