Hallo, Schnisskettchen (?), und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
Kurz zu mir: Ich bin m, 57, (nur) Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit 12 Jahren trocken.
Was meinst Du, warum sollten Rückfälle "nicht so hart sanktioniert " werden? Fändest Du es besser, wenn die Rückfälligen - möglichst noch mit Fahne - mit den Anderen, die durchhalten und an sich arbeiten, weiter zusammen in der Therapie sitzen und signalisiert bekommen: Kein Problem, wenn Du Deinen wöchentlichen Rückfall hast - die Kasse zahlt schon!?
Ich bin Privatpatient, weiß also, wie scheißeteuer so eine Therapie ist. Ich war nach meiner ersten Therapie auch knapp 2 Jahre trocken und hatte dann einen Rückfall. Und da meine Kasse keine zweite Therapie bezahlt, habe ich wie Münchhausen versucht, mich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen - was natürlich nicht funktioniert hat.
Also habe ich um eine zweite Therapie gekämpft. Als es dann hieß, dass die Kasse ihre 30% zwar nicht zahlt, aber die Beihilfe würde zahlen, dachte ich "Egal - irgendwie treibe ich das Geld schon auf. Ich will nur raus aus der Sucht!" Denn die 30% wären immerhin immer noch in etwa 10-15.000 € - damit Du mal eine Vorstellung hast! Als ich dann in der Klinik war, hieß es dann, dass auch die Beihilfe NICHT zahlt. Also blieb es bei einer qualifizierten Entgiftung - die allerdings bis heute hält.
Im Übrigen fragst Du auch noch, was Du noch tun könntest. Vielleicht mal etwas ANDERS?!? Drei Mal die gleiche Therapieform, -Einrichtung, Therapeutin … Albert Einstein formulierte es einmal in etwa so: "Dummheit ist, immer wieder dasselbe tun und ein anderes Ergebnis erwarten."
Ich habe damals mit einer ambulanten Therapie gestartet. Als ich merkte, dass sie nicht das Richtige für mich ist, bin ich umgeschwenkt auf eine stationäre. 12 Wochen in einer Klinik, in einem geschützten Rahmen - zunächst fast unvorstellbar. Und doch habe ich nachher noch um weitere 4 Wochen verlängert. Freiwillig!!
Es ist gut, dass Du nicht aufgibst. Aber vielleicht solltest Du auch mal etwas Neues probieren - mal eine stationäre Therapie, eine andere SHG, ohne Streicheleinheiten. Und vielleicht nicht nur probieren, sondern studieren (also etwas länger durchhalten).
Gruß
Greenfox