Beiträge von Greenfox

    Hallo!

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, Alkoholiker und nun schon ein paar Jahre trocken.

    Da ich früher zunächst auch vorwiegend Bier getrunken habe, möchte ich erst einmal darauf eingehen.
    Du meinst, dass Du ja "nur" Bier trinkst. Falls Du denkst, dass Du damit besser bist als andere, dann schau mal hier rein und rechne mal Deinen Konsum in reinen Alkohol um - dann siehst Du nämlich, dass 10 Bier = 1 Flasche Schnaps entsprechen!
    Von wegen "Ich trinke ja nur Bier/Wein ..."

    Ich trinke für mein Leben gerne Bier. ... Doch wie komme ich weg von dem Gebräu? Ich habe nun seit etwa 5 Jahren nahezu jeden Tag ein alkoholisches Getränk getrunken, bin tief drin im Alkohol-Sumpf. Wiederum habe ich noch vor 2-3 Jahren Abends auch während der Woche meine 5 Bier weggezischt, dann aber vermutlich deswegen auch meine Arbeit verloren. Das kann ich einfach nicht mehr wegen der Arbeit. Doch am Wochenende hält mich nichts! Was kann ich tun? Ich erwarte keine Zauberformel, sondern eventuell konstruktive Beiträge von Gleichgesinnten.

    Mich irritiert der letzte Satz etwas. Erwartest Du hier von uns Hilfe beim Ausstieg oder doch nur eventuell konstruktive Beiträge? Oder Konstruktive Beiträge der Biertrinkerfraktion?
    Sei bitte nicht sauer, wenn ich vielleicht etwas direkt bin, aber ich habe für mich gelernt, dass rumeiern absolut nicht hilft.

    Wenn Du wirklich wegkommen willst von "dem Gebräu" im Speziellen und dem Alkohol im Allgemeinen - dann hilft nur der radikale Schnitt!
    Den Weg musst Du zwar allein gehen - aber alleine sein musst Du dabei nicht: geh zu Deinem Hausarzt/Deiner Hausärztin und rede Klartext. Geh zu einer Suchtberatungsstelle (ist anonym und kostenlos) und lass Dir dort die Möglichkeiten in Deiner Umgebung aufzeigen. Such Dir die Selbsthilfegruppen in Deiner Umgebung raus (oder lass es die Beratungsstelle tun) und geh dort mal hin, sprich mit den Leuten selbst. Und keine falsche Scham, dass Dich dort jemand (er)kennen könnte: Was meinst Du wohl, warum DIE da sind?

    Und zum Schluß empfehle ich Dir noch einen Blick in unsere Linksammlung und unsere Literaturecke - da findest Du jede Menge weiterführende Informationen zum Thema. Und bei den Büchern: Keine Angst - die meisten sind keine "trockenen" Fachbücher, sondern sehr locker und allgemeinverständlich geschrieben, meist Autobiographien.

    Na dann: Viel Erfolg und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Mara, auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 55, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun schon einige Jahre trocken.

    Und auch wenn ich schon eine Weile trocken bin, kann ich Deine Ängste/Befürchtungen doch nachvollziehen - schließlich hatte ich sie so ähnlich auch.

    Zitat

    Werde ich überhaupt je wieder "gesellig" sein, ohne Alk - ist noch so eine "Angst".


    Zum Beispiel: Auch wenn es noch ein wenig hin ist, aber: Eine Silvester-Feier - ohne Alkohol hätte ich mir niiiiiiieeeee im Leben vorstellen können! Und was soll ich Dir sagen? Die letzten Jahre waren die Silvester-Feiern SUPER. Und der Knaller ist: Ich kann Dir heute noch genau erzählen, was da von Anfang bis Ende abging ;)

    Aber natürlich ist/wird es nicht einfach. Meine Vorschreiber haben es ja schon geschrieben: Es wird "Arbeit"! Und dafür kann ich ebenfalls nur raten, Dir jede Hilfe mit ins Boot zu holen, die Du kriegen kannst.
    Angefangen beim Hausarzt über die Suchtberatung, Selbsthilfegruppe ...

    Wenn Du in unsere Linksammlung schaust, findest Du viele weiterführende Links, die Dir helfen können, entsprechende Hilfen zu finden und/oder Dich über das Thema zu informieren.
    Und in unserer Literaturecke finden sich Vorschläge für diverse Bücher zum Thema - die meisten sind sehr "unterhaltsam" (also nicht so "trocken") geschrieben.

    Jede große Reise fängt mit einem ersten Schritt an. Und Du hast Deinen mit der Anmeldung hier getan. Nun liegt es an Dir, die Reise fortzusetzen.

    Auf einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    Achso: In Bezug auf den "kalten Entzug" möchte ich mich dringend Betty und Harald anschließen!!!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN :welcome:

    Ich kann mich nur Betty anschließen - aber auch dem

    Wenn ihr Fragen habt : nur zu !
    Ich freue mich auf einen angeregten Austausch .

    Dann erst mal viel "Spaß" beim durchackern :D

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Cindy!

    Als ich Deine Geschichte gerade las, habe ich mich gefragt, was Dich mehr enttäuscht hat: das er Alkoholiker ist - oder Dich er ganz einfach nach Strich und Faden betrogen hat?

    Denn ähnliche "Storys" habe ich auch schon von Menschen gehört, die KEIN Alkohol/Sucht-Problem haben. Deren einziges "Problem" war nur, dass sie menschliche Ar...mleuchter sind. Und Dein Ex hat eben zusätzlich noch ein Alkohol-Problem.
    Sorry, auch wenn es vielleicht unsensibel klingen sollte: Aber irgendwann wirst Du merken, dass das "Beziehung"sende das Beste war, was Dir passieren konnte. Und vordergründig lag es nicht am Alkohol ...

    Gruß
    Greenfox

    ich bin Harald und habe auch eine Kinderstube. Hatte leider vergessen, bevor ich mich einbringe, mich vorzustellen.

    Na, dann jetzt auch offiziell: HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Dein Beispiel zeigt einmal mehr, dass es durchaus möglich ist, dem Tod noch von der Schippe zu hopsen - wenn man denn ernsthaft will. Aber auch, wohin dieses "Nicht-wahrhaben-wollen" führen kann.

    Auch ich engagiere mich nun schon seit einigen Jahren in der Suchtselbsthilfe, in meiner SHG, gehe in Krankenhäuser und stelle dort im Rahmen von Infoabenden meinen Verein vor und erzähle dort, was eigentlich SHG sind und was dort abgeht ...

    Na dann - auf einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    Hallo Harald,
    ... Schön , dass du dich hier einbringst.
    Magst du dich vielleicht auch vorstellen? In deiner Vorstellung kannst du ja deine ganz eigenen Gefühle beschreiben.

    Dem kann ich nichts hinzufügen. Lernt man eigentlich auch in jeder guten Kinderstube ...

    Ja, nicht jeder Doc kennt sich auf dem Gebiet der Suchterkrankungen aus bzw. hat Mindestkenntnisse. :(

    Als ich meiner Ärztin damals sagte, ich wäre Alkoholiker und wünsche von ihr Hilfe, versuchte sie es auch kleinzureden. Meine Reaktion war vielleicht etwas pampig, aber ... Ich sagte zu Ihr: "Wenn ICH Ihnen sage, dass ich Alkoholiker bin und Sie keine Ahnung haben - dann bin ich hier falsch!", bin aufgestanden, gegangen und nie wieder bei ihr gewesen. Und damals fiel es mir verdammt noch mal nicht leicht, mich selbst als Alkoholiker zu bezeichnen. Heute ist das anders, heute habe ich es akzeptiert - und ich kann stolz ein "trockener" davorsetzen :D

    Hallo, Yvi, herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

    Und - trotz allem - natürlich auch Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag :heartBalloon:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, Alkoholiker und nun seit ein paar Jahren trocken und auch in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    Auch wenn Deine Familie "nicht gut" auf Dich zu sprechen ist - indem Du Dich zunächst einmal von Deiner Mutter abgrenzt/abkapselst, tust Du das einzig Richtige: Du sorgst für DICH!
    Du hast vollkommen recht, wenn Du sagst, dass sie Dich sonst mit in den Angrund zieht.
    Sie ist selbst für ihr Leben verantwortlich - und sie muss selbst die Reissleine ziehen und für sich sorgen. Das kann NIEMAND anderes für sie tun!

    Du schreibst, dass sie 15 Jahre trocken war und seit 2 Jahren wieder trinkt und dass sie eben dies sehr belastet und sie nicht darüber redet.
    Das kann ich nachvollziehen. Okay, ich war damals nicht 15 Jahre trocken, sondern nur 1,5 Jahre, als ich rückfällig wurde. Aber es hat mich auch sehr stark belastet und deprimiert - dass ich noch mehr getrunken habe :( Ich habe dann immer wieder wie Münchhausen versucht, mich selbst aus dem Sumpf zu ziehen - und bin kläglich gescheitert. Erst als ich Hilfe angenommen habe, weil ich eingesehen habe, dass ich es alleine nicht schaffe, dass ich Hilfe brauche - erst dann habe ich es geschafft. Bis heute. Aber es hat mich 4 Jahre gekostet.
    Aber hätte ICH es nicht selbst gewollt - die Welt hätte sich Kopf stellen und auf einem Bein hüpfen können ... und ich hätte weitergesoffen.

    Wenn der Lebensgefährte Deiner Mutter für sich keinen Weg mehr sieht und sich trennen will - vielleicht ist es nicht nur das Beste für ihn, sondern auch das Beste für Deine Mutter. Vielleicht weckt es dann wieder ihren Willen, ihr Leben selbst bestimmen zu wollen. Und auch Dein Bruder muss selbst für sich sorgen und selbst entscheiden, ob er bei ihr leben will und kann.

    Was ich Dir aber empfehlen kann ist, eine Suchtberatung aufzusuchen und Dich mal zu erkundigen, wo in Deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu finden ist. Oder Du schaust mal in unsere Linksammlung oder Literaturabteilung. Dort findest Du viele weiterführende Links bzw. informierende Literatur.

    Auf jeden Fall kann ich Dir aus meiner Sicht sagen, dass Du auf dem richtigen Weg bist!

    Ich wünsche Dir viel Kraft und einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 55, Alkoholiker und nun schon ein paar Jahre trocken und auch in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    Ich werde es erst mal mit diesem forum probieren und wenn ich merke es klappt nicht, werde ich direkt meinen Hausarzt aufsuchen

    Also wenn Du merkst, dass das Schiff sinkt, fährst Du in die Werft. Na, wenn Du meinst, dass das funktioniert ...
    Spass beiseite: Zumindest Deinen Hausarzt solltest Du mit ins Boot holen. Schließlich hast Du nur eine Gesundheit.

    Ansonsten kannst Du natürlich versuchen, Dich wie Münchhausen selbst/alleine aus dem Sumpf zu ziehen - oder alle Hilfsangebote in Anspruch nehmen, die da sind.
    In unserer Linksammlung findest Du viele interessante und weiterführende Links, die Dir dabei helfen können.

    Stöber einfach ein wenig herum. Und wenn Du Fragen hast - dann raus damit!

    Viel Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Leila, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 55, Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken.

    Das mit dem Trockenwerden hat bei mir auch nicht auf Anhieb funktioniert. Erst als ich bereit war, Hilfe anzunehmen und sie auch angenommen habe, hat es funktioniert. Vorher habe ich auch versucht, mich Kraft meiner eigenen "Stärke" selbst aus dem Sumpf zu ziehen - wie Münchhausen.

    Leider traue ich mich in keine Selbsthilfegruppe, geschweige denn meinem Arzt Bescheid zu geben,
    da ich Angst vor den Reaktionen habe, was eigentlich Schwachsinn ist.

    Wovor hast Du Angst? Das da Leute sein könnten, welche dieselben Probleme wie Du haben/hatten und Dir (deshalb) Tipps und Ratschläge geben könnten, weil sie eben diese bereits bewältigen/bewältigt haben? Oder weil der Arzt auf Grund seines Berufs die Problematik kennen könnte und Dir daher helfen könnte?
    Zu Deutsch: HAST DU ANGST VOR HILFE?

    Egal - das ist DEIN Problem, mit dem DU klarkommen musst.
    Was uns anbelangt: Wir werden Dir im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten mit Rat und Tat versuchen zu helfen. Wenn Du Fragen hast - raus damit!

    Ich empfehle Dir auch unsere Linksammlung, wo Du viele nützliche, weiterführende Links findest, die Dir z.Bsp. auch bei der Suche nach einer Suchtberatung und/oder Selbsthilfegruppe (SHG helfen, solltest Du Dich doch dafür entscheiden.
    Und wenn Du Dir über Fachliteratur/Autobiographien o.ä. mehr Informationen holen möchtest, schau mal HIER rein (ICH empfehle "ALK. Fast ein medizinisches Sachbuch" - sehr unterhaltsam und locker geschrieben 44. )

    Daher versuche ich es vorerst hier und hoffe auf ein bisschen Austausch und evtl mutmachenende Geschichten, dass das Leben ohne Alkohol wirklich definitiv besser ist.

    Die findest Du hier definitiv!

    Gruß
    Greenfox

    Ein bißchen eigenständiges Denken sollte man aber doch noch erwarten können ;) Lesen müssen sie ja schließlich auch selbst - man kann ja nun nicht alles vorkauen ... Und sooo lang ist die Liste ja nicht.
    Sollte es allerdings "aus dem Ruder laufen" und ein Katalog werden - dann muss das leider beendet werden und wieder hier in loser Empfehlung laufen ...