Beiträge von Greenfox

    Hallo, Zelda!

    Also ich finde Deine Erklärungen aus Deinem Kopf überhaupt nicht arrogant, sondern nachvollziehbar.
    Außer das mit den SHG - das habe ich nicht wirklich verstanden

    Zitat

    Und Selbsthilfegruppen? Dort dürfte keiner einknicken, das würde in schwachen Momenten gefährlich für mich werden - vielleicht denke ich darüber nach, wenn ich gefestigter bin.

    Was meinst Du damit? "Dort dürfte keiner einknicken" nixweiss0

    Vielleicht kannst Du das ja mal in einem ruhigen Moment auseinanderklabüsern (Wenn es geht, mal mit einem Absatz im Text - liest sich einfach besser als so ein fortlaufender Fliesstext ;) )

    Und warum bin ich weit weg? Weil ich mit meiner Trockenheit früher angefangen habe als Du?
    Langsam, Schritt für Schritt - und plötzlich ist man ganz weit gekommen.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Muffina!

    Zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 57, Alkoholiker und nun schon seit 12 Jahren trocken.

    Was mir an Deiner Schilderung Bauchschmerzen macht, ist ganz einfach Folgendes:

    Seit 3 Monaten bin ich mit meinem Freund (36) zusammen. Ein toller Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben steht, einen guten Job hat, aktiv und sehr ordentlich ist. Ich kenne ihn schon seit mehreren Jahren von Partys und wusste da schon, dass er gerne mal über den Durst trinkt. Jetzt habe ich aber festgestellt, dass er fast täglich und insgesamt sehr viel trinkt.

    ich bin zunehmend besorgt. ... Inzwischen hat es sich so eingependelt, dass es etwa 2 Tage die Woche gibt, an denen er nichts trinkt. Dann gibt es 2-3 gesellige Abende (sei es über Zoom oder persönlich), an denen er sehr viel trinkt, damit meine ich 1 Flasche Wein oder mehr. Und vielleicht 2 Abende, an denen er "normal" trinkt (2 Gläser Wein).
    ...
    Inzwischen ist es so, dass ich schon permanent angespannt bin. Wenn ich zu Hause schlafe, habe ich Angst, dass er alleine trinkt. Wenn wir zu Freunden gehen, kann ich mich kaum freuen, weil ich weiß, er wird wieder viel trinken. Wir planen außerdem im Spätsommer zusammen zu ziehen und reden schon recht konkret über Zukunftspläne. Und ich habe einfach wahnsinnige Angst, dass es mehr wird und er abrutscht. Bzw. selbst mit seinem jetzigen Konsum kann ich mir eine Zukunft eigentlich nicht vorstellen.

    Ihr seid gerade mal 3 Monate zusammen, plant aber schon, zusammen zuziehen - und Du hast jetzt schon regelrecht Panik davor!
    Und ich als Alkoholiker kann Dir sagen: zu Recht! Denn m.E. wird es nicht besser werden. Natürlich kenne ich Deinen Freund nicht.
    Aber was Du über Deinen Freund schreibst, über die Trinkmengen und über sein Verhalten und dann das hier:

    Wir haben nun schon öfters darüber geredet und je nachdem, wie ich es anspreche und in welcher Stimmung er ist, sieht er es sein, dass er zu viel trinkt oder stempelt mich eben als "übertrieben" und stressig ab.
    ...
    Inzwischen hat er sich eine App runtergeladen, um seinen Konsum zu kontrollieren und hat festgelegt pro Woche nicht mehr als 12 Einheiten (d.h. 1 Flasche Bier/ ein Glas Wein...) zu trinken.

    … das sind für mich typische Verhaltensmuster eines Alkoholikers.
    Je nach Stimmung und Situation zugeben oder abstreiten = passt! Eine App zur Konsum-Kontrolle = passt!

    Insbesondere die App dient hauptsächlich der Beruhigung des Partners. Vielleicht funktioniert es sogar eine Zeit lang. Aber lies Dich mal zum Thema "Kontrolliertes Trinken" ein - es ist wesentlich leichter, komplett zu verzichten als die Menge zu kontrollieren (versuche mal, nur ein bißchen Sex zu haben - ist nicht einfach ;) ).

    Ich kann Dir nur raten: Überleg Dir gut und gründlich, ob Du Dich wirklich an ihn binden und mit ihm zusammen ziehen willst! Lies Dich hier ein wenig ein über Schicksale von Angehörigen.
    Und bestimmt werden sich hier noch andere Angehörige melden, die Deine Situation aus ihrer Sicht bewerten können.

    Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Kraft und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    Das klingt für mich, als ob seine Selbstfürsorge und sein gesunder Egoismus ganz oben stehen.
    Nein! Denn wenn ich alles akzeptiere, was er tut und er nur das tut, was ihm gefällt, dann mach ich doch genau das, wo mir alle abraten. Der gesunde Mittelweg wäre ne Lösung. Und da muss er, sowie auch ich, Kompromisse machen.

    Ich weiß nicht genau, ob er/Du/Ihr Beide überhaupt wisst bzw. Euch darüber im Klaren seid, was "gesunder Egoismus" eigentlich bedeutet.
    Das, was ich bei Dir so rauslese, ist purer Egoismus - das hat mit "gesund" nix zu tun. Da ist nur das Deckmäntelchen "Ich muss doch die To-do-Liste abarbeiten" …

    Du hast schon recht: Das Leben besteht zum größten Teil aus Kompromissen. Aber "gesunder" Egoismus bedeutet, in Situationen, die mir und meiner Gesundheit/Abstinenz gefährlich werden können, an mich zu denken und dann z.Bsp. eben mal NEIN zu sagen. Es bedeutet nicht, ständig auf Kosten Anderer mein Ding zu machen, nur weil es mir so gefällt.
    Aber dazu habe ich HIER mal meine Gedanken aufgeschrieben.

    Unabhängig davon finde ich es gut, dass er weiter am Ball bleibt und Du ihn unterstützt. Und ihm dabei aber auch Grenzen aufzeigst und auch an Dich und Dein Wohlergehen denkst.

    44.

    Ich will Dich nicht ausschließen. Du sollst nur endlich mal ehrlich zu Dir selbst sein und aufhören, Dir selbst und der Welt etwas vorzumachen!

    Von wegen, Du weisst alles und hast schon alles probiert - und deswegen kann es ja nicht funktionieren. Blödsinn!

    Du vergisst, dass ich selber Alkoholiker bin und auch mehrere Anläufe gebraucht habe.


    Die Krankenhaus-Entgiftung habe ich gecancelt (wg. Corono). Insofern hatte ich es nochmals alleine versucht.

    Wenn Du behauptet, Du versuchst vom Alkohol wegzukommen, dann verarscht Du Dich selbst.
    Und damit auch uns.

    Denn warum hast DU die Entgiftung gecancelt? Wegen Corona? Blödsinn - weil Du saufen wolltest!

    Aber was weiß ich als Hobby-Suchthelfer schon, Du bist ja derjenige, der schon alles probiert hat ...

    Hallo, Lunastar1980, und HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Da ich nicht weiß, ob Du hier schon ein wenig gelesen hast, will ich mich kurz vorstellen: Ich bin m, 57, Alkoholiker, und nach mehreren Anläufen nun seit 12 Jahren trocken. Und das auch noch glücklich und zufrieden :)

    Geschafft habe ich das, wie die Meisten hier, letztendlich alleine - aber mit viel Hilfe.
    Damit will ich sagen, dass es zwar an einem selbst liegt, dass man den Prozess in Angriff nimmt und auch schafft, aber dies nicht ohne Hilfe tun muss.

    Ich bin den klassischen Weg gegangen: Entgiftung, Therapie (angefangen mit einer ambulanten Therapie und dann umgeschwenkt auf eine stationäre, da ich gemerkt habe, dass die ambulante mir nicht hilft) und anschließend Selbsthilfegruppe.
    Das ist die kurze Kurzfassung. Wenn Dich die ausführliche Fassung interessiert, kannst Du sie ja in meinem Vorstellungsthread nachlesen …
    Vorher habe ich auch versucht, mich selbst trockenzulegen - hat natürlich nie funktioniert.

    Ich empfehle, mal in unsere Linksammlung und in die Bücherecke reinzuschauen - da findest Du jede Menge Informationen, die Dir weiterhelfen.
    Apropos Bücherecke: Als Lektüre kann ich nur Simon Borowiak "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch" empfehlen - jede Menge Wissenswertes mit sehr viel Augenzwinkern geschrieben. Also absolut kein "trockenes" ;) Lehrbuch.

    Ansonsten wünsche ich Dir viel Kraft und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Lunastar!

    Glaub mir: Wir geben JEDEM eine Chance! Aber jeder musss selbst das Seine dazu tun. Und dazu gehört nun mal, ehrlich zu sich selbst zu sein und halbwegs nüchtern (alkoholtechnisch gesehen) hier aufzutreten. Denn um Klartext zu reden: Mit nem besoffenen Kopp kann man einfach nicht verstehen, was wir sagen wollen und fasst alles nur als persönlichen Angriff auf. Eigene Erfahrung.

    Mehr gibt's in DEINEM Thread - denn Lily muss sich selbst um sich kümmern und für sich entscheiden, ob sie trinken oder nüchtern sein/werden will.

    Als ich bei dem Punkt ankam

    Zitat

    [/Aber da komme ich zum Punkt: Seit er zu hause ist, ist er übermotiviert und ich hab das Gefühl, er will alles, was er davor wochenlang nicht geregelt gekriegt hat, jetzt in 2 Tagen nachholen.
    Gefühlt macht er 10 Dinge gleichzeitig und rennt hier rum, wie der Duracel-Hase.

    dachte ich so bei mir: Hach ja, kommt mir irgendwie bekannt vor :)

    War bei mir damals zu Anfang auch so. Das ist die Euphorie, es geht einem wieder besser und man glaubt (frisch eingepflanzte) Bäume ausreißen zu können.
    Bei der Reha wird ihm aber dann auch erklärt werden, dass diese Euphorie zwar normal, aber nicht von Dauer ist. Es KANN durchaus auch passieren, das er in ein ziemliches (depressives) Loch fällt - nämlich dann, wenn ihm klar wird, was er mit seiner Sauferei alles "kaputt" gemacht hat. Das wäre dann das andere Extrem. Und auch da braucht er Hilfe, um wieder herauszukommen.

    Es ist eben kein Schalter, den man betätigt und "alles ist wieder gut" - bei keinem von Euch. Es ist ein Prozeß.

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum!

    Kurz zu mir: Ich bin m, 57, Alkoholiker, nach mehreren Anläufen nun seit 12 Jahren trocken und seit ca. 10 Jahren ein wenig in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Zitat

    Ich habe euch ein bisschen gelesen. Viele sind für professionelle Hilfen und Gruppen und Therapien. Man habe es sonst schwer. Ich habe andere Ansätze. Eile mit Weile.

    Verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht so ganz - was meinst Du mit "andere Ansätze"? Oder unter "Eile mit Weile"? nixweiss0
    Werd ich heute nicht trocken, dann morgen - übermorgen aber dann ganz bestimmt. Oder wie?

    Natürlich gibt es nicht den EINEN Weg - jeder muss den für sich selbst passenden Weg finden. Ich selbst habe zum Beispiel eine ambulante Therapie begonnen und gemerkt, dass das nix für mich ist. Und daher bin ich dann auf eine stationäre umgeschwenkt. Bei Anderen hat eine ambulante Therapie wunderbar geholfen, während wieder Andere ganz ohne Therapie es geschafft haben, trocken zu werden.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg auf Deinem Weg und hier einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Tinka!

    Auch von mir ein Herzliches Willkommen hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 57, Alkoholiker, nach mehreren Anläufen nun seit 12 Jahren trocken und seit ca. 10 Jahren auch in der Suchtselbsthilfe ein wenig aktiv.

    Auch meine Erfahrung zeigt, dass oft beide Partner Hilfe benötigen bzw. benötigen würden - also nicht nur der Abhängige, sondern auch der Partner/die Partnerin. Doch oft denken die Angehörigen, es genüge, wenn der/die Betroffene eine Therapie macht, dann renkt sich schon wieder alles ein und wird wieder so wie früher. Leider ist dies aber ein Trugschluss.

    Zum Einen ist viel Vertrauen kaputt gemacht worden, was wieder aufgebaut werden muss. Und das ist schwierig und dauert. Und zum Anderen verändert sich der/die Betroffene mit der Abstinenz. Oft war das Selbstbewusstsein völlig am Boden - und wächst nun wieder. Aufgaben, die von den Angehörigen übernommen wurden, will er/sie jetzt wieder selbst übernehmen. Und das führt zu Konflikten, weil sich nun die Angehörigen "ausgebootet" fühlen. Oder die Betroffenen achten jetzt mehr auf sich selbst und ihre Bedürfnisse/Gefühle, um nicht wieder in Saufdruck abzudriften - das wird aber von den Angehörigen als Egoismus o.ä. wahrgenommen …

    Das sind nur ein paar der Probleme, die auftauchen KÖNNEN. Und deshalb finde ich es sehr gut, dass Du Dir auch Hilfe und Unterstützung suchst! Und so, wie uns Betroffenen der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, den Ausstieg zu schaffen und trocken zu bleiben, genauso hilft es (bzw. kann es helfen) den Angehörigen, ihre spezifischen Probleme aufzuarbeiten.

    Und hier im Forum findest Du alles "unter einem Dach". Von daher wünsche ich Dir noch viele Aha-Erlebnisse und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Damit Du nicht denkst, es wäre die Meinung eines Einzelnen:

    Ich schließe mich Gerchlas Aussage vollinhaltlich an!!

    Und kann mich nur aus- und nachdrücklich wiederholen:

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    können wir nur selber tun!

    Das gilt nicht nur für uns Alkoholiker oder anderweitig Betroffene - das gilt genauso für die Angehörigen!
    Also such Dir Hilfe, geh zu einer Suchtberatung ... - mach was, werd aktiv! Für Dich, für die Kinder!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu meiner Vorstellung: Ich bin m, 57, Alkoholiker und lebe nun, nach mehreren Anläufen, seit 12 Jahren ohne Alkohol und bin seit ca. 10 Jahren in der Suchtselbsthilfe ein wenig unterwegs.

    Es ist für mich immer wieder … schwierig/schlimm/erschütternd zu lesen, zu hören, wie sehr die Kinder betroffen sind.
    Um so wichtiger finde ich, dass Du Dir Hilfe suchst und findest.

    Zitat

    Bisher habe ich kaum einer Person davon erzählt, aber hier zu lesen das es doch viele mit demselben Schicksal gibt, lässt mich nicht ganz so einsam fühlen und es tat gut das ganze mal etwas niederzuschreiben.

    Ich kann Dir u.a. nur empfehlen, mal in unsere Linksammlung zu schauen - hier findest Du noch einige weiterführende Links und Informationen, die Dir helfen können. Z.Bsp. "NACOA - Infos für erwachsene Kinder aus Suchtfamilien"
    Aber auch in unserer Bücherecke findest Du vielleicht noch einiges Wissenswertes.

    Ansonsten wünsche ich Dir einen guten Austausch hier im Forum und weiterhin viel Kraft!

    Gruß
    Greenfox

    Vielleicht sollte ich meine Entgiftung besser unter ärztlicher Kontrolle in einer Klinik durchführen?

    Auch wenn der Rat von einem Deiner viel geschmähten "nebenberuflichen Suchthelfer" kommt: JA, tu das!

    Und steig von Deinem hohen Ross herunter und lass Dich doch mal auf die Gespräche mit Therapeuten ein - oder gesteh Dir ein, dass Du gar nicht aufhören, sondern nur Trinkpausen machen willst.

    Hallo, Maria!

    Als Erstes möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin 57, m, Alkoholiker, seit 12 Jahren trocken und seit ca. 10 Jahren in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Zunächst einmal Glückwunsch, dass Du etwas in Deinem Leben ändern und weg vom Alkohol möchtest.
    Und dass Du um den Umgang mit Deinen Kindern kämpfst, ist mehr als verständlich.

    Aber ich möchte Dich auch ein wenig auf den Boden der Tatsachen herunterholen:

    Du bezeichnest Dich selbst als "trockene Alkoholikerin". Ehrlich jetzt? Du hast in 6 Monaten 3 Rückfälle gehabt und seither gerade mal 9 Wochen trocken!
    Wobei ich die 9 Wochen keinswegs schmälern möchte - versteh mich bitte nicht falsch! Auch wenn ich nun schon ein Weilchen weg bin von dem Zeug, kann ich mich doch noch an die erste Zeit erinnern und weiß, dass sie nicht einfach war.
    Aber Du bist m.E. erst auf dem Weg dazu, wirklich "trocken" zu werden. Und dieser Weg ist - wenn es Dir ernst ist und er nicht wieder über kurz oder lang in einem Rückfall münden oder enden soll - schwer und mit Arbeit für Dich und an Dir verbunden.
    Und da solltest Du Dich nicht gleich wieder überfordern und jede Hilfe, die Du kriegen kannst, annehmen. Und Kinderbetreuung ist nunmal auch nicht sooo einfach - sie ist zwar schön (meist), bedeutet aber auch Arbeit und zusätzliche Belastung.

    Abgesehen davon: Das Jugendamt ist involviert und Deine Kinder sind in therapeutischer Behandlung - das kommt ja nicht von ungefähr. Da muss ja Einiges vorgefallen sein.
    Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen: einmal zerstörtes Vertrauen lässt sich nur sehr schwer und vor allem nur sehr langsam wieder aufbauen!

    Warum kümmerst Du Dich nicht um Dich und um Deine weitere Genesung, um Deine Festigung, Stabilisierung? Damit und mit der Zeit beweist Du so Deiner Familie (und nebenbei auch dem Jugendamt), dass Du es ernst meinst, es Dir wirklich besser geht und Du irgendwann auch wieder stabil genug bist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Es jetzt schon wieder zu überstürzen bringt überhaupt nichts. Außer, dass Du Dich selbst in ein (selbst gebuddeltes) Loch stürzt und Gefahr läufst, wieder zur Flasche zu greifen.

    Meine Kinder sind nach langer Ablehnung (knappe 4 Monate Funktstille zur Tochter) mittlerweile sehr zuversichtlich und leben meine Fortschritte mit mir.

    Wieder aus eigener Erfahrung: Oft genug ist es die rosarote Brille des Betroffenen, der es ihn so sehen und glauben lässt. Andererseits versuchen die Kinder, nach außen die heile Welt wiederherzustellen - obwohl sie innerlich ziemliche Schäden davongetragen haben.

    Nochmals mein Rat: Lass es ruhig angehen! Kümmere Dich um Dich! Denn wenn es DIR (wirklich) gut geht, strahlt das auch nach außen aus - und alles Weitere ergibt sich von alleine.

    Gruß
    Greenfox

    Mir hat in einer SHG einer vor vielen Jahren mal jemand gesagt „Du bist noch nicht so weit „, das hat mich tief verletzt denn meiner Meinung nach wollte ich wirklich aufhören. Dass das nicht stimmt weiss ich heute weil ich mit meiner Einstellung ungefähr da stand wie du heute. Fragte nach Motivationstipps...andere sollten möglichst das Problem für mich lösen, mit möglichst wenig Einschränkungen und Aufwand meinerseits. Nunja, ich habe tatsächlich noch Jahre weitergetrunken...

    Ich glaube, Rina hat Deinen wunden Punkt nicht nur getroffen, sondern auch benannt ...

    Du müsstest nur die Eier in der Hose haben, es auch zugeben zu können.

    Aber momentan bist Du, glaube ich, noch nicht soweit.
    Würde mich aber freuen, wenn ich mich irrte ...

    Wolfsfrau hat Dir schon sehr viele und sehr nützliche Tipps gegeben. Ebenso hat Gerchla auch schon ausführlich beleuchtet ...

    Nur noch ein ganz kurzer Gedanke von mir:

    Weisst Du, worin sich Alkoholiker/Süchtige und Co-Abhängige fast immer einig sind? Im Ausreden (er)finden, warum die Situation einfach nicht zu ändern ist!

    Ja: sie ist nicht einfach zu ändern, aber sie ist zu ändern!