Beiträge von Greenfox

    Wollte hier eigentlich ein neckisches Bild zu dem Spiel hier einstellen - hab mich aber zu dusselig angestellt. Also ist es jetzt in der Gallery https://alkoholforum.de//index.php?act…;sa=view;pic=40 ;D



    Anmerkung Admin: Hallo Greenfox, ich hab Dir das Bild aus der Gallery mal hier eingebunden. O.K.? Bitte aber das Bild in der Gallery lassen da das jetzt mitnander verknüpft ist!
    Wegen technischer Dinge kann man übrigens in der Rubrik ´rund uns Forum, technische Fragen´ schreiben, oder über PM auch direkt einen Admin kontakten... Gruß, LiS

    Man, habe ich ein Glück mit meiner Gruppe :)

    Denn wenn ich das so bei Pit lese

    Zitat

    Ich habe aber überwiegend verbiesterte Alkoholhasser oder missionierende Heilsprediger hier kennengelernt.


    dann wird mir schlecht und ich kann ihn verstehen. Ich glaube, dann hätte ich auch keinen Bock mehr auf eine SHG...

    Aber genau deshalb "predige" ich immer wieder bei den Krankenhausvorstellungen: "Leute, schaut euch mehrere Gruppen mehrmals an - nicht jedes Gruppentreffen läuft gleich ab. Und entscheidet euch dann für eine Gruppe, wo ihr euch wohl und verstanden fühlt. Gebt nicht auf und sucht weiter, wenn ihr nicht sofort eine findet." Das "ganze Paket" muss stimmen - die Chemie zu den Leuten und das Konzept der Gruppe ...

    Ich habe damals aus mehreren Gründen aufgehört, meine damalige Gruppe zu besuchen und habe mir keine neue gesucht. Ich wollte es alleine schaffen - schließlich war ich ja auch schon über ein Jahr trocken und überhaupt der Größte und Schärfste. Und wo bin ich gelandet? Ziemlich schnell im Dreck.

    In meiner Gruppe läuft es ab wie bei LiS:

    Zitat

    Es ist dort kaum dogmatisch sondern läuft eher in lockerem und offenem Gespräch ab.


    Und deshalb fühle ichmich dort wohl. Das heisst noch lange nicht, dass diese Gruppe für jeden das Richtige wäre. Manche mögen eben mehr den Monolog, die Selbstgeisselung.

    Im Endeffekt ist es doch völlig egal, ob man eine Monolog-, Dialog- oder gar keine SHG besucht - Hauptsache ist doch, dass man etwas tut, etwas für sich tut! Und dadurch "trocken" bleibt - noch besser: "zufrieden trocken"!

    Oder??

    Bin ja eigentlich kein Fußball-Fan. Aber beim Knallen beim 2:0 habe ich mal reingeschaltet ... unglaublich.
    Wenn das Spiel vorbei ist - selbst wenn Brasilien noch ein Ehrentor erzielt, dann wird hier die Erde beben ...

    Man, die sind schnell - war noch nicht fertig mit schreiben und nun - F I N A L E :snowmanDance:

    Die sind dann aber nicht "trocken", sondern "staubtrocken" :-\
    Und so möchte ich nicht werden - kenne auch ein paar dieser "Exemplare".
    Für die ist es ja schon ein Rückfall, wenn sagt, dass man früher mal ein "Bierchen" getrunken hat (wegen der Verniedlichung) ...

    Ich fühle mich als "zufriedener Trockener".

    Zitat

    ich sei als geheilt aus der Klinik entlassen worden


    Ja, das ist ein weit verbreiteter Trugschluß - bei den Nicht-Betroffenen. Aber Du hast Recht - woher sollen sie es auch wissen.
    Manchmal kommt dieses Thema auch in meiner SHG auf und wir kommen eigentlich immer zu dem Schluß, dass wir uns (als Alkoholiker) nicht zu wichtig nehmen sollten. Nur weil wir betroffen sind, muss sich nicht der Rest der Menschheit auch mit diesem Thema beschäftigen. Ich finde es ja schon okay, wenn es die nächsten Angehörigen tun (mehr oder weniger zwangsweise ;)).
    Hauptsache, wir sind am Thema/Ball und können uns gegenseitig unterstützen.

    Zitat

    Ich glaube fest daran, dass es alleine - ohne die Unterstützung Gleichgesinnter - keiner schaffen kann.


    So würde ich es nicht ausdrücken - auch wenn ich ebenfalls ein Verfechter von SHG bin. Aber ich kenne auch einige (wenige), die nach ihrem Austieg nie eine Gruppe besucht haben. Und wer weiss, wieviele ich nicht kenne ...
    Ich würde es vielleicht eher so ausdrücken: "... dass es alleine ... ungleich schwerer ist, es zu schaffen." Auf jeden Fall aber so: "... dass ich es alleine ... nicht schaffe."

    Auch für mich ist der Freitag ( :)) ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Wenn ich mal mehr als einmal nicht zur Gruppe kann, dann fehlt mir direkt etwas ...

    Schön, dass es bei Dir geklappt hat mit dem Therapieplatz. Auch, dass Du mal auf das ganze Prozedere davor eingegangen bist. Sorry, ist bei mir aber schon zu lange her, habe es halbwegs vergessen - und jünger wird man ja auch nicht ;D

    Auf einen Punkt möchte ich aber doch eingehen:

    Zitat

    Verpflichtungen in meinem Leben die ich nicht anderweitig für mehrere Monate auf ´Pause´ stellen kann.

    Hier sollte jeder wirklich mit sich selbst ehrlich sein und sich überlegen, ob eine ambulante Therapie für einen selbst wirklich ausreichend ist! Okay, Du gehst in eine Tagesklinik - das ist schon etwas anderes wie bei mir damals. Du verbringst also Deinen "Arbeitstag" in der Klinik (und es wird Arbeit! Zumindest, wenn man sich wirklich auf die Therapie einlässt).

    Aber diese Begründung von wegen "ich kann das nicht auf 'Pause' stellen" habe ich damals auch gebraucht und höre sie heute noch oft. Nur - wenn ich besoffen in der Ecke liege und gar nichts mehr gebacken kriege: Dann ist auch "Pause"! Wenn nicht sogar "Sense" ...
    Und ich habe damals gemerkt: Oops, die Welt hat sich ja auch ohne mein Zutun weitergedreht ...

    LiS, das war jetzt nicht als "Kritik" an Dir gemeint, sondern als Denkanstoß für alle, die sich in der "Findungsphase" befinden und sich (noch) nicht so richtig entscheiden können. Und da Du ja schon eine Weile abstinent lebst, wirst Du ja schon selbst gemerkt haben, ob/dass Du also mit dieser Therapieform klarkommst.

    Zitat

    Es erstaunt mich immer wieder wie verschieden die Gesichter der Sucht
    und faszinierend aber auch wie unterschiedlich die Gesichter des Ausstiegs sind...

    Ja, jeder geht seinen eigenen Weg. Andere zu kopieren bringt nichts - aber, sich verschiedene Sachen annehmen und für sich zurecht basteln.
    Wir sind alle verschieden - und einander doch so ähnlich (zumindest, was die Sucht anbelangt).

    Greenfox

    Ich für mich habe festgestellt, dass KT bei mir nicht funktioniert! Ich kontrolliere höchstens, ob sich nicht doch noch ein Tropfen in der Flasche befindet ... oder nicht doch noch eine Flasche im Hause. Also lasse ich es ganz bleiben.
    Und somit kann ich katro nur vollkommen zustimmen: Ich weiss genau, worauf ich mich einlassen und wie es enden würde, wenn ich es versuchen wollte - im totalen Absturz.

    In dem von LiS angegebenen Link steht auch:

    Zitat

    Wer kann überhaupt 'kontrolliert trinken'?
    Trinken auf niedrigem, geregeltem Niveau eignet sich am ehesten für jüngere Personen, die:
    * noch nicht schwer abhängig sind,
    * über einen Arbeitsplatz und ein stabiles soziales Netzwerk verfügen und
    * keine gravierenden psychischen Probleme haben.
    Schwere Trinker, Langzeitabhängige und Menschen mit psychiatrischen Problemen sollten - wenn möglich! - eher eine totale Abstinenz anstreben, weil jeder Schluck Alkohol ihre psychische und körperliche Verfassung weiter schädigt. Ein geregeltes Trinken ist hier meist auch eine Überforderung, weil Suchtgedächtnis und Kontrollverlust schon zu weit ausgeprägt sind.

    Da ich mittlerweile zufrieden abstinent bin und mich doch einigermassen genau kenne, will ich es dabei belassen und nicht durch irgendwelche Experimente meine erreichten Erfolge aufs Spiel setzen.
    Wie heisst es doch so schön: "Never touch a running system!" ;D

    @LiS: Ich hoffe, ich habe Deine Intentionen für diesen Thread richtig verstanden und will hier mal meine Erfahrungen schildern.

    Als es bei mir soweit war, mich für eine Therapie(-form) zu entscheiden, kamen aus heutiger Sicht bei mir wieder so ein paar Verdrängungsgedanken: Ich kann ja nicht für 3-4 Monate wegfahren, weil ... meine Frau sich dann alleine um unsere kleine Tochter kümmern muss, sich jemand um die ganzen Finanzen kümmern muss, ...
    Also habe ich mich für eine ambulante Therapie entschieden.

    Das bedeutete, dass ich 2x/Woche zu einem Therapeuten gefahren bin - Montags war Gruppentherapie, Donnerstags Einzelgespräch. Beides jeweils 1,5 Stunden. Das Ganze hätte normalerweise ca. 1 Jahr gedauert (bitte nicht festnageln auf diese Zeit - genau weiss ich es nicht mehr).
    Im Großen und Ganzen fand ich es nicht schlecht, besonders die Gruppengespräche haben mir gefallen. Und jetzt kommt das ganz große AAAAAABER:
    Ich habe trotzdem zwischen den Tagen immer mal wieder getrunken. Und bei der nächsten Sitzung dann "natürlich" NICHT davon erzählt nixweiss0
    Irgendwann, so nach ungefähr einem halben Jahr, habe ich mich dann doch aufgerafft und davon erzählt. Vor allem deshalb, weil ich mich "mit mir" und meiner Frau unterhalten habe und zu dem Entschluß gekommen bin, "Nägel mit Köpfen" zu machen. Zusammen mit dem Therapeuten (der nicht sonderlich begeistert war) und der Sozialabteilung meiner Firma habe ich dann alles fertig gemacht für eine stationäre Langzeittherapie.

    Und hier musste ich mich dann entscheiden: entweder am AdW (Ar...m der Welt) oder in der Nähe meines Heimatortes (Berlin). Argumente für den AdW waren, dass ich mich ungestört um mich und mein/e Problem/e kümmern soll. Wenn ich also in Heimatnähe bleibe, können (theoretisch) "alle Nase lang" Verwandte/Freunde/Kollegen etc. vorbeikommen und mich mit allen möglichen Problemen "belästigen".
    Auch aus heutiger Sicht und den Erfahrungen bei der damaligen Therapie (Mitglied meiner Gruppe kam dort aus der Nähe und jeden zweiten Tag war seine Frau - ebenfalls Alkoholikerin und psychisch ... naja - in der Klinik und hat ihn mit ihren Problemen zugesch...üttet) kann ich mich diesen Argumenten nicht verschliessen und habe mich also für den AdW entschieden und ging in eine Klinik in Hennef (bei Bonn).

    Dort kam man zunächst in eine "Anfänger-/Neulings-"Gruppe. Nach einer Woche wurde man dann einer festen Gruppe zugeteilt. Diese Gruppen waren gemischt, was die "Neuen" und "Alten" betrifft. Es gab also immer wieder Neuzugänge und auch Verabschiedungen.
    In so einer Langzeit-Therapie gibt es eigentlich mehrere verschiedene obligate Therapien: Gruppen- und Einzel-Therapie (Gespräche), Ergo-Therapie (Beschäftigung), Sport-Therapie. Und ausserdem viele verschiedene obligat-fakultative Angebote: Autogenes Training, Entspannungstherapie nach Jacobsen, Anti-Aggression etc.
    Und sehr viele Freizeitangebote.
    In "meiner" Klinik gab es viele Möglichkeiten der Ergo-Therapie: Küchenarbeit, Service (also Kellnern), Gartenarbeit, Tierpflege, aber auch künstlerische Arbeiten wie Seidenmalerei, Schnitzen, Specksteinbearbeitung u.v.m..

    Die Gespräche - egal ob in Gruppen oder Einzelgespräche - dienen dazu, sich selbst über sich klar zu werden: Warum habe ich in dieser oder jener Situation so reagiert, wie ich reagiert habe? Was kann ich tun, um es zu ändern? Warum habe ich getrunken? In welchen Situationen? Und, und, und ...
    Ich kann Euch sagen - da geht es manchmal ganz schön zur Sache! Und tut auch manchmal ganz schön weh, wenn man mal einen Spiegel vorgehalten bekommt.
    Auch ausserhalb der Therapiestunden muss man sich mit sich selbst beschäftigen. Wir z.Bsp. mussten zum einen ein Tagebuch führen, in dem wir unsere Befindlichkeiten des jeweiligen Tages "dokumentierten". Zu Anfang stand da bei mir z.Bsp.: "Geht mir gut. Essen gut, Wetter gut" Gegen Ende stand dann schon etwas mehr da, manchmal bis zu 2-3 Seiten: Wie fühle ich mich tatsächlich? Und warum fühle ich mich so? Was ist mir an dem Tag auf den Keks gegangen und warum? Was hat mir gut getan? ...

    Die Ergo-Therapie soll eigentlich dazu dienen, den Menschen wieder klare Strukturen im Alltag, die sie teilweise schon eine ganze Weile nicht mehr hatten, wieder nahe zu bringen. Okay, ich stand (und stehe) noch in Lohn und Brot - trotzdem hat es mir Spass gemacht. Ich war im Service, d.h., wir haben die Tische gedeckt und abgeräumt und den Mitpatienten das Essen an den Tisch gebracht. Andere mussten die Tiere im auf dem Gelände befindlichen Mini-Zoo betreuen.

    Und auch die anderen Therapien und Angebote sollen einen wieder an ein "normales" Leben heranführen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelesen, war mit anderen Mitpatienten in der wunderschönen Umgebung wandern, habe seit ewigen Zeiten mal wieder die Zeit gefunden (und mir auch genommen) zu puzzeln, sehr viele Gespräche geführt (hier meine ich nicht: mit Therapeuten) und auch sehr viel über mich nachgedacht.

    Und es ist kaum zu glauben: Ursprünglich waren für die Therapie 12 lange Wochen vorgesehen - und ich habe um Verlängerung gebeten. Und ich war so froh, weitere 4 Wochen dort bleiben zu dürfen!
    Als ich nach 16 Wochen nach Hause fuhr, fühlte ich mich wesentlich sicherer und stabiler als je zuvor :D

    Seither habe ich mich oft und gern an diese Zeit zurückerinnert. Und wenn ich mich mit anderen Gruppenmitgliedern und Betroffenen unterhalte, höre ich eigentlich immer wieder, dass die Abläufe in den verschiedenen Kliniken einander stark ähneln.

    Überall gibt es aber das gleiche Phänomen: Solange man in einer solchen Therapie-Einrichtung ist, gibt es immer wieder einige Regeln, Bestimmungen, deren Sinnman partout nicht einsehen will/kann. Erst zu Hause geht einem nach einiger Zeit dann ein Licht auf, wieso weshalb warum diese oder jene Regel bestand.

    Ich für meinen Teil würde mich - wenn ich müsste - wieder für eine Langzeittherapie entscheiden.

    Zitat

    Nein, man sollte es nicht verallgemeinern!


    Ich will auch nix verallgemeinern, um Gottes Willen! Ich kenne genug Leute, die Hartz IV beziehen (müssen), obwohl sie Vollzeit arbeiten (das ist doch die größte Schande >:( ) bzw. sich um Arbeit bemühen und nur Knüppel zwischen die Beine bekommen - und trotzdem nicht trinken.