Beiträge von Greenfox

    Ich denke, dass liegt daran, das im Volksmund das Wort "Alkoholiker" ein sehr, sehr negatives Wort ist. Daran muss man sich erst mal gewöhnen...

    Das denke ich auch.

    Nicht umsonst wehren sich die meisten Alkoholiker so lange wie möglich, sich diesen Stempel aufzudrücken, indem sie wieder und wieder versuchen, ihren Konsum zu kontrollieren, um so der drohenden Kapitulation zu entgehen.

    Und worin endet es? Entweder: man geht unter. Oder: man kapituliert und akzeptiert, dass man abhängig (also Alkoholiker) ist. Und dann kann man sich auf den Weg aus der Abhängigkeit machen. Ob nun mit völliger Abstinenz wie ich oder auf dem Weg wie Katro - oder einem ganz anderen.

    Gruß
    Greenfox

    Ich finde diese Diskussion, diese Definitionssachen sehr interessant. Ich habe mich lange nicht als Alkoholikerin gesehen, irgendwann dann als abhängig, aber die Erkenntnis, Alkoholikerin zu sein, war dann schon ein bisschen krass für mich.

    Das finde ich aber komisch/merkwürdig: Da ja alle Dinge einen Namen haben, nennt man die Abhängigkeit von Alkohol "Alkoholismus" und diejenigen, die diese Abhängigkeit haben, davon abgeleitet "Alkoholiker" - also Alkoholabhängige.

    Du erkennst, dass Du alkoholabhängig bist - und das ist "ok", aber "Alkoholiker" ist ein bisschen krass??
    Versteht mich bitte nicht falsch - das soll keine "Anmache" oder so sein - ich finde es wirklich merkwürdig ...

    Hallo, Joana,

    :welcome: auch von mir hier im Forum!


    @onemoretime Du schreibst: "Sie hat kein Empfinden dafür, dass sie etwas falsch gemacht hat. Das kann sie nicht haben, weil sie krank ist."
    Aber das ist doch genau das was mich so wütend macht, dass sie es immer darauf schiebt dass sie krank ist....kann ich einfach nicht nachvollziehen...anderseits hast du natürlich recht damit, das ich ihr nicht helfen kann, sondern nur sie sich selbst.

    Vollkommen nachvollziehbar, dass Du das nicht nachvollziehen kannst. Aber so ist es leider.
    In meiner SHG sagen wir des Öfteren: "Ja, Alkoholismus ist eine Rückfallkrankheit, d.h., es kann immer wieder mal zu Rückfällen kommen. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede dafür benutzen, dass wir dauernd Rückfälle haben - sondern alles dafür tun, dass es NICHT dazu kommt!"
    Okay, kommt jetzt vielleicht etwas komisch rüber, aber ich hoffe, Du verstehst, was wir damit meinen.

    Und Deine Mutter benutzt das eben als Ausrede für ihre Trinkpausen ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Flauschi (der Name gefällt mir :D)!

    Auch ich möchte es nicht versäumen, Dich hier zu begrüßen :welcome:


    Es ging irgendwie schleichend, man ging raus...Party machen, schwupps hab ich mich dann doch zum Alkoholkonsum überreden lassen.
    Anfangs nur in Gesellschaft, niemals allein. Aber wie das so ist...es schleicht sich ein...irgendwann hab ich mir das Zeug dann auch alleine reingezogen.
    Nicht täglich, sondern meistens nur Freitags und Samstags, das hat sich über die Zeit jedoch geändert, ich habe auch mal Dienstags, Mittwochs und dann am Wochenende getrunken.

    Kommt mir irgendwie bekannt vor :-\

    Ich fürchte mich fast schon ein bisschen davor zu euphorisch zu sein da ich weiß dass ein Rückfall jederzeit passieren kann und ich bin ja noch nicht wirklich lange trocken,
    aber wenn sich nüchtern sein ab jetzt jeden Tag so anfühlt will ich nie wieder Alkohol trinken! Ich habe keine kalten Hände mehr, kein Herzrasen, keine Kopfschmerzen,
    ich schmecke und rieche mehr, kann Musik wieder bewusst genießen, habe wieder angefangen mit Handarbeiten (Stricken) und werde demnächst auch meine Staffelei
    wieder aus dem Keller holen die dort total vor sich hin modert (betrunken zeichnet man nicht mehr).
    Ich bin wieder voller Energie und will sie ab jetzt in die richtige Richtung lenken.

    Aber auch DAS :D (okay: ausser Handarbeiten und Staffelei ;))

    Nutze diesen Schwung und Elan! Mit Mitte 30 weisst Du aber hoffentlich auch, dass das Leben - auch ohne Alkohol - nicht immer nur Sonnenschein bietet ...

    Egal - hier wirst Du viele Tipps und Ratschläge, resultierend aus den Erfahrungen der Einzelnen, erhalten, wie Du in den unterschiedlichsten Situationen klarkommst, ohne dass Dich unser alter "Freund" wieder in seinen Bann zieht. Welche Du davon wie umsetzt - das liegt allein in Deiner Entscheidung.

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich wünsche Dir (und uns) einen guten Austausch hier und schließe mich gleich mal den Fragen von Pingu an.

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie euphorisch und entusiastisch ich nach meiner Langzeit war. Nutze diese Kraft und diesen Schwung, um Dir Dein "neues" Leben einzurichten!

    Gruß
    Greenfox

    ...also ich hatte in meier Saufzeit auch hin und wieder üble Filmrisse/Abstürze - hätte mir im nachhinein gewünscht das hätte mal jemand gefilmt und mir gezeigt. Vielleicht hätte mich das ja wachrütteln können, man selbst bekommt ja echt nix mit davon... Ich halte das jedenfalls für eine gute Idee und einen versuch wert...

    Solche Gedanken hatte ich auch mal. Aber - wenn ich mich an damals zurückerinnere, dann glaube ich, dass ich nur noch mehr gemauert hätte nixweiss0 Und als ich dann für mich selbst erkannt hatte, dass ich dringend Hilfe brauche, hätte es mir auch nicht unbedingt geholfen ...
    Naja, sind nur so Gedankenspiele von mir. Aber bei mir haben damals Gespräche über meinen Alkoholkonsum meist nur Abwehr hervorgerufen.
    Genau nach dem Motto, dass bestimmt viele kennen: Ich trinke doch gar nicht so viel, andere trinken doch vieeeel mehr!

    Okay, das hilft Kelly jetzt zwar nicht, musste es aber loswerden.

    Kelly, ich kann Dir leider keinen Rat/Tipp geben und kann mich nur den Vorrednern anschließen: Achte auf Dich selbst und lass Dich nicht mit runterziehen!

    Normalerweise trinke ich bei einem Treffen auch ganz gerne ein Bierchen oder Wein und überlege dies nun sein zu lassen. Was meint ihr? Ist das dann Provokation, oder animierend?

    Das halte ich für eine gute Idee! Denn wenn der Andere auch etwas trinkt, dann ist es für den Betroffenen (also Deine Freundin) doch nur ein willkommener Anlass, auch etwas zu trinken: "Warum soll ICH nichts trinken - er/sie trinkt doch auch!"

    Gruß
    Greenfox


    Seit geraumer Zeit lese ich nun hier schon mit, und seit 2 Wochen habe ich keinen Alkohol mehr getrunken.
    ...
    und werde das Nüchternsein auch geniessen. Denn das Leben hat so unwahrscheinlich viel zu bieten.

    44. Super!

    Zunächst einmal geht es darum, dass du dich in deinem Leben wieder wohlfühlst. Ob das nun bedeutet, nie wieder Alkohol zu trinken, ist im Augenblick ausgesprochen schnuppe.
    Diese Frage stellt sich später. Insofern ist es gut, dass du dir alle Türen offen hältst und die endgültige Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt verlagerst.
    So baust du keinen unnötigen Druck auf.

    Vielleicht siehst du es in einem Jahr so, dass du nicht wieder trinken darfst, um dein neues Leben nicht zu gefährden. Vielleicht sieht es aber auch so aus, dass du schlicht und einfach nicht mehr trinken willst, weil dir ein Leben ohne Alkohol besser gefällt. Oder…

    So sehe ich es auch und möchte katro's Pünktchen nach dem letzten "oder" ergänzen:

    Zitat

    Vielleicht siehst du es in einem Jahr so, dass du nicht wieder trinken darfst, um dein neues Leben nicht zu gefährden und dass du schlicht und einfach nicht mehr trinken willst, weil dir ein Leben ohne Alkohol besser gefällt.

    Ich wünsche Dir, dass Dein Vorhaben so gelingt, wie Du es Dir vorstellst!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und ein Gesundes Neues!

    Davor und seitdem war ich aber standhaft bis auf ca. 10 Minuten Suchtdruck vor ein paar Tagen (und bis auf eine undeklarierte bzw. im Kleingedruckten deklarierte Praline...).

    Nennst Du "10 Minuten Suchtdruck" als "nicht standhaft"? Solange Du diesem Druck nicht nachgibst, bist Du standhaft!

    Und das mit den Pralinen interpretieren viele falsch: Natürlich kann eine Weinbrandbohne, Mon Cherie oder ähnliches zum Rückfall führen, weil z.Bsp. der Alkoholgeschmack triggert und das Verlangen nach mehr weckt. Der minimale Alkoholgehalt selbst tut einem nix. Nur der Geschmack könnte etwas auslösen. Wichtig ist m.E. aber, warum man die Praline/den Kuchen/den Pudding oder was auch immer gegessen hat: weil man nicht wusste, dass da Alk/Aroma drin ist - oder weil da Alkohol drin ist.
    Und wenn man es nicht wusste, aber den Alk registriert hat, und dann deshalb nix mehr davon isst (eben weil man keinen Alkohol mehr zu sich nehmen will - dann ist doch auch alles i.O.
    Der Unterschied besteht doch im bewussten Alkoholgenuss bzw. im unbewussten Alkoholgenuss. Und die Reaktion auf eine unbewusste Einnahme.

    So, genug theoretisiert - ich wünsche Dir, dass Du es weiterhin schaffst, "standhaft" zu bleiben um Dein Ziel zu erreichen.

    Gruß
    Greenfox

    Gratulation :heartBalloon:

    und Respekt bowdown ( ;))

    Ich hatte damals nach ca. 1-1,5 Jahren der Absinenz manchmal so etwas wie "Angst" - weil es mir bis dahin so leicht gefallen ist. Vorher hatte es doch auch nie funktioniert, und jetzt auf einmal ging es so reibungslos.
    Aber:

    darüber bin ich sehr froh - andere müssen da sehr viel mehr kämpfen.

    Ich wünsche Dir auch weiterhin alles Gute!

    Greenfox

    Herzlich Willkommen, Bbarbara, hier im Forum :welcome:

    Schön, dass Du Dir nicht nur Deines Problems bewusst bist, sondern Dir auch Hilfe suchst. Hier können wir Dir im Rahmen unserer Möglichkeiten insoweit helfen, als dass hier die unterschiedlichsten Erfahrungen beim Ausstieg aus der Sucht, dem "Nüchtern werden", geschildert werden.

    Sorry, aber mich würde interessieren, warum

    Vor 5 Jahren war ich schonmal in einer SHG, aber nur 3 Mal. Dann verlief das wieder im Sande.

    Lag es an der Gruppe - oder an Dir? Weil Du Dir vielleicht doch noch nicht eingestehen wolltest, dass Du evtl. ein Problem hast ...
    Interessiert mich halt.

    Auf einen guten, fruchtbaren Austausch hier!

    Greenfox

    Einerseits hast Du nicht Unrecht - aber wo bleibt dann andererseits der Austausch?
    In einem Gespräch sagt man ja auch nicht: "Stopp - DIE Meinung ist erst morgen dran. Dann kannste Dich zu äußern!"

    Hey, Guido!

    Ich bin mittlerweile über 6 Jahre trocken und habe wieder (!!) ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Kindern. Und trotzdem überkommen mich auch manchmal diese Erinnerungen an die Sch....e, die ich früher gebaut habe.
    Klar, man könnte gerne auf solche schlechten Erinnerungen verzichten. Aber ich finde, man darf auch stolz auf sich sein, dass man diesen ganzen Mist hinter sich gelassen hat - egal, ob nun 6 Tage, 6 Wochen oder eben 6 Jahre. Und wenn die Kinder dann eben nicht mehr sagen "Will nicht zu Papa - der stinkt, ist besoffen!" sondern von sich aus zum Kuscheln kommen, dann ist das ... unbezahlbar! Meine Omma sagte immer: "Das legt sich wie Baumwolle ums Herz" :D

    Gruß
    Greenfox

    Ach, Pingu - Du hast mir aus dem Herzen geschrieben 44.


    Die Menschen, die sich "geheilt" fühlen und die Suchtforschung und Suchtmedizin und die Selbsthilfegruppen kritisieren, für ihren "Dogmatismus"; diese Menschen geben vor, sie möchten denen helfen und Mut machen, die sich nicht trauen, Hilfe zu beanspruchen, weil es ja immer um alles oder nichts gehen würde.

    Habt Ihr - sicherlich sehr klugen und freidenkerischen - Leute Euch einmal überlegt, dass dieser Schuss nach hinten los gehen kann?

    Irgendwie ist es doch auch logisch, dass sich in den SHG nur "Abstinenzler" treffen - denn "wir" haben vorher zumeist ja schon versucht, mit dem Alkohol gemäßigt/kontrolliert umzugehen - und sind mörderisch auf die Fresse geflogen, weil es (bei uns) nicht funktionierte. Blieben also nur 2 Alternativen: weitersaufen - oder erkennen, dass wir nicht mit Alkohol umgehen können und es demzufolge eben sein lassen.
    Ich habe mich für die 2.Alternative entschieden - "Und das ist auch gut so"

    Deine Geschichte mit dem alk-freien Bier - köstlich ;D Und seltsam bekannt :-\

    Und genau deshalb lasse ich auch von "alk-freiem" Bier die Finger, weil ich weiss, dass ich dann etwas vermisse.
    Allerdings gibt es auch Gruppenfreunde, die ab und an alk-freies trinken - und das nun schon seit Jahren. Es muss eben jeder für sich selbst entscheiden/feststellen, was einen triggert/triggern könnte.

    Ich hab schon 'ne ganze Zeit hin und her überlegt, ob ich hier meinen Senf dazugebe - dachte mir aber bisher auch immer

    auf die Gefahr hin, dass ich mir nun Feinde mache

    Und schon bin ich nicht mehr allein :D

    Hallo Birgit und : Herzlich Willkommen hier im Forum!

    Meines Erachtens habt Ihr nur eine Möglichkeit: Sie will sich nicht helfen lassen, also könnt Ihr Euch nur um Euch kümmern! Versucht, Ihr einen Heimplatz zu besorgen.

    Es klingt extrem hart, ist aber m.E. so. Entweder geht Ihr selber dabei kaputt (vor allem für Deinen Vater dürfte es extrem schwer sein), oder Ihr sperrt sie ein und "legt sie so trocken", was aber auch an ihren Depressionen nicht allzuviel ändern wird ...

    Ihr auch noch den Alkohol zu besorgen, hilft weder ihr noch Euch.

    Vielleicht kann Dir ein anderer Angehöriger hier bessere Tipps geben - aber mir fallen leider keine anderen ein.

    Schau doch auch mal in unsere Linksammlung (https://alkoholforum.de//index.php?topic=238.0) - vielleicht ist da ja auch etwas bei, was Dir (auch) hilft.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Gänseblümchen!

    Leider ist diese Problematik nicht neu und ich kenne sie auch aus meiner beruflichen C:-) Sicht.

    Du lebst getrennt - oder doch geschieden? Wenn getrennt, habt ihr beide das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder. Und da die Kinder ja hauptsächlich bei Dir leben ... kannst Du entscheiden, ob sie zu ihrem Vater gehen dürfen, wenn sie wollen. Er hat aber andersrum nicht das Recht zu sagen, dass sie zu ihm kommen müssen, die Kinder also verpflichtet sind, ihn zu besuchen.
    Und wenn ihr geschieden seid ... aber Du hast ja geschrieben, dass gerichtlich nix entschieden wurde.
    Trotz allem kann ich Dir nur raten, das alleinige Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht zu beantragen. Das Familiengericht folgt in der Regel solchen Anträgen, wenn der andere Elternteil immer wieder "ausfällt", was in diesem Fall ja auch Deine Kinder bestätigen können.
    Du kannst ja mit ihm vereinbaren, dass er die Kinder besuchen darf, wenn er nüchtern ist, sie ihn besuchen dürfen, wenn er trocken ist oder, oder ...

    Es muss also nicht erst was passieren - Du kannst selbst entscheiden, ob die Kinder dürfen wenn sie wollen. (Und theoretisch auch, ob sie müssen wenn sie nicht wollen :o)

    Gruß
    Greenfox

    Wichtig finde ich bei diesem Interview eigentlich den letzten Passus:

    Zitat

    SPIEGEL ONLINE:
    Was tun Sie heute, wenn die Welt Ihnen unerträglich scheint?

    Schreiber:
    Ich spreche mit Freunden, gehe zur Psychoanalyse und in eine Selbsthilfegruppe, ich meditiere und mache viel Yoga. Deswegen laufe ich nicht permanent lächelnd durch die Welt. Das Leben kann scheiße und traurig sein, es kann einen glücklich oder wütend machen. Aber wenn man Konflikte angeht und sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt, ist es nie unerträglich.

    Denn jeder sollte sich wirklich klar machen: Nur weil man aus der/einer Sucht ausgestiegen ist, ist das Leben an sich nicht immer eitel Sonnenschein. Aber mit einem klaren Kopf kann man alle Probleme viel besser angehen (aber leider auch nicht immer lösen).

    In diesem Sinne wünsche ich allen ein erfolgreiches neues Jahr!

    Gruß
    Greenfox