Ich mach aber mal einen grooooooßen Unterschied zwischen meiner Nikotin- und meiner Alkoholsucht. Rauchen tue ich zwar immer noch ??? - trotzdem: Sollte ich es mir abgewöhnen und dann rückfällig werden - es würde nicht mein Leben zerstören, höchstens mein Ego ankratzen. Sollte ich aber alkoholmäßig rückfällig werden, könnte es ganz schnell passieren (wenn ich nicht super schnell die Notbremse finde), dass mein Leben futsch ist. Und darüber bin ich mir voll im Klaren! Was meinst Du, warum ich so darauf achte?! Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wie schnell das geht und wie sehr der Verstand abschaltet - obwohl ich schon eine Langzeittherapie hatte etc.
Und um ehrlich zu sein: Ich habe eine scheissende Angst davor, rückfällig zu werden!
Beiträge von Greenfox
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Hallo, Schnurzel!
Ich habe Deinen Bericht gelesen und er hat mich sehr berührt. Und da er ja nun schon ein Weilchen her ist, wollte ich mal vorsichtig nach dem derzeitigen Stand der Dinge fragen ...
Ich kann katro nur zustimmen, wenn er schreibt, dass Du keine Verantwortung für das Handeln Deiner Mutter übernehmen kannst. Vielleicht hast Du ja auch die Möglichkeit, mal zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige (z.Bsp. Al-Anon) zu gehen und Dich dort mit Menschen, die dieselben/ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht haben, auszutauschen. So ein Forum wie hier ist zwar sehr nützlich, trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass ein persönliches Gespräch mit Betroffenen viel intensiver helfen kann - denn meist wirft die Antwort auf eine Frage 100 neue auf...
Vielleicht hilft ja auch dieser Link etwas: http://www.a-connect.de/hilfea.php -
Ach, wäre das schön gewesen, dieses schit Gefühl einfach weglachen zu können :-\ Aber ich habe einfach nur Panik geschoben ... es hätte fast die Überhand gewonnen. Zu meinem Glück hat sich aber wohl mein Unterbewusstsein (oder was auch immer) dagegen entschieden, wieder zu saufen. Wohl auch, weil ich mich ständig mit dem Thema beschäftige und mich erinnere, wie sch...lecht es mir mit dem Zeug erging - das ist jedenfalls meine Erklärung dafür ...
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Heute möchte ich mal eine Buchempfehlung der „anderen Art“ machen.
Es geht um das Buch „Blutdurst“ von Jonathan Nasaw.Aus dem Klappentext:
Bei Jonathan Nasaw sind die Vampire Junkies, süchtig nach Blut, das ihnen den ultimativen Kick bringt. Eine provokante, abgründige Geschichte voll düsterer Erotik und verstörender Schreckensvisionen, die den Rahmen des Vampirromans sprengt. Ein fesselnd erzählter Trip auf der finsteren Seite.Zur Story:
Nick und Whistler kennen sich schon eine ganze Weile - seitdem Nick erfahren hat, dass er ein Vampir ist und Whistler ihn in die „Gesellschaft“ der Vampire eingeführt hat.
Doch Nick hat im Gegensatz zu seinem alten Freund dem Blut abgeschworen und eine Selbsthilfegruppe der "cleanen" Vampire gegründet.
Genau diese versucht Whistler zu zerstören - und damit seinen Freund. Dabei steht ihm eine alte Bekannte der beiden bei Seite - die Hexe Selene. Und diese hat noch eine persönliche Rechnung mit Nick zu begleichen...Aus meiner Sicht hat der Autor – ohne ihm etwas unterstellen zu wollen – großen persönlichen Einblick in das Leben und die Gefühle eines (Alkohol-)Abhängigen. Denn anders kann ich mir die nachfolgende Beschreibung eines Rückfalls nicht erklären. Ich habe diesen Abschnitt als Zitat rausgesucht, weil er meines Erachtens meinen zuvor erwähnten Eindruck am besten widerspiegelt.
Mit dem „Elefant“ ist nach meiner Meinung der Suchtdruck gemeint!
Und hier das von mir rausgesuchte Zitat (die Überschrift stammt von mir!):
Der Rückfall
„Die Behauptung, Betty hätte nach der Flasche gegriffen, den Deckel abgeschraubt und einen herzhaften Schluck getrunken, bevor ihr klar wurde, was sie tat, wäre nicht ganz zutreffend gewesen. Ebenso unzutreffend wäre es aber gewesen, ihr Vorgehen auf eine bewusste Entscheidung zurückzuführen, und vom Endergebnis einer sorgsam gefällten moralischen Entscheidung zu sprechen, wäre die reinste Irreführung.
Auch stellte das Anwinkeln des Ellenbogens in dem Moment keine bewusste Ablehnung der 12-Schritte-Prinzipien oder ihres bisherigen Lebens dar oder besagte auch nur, dass sie ein Leben im Blutrausch einem nüchternem Dasein vorzog. Sie hätte die Gedankentätigkeit, die sich zwischen Saftflasche und ihren Lippen abspielte, in nüchternem Zustand als trügerisch zurückgewiesen. Jetzt erinnerte sich Betty, sowie das Blut in ihrem Magen ankam, in aller Deutlichkeit daran, dass sie sogar auf dem Weg der Genesung immer der Meinung gewesen war, ehemalige Rauschgiftsüchtige, die nach Operationen Schmerzmittel ablehnten, seien töricht. Für sie persönlich hatte nie der geringste Zweifel daran bestanden, dass sie, wäre sie von einem Bernhardiner aus einem Schneesturm gerettet worden, den Leben spendenden Schnaps schneller, als man hinschauen konnte, aus dem Fässchen gesüffelt und darauf geschissen hätte, dass sie rückfällig geworden war.
Schmerz und Schmerzfreiheit, das war für sie überhaupt keine Frage. Schuld daran war nur der Elefant, war ihr letzter nüchterner Gedanke.
…
Früher oder später würde sie dem Elefanten gegenübertreten müssen, das war ihr durchaus klar. Aber nicht gleich. Nicht heute Abend.“Alles in allem ist das Buch ein gut erzählter Thriller mit Vampir-Touch und deutlichen Einblicken in die Gefühlswelten von Alkoholikern – sorry – Menschen mit Blut-Abusus.
„Blutdurst“, Jonathan Nasaw
• Taschenbuch: 560 Seiten
• Verlag: Heyne Verlag (7. November 2005)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3453675010
• ISBN-13: 978-3453675018
• Originaltitel: The World on Blood
• Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 3,8 cmAlso, Leute: Überzeugt Euch selbst!
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Einen Großteil meiner Gedanken zu diesem Thema habe ich ja schon hier https://alkoholforum.de//index.php?topic=229.0 geschrieben.
Mir persönlich hilft es sehr, regelmäßig meine SHG zu besuchen. Und zumindest in den Städten hat man ja meist die Möglichkeit, sich erst mal in den unterschiedlichsten SHG umzuschauen. Es gibt ja die verschiedensten Formen - von Monolog, Dialog, (von Therapeuten) angeleitete, reine Betroffenen-Gruppen etc.
Ich habe mich auch - so wie Frilder schrieb - zu Anfang meines Neustarts in etlichen Gruppen umgesehen. Und natürlich waren da Gruppen dabei, die mir überhaupt nicht zugesagt haben: sei es wegen der Leute, sei es wegen der Art/Form der Gruppe. Ich persönlich mag keine Monolog-Gruppen, keine Rituale (welcher Art auch immer) und Therapeuten mag ich nur bei einer (Einzel-)Therapie. Aber das habe ich erst ausprobieren müssen. Und mich dann entscheiden.Mogli6 schrieb:
ZitatIch persönlich hab nur mal die "AA Erfahrung" gemacht, und die hat mich total abgeschreckt. Ich traue mich nicht,
in eine Gruppe zu gehen.
OK, die AA's haben mich auch abgeschreckt - aber sehr vielen Leuten helfen und "gefallen" sie. Nicht umsonst dürfte es die weltweit größte Selbsthilfeorganisation sein. Und wem es nicht gefällt - siehe oben! Wenn man einen Arzt braucht und mit einem nicht zufrieden ist, sucht man sich ja auch einen "Neuen"...Als ich meinen ersten Anlauf genommen hatte, habe ich irgendwann auch meine SHG nicht mehr besucht. Okay, nicht, weil sie mir nicht mehr zusagte, sondern weil sie umgezogen ist und für mich zu weit weg war (Ausrede! Für meinen Stoff bin ich auch "meilenweit zu Fuss" gegangen
). Und ich habe (aus meiner heutigen Sicht) den Riesenfehler gemacht, mir keine neue, näher/verkehrsgünstiger gelegene zu suchen.Besch...eidener sind da schon die Leute dran, die keine Möglichkeit haben, eine Auswahl zu treffen. Z.Bsp., weil sie auf dem Land wohnen oder auf einer Insel (ein kürzlich verstorbener Gruppenfreund ist immer zu seinem Geburtstag für 2 Wochen nach Helgoland gefahren und hat dann die dortige Gruppe besucht). Und wenn man dann nur eine Gruppe in erreichbarer Nähe hat und die einem dann nicht zusagt ...
Lange Rede, kurzer Sinn: Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er eine SHG besuchen will. Ob es Einem guttut kann man aber nur entscheiden, wenn man es probiert hat ...
Und wie man sicher merkt: Ich bin ein Verfechter von SHG
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Hallo, FlorentiusJon - auch von mir ein herzliches Willkommen :heartBalloon:
Im Grund genommen sehe ich hier auch noch kein Suchtverhalten - aaaber: denke mal, dass es schleichend dazu werden könnte. Gut, dass Du Dir Gedanken über Dein Trinkverhalten machst. Denn tätest Du das nicht, könnte es schneller umschlagen als Du denkst.
Es gibt ja verschiedene "Definitionen/Kategorien" von Alkoholikern, wobei diese selten klar umrissen auf jemanden zutreffen, sondern meist "hauptsächlich dies und dann noch ein wenig davon und etwas hiervon". Beispiel gefällig?
"Gelegenheitstrinker - sie trinken, weil es eben dazu gehört. Beispielsweise zu Anlässen und in der Freizeit. Sie trinken regelmäßig und nicht selten große Mengen. Quartalstrinker - diese Trinker verlieren in unterschiedlichen Zeitabständen die Kontrolle über ihren Alkoholkonsum. Sie können wochenlang keinen Alkohol trinken. Dann aber plötzlich überkommt sie ein unstillbares Verlangen nach großen Mengen Alkohol, was nicht selten in tagelangem Vollrausch endet."Und Land-in-Sicht hat schon die Frage gestellt, die ich mir auch stelle:
ZitatWie ist das denn wenn Du Urlaube oder verlängerte Wochenenden hast?
Oder hast/machst Du so etwas nicht? Wenn nein - warum nicht? Mach doch einfach mal etwas anderes an einem Wochenende als in Deiner Bar zu sein: Schnapp Dir 'nen Freund/'ne Freundin und plane mal einen Wochenendtrip (Angeln, wandern, Sigthseeing, Lachyoga-Kurs ...).
Ich sage bewusst "plane", denn spontan wird das wahrscheinlich wieder verschoben ...Ansonsten möchte ich noch mal betonen, dass es gut ist, dass Du Dir Gedanken machst - und nicht nur für Dich allein im "stillen Kämmerlein". Ich persönlich glaube, das aussprechen/schreiben hilft, sich selbst intensiver damit auseinander zu setzen.
Gruß
Greenfox -
Ich Wünsche Dir Zeit
Verfasser unbekanntIch wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,
ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben.
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freun und zu lachen,
und wenn Du sie nützt, kannst du was draus machenIch wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedensein könnenIch wünsche Dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben,
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun
anstatt nach der Zeit auf die Uhr zu schaun.Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
es hat keinen Sinn diese Zeit zu verschieben.Ich wünsche dir Zeit zu dir selber zu finden
jeden Tag jede Stunde als Glück zu empfinden,
ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben
ich wünsche Dir:ZEIT HABEN ZU LEBEN
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Das ist ja das Schöne - so viele Menschen, so viele Erfahrungen. Und ich freue mich (für Dich), wenn Dir dieses Forum reicht, um Deine Ziele (suchtmittelfrei zu leben) zu erreichen.
Ich habe für mich feststellen müssen, dass dies mir nicht reicht/reichen würde. Also gehe ich zu meiner SHG.
Mir ist klar, dass kein Weg eine Garantie bietet. Also nehme ich JEDE Hilfe an (von der ich der Meinung bin, sie könnte mir helfen). -
Habe das Bedürfnis - zum besseren Verständnis - hier noch mal eine etwas längere :-\ Vorstellung einzustellen...
Mein Weg in die Trockenheit
Nur so zum Verständnis vorneweg (dann brauche ich es nachher nicht noch einmal erklären): Ich bin Polizeibeamter in Berlin und daher privat krankenversichert.
2001 sollte ich wegen der Umschreibung meines Führerscheins zum Polizeiärztlichen Dienst. Dort wurde dann festgestellt, dass meine Leberwerte „erhöht“ sind. Also erhielt ich eine erneute „Einladung“ für drei Monate später verbunden mit der Auflage, bis dahin keinen Alkohol zu trinken. Habe ich „natürlich“ nicht geschafft, was man anhand der Werte auch sehen konnte. Also nochmal zwei Monate später wiederkommen. Dasselbe „in dunkelgrün“.
Also erhielt ich die Auflage, für ein viertel Jahr zur Sozialbetreuung zu gehen und dort Gesprächsrunden und die polizeiinterne Selbsthilfegruppe zu besuchen – wegen meinem Alkoholkonsum.OK – hingehen musste ich, war ja eine Weisung. Aber ich dachte: „Was wollen die von mir – nur weil ich nach Feierabend mein Bierchen trinke?“ Nach einer Weile und etlichen Gesprächen dachte ich: „Was wollen die von mir – nur weil ich nach Feierabend meine 2-3 Bierchen trinke?“ Und wieder später: „… - nur weil ich meine 6-7 Bierchen und bei Feiern auch mehr trinke?“
Jedenfalls, nach einer Weile dämmerte mir, dass ich tatsächlich ein Problem mit/ohne Alkohol haben könnte. Und irgendwann kam mir die Erkenntnis, dass ich tatsächlich Alkoholiker bin. Bis ich es aussprechen konnte, hat es dann aber noch eine Weile gedauert. Und schließlich wollte ich „das Problem“ aktiv angehen.Mit Hilfe der Sozialbetreuung habe ich dann die ganzen Formalitäten erledigt – unter anderem die Kostenübernahme!! – und mit einer ambulanten Therapie angefangen. Eine stationäre Therapie, vielleicht noch am Ar…m der Welt, wollte ich nicht machen, schließlich hatte meine Frau ja keine Arbeit, wir ein kleines 2jähriges Kind, es ist so viel zu machen und zu tun, und meine Frau schafft es doch nicht alleine, und, und, und … Die Ambulante hat mir auch einiges gebracht und gegeben – nur mit dem Trinken habe ich nicht wirklich aufgehört. Ich konnte einfach nicht! Es war eigentlich nur eine zeitweise Reduzierung.
Schließlich kam ich (in Zusammenarbeit mit meiner Frau) zu dem Entschluss, „Nägel mit Köpfen“ zu machen und doch auf eine stationäre Therapie umzusteigen. Die Empfehlung der Sozialbetreuung war, dass diese möglichst weit weg stattfinden sollte, damit ich auch wirklich Ruhe und Abstand habe von allen möglichen Problemen und mich dabei nicht Freunde, Familie „mal schnell“ besuchen und so stören können. Auch aus heutiger Sicht kann ich mich diesen Argumenten nicht verschließen. Ich hatte keine Ahnung, was mich überhaupt erwartet, ich wollte es nur hinter mich bringen und „geheilt“ werden und stimmte zu. Wieder wurde, mit Hilfe der Sozialbetreuung, der Papierkrieg und die Kostenübernahme geklärt.Und dann ging es für 3 Monate ab in die Eschenberg-Wildpark-Klinik nach Hennef – das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Bonn. Sehr schöne Gegend übrigens.
Dort ging es dann ans Eingemachte. Oha – man sollte nicht unterschätzen, wie anstrengend das „Mit-sich-selbst-beschäftigen“ sein kann! Und trotzdem: Was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte, geschah: Ich habe „Nachschlag“ beantragt! Und auch 4 zusätzliche Wochen bewilligt bekommen … (hätte auch mehr genommen).
Um an dieser Stelle auch mal auf meinen Einführungssatz zurück zu kommen: Als privat Versicherter muss man eine Behandlung erst mal selbst aus eigener Tasche verauslagen/selbst bezahlen, dann die Rechnungen einreichen und bekommt das Geld dann spääääter ganz oder teilweise zurück! Und ohne die Kostenübernahmebescheinigung von meiner Krankenkasse und der Beihilfe hätte ich ganz schön alt ausgesehen: Diese 4 Monate Therapie hätten mich (erst mal) eine stolze 5stellige Summe gekostet!!
Zur Verabschiedung meinten meine Therapeuten noch zu mir: „Nun seien Sie aber nicht zu euphorisch und gründen eine eigene Selbsthilfegruppe: Kümmern Sie sich erst mal weiter um sich selbst und werden richtig stabil!“Wieder zurück zu Hause und auf Arbeit habe ich mich dann tatsächlich frisch, „geheilt“ und unbesiegbar gefühlt. Insbesondere auf Arbeit habe ich mit meinen Kollegen, aber auch mit meinen Bekannten und Freunden, von Anfang an Tacheles geredet und ihnen erklärt, dass ich Alkoholiker bin, deshalb in Therapie war und deshalb auch nicht mehr an „außerdienstlichen Aktivitäten“, deren Verlauf ich leider nur zu gut kannte, teilnehmen werde. Ich habe darauf nur positive Reaktionen erlebt! Man fand es mutig, dass ich a) den Schritt der Therapie gemacht habe und b) so offen war.
Im Übrigen musste ich nach meiner Rückkehr feststellen, dass sich sowohl zu Hause als auch auf Arbeit die Welt auch ohne mich weitergedreht hatte (siehe meine Gründe/Ausreden, warum eine stationäre Therapie nicht möglich wäre)!
Das Leben hatte mich wieder – aber eben ohne Alk!
Ich besuchte regelmäßig meine Gruppe, die ich ja auch schon vor der Therapie besuchte und die letztendlich „Schuld“ daran war, dass ich jetzt bekennender Alki war, trank keinen Alkohol mehr – und freute mich des Lebens.
Aber dann: Irgendwann wurde diese Gruppe aber ins tiefste Spandau verlegt – ich arbeite aber in Charlottenburg und wohne in Altglienicke. Nee, Leute – das geht ja nun gar nicht! Tut mir leid, aber mein bisschen Freizeit derart beschneiden? Sorry, aber dann geh ich eben nicht mehr zur Gruppe. Außerdem – nach ca. 1 Jahr Abstinenz fühle ich mich stabil genug, um es auch alleine zu schaffen.Das klappte auch – ungefähr ein dreiviertel Jahr. Dann bekam ich eines Tages eine schlimme Nachricht. Ich musste erst mal an die frische Luft und machte einen langen Spaziergang. Kurz bevor ich wieder zu Hause war, kam ich an eine Gaststätte vorbei. Ich weiß heute nicht mehr, was mich geritten hat, aber ich ging rein, setzte mich an den Tresen und bestellte mir kein Wasser, wie sonst, sondern ein Bier. Danach ging ich nach Hause. Ein paar Tage später trank ich wieder ein Bier – das erste hatte ja nicht „wehgetan“. Und kurz darauf ging es dann ziemlich schnell, bis ich wieder auf meinem „alten“ Level war. Es dauerte nicht lange und ich fragte mich, was ich da eigentlich für einen Blödsinn mache. Aber irgendwie wollte ich auch nicht aufhören. Zunächst trank ich heimlich und „relativ“ wenig. Nach einiger Zeit war es mir aber dann auch egal und ich trank wieder „öffentlich“. Leider (aus heutiger Sicht) bekam ich aber aus dem Familien-/Verwandtenkreis keinen auf die Finger.
Nach ungefähr einem Jahr beschloss ich dann für mich „Das reicht jetzt!“. Ich ging zu meiner Hausärztin, lies mir eine Überweisung geben und besorgte mir einen Termin für eine Entgiftung im Krankenhaus Hedwigshöhe. Die Entgiftungswoche dort absolvierte ich auch „ganz locker“ – ging mit 0,00 o/oo dorthin und hatte dort auch keine Entzugserscheinungen. Dann ging ich wieder nach Hause – und machte weiter wie vorher.
Nun kann man fragen „Wie blöd kann man sein?“ Aber es war eben so. Eine Erklärung dafür kann ich auch heute noch nicht geben.
Ein Jahr darauf ließ ich mich jedenfalls wieder einweisen. Und ein Jahr darauf nochmals… „The same procedure as every year…“Inzwischen wuchsen aber auch meine Selbstzweifel, mein Schamgefühl – vor meiner Familie, noch mehr aber vor mir selbst. Ich fragte mich zwar manchmal selbst, warum ich mir keine professionelle Hilfe suchte, zumindest in Form einer Gruppe. Schließlich hatte ich doch in der Therapie verdammt noch mal gelernt, dass man es (in den allerseltensten Fällen) nicht alleine schafft. Aber andererseits kam ich mir nur vor wie der letzte Loser, ein Weichei, das nichts auf die Reihe kriegt, eben der vollkommene Versager… Also kamen auch noch Depressionen ...
Zum Glück hielten meine Frau und meine Familie auch in dieser Zeit zu mir. Jedenfalls, nach dem ich auf diese Weise fast 4 Jahre (!!) wieder saufender Weise – bei steigendem Quantum – zugebracht hatte, reifte in mir der Entschluss, mal wieder „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Denn sollte es so weiter gehen, würde ich wohl die immer öfter auftauchenden Suizidgedanken („Ohne Dich ist die Familie wohl besser dran, dann haben sie endlich Ruhe vor meiner Sauferei“) irgendwann vielleicht wirklich umgesetzt haben.
Ich sprach mich mit meiner Frau ab und suchte mir eine Klinik aus. Ich entschied mich dann für die Oberberg-Klinik in Wendisch-Rietz. Wir sind sogar mit Frau und den Kindern hingefahren, um sie uns anzuschauen und mal mit dem dortigen Oberarzt zu sprechen. Ja, doch, hat uns ganz gut gefallen. Aaaber – das ist eine Klinik nur für Privat-Patienten. Egal, bin ja einer...Als Nächstes ging ich wieder zu meiner Hausärztin und stellte die entsprechenden Anträge bei Krankenkasse und Beihilfe. Leider kam nach einer Weile ein ablehnender Bescheid von der Krankenkasse. Da sie bereits eine Langzeittherapie bezahlt hätten, könnten sie nicht noch eine bezahlen. Schei…benhonig! Aber egal – irgendwie werde ich das Geld schon zusammenkriegen! Ich WILL endlich raus aus diesem Sumpf, der mich mit jedem Tag tiefer zog! Zum Glück sagte mir die Beihilfe eine Kostenübernahme zu – das sind immerhin 70%! Die restlichen 30% kriege ich schon irgendwie gebacken – das ist es mir wert!
Zwischenzeitlich bekam ich dann einen Termin für die Klinik. Am 18.05.2008 sollte es soweit sein.Zirka einen Monat vorher hatten wir aber erst noch eine große Familienfeier (meinen 45. Geburtstag). Diesen Tag habe ich einigermaßen überstanden und auch nur 1-2 Bier getrunken. Aber als alle weg waren … Jedenfalls bin ich dann abends nervlich zusammengebrochen und hätte mich am liebsten sofort in die Klinik fahren lassen. Aber das wäre schwierig geworden und meine Frau konnte mich halbwegs wieder beruhigen.
Am übernächsten Tag bin ich dann zu meinem Chef gegangen und habe ihm meine Situation geschildert – auf Arbeit bin ich bis dahin (zu Glück) noch nicht aufgefallen. Glücklicherweise war mein Chef sehr verständnisvoll und fragte mich, wie wir die Zeit bis dahin gestalten wollten oder ob ich mich krankschreiben lassen wollte. Da mir die Arbeit aber bislang immer noch Halt gegeben hatte, wollte ich weiterarbeiten und mich dann erst ab dem Tag der Einweisung krankschreiben lassen.
Die Zeit, bis ich dann in die Klinik konnte, habe ich dann – in Absprache mit meiner Frau – mit „kontrolliertem Trinken“ überstanden. Das heißt, ich habe nur ein paar Bier getrunken (und die sonst üblichen Schnäpse weggelassen), und das „öffentlich“ zu Hause, also nicht (un)heimlich. So habe ich mich zwar ruhiggestellt, aber nicht „abgeschossen“. Trotzdem ist auch das mir schwergefallen.Und dann war er endlich da, der Tag der Tage.
Mein Schwager fuhr mich zusammen mit meiner Frau in die Klinik.
Ich hatte zwar wieder 0,00 o/oo, aber mir ging es irgendwie diesmal nicht so prickelnd! Die Untersuchungen ergaben denn auch, dass mein Blutdruck…, mein dieses und mein jenes … Naja, nicht sehr berauschend!
Auf dem Zimmer dann nachher der nächste Schock. Dort lagen dann die Unterlagen der Klinik bereit, in denen dann auch die Kosten, die auf mich im Rahmen einer Therapie zukommen würden! Knapp 5stellige Summe – alle 14 Tage!!! Wie soll ich das bewältigen, davon 30% zu stemmen? So eine Therapie dauert ja ca. 3 Monate! Mein Blutdruck stieg jedenfalls noch weiter.
Normalerweise bleibt man nur 1-2 Tage im Aufnahmezimmer zur Beobachtung. Aber da meine Entzugserscheinungen doch „etwas“ heftiger als sonst bei mir üblich ausfielen, musste ich erst einmal für 4 Tage ins Bett und an den Tropf.
Aber bereits am 2. Tag kam „mein“ Einzeltherapeut zu mir und begann mit den Gesprächen. Er war mir glücklicherweise sofort sehr sympathisch und ich konnte mich ihm öffnen. Es kam ja auch die Erfahrung, die ich bei der ersten Therapie gemacht habe, wieder hoch: Es kann nur etwas bringen, wenn man sich darauf einlässt und es zulässt!
Als es mir wieder besser ging, musste ich zwar im Aufnahmezimmer bleiben, aber die Gruppentherapie begann.
Zunächst war ich etwas skeptisch, da von den Anderen aus „meiner“ Gruppe nur noch Einer wie ich Alkoholiker war. Die Anderen waren dort mit Burn out, mit Suizidgefährdung, Angstzuständen und, und, und. Allerdings merkte ich auch schnell, dass wir gar nicht so verschieden sind. Jeder geht nur mit seinen Problemen, Ängsten anders um: ich habe sie versucht, sie mit Alkohol zu ertränken, andere haben sich mit Arbeit betäubt oder sich ihren Ängsten ergeben…Und dann kam die für mich niederschmetternde Nachricht, dass die Beihilfe nun doch NICHTS bezahlt! Also, DIE finanzielle Bürde hätte ich beim besten Willen nicht stemmen können. Und auch, wenn sich die Ärzte und Therapeuten rührend kümmerten und versuchten, die Beihilfe und Krankenkasse mit medizinischen und anderen Beschwörungsformeln umzustimmen – es führte kein Weg rein.
Naja, wenigstens bezahlt die Krankenkasse die Entgiftung! Und da in dieser Klinik mit mir eine sogenannte „qualifizierte“ Entgiftung (sprich: mit gleichzeitiger intensiver therapeutischer Behandlung) durchgeführt wurde, konnte ich bis zu meiner „medizinischen“ Wiederherstellung 14 Tage in der Klinik „genießen“.
Und für diese Zeit bin ich äußerst dankbar! Denn die Gespräche mit den Therapeuten und der Gruppe haben mir sehr, sehr viel gegeben und mir die Augen geöffnet.Nach meiner Entlassung aus der Klinik habe ich mir erst einmal einen Führer für Selbsthilfegruppen in Berlin besorgt. Denn das ist mir klargeworden: Ohne Selbsthilfegruppe, ohne externe Hilfe ist es mir nicht möglich, mich aus der Umklammerung meiner Alkoholsucht zu befreien!
Das wäre sonst wie in der Geschichte von Baron von Münchhausen, der sich an seinem eigenen Haarschopf aus dem Sumpf zog.Ich suchte mir also alle möglichen Gruppen in meiner Umgebung (günstig von Arbeit und/oder Wohnanschrift zu erreichen) raus, lies mich noch zwei Wochen krankschreiben (auf Arbeit hatte man sowieso erst nach 3 Monaten mit mir gerechnet) und bin dann in diesen zwei Wochen jeden Tag losgezogen. Ich habe mir alle möglichen Gruppen aller möglichen Couleur angeschaut – und mich dann entschieden.
Und da ich wusste, dass ich noch ziemlich labil war, habe ich mich entschlossen, 3x pro Woche eine Gruppe zu besuchen. Ok – 2x, der andere Termin war eine Einzelsitzung bei einem Therapeuten der Oberberg-Klinik. Aber nur ein wöchentlicher Gruppenbesuch hätte mir vermutlich nicht gereicht.
Die Gespräche in den Gruppen (und natürlich auch beim Therapeuten), in denen ich übrigens sehr gut und herzlich aufgenommen wurde, waren immer sehr interessant und haben mir sehr, sehr viel gegeben – und wurden mir nach und nach zum Bedürfnis. Es waren feste Termine in meiner Planung und wenn ich denn doch mal aus irgendwelchen Gründen nicht konnte, dann fehlte mir etwas.Im Übrigen habe ich auch diesmal auf Arbeit nach meiner Rückkehr die Karten auf den Tisch gelegt und allen Kollegen meiner Dienstgruppe erklärt, was mit mir los war und ist. Und auch anderen Kollegen habe ich, wenn denn das Gespräch auf dieses Thema kam/kommt, davon erzählt
Irgendwann – so nach ungefähr 1,5 Jahren Trockenheit – fühlte ich mich stabil genug, um die wöchentlichen Termine zu reduzieren. Schließlich stand ich ja voll im Arbeitsleben und hatte auch noch eine Familie (mittlerweile waren es 2 Kinder).
Also reduzierte ich zunächst die Termine bei dem Therapeuten – alle 2 Wochen, 1x im Monat usw. – bis auf Null. Aber auch das reichte mir irgendwann nicht, wurden mir 2 Gruppen in der Woche ZEITLICH zu viel. Ich musste/wollte mich also für eine der beiden Gruppen entscheiden. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, denn in Beiden fühlte ich mich wohl.
Zufälligerweise (?) gehören beide Gruppen, die ich mir ausgesucht und anschließend auch regelmäßig besuchte, zum VAL (http://www.val-ev.de)!
Es tut mir leid für die Mittwochsgruppe Neukölln, dass ich mich gegen sie entschied – herzlichsten Dank und Gruß an dieser Stelle – und seit dem “nur“ noch die Freitagsgruppe Köpenick besuche (deren Gruppenleiter ich mittlerweile bin)! Es hatte nichts mit Euch zu tun, sondern es war eine Zeit-Frage.Na, jedenfalls bin ich nun mittlerweile etwas über 6 Jahre trocken.
Und ich denke, dies liegt daran, dass ich regelmäßig die Gruppe(n) besucht habe, mich regelmäßig mit dem Thema und mir beschäftige und auseinandersetze und auch aktiv im Rahmen meiner (zeitlich begrenzten) Möglichkeiten u.a. im VAL betätige und in einem Krankenhaus meine Selbsthilfegruppe vorstelle.Ich wünsche Allen, die (mindestens einen Tag) trocken sind – also auch mir -, dass diese Trockenheit noch sehr, sehr lange anhält und von Zufriedenheit geprägt sein möge!
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Hab da auch noch etwas, das ich in dem Buch „Blutdurst“ (Jonathan Nasaw, dt. Taschenbuchausgabe 12/2005) gefunden habe. "Bei Jonathan Nasaw sind die Vampire Junkies, süchtig nach Blut, das ihnen den ultimativen Kick bringt. Eine provokante, abgründige Geschichte voll düsterer Erotik und verstörender Schreckensvisionen, die den Rahmen des Vampirromans sprengt. Ein fesselnd erzählter Trip auf der finsteren Seite." Wie dem auch sei - ich fand, dass man in dem Buch oft das Wort "Blut" durch "Alkohol" hätte ersetzen können ...
Ich habe diesen Ausschnitt mal benannt mit:Der Rückfall
„Die Behauptung, Betty hätte nach der Flasche gegriffen, den Deckel abgeschraubt und einen herzhaften Schluck getrunken, bevor ihr klar wurde, was sie tat, wäre nicht ganz zutreffend gewesen. Ebenso unzutreffend wäre es aber gewesen, ihr Vorgehen auf eine bewusste Entscheidung zurückzuführen, und vom Endergebnis einer sorgsam gefällten moralischen Entscheidung zu sprechen, wäre die reinste Irreführung.
Auch stellte das Anwinkeln des Ellenbogens in dem Moment keine bewusste Ablehnung der 12-Schritte-Prinzipien oder ihres bisherigen Lebens dar oder besagte auch nur, dass sie ein Leben im Blutrausch einem nüchternem Dasein vorzog. Sie hätte die Gedankentätigkeit, die sich zwischen Saftflasche und ihren Lippen abspielte, in nüchternem Zustand als trügerisch zurückgewiesen. Jetzt erinnerte sich Betty, sowie das Blut in ihrem Magen ankam, in aller Deutlichkeit daran, dass sie sogar auf dem Weg der Genesung immer der Meinung gewesen war, ehemalige Rauschgiftsüchtige, die nach Operationen Schmerzmittel ablehnten, seien töricht. Für sie persönlich hatte nie der geringste Zweifel daran bestanden, dass sie, wäre sie von einem Bernhardiner aus einem Schneesturm gerettet worden, den Leben spendenden Schnaps schneller, als man hinschauen konnte, aus dem Fässchen gesüffelt und darauf geschissen hätte, dass sie rückfällig geworden war.
Schmerz und Schmerzfreiheit, das war für sie überhaupt keine Frage. Schuld daran war nur der Elefant, war ihr letzter nüchterner Gedanke.
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Früher oder später würde sie dem Elefanten gegenübertreten müssen, das war ihr durchaus klar. Aber nicht gleich. Nicht heute Abend.“ -
Rapsoul: "Bester Freund"
https://www.youtube.com/watch?v=2wiqn-4yoDMRapsoul - Bester Freund
Du bist nicht wie die anderen auf dich kann man sich verlassen
Du bist loyal du hältst zu mir auch wenn mich andere hassen
Nicht mehr normal geht es mir schlecht dann bringst du mich zum lachen
Ich fühle mich wohl bei dir ich weiß dass wir es zusammen schaffen
Du lässt mich nie im Stich du hast mich noch nie belogen
Du gibst mir immer Recht immer glättest du die Wogen
Probleme kennst du nicht mit dir hab ich noch nie verloren
Du bist wie ein Engel ich fühle mich in deinen Armen geborgen
Denn schon als kleines Kind haben wir uns oft gesehen
Du kanntest meine Mutter weißt du dass sie nicht mehr lebt
Sie wäre stolz darauf dass wir uns immer noch verstehen
Warst du bei uns zu Haus wart ihr doch stundenlang am Reden
Ihr habt euch gut verstanden das weiß ich noch ganz genau
Doch leider nicht sehr lange dann gab es oft Zoff zu Hause
Ich ging dann zu Verwandten ich musste da ganz schnell raus
Ich wollte Frischluft tanken mir war schlecht vom Kippenrauch
Das ging dann jahrelang so doch du standest mir zu Seite
Kinderheim JVA du hast mich dort begleitet
Dafür will ich dir danken für diese schönen Zeiten
Du bist mein bester Freund du wirst es immer bleibenWenn ich nicht lachen kann dann lache ich mit dir
Wenn ich nicht tanzen kann dann tanz ich mit dir
Weil ich nicht fliegen kann flieg ich mit dir
Wir fliegen zusammen - auf die SchnauzeEr war sein bester Freund und war die Welt traurig und grau
War er immer für ihn da machte den Himmel wieder blau
Sie waren ein eingespieltes Team und so gut wie nie zu trennen
Er war das Wichtigste für ihn um Probleme zu verdrängen
Mit ihm an seiner Seite war er mutig und stark
Denn schon morgens war er da guter Start in den Tag
Und auch abends in der Bar war er stets treuer Begleiter
Denn Frauen anzusprechen war mit ihm einfach viel leichter
Er brauchte ihn denn ohne ihn hatte er Angst
Und er redete sich ein dass er ohne ihn nicht kann
Doch irgendwann fingen die Freunde an seinen besten Freund zu hassen
Und nur einen Monat später haben sie ihn deshalb verlassen
Auch das Geld wurde knapp keine Lust mehr auf seinen Job
Der Chef fuckt ihn ab er fühlt sich schwach hat kein Bock
Manchmal sieht man ihn noch heute einsam trauriges Gesicht
Seinen Freund nennt er heute Teufel doch getrennt hat er sich nichtWenn ich nicht lachen kann dann lache ich mit dir
Wenn ich nicht tanzen kann dann tanz ich mit dir
Weil ich nicht fliegen kann flieg ich mit dir
Wir fliegen zusammen - auf die SchnauzeWenn ich nicht lachen kann dann lache ich mit dir
Wenn ich nicht tanzen kann dann tanz ich mit dir
Weil ich nicht fliegen kann flieg ich mit dir
Wir fliegen zusammen - auf die Schnauze -
Ja - auch ich musste schniefen. Aber gerade deshalb finde ich es (auf gruselige Weise) großartig!
Als Pendant hier noch eine Abwandlung von X. Naidoos "Der Weg". Ist mir so vor einem Jahr mal durch den Kopf gegangen ...
Mein Weg
Ich ging diese Straße lang und die Straße führte zu mir.
Die Worte, die Gedanken – sie sprachen nur zu mir.
Noch ein paar Schritte und dann fand ich den Schlüssel zu dieser Tür.Dieser Weg wird kein leichter sein,
dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht leicht wird er für mich sein,
doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.Es war kein kleiner Augenblick, eine Weile war ich nicht da.
Doch ich ging einen kleinen Schritt und dann wurde es mir klar -
Diesen Weg kann nur ich alleine gehen.
Doch es gibt Menschen, die mir zur Seite stehen.Dieser Weg wird kein leichter sein,
dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht leicht wird er für mich sein,
doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.Vieles in meinem Leben und in mir ging kaputt
Doch Gespräche mit anderen, denen es ging wie mir, machen Mut.
Manche verachten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf.
Leicht wird es nicht, doch gibt es auch Hilfe zu Hauf‘.Dieser Weg wird kein leichter sein,
dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht leicht wird er für mich sein,
doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.Manchmal scheint es leicht, und manchmal verzweifelst Du.
Doch Rückschläge gehören leider manchmal dazu.
Ein Stück bin ich nun gegangen – es war wirklich steinig und schwer.
Doch zurück ins alte Leben will ich nicht mehr.Dieser Weg wird kein leichter sein,
dieser Weg wird steinig und schwer.
Nicht leicht wird er für mich sein,
doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.Vieles muss ich über den Umgang mit mir und meiner Sucht noch lernen.
Doch auch andere sind ihn gegangen - ich habe den Weg gesehen!
Steinig ist er und schwer – aber ich will ihn gehen.
Denn ich habe ihn wieder, den Traum von den Sternen!Dieser Weg war kein leichter - nein,
dieser Weg war steinig und schwer.
Nicht leicht wird er weiter sein,
doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.Dieser Weg … dieser Weg ist steinig und schwer.
Nicht leicht wird er für mich sein,
doch dieses Leben bedeutet mir wieder mehr.
Dieser Weg. -
Warum Mama?
Ich ging zu einer Party, Mama,
ich erinnerte mich, was du sagtest.
Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama,
also trank ich Soda stattdessen.Ich fühlte mich richtig stolz, Mama,
so wie Du es mir vorausgesagt hattest.
Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama,
obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.Ich weiß, ich tat das richtige, Mama,
ich weiß, du hast immer recht.
Nun ist die Party zu Ende, Mama,
und alle fuhren sie fort.Als ich in meinen Wagen stieg, Mama,
wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren,
weil Du mich so erzogen hast,
verantwortungsbewusst und lieb.Ich fuhr also los, Mama,
aber als ich auf die Straße auffuhr,
sah mich der andere Wagen nicht, Mama,
er fuhr einfach über mich drüber.Als ich lag auf dem Asphalt, Mama,
hörte ich den Polizisten sagen,
"Der andere Typ war betrunken", Mama.
Und nun bin ich es, die bezahlen wird.Ich liege hier sterbend, Mama...
Ich wünsche Du wärst bald hier.
Wie konnte das geschehen, Mama ?
Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.Überall um mich ist Blut, Mama,
das meiste davon ist meins.
Ich höre den Arzt sagen, Mama,
bald werde ich sterben.Ich wollte Dir nur sagen, Mama,
ich schwöre, ich habe nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mama,
die anderen haben nicht nachgedacht.Er war wohl auf der selben Party wie ich.
Der einzigste Unterschied ist, er hat was getrunken.
Und ich werde sterben.
Warum betrinken sich die Leute, Mama ?Es kann ihr ganzes Leben zerstören.
Jetzt fühle ich heftige Schmerzen.
Es sticht wie ein Messer.Der Typ, der mich anfuhr, der geht, Mama,
und ich denke, das ist nicht fair.
Ich liege hier im Sterben
und alles, was er kann, ist zu starren.Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
schreib "Papas Mädchen" auf mein Grab.Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama,
kein Alkohol hinter dem Steuer.
Wenn sie es ihm bloß gesagt hätten, Mama,
wäre ich noch am Leben.Mein Atem wird kürzer, Mama,
ich bekomme solche Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mama.
Du warst immer da, als ich Dich brauchte.Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mama,
bevor ich mich verabschiede.
Ich bin nicht betrunken gefahren,
also warum bin ich diejenige die stirbt ?(Verfasser Unbekannt) gefunden auf http://jugend.a-connect.de/traurige_geschichte.php
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3 Zwerge wollen ins Guiness Buch der Rekorde. Zusammen überlegen sie, wie sie das schaffen.
Sagt der erste Zwerg: "Mmh, ich glaube, ich habe die kleinsten Hände!"
Sagt der Zweite: "Ich denke mal, dass ich die kleinsten Füße habe!"
Sagt der Dritte: "Und ich glaube, ich hab die kleinste Männlichkeit!"
Entschlossen gehen sie zur Guiness-Rekordprüfstelle.
Geht der erste Zwerg rein, kommt strahlend wieder raus und sagt: "Juhuu, ich habe wirklich die kleinsten Hände!"
Geht der zweite Zwerg rein, kommt auch strahlen wieder raus und sagt: "Jippie, und ich habe die kleinsten Füße der Welt!"
Geht der dritte Zwerg rein, kommt total niedergeschlagen wiederraus und sagt schluchzend: "... wer zum Teufel ist Dieter Bohlen? nixweiss0" -
Ein Mann geht zum Arzt, weil er nachts nicht schlafen kann. Er sagt: "Herr Doktor, bitte helfen Sie mir, ich kann schon seit Wochen nachts überhaupt nicht mehr schlafen!" Der Arzt verschreibt ihm ein Medikament: Viagra.
Da fragt der Mann: "Aber Herr Doktor, kann ich davon wirklich besser schlafen?" Da meint der Arzt: "Nein, aber dafür macht das Wachbleiben mehr Spaß."... :o -
Hi, Leute

Ich möchte Euch hier mal ein Buch ans Herz legen und empfehlen.Es heißt „Trockenzeit – Die stillen Siege eines Trinkers“. Geschrieben wurde es von Peter Böttcher. Bei ihm handelt es sich um einen Insider: er ist selbst Betroffener und seit etlichen Jahren trocken. Ich hoffe, dass sich daran seit seinem „letzten“ Nachwort aus dem Jahre 2009 daran Nichts geändert hat.
In dem Buch beschreibt er den „Werdegang“ vom „uneinsichtigen nassen Alkoholiker“ über die Erkenntnis, erste Trockenlegung, Rückfall, Langzeittherapie zum stabilen, zufriedenen „trockenen Alkoholiker“ einer zwar fiktiven Person – des Journalisten Frank Binder – aber beim Lesen merkt man, dass es Peter Böttchers eigene Erfahrungen sind bzw. sein „müssen“. Denn für reine Fiktion ist er zu nahe am Geschehen.Auf Grund des Erzählstils im Buch wendet es sich nicht nur an Betroffene, sondern auch an Angehörige, Therapeuten und auch einfach nur Interessierte. Ich muss ehrlich sagen, dass es sich angenehm, leicht liest, ohne ständig den erhobenen Zeigefinger erkennen zu lassen – ich habe das Buch an 2 Tagen ausgelesen. Nicht nur, als ich es zum 1. Mal gelesen haben, nein, auch die beiden weiteren Male. Und wenn ich schreibe, dass es sich „angenehm“ liest, meine ich damit nicht, dass es leicht oder oberflächlich geschrieben ist. Im Gegenteil – ich habe beim Lesen mehrfach schonungslos den Spiegel vorgehalten bekommen, obwohl Peter Böttcher und ich uns gar nicht persönlich kennen.
OK – ich bin nicht mit einem gezerrten und einbandagierten Bein bei Glatteis mit dem Fahrrad losgefahren und habe mir meinen „Stoff“ besorgt wie Frank Binder. Aber ich glaube, wenn … dann wäre ich. Auch die etwas ignoranten Ärzte und Therapeuten und abgestumpften Schwestern ebenso wie die engagierten und einfühlsamen habe ich erlebt. Logischer Weise verlief auch mein Rückfall anders – aber genau so rasant. Immer wieder musste ich mir beim Lesen eingestehen: So oder sehr ähnlich habe ich es auch erlebt. Ja, auch ich habe diese Erfahrung/en machen müssen.Das Buch handelt von Frank Binder, einem Journalisten bei einer Zeitung. Jahrelang hat er sich vehement gegen die Einsicht gewehrt, abhängig geworden zu sein.
„Munter wurde er morgens zumeist durch einen kräftigen Schluck. Den Mut, in der Frühbesprechung einen originellen Vorschlag zu machen, holte er sich aus der Flasche, die Leichtigkeit, den Artikel aufzuschreiben, ebenfalls. Obschon ihn das Gefühl beschlich, dass sich einige in der Redaktion ihm gegenüber eine seltsame Zurückhaltung auferlegt hatten. Binder begründete dies mit der natürlichen Konkurrenz im Hause. Ihm waren einige gute Beiträge gelungen und Missgunst machte um eine Redaktion keinen Bogen. Ein bisschen Vorsicht aber war wohl angebracht, nicht unbedingt durch eine Alkoholfahne aufzufallen, wie zwei Kollegen, die zweifelsfrei als Trinker galten.“
Es werden all die (mir) nur zu gut bekannten Mechanismen beschrieben, die er entwickelte, um nicht aufzufallen oder um gut über den Tag zu kommen. Ich sage nur: Pfefferminzbonbons, Mundspray, Anlegen von Depots/Verstecken. Aber auch die Selbstzweifel, das Wissen, das mit ihm etwas nicht stimmt.
Dann – der Absturz. Ab in die „Klapperbox“ (so wird im Buch die Entgiftungsstation genannt). Warum sie „Klapperbox“ genannt wird, erfährt er hautnah. Er lernt neben den anderen Patienten auch ignorante, hochnäsige Therapeuten und Ärzte, abgestumpfte Schwestern kennen, aber auch das Gegenteil. Die Selbstzweifel („Warum ich?“), die Erkenntnis, der Wille, etwas zu ändern – all das wird sehr lebendig geschildert.
Binder schafft es. Er schafft es, zwei Jahre trocken zu leben. Und dann schlägt Teufel Alkohol doch wieder zu. Im Endeffekt entscheidet er sich dann für eine Langzeittherapie an einem Ort, den Einige von Euch sicher kennen – in der Salus-Klinik Lindow. Welche Erfahrungen mit Mitpatienten und Therapeuten er dort macht, welche Erkenntnisse er gewinnt – lest es selbst!Das Vorwort zu dem Buch, dessen 1. Auflage 2006 erschien, schrieb übrigens Dr. Johannes Lindenmeyer – damaliger und aktueller Direktor der Salus-Klinik Lindow! Er schreibt unter anderem über das Buch und dessen Verfasser:
„Es macht nachdenklich, verbreitet aber auch Vergnügen und Spannung. Ich habe viele Berichte von Trinkern gelesen. Nur ganz, ganz wenige überdauern ihre Zeit, wie Jack London, Hans Fallada, Joseph Roth oder Malcolm Lowry. Das Buch von Peter Böttcher hätte dies sicherlich verdient.“Dem kann ich mich nur anschließen!
Vielleicht habe ich ja dem Einen oder der Anderen Lust auf mehr gemacht:
Autor: Peter Böttcher
Titel: Trockenzeit – Die stillen Siege eines Trinkers
Books on Demand; Auflage: 2 (11. März 2009)
ISBN-10: 3837021149 ISBN-13: 978-3837021141 -
In Abstimmung mit LiS (früher bekannt als Land-in-Sicht
) hier noch ein Link, der sich vorwiegend an die Jugend richtet:
http://jugend.a-connect.de/index.php -
Yepp ...
ZitatLand-in-Sicht
(alias LIS)Wat'n los - schreibfaul geworden ;D
-
Super Idee!
http://www.a-connect.de/
Diese Seite bietet unheimlich viele Info's rund um das Thema und ist nicht nur für "trockene Alkoholiker und solche, die es werden wollen", sondern auch für Angehörige, Freunde und alle Interessierte geeignet, besser: zu empfehlen.http://www.caritas.de/hilfeundberatu…echtigenhelfen/
Finde ich auch sehr interessant/informativ.http://www.landesstelle-berlin.de/e179/e191/
Für die Berliner unter Euch, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sindhttp://www.val-ev.de/
und hier etwas "Eigenwerbung" für meinen Selbsthilfeverein (ist nicht meiner, bin nur Mitglied
) -
Ahoi @Land-in-Sicht
mache ich doch gerne. Ich war mir als "Neuer" nur nicht sicher ... Ich finde, wir alle sollten jede Hilfe in Anspruch nehmen, die wir nur kriegen können - egal, ob wir Betroffene, Angehörige oder "Suchende" sind ... und da gehören auch gute Internetbeiträge dazu.