Ich bin es Till der schreibt und Rebecca sitzt neben mir.
Hallo, Ihr zwei Beiden. Es wäre vielleicht praktischer, wenn jeder von Euch unter seinem eigenen Nick schreiben würde. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber für mich hat es so ein kleines "Geschmäckle", wenn es heisst "sie/er ist der Meinung" und nicht "ich bin der Meinung" ... Man kann Menschen ziemlich schnell etwas in den Mund legen ... Ist nur so ein Gefühl von mir ...
Ansonsten schön, dass Du etwas mehr von Dir erzählt hast.
Zu Deinen Fragen kann ich Dir nur (stark vereinfacht) sagen, wie es MIR ging, bzw. wie ich die Sache angegangen bin:
Meine ersten Versuche sahen so aus, dass ich in die Entgiftung ging und dann einfach nur den Alkohol weggelassen habe. Also nichts weiter gemacht habe. Und da kam dann der Gedanke, etwas trinken wollen/zu können ziemlich schnell wieder. Meist so nach ein paar Wochen. Wobei ich das nicht als "Druck" bezeichnen würde, da ich dem ja relativ schnell nachgegeben habe.
Dann habe ich mir gesagt, dass das so wohl nicht reicht, habe mir nach meiner letzten Entgiftung diverse SHG angeschaut und mich dann für 2 Gruppen entschieden. Außerdem hatte ich dann noch einen Therapeuten, so dass ich 3x in der Woche etwas für mich getan habe. Als ich mich dann stabiler fühlte, habe ich die therapeutischen Sitzungen reduziert, später ganz gekanzelt. Und irgendwann habe ich auch eine der beiden Gruppen aufgegeben - schließlich hatte ich ja noch ein Familien- und Arbeitsleben. Allerdings musste ich hier die Münze entscheiden lassen, da mir beide Gruppen mittlerweile ans Herz gewachsen waren.
Später dann bin ich selbst in Krankenhäuser/Entgiftungsstationen gegangen, um mit den Patienten dort zu sprechen und ihnen einen/meinen Weg aus der Sucht zu zeigen und ein wenig darüber zu erzählen, was überhaupt SHG sind, was dort passiert und wozu sie gut sind/sein können etc.
Es gibt Menschen, die sagen, dass sie vom Alkohol weg wollen und dann nie wieder darüber sprechen wollen. So ähnlich dachte ich auch mal. Es hat nicht funktioniert. Ich beschäftige mich immer wieder - mehr oder weniger direkt oder indirekt - damit und "vergesse" somit nicht wieder, dass ich ein Alkohol"problem" habe.
Du schreibst, dass Du auch unter Depressionen leidest. Die Erfahrungen zeigen, dass diese wenn schon nicht verschwinden, so sich doch leichter behandeln lassen, wenn der Alkohol/andere Suchtmittel weggelassen werden. Es ist also nicht verkehrt, dass Du das Thema Alkohol angehst.
Auch mein Psychiater kennt die komplette Problematik, doch ich habe ihm verschwiegen das ich wieder Rückfälle hatte und werde es ihm in ein Paar tagen offenbaren.
Das ist sehr wichtig! Denn Du widersprichst Dir hier selbst: er kennt nämlich NICHT die KOMPLETTE Problematik!
Du musst anfangen, ehrlich zu sein - nicht nur den Ärzten gegenüber, sondern auch Dir selbst gegenüber! Denn wem nutzt es, wenn Du Dir selbst die Hucke volllügst?? (Das ist jetzt allgemein gemeint und nicht auf etwas Spezielles bezogen!!)
Ein Problem habe ich noch und möchte/muss es hier ansprechen:
Dazu kommt jetzt noch, da ich eine Zeit lang arbeitslos war durch meine Erkrankungen jetzt die Möglichkeit hätte in einen Job als Gefahrengutfahrer zu kommen wo ich gut verdienen könnte.
Die Zusage von der Firma habe ich schon, ich muss nur noch den ADR Schein 7 machen für Gefahrgut und radioaktive Stoffe.
Nicht, dass ich Dir nicht einen gut bezahlten Job gönnen würde. Aber wenn ich höre, dass jemand mit (zur Zeit noch akuten) Alkohol- und psychischen Problemen Gefahrgut durch die Gegend fahren will :o schwitz. Sei mir bitte nicht böse - aber da habe ich in meinem Job schon zu viel Schlimmes gesehen (das teilweise auch "Schuld" an meinem Problem ist
) ...
Gruß
Greenfox