Beiträge von Greenfox

    Hallo, Sammy!

    Manchmal bin ich ehrlich gesagt schockiert über die Verblendung mancher Menschen: ...

    Auch wenn sich das hart anhört - aber dem kann ich nur zustimmen.
    Abgesehen davon:

    obwohl ich meinen Mann nicht als Alkoholiker bezeichnen würde.........

    Obwohl ich um die Folgen wusste, habe ich trotzdem gesoffen.
    Womit wir bei Deiner Rolle als Co-Alkoholikerin wären: verteidigen, verharmlosen ...

    ... obwohl ich meinen Mann nicht als Alkoholiker bezeichnen würde... Er ist beruflich sehr angespannt, hat wenig Erholungsphasen/ Urlaub, aber wir haben einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. ... Es ist nicht so, dass er bis zum Umfallen trinkt, aber er verträgt aufgrund seiner Umstände wahrscheinlich nicht gaanz soviel, wie seine Kumpels ... In der Woche trinkt er gerne abends ein Glas Rotwein, tagsüber wirklich gar nichts.

    In Rotweingläser passt heutzutage gut und gerne 0,5 l rein ... Und "ein Glas" klingt natürlich anders als "fast eine Flasche".

    :sorry: - ich will Dir/Euch/Deinem Mann jetzt auch nix unterjubeln. Aber als Alkoholiker habe ich solche Untertreibungen gerne benutzt und von Angehörigen auch in der Suchtselbsthilfe zur Genüge gehört. Und bei Deinem Text läuten alle Glocken ...

    Gruß
    Greenfox

    Für mich bedeutete es zuerst auch, genau wie vielen anderen ebenfalls, das man erst so richtig Alki ist, wenn man nicht mehr ohne kann, sprich den ganzen Tag über seinen Pegel halten muss.

    Und genau deshalb fällt es ja den "Quartals-Trinkern" so schwer, sich als Alkoholiker zu "erkennen/akzeptieren" - denn schließlich können sie ja monatelang auf Alk verzichten ...

    Dogby, ich würde Deine Geschichte gerne hier vom Faden abtrennen und in die "Vorstellung" verschieben - denn da passt es m.E. besser hin - okay?

    Hallo, NiTho, und auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit einigen Jahren trocken.

    Morgen ist Montag, das wäre doch ein guter Tag, um zum Arzt und/oder zur Suchtberatung zu gehen.

    Dem kann ich nur zustimmen! Unabhängig davon, ob Du nun Entzugserscheinungen hast oder vermeintlich nicht. Gerade mit Deinem Hausarzt wäre ein solches Gespräch gut, damit er Dich insbesondere in dieser Hinsicht durchchecken kann und gegebenenfalls medikamentös unterstützen kann (zum Beispiel mit Mariendistel-Präparaten zur Unterstützung der Leber o.ä.).
    Die Suchtberatung kann Dich in Hinblick auf die bei Dir vor Ort gegebenen Möglichkeiten (SHG, je nachdem was der Arzt sagt Entgiftung, Therapien etc.) beraten, so dass Du zumindest weisst, welche Hilfsangebote sind da, stünden Dir zur Verfügung.

    Und dann hättest Du "nur noch" die Qual der Entscheidung - Angebote annehmen und wenn ja, welche.

    Mich würde aber noch etwas anderes interessieren: Du schreibst, dass Du damals den Alk als "Medizin" gegen Deine Angststörung eingesetzt hast. Was ist aus der eigentlich inzwischen geworden? Hast Du immer noch Panik vor Menschen (ohne Alk)? Oder hast Du den Teufel erfolgreich mit Belzebub ausgetrieben?

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg weiterhin (Deine Frau wird sich nach der Reha noch mehr freuen!) und einen guten Austausch

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein WILLKOMMEN im Forum!

    Leider muss ich in dieselbe Kerbe hauen wie Dietmar. Ein bisschen schwanger gibt's nicht ...

    Ich hatte in über 10 Jahren täglichem Alkoholgenuss schon öfter mal ne Trinkpause von ca 5 Tagen eingelegt, weil ich Tabletten nehmen musste. Danach war es wieder schön...

    Ach wie schön, dass die Trinkpause endlich vorbei war? Oder wie soll ich das verstehen? Dann wirst Du wohl noch etliche, immer kürzer werdende Trinkpausen brauchen, bevor es bei Dir endgültig "Klick" macht ...

    Ich habe meinen Ausstieg leider auch nicht auf Anhieb geschafft. Die ersten 3 Entgiftungen waren relativ easy - ich bin zu den Terminen dann mit 0,0 o/oo im Krankenhaus aufgeschlagen und habe mich entgiften lassen. Die Entzugserscheinungen hielten sich "in Grenzen". Meine 4. und hoffentlich letzte Entgiftung war allerdings wesentlich heftiger - auch wenn ich wieder mit 0,0 angerückt bin. Aber da ging es mir so beschissen, dass sie mich nicht nur die üblichen 2 Tage zur Beobachtung in der Klapperbox behielten, sondern aus medizinischen Gründen 5 Tage ...

    Es gibt keine allgemeingültigen Aussagen, wie welche Entgiftung abläuft. Aber was ich bei mir bemerkt habe und auch aus vielen Gesprächen (sowohl auf Entgiftungsstationen als auch in SHG) erfahren habe - und damit komme ich auf Deine Frage zurück:

    Was mich jetzt beschäftigt, was passiert wenn ich wieder schwach werde ...?- Geht die ganze Sauferei dann von vorne los, oder mache ich an dem Punkt weiter wo ich aufgehört habe?

    Ich habe mit ein, zwei Bieren wieder angefangen - war aber in kürzester Zeit wieder auf dem alten Level - und darüber hinaus. Und vielen anderen ging es genauso :(

    NIEMAND verbietet Dir, weiter zu trinken - die Entschedung liegt ganz allein bei Dir!

    Gruß
    Greenfox

    Und warum gibt er deinem Mann Vertrauen?

    Dazu kann ich aus meiner Sicht auch vielleicht etwas sagen.
    In meiner nassen Zeit habe ich sehr viel Vertrauen nicht nur aufs Spiel gesetzt, sondern auch zerstört. Und zerstörtes Vertrauen erstmal wieder aufzubauen ... das braucht Zeit.
    Wie oft habe ich gesagt "Ich habe nichts getrunken, kannst mir ruhig glauben!". Oft genug in Verbindung mit einem vorherigen "Ich muss unbedingt nochmal kurz los, was einkaufen - xy fehlt noch und das brauchen wir unbedingt!"

    Als ich dann abstinent wurde, musste ich natürlich nicht mehr so oft "nochmal unbedingt kurz weg" - aber es kam vor. Und ICH wusste, dass ich tatsächlich nichts getrunken hatte. Aber meine (damalige) Frau lies mich ihr Misstrauen spüren, indem sie sehr dicht an mich herankam, schnupperte oder mich (ungewohnter Weise) mit Küßchen begrüßte. Ich konnte es ihr nicht verdenken und es hat mich auch nicht direkt gekränkt. Nach etwa einem Jahr lies es dann nach, flackerte aber ab und an doch mal wieder auf. Insbesondere wenn ich mich allgemein komisch verhielt - weil es mir vielleicht gesundheitlich nicht so gut ging oder ich schlecht gelaunt war oder nixweiss0

    Jeder Mensch ist verschieden und reagiert nunmal anders. Und deswegen kann ich mir vorstellen, dass es Britt's Mann beruhigen könnte, sie jederzeit pusten lassen zu können ... Und da Britt ja weiss, dass sie nicht vor hat, etwas zu trinken, kann es ihr ja vorerst egal sein.
    Das wäre so meine Erklärung für mich ...

    Ich hoffe nur, Britt, dass ich Dir damit nicht zu nahe getreten bin. Falls doch, sag es!

    Gruß
    Greenfox

    was soll ich denn dann noch gross dazu sagen.

    Z. Bsp.: "Dieses Wochenende hast DU Kinderdienst und ich tue mal was für MICH (Therme, Mädelsabend, ??)!" oder "Wenn Du nicht für mich da sein möchtest, muß ich überlegen, ob wir noch gemeinsam leben können."

    Ich bin einfach gerade so traurig weil ich den ganzen Tag mit der Kleinen allein bin, kein normales Gespräch führen kann und dann abends auch wieder allein bin. Ich gestehe ihm seine Freiheiten zu, es ist seine Leidenschaft aber ich fühle mich so verdammt alleine. Natürlich hätte ich sagen können dass er da bleiben soll, aber dann wäre die Stimmung auch im Keller gewesen. Ist ja egal ob ich zustimme oder nicht. Entweder bin ich alleine oder hab einen Mann zu Hause der lieber woanders wäre und einfach angepisst ist. Ich bin so froh wenn ich wieder arbeiten gehen werde und ich auch mal wieder mehr rauskomme. Das musste jetzt einfach mal raus.

    Und wenn Du das mal nicht uns, sondern IHM sagst??

    Also bin ich dann los zu meinem ersten AA Treffen, nüchtern und bereit mein Leben weiter zu ändern .
    Ich muss dazu sagen ich war vor Jahren schon mal in einem AA Meeting in dem selben Raum ,aber da hatte ich noch nicht das Bedürfnis und den willen wirklich aufzuhören ,und für mich war es damals schlimm weil ich glaubte jeder starrt mich an ...

    Ich kann Dich schon verstehen bzw. dieses Gefühl nachvollziehen. Es ist ein Riesen-Unterschied, ob man etwas widerwillig macht oder aus freien Stücken ...
    Und wenn es dann so weit ist, dann tut es gut, sich zu erleichtern, alles von der Seele zu reden (in diesem Fall bei dem Bekannten vor dem AA-Meeting).
    Und die Ähnlichkeiten/Parallelen in den Geschichten höre und sehe ich auch immer wieder. Einerseits weiß ich, dass es zum Krankheitsbild gehört, andererseits erstaunt es mich trotzdem immer wieder.

    Schön, dass es so gut läuft.
    Und vielleicht klappt es auch bei noch bei Deinem Mann und er braucht nur etwas länger. Aber das ist sein "Problem".

    Gruß
    Greenfox

    Wow - das ging ja schnell mit dem Termin in der Suchtklinik. Bei uns in Berlin wartet man u.U. bis zu 8-10 Wochen :o

    Ja, das "liebe" Thema Rückfälle. Wenn ich in den Entgiftungsstationen die Info-Abende mache, sage ich u.a. auch immer (sinngemäß!), dass uns sehr wohl bewusst ist, dass Alkoholismus eine Rückfall-Krankheit ist, Rückfälle also "dazu gehören". Aber man kann sich entweder auf dieser Erkenntnis ausruhen und überspitzt gesagt jede Woche seinen Rückfall haben ("Was denn - ist doch eine Rückfall-Krankheit!"). Oder - wie Tyrion es auch schon schrieb - man kann alles dafür tun, dass es eben NICHT zu einem Rückfall kommt. Das Handwerkzeug dazu bekommt man in Therapien, SHG, Literatur, Gesprächen etc.
    Und wenn es dann doch dazu gekommen ist, sollte man so schnell wie möglich wieder die Reißleine ziehen (Entgiftung) und schauen, wie es zu dem Rückfall gekommen ist - um diese Bedinungen nicht noch einmal zuzulassen. Und die können vielfältig sein: Übermut/Dummheit ("Ach, EIN Bier/Wein schadet bestimmt nicht ..."), mangelnde Achtsamkeit (z.Bsp. Überlastung auf Arbeit, nicht NEIN-sagen-können), oder, oder, oder ...

    Mich hat damals meine Scham davon abgehalten, die Reißleine zu ziehen ... das habe ich dann erst 4 Jahre später mit viel Mühe geschafft :-\ Das ist zwar jetzt über 10 Jahre her, aber in meinem Kopf halten sich diese Erinnerungen leider frisch.
    Ich habe seither eigentlich niemanden getroffen, der in den Sucht-Ausstieg NICHT mit dem Gedanken/Vorsatz gestartet ist: "Ich werde NIE einen Rückfall haben!"
    Einigen ist dies bis heute gelungen, anderen nicht.

    Verloren hat nur der, der liegen bleibt.
    Also: Immer aufstehen, Krönchen richten - und weitermachen!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Tyrion, und auch von mir ein etwas verspätetes WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Schön, Dich aktiv an Bord zu haben und an Deiner Geschichte und Deinen Erfahrungen teilhaben zu dürfen.

    Über Deinen freud'schen Versprecher "Schnapsglas Wasser" bin ich auch gestolpert und musste schmunzeln - denn manchmal geht es mir auch so. Und ich freue mich dann darüber, dass sich mein Denken schon so gedreht hat ...

    Bin heute leider etwas kurz angebunden, da es mir momentan gesundheitlich nicht so prickelnd geht.

    Gruß
    Greenfox

    Auch ich kann nur sagen, dass ich zum Einen höchst erfreut bin, zu lesen, was bei Dir gerade abgeht. 44. :blumen:

    Und zum Anderen aber auch nicht all zu erstaunt bin, dass Dein Mann auf einmal die Handbremse anzieht - vielleicht ist er einfach noch nicht so weit. Und mal ehrlich - wie oft haben wir früher mit Brummschädel gesagt "Nie wieder Alkohol!" Und sobald der Brummschädel verflogen war "Wer hat das gesagt?"

    Um so schöner finde ich es, dass Du es durchziehst - und vielleicht macht es bei Deinem Männe ja doch noch "Klick" ...

    Gruß
    Greenfox

    Komisch, habe fast damit gerechnet, dass der zweite Teil für "Laien" schwer verständlich ist. Es bedeutet, dass einerseits nur der Süchtige allein es in der Hand hat, sich aus der Sucht zu befreien: er/sie muss es selbst, aus eigenem Antrieb WOLLEN.
    Andererseits wird er/sie es kaum/nur schwer ohne Hilfe - also alleine - schaffen. Natürlich gibt es Ausnahmen, Menschen, die es komplett ohne fremde Hilfe aus der Sucht schaffen. Das bedeutet für sie, Hilfen wie z.Bsp. Suchtberatung, Selbsthilfegruppe, Therapie und/oder andere anzunehmen.

    Also eigentlich ganz einfach und logisch. Eigentlich.

    Jeder sagt, dieser Schritt zeigt Stärke und dennoch schäme ich mich in Grund und Boden.

    Ich kann den ersten Teil nur bekräftigen und Dich zu diesem Schritt beglückwünschen :blumen: :blumen3:

    Denn warum solltest Du Dich schämen?? Weil Du dem Suchtdruck NICHT nachgegeben hast und präventiv tätig geworden bist?

    ICH finde es jedenfalls ganz stark von Dir! 44.

    Ich muss auch für mich selber herausfinden was MICH glücklich macht . Bisher war es so das ich immer ausschließlich nur für andere da war. Ich habe selten bis fast nie an mich selber gedacht.

    Das erinnert mich irgendwie an mich. Ich musste auch erst wieder lernen, das Wörtchen "NEIN" zu gebrauchen ... Und war dann manchmal etwas erstaunt, dass die Leute mich eben NICHT verteufelt haben, sondern einfach nur lapidar sagten "Okay, muss ich eben jemand anderes fragen." Ich hätte mir also nie soviel aufhalsen MÜSSEN. Einfach mal NEIN sagen, wenn es einem nicht passt ist auch okay. Musste ich auch erst wieder lernen. Kommt immer auf meine Tagesform an ...

    By the way : es sind jetzt 6 Tage . :)

    44. :blumen:

    Hallo, MiaPi, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit über 10 Jahren trocken.

    Er hat anscheinend nichts gelernt, obwohl er sogar kurz vor der Entlassung am Telefon meinte, er hat kein Problem mit Alkohol ...

    Was heisst "Er hat nichts gelernt"? DAS IST DIE SUCHT! Und es stimmt: er hat kein Problem mit Alkohol - nur ohne!

    Du hast das Problem ALLER Angehörigen: Du willst ihm helfen. Nur funktioniert das so nicht! Derjenige muss es selbst wollen - sonst werden alle Hilfsangebote entweder ignoriert, bestenfalls abgelehnt oder sogar als persönlicher Affront aufgefasst!

    Und ich glaube, bei Deinem Vater kommt zur Sucht noch etwas anderes hinzu: der Verlust Deiner Mutter.

    Was kann man noch machen? Kann man überhaupt noch was machen? Welche Konsequenzen soll man ziehen? Manchmal denke ich über Kontaktabbruch nach, weil es mich psychisch sehr stark alles mitgenommen hat, aber habe Angst, dass er suizidal wird bzw. es vollendet (ein Suizidversuch gab es Anfang 2018).

    Auch wenn es vielleicht hart klingt und Du schon mehrfach gehört hast (aber einfach nicht wahrhaben willst): Du kannst gar nichts machen! Dein Vater ist für sein Leben selbst verantwortlich, so wie Du für Dein Leben verantwortlich bist. Und Je mehr Du (vergeblich) versuchst, für ihn die Verantwortung zu übernehmen und sein Leben zu regulieren, um so mehr gerätst DU ebenfalls in den Abwärtsstrudel und zerstörst DEIN Leben:

    ... weil es mich psychisch sehr stark alles mitgenommen hat ...

    So schlimm es sich auch anhört: Aber Du musst loslassen - und Dich um Dich selbst kümmern.

    In der Suchtselbsthilfe gibt es zwei, wie ich finde zutreffende, Sätze/Thesen/weiß nicht, wie man es nennen soll:

    - Die beste Hilfe ist, nicht zu helfen.
    - Sich aus der Sucht befreien kann nur der Süchtige alleine - aber alleine schafft er es nicht.

    Ich will Dich jetzt nicht gleich zutexten. Lass es erst mal sacken.
    Wenn Du aber Fragen hast, dann raus damit!

    Gruß
    Greenfox

    Oft ist es auch so, dass sich im Verlauf einer Abstinenz automatisch das Umfeld ändert, mit dem sich Betroffene umgeben. Sie haben dann einfach andere Prioritäten in ihrem Leben. Und sie genießen es – ohne Alkohol, der nur ein sehr oberflächliches und sehr vergängliches Erleben zulässt.

    Und dann zeigen sich auch Deine wahren Freunde - oder eben nur "Saufkumpane", die man fälschlicher Weise für Freunde hielt ... Und da es jetzt bei Dir nix mehr zu trinken gibt, sind sie auch weg ...

    Mich meiner Hausärztin zu öffnen war nicht schwer aber ich habe Angst vor den Nächsten schritten . Ich bin eigentlich ein Kontrollierter Mensch und muss eigentlich immer wissen was passiert um die Kontrolle zu haben . Aber das habe ich in diesem Fall nicht und so beginnt etwas neues für mich . schwitz.

    Tja, das Märchen "eigentlich bin ich ein kontrollierter Mensch" habe ich mir früher auch immer erzählt - dabei hat mich der Alkohol kontrolliert. HEUTE stimmt es schon eher ...

    Zu Deiner "Angst vor den nächsten Schritten" möchte ich noch etwas sagen: Ich kann es nachvollziehen und mich noch an mein mulmiges Gefühl erinnern, als ich damals das erste Mal zu einer SHG ging. Aber ich kann Dich beruhigen - es hat mich niemand gebissen und niemand hat mir den Kopf abgerissen ;) Und selbst wenn Du dort ein bekanntes Gesicht sehen solltest - der-/diejenige ist dann aus demselben Grund dort wie Du!.
    Für mich war es ein "gutes" Gefühl zu sehen und zu hören, dass ich nicht alleine bin mit diesem beschissenen Problem(en, dass die Anderen fast genau dasselbe durchgemacht haben wie ich - und habe mir angehört, wie die Einzelnen ie Probleme angegangen sind. Und dann habe ich diese Problemlösungen für mich umgesetzt. Und wenn die eine nicht so gut funktionierte, dann habe ich die andere ausprobiert.
    Bei einer SHG ist es wie ein Grabbeltisch - die Einen packen ihre Erfahrungen drauf, die Anderen nehmen sie runter.

    Probier es einfach mal aus. Selbsthilfegruppen - wozu eigentlich?

    Ist dann meine Entscheidung egoistisch?

    Laut Lexikon und Wikipedia bedeutet "Egoismus" soviel wie "Eigeninteresse", "Eigennützigkeit".
    Also lautet die Antwort auf Deine Frage: JA!

    Und Deine Entscheidung war verdammt nochmal vollkommen richtig und gerechtfertigt - und zwar genau aus den von Dir genannten Gründen!

    Es gibt m.E. nicht nur den rücksichtslosen Egoismus (Narzissmus), sondern auch "gesunden Egoismus" - und der ist nicht nur für uns Betroffene wichtig, sondern auch für Angehörige. Wahrscheinlich für Jeden. Man nennt es auch "Grenzen setzen". Und wer Grenzen setzt, muss sie auch einhalten (lassen).

    Aber ich muss mal so nebenbei sagen: Ich finde es super, dass Dein Freund anscheinend Deine Entscheidung akzeptiert hat und keinen Krieg ausgelöst hat - es kam bei mir erst etwas später an, dass Du schriebst "WIR haben gestern ..." 44.

    Gruß
    Greenfox