Beiträge von Greenfox

    Hallo und auch von mir ein HERLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin 55, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und in der Selbsthilfe aktiv.

    Du hast Dich schon im "richtigen" Bereich - dem für Angehörige - vorgestellt. Wenn Du Dir hier die Geschichten der Menschen durchliest wirst Du sehen, dass Du mit Deinen Problemen nicht alleine dastehst.

    Wenn ich das alles so schreibe, weiß ich gar nicht, ob unsere Probleme ganz woanders liegen.

    Und die Probleme sehr wohl genau dort liegen - beim Alkohol.

    Libelle1972 hat es schon geschrieben: Such Dir Hilfe und Unterstützung z.Bsp. bei einer Selbsthilfegruppe. Der wer kann Dir besser helfen, bessere Ratschläge geben als Selbst-Betroffene!?!

    Ansonsten lies Dich hier durch und ein - und wenn Du Fragen hast, stell sie! Wir werden sie Dir beantwortewn.

    Auf einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Alter Schwede, das kann einen schon aus den Socken hauen. Um so mehr Respekt, dass Du so taff bleibst (auch wenn es Dir logischerweise schwer fällt - ich kann es Dir irgendwie nachfühlen).
    Es hört sich zwar paradox an, aber: Nicht helfen ist die beste Hilfe. Ebenso gesunder Egoismus ...

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: ich bin 55, Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken.

    Ich ... stehe noch ganz am Anfang meiner Abstinenz!

    Wie heisst es so schön: Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

    Möge Deine Reise gewinnbringend für Dich sein!

    Ich habe mich zu Beginn meiner Abstinenz in meiner Umgebung umgeschaut und mir zwei Wochen lang jeden Tag eine andere Selbsthilfegruppe (SHG) angesehen (Okay - hier in Berlin gibt es jede Menge SHG). Und mich dann zunächst für 2 Gruppen entschieden, da ich auch noch einen Einzeltherapeuten hatte. So hatte ich 3 Termine pro Woche - und das war für MICH super. Denn so fühlte ich mich sicherer. Und im Laufe der Zeit wurde ich stabiler und habe reduziert, so dass ich heute nur noch eine Gruppe in der Woche besuche. Aber selbst nachdem ich nun schon einige Jahre trocken bin, ist sie für mich wichtig.

    Ich freue mich, mehr von Dir zu erfahren!

    Gruß
    Greenfox

    Wow!

    Ähm, erstmal HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin 55, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und in der Selbsthilfe aktiv.

    Nochmal: Wow! Deine Geschichte hat mich beeindruckt.
    Du hast genau das gemacht, was wir Angehörigen immer "predigen": für DICH gesorgt! Dich letztendlich von Deinem Partner getrennt und ihm zwar Hilfe angeboten, wenn er denn ernsthaft etwas für sich tun will, aber ansonsten ... Und als er Dich dann wieder vera...lbern wollte, den endgültigen Cut vollzogen.

    Hut ab! Ich denke, Du kannst einigen der Angehörigen hier gute Tipps geben. Auch denjenigen, die meinen, unser Ratschlag, die Beine in die Hand zu nehmen wäre "unangebracht/böswillig" ...

    Ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox wikende091

    Hallo, Leene, und HERZLICH WILLKOMMEN bei uns im Forum :welcome:

    Schön, dass Dir an Deinem Trinkverhalten etwas auffällt, was Dich stört und zum Nachdenken bewegt.

    Das mit der Gruppe ist eine gute Idee. Aber vielleicht wäre vorher der Weg zur Suchtberatung (anonym und kostenlos) nicht schlecht, denn die können Dir eventuell eine Gruppe empfehlen, die zu Dir passt. Eigentlich sollte ja jeder, der für sich selbst ein Problem sieht, willkommen sein, aber leider sieht es in der Realität manchmal anders aus. In meiner Gruppe waren/sind auch Menschen, die nicht alkoholabhängig sind, aber für sich selbst ein Problem sehen. Auch wenn wir manchmal über ihre "Probleme" lächeln - aber jeder hat nun mal selbst das größte Problem der Welt.
    Was ich damit sagen will: Schau Dir doch einfach mal ein paar Gruppen an.

    Über die Vererbbarkeit von Alkoholismus streiten sich schon seit Jahrzehnten die Gelehrten nixweiss0 Die Einen sagen so, die Anderen so. Ist mir persönlich wurscht. Ich bin Alkoholiker und kümmere mich um mich. Da ist es doch egal, ob mein Urururgroßvater oder mein Erzeuger auch Alki war.
    Und ich kenne Menschen, denen war ihr saufender Vater so ein Graus, dass sie zeitlebens Abstinenzler wurden - und andere trotzdem ebenfalls Alkoholiker.

    Vielleicht nimmst Du Dir Deinen Vater mal zum Anlass und nimmst Dir mal eine Alkohol-Auszeit - sagen wir 2 Monate (mit der Option der Verlängerung). Dann wirst Du ja sehen, ob es Dir gelingt und wie es Dir dabei geht.

    Lies Dich hier erst mal ein - und wenn Du Fragen hast: raus damit!

    Gruß
    Greenfox

    Dachte jemand hat vielleicht ein paar Tipps wie man helfen kann.

    Wem? Ihm? Oder Dir?

    Sorry - aber IHM kann man nicht helfen! Das kann er nur selber - und es muss auch von ihm selbst kommen!
    Wenn Du/man versucht, ihm zu "erklären", wie ungesund und schädlich und er sollte doch und ... dann kommt bei ihm nur die große Keule "DU MUSST" an und er geht in den Angriffsmodus (da Angriff die beste Verteidigung ist).
    Wir können nur versuchen, DIR zu helfen, indem wir Dir von unseren eigenen, zum Großteil leidvollen Erfahrungen berichten.

    Glaub mir, als Alkoholiker habe ich es selbst durch. Und in den Jahren, die ich jetzt trocken bin und in der Selbsthilfe tätig, habe ich genug Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen geführt, die mir gezeigt haben, dass es überall ähnlich abläuft.
    Vielleicht bist Du ja diejenige, die ihn überreden kann und ihn zur Einsicht bringt. Aber ehrlich gesagt: die Chance auf einen 6er mit Zusatzzahl ist höher.

    Natürlich hört sich das alles schrecklich an. Aber der Spruch "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" hat seine Berechtigung - leider.

    Diese 20 Wochen Langzeittherapie zu machen, das war d e f i n i t i v die beste Entscheidung meines Lebens 44. 44. 44.

    Das ist schön zu lesen.
    Für mich war es damals schwer, 16 Wochen weg von meiner Familie zu "müssen" - und dann habe ich mir noch 4 Wochen "Nachschlag" geholt! Freiwillig! Ich kann Deine Aussage also definitiv nachvollziehen :)

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Wiebke und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Sorry - aber hier bist Du genau richtig! Denn Dein Freund hat ein arges Alkoholproblem, um nicht zu sagen: er ist höchstwahrscheinlich bereits abhängig, also Alkoholiker. Aber aus der Ferne ist es schwierig, soetwas zu beurteilen. Und ich bin ja auch kein Arzt.

    Aber: Ich bin Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken. Und "einen von uns" kann man ganz gut erkennen :-[

    Ich weiss nicht, ob Du Dich hier schon ein wenig durchgelesen hast - insbesondere im Angehörigen-Bereich. Falls ja, wird mein Rat, den ich Dir gebe, nicht überraschend kommen:

    Nimm die Beine in die Hand und lauf! Trenn Dich von Deinem "Freund", bevor er Dich mit in den Abgrund zieht!

    Entschuldige, wenn ich "Freund" schreibe, aber sein Freund ist momentan die Flasche. Du beschreibst ja sehr gut, dass er schon kräftig versucht, Dich ebenfalls aggressiv zum trinken zu bewegen :o Und aus persönlicher und beruflicher C:-) Erfahrung weiß ich, dass es äußerst selten bei verbaler Aggressivität bleibt.
    Mit "Vernunft", "Liebe" und "Argumenten" wirst Du es nicht schaffen, ihn vom trinken abzuhalten - das ist leider die Fratze der Sucht.

    In einem anderen Thread hast Du die Frage gestellt, was Co-Abhängigkeit ist. Ich kann Dir nur dringend raten, Dich u.a. darüber hier zu belesen.
    Und Fragen zu stellen, wenn Du welche hast - wir beantworten sie gerne!


    Gruß
    Greenfox

    Bei manchen Begriffen gibt unser Glossar darüber Auskunft.
    So auch über den Begriff Co-Abhängigkeit:

    "Co-Abhängigkeit bezeichnet ein sozialmedizinisches Konzept, nach dem manche Bezugspersonen eines Suchtkranken (beispielsweise als Co-Alkoholiker) dessen Sucht durch ihr Tun oder Unterlassen zusätzlich fördern oder selber darunter in besonderer Form leiden. Ihr Verhalten enthält seinerseits Sucht-Aspekte."

    Aber das ist nur die Kurzfassung ...

    Es macht mich als Alkoholiker immer wieder traurig, solche Geschichten zu lesen ...

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
    Momentan meint Deine Frau mit ihren "Vorwürfen" und Behauptungen alles genauso, wie sie es sagt - wenn sie es sagt. Das kann 10 Minuten später schon wieder anders aussehen. Denn eigentlich sind es nur Rechtfertigungen gegenüber sich selbst und der Umwelt, warum sie jetzt/heute trinken MUSS.

    Aber dass dies eben nur Ausreden/Rechtfertigungen/Selbstlügen sind - ich habe es auch erst erkannt, als ich trocken wurde.

    Grüß Dich und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, ("nur") Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken.

    Wenn ich Deine Geschichte richtig lese, hast Du den Alkohol als "Medizin"/Hilfsmittel für Deine Bulimie eingesetzt. In meiner SHG war ein Gruppenfreund, dem ging es ähnlich.
    Der hatte zwar keine Bulimie, aber trotzdem eine starke Essstörung. Er wollte immer mehr abnehmen - und hat deswegen getrunken statt zu essen.
    Auch er hat es erst mit professioneller Hilfe geschafft, den Alkohol und die Essstörung in den Griff zu bekommen.

    Deshalb finde ich es gut, dass Du Dir professionelle Hilfe - auch in Form der Suchtberatung und von SHG - suchst.
    Das es trotzdem kein leichter Weg ist, weisst Du ja schon selbst. Trotzdem gibst Du nicht auf - von daher ein passender Nickname 44.

    Ich wünsche Dir hier einen guten Austausch und viele gute Tipps!

    Gruß
    Greenfox

    Zum Glück gibt es Foren. Und zumindest in den beiden Foren, die ich besuchte, hat man sich nicht damit aufgehalten, ob man nun krank oder ein „Chrakterschwein“ ist, sondern sich schlicht und einfach geholfen, der Sucht von der Schippe zu springen.

    Und DAS ist m.E. doch wohl das Wichtigste. Alles Andere ist Kinderk...ram.
    Ich bin froh, dass ich für mich die Sucht bis heute besiegt/im Griff habe, möchte, dass es so bleibt - und möchte mit meinen Erfahrungen anderen helfen, es ebenfalls zu schaffen. Punkt.

    Ich bin davon überzeugt, dass es für mich von ganz grundlegender Wichtigkeit ist, für mein Leben und für meine Entscheidungen, auch die zu trinken, selbst die Verantwortung übernehmen muß. Im Guten, wie im Schlechten.

    Also ist es nur Charakterschwäche, wenn jemand einfach nicht aufhören kann mit dem Saufen?
    Ich war also selbst schuld/charakterschwach, dass ich mir fest vorgenommen habe, nicht mehr zu trinken und es doch tat - und vor lauter Verzweiflung darüber überlegt habe, zum Wohle meiner Familie mir das Leben zu nehmen?
    Man ist also selbst schuld an den Rückfällen - vor allem daran, dass es so rasend schnell geht, bis man wieder auf dem alten Level ist?

    Mag sein. Und doch ist "Krankheit" für mich die beste, weil plausibelste Erklärung für all das - auch wenn es mich/uns nicht davon befreit, selbst alles dafür tun zu müssen, um diese "Krankheit" zu stoppen. Oder mit ihr unterzugehen.

    Gut, dass Du konsequent geblieben bist. Und ihm die Schlüssel abgenommen hast - und es zum Schluß auch noch erwähnt hast. Ich dacht schon ... Aber gut 44.

    Und ich muss Dietmar recht geben: Tu etwas für Dich! Vermeide den vorerst Kontakt, geh eventuell mal zur Suchtberatung - aber tu auf alle Fälle DIR was Gutes! Was Dir so gefällt: ein schönes Konzert, Theater, Wellness für die Seele ...

    Gruß
    Greenfox

    Nach Gerchlas Ausführungen möchte ich ungern als "Spaßbremse" auftreten, möchte Deinen Enthusiasmus aber in reale Bahnen lenken.

    Ich finde es gut, dass Du Dir das mal aufgeschrieben hast.
    Aber ich möchte auch sagen: Auch trotz Abstinenz gibt es "unangenehme Situationen" (okay, die sind dann aber nicht auf den Alkohol zurückzuführen), kann man krank werden und/oder zunehmen (ich habe leider in den Jahren meiner Abstinenz langsam aber stetig zugenommen - hat aber auch anderweitige gesundheitliche Gründe) ...

    Damit will ich nur sagen: Nur weil Du nicht mehr trinkst, wird jetzt ALLES gut.
    Ich habe schon mit Menschen gesprochen, die waren, wenn ich sie bei der Entgiftung das erste Mal traf, absolut euphorisch und optimistisch - und später dann zu Tode betrübt, weil die Firma doch pleite gegangen ist und sie arbeitslos geworden sind, weil die Frau/der Mann sie doch verlassen hat, weil nicht alles rosarot wurde.

    Aber: Welche Probleme auch auf einen zukommen - mit klarem Kopf kann man ihnen besser begegnen! Vielleicht nicht alle lösen/umhauen - aber besser ausweichen.

    Gruß
    Greenfox

    wikende091

    Schön, wieder von Dir zu lesen!

    Ich habe es übrigens mit dem Nichtrauchen über's Dampfen geschafft. Ende 2015 bin ich auf das Dampfen umgestiegen und ungefähr ein Jahr später habe ich auch das dann eingestellt. Ich fand es gut, immer nur dann ein-zwei Züge zu nehmen, wenn das Verlangen mich hibbelig machte. Und dann konnte man das Teil ja wieder einstecken - mit einer richtigen Fluppe geht das nicht. Und so wurde es immer weniger und seltener.
    Abgesehen davon, dass beim Dampfen keiner belästigt wird und nix mehr stinkt :)

    Gruß
    Greenfox