Beiträge von Greenfox

    Hallo, Caecilia!

    Ich selbst bin Alkoholiker, kenne das Ganze also aus der Perspektive Deines Freundes.

    Bei meiner "Wunsch"-Klinik betrug damals der Regelaufenthalt noch 12 Wochen - und das erschien mir zunächst unheimlich lange. Denn im Gegensatz zu Deinem Freund ging ich noch arbeiten.
    Aber da ich von dem Zeug wegkommen wollte, lies ich mich darauf ein - auf die Dauer und auf die Behandlung. Und dann geschah das, was ich vorher für unmöglich hielt: Ich bat um eine Verlängerung - und erhielt weitere 4 Wochen bewilligt.
    Ich war also insgesamt 16 Wochen dort, die mir sehr gut getan haben und die ich in sehr guter Erinnerung habe.

    Nichtsdestotrotz hatte ich 2 Jahre später einen Rückfall, der mich 4 Jahre gefangen hielt. Ich kämpfte dann um einen erneuten Therapieplatz und erhielt zunächst auch einen. Als ich schon in der Klinik war (es war eine andere) und mit der Behandlung begonnen hatte, kam die Nachricht, dass die Kasse die Kosten doch nicht übernimmt. Nach nur 2 Wochen musste ich also abbrechen.

    Aber diese 2 Wochen haben mir so viel gegeben - mittlerweile bin ich seit 13 Jahren trocken.

    Ich will damit sagen: Es ist nicht unbedingt die Dauer der Behandlung. Wenn er sich darauf einlässt und alle Hilfsmittel mitnimmt, die man ihm an die Hand gibt - Hauptsache, es hat in seinem Kopf den berühmten "Klick" getan!

    Wenn man allerdings von Vornherein mit Widerstand an so eine Sache herangeht ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich habe für mich das mal so Formuliert.
    Auseinandersetzen
    Begreifen
    Vertiefen
    Nicht Vergessen

    Dieses nicht Vergessen halte ich für das Wichtigste.

    Wenn ich viele Menschen höre oder lese - auch hier -, dann möchten sie ihre "Alkohol-Phase" möglichst schnell abhaken und vergessen. Ich habe dies damals, nach meiner ersten Therapie, zwar nicht bewusst so gemacht, aber ich habe es gemacht. Ich dachte mir "So, ich bin jetzt trocken - jetzt brauche ich mich nicht mehr darum kümmern ..."
    Schließlich ist ja ein gebrochenes Bein, wenn es verheilt ist, auch kein Thema mehr.

    Tja, diese Fehleinschätzung hat mich zwar nicht unbedingt in den Rückfall geführt, aber mich 4 verdammte Jahre darin gefangen gehalten, in denen ich dann kämpfen musste, wieder da raus zu kommen :-\
    Und dieses anschließende "Nichtvergessen" hat mir bis jetzt 13 trockene, in Bezug auf den Alkohol bzw. die Abstinenz glückliche und zufriedene Jahre beschert (ansonsten hatte ich natürlich auch so meine Höhen und Tiefen - es war zum Glück nicht Alles nur Rosarot ;) ).

    Im Übrigen kann ich nicht oft genug betonen: "Nichtvergessen" bedeutet nicht "permanente Selbstgeisselung"!! Es gibt immer wieder ein paar, die es so auslegen wollen ...

    In diesem Sinne: Glückwunsch zu (fast) 2 Jahren Trockenheit! Mögen noch viele weitere zufriedene Jahre folgen 44.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Schokomuffin!

    Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum und Glückwunsch zur bisher geschafften Trockenzeit 44. :blumen:

    Da Du schreibst, dass Du beim Kardiologen warst, würde mich interessieren, ob Du ihm/ihr auch die ganze Geschichte erzählt hast - sprich: auch Deinen Alkohol-Hintergrund??

    Oder hast Du den aus falsch verstandener Scham verschwiegen? Denn das ist nämlich wirklich falsch verstandene Scham! Oft sind es entweder Nachwirkungen/Entzugserscheinungen, die solche Symptome verursachen können - oder aber unser Körper reagiert auf bestimmte Medikamente anders als jemand, der nicht Alkoholabhängig/-gewöhnt ist. So ist es z.Bsp. für Anästhesisten SEHR wichtig zu wissen, dass ich (trockener) Alkoholiker bin, da ich u.U. ein anderes Anästhetikum, eine andere Dosis benötige, um nicht mitten in der OP aufzuwachen und dumme Kommentare abzugeben (ist schon vorgekommen). Okay, ist zwar etwas vollkommen anderes, aber man sollte dem Arzt schon "reinen Wein" ;) einschenken.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Pyrophoric!

    Ich freue mich sehr, dass Du den Absprung geschafft hast!

    Auch wenn es oft wie ein Klischee klingt, aber es ist doch sehr viel Wahres in dem Sprichwort: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

    Jetzt kannst Du Dich endlich wieder um Dich selbst kümmer und LEBEN.
    Und Deinen Worten entnehme ich, dass es ihm ja auch wohl völlig am Arm vorbeigegangen ist, dass Du ihn verlassen hast - nun kann er endlich trinken und koksen, ohne sich Dein Genöle anhören zu müssen.
    Also war es für Euch beide die richtige Entscheidung - hauptsächlich für Dich!

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Glück und alles, alles Gute 44.

    Gruß wikende091
    Greenfox

    Zitat

    Das Image und die Vorstellung, die sich in der Gesellschaft dazu gebildet haben wie so eine SHG "läuft", beeinflusst auch meinen Blick auf das Thema.

    Leider hat neuerdings ein Erfahrungsbericht von jemandem der regelmäßig eine solche Gruppe besucht und daraus auch kein Geheimnis macht, zwar dazu beigetragen mit einigen Missverständnissen aufzuräumen.

    Wieso "leider" nixweiss0 Habe ich da etwas flasch verstanden?

    Und dass die "Jüngeren" (ich sage mal U35) seltener den Weg in die SHG's finden ... so wirklich weiß ICH nicht, woran es liegt. Aber gerade in den Gesprächen in den Krankenhäusern wurde mir von dieser Altersgruppe immer wieder deutlich gemacht, dass sie entweder einfach nicht einsehen, abhängig/süchtig zu sein oder aber sich nicht vorstellen zu können, "nie wieder" Alkohol zu trinken. Ja, wenn sie/der Körper wie bei einer Nuss-Allergie darauf tödlich reagieren würden - ja, DANN wäre es vollkommen etwas anderes, aber so (saufen sie sich ja nur langsam zu Tode). Oder, die 3. Gruppe will es mit sich selbst (im stillen Kämmerlein) ausfechten, ohne dass es jemand mitkriegt.

    Ich finde es gut, dass Du Dich doch dafür entschieden hast, es MIT Hilfe durchzuziehen. Du wirst sehen, es ist einfacher.
    Schau Dir allerdings mehrere Gruppen an (wenn es wieder möglich ist), damit Du auch eine findest, die zu Dir passt, wqo Du Dich wohl fühlst ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich könnte jetzt mal dienen ganzen Thaed zerpflücken,und du würdest Staunen was ich da alles auftue.
    Bei dem einen oder Anderen möge ich vielleicht etwas danebenliegen,aber der Allgemeine Trend wirst du mir dann schon zugestehen müssen.
    Wenn du nicht begreifen willst das man dir so nicht helfen kann,so wie du dir das Vorstellst,dann ist dir Meiner Meinung auch nicht zu Helfen.

    Aha - Herr Oberlehrer sind also schon zum absoluten Experten aufgestiegen?
    Pass auf, dass man nicht all Deine Postings zerpflückt - zum Beispiel wegen der mangelnden Rechtschreibung ... Die kann natürlich daran liegen, dass Du vielleicht am Handy schreibst - oder auch an etwas Anderem.

    Es kann also mehrere Ursachen haben - genauso, wie es mehrere Meinungen und Wege gibt.


    Greenfox und anderen Teilnehmern wird diese Aussage bestimmt nicht gefallen!

    Unabhängig von Eurem Gefetze: Ich bitte darum, für mich selbst sprechen zu dürfen!

    Susanne hat ihr Gehen schon lange angekündigt - ich war ganz froh, dass sie es nicht tat.
    Und ihre direkte und ungeschminkte Art fand ich (meist) sehr erfrischend. Okay, vielleicht nicht jedermans Geschmack - aber man muss ja nicht Jedem Gefallen.
    Und wenn Jemand frisch aus der Sucht aussteigt oder ausgestiegen ist, dann braucht derjenige Klartext. Und keine verklausilierten Halleluja-Eitideis.

    Mach et jut, Susanne wikende091

    Greenfox

    Hallo, Sunny!

    Schön, mal wieder von Dir zu hören.

    Ich stimme Elly zu: Das Dokumentieren Deines Konsums ist nur Alibi.
    Wenn Du nach 66 Tagen mal schwach geworden bist - okay. Aber dann sofort und KONSEQUENT beenden. Denn ansonsten häufen sich solche "Ausrutscher" - und werden schließlich zur Normalität.
    Ich spreche da leider aus Erfahrung.

    Ab morgen setze ich mich selbst auf eine "Gesundheitskur" sprich, keinen Alkohol, Gesunde Ernährung, Bewegung etc.

    Und schon wieder eine Inkonsequenz: Morgen, morgen, nur nicht heute! Sagen alle inkonsequenten Leute.

    Warum "Morgen"? Damit Du "heute" nochmal einen kleinen trinken kannst?

    Ich hoffe, Du ziehst es ab heute auch wirklich durch!

    Gruß
    Greenfox

    Yepp! Und bevor jetzt kommt, dass Du Dir Dein Kind nicht wegnehmen lassen möchtest (was ich sogar verstehen kann):

    Informiere Dich mal über das Schicksal von Alkoholiker-Kindern (bzw. von Kindern aus Suchtfamilien im Allgemeinen) - zum Beispiel hier im Forum in der Rubrik "Angehörige"!
    Auch ich habe erst im Nachhinein WIRKLICH verstanden, was ich meinen Kindern angetan habe. Als ich noch getrunken habe, habe ich es nur geahnt. Und auch das hat mich schon belastet - so wie Dich.

    Also mach - in Deinem und dem Interesse Deiner Tochter - Nägel mit Köpfen. Sie wird es Dir später danken!

    ganz ehrlich Susanne, diese Behauptungen wage ich zu bezweifeln und sicher werden die Meinungen hier im Forum dazu weit auseinander gehen.

    Ich hatte in meiner Gruppe leider auch 2 Menschen, die meinten, Jemandem "vorwerfen zu müssen", noch keine Rückfälle gehabt zu haben. Bevor allerdings ich den Mund aufmachen und sie fragen konnte, ob sie etwas Falsches geraucht hätten, taten es schon die anderen Gruppenfreunde ...
    Leider gibt es immer wieder solche Knallköppe (der Begriff "Querdenker" ist ja nun schon anderweitig besetzt), die nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die den Ausstieg auf Anhieb schaffen und trotzdem in eine Gruppe gehen. Und andere brauchen mehrere Anläufe und gehen deshalb in eine Gruppe.

    Okay - reden.
    Und Du spülst das dann mit nem Wodka runter, oder wie?

    Sorry, wenn ich vielleicht etwas penetrant bin, aber ... mit reden alleine kommst Du nicht von dem Scheisszeug weg.
    Und ich weiss, wovon ich rede. Nicht nur, weil ich selbst Alkoholiker bin. Sondern auch, weil ich nun schon einige Jahre in der Suchtselbsthilfe unterwegs bin, in Krankenhäusern war (nicht nur als Patient) und dort mit vielen Leuten gesprochen habe, denen es so wie mir/uns erging, etliche Jahre eine Selbsthilfegruppe geleitet habe.

    Du musst schon ein bißchen konkreter werden. Sozusagen "Butter bei die Fische tun".
    Nicht für mich. Für Dich. Du musst Dir selbst klar werden, was Du willst - und Dir einen Plan machen. Und dann ihn umsetzen.

    Okay, dann frage ich Dich nochmal:

    Okay, wie sehen Deine Pläne aus? Was willst Du an Dir, Deinem Leben ändern, bei dem wir Dir Hilfestellung leisten könnten? Was erwartest Du von uns?

    Denn Eines muss Dir klar sein: Den Weg musst Du selber gehen, die Arbeit selber machen! Und das wird nicht einfach - Es gibt keine Pille oder Schalter und alles ist gut.

    Hallo und Willkommen hier im Forum!

    Ich habe mal Deinen Post hier extra eingestellt, da es nicht gerade die feine englische Art ist, seine Vorstellung mitten in den Thread eines Anderen zu platzieren.

    Kurz zu mir: Ich bin m, 58, Alkoholiker und nun nach mehreren Anläufen seit einigen Jahren trocken.
    Versuche, mich wie Baron Münchhausen an den eigenen Haaren selbst aus dem Sumpf zu ziehen, sind kläglichst gescheitert. Also habe ich mir Hilfe gesucht und sie auch angenommen.

    Was ich allerdings schmerzlich lernen musste, war, ehrlich zu mir selbst zu sein - ansonsten kann ich alle Versuche in die Tonne treten. Ob ich Andere anlüge und verarsche, ist vollkommen egal.
    Aber wenn ich mich selbst verarsche und selbst glaube, was ich der Außenwelt verkaufen will - nämlich, dass mein Konsum doch garnicht so schlimm ist und ich eigentlich jederzeit aufhören könnte, wenn dieses oder jenes so oder anders wäre - ja, dann bin ich schon zum Scheitern verurteilt.

    Okay, wie sehen Deine Pläne aus? Was willst Du an Dir, Deinem Leben ändern, bei dem wir Dir Hilfestellung leisten könnten? Was erwartest Du von uns?

    Denn Eines muss Dir klar sein: Den Weg musst Du selber gehen, die Arbeit selber machen! Und das wird nicht einfach - Es gibt keine Pille oder Schalter und alles ist gut.

    Gruß
    Greenfox

    Du solltest aufhören, Dich mit anderen zu vergleichen!

    Denn genau DAS ist nämlich der Kasus Knacktus: "Der/die trinken doch viiiiiel mehr als wie ich - also kann ich doch gar kein Alkoholiker sein! Der/die trinken doch viiiiiel mehr, also können das doch keine Entzugserscheinungen sein! ..."
    Du wirst immer etwas finden, was bei Dir nicht "so schlimm" ist wie bei anderen - Du trinkst ja NUR 1-1,5 Liter Sekt pro Tag, andere trinken harte Sachen. Aber 1,5 Liter Sekt sind ca. 144 Gramm reiner Alkohol (guckst Du HIER).

    Kümmere und konzentriere Dich auf DICH, und NUR auf Dich!
    Denn sonst wird auch die Entgiftung nur von kurzer Dauer sein.

    Gruß
    Greenfox

    Das gilt nicht nur in Bezug auf Kinder - insbesondere für unsereins!
    Ich hatte mir auch schon mal unter dem Thema "Wie gefährlich sind Rotweinsoße & Co wirklich?" Gedanken darüber gemacht.

    Und so wie es in dem Artikel heisst:

    "Selbst wenn Lebensmittel keinen Alkohol enthalten, aber etwa nach Bier, Amaretto oder Rum schmecken, sollten Kinder lieber die Finger davon lassen, rät die Verbraucherzentrale. Der Grund ist: Das könnte zu einer Gewöhnung an den Geschmack von Alkohol führen und die natürliche Hemmschwelle für den Verzehr senken."

    könnte es bei uns nicht nur die Hemmschwelle senken, sondern wieder den Wunsch nach dem "richtigem" Getränk wecken.

    Wie gesagt "KÖNNTE". Meine Gesundheit, meine Trockenheit sind mir zu wichtig (und mittlerweile auch zu normal geworden), als dass ich es austesten möchte.
    Ich habe keinen Bock, auf die Fresse zu fallen. Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, wie es da unten aussieht ...

    ich empfinde sie unsachlich und aggressiv.

    Die Diskussion im Allgemeinen - oder die Beiträge einzelner?
    Wenn Letzteres, dann bitte nicht pauschalisieren, sondern benennen.

    Daran krankt es sowieso schon in der Gesellschaft: Immer öfter bzw. viel zu oft heisst es "Die ... (abstrakte Mehrzahl)" anstatt "Der/Die ... (konkrete Ein-/Mehrzahl)" - DIE Ausländer, DIE Polizei, DIE Lehrer, DIE Jugendlichen ... und natürlich fast immer negativ belegt.

    Ich bin es langsam müde ...

    Zitat

    „Gratuliere, da bin ich ja richtig neidisch und dann noch der gute Stoff…du bist doch noch keine 60, wie hast du das denn gemacht?“

    Da geht es nicht nur um die Worte an sich - sondern, wie wir alle sehr gut wissen. auch der TON macht die Musik.
    Und der ist dabei äußerst verletzend bzw. kann es sein.

    Und auch wenn Du, Susanne, nicht mich angesprochen hast - aber bei MIR kamen Deine letzten Kommentare sehr bösartig an. So, als wolltest Du Britt absichtlich nicht verstehen.

    nixweiss0