Hallo, Ma-Jo, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
Kurz zu mir: m, Mitte 50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und in der klassischen Suchthilfe aktiv. Ich habe viele Jahre eine SHG geleitet und gehe in Krankenhäuser, um meinen Selbsthilfeverein vorzustellen und zu erläutern, was SHG überhaupt sind/sollen/wollen.
"Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung" heisst es so schön.
Da ist viel Wahres dran. Den ersten Schritt hast Du also schon getan.
Was ist für Dich eigentlich das "Schlimme" daran, zu einer SHG zu gehen und es einmal zu versuchen?
Das laute Aussprechen der Tatsache, dass Du alkolabhängig bist/ein Alkohol-"Problem" hast? - Das haben alle anderen dort auch.
Das Du dort eventuell jemand Bekanntes treffen könntest? - Der/die hat dann genau dasselbe Problem wie Du.
Das Du Dich nicht "outen" möchtest? - Glaub mir: Es wissen mehr Menschen um Dein Problem, als Dir lieb/bewusst ist.
Dass Du nicht vor fremden Menschen über Dein "Problem" sprechen kannst/möchtest? - Meist ist es einfacher, darüber mit Fremden zu reden als mit den nächsten Angehörigen/Freunden.
Abgesehen davon ist es in den meisten Gruppen so, dass niemand etwas sagen MUSS (vielleicht außer den Namen
). In meiner SHG ist es z.Bsp. ab und an so, dass es Menschen gibt, die vielleicht 3-4 Mal gar nichts sagen, einfach nur dasitzen und sich das Ganze anschauen und zuhören. Und dann geht das Dampfventil auf ...
Außerdem gibt es im Allgemeinen sehr viele unterschiedliche SHG: Monolog-/Dialog-Gruppen, therapeutisch angeleitete/reinen Betroffenen-Gruppen, konfessionell ausgerichtete/konfessionsfreie Gruppen ... und das auch noch in den unterschiedlichsten Kombinationen. Im Speziellen kann es sein, dass es in der nächsten Umgebung nur eine einzige Gruppe gibt (z.Bsp. auf dem Land oder Helgoland
).
Der Vorteil von realen SHG gegenüber solch virtuellen SHG wie diesem Forum ist nach meiner Meinung, dass man SOFORT ein Feedback bekommt und auch mal real in den Arm genommen wird. Und u.U. auch sofortige reale Hilfe (die nicht unbedingt immer etwas mit Alkohol zu tun haben muss) erhält: Begleitung nach Hause, weil dort der gewalttätige Partner ist, Umzug, Begleitung in eine Klinik etc.
Ich kann Dir nur raten: Probier es einfach mal aus!
Oder geh zu einer Suchtberatung - die sind anonym und kostenlos.
Klar, zu Beginn ist das Kopfkino heftig man hat Angst, Beklemmungen, weiß nicht, was Einen dort erwartet - aber ich (und alle Anderen) lebe noch! Niemand hat mich gefressen 
Und auch wenn mir auf der Suche nach der für mich richtigen SHG die eine oder andere SHG nicht so zugesagt hat (aus den unterschiedlichsten Gründen) - im Endeffekt haben sie mir alle geholfen.
Ich fand es z.Bsp. sehr befreiend, meine Sorgen und Probleme mal auszusprechen.
Egal, Du hast den ersten Schritt getan - und das ist gut so 44.
Nun musst Du DEINEN Weg finden und gehen. Und dabei kann Dir dieses Forum helfen, indem wir von UNSEREN Erfahrungen berichten und Tipps geben.
Entscheiden musst Du.
Dafür wünsche ich Dir viel Kraft und uns allen hier einen guten Austausch!
Gruß
Greenfox