Beiträge von Greenfox

    Da ist es wieder, was mein Gruppenfreund gesagt hat: "Geht aus den Köpfen der Anderen!"

    Ich habe mir auch früher immer viel zu viel aufgebürdet, weil ich der Meinung war, dass es "die Anderen" von mir erwarten, dass sie enttäuscht von mir, böse auf mich sind, wenn ich es nicht tue. Und diese Überlast habe ich dann versucht, mit Alkohol zu kompensieren. Und dass das nicht funktionieren konnte ...
    Mit meiner Abstinenz musste ich dann auch gesunden Egoismus lernen, musste lernen, NEIN zu sagen, wenn ICH der Meinung, dass ich etwas nicht schaffe, es mir nicht gut tut.

    Und war dann einigermaßen überrascht, als ich auf mein "Sorry, NEIN, passt mir gerade nicht!" ein lapidares "Okay, dann muss ich halt jemand anderes fragen." zur Antwort erhielt. Oft genug erwarten wir Erwartungshaltungen, wo gar keine sind. Und schrauben damit die Erwartungen an uns selbst ins Unermessliche, ins Unerfüllbare - und machen uns damit selbst kaputt.

    Wenn ich jemanden frage, erwarte ich eine negative Antwort - und freue mich, wenn sie doch positiv ausfällt. Natürlich hätte ich auch schreiben können "erwarte ich nichts" - aber das wäre gelogen.
    Aber früher bin ich oft/meist von einer positiven Antwort ausgegangen und war dann natürlich enttäuscht.
    Warum eigentlich? Wenn ICH das Recht habe, etwas abzulehnen, weil es mir nicht gut tut, zu viel ist, terminlich nicht passt ... (gesunder Egoismus) - dann hat es JEDER andere doch auch.

    Also: Geht aus den Köpfen der Anderen! Setzt Euch nicht selbst unnötig unter Druck!

    PS: Eine Arbeitsplatzbeschreibung ist aber kein "Kopf". Und wenn der Chef meint, diese anders "ausgestalten"/interpretieren zu wollen, dann gibt es rechtliche Möglichkeiten ...

    Gruß
    Greenfox

    Auch ich war keine Alkoholikerin wie man sich dies allgemein vorstellt. Ich habe eine führende Stellung, treibe sehr viel Sport (bestreite sogar Hindernisläufe), bin sozial gut vernetzt und habe wegen der Trinkerei nicht ein einziges Mal gefehlt im Büro.
    Dennoch bin ich Alkoholikerin. Wenn ich anfange zu trinken kann ich einfach nicht aufhören, ein genussvolles Glas geht bei mir nicht.

    Ja, im Allgemeinen verbindet man mit dem Wort "Alkoholiker" sofort die Typen, die vor dem Bahnhof, den Kaufhallen, Spätis oder in den Parks etc mehr liegen als sitzen, sich vollpinkeln und vor sich hinstinken ...
    Dabei sind das nur die Extreme. Aber wegen denen ist das Wort derart negativ besetzt und alle tun sich so schwer, sich als Alkoholiker zu sehen/akzeptieren. Und deshalb wird oft erst zu spät angefangen, über Hilfe nachzudenken ...
    "Ich kann ja kein Alkoholiker sein - ich sitze ja nicht auf der Straße, ich trinke ja nur die guten Sachen und nicht nur die billige Plörre, gehe ja (noch) arbeiten ..."
    Alkoholiker finden sich in allen gesellschaftlichen Schichten - und nicht nur im Penner-Milieu ...

    Dem kann ich mich nur anschließen ... :sun:

    Betty
    Bei dem Bild kriegt man Lust, sich auch irgendwo auf eine Bank zu setzen und die (noch angenehm) warme Sonne zu geniessen und die Natur zu beobachten, wie alles grünt und blüht und spriesst ... Danke!

    Hallo, Nicole!

    Viel mehr als meine Vorschreiber kann ich Dir auch nicht mehr sagen.

    Nur - als selbst Betroffener, als Alkoholiker, kann ich Dir nur nochmal eindringlich bestätigen, was sie Dir schon geschrieben haben: Das Einzige, was Du tun kannst, ist, FÜR DICH zu sorgen! Du kannst Deine Mutter so oft "stupsen" mahnen, bequatschen, bedrängen, ihr "die Pistole auf die Brust setzen" wie Du willst - solange sie selbst es nicht will, erreichst Du nur, dass Du Dich selbst immer mehr aufreibst, kaputt machst und selber vor die Hunde gehst.

    Und dass Deine Mutter derzeit nicht den Willen hat, irgend etwas, nicht einmal ein klitzekleines bißchen zu ändern ...

    Heute habe ich kurz mit ihr telefoniert...sie war stark betrunken und ich habe ihr zum x-ten Mal gesagt, dass sie aufhören muss. Ihre Antwort: "Ich trinke nur Wasser und Kaffee. Das ich so komisch rede, liegt an etwas Anderem!" Auf meine Frage an was es denn läge, fiel ihr nichts ein.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich Dir auch nur sagen: Je mehr Du sie drängst

    Zitat

    dass sie aufhören muss

    - um so mehr wird sie auf KONTRA schalten. So habe jedenfalls ICH reagiert.

    Auch wenn es hart klingt, aber - lass sie los! Kümmere Dich nicht um sie - sie ist für sich selbst verantwortlich. Kümmere Dich um DICH!
    "Gesunder Egoismus" (hier habe ich mal meine Gedanken dazu aufgeschrieben) ist nicht nur etwas für uns Betroffene - sondern m.E. auch für Angehörige. Für Jeden.
    Denn wenn Du zerbrichst, kannst Du NIEMANDEM mehr helfen.

    Und wenn Deine Mutter irgendwann doch den Entschluss fassen sollte, etwas in ihrem Leben (ernsthaft) ändern zu wollen, kannst Du ihr immernoch zur Seite stehen - denn dann hast Du noch Kraft.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Nicole, und Herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken und in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    Und wie proky schon schrieb: Wenn Du Fragen hast - immer raus damit! :)

    Gruß
    Greenfox

    Ich finde, das ist ein sehr guter Hinweis für eine klare Kommunikation.

    Stimmt eigentlich. Aber man kann es - wie so Vieles - auch übertreiben. Ich habe es oft genug erlebt (teilweise auch bei mir selbst), dass die Leute zwar etwas von sich erzählen wollen, aber - wenn sie ständig mit "Wer ist man? Und uneigentlich ...?" unterbrochen werden, vollkommen dicht machen.
    Es gibt auch so etwas wie "allgemeinen Sprachgebrauch" und wenn jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird ...

    Vom Grundsatz her ist es schon richtig, dass man (ich/jeder) genauer überlegt, was man (ich/jeder) sagt. Aber es ist wie mit der Genderitis ... oder wie mit Allem: Augenmaß ist wichtig.

    Hallo, Charly!

    Herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon ein paar Jahre trocken und in der Suchtselbsthilfe unterwegs.
    Auch ich war damals Single und vermeintlicher Genusstrinker (so hätte ich mich jedenfalls eingeschätzt). Und auch ich habe ähnliche Argumente ::) wie Du gebraucht: habe doch alles im Griff, es gibt Andere, die viel mehr saufen, kann ja auch Mal ohne, etc pp blabla ...

    Ja, und dann ging es "plötzlich" nicht mehr ohne Trockenzeiten, dann kam ich ins schlingern. Und zwar mächtig. Dann bräuchte ich im Endeffekt mehrere Anläufe, um aus diesem Sumpf der Sucht - wo ich früher immer dachte, dass MICH das nie erwischen kann - wieder rauskomme.

    Aber das war MEIN Schicksal. Lies Dich hier erstmal durch und schau selbst, was zu Dir passt.
    Ansonsten empfehle ich Dir noch unsere Linksammlung und unsere "Literatur-Ecke" im Bereich "Selbstbild/Therapie" (Sorry, ich schreibe vom Tablet, deshalb kann ich es nicht verlinken). Dort finden sich viele weiterführende Informationen zum Thema.

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein herzliches Willkommen :welcome: hier im Forum!

    Ich bin 56, ebenfalls Alkoholiker und nun schon seit einigen Jahren trocken.
    Schön, dass Du für Dich feststellen konntest, dass es viel schöner ist, sein Leben selbst zu bestimmen als vom Alkohol bestimmen zu lassen 44.

    Auf einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, dona, und Herzlich Willkommen hier im Forum!

    Will kein neues Thema aufmachen aber weiss nicht ob du erlaubst meine Geschichte zu schreiben.

    Dies ist Cindy's Faden - daher wäre es besser, wenn Du Deinen eigenen aufmachst, wo Du Dich vorstellen und Deine Geschichte erzählen kannst.
    Dann kommen wir Anderen auch nicht durcheinander, wem wir denn nun antworten ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Charlotte, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Eins bist Du hier auf keinen Fall: Alleine :)

    Ich bin m, 56, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun schon einige Jahre trocken.

    Einige Tipps hast Du ja schon von meinen Vorschreibern bekommen. Deshalb empfehle ich Dir einen Blick in unsere Linksammlung sowie in die Literaturecke.
    Hier findest Du viele interessante weiterführende Links und Informationen, die Dir helfen (können), den weiteren Weg zu gehen bzw Dich zu entscheiden, welchen Weg Du gehen möchtest.

    Eins kann ich Dir aber sagen: es lohnt sich!

    Eine Frage habe ich aber noch:

    Mein HA weiss schon Bescheid und gestern war war ich auch bei ner Beratung bei den Lukaswerken, aber es ist echt verflixt, da passt nichts für ne feste Gruppe.

    Was meinst Du damit?

    Gruß
    Greenfox

    Feiertage ohne Alkohol ...
    Früher konnte ich mir zum Beispiel Silvester ohne Alkohol nie vorstellen - heute kann ich Dir sagen, dass es hervorragend geht. Und ich kann Dir heute noch erzählen, wie die Silvesternacht vor 6 Jahren verlaufen ist. Im Gegensatz zu früher, wo ich Dir an Neujahr nicht hätte sagen können, was in der Nacht zuvor abgegangen ist ...

    Freu Dich einfach drauf, Dein Leben nicht mehr nach dem Alkohol ausrichten zu müssen: besorgen, Vorrat schaffen, konsumieren ohne dass es andere mitbekommen, Flaschen entsorgen, Auto fahren mit/ohne "Rest"? ...

    Schön, dass Du wieder da bist. Und sehr gut, dass Du Dich durchgerungen hast, eine SHG auch tatsächlich mal zu besuchen.
    Und - es hat auch gar nicht weh getan ;)

    Ich habe mir erlaubt, Deine alten Beiträge mit Deinem jetzigen Account zusammenzuführen. Also nicht wundern :)

    Und was den Hausarzt angeht: bei mir war er auch bei einer Gruppe ganz normal zu mir, nachdem ich mich als Alkoholiker bzw trockener Alkoholiker geoutet habe. Nur hat er mir eben keine alkoholhaltigen Medikamente mehr verschrieben. Ich habe es übrigens ALLEN Ärzten gesagt. Das ist nicht nur wegen der Medikamente wichtig. Auch wenn mal eine (örtliche) Narkose nötig sein sollte, kann dies sehr wichtig sein, da Alkoholiker (und/oder Medikamenten-Abhängige) eine ganz andere Toleranz haben als "normale" Menschen.

    Gruß
    Greenfox


    Ich weiss ja nicht einmal, ob hier bei meinem Mann eine Sucht vorliegt, obwohl die Zeichen dafür sprechen. Allerdings in kleinen Mengen ohne schlimme Ausfälle. ...
    Hilfe, beim Schreiben wird einem manches klarer.... :o(

    Du versuchst es aber mit aller Gewalt, die Suchtprobleme Deines Mannes klein/schön zu reden ...

    Dietmar hat insofern Recht, dass man hier nicht von einer klassischen Suchtverlagerung sprechen kann. Dein Mann ist Mehrfachabhängiger und konzentriert sich nun eben auf ein/zwei andere seiner Süchte (Alkohol und Cannabis), da er ja gegen eine andere (Kokain) eine Therapie macht.

    Das ist wie bei Jenga: man zieht EIN Klötzchen aus dem Stapel und dann noch einen - bis der Stapel zusammenbricht.
    Sinnvoller wäre es, einen radikalen Schnitt zu machen.

    Aber das ist eine Kopfsache ... auch für Dich.

    Dann gibt nicht Deinem Partner die Schuld und tu etwas gegen Deine Sucht!

    Hallo und Herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 56 und ebenfalls Alkoholiker - allerdings nun schon einige Jahre trocken.
    Hast Du denn a) die Absicht, etwas gegen Deine Sucht zu tun und b) schon mal etwas unternommen?

    Ich empfehle einen Besuch bei einer Suchtberatung (ist anonym und kostenlos) und beim Hausarzt. Auch der Besuch einer SHG kann nicht Schäden, da Du dort aus erster Hand und direkt Tipps und Hinweise von Profis - nämlich Alkoholikern aller Ausstiegsstufen - erhältst.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Verve, und auch von mir ein verspätetes WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon ein paar Jahre trocken und in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    Du schreibst, Dein Mann macht derzeit eine Therapie wegen seiner Kokain-Sucht und die Kinder freuen sich über Euer neues Familienleben. Gleichzeitig beschreibst Du das typische Verhalten eines Alkoholiker - heimliches Trinken, verstecken, verharmlosen, abstreiten, Gegenvorwürfe ...

    Ich befürchte, dass mit der Therapie nur EIN Problem angegangen wird. Rekonvaleszent hat recht, wenn er sagt, dass Dein Mann Polytoxomane, d.h. Mehrfachabhängiger, ist. Und er verlagert eben jetzt als Ausgleich auf den Alkohol. Inwieweit auch auf das Cannabis nixweiss0 Das nennt sich Suchtverlagerung.

    Und aus meiner Sicht funktioniert das (die "Suchtverlagerung der Co-Abhängigkeit) bei Dir auch - denn Du suchst immer noch nach Gründen, warum DU vielleicht unrecht haben könntest, warum er vielleicht nicht anders kann ...

    Das solltest Du unbedingt mit Deinem Therapeuten besprechen und bearbeiten. Und: Ich rate Dir dringend, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu (be)suchen!! Dort kannst Du Dich direkt mit Menschen, die dasselbe wie Du durchgemacht haben bzw machen, austauschen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Kraft und weiterhin einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    wäre ehrlich nie auf die Idee gekommen dass mir so etwas passieren könnte.

    Das glauben leider Viele in vielerlei Hinsicht, dass ausgerechnet sie immun sind - und dann ist das Gejammer groß ...

    Das soll jetzt weder gegen Dich, Liv, oder Chelsea oder ... sein. Nur so allgemein.

    Wie oft wird vor den Gefahren des kalten Entzugs gewarnt - jetzt hat es jemanden erwischt, der zum Glück noch davon berichten kann.
    Abgesehen davon: Wie oft wurde/wird vor den Gefahren des Alkohols gewarnt ... ;) Ich habe auch nicht gehört.

    Ich hoffe, Du schaust doch noch hier rein, auch wenn Du Dich schon wieder abgemeldet hast (Warum eigentlich nixweiss0 ):

    Ich habe es auch nicht beim ersten Anlauf geschafft. Aber ich bin dran und aktiv geblieben! Und nun bin ich doch schon elf Jahre trocken - hätte ich damals auch nicht geglaubt.

    Hallo (again), Sonja!

    Planst Du mal wieder, etwas zu tun - oder tust Du zur Abwechslung auch mal etwas? Denn unsere (zumindest meine) Empfehlungen sind nach wie vor die selben: GEH zu einer Suchtberatung, GEH zu einer Selbsthilfegruppe, MACH etwas - und rede nicht nur!

    Es ist nur ein Märchen, dass der Berg zum Propheten gekommen ist!!
    Oder warst Du tatsächlich - wie von Dir damals"angedacht" - mal in einer SHG? Irgendwie habe ich meine Zweifel :sorry:

    Gruß
    Greenfox