Beiträge von Greenfox

    sorry, dass ich mich erst so spät melde. Das Wichtigste zuerst: Ich trinke immer noch nix. 🙂

    Ich habe eine Ahnung wo es herkommt: Es hat mit meinen Depressionen zu tun. Wenn ich die gut manage, dann habe ich auch keine Probleme mit dem Alkohol.

    1. SEHR gut 44.

    2. Ich war schon "immer" der Meinung (bzw. wir in unserer SHG), dass Alkohol entweder die URSACHE von Depressionen ist (Ich habe Depressionen, weil ich trinke und ich trinke, weil ich Depressionen habe - war bei mir der Fall) oder aber, wenn diese tatsächlich die Ursache, das grundlegende Problem sind, der Alkohol eine Art Katalysator, ein exponentieller VERSTÄRKER ist. Und durch Abstinenz entweder die Depression verschwindet (wenn der Alk die URSACHE ist - war bei mir ebenfalls der Fall) oder aber wie bei Dir eingedämmt werden kann.

    Ich freue mich jedenfalls für Dich :heartBalloon:

    Gruß
    Greenfox

    Zitat

    Ich habe Fibromyalgie. Und eventuell noch Rheuma On Top

    "Man muss lernen, auch mal NEIN sagen zu können und nicht alles an sich zu reissen!" Das hat mein Therapeut damals zu mir gesagt. ;)

    Spaß beiseite.
    Auch wenn es, wie Du sagst und wie ich bei Mr. Google gelesen habe, nicht heilbar ist - manchmal ist es doch "beruhigend" (vielleicht das falsche Wort, aber mir fällt gerade kein anderes ein) zu wissen, WAS man hat und DAS man etwas hat. Und dass man sich nix einbildet.
    Ich konnte z.B. auch besser damit umgehen, als meine Kardiologin nach Jahren endlich festgestellt hat, dass ich gelegentliches Vorhofflimmern habe. Dachte schon, die Ärzte halten mich für einen Hypochonder.

    Um so schöner, dass Du nach wie vor etwas für Dich tust und das Nervengift weglässt - weiter so 44. :heartBalloon:

    Viele Grüße und alles Gute wikende091
    Greenfox

    Zitat

    Ich hab ja diesen ganzen Texten in den Zeitungen "dies und das passiert wenn sie für XYZ Wochen keinen Alkohol trinken" keinen Glauben geschenkt. Aber ernsthaft, genau das passiert. Und zwar verliere ich kein Wasser, wie bei einer schlechten Diät, sondern Körperfett lt. meiner Waage. Wie ich gelesen habe, fängt wohl als erstes die Leber an überflüssiges Fett an sich selber abzubauen.
    Möglicherweise passiert gerade genau das. Und wenn, dann wäre das echt ein krasser Benefit.

    Kleiner Fun-Fact: Es gibt nicht nur Experten, die den ganzen Tag Fake-News von sich geben!

    Übrigens sind auch wir, die wir schon etwas länger trocken/nüchtern/clean/sober (wie auch immer man es nennen will) Experten: Jede/r Einzelne! Und trotzdem kann es sein, dass die Ergebnisse in einzelnen Punkten abweichen und nicht alle Punkte so oder überhaupt eintreten.

    Das sollte Jedem/Jeder bewusst sein.

    Nichtsdestotrotz freue ich mich für Dich, dass es bei Dir geschehen ist :) 44.

    Zitat

    Aber im Alkohol muss ich mir jeden Tag sagen, ich bin schwer krank, wenn ich wieder trinke, sterbe ich. Ja man, und wenn meine Tochter kein oder zuviel Insulin nimmt, stirbt sie auch.

    Mich macht das deswegen so unsagbar wütend, weil da draußen so viele Menschen am leiden sind, wie ich auch, die aber einfach abgebürstet werden. Als wohl auch medizinisch-psychologisch, ich habs ja auch selber erlebt. Dann aber gegen Natalie Stüben wüten die genau diese Leute, zu Recht, abgreift.

    Ich red mich gerade in Rage, diese Altherrenliga gehört abgesetzt, wir sind 2023.

    Ich möchte Dir nur ein paar Worte dazu dalassen.

    Wen willst Du denn "absetzen"?? Ich habe damals bei meinem Ausstieg auch die verschiedensten Selbsthilfegruppen gesehen und erlebt, die mich entweder nicht angesprochen oder direkt abgestoßen haben. Aber auch einige, die mich berührt haben - und zwei von denen habe ich anfangs auch besucht. Und später auf eine reduziert, als ich mich stabil genug fühlte. Diese habe ich dann später jahrelang geleitet.
    Und bei uns wurde ähnlich an da Thema herangegangen wie hier im Forum - es war JEDER willkommen, auch wenn er/sie noch nicht weg vom Alk war. Einzige Bedingung: zum Treffen musste man NÜCHTERN erscheinen.

    Dem Einen gefällt es, wie bei den AA nur von sich zu erzählen und ansonsten den anderen zuzuhören, anderen mögen den Dialog. Der Eine mag strenge Regeln, andere "die lange Leine".
    Darum empfehle ich tatsächlich jedem, sich mehrere verschiedene SHG anzuschauen, um die richtige für sich zu finden.

    Nun zum ersten Teil des Zitats.
    Ich sehe es nicht so schwarz wie Du. Für mich ist es etwas, was ich im Hinterkopf habe - haben muss. Genau wie Deine Tochter. Ich denke mal, sie wird sich auch nicht täglich mit ihrer Krankheit geisseln, sondern hat gelernt, damit zu leben. Und genauso müssen wir es tun. Damit leben.
    Wir müssen uns zwar bewusst sein, welche Konsequenzen es hätte, wenn ... und sich darauf einrichten (Achtsamkeit), aber ansonsten kann man ganz normal leben.
    Du setzt Dich doch selbst unter Druck, wenn Du es so dermaßen stringend siehst - auch wenn es garnicht Deiner Meinung entspricht. Finde ICH jedenfalls.

    Ich habe es im Hinterkopf und setze eher auf Achtsamkeit. Vor allem mir gegenüber.
    Wenn ich merke, es geht MIR nicht gut und die Flasche taucht so langsam wieder am Horizont auf, dann schaue ich, wie ich das ändern und mir helfen kann. Und wenn ich mir wieder therapetische Hilfe suchen muss wie vor 2-3 Jahren.

    In den 15 Jahren meiner bisherigen Trocken-/Nüchternheit war beileibe nicht nur eitel Sonnenschein: Trennung, Scheidung, Krankheit etc.
    Aber mit Alkohol hätte ich das nicht meistern können. Und staubtrocken hätte ich mir auch gleich einen Strick nehmen können.

    Nein. Ich habe meine Krankheit akzeptiert und lebe mit ihr. So wie Deine Tochter weiß, was sie essen darf und was nicht und wann sie welche Medikamente nehmen muss, weiß ich, wass ich darf und was nicht. Und ich weiß, was ich WILL und was nicht. Thats it.

    Gruß
    Greenfox

    Da hat Reko völlig Recht!
    Wollte ich eigentlich auch schon schreiben, ist mir aber dann wieder untergegangen :(

    Gut, dass DU nicht nur dran gedacht, sondern es auch geschrieben hast, Reko 44.

    Hallo, Snowflake!

    Ich (m, 50, Alkoholiker, seit 15 Jahren trocken und davon ca. 12 Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs) hänge mich da mal kurz mit rein.

    Ja, es klingt fies und gemein. Aber, abgesehen von der Selbstfürsorge, nennt sich soetwas auch "Hilfe durch Nicht-Hilfe". Oder auch ganz einfach: konsequentes Handeln.

    Wir Süchtlinge können extrem gut manipulieren. Vor allem, wenn es darum geht, unseren Partnern Schuldgefühle für UNSER Handeln bzw. Nicht-Handeln einzureden.
    Und meist ist doch die (inkonsequente) Konsequenz aus dem immer wieder Scheibenhonig bauen, dass man uns trotzdem hilft. Und wenn man mit uns schimpft, naja, dann sagen wir eben das, was die anderen eben hören wollen - und wir können im Endeffekt weitermachen wie bisher. Yippieh!

    Was aber passiert, wenn man tatsächlich konsequent handelt? Beispielsweise so:
    "Ich habe gesagt, wenn Du wieder anfängst zu trinken - egal, ob heimlich oder unheimlich -, dann fliegst Du raus. Du willst nicht aufhören zu trinken - also such Dir eine neue Bude!" Optional: "Solltest Du Dir ehrlich Hilfe suchen, werde ich Dir helfen und Dich unterstützen, aber Du ziehst aus und darfst Dich ALLEINE ins Unglück stürzen! ICH stürze mich nicht mit hinunter!"

    Du kannst niemandem helfen, der sich nicht helfen lassen will. Aber Du kannst ihm/ihr deutlichst erklären, wie es DIR damit geht und die Konsequenzen aufzeigen, was passiert, wenn er/sie sich nicht helfen lässt - dass Du nämlich DICH dann schützen musst und wirst.

    Und diese Konsequenzen muss man dann aber auch durchziehen - so hart das vielleicht auch anfangs sein mag. Denn sonst ist das eine Teufelsspirale, die immer weiter abwärts führt - für BEIDE.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Vorab kurz zu mir: Ich bin 60, m, Alkoholiker, seit knapp 15 Jahren trocken und davon ca. 10 Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs, lasse es in letzter Zeit allerdings ruhiger angehen.

    Beziehungen zwischen 2 abhängigen Menschen werden nicht zu Unrecht als äußerst problematisch angesehen, zumal, wenn einer von Beiden noch nicht den Absprung geschafft hat. Ich habe leider selbst miterleben müssen, wie Gruppenfreunde von ihren noch trinkenden Partnern in den psychischen Abgrund gerissen/getrieben wurden.

    Deshalb weiß ich nicht, ob ich Dir wirklich gute Ratschläge geben kann. Denn ich denke, Du weisst sehr gut, dass nur sie alleine für ihr Leben verantwortlich ist.

    Genauso, wie nur wir alleine für uns und unsere Gesundheit, unsere Abstinenz verantwortlich sind. Und dafür braucht es eine ordentliche Portion "Gesunden Egoismus":

    Zitat

    Eine gute Portion Egoismus ist wichtig. Für das „Warum?“ habe ich letztens ein gutes Beispiel gelesen:
    Die Meisten von uns sind schon einmal geflogen. Vor dem Flug erklären die Stewardessen die Sicherheitsregeln. Und eine besagt: Bei Druckabfall solle man sich zuerst (!) die aus der Decke fallende Sauerstoffmaske überstülpen und erst dann schauen, ob die Nachbarn Hilfe brauchen.
    Warum egoistisch sein und zuerst an sich denken? Nun, wer am Ersticken ist, hat keine Kraft, anderen zu helfen. Erst wenn es uns gut geht, haben wir die Kraft, für andere da zu sein.

    Also nimm es mir nicht krumm, wenn ich Dir sage: Pass auf DICH auf! Schau, wie es DIR geht und kümmere Dich um DICH!

    Vor ein paar Jahren war ich auf Grund privater Turbulenzen in einem psychischen Tief (Ja, auch trotz Abstinenz gibt es nicht nur eitel Sonnenschein). Und da ich für mich bemerkte, dass die Flasche wieder am Horizont auftauchte, habe ich mir therapeutische Hilfe gesucht - BEVOR sie in greifbare Nähe rückte. Mittlerweile ist zwar nicht alles wieder rosarot, aber die Flasche hinter dem Horizont verschwunden.
    Und sollte sie wieder auftauchen - dann hole ich mir wieder Hilfe.

    Achso - ich bin übrigens mittlerweile geschieden und die Turbulenzen damit beseitigt. Aber das war MEIN Weg.

    Gruß
    Greenfox


    Ich selbst wusste, dass ich „riskanten“ Konsum betrieb, aber was das wirklich bedeutete, war mir eigentlich gar nicht klar oder ich hab’s nicht wahrhaben wollen. „Riskanter Konsum“ bedeutete für mich nämlich, dass ich noch weiter machen darf. Längst aber kreisten meine Gedanken um den Alkohol.

    Das war auch mein Strohhalm - "riskant" heisst noch nicht, dass man aufhören muss/sollte. Deshalb habe ich ja auch (mich selbst) bei jedem Selbsttest dahingehend beschissen, dass ich meinen Konsum niedriger angegeben habe, als er tatsächlich war.
    Und wenn doch mal rauskam, dass ich "abhängig" wäre und eine Beratung aufsuchen sollte - dann war dieser Test NATÜRLICH Schwachsinn und Scharlatanerie.
    Nur, das wollte doch niemand hören - ich habe den Test doch nur für mich gemacht ...

    Hier mal ein Zitat aus einem Interview, das ich gefunden habe:

    "Gibt es den risikofreien Alkoholkonsum?

    Am Wochenende habe ich eine halbe Flasche Weißwein getrunken, verteilt auf zwei Tage. Ist das schon eine gesundheitsschädliche Menge?

    Dr. Helmut Seitz: Es gibt inzwischen gute Daten, die zeigen, dass jeglicher Alkoholkonsum schädlich ist. Risikofreien Alkoholkonsum gibt es also nicht, aber risikoarmen. Je mehr sie trinken, desto schlimmer. Um im risikoarmen Bereich zu bleiben, sollten Frauen nicht mehr als 1/8 Liter Wein pro Tag trinken, für Männer gilt die doppelte Menge. An mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche sollte man generell ganz auf Alkohol verzichten.

    Gelten die Angaben für alle Menschen gleichermaßen, unabhängig von Alter und körperlicher Fitness?

    Frauen reagieren empfindlicher auf Alkohol als Männer, wobei die Gründe noch nicht ganz klar sind. Generell hat jeder Mensch ein anderes Risiko im Umgang mit Alkohol. Für manche Menschen ist schon diese geringe Menge nicht risikoarm. Zum Beispiel für Frauen, die eine genetische Veranlagung für Brustkrebs haben. Die Brust reagiert besonders empfindlich auf Alkohol und danach richten sich auch die meisten Empfehlungen. Das Mammakarzinom ist aber nur eines von sieben Karzinomen, die durch Alkohol stimuliert werden. Generell gibt es 200 Krankheiten, die durch Alkohol verursacht oder verschlechtert werden können. Menschen mit bestimmten Vorerkrankung, zum Beispiel eine Lebererkrankung, Reflux-Ösophagitis, entzündliche Darmerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Rhythmusstörungen oder hoher Blutdruck müssen mit Alkohol besonders aufpassen. Und es gibt Faktoren, die das Risiko mit Alkohol deutlich erhöhen. Rauchen und Alkohol ist die schlechteste Kombination, die es gibt für die Entstehung von Krebs und Lebererkrankungen.

    Finden Sie den gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol in Deutschland problematisch?

    Ja, wir haben einen hohen Alkoholkonsum in Deutschland, pro Kopf etwa zehn Liter reinen Alkohol im Jahr. Zum Vergleich: Die Italiener trinken zwei Liter weniger. Auch die mangelnde Akzeptanz gegenüber Menschen, die keinen Alkohol trinken, ist ein Problem. Deutschland nimmt auch in anderen Bereichen Spitzenpositionen ein: Es gibt zwei Millionen Alkoholiker, weitere drei bis vier Millionen Menschen trinken schädliche Mengen Alkohol. Die Folgekosten durch Alkoholkonsum in Deutschland belaufen sich auf mehr als 50 Milliarden pro Jahr und es sterben jedes Jahr 70.000 Menschen an den Folgen von Alkohol. Das ist mehr, als im ersten Jahr der Pandemie an Corona gestorben sind."


    Bei mir war das Ziel: Ich will nicht mehr abhängig trinken, aber ich will auch nicht in der Angst leben, dass mich selbst geringste Alkoholmengen wieder zwangsläufig in die Abhängigkeit treiben. Deshalb suchte ich einen anderen Weg als den der totalen Abstinenz.
    Ich bin davon überzeugt, dass kein Rückfall passieren kann, wenn der eingeschlagene Weg der Weg ist, der zu mehr Lebensfreude führt.

    Hat bei MIR nicht funktioniert. Und Du, lieber Bassmann, bist bisher auch der von mir erwähnte Einzige, den ich kenne, bei dem es offenbar so funktioniert.

    Übrigens schön, mal wieder etwas von Dir zu hören/lesen wikende091


    Ich hatte Schiss vor Karneval mit dem Aufhören anzufangen weil wir als Grüppchen das Wochenende gemeinsam mit jeder Menge Bier und harten Sachen verbringen. ... habe ich mich spontan dazu bekannt mich ans Wasser zu halten und seitdem ist der Knoten geplatzt. Ich freue mich jetzt auf dieses Wochenende und verspüre auch kein Verlangen auf mein Wasser zu verzichten.

    Als ich DAS gelesen habe, schossen mir sofort 2 Gedanken durch den Kopf:
    1. RESPEKT, Dich ausgerechnet jetzt zu outen 44.
    2. Hoffentlich hast Du eine Exit-Strategie!! Denn wenn der Alkohol in Strömen fliesst und die Leute zu Mr. Hyde mutieren ... entweder wirst Du Dich als nüchterner Mensch mega unwohl fühlen und nur noch weg wollen - oder über kurz oder lang die Entscheidung treffen, erst nächste Woche aufzuhören.
    Und die bessere Alternative wäre, Du weißt, wie Du ganz schnell dort weg kommst - und zwar OHNE Verabschiedung und Erklärungen (reine Erfahrungswerte!).

    Und was Alan Carr anbelangt ... naja.
    Bassmann ist der einzige Mensch, den ich kenne, der es nach eigener Aussage mit AC geschafft hat, vom Alk wegzukommen. Mehr oder weniger. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die anderen sich in anderen Foren oder SHG nicht äußern oder überhaupt dort aufschlagen. Oder sich dort erst gar nicht äußern dürfen. Ich meine, ICH habe ja ziemliche Vorbehalte, bin aber trotzdem offen für andere Wege. Und auch hier bei uns im Forum sind wir ziemlich tolerant. Oder?
    Aber wenn ich so einige andere SHG/Foren sehe :o
    Egal, ICH bin nach wie vor der Meinung, dass es einfacher und stressfreier ist, sich für den endgültig alkoholfreien Weg zu entscheiden, als kontrolliert ab und zu mal etwas trinken zu wollen.


    Wenn das ok ist, lese ich hier aber weiter mit. Falls gewünscht geb ich auch gern ab und zu ein Update, wie es so läuft mit meinem „ich will heute nicht trinken“

    Wir können Dir nicht sagen, ob es Dir recht ist, wenn Du hier weiterliest und ob Du ein Update geben möchtest ...

    ... aber es würde uns freuen :) :welcome:

    Das ist u.a. der Grund, warum ich mich für "meine" SHG entschieden habe, nachdem ich mir hier in Berlin damals 14 Tage lang jeden Tag eine andere angeschaut habe: der Verein ist nicht so dogmatisch wie viele andere. Er ist nicht an eine Profession gebunden (bin sowieso Atheist), man ist nicht nur als Hardcore-Alki, sondern auch als Soft-Alkoholiker (zähle jetzt Dich mal dazu ;) ) oder auch nur als interessierter Mensch willkommen. Letztere waren meist in Form von Angehörigen vertreten. Nicht viele, aber immerhin.
    Und ob man nun sagte "Ich bin Alkoholiker!" oder nicht, blieb jedem selbst überlassen (mir hat das laut aussprechen geholfen, es zu akzeptieren).
    Und auch, ob man schon "trockengelegt" war oder erst auf dem Weg dorthin - es gab nur eine einzige Regel, die es nach Möglichkeit zu beachten galt: Zu den Gruppentreffen sollte man nüchtern erscheinen! Es stört doch gewaltig, wenn jemand mit sich kämpft und es sitzt ein anderer mit Fahne daneben! (Auch wenn keiner kämpft, stört es)

    So, wie Du nur mit passenden Schuhen vernünftig laufen kannst, so kannst Du auch nur mit einer zu Dir passenden SHG Dein Problem erfolgreich und dauerhaft angehen - sonst wird es nur eine Qual.

    Gruß
    Greenfox


    Ich zermartere mir den Kopf, aber ich komme auch nicht drauf, was der Auslöser sein könnte.

    VIELLEICHT könnte ich Dir dafür einen Anhaltspunkt geben. Einen, der es damals bei mir war und den Du ja - zumindest noch im Januar - partout nicht sehen willst/wolltest:

    Zitat

    Und zum Thema alkoholfreies Bier. Da trinke ich hin und wieder maximal zwei Flaschen. Die trinke ich dann ja auch nicht wegen der Wirkung, sondern wegen des Geschmacks. Da habe ich auch keine Probleme auch wieder aufzuhören. Das war bei "richtigem" Bier anders. Einmal angefangen gab es kein Halten mehr.

    Ich habe es damals auch nur wegen des Geschmacks getrunken - und eben wegen der nicht vorhandenen Wirkung.
    Aber da gibt es etwas, das einfach nicht vergisst und sich dann immer wieder mal meldet - das Suchtgedächtnis.
    Und wenn dann so ein lecker Bierchen angerauscht kommt, dann freut es sich. Aber dann ... kommt nix weiter nixweiss0 Also meldet es sich bei Dir nach dem Motto "Suchtgedächtnis an Just4Fun73":
    "Sag mal, Freundchen - WILLST DU MICH VERARSCHEN?? >:( >:( DA FEHLT DOCH WAS! WO BLEIBT MEIN RAUSCHGEFÜHL?!? Komm, mein Freund - nur EIN kleines richtiges Bier. Kannst mich doch nicht so veralbern ..."

    Und das Suchtgedächtnis kann verdammt hartnäckig sein.

    Das ist z.Bsp. MEIN Grund, warum ich kein alk-freies Bier trinke. Ich mochte den Geschmack und habe damals auch versucht, es anstatt dem "richtigen" zu trinken - hat aus den o.g. Gründen nicht funktioniert. Ergo ...

    ... muss jeder für sich selbst entscheiden, was er tut.

    Gruß
    Greenfox


    Schade, denke, man kann hier auch schreiben, wenn man es nicht packt.

    Gerade dann SOLLTE man ... Kann mich noch gut an mein Gedanken-Karussel erinnern: "Schon wieder nicht durchgehalten, bist doch so ein Loser, zu nichts zu gebrauchen ..."
    Da kann man gut Unterstützung gebrauchen - wenn man sie denn trotzdem noch will, aber sich eigentlich nicht traut, daanach zu fragen.

    Erstmal DANKE für das Update.

    Meine Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich dieses hier las:


    Nach meinem Entschluss mit dem Alkohol auszusetzen im April`22, kam wieder ein Wochenende an dem ich mal ein paar Bierchen trinken wollte. Ich weiß nicht mehr aus welchem Anlass aber was ich weiß ist, daß ich seitdem wieder voll drin bin mit meinen 5 Bier am Abend und am Wochenende sind es auch ein paar mehr. Als ich dann nach unserem Winterurlaub und täglich mehr wie 5 Bier (War ja Urlaub :o ) wieder zu Hause war, hatte ich einen Ruhepuls der kaum unter 100 kam und einen Blutdruck von teilweise 170:109.

    klemme ich mir mal..

    Ich finde es ja schön, dass Du das so locker siehst


    Ich habe dann vor drei Wochen wieder nach dem Buch von Alan Carr aufgehört, von heute auf morgen und ganz locker keinen Alkohol zu konsumieren. Ich möchte jetzt nicht wieder anfangen weil es mir total gut geht ... aber was ich immer noch nicht verstehe ist, das man das Gehirn nach einiger Zeit Abstinenz nicht wieder "resetten" und auf "0" setzen kann. Könnte man das mit Hypnose nicht hinbekommen?

    und auch so ganz locker wieder aufhören kannst.
    Wohin es Einen aber bringt, wenn man auf A.C. hört und sich einredet, dass es ja nur eine Kopfsache ist, hast Du auch gesehen.
    Wenn es nämlich wirklich so einfach wäre und eine reine Willens-/Kopfsache wäre, um mit einem Suchtmittel aufzuhören, dann würden die ganzen Kliniken reihenweise schließen und es auch so gut wie nie zu irgendwelchen Rückfällen kommen.
    Oder nur bei Idioten wie mir.

    Natürlich gibt es Menschen, denen diese Methode hilft. Genauso, wie es Menschen gibt, bei denen es ausreicht, dass sie daran GLAUBEN, gesund zu werden. Aber hierbei kommt es auf die Krankheit und da wiederum auf das Stadium bzw. die Schwere an.
    Und es hilft beileibe nicht immer.
    Bei meinen Gesprächen in den Krankenhäusern, SHG und Treffen der Sucht-Selbsthilfe-Tagungen habe ich bisher noch nicht EINEN Menschen getroffen, der nach dieser Methode jahrelang trocken/clean geworden ist oder tatsächlich in der Lage war, kontrolliert nur sehr mäßig zu trinken.
    Da ist mir nur hier im Forum einer begegnet. Thats it.

    ICH habe für mich festgestellt (und auch, dass die meisten anderen Betroffenen dies für sich letztendlich so fanden), dass es einfacher und kräftesparender ist, sich einzugestehen: "Ja, der Alkohol hat die Oberhand über mein Leben und bestimmt, wo es lang geht, sobald er nur die kleinste Chance bekommt. Also gebe ich ihm keine Chance mehr. Gar keine. Punkt."

    Und noch einfacher wird es, wenn man darauf verzichtet, auseinanderklabüsern zu wollen, ob man nun physisch oder "nur" psychisch oder physisch und psychisch abhängig ist. Wenn man es mathematisch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringt, dann steht da: "man ist ... abhängig" - und die Punkt kann man ruhig streichen.

    Egal, mach wie denkst Du.
    Wollte nur meine Gedanken dazu mal dalassen.

    Und vorschlagen, Dir vielleicht doch eine Strategie für die Zukunft zu überlegen. Falls Du länger als eine Schwangerschaftsperiode überstehen willst.

    Gruß
    Greenfox


    Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, wann ich es gut schaffe und wann Rückzug besser ist.

    Ich habe gerade gesundheitlich ein paar Dinge abzuklären und warte noch auf eine konkrete Diagnose. ... Mich zum Opfer einer Erkankung machen ist nicht (mehr) mein Ding. Da hilft mir die Nüchternheit auch - insofern ich den Gedanken ja auch auf die Alkoholabhängigkeit anwende und auf andere Erkrankungen wunderbar übertragen kann.

    Das finde ich sehr wichtig für ALLE: Ohne Alkohol geht es uns nicht plötzlich "super gut" und wir haben auf einmal keine Probleme - egal ob gesundheitlich oder privat oder beruflich oder sonstwie - mehr. Aber NÜCHTERN können wir alle Probleme auch nüchtern und rational angehen und somit besser lösen. Auch wenn wir sie nicht immer lösen können - aber so ist halt das Leben.

    Weiterhin alles Gute wikende091
    Greenfox

    Hallo, Thomson!

    MEINE Sicht auf Dein "Problem":
    In dem Moment, da Du Dir diese Frage stellst, hast Du sie Dir eigentlich schon selbst beantwortet. Genau wie mit dem Alkohol, ob Du zuviel trinkst.
    Natürlich kann es für manche Menschen SEHR gut sein, täglich eine SHG zu besuchen. Meist "Hardcore"-Alkoholiker, die stark mit dem Entzug und/oder sich selbst zu kämpfen haben.
    Oder die starke Selbstzweifel haben.

    Jeder muss für sich selbst die Frequenz finden, die ihm hilft UND die er bewältigen kann. Jemand, der schon seinen Job verloren hat, kann natürlich öfter zu einem Treffen gehen als jemand, der noch im Berufsleben steht.
    Solltest Du meine Geschichte in den Vorstellungen gelesen haben, dann weißt Du, dass ich zu Beginn meiner jetzigen Trockenzeit 2x die Woche zu einer SHG gegangen bin und außerdem noch 1x/Woche zu einem Therapeuten. Weil ICH es so wollte, weil ich das Gefühl hatte, es zu BRAUCHEN. Erst als ich mich stabiler fühlte, habe ich diese Frequenz reduziert.

    Wenn es Dir zuviel wird, dann reduzier es. Vielleicht auf 2x/Woche. Steigern kannst Du es immer wieder, schließlich weißt Du ja jetzt, wo und wann die Gruppen stattfinden.
    Aber wenn Du es "übertreibst" und es Dir zu viel wird, wirst Du es irgendwann schleifen, dann ganz bleiben lassen und irgendwann die Fragen stellen, warum Du Dir überhaupt Sorgen gemacht hast ...

    Nur mal interessehalber eine Frage: Welche Gruppe besuchst Du, die täglich stattfindet? Ich kenne da nur die AA. Oder fährst Du täglich zu einer anderen Gruppe? Das ist natürlich auch stressig.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Britt!

    Schön, mal wieder von Dir zu hören/lesen wikende091

    Das ist eine gute Frage, die ich aus heutiger Sicht ganz klar mit JA beantworten kann.
    Irgendwie scheint es ja so, dass wir "unsere Leute" erkennen - wenn ihr wisst, was ich meine. So bin ich auf einen Kollegen aufmerksam geworden und habe ihn erst eine Weile beobachtet, schon um es für MICH zu klären, dass ich ihn nicht fälschlich "verdächtige". Aber als ich dann zwei Mal eine Fahne bei ihm roch, habe ich ihn beidseite genommen und ihm gesagt, was ich denke. Und ihm MEINE Geschichte in Kurzform erzählte - damit er weiß, dass ich weiß, wovon ich rede. Und dass ich auch wirklich zu seinem Chef gehe, wenn er sich nicht selbst an ihn und/oder an den Sozialdienst wendet.
    Erst hat er sich gewunden wie ein Aal - aber dann hat er es gemacht. Heute ist er 3 Jahre trocken 44.

    Aber das ist nur EIN Beispiel. Kann natürlich auch anders ausgehen. Und letztendlich muß es jeder mit sich selbst ausmachen, ob er sich in der Lage fühlt, andere auf ihren möglicher Weise kritischen Konsum anzusprechen. Das fällt auch mit unter Selbstschutz - nicht, dass man sich selbst dadurch irgendwie triggert.

    Gruß
    Greenfox