Beiträge von Greenfox

    Ich habe mir mal erlaubt, diese Diskussion von Minza's Thread abzutrennen.


    Und wie kannst du mir jetzt helfen? Gar nicht. Es ist dein eigenes privates Leben, ob du den oder den kennengelernt hast, im Laufe deines Lebens. Ich möchte keine Diskussion anfangen, weil ich nicht unbedingt gern der Streitmensch bin. Es geht auch nicht um Rechtfertigung. Es geht darum, diesen "Teufel Alkohol" so erfolgreich wie möglich in die Enge zu treiben, sodass er nicht mehr schaden kann.

    Weiß ich nicht, dann sind viele keine wirklichen "Alkoholiker", die hier schreiben, sondern einfach nur befürchten, dass sie es wirklich werden.

    Meine ganz persönliche Meinung ist, dass DU überhaupt nichts verstanden hast.
    Und ich habe das Gefühl (zumindest kommt es bei mir so an), dass Du hier schreibst, nachdem Du Dir Deine "Argumente" aus Deinen täglichen 1,5 Flaschen Wein geholt hast - denn anders kann ich nicht nachvollziehen, dass Du Menschen, die sich hier schon lange engagieren, so über den Mund fährst und zusammenhangloses Zeug schreibst.

    Man kann sich nicht zu schütten mit einem Wein, der 30- 80 Euro gekostet hat. Wäre zu teuer. Die Summe würde folglich nicht nur körperlich weh tun sondern auch finanziell.

    Da es nicht Dein, sondern Minza's Thread ist, möchte ich nur ganz kurz darauf eingehen: Ich habe in meinem Beruf Menschen kennengelernt, die haben mit dem 100-Euro-Wein in der Nobel-Villa angefangen - und knapp anderthalb Jahre später ihr Tetrapack auf der Platte gesüffelt …
    So viel zu "Man kann nicht …" - Hochmut kommt vor dem (alkoholbedingten) Fall.

    Das Problem ist dabei (meiner Meinung nach jedoch nicht die Sucht von Alkohol --> so geht es mir jedenfalls) sondern manchmal die Suche nach Selbstkontrolle und inneren Wünschen. Alkohol kann angenehm sein. In Gesellschaft ein bis zwei Gläser --guten-- Wein oder Sekt, alle paar Monate, im Restaurant oder bei einer kleinen Familienfeier. Manchmal darf man sich auch besaufen. Aber das sollte sich meiner Meinung nach auf ein bis zwei Mal im Jahr beschränken, mehr nicht. ... Es kommt nämlich auch darauf an, was man trinkt und vor allem, in welch einer Gesellschaft.
    ...
    Alkohol kann zur Gewohnheit werden. ... Weil ich darüber Aggressionen habe und auch auslebe. Ich bin aber immer offen damit und man muss kämpfen. Wenn man merkt, dass man in Versuchung gerät, dass es zu viel werden kann, muss man sich eine Barriere bauen und sich daran (emotional und auch psychisch) erinnern, wie es war, als man diesem Fluch noch nicht Untertan gewesen ist . Am besten ist man redet sich ein "die Versuchung und die Gleichgewichtsstörungen" kommen von einem grippalen Infekt.

    nixweiss0
    Heisst das jetzt, Du warst/bist nicht süchtig, sondern hast nur schlechte Angewohnheiten? Und wenn man nur "guten" Alk in "guter" Gesellschaft trinkt, dann ... was?? Ist/wird man kein Alkoholiker?

    Guck mal HIER - und da ist es egal, ob es Wein aus dem Tetrapack für 79 Cent oder der Edel-Stoff für 300 €/Flasche ist. Der Inhaltsstoff ist entscheidend.

    Nämlich der, dass ich einfach nicht der Typ Mensch bin, der über seine Probleme spricht. Und dann noch in einer Gruppe. Also egal bei welchen Problemen. Ganz allgemein. Das war bei mir schon immer so, auch als Kind. Nicht, dass ich schüchtern bin (oder sonst Scheu vor Gruppen). Nein, ich kann gut mit Menschen kommunizieren, beherrsche auch Smalltalk, kann Vorträge halten usw. Aber eben nicht über meine Probleme sprechen. Deshalb tendiere ich zu diesem Punkt als Ursache.
    Aber ich werde weiter darüber nachdenken.

    Ich habe bisher noch keine Gruppe kennengelernt (und ich habe mir viele Gruppen angeschaut und kennengelernt), in der jemand gezwungen worden wäre, etwas zu sagen. Und in "meiner" Gruppe habe ich den Neuen auch immer gesagt, dass sie sich das Ganze erstmal anschauen, anhören sollen/können - und natürlich jederzeit auch etwas sagen können. Nämlich dann, wenn sie selbst dazu bereit sind.
    Manche haben ein, zwei Sitzungen gebraucht, bis sie "aufgetaut" sind - andere 10 Minuten.

    Also: einfach mal hingehen und es sich selbst anschauen. Vor allem: Mehrere verschiedene Gruppen anschauen (nach Möglicheit - auf Helgoland wikende091 gibt's nur eine Gruppe ;) ), um die für sich richtige, passende zu finden.

    Hallo, Minza, und herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon - nach mehreren Anläufen - seit über 11 Jahren trocken.

    Du hast geschrieben, dass Du es "nun aber wirklich" angehen willst - Glückwunsch! Wie Viele andere auch kann ich aus heutiger Sicht nur sagen, dass es damals meine beste Entscheidung ever war - und ich bin glücklich, happy und zufrieden trocken.
    Lass Dich von Rückschlägen nicht beirren: Wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

    Zunächst einmal ein paar kleine Lektüre-Tipps von mir hier im Forum: zum Einen unsere Linksammlung und zum Anderen unsere Bücher-Ecke.
    Hier findest Du viele weiterführende Infos und interessante Lektüre zum Thema ...

    Außerdem schreibst Du

    Vor einer Selbsthilfegruppe oder ähnlichem habe ich zuviel Scheu.

    Warum eigentlich?
    Die Menschen, die eine Selbsthilfegruppe (SHG) besuchen, tun dies nur aus einem Grund - sie haben dasselbe Problem wie Du. Selbst Menschen, die Du eventuell kennen könntest.
    Wo ist jetzt DEIN Problem? Weil Du Dein Problem nicht aussprechen KANNST - da Du stumm bist? Oder nicht aussprechen WILLST? Oder Du vielleicht keine Hilfe willst?

    Zum Thema "Selbsthilfegruppe - wozu eigentlich?" habe ich mal HIER meine Gedanken aufgeschrieben. Wenn Du Lust hast, kannst Du ja mal nachlesen. Aus MEINER Erfahrung jedenfalls kann ich jedenfalls nur jedem eine SHG empfehlen, der ernsthaft etwas gegen seine Sucht unternehmen möchte.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und Kraft für Dein Vorhaben sowie hier einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    In 9 Tagen sind es 2 trockene Jahre bei mir. Wahnsinn.
    Wenn mir das mal einer erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt.

    Ich hatte ein gesundheitlich nicht gerade top Jahr, ...
    Genau genommen wies ich gar nicht ob ich das Ganze im nassen zustand so gut hätte bewältigen können.
    Fazit: Shit happens, nüchtern oder besoffen.

    Schön zu lesen: 2 Jahre schon 44. Glückwunsch :heartBalloon:

    Ja, auch ohne Alkohol kann man krank werden. Aber irgendwie steckt man die Wehwehchen besser weg, habe ich so das Gefühl.
    Der Spruch aus "Elementary" gefällt mir. Holmes sagt übrigens Vieles in Bezug auf die Sucht, was ich ganz gut finde - da waren m.E. sehr gute Autoren am Werk, die sehr, sehr viel von der Materie verstehen.
    So z. Bsp. die Szene, wo Holmes sich zunächst weigert, seine Plakette für sein Einjähriges anzunehmen, weil es ihm nichts bedeutet, sie dann aber schließlich doch annimmt - weil es den Neulingen zeigt, dass es möglich ist, clean zu bleiben! Fand ich gut ...

    Ich wünsche auch Dir (und natürlich auch allen Anderen!!) stressfreie/-arme und harmonische Feiertage und einen gesunden Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr :snowmanDance:

    Gruß wikende091
    Greenfox

    Hallo, Katharina und herzlich Willkommen hier im FORUM :welcome:

    Wie gesagt - dies ist ein FORUM und keine Single- oder Kontakt-Börse. Wir tauschen uns HIER aus über unsere Erfahrungen und/oder unsere Gefühle in Bezug auf den Ausstieg aus der Sucht bzw. die Angehörigen bzw. …

    Ich selbst bin Alkoholiker und nun, nach mehreren Anläufen, schon etwas über 11 Jahre trocken. Das heisst, ich lebe ohne Alkohol - und vermisse NICHTS.
    Aber dieser Ausstieg ist mir nicht leicht gefallen und nur mit Hilfe gelungen.

    Hast Du schon mal daran gedacht, Dir Hilfe zu suchen, mal zu einer Suchtberatungsstelle zu gehen (ist anonym und kostenlos), eine SHG zu besuchen, etwas AKTIV zu unternehmen??

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Hubby45, und auch von mir ein herzliches WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon seit etwas über 11 Jahren trocken.

    Es ist gut, dass Du Dir Hilfe und Unterstützung suchst. Nicht nur für uns Betroffene ist es schwer, sich alleine aus dem Sumpf zu wühlen - auch für die Angehörigen ist es eine scheinbar unlösbare Aufgabe.
    Da hilft es schon, sich bei anderen Betroffenen bzw. Angehörigen Rat und Unterstützung zu holen.

    Hast Du schon mal daran gedacht, nach einer Angehörigen-SHG in Deiner Nähe zu schauen?

    Ansonsten empfehle ich Dir auch einen Blick in unsere Linksammlung und/oder unsere Bücher-Ecke.

    Ich hoffe, Du bekommst hier schon die Hilfe und Unterstützung, die Du benötigst. Sonst könntest Du Dich auch an eine Suchtberatungsstelle wenden - die sind nicht nur für "uns" Betroffene da, sondern eben auch für die betroffenen Familienangehörigen.

    Hier findest Du auf jeden Fall immer ein offenes Ohr und Austausch.

    Gruß

    Greenfox

    Ich kann Deine Beobachtung eigentlich nur bestätigen. Die ersten Monate meiner Abstinenz (so ca. die ersten anderthalb Jahre) habe ich auch nicht nur viel Wasser getrunken, sondern auch ständig eine Flasche Wasser mit mir rumgetragen. Und sobald ich auch nur den Hauch von Durst verspürt habe ... Von daher hatte ich (abgesehen von einem wirklichen Anfall von Suchtdruck) nie das Bedürfnis, saufen zu wollen.
    Und auch heute noch ist Wasser mit einem Schuß Zitrone mein Lieblings- und Hauptgetränk. Nur wenn ich mich nach einem großen Ereignis mal so richtig belohnen möchte - dann gönne ich mir ein schönes kühles Ginger-Ale ;D

    Nach neuesten Erkenntnissen zählt Kaffee übrigens nicht zu den entwässernden Getränken :)

    Außer meinen Eltern denkt niemand er sei Alkoholiker.

    Als ich mich damals geoutet habe, meinten auch Einige ganz erstaunt "Wie jetzt - so viel hast Du doch gar nicht getrunken!?!" Und ich konnte/musste dann immer wieder sagen "Ja, aber Ihr habt auch nur die Spitze des Eisbergs gesehen - und nicht, wie ich zu Hause war, wie mich meine Frau jeden Tag erlebt hat!"

    Und von daher gebe ich Massara völlig recht:

    Die Meinung anderer sollte uns eigentlich am Ar... Vorbeigehen schließlich müssen die ja nicht mit ihm zusammen leben.

    DAS ist doch das Ausschlaggebende!

    Was das mit den Emotionen angeht ist das eigentlich schon lange so, dass ich mich durch den Schleier Alkohol wie geschützt fühlte...die Realität halt nicht in den knall harten Neonfarben erleben zu müssen sondern eher in Pastellfarben. Es war für mich immer wie ein Zufluchtort...

    Es gibt da so einen Spruch, der mir sehr gut gefällt:

    "Alkohol und Drogen sind etwas für Weicheier - nur die Harten ziehen sich die Realität rein!"

    Negative Erlebnisse jedweder Art sind Schei...benhonig, ich weiß. Und sie können wunderbar immer und jederzeit als Ausrede herhalten.
    Bei mir war es zwar kein Missbrauch, trotzdem kam meine PTBS auch nicht von ungefähr. Und ich habe mich (trotz meiner Skepsis) auf meinen Therapeuten eingelassen - und zugelassen, dass er mir hilft.
    Und siehe da - zumindest bei mir hat es geholfen: ich kann wieder über die Probleme reden, ohne in Tränen aus- und zusammenzubrechen und ohne zur Flasche greifen zu "müssen". Nachdem ich diesen einen Schritt gegangen bin/gehen konnte - danach war es, als wäre der Magnet aus der Tasche verschwunden, der mich früher immer wieder im Kreis herumführte.
    Es war bei mir "nur" dieser kleine Schritt - der so sauschwer war: mich darauf einlassen, Hilfe zulassen. Und das nicht nur als Lippenbekenntnis.

    Du musst nur DEINEN Magneten finden - und wegschmeissen.

    Dass der post in ein "Epilepsieforum" besser aufgehoben ist, habe ich mir schon fast gedacht.

    Ich wollte die leute hier nur aufklären und warnen, wie ein kalter entzug ausgehen kann, bzw wie ein krampfanfall aussieht und ablaufen kann...

    Und eben DESHALB gehört es NICHT (nur) in ein Epilepsie-Forum, sondern (auch) HIERHER, in DIESES Forum!!

    Zitat

    Ich weiß nicht inwiefern ich Co Abhängig bin.

    Ich würde es so definieren: Indem Du SEINE Probleme über DEINE Belange stellst.

    Schau Dir nur mal an, wieviel Text Du geschrieben hast, um uns Betroffenen zu erklären, warum der Arme ja eigentlich gar nicht anders kann als zu trinken: schlechte Kindheit, zu viel Stress auf Arbeit, Schulden beim Finanzamt, die er ja sogar zurückgezahlt hat - und da kann man sich ja mal belohnen - und, und, und, und ...

    Sei mir bitte nicht böse - aber die "Argumente" hätten von mir sein können, um zu erklären, warum ich saufe.
    Im Übrigen glaube ich Dir sehr wohl, dass Du ihn liebst! Wenn da nicht diese eine, "kleine" Sache wäre ...

    Aber er kann ein noch so lieber, netter, arbeitsamer, positiver Mensch sein - Alkohol zerstört alles. Genau wie ein einziger kleiner Gallenenröhrling eine komplette hervorragende Mahlzeit ungeniessbar macht. Und genau das lese ich doch auch bei Dir heraus.

    Für mich ist "ihn verlassen" nicht unbedingt gleichbedeutend mit "ihn nicht mehr lieben". Man kann auch jemanden verlassen, WEIL man ihn/sie liebt.
    In diesem Fall z.Bsp., um ihn "zu wecken".
    Nebeneffekt: Du tust auch mal etwas für DICH - kannst etwas für Dich tun. Wie Dir Rat holen, SHG besuchen oder ähnliches ...

    Oh man, es tut mir leid, das lesen zu müssen. Eigentlich tut es mir immer doppelt leid: zum Einen wegen der traurigen Geschichte an sich, und zum Anderen wegen der immer wieder doch großen Vorhersehbarkeit ;(

    Aber leider fährt gar kein Zug mehr. Heute ist Tag X, an dem meine Welt zusammengebrochen ist, und ich weiß, dass ich nicht mehr mit ihm zusammensein kann

    Und wenn Du Dich mit dem Taxi erstmal in einen Nachbarort mit Bahnanschluß fahren lässt und Dich dort für eine Nacht in einem Hotel einquartierst, bis eine Zugverbindung besteht? Also einfach die von Dir beschlossene Trennung auch wirklich vollziehen - sozusagen auch offiziell für Dich. Und im Handy würde ich ihn erstmal blockieren, bis Du Dich stabilisiert hast ...

    Nun ist es schon 12 Stunden seit Deinem Eintrag her, wie ich gerade erst sehe (sollte mal meine Brille putzen). Wie hat sich die Situation seither entwickelt? Bist Du nun trotzdem weggefahren?

    Es ist doch immer wieder traurig, was die Sucht einerseits zwar bei den Betroffenen anrichtet, aber hauptsächlich bei den Angehörigen/Familien ...

    Auch von mir ein ganz herzliches WILLKOMMEN unter den Aktiven des Forums :welcome:

    Nach vielen Jahren des Saufens und mehreren Rückfällen bin ich nun auch schon über 11 Jahre glücklich von dem Zeug weg und trocken.

    Zitat

    Ich gehe regelmässig zur SHG, zu einem Suchtberater und einem Traumatherapeuten, mit dem ich zum aller ersten mal in meinem Leben meine Traumata aufzuarbeiten bereit bin. Ein Schritt, den ich niemals gedacht habe eines Tages gehen zu können. Ich habe vergangenes Jahr viel gelernt, trotz den kurzen Rückfällen bin ich weiter denn je…denn ich meine es ehrlich mit mir.

    Ich denke mal, DAS ist das Wichtig(st)e: Du bist bereit (der berühmte "Klick") - und ehrlich zu Dir selbst.
    So erging es mir auch vor etwas über 11 Jahren - plötzlich lief alles "ganz einfach" und funktionierte. Anfangs machte es mir sogar etwas Angst. Vor dem "dicken Ende", das ja noch kommen musste. Ist ja schließlich IMMER gekommen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls weiterhin viel Kraft, Elan - und hier einen guten Austausch!

    Gruß wikende091
    Greenfox