Beiträge von Greenfox

    Vielleicht raube ich ihr auch die unbeschwerte Kindheit indem ich weitermache.

    Als ALKOHOLIKER, der seit Jahren trocken und in der Suchtselbsthilfe unterwegs ist und schon so Einiges gehört und gesehen hat, kann und darf ich Dir nur sagen:

    Nicht "vielleicht" - DU TUST ES! Und Du schädigst nicht nur Dich, sondern Dein Kind.

    Du kommst mir selbst so vor wie ein Kind, dass die Augen zumacht und denkt: Wenn ich die Anderen nicht sehen kann, dann können die mich auch nicht sehen!
    Du verschließt die Augen vor dem Ernst der Lage bzw. willst ihn einfach nicht wahrhaben und klammerst Dich an die Hoffnung, dass Alles wieder gut wird. Aber diese Hoffnung ist eine Seifenblase.
    Und Seifenblasen sind bekanntlich alles andere als tragfähig und belastbar ...

    Grüß Dich, ratlos123, und Herzlich Willkommen hier im Forum!

    Kurz zu mir: Ich bin m, 57, Alkoholiker und seit 12 Jahren trocken.

    Du beschreibst die typischen gesundheitlichen Probleme und Ausreden eines Alkoholikers.

    Was ich mich allerdings Frage ist: Was ist Deine Frage/Dein Problem/Dein Begeht?

    Willst Du jetzt von uns wissen, wie Du für Deinen Alkoholiker-Mann eine gute Frau sein kannst? Also wie Du eine gute Co-Abhängige wirst?
    Oder willst Du von UNS hören, dass Du Dich trennen sollst/solltest?

    Am besten liest Du Dir hier im Angehöriigen-Bereich Mal die Berichte von anderen Angehörigen durch ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich kann nur hoffen, dass Du uns jetzt nicht "abhanden" kommst, sondern uns weiterhin erhalten bleibst :blumen:

    Und selbst wenn DEIN Weg Dich nicht mehr hierher führen sollte - ich wünsche Dir nur das Beste!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, "Arno Nym"!

    Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum!

    Kurz zu mir: Ich bin 57, m, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und ebenfalls seit einigen Jahren in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Das, was Du hier beschreibst, ist typisch. Und wenn Du hier im Angehörigenbereich mal ein wenig die Geschichten der anderen Angehörigen liest - brauchst nur wahllos zwei oder drei rauspicken -, dann wirst Du quasi mehr oder weniger Deine eigene Story lesen.
    Soviel Übrigens zu dem

    Zitat

    Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemachten und könnte mir darüber berichten....
    Einfach so zum Austausch.

    Und das Fazit hast Du auch schon selbst gezogen:

    Zitat

    Beim letzten Mal sagte ich ihr, sie solle ihre Sachen packen und gehen.

    Ich habe versucht das Richtige zu tun...
    Kann ich aber nicht, wenn sie nicht bereit ist.
    Habe versucht, ihr den Weg zu weisen, den sie nicht ganz allein gehen muss.

    Ich weiß, dass ich sie nicht retten kann...

    Du hast nicht VERSUCHT, das Richtige zu tun, sondern Du hast es getan: Du hast ihr Hilfe angeboten und Du hast Dich selbst geschützt, indem Du sie weggeschickt hast!

    Mehr kannst Du beim besten Willen nicht tun, ohne Dich selbst zu zerstören!!

    Gruß
    Greenfox

    Ich weiss, dauerhaft durchzuhalten wird schwer, vor allem wenn mal ein Schicksalsschlag kommen sollte.

    Die Wenigsten haben einen Rückfall, weil es einen Schicksalsschlag gab. Es sind die kleinen Dinge, die Einen wieder zum Trinken verleiten.
    Zum Beispiel der Irrglauben, dass es die Schicksalsschläge sind, die gefährlich sind …

    Werde mir auch eine SHG suchen oder zur AA gehen.

    Sehr gute Idee 44.

    Ich kann Dir allerdings nur raten: Schau Dir nach Möglichkeit mehrere SHG mehrmals an (die AA sind übrigens auch Selbsthilfegruppen, sie sind nix anderes ;) ).
    Zum Einen, weil jede Gruppe anders ist, ihre Eigenheiten hat, und zum Anderen, weil auch jede Gruppe jedes Mal anders ist und auch mal einen "schlechten Tag" haben kann.

    ja ich bin nicht begeistert von einer stationären Therapie, weil ich arbeitslos bin. Ich habe noch 8 Monate anspruch auf Arbeitslosengeld. Und wenn ich jetzt 1-2 Monate auf die Bewilligung der Reha warte und dann noch 3 Monate stationär bin, bleibt mir nicht mehr viel Zeit eine Arbeit zu finden bevor ich ins Hartz 4 rutsche.

    Natürlich wäre die Begeisterung wesentlich größer, wenn man nichts bzw. nichts wirksames für sich tut, wieder rückfällig wird und DANN in Hartz IV rutscht - weil man dann im Rausch ja eh nix mehr mit- und auf die Reihe kriegt. Und die Chance, dann einen Job zu bekommen, steigt natürlich auch …

    Was ist wichtiger: ein Job - oder die Gesundheit?

    Wer ständig breit in der Ecke liegt, kriegt eh keinen Job. Aber wer etwas für sich tut und sich selbst (möglichst dauerhaft) trockenlegt, der hat um so größere Chancen, wieder auf die Beine zu kommen.

    Erfahrungswerte.

    Ich habe schon hin und wieder auch keinen Alkohol getrunken und hatte kaum Entzugserscheinungen.

    Wenn ich merke dass ich schwere Entzugserscheinungen habe lasse ich mich einweisen. Ich hoffe ich schaffe es noch aus eigener kraft.

    Da Du ja meinst, es besser zu wissen als der Rest der Welt, drücke ich Dir alle Daumen!

    Ein Gruppenfreund hatte - ich möchte es trotzdem mal so nebenbei erwähnen - von jetzt auf gleich einen Krampfanfall, der völlig ohne jegliche Vorwarnung kam und wo er froh sein konnte, dass es zwar auf der Straße, aber nur auf dem Gehweg passierte und dort sofort Hilfe da war. Ansonsten hätte er sich nie wieder Gedanken darüber machen brauchen, ob und wie gefährlich ein kalter Entzug ist.
    Er hatte übrigens auch zwischendurch ab und zu alkoholfreie Tage und zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Stunden keinen Alkohol getrunken gehabt ...

    Hallo, Gordon, und HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Erst einmal kurz zu mir: Ich bin m, 57, Alkoholiker und nun nach mehreren Anläufen seit 12 Jahren trocken und auch schon ein paar Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Ich hatte auch einmal eine Hausärztin, die mir, nachdem ich ihr erzählte, dass ich Alkoholiker bin, sagte, dass es doch wohl nicht so schlimm sei. Daraufhin habe ich ihr gesagt, dass sie sich erst einmal zu dem Thema informieren solle und ich mir einen kompetenten Arzt suchen werde. Was ich dann auch tat.
    Denn immerhin geht es um MEINE Gesundheit.

    Mein nächste Ärztin nahm mich ernst und begleitete mich dann über meine Therapie und durch meine Rückfälle - und bis vor Kurzem auch durch meine Trockenheit (bin jetzt allerdings umgezogen).

    Du scheinst Dir über Deine Situation und Deinen Status im Klaren zu sein und willst es ändern. Gut so 44.
    Aber ein kalter Entzug kann kreuzgefährlich - sprich: tödlich - werden. Wohlgemerkt: KANN

    In welcher Ecke wohnst Du? Hast Du schon mal geschaut, ob Ihr ein Krankenhaus in der Nähe habt, die Entgiftungen durchführen, eine Suchtklinik? Schau dort mal vorbei und sprich dort mit einem Arzt.
    Unabhängig davon, dass ein kalter Entzug gefährlich ist, ist dieser auch nicht mal eben an einem Wochenende durchgezogen - da brauchst Du schon eine Woche für! Zum Einen für den Entzug und zum Anderen zur Erholung.

    Und wenn Du es schon zu Hause durchziehen willst - hast Du mit Deiner Frau darüber gesprochen? Ist sie die ganze Zeit bei Dir? Das wäre ultra-wichtig! Wenn ja - weiss sie/weisst Du, was da auf Dich zukommt (Entzugserscheinungen)??

    Schau doch mal in unsere Linksammlung - hier findest Du eine Menge weiterführende Infos und Links. Hier kannst Du auch mal nach Suchtberatungen in Deiner Nähe suchen und, und, und …

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    In einem der letzten Tage hatte ich zum ersten Mal wieder das Gefühl etwas trinken zu wollen ... Habe ich so hingenommen, die Sucht darf sich ja noch melden, hab ihr ja lange genug ein zu Hause gegeben. ... Sie ist dann auch bald gegangen.

    Yepp, erfahrungsgemäß halten solche Phasen meist nur einige Minuten (bis zu 30 Minuten) an, die man überstehen muss. Kann natürlich auch mal länger dauern, aber normalerweise …
    Ich hatte damals in der Anfangszeit (also im ersten Jahr) immer eine Flasche Wasser (kann natürlich auch etwas anderes zu trinken sein) dabei, so dass ich eigentlich nie ein Durstgefühl bekam. Und wenn es doch mal kam, wurde es sofort mit dem Wasser/Getränk bekämpft. Auf die Art kamen dumme Gedanken garnicht erst auf.

    Und das kann durchaus noch öfter passieren.

    Heute Abend, 20:15 Uhr, auf arte: Alkohol - Der globale Rausch

    "Europa leistet sich die größte legale offene Drogenszene der Welt: Jeder hat Zugang zu Alkohol. Von den weltweit 30 Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch liegen sage und schreibe 26 in Europa. Aus Europa kommt ein Viertel der Weltalkoholproduktion. Big Business mit jährlich drei Millionen Toten. Wer profitiert davon?
    Alkohol: Kein Stoff der Welt ist uns so vertraut und in seiner Wirkung so unglaublich vielfältig. Man bekommt ihn überall und das kleine Molekül ist in der Lage, sämtliche 200 Milliarden Neuronen eines menschlichen Gehirns völlig unterschiedlich zu beeinflussen. Doch kaum jemand bezeichnet Alkohol trotz seiner psychoaktiven und Zellen zerstörenden Wirkung als Droge. Aber warum lassen wir den Tod von jährlich drei Millionen Menschen einfach so zu? Verschließen wir seit Jahrtausenden die Augen vor den Gefahren und Risiken? Welche Rolle spielt die mächtige Alkoholwirtschaft mit einem Jahresumsatz von 1,2 Billionen Euro bei dieser konsequenten Verschleierung?
    Grimme-Preisträger Andreas Pichler sucht Antworten auf die Fragen, warum wir überhaupt trinken, was Alkohol mit uns macht und wie stark die Industrie Gesellschaft und Politik beeinflussen. Er reist um die Welt von Deutschland über England nach Nigeria, um die aggressiven Handelspraktiken der globalen Alkoholindustrie aufzudecken, die in neuen Märkten mit allen Mitteln Wachstum sucht. Und er besucht Island, das die Kehrtwende geschafft hat: Wo vor 20 Jahren Horden von Betrunkenen durch die Straßen zogen, meistern dort heute die jungen Menschen das Bedürfnis nach Entspannung und Lebensdoping ohne Alkohol.
    Die Dokumentation erhebt keinen Zeigefinger, wird aber die Trinkgewohnheiten jedes Zuschauers nachhaltig verändern."

    Siehste wohl - wieder einen dialektischen Begriff ;) gelernt. Ich liebe Dialekte. Schaue auch gerne z.Bsp. mal auf HR das Hessen-Quiz - also was da bei Mundart so gefragt wird :o da komme ich als Berliner manchmal nicht mit.

    Aber egal, ist ja hier nicht das Thema :)

    Also was ich damit sagen will, in Sachen Konsum finden wir nicht zusammen und schaukeln uns auch nicht gegenseitig hoch. Damit red ich mir das wahrscheinlich auch schön.

    Na, wenn der Eine immer nur mit Nitroglyzerin spielt und der Andere mit weissem Phosphor - dann kann ja nix passieren ... schwitz.

    Schätzelein, m.E. kann so eine Beziehung, solange auch nur ein Partner konsumiert UND nicht den Willen hat, davon wegzukommen - solange KANN diese Beziehung nur mächtig gewaltig in die Hose gehen. Entweder knallt es kräftig - oder im Endeffekt hängen BEIDE an der Nadel/Flasche/wat auch immer.


    Ich denk mir halt auch, er ist krank, und mich deswegen von ihm zu trennen scheint mir net fair.

    Ist es etwa fair(er), wenn Du mit ihm "untergehst"?

    Hallo, Schnisskettchen!

    Btw: Hat der Name etwas zu bedeuten? Und wenn ja - was? nixweiss0 Sorry. Hat mich nur die ganze Zeit beschäftigt …

    Im Übrigen musst Du nicht immer den kompletten Beitrag des Vorschreibers kopieren - wenn, dann genügt der Ausschnitt, auf den Du Dich explizit beziehen willst.

    Erschwerend kommt hinzu, dass ich nen Suchtkranken Partner hab, der recht wenig Krankheitseinsicht hat. Was mich oft wütend macht. Er konsumiert nicht täglich. Alle 3-4 Monate dann über eine Woche ganz extrem. In den Tagen in denen er konsumiert ist Ihm einfach alles egal. Er meldet sich nicht bei mir, geht nicht arbeiten, meldet sich auch nicht auf der Arbeit krank und er und seine Wohnung sind komplett am verwahrlosen.

    Du hast geschrieben, dass du dich von deiner Frau getrennt hast.
    Das ist etwas was mir auch immer öfter durch den Kopf geht. Nicht falsch verstehen, mein Partner ist total lieb, nie bösartig, immer für mich da und ich liebe ihn.
    Dennoch seh ich die Tatsache, dass wir beide Suchtkrank sind sehr kritisch.

    Soso - Dein Partner ist immer für Dich da.
    Außer, wenn er nur für sich ist und DIR überhaupt nicht gut tut. Nicht umsonst heisst es, dass Beziehungen zwischen Suchtkranken selten gut ausgehen und meist im Sumpf enden.
    Wobei die Betonung auf "selten" liegt! Ich kenne nur EIN Pärchen, die sich in einer Therapie kennen- und lieben gelernt haben und nun schon seit über 20 Jahren nicht nur zusammen, sondern auch trocken und clean sind. Wie heisst es bei Toyota: NICHTS ist unmöglich!

    Aber das sind nach meiner Erfahrung eben leider die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

    Du solltest nur auf Dich selbst achten müssen und nicht auch noch auf Deinen Partner.

    Nur mal so als Denkanstoß.

    Hallo und Guten Morgen, Joejohn!

    Zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Ich selbst bin Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken. Von daher kann ich Dir sagen, dass Du den richtigen Weg gehst und Hilfe für Dich bzw. die Familie suchst und nicht für Deinen Bruder - denn der muss sich helfen lassen WOLLEN. Und das ist ja wohl offensichtlich nicht der Fall.

    Da ich nicht weiss, wo Du wohnst, kann ich Dir keine genaue Adresse für Ansprechpartner geben. Aber schau doch mal in unsere Linksammlung - da gibt es extra eine Rubrik für "SUCHTBERATUNGEN, SHG´s, VERBÄNDE, VEREINE & ORGANISATIONEN" …

    Aber vielleicht wirst Du ja auch in unserer Bücherecke fündig und findest etwas Nützliches/Interessantes für Dich.

    Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
    Ansonsten: Wenn Fragen bestehen - immer raus damit! Nach Möglichkeit werden wir sie nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

    Die Fragen nach dem WARUM (er das tut) und WIE (man ihm helfen kann) werden wir NICHT beantworten können - das wird vermutlich nicht einmal Dein Bruder selbst beantworten können.
    Du/Ihr könnt Euch nur um Euch und Euer Wohl kümmern. Auch wenn er auf die Fresse fliegt und im Dreck landet - es ist SEIN Problem, so hart sich das auch anhören mag.
    Erst wenn er selbst es will und sich wieder berappeln und etwas ändern WILL - erst dann könnt Ihr ihm sagen: "Okay, wir helfen Dir - solange Du Dich ernsthaft bemühst!"
    Alles andere wäre vergebene Liebesmüh macht Euch nur selbst kaputt.

    Wie schon gesagt: Ich bin selbst Alkoholiker und habe so meine eigenen Erfahrungen. Außerdem bin ich nun schon einige Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs und habe mit vielen Betroffenen gesprochen und ihre Geschichte/n gehört. Ebenso die von vielen Angehörigen.
    Und hier kannst Du selbst viele Geschichten - sowohl von Betroffenen als auch Angehörigen - nachlesen …

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Schnisskettchen (?), und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 57, (nur) Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit 12 Jahren trocken.

    Was meinst Du, warum sollten Rückfälle "nicht so hart sanktioniert " werden? Fändest Du es besser, wenn die Rückfälligen - möglichst noch mit Fahne - mit den Anderen, die durchhalten und an sich arbeiten, weiter zusammen in der Therapie sitzen und signalisiert bekommen: Kein Problem, wenn Du Deinen wöchentlichen Rückfall hast - die Kasse zahlt schon!?

    Ich bin Privatpatient, weiß also, wie scheißeteuer so eine Therapie ist. Ich war nach meiner ersten Therapie auch knapp 2 Jahre trocken und hatte dann einen Rückfall. Und da meine Kasse keine zweite Therapie bezahlt, habe ich wie Münchhausen versucht, mich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen - was natürlich nicht funktioniert hat.
    Also habe ich um eine zweite Therapie gekämpft. Als es dann hieß, dass die Kasse ihre 30% zwar nicht zahlt, aber die Beihilfe würde zahlen, dachte ich "Egal - irgendwie treibe ich das Geld schon auf. Ich will nur raus aus der Sucht!" Denn die 30% wären immerhin immer noch in etwa 10-15.000 € - damit Du mal eine Vorstellung hast! Als ich dann in der Klinik war, hieß es dann, dass auch die Beihilfe NICHT zahlt. Also blieb es bei einer qualifizierten Entgiftung - die allerdings bis heute hält.

    Im Übrigen fragst Du auch noch, was Du noch tun könntest. Vielleicht mal etwas ANDERS?!? Drei Mal die gleiche Therapieform, -Einrichtung, Therapeutin … Albert Einstein formulierte es einmal in etwa so: "Dummheit ist, immer wieder dasselbe tun und ein anderes Ergebnis erwarten."

    Ich habe damals mit einer ambulanten Therapie gestartet. Als ich merkte, dass sie nicht das Richtige für mich ist, bin ich umgeschwenkt auf eine stationäre. 12 Wochen in einer Klinik, in einem geschützten Rahmen - zunächst fast unvorstellbar. Und doch habe ich nachher noch um weitere 4 Wochen verlängert. Freiwillig!!

    Es ist gut, dass Du nicht aufgibst. Aber vielleicht solltest Du auch mal etwas Neues probieren - mal eine stationäre Therapie, eine andere SHG, ohne Streicheleinheiten. Und vielleicht nicht nur probieren, sondern studieren (also etwas länger durchhalten).

    Gruß
    Greenfox

    Er hat übrigens Probleme mit Bluthochdruck. Wir haben da gestern drüber geredet und er meinte es liegt wahrscheinlich vor allem am Stress mit seiner Arbeit. Ich habe gefragt, ob er deswegen manchmal Wein zum runterkommen abends trinkt und er meinte ja. Für ihn wäre das Entspannung und er hätte auch öfters Abends noch von zu Hause aus gearbeitet und dabei gerne Wein getrunken, quasi zur Belohnung.

    Das war eine meiner (nicht nur meiner) Lieblings-Ausreden ... äh, Begründungen, warum ich mir immer mal wieder einen (und dann noch einen, und noch einen und noch einen Liter) genehmigte ...

    Sorry, aber wieviele Scheinwerfer brauchst Du noch, um zu sehen, dass ER ein Problem hat, dass Du im Begriff bist, es zu Deinem zu machen?

    Du redest es Dir immernoch schön und lebst in einer Traumwelt:

    Wir haben aber darüber geredet, regelmäßig zusammen Yoga zu machen. Vielleicht könnte sich das zu einer Alternative entwickeln...

    :lach: :sorry:

    Aber er meinte letztendlich wieder nur, dass wir halt zwei unterschiedliche Normalitäten hätten und daher für den anderen beide ein "Extrem" wären. Er würde niemanden im Umfeld haben, der so wenig trinkt wie ich, ich habe niemandem im Umfeld, der so viel trinkt wie er. Aber er hofft wir finden eine Lösung, auch wenn er sich nicht vollkommen verbiegen könne ...

    ... Du aber sollst/solltest es tun?!?

    Ich glaube die Gefahr besteht nicht nur in Zukunft, Du bist schon voll in der Co-Abhängigkeit drinnen!

    Yepp!



    Genau, es macht jetzt schon keinen Spaß und es belastet mich jetzt schon wahnsinnig. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob zurecht. Ich bin überfordert und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Wie und wann ich das wieder ansprechen soll. Wo meine Grenzen sind und sein sollten. Wenn er und seine Familie z.B. im Urlaub schon sein Leben lang immer auf der Terasse vom Ferienhaus saßen und Wein getrunken haben, kann ich da wirklich etwas dagegen sagen. Es ist ja so ein großer Genuss für ihn...

    Sein Wesen ist wenn er trinkt übrigens zum Glück gar nicht aggressiv. Er ist dann immer fröhlich und lieb.

    Ich will mal kurz auf ein, zwei Dinge eingehen. Und mich dabei wirklich kurz fassen.

    "... kann ich da wirklich etwas dagegen sagen."
    Nöö, musst Du nicht - musst aber auch nicht dabei sitzen und Dir das ganze Getue antun. GRENZE!

    Es ist ja so ein großer Genuss für ihn...
    Aber für Dich? Anscheinend nicht - also siehe oben!

    Sein Wesen ist wenn er trinkt übrigens zum Glück gar nicht aggressiv. Er ist dann immer fröhlich und lieb.
    NOCH! Versuch doch mal, es ihm auszureden - mal sehen, ob er dann auch noch lieb und fröhlich bleibt. Auch noch in einem Jahr. Lies doch mal hier … ICH hätte es damals als persönlichen Angriff auf mich gewertet, als Bevormundung.

    Und denkst Du wirklich, es ist Liebe, wenn ein Mensch (also Du) die Vorlieben eines Anderen (also sein Trinken) aushält, es den (ihn) aber absolut nicht interessiert/juckt, dass es für ihn (Dich) extrem unangenehm ist?? Ich möchte in dem Zusammenhang nicht einmal von "Partner" reden - eher "Anhängsel" …

    Sorry, aber ich habe schon fertig.
    Hab ja gesagt, ich fasse mich kurz.

    Gruß
    Greenfox

    Zitat

    Ihr könnt euch zum Teil viel besser in seine Lage versetzen, weil ihr das selbst mitgemacht habt und wisst, wie man sich fühlt auf dem Weg, trocken zu werden.
    Ich kann das nicht so gut, weil ich vieles nicht nachvollziehen kann, ich kenne es einfach nicht aus eigener Erfahrung.

    Das ist auch mit ein Grund, warum ich den Leuten in Krankenhausgesprächen (ich gehe des Öfteren auf Entgiftungsstationen, um dort mit Patienten zu sprechen - offiziell, um meinen Selbsthilfeverein vorzustellen, hauptsächlich aber, um ihnen etwas darüber zu erzählen, was und wozu SHG überhaupt sind) rate, SHG zu besuchen: weil dort Menschen sind, die dieselben Probleme haben/hatten und demzufolge WISSEN, wovon man redet. Die das nachvollziehen können. Ein Nicht-Alkoholiker kann einfach nicht nachvollziehen, wenn man von "Suchtdruck" oder Entzugserscheinungen redet. Und wie oft habe ich damals gehört "Hör doch einfach auf! Trink weniger!" Wenn das so einfach wäre, gäbe es keine Entzugskliniken etc.
    Deswegenfinde ich es auch so gut, wenn sich Angehörige in Foren wie diesem informieren und austauschen oder auch mal bei uns in der realen SHG sehen lassen.

    Zitat

    Das sind momentan so meine Gedanken. Kann natürlich sein, dass der eine oder andere als sehr egoistisch bezeichnet.

    Womit wir wieder beim Thema "gesunder Egoismus" wären: Um Anderen helfen zu können, musst Du zuerst zusehen, dass es Dir gutgeht.

    Du weisst schon Alles, vor allem besser, Du bist ein toller Typ, der locker einen Riesen-Haufen Kohle verdienen könnte, der absolut selbstständig, autonom und zuverlässig arbeiten kann, ein Frauentyp ist, viele Hobbies hat ...

    Du hast nur ein riesiges Ego-Problem. Schon mal was von Selbstüberschätzung gehört?

    Ich habe das Gefühl, wenn Dir jemand etwas erzählt, dass die Tapete der beste Zuhörer ist und Du nur deshalb ZWEI Ohren hast, damit der Hohlraum dazwischen die Töne passieren lassen kann.
    Der Einzige auf der Welt, der von irgendetwas Ahnung hat, bist Du.

    Ich frage mich, was Du dann hier willst. Hier, bei uns Hobby-Suchthelfern. Wenn schon die Ärzte keine Ahnung haben.

    Also - ich bin raus. Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem weiteren Weg ... wo auch immer der Dich hinführt.