Hallo, Maria!
Als Erstes möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin 57, m, Alkoholiker, seit 12 Jahren trocken und seit ca. 10 Jahren in der Suchtselbsthilfe unterwegs.
Zunächst einmal Glückwunsch, dass Du etwas in Deinem Leben ändern und weg vom Alkohol möchtest.
Und dass Du um den Umgang mit Deinen Kindern kämpfst, ist mehr als verständlich.
Aber ich möchte Dich auch ein wenig auf den Boden der Tatsachen herunterholen:
Du bezeichnest Dich selbst als "trockene Alkoholikerin". Ehrlich jetzt? Du hast in 6 Monaten 3 Rückfälle gehabt und seither gerade mal 9 Wochen trocken!
Wobei ich die 9 Wochen keinswegs schmälern möchte - versteh mich bitte nicht falsch! Auch wenn ich nun schon ein Weilchen weg bin von dem Zeug, kann ich mich doch noch an die erste Zeit erinnern und weiß, dass sie nicht einfach war.
Aber Du bist m.E. erst auf dem Weg dazu, wirklich "trocken" zu werden. Und dieser Weg ist - wenn es Dir ernst ist und er nicht wieder über kurz oder lang in einem Rückfall münden oder enden soll - schwer und mit Arbeit für Dich und an Dir verbunden.
Und da solltest Du Dich nicht gleich wieder überfordern und jede Hilfe, die Du kriegen kannst, annehmen. Und Kinderbetreuung ist nunmal auch nicht sooo einfach - sie ist zwar schön (meist), bedeutet aber auch Arbeit und zusätzliche Belastung.
Abgesehen davon: Das Jugendamt ist involviert und Deine Kinder sind in therapeutischer Behandlung - das kommt ja nicht von ungefähr. Da muss ja Einiges vorgefallen sein.
Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen: einmal zerstörtes Vertrauen lässt sich nur sehr schwer und vor allem nur sehr langsam wieder aufbauen!
Warum kümmerst Du Dich nicht um Dich und um Deine weitere Genesung, um Deine Festigung, Stabilisierung? Damit und mit der Zeit beweist Du so Deiner Familie (und nebenbei auch dem Jugendamt), dass Du es ernst meinst, es Dir wirklich besser geht und Du irgendwann auch wieder stabil genug bist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Es jetzt schon wieder zu überstürzen bringt überhaupt nichts. Außer, dass Du Dich selbst in ein (selbst gebuddeltes) Loch stürzt und Gefahr läufst, wieder zur Flasche zu greifen.
Meine Kinder sind nach langer Ablehnung (knappe 4 Monate Funktstille zur Tochter) mittlerweile sehr zuversichtlich und leben meine Fortschritte mit mir.
Wieder aus eigener Erfahrung: Oft genug ist es die rosarote Brille des Betroffenen, der es ihn so sehen und glauben lässt. Andererseits versuchen die Kinder, nach außen die heile Welt wiederherzustellen - obwohl sie innerlich ziemliche Schäden davongetragen haben.
Nochmals mein Rat: Lass es ruhig angehen! Kümmere Dich um Dich! Denn wenn es DIR (wirklich) gut geht, strahlt das auch nach außen aus - und alles Weitere ergibt sich von alleine.
Gruß
Greenfox