Da ist es wieder, was mein Gruppenfreund gesagt hat: "Geht aus den Köpfen der Anderen!"
Ich habe mir auch früher immer viel zu viel aufgebürdet, weil ich der Meinung war, dass es "die Anderen" von mir erwarten, dass sie enttäuscht von mir, böse auf mich sind, wenn ich es nicht tue. Und diese Überlast habe ich dann versucht, mit Alkohol zu kompensieren. Und dass das nicht funktionieren konnte ...
Mit meiner Abstinenz musste ich dann auch gesunden Egoismus lernen, musste lernen, NEIN zu sagen, wenn ICH der Meinung, dass ich etwas nicht schaffe, es mir nicht gut tut.
Und war dann einigermaßen überrascht, als ich auf mein "Sorry, NEIN, passt mir gerade nicht!" ein lapidares "Okay, dann muss ich halt jemand anderes fragen." zur Antwort erhielt. Oft genug erwarten wir Erwartungshaltungen, wo gar keine sind. Und schrauben damit die Erwartungen an uns selbst ins Unermessliche, ins Unerfüllbare - und machen uns damit selbst kaputt.
Wenn ich jemanden frage, erwarte ich eine negative Antwort - und freue mich, wenn sie doch positiv ausfällt. Natürlich hätte ich auch schreiben können "erwarte ich nichts" - aber das wäre gelogen.
Aber früher bin ich oft/meist von einer positiven Antwort ausgegangen und war dann natürlich enttäuscht.
Warum eigentlich? Wenn ICH das Recht habe, etwas abzulehnen, weil es mir nicht gut tut, zu viel ist, terminlich nicht passt ... (gesunder Egoismus) - dann hat es JEDER andere doch auch.
Also: Geht aus den Köpfen der Anderen! Setzt Euch nicht selbst unnötig unter Druck!
PS: Eine Arbeitsplatzbeschreibung ist aber kein "Kopf". Und wenn der Chef meint, diese anders "ausgestalten"/interpretieren zu wollen, dann gibt es rechtliche Möglichkeiten ...
Gruß
Greenfox