Hallo, mein ungeliebter Freund!
Auf diesem Wege teile ich Dir mit, dass sich unsere Wege ab sofort endgültig trennen!
Sicher, wir haben eine lange und streckenweise schöne Zeit miteinander verbracht. Ich denke da vor allem an die lustigen Zeiten, wenn wir auf Partys oder mit Kumpels in der Kneipe waren.
Aber Du hast mich zunehmend erdrückt, eingeengt und mich kaputt gemacht – körperlich und auch seelisch. Und – was ich als genauso, wenn nicht noch schlimmer erachte – Du drohst, auch meine Familie zu zerstören!
Und das kann und will ich nicht weiter zulassen!
Dazu liebe ich meine Familie, meine Kinder, den Rest meiner Familie, meine Arbeit und das Leben an sich viel zu sehr.
Ich will erleben, wenn meine Enkel zur Welt kommen (auch oder gerade weil es noch ein paar Jahre bis dahin sind), wie sie aufwachsen, ich will arbeiten, reisen, noch etwas von der Welt sehen, und, und, und... – kurz, das Leben genießen.
Aber, das geht nicht, wenn wir zusammen bleiben und meinen Weg weiter gemeinsam gehen!
Einmal hatte ich mich für einige Zeit von Dir getrennt. Doch ich bin schwach geworden und habe mich wieder mit Dir verbündet.
Und dies war für mich und meine Träume, meine Wünsche genau das, was Du bist – GIFT!
Früher dachte ich, Du wärst mein Freund.
Aber ich musste erkennen, dass Du das nicht bist. Vielmehr bist Du falsch und heimtückisch.
Du hast mich gezwungen, unsere „Freundschaft“ zu verheimlich, sie anderen gegenüber zu verleugnen, mich zu verstecken und so in eine Art Isolation getrieben. Angeblich wolltest Du mir helfen, meine Probleme zu beseitigen bzw. zu erleichtern – und hast sie so nur verschlimmert und verstärkt.
Und Du bist hinterhältig – denn Du hast mir ständig aufgelauert und gebeten und gebettelt, mein Freund sein zu dürfen. Leider mit Erfolg. Und Du wirst dies auch jetzt wieder tun. Du wirst mich zu überzeugen versuchen, dass es für mich schöner, besser ist, Dich zum Freund zu haben. Du wirst meine Entscheidung nicht akzeptieren.
Es wird nicht ausbleiben, dass wir einander wieder über den Weg laufen, sei es bei Feierlichkeiten, beim Einkaufen im Supermark oder anderswo. Und Du wirst mir zurufen: „Los, komm, lass es uns noch einmal miteinander versuchen!“.
Nein, mein ungeliebter Freund – mein Entschluss steht fest! Auch wenn es für mich sehr schwer werden wird, die Wunden, die Du geschlagen, die Schäden, die Du meiner Gesundheit zugefügt hast, wieder zu heilen bzw. zu reparieren, die Abhängigkeit, in die Du mich getrieben hast, zu überwinden.
Meine Freiheit ist mir wichtiger, meine Gesundheit, meine Familie, mein Leben!
Und, ich möchte Dich warnen:
Solltest Du zu aufdringlich werden bei dem Versuch, erneut meine Freundschaft, meine Zuneigung zu erringen – ich habe Hilfe, um Dich wieder „in die Wüste“ zu schicken: meine gesamte Familie, meine Freunde, Gleichgesinnte, die von Dir ebenso geschädigt wurden!
In diesem Sinne, mein ungeliebter Freund:
Das Leben geht weiter – ohne Dich!!