Beiträge von Greenfox

    Vor allem denke ich, dass ich hätte schon viel früher aussteigen können/müssen bzw. mich damit auseinandersetzen. Unbewusst war mir ja immer klar, dass ich zu viel trinke.

    Ja, ich glaube, da stehst Du nicht alleine da - wir sind schon mindestens zwei :D
    Aber diese Einsicht hat man immer (zumindest meistens) erst hinterher, im Nachhinein ...

    Hach, es wäre halt einfach schön, wenn es mehr Leutchen in den SHGs in meinem Alter geben würde....

    Sieh's mal so: ICH fühle mich bei weitem nicht Ü50! Und heisst es nicht: "Man ist so jung, wie man sich fühlt."? ;D ;)

    Ich glaube, dass in den SHG überdurchschnittlich Menschen von 45+ (zähle ja selber zu den "alten Säcken" von 50+ ;)) sind, liegt daran, dass nur wenige von den Jüngeren bereit (?) sind, sich einzugestehen, ein Alkohol-Problem zu haben. Denn dann müsste man ja auf seine Freunde und Party's verzichten bzw. diese einschränken ... Man hat ja schließlich noch "das ganze Leben" vor sich und will es geniessen - und da gehören Alkohol und Drogen anscheinend nun mal dazu :o

    Wir/ich sprechen bei den Krankenhausvorstellung auch gezielt die jüngeren Leute an - aber die nicken oft nur und kommen nicht :-[
    "Mein Verein" versucht schon seit einiger Zeit, erst mal eine Gruppe U35 zu etablieren - bislang ohne Erfolg ...

    Wir machen uns schon Gedanken, aber das ist nicht ganz so einfach ;(

    Ein Rückfall ist nichts, wofür man sich schämen muss! Ich weiß, das sagt sich so leicht, aber schlimm ist es doch eigentlich nur, wenn man (sich) aufgibt!! Und/oder sich hinter der Aussage, dass Alkoholismus eine "Rückfall-Krankheit" ist (Rückfälle also "dazu" gehören) versteckt.
    Ich denke mal, Du hast hier gelesen, dass es nicht bei allen gleich auf Anhieb geklappt hat. Und so happy und zufrieden ich bin, dass ich mittlerweile schon 6,5 Jahre trocken bin, so habe ich doch nicht vergessen, dass ich auch einige Anläufe gebraucht habe. Und auch mich die Scham gebeutelt hat ;( Ich wollte mir auch nicht die "Blöße" geben und eingestehen, dass ich rückfällig wurde - und habe ca. 4 Jahre versucht, mich selbst wie Münchhausen an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen und trocken zu legen. Bis ich eingesehen habe, dass das nix bringt und ich es nicht alleine schaffe.

    Das ist auch der Grund, warum ich mich so in meiner SHG engagiere und in Krankenhäuser marschiere, um den Leute dort in der Entgiftungsstation einen Weg aufzuzeigen. Offiziell bin ich dort, um meinen Verein, meine SHG vorzustellen. Das macht auch so ca. 10% meiner "Redezeit" aus. Aber hauptsächlich versuche ich den Leuten zu vermitteln: Was ist überhaupt eine SHG? Was wird dort ge-/beredet? Welche Hilfe kann eine SHG leisten? Was ist, wenn mir eine SHG nicht zusagt (mehrere SHGs anschauen!)?

    Nein, man muss keine SHG besuchen - aber nach meiner Erfahrung hilft es ungemein (wenn man die für sich "richtige" gefunden hat). Zu Anfang war es für mich eigentlich nur, um sagen zu können "Ich habe wieder eine Woche geschafft!". Hinzu kam, dass ich mich unter "Leidensgenossen", also unter Menschen, die die gleichen bzw. ähnliche Erfahrungen/Probleme wich ich hatten. Sie wussten also, wovon ich sprach oder umgekehrt. Mittlerweile ist es für mich ein fester Bestandteil meiner Wochenplanung geworden. Und wenn ich mal nicht hin kann - dann fehlt mir etwas.

    Ausserdem denke ich, dass diese regelmäßigen Besuche, dieses regelmäßige "erinnert werden", der Grund ist, warum sich mein "Schutzengel" bei einem ziemlich heftigen Anfall von "Saufdruck" so erfolgreich zu Wort melden konnte ...

    Hallo, Douglas,

    auch von mir ein Herzliches Willkommen hier!

    Auch ich habe festgestellt, dass es einem unheimlich helfen kann und auch sehr erleichternd ist, wenn man über seine Sorgen/Probleme/Nöte reden kann und man jemanden hat, der einem nicht nur zuhört, sondern auch noch versteht. Mit "verstehen" meine ich, die Probleme wirklich zu verstehen, zu kennen.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch, viel Kraft und Erfolg auf Deinem Weg!

    Gruß
    Greenfox

    Guten Morgen Chrissi!
    Das mit dem Wochenendtrip war genau richtig - kümmere Dich um DICH. Denn zum Einen ist Dein Mann versorgt und zum Anderen bist Du doch nur für DEIN Tun verantwortlich, oder!?

    Er leugnet seine Alkoholkrankheit weiter. Er ist sehr egoistisch.Er merkt nicht das ich es für ihn und uns mache.

    Das ist echt typisch für uns - zumindest in der "nassen" Zeit. Da drehen sich unsere Gedanken fast ausschließlich um den Alkohol. Und wir können es gar nicht verknusen, wenn uns jemand einreden will, wir hätten ein Problem mit dem Alkohol - noch schlimmer, wir sollten vielleicht gar die Finger davon lassen.

    Ich könnte wetten, dass er tief in sich drin weiss, dass er ein massives Alkohol-Problem hat (um es mal vorsichtig auszudrücken). Aber: Dein Mann ist noch nicht soweit, dass er Hilfe annehmen will!
    Also kümmere Dich erst mal um den wichtigsten Menschen: um DICH!
    Und hole DU Dir jede Hilfe, die Du kriegen kannst - denn Du brauchst und willst sie.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft - und Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Als Vertreter des klassischen Weges, der in sechs Tagen seinen siebten "zweiten Geburtstag" feiern darf, ...

    Erst einmal Herzlichen Glückwunsch :heartBalloon:

    Ich muss Dir zustimmen: So lange es etwas gibt, um Süchtigen beim Ausstieg aus der Sucht zu HELFEN, bin ich immer dafür. Mir fiel der Ausstieg beim letzten Mal nicht soooo schwer (fand und finde ich an sich für mich schon erstaunlich, bin aber auch nicht böse drüber :D). Aber ich kenne Leute, die haben auch ein Jahr nach ihrem Ausstiegsversuch immer noch derart mit dem Suchtdruck zu kämpfen, dass ich vor dieser Leistung den Hut ziehe - auch, wenn letztendlich dann doch rückfällig wurden und es noch nicht wieder aus dem Sumpf geschafft haben. Hier fände ich es gut, wenn es so eine Pille gäbe, die den Leuten dabei HILFT, wieder trocken zu werden - und das, ohne ständigen Suchtdruck.
    Aber als Alibi so ein Medikament zu schlucken und dann drauf zu warten, dass jetzt "alles wieder gut wird", halte ich für völlig falsch ...

    Gruß
    Greenfox

    Yepp - spannend fand ich das auch. Der Patient war sich aber auch so was von sicher, dass er Baclofen bekommt ... Aber man unterschätzt auch die psychische Wirkung eines Placebos!
    Trotzdem ist auch das Ergebnis der Studie: "Erfolg Baclofen = Erfolg Placebo" schon äußerst erstaunlich. Man kann also sagen: Baclofen wirkt ... genau wie das Placebo ???

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Chrissi!

    Egal, ob der Infarkt nun direkt oder indirekt durch den Alkohol verursacht wurde: Es ist richtig und wichtig, den Arzt auf so etwas hinzuweisen, auch wenn es der Betroffene (aus Scham oder warum auch immer) nicht sagt. Denn besonders für die Dosierung von Medikamenten - auch bzw. insbesondere bei möglichen Operationen - kann diese Information lebenswichtig sein. Stell Dir eine OP vor und der Anästhesist dosiert aus Unkenntnis falsch (unsereiner braucht eine andere Dosierung oder gleich ein anderes Mittel) - und die Narkose wirkt nicht richtig :o ;(
    Okay, nicht gleich den Teufel an die Wand malen ... aber wichtig ist es schon.

    Ich wünsch Dir alles Gute!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Katniss!

    Es ist schön, wieder von Dir zu lesen. Und super 44., dass Du es bis heute durchgehalten hast.


    Man liest ja immer wieder, trockene Alkoholiker dürfen nie wieder auch nur einen Schluck Alkohol trinken, keine Pralinem keine Soße mit Wein... Das macht Angst und setzt unter Druck. Ich denke, es sit besser, wenn man sich sagt, dass man das einfach nicht mehr will.

    Diese Einstellung höre ich immer wieder - und finde sie falsch! So setzt man sich doch selber unter Druck.
    Ich will nicht mehr trinken - und bin daher wachsam/vorsichtig! Ich vermeide Situationen, die mich in die Gefahr bringen könnten, doch schwach zu werden.
    Und diese Sache mit den Pralinen und der Rotwein-Soße etc. ist in meinen Augen eine reine Kopfsache: Ich weiß genau, dass in den Pralinen oder der Soße so gut wie kein Alkohol enthalten ist! Aaaber: Ich weiß, dass mich z.Bsp. der Geschmack wieder Triggern könnte (Weinbrandbohne, Eis mit Rum-Aroma, alkoholfreies Bier) - also lasse ich es weg und gut is!
    Und zum Anderen habe ich mich bewusst dafür entschieden, keinen Alkohol mehr zu mir zu nehmen. Warum also soll ich dann irgend etwas bewusst essen/trinken, wenn ich weiß, dass da welcher (wenn auch nur geringfügig) enthalten ist??

    Okay - wie weit man dies "treibt", muss jeder für sich selbst entscheiden. Schließlich kennt man sich selbst ja am besten.
    Wie gesagt: Für mich ist es keine Entbehrung/Opfer. Einfach nur "Vorsicht ist die Mutter der Porzellan-Kiste" - und auch so ein bißchen Konsequenz ...

    Egal:

    Jezt ist es anders. Jetzt will ich nicht mehr trinken ...

    44. Weiter so - und alles andere ergibt sich auch noch!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum!

    Das Problem, das Du hast und hier schilderst, kenne ich leider auch aus beruflicher (polizeilicher) Sicht zur Genüge :-\
    Einerseits kann ich nachvollziehen, dass unsereiner als Betroffener auch sehr charmant und liebenswürdig sein kann, wenn wir nüchtern und nicht "Spiegeltrinker" sind. Nur: Wenn der Betroffene gar keine Hilfe WILL (und Du schreibst ja, dass es bei ihm so ist), dann hilft wirklich nur ein bedingungsloser Cut. Und hier trifft das Sprichwort: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" leider voll ins Schwarze...

    Genau wie Betty es schrieb: Such Dir Hilfe und Unterstützung - entweder bei einer Suchtberatung oder einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe. Oder bei einer besten Freundin/einem besten Freund vielleicht ...
    Vielleicht findest Du auch hier ein paar Tipps: http://www.a-connect.de/hilfea.php

    Aber: Du musst stark bleiben, damit Du nicht selbst kaputt gehst!

    Ich wünsche Dir die Kraft dazu!

    Gruß
    Greenfox

    Herzlich Willkommen (zurück), Okapi!
    Schön, dass Du bei Deiner "Rückmeldung" so Positives berichten kannst.

    Eine Freundin, die beruflich zeitweise in diese Thematik eingebunden war, fragte mich, wie lange die schlimmste Zeit vor der LZT gedauert hat. Sie sagte, ich könne davon ausgehen, dass auch soviel Zeit vergehen müsse, um unserer Beziehung wieder ein gesundes Fundament zu geben.

    Hierzu möchte ich anmerken, dass ich in vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen bemerkt habe, dass man sogar noch etwas mehr Zeit drauflegen sollte, bis dass Vertrauen, welches man vorher oft genug gründlich zerstört hat, wieder halbwegs hergestellt ist. Bei meiner Familie habe/hatte ich das Gefühl, dass es "relativ" schnell ging. Aber es hat trotzdem gut 2-3 Jahre gedauert, bis meine Frau nicht mehr argwöhnisch geguckt und anschließend (mehr oder weniger "unauffällig") geschnuppert hat, wenn ich z.Bsp. "noch mal schnell" etwas einkaufen/besorgen ging ...

    Genau - nimm Dir einfach ein anderes, leckeres alkoholfreies Getränk. Du wirst ja sehen, ob Du dann hibbelig wirst, weil irgend etwas "fehlt".

    Und ansonsten ist es ja meistens die Routine, die Gewohnheit, die schleichend in die Abhängigkeit führen kann(!) ...

    Ja, ja - es ist immer wie ein Spiegel, wenn man sich die Erfahrungen der anderen anhört. Bei uns Betroffenen genau wie bei den Angehörigen: Man denkt oft, dass der/die andere das Gleiche, zumindest Ähnliches erlebt hat.

    Deshalb finde ich diesen Austausch ja so interessant und wichtig, da nicht jede/r denselben Weg geht und somit auch andere Erfahrungen macht. Und wer weiss: vielleicht hilft mir ja gerade diese eine andere Erfahrung!?

    Hi, Chrissi!

    Auch von mir ein Herzlich Willkommen hier.
    Ich hoffe, Du bekommst hier die Ratschläge, die Du brauchst und kannst auch aus den ganzen Erfahrungen der Angehörigen, aber auch von uns Betroffenen hier eine Menge "mitnehmen".

    Gruß
    Greenfox