Beiträge von Greenfox

    Hallo, Alkascha,

    auch von mir ein Herzliches Willkommen an Bord!
    Zu Deiner "Karriere" muss ich sagen: Aua. Und "Hut ab", dass Du es trotzdem 16 Jahre geschafft hast, trocken zu bleiben - und nach diesem "satten Rückfall" wieder trocken zu werden.

    Auf einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein ganz herzliches :welcome: hier im Forum, Mira!

    Nun, das Problem "Alkohol" gehst Du jetzt an - aber ich gebe Ann-Cathrin völlig Recht: Deinen Mann solltest Du schon mit ins Boot holen. Na klar kann er Dein Problem nicht verstehen, weil er keins hat mit bzw. ohne Alkohol. Deshalb ist es ja m.E. für uns auch so wichtig, Selbsthilfegruppen zu besuchen (oder dieses Forum), wo die Menschen um unsere Probleme wissen, weil sie diese selber haben/hatten. Aber Deinem Mann kannst DU helfen, nicht völlig hilflos daneben zu stehen: Sprich mit ihm, erzähl ihm, wie schlecht es Dir geht und Du es einfach nicht schaffst, ohne Hilfe vom Alk wegzukommen. Vielleicht zeigst Du ihm ja auch mal diese Seite: http://www.a-connect.de/hilfea.php Da könnt ihr Beide übrigens mal rumschnökern - gibt sehr viele interessante Infos für beide Seiten. Oder auf einer der anderen Seiten, die Land-in-Sicht hier zusammengestellt hat: https://alkoholforum.de//index.php?topic=238.0

    Jedenfalls wünsche ich Dir viel Kraft und Erfolg und uns einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Mein Therapeut hat - von mir zunächst äußerst skeptisch "beäugt" - mich meine Erlebnisse/Bilder in einen Tresor einschliessen lassen ("Schließen Sie die Augen und stellen sich vor ..."). Ich hätte es mir nie träumen lassen - es hat funktioniert ;D 44. Ich weiss nicht, woran es lag oder warum es gefunzt hat - ist mir ehrlich gesagt auch völlig egal. Wichtig ist doch nur (für mich): Es hat!
    Vielleicht/Hoffentlich klappt es bei Dir ja auch noch nixweiss0

    PTBS kenne ich leider nur zu gut. Ich weiss zwar nicht genau, ob man von einer solchen komplett geheilt wird/werden kann - aber ich hatte zum Glück einen sehr guten Psychologen, der mir geholfen hat. Früher konnte ich über ein bestimmtes Thema weder reden noch Filme/Reportagen/Nachrichten etc schauen, ohne "zusammen- und in Tränen auszubrechen :-[. Heute kann ich wieder all das machen.

    Hi, Dark!

    Nun auch hier von mir ;) ein herzliches :welcome:

    Genau wie Pinguin verstehe ich das nicht wirklich, dass man Dich von der Psychologenseite so hängen lässt. Gerade diese Leute müssten doch verstehen, wie schwer der Ausstieg - aus welcher Sucht auch immer - ohne Unterstützung ist.
    Du schreibst, dass Du noch keine passende SHG gefunden hast. Wohnst Du in einer eher etwas ländlichen Gegend? Ich frage, weil doch eigentlich in den (Groß-)Städten das Angebot an unterschiedlichsten Gruppen eigentlich ganz gut ist ... (Man, bin ick froh, Berlina zu sein - Gruppen ohne Ende ;D).

    Hi, Dark!

    Eine Langzeittherapie heisst aus meiner Sicht nicht nur deshalb so, weil sie (relativ) lange dauert, sondern auch auf "lange Zeit" angelegt ist. Dort werden nicht nur die Gründe/Ursachen aufgearbeitet, warum man getrunken (oder andere Suchtmittel genommen) hat, sondern auch Strategien erarbeitet, wie man sein Leben künftig ohne dem jeweiligen Zeug gestalten kann. Nun sollte man sich das aber nicht so vorstellen, dass man da ein 40-Seiten-"Fahrplan" in die Hand gedrückt bekommt - das muss man sich schon selbst erarbeiten, sich Gedanken machen. Man bekommt lediglich Tipps und Anregungen. Okay - und eventuell Unterstützung bei konkreten Problemen (Adaption, Jobcenter, Wohnungssuche etc.) in Form von Adressen, was wird benötigt, Formulierungshilfen usw.
    Kümmern muss man sich dann schon selber ...

    Übrigens hat man sich bei meiner Therapie auch um meine PTBS gekümmert - und seitdem sehe ich auch die Psychologen in einem etwas anderen Licht (zumindest ICH hatte mit meinem Glück). Vorher war ich ehrlich gesagt mehr als skeptisch ...

    Hallo, Einfach-ich! Auch von mir ein herzliches Willkommen hier!

    Klar, aller Anfang ist schwer - aber: Du hast einen Anfang getan. Der erste Schritt ist vollzogen, jetzt kommt ein Schritt nach dem anderen.
    Habe hier mal drei kleine Sprüche für den Anfang mit auf den Weg:

    Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer. 
    Robert Musil (1880 - 1942, österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker)

    Mach Deine Gedanken nicht zu deinem Gefängnis.
    William Shakespeare (1564 - 1616)

    Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche.
    Franz von Assisi (1181 - 1226, Begründer des Franziskaner-Ordens)

    Auf einen guten Austausch!

    Greenfox

    Hallo, Marienkäfer :), erst einmal ein herzliches :welcome: hier.

    Meine Empfehlung für Deinen Freund wäre, sich sofort nach der Entlassung eine oder mehrere Selbsthilfegruppe/n in seiner Nähe zu suchen und diese zunächst bis zum Beginn einer Therapie zu besuchen. Auf diese Weise ist er unter Leuten, die wissen, welche Probleme er (nicht nur) zur Zeit hat. https://alkoholforum.de//index.php?topic=229.0
    Und wenn diese Gruppe/n mehrmals wöchentlich stattfinden, dann kann er sich auch "kleine Ziele" setzen: Heute trinke ich nicht! Und hat dann in der Gruppe für sich das Erfolgserlebnis sagen zu können: Ich habe die letzten x Tage (seit der letzten Gruppe) nicht getrunken.
    Ich weiss/kann mich noch erinnern, dass man Bammel hat, die Zeit zwischen Entgiftung und Therapiebeginn zu "überstehen".

    Aber das - wie ich finde - wichtigste ist (wie schon erwähnt), dass in den Gruppen Menschen sind, die das Gleiche wie er durchgemacht haben. Er ist also nicht allein.

    Hallo, Waaxe!

    Auch von mir ein herzliches :welcome:

    Lies Dich hier ein wenig ein - und dann kannst Du ja was von Dir schreiben, wenn Du magst. Ich denke mal, hier wirst Du einige Tipps und Anregungen bekommen, wie Du Dir helfen (lassen) kannst.

    Gruß
    Greenfox

    Vor ca. 4 Jahren sind mir zu einem bekannten Lied von Xavier Naidoo folgende Gedanken durch den Kopf gegangen (vielleicht ein wenig holprig, aber naja ...):

    Mein Weg

    Ich ging diese Straße lang und die Straße führte zu mir.
    Die Worte, die Gedanken – sie sprachen nur zu mir.
    Noch ein paar Schritte und dann fand ich den Schlüssel zu dieser Tür.

    Dieser Weg wird kein leichter sein,
    dieser Weg wird steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er für mich sein,
    doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.

    Es war kein kleiner Augenblick, eine Weile war ich nicht da.
    Doch ich ging einen kleinen Schritt und dann wurde es mir klar -
    Diesen Weg kann nur ich alleine gehen.
    Doch es gibt Menschen, die mir zur Seite stehen.

    Dieser Weg wird kein leichter sein,
    dieser Weg wird steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er für mich sein,
    doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.

    Vieles in meinem Leben und in mir ging kaputt
    Doch Gespräche mit anderen, denen es ging wie mir, machen Mut.
    Manche verachten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf.
    Leicht wird es nicht, doch gibt es auch Hilfe zu Hauf‘.

    Dieser Weg wird kein leichter sein,
    dieser Weg wird steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er für mich sein,
    doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.

    Manchmal scheint es leicht, und manchmal verzweifelst Du.
    Doch Rückschläge gehören leider manchmal dazu.
    Ein Stück bin ich nun gegangen – es war wirklich steinig und schwer.
    Doch zurück ins alte Leben will ich nicht mehr.

    Dieser Weg wird kein leichter sein,
    dieser Weg wird steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er für mich sein,
    doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.

    Vieles muss ich über den Umgang mit mir und meiner Sucht noch lernen.
    Doch auch andere sind ihn gegangen - ich habe den Weg gesehen!
    Steinig ist er und schwer – aber ich will ihn gehen.
    Denn ich habe ihn wieder, den Traum von den Sternen!

    Dieser Weg war kein leichter - nein,
    dieser Weg war steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er weiter sein,
    doch dieses Leben bietet noch so viel mehr.

    Dieser Weg … dieser Weg ist steinig und schwer.
    Nicht leicht wird er für mich sein,
    doch dieses Leben bedeutet mir wieder mehr.
    Dieser Weg ...

    Hallo, Katro!
    Manchmal habe ich Schwierigkeiten, Deiner Argumentation zu folgen. Vielleicht bin ich ja auch von der klassischen Definition "Alkoholiker/Alkoholismus" geschädigt.

    Ich finde schon, dass die Abstinenz die Lösung des Problems darstellt. Denn wenn ich für mich erkannt habe, dass ich süchtig bin, dann muss ich das Suchtmittel weglassen. Und wenn ich weiss, dass ich keine Kontrolle über (in diesem Fall) mein Trinkverhalten habe, dann weiss ich auch, dass "kontrolliertes Trinken" für mich als Süchtigen nicht möglich ist. Und das Ganze hat nix mit "hysterischer Angst" zu tun - sondern einfach nur mit Erkenntnis und Akzeptanz = EINSICHT.
    In dem Moment, wo ich erkannt habe (musste), dass ich Alkoholiker bin, wusste ich, dass ich nicht (nie) mehr kontrolliert trinken kann. Denn was ist denn ein Alkoholiker/Süchtiger? Das ist doch jemand, der den Umgang mit seinem Suchtmittel nicht kontrollieren kann (Kontrollverlust)...
    Und dass dies so bei mir ist, habe ich (spätestens) während meines 4 Jahre andauernden Rückfalls erfahren!

    Was heisst denn Kapitulation? Das ist das Ende eines Kampfes, weil man zu der Einsicht gekommen ist dass man ihn nicht gewinnen kann.
    Und ich habe für mich diese Einsicht gewonnen - und kämpfe nicht weiter darum, dass

    Zitat

    ich weniger als mein übliches Pensum trinke

    .

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass Du einfach nur nicht den (negativ behafteten) Ausdruck "Alkoholiker" für Dich anwenden willst, sondern dem Kind lieber einen anderen Namen gibst (was ja auch ok ist).

    Habe mal wieder ein wenig rumgeschnöckert und auf der Seite von A-Connect (http://www.a-connect.de/warumshg.php) einen Beitrag zu diesem Thema gefunden (Verfasser steht leider nicht da).
    Das spricht mir dermaßen aus der Seele, dass ich diesen Beitrag mal hier mit reinstellen möchte:

    Bei so einem "Berater" braucht man keine Flasche >:(

    Denk doch mal wirklich ernsthaft - mit deinem Mann zusammen - über eine richtige, stationäre Therapie nach. Wie du selbst siehst: die "Ausrede" von wegen Familie, Haushalt etc. zieht nicht! Denn wenn Du trinkst, kriegst Du eh nix auf die Reihe - im Gegenteil.
    Und da hättest Du dann auch die Gelegenheit, Dich mal absolut nur um Dich selbst zu kümmern. Und wenn Du dann trocken uind gestärkt wieder nach Hause kommst: Du wirst sehen, dass alles besser läuft.

    Drück Dir die Daumen!

    Hi, Pit, danke für Deine Erfahrungen.

    Möchte nur mal kurz auf das von Dir erwähnte "fernab meines Alltags" eingehen.
    Als ich mich für die stationäre Langzeit entschieden habe, ging es ja auch um die Frage - wo.
    Man hat mir dann vorgeschlagen, in eine Klinik "weit weg" zu gehen, damit ich auch wirklich nicht unbedingt für Familie und Freunde gleich greifbar bin. Und das war auch ganz gut so - vor allem aus heutiger Sicht. So bin ich als Berliner in eine Klinik in der Nähe von Bonn gegangen. Und dort hatte ich dann jemanden in der Gruppe, der aus Köln - also "gleich um die Ecke" - kam. Und der arme Kerl hatte kaum die Möglichkeit, sich um sich selbst zu kümmern, da alle Nase lang seine Frau ihn besuchen kam - um ihn mit allen möglichen und unmöglichen Problemen zu löchern. Ausserdem war sie oft genug angetrunken. Also nicht sehr prickelnd ...

    Also ist auch die Option "fernab" nicht unbedingt von der Hand zu weisen.


    Ich habe sie im Herbst letzten Jahres schon besucht, als ich noch "gut drauf war mit Wein, Likör...". Vielleicht haben sie auch mit dazu beigetragen, dass ich mich entschloss aufzuhören und mich in Therapie zu begeben.

    Ich kann für mich sagen, dass meine erste Gruppe, die ich besuchte, "Schuld" ;) daran ist, dass ich erkannte, dass ich Alkoholiker bin - und heute trocken bin.

    Zu dem Besuch dieser Gruppe hatte mich damals mein Arbeitgeber verdonnert. Nicht, weil ich auffällig geworden bin, sondern weil bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt wurde, dass meine Leberwerte zu hoch waren. Da hiess es erst mal: "Kommen Sie in einem halben Jahr wieder - und trinken in dieser Zeit keinen Alkohol!" :-\ Habe ich natürlich nicht geschafft. Da haben sie mir nochmal 3 Monate Zeit gegeben - auch das habe ich natürlich nicht gebacken gekriegt. Also kam die Auflage, die firmeninterne Gruppe zu besuchen.

    Zu Anfang dachte ich noch wie eine kleine beleidigte Leberwurst: "Was wollen die denn von mir hier? Nur weil ich abends mein Bierchen trinke?" Nach einiger Zeit und diversen Gesprächen mit den Leuten da in der Gruppe dachte ich schon: "Was wollen die denn von mir hier? Nur weil ich abends meine 2-3 Bier trinke?" Einige Zeit später: "... Nur weil ich abends meine 5-6 Bier und ein paar Kurze trinke?" Irgendwann dann: "Ja, die haben Recht - ich habe ein Problem mit dem Alkohol." :-[ Und schließlich kam dann die Erkenntnis "Ja, ich bin Alkoholiker!" ;(

    Oh man - das tat weh! Das tat so scheiße weh, mir eingestehen zu müssen, dass ich Alkoholiker bin - man glaubt es kaum ...

    Aber: Das war der Anfang vom Ende - in positivem Sinne! Mit Hilfe der Jungs und Mädels habe ich mich dann um eine Therapie bemüht und sie auch bekommen.

    Bei mir hat's leider nicht gleich beim ersten Anlauf geklappt (siehe https://alkoholforum.de//index.php?topic=228.0).
    Aber das ich heute trocken bin, habe ich im Endeffekt doch dieser Gruppe zu verdanken ... 44.

    Mmmh - hat keiner außer mir Erfahrungen mit einer (oder mehreren) Therapieformen gemacht? :-\
    Und außer LiS keiner vor, welche zu machen?

    Oder ist das Thema so uninteressant?? nixweiss0