Beiträge von Greenfox

    Mit dem alk-"freien" Bier etc sehe ich es so wie Di. Ich bin auch der Meinung (siehe hier), dass nicht das bißchen Alkohol im alk"freien" Bier, der berühmten Cognac-Bohne oder einer Rum-Kugel den Rückfall herbeiführen KANN, sondern zum einen, weil es an Alkohol erinnert und somit triggern kann. Und zum Anderen ist es der "Kopf": esse/trinke ich etwas, weil Alkohol enthalten ist (oder zumindest so schmeckt) oder weil ich es einfach nicht weiss.

    Im Gegensatz zu Dir habe ich Bier (zuerst) getrunken, weil es mir geschmeckt hat - ich mochte das Herbe und es gab auch durchaus Biere, die ich eben wegen des Geschmacks nicht mochte/trank. Kurz vor dem Ausstieg war DAS dann aber leider auch egal - Hauptsache Wirkung :(

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Lili/Iterra!

    Schön, dass Du hierher gefunden hast und Dir Hilfe suchst. :welcome:

    Anhand Deiner Schilderung bestätigen sich mal wieder meine Beobachtungen, dass die Ursachen von Süchten meist ähnlich/gleich sind. Nur greift der/die Eine zur Flasche, der/die Andere hört auf, zu essen/fängt an, Unmengen zu esssen, der/die Nächste fängt an zu koksen ... etc.

    Es ist gut und wichtig, zuerst mal sein "Problem" zu erkennen. Und sich dann Hilfe und Unterstützung zu suchen, kann zumindest nicht schaden. Nicht jede/r ist von sich aus so stark, dass er/sie ohne fremde Hilfe aus dem Teufelskreis ausbrechen kann ...

    Warst Du schon mal bei einer Beratungsstelle?
    Dort kann man Dir auch Selbsthilfegruppen (SHG) nennen/empfehlen, Langzeittherapien (LZT) und die entsprechenden Kliniken vorstellen, empfehlen. Es gibt Kliniken, in denen man solche Doppeldiagnosen zusammen behandelt. Und in SHG kann man (auch) aus "erster Hand" Näheres über die verschiedenen Formen der LZT / Kliniken erfahren.
    Vielleicht wäre ja aber auch etwas anderes für Dich besser (z.Bsp. Psychotherapeut) nixweiss0

    Hier findest Du jedenfalss Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, die von diesen berichten. Such Dir das raus, was Deiner Meinung nach am Besten zu Dir passt ...

    Auf einen guten Austausch - und schnelle Hilfe für Dich!

    Gruß
    Greenfox

    44.

    Genau so ist es.
    Mein Großvater (und bestimmt nicht nur der) sagte immer "Was kümmert es eine deutsche Eiche, wenn ein Wildschwein sich dran schubbert."
    Und was kümmert mich die Meinung der Anderen, wenn ich für mich beschlossen habe, KEINEN Alkohol mehr zu trinken - auch wenn es angeblich zum "guten Ton" gehört.

    Ich halte es auch so: Wenn ich gefragt werde / mir etwas angeboten werde, sage ich "Nein, danke!". Auf Nachfrage "Danke - ich trinke keinen Alkohol!" Und wenn dann keine Ruhe gegeben wird "Ich bin trockener Alkoholiker - und will es bleiben!"
    Entweder hat sich das Gespräch erledigt - oder es gibt ein Gespräch zu dem Thema ...
    Jedenfalls habe ich mit meinem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" gute Erfahrungen gemacht. Meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen habe ich von Anfang an reines Wasser ;) eingeschenkt - dass ich Alkoholiker bin, Entzug/Therapie gemacht habe. Und - dass ich an Veranstaltungen erst gar nicht teilnehmen werde (Kollegen) oder einfach gehen werde, wenn es mir zu viel/unangenehm wird.
    So - alle Klarheiten beseitigt und somit kein "Rumeiern" mehr nötig ...

    Hab übrigens noch einen Buch-Tipp für Dich: "Nüchtern" von Daniel Schreiber.
    In Vielem von dem, was er (be)schrieb, konnte ich mich wiedererkennen. Und er sieht es ähnlich wie Du: Saufen wird gesellschaftlich toleriert, aber wehe man gibt zu, trockener Alkoholiker zu sein ...

    Gruß
    Greenfox

    Warum beziehst Du eigentlich immer alles auf Dich?
    Zumindest nach meinem Empfinden waren weder die "Sockenpuppe" noch " >:( " auf Dich bezogen ...

    Warum denkst Du, dass Dir alle was Böses wollen und Dich nur angreifen wollen??

    Hallo, Herr Lehmann,

    "Ich selbst" bin ich am besten, wenn ich tue, was mir gut tut und möglichst weglasse, was mir nicht gut tut.
    Dazu gehört auch das berühmte "Nein-sagen".
    Was habe ich früher alles auf mich genommen, obwohl ich eigentlich gar nicht wollte - und auch gar nicht mehr konnte. Ich war aber der Meinung, dass man das von mir erwartete, erhoffte mir auch ein wenig Streichelheinheiten. Und im Hinterkopf war so ein bißchen die Angst, dass, wenn ich Nein sage, mir mein Alkoholkonsum vorgeworfen wird/auf die Füsse fällt. Ich war, sozusagen, "erpressbar".

    Und heute? Wenn ich keine Zeit habe, sage ich "Nein". Wenn ich keine Ahnung habe, sage ich "Nein". Wenn es mir zu viel ist, sage ich "Nein".

    Man MUSS nicht "Nein" sagen - aber man kann es. Und zum Thema, dass "man" es doch von mir "erwartet": Wenn ich eine Anfrage mal verneint habe, kam oft ein "Okay, frage ich eben jemand anders."

    Es war doch wie ein Kreislauf: Wegen meines Alkoholkonsums habe ich mich verbogen und verknotet - und habe dann wieder Alkohol getrunken, um die "Verspannungen" zu lösen.

    Aber zum "ich-selbst" sein gehört m.E. auch, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und für und mit sich selbst zu klären "Wer bin ich? Was will ich? Wo will ich hin?" Gaaaanz stark vereinfacht: Spielball - oder selbstbestimmte/selbstbestimmende Person? Mein Leben/meinen Weg vom Alkohol bestimmen lassen - oder selbst bestimmen? In die Gosse - oder "hoch hinaus"?

    Im Übrigen kann ich Dir (Ja, Suchtfibel ist gut!) auch das Buch von Simon Borowiak Alk: Fast ein medizinisches Sachbuch empfehlen. Es ist eben nur fast ein Sachbuch - nicht nur sehr informativ, sondern auch (für meine Begriffe) seeehr unterhaltsam geschrieben. Man merkt, dass er lange für die Satire-Zeitschrift "Titanic" gearbeitet hat. Selbst Betroffener beleuchtet er die (Alkohol-)Sucht-Problematik auf sehr humorvolle Art.

    Gruß
    Greenfox


    Mit dem Alkohol ist es ähnlich. Ich dachte, dass mein Leben ohne ihn unerträglich sein würde.
    Nach dem Ausstieg erfuhr ich das Gegenteil.

    44. Bei mir ebenso.


    Letzter Punkt: Ich dachte, dass ich die Trinkmenge nicht kontrollieren kann.Schließlich habe ich über viele Jahre erfahren, dass es so ist
    Nach meinem Ausstieg ging es mir nicht mehr darum,mich zu betäuben. Und plötzlich konnte ich meine Trinkmenge kontrollieren.

    Negativ - ging voll in die Hose.

    Also "kontrolliere" ich auf dem Null-Level ...

    Ich kann mich Betty eigentlich nur anschließen.
    Hier treiben sich ja einige Angeförige rum ;) - die können vielleicht bessere Ratschäge geben. Den auf dem Gebiet sind sie die Profis.
    Als Betroffener tendiere ich vermutlich zu drastischeren Ratschlägen als Angehörige ...

    Aber den Vorschlag mit der Angehörigengruppe kann ich nur unterstützen/befürworten.
    Guck doch mal in unsere Linksammlung. Oder hier

    Gruß
    Greenfox

    Naja, gaaanz unrecht hast Du nicht, keppler.
    Aaaaber: auch ich fühle mich mittlerweile gesund!

    Ich habe keine Beschwerden (Enzugserscheinungen o.ä.) mehr, mir fehlt (im doppeldeutigen Sinne) nix ... ;D

    Ich weiss nicht, wie ich es besser ausdrücken soll - aber ich fühle mich nicht (alkohol)krank. Dafür habe ich ja auch (in meinen Augen) eine Menge getan, dass es mir (alkoholtechnisch) wieder gut geht ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich dachte, wir hätten uns alle etwas beruhigt.
    Aber wenn Du schon nachtreten und neuen Ärger reinbringen willst, dann zitiere aber bitte auch richtig:


    Du bist auch nur ein armes, alkoholkrankes Würstchen wie wir alle (Angehörige, Interessierte, Nicht-Abhängige mal ausgenommen) und keinen Deut besser!!

    So eine gemischte Gruppe finde ich gut. Bei uns kommen auch manchmal Angehörige mit.
    Ich gebe dann aber - wenn Betroffene und deren Angehörige in die gleiche Gruppe gehen - zu bedenken, dass man u.U. schlecht über sein Problem sprechen kann, wenn es daneben sitzt ... Wenn sie trotzdem beide kommen wollen ...

    Auch für uns Betroffene ist es hilfreich, auch mal "die andere Seite" kennenzulernen.

    Gruß
    Greenfox

    Mir kommt da immer wieder der Gedanke, dass ihr auf halber Strecke stehen bleibt, euch damit zufrieden gebt, es hinzugekommen, "das erste Glas stehen zu lassen", aber die eigentliche Sucht nicht antastet.

    Ich halte mich eigentlich für halbwegs intelligent - aber ich komme einfach nicht dahinter, was Du uns damit sagen willst nixweiss0 Was sollten wir Deiner Meinung nach denn tun? Das Trinken trainieren ... Rede doch bitte mal Klartext, für Doofis wie mich, und nicht immer so schwammig und nebulös ...

    Jemand, der gegen Nüsse allergisch ist, sollte keine Nüsse - auch nicht in kleinen Mengen - essen. Er weiss genau, was passiert, wenn er es doch tut.
    Und ich bin eben gegen Alkohol "allergisch" - also lasse ich ihn weg. (Ich weiss, dass der Vergleich hinkt!)

    Ich schrieb ja schon mal, dass Du oft Sachen schreibst, die ich sofort und ohne zu zögern unterschreiben würde. Und dann kommen wieder solche Sachen wie oben, wo ich einfach nicht weiss, was Du damit sagen willst. Ich kapier es einfach nicht!

    Gruß
    Greenfox

    Es fasziniert (?) mich immer wieder, wie heimtückisch doch manche Trigger sind/sein können:
    Ein und dieselbe Situation oder Sache - und man reagiert völlig unterschiedlich.
    Das mit dem Weinregal im Supermarkt erinnert mich an die Schilderung eines Gruppenfreundes:

    Er geht des Öfteren mal mit seiner Tochter bei einem Griechen essen. Und obwohl er es dem schon mehrfach gesagt hat, dass er keinen Ouzo will ... egal, er gibt ihn dann seiner Tochter oder lässt ihn stehen. Ist ihm also, wie das Weinregal im Supermarkt, völlig schnuppe. Und eines Tages kam wieder mal dieser Ouzo - und diesmal hat es ihn dermaßen aufgeregt/gestört, dass er sofort aufstehen und gehen musste.
    Ich denke, es kommt auch auf die "Tagesform" eines Jeden an, ob etwas triggert oder nicht ...

    Wäre der ganze andere Kladderadatsch nicht dazugekommen - das Weinregal bei Deinen Freunden hätte Dich überhaupt nicht angehoben.

    Schönes Wochenende

    Greenfox

    Hi, fran!

    Schön, dass Du Dich "überwunden" hast und zu einer SHG gegangen bist 44. Und auch, dass Du Dir noch eine/mehrere andere anschauen willst (auch wenn die Erste Dir schon gefallen hat). Es gibt immer nicht nur Unterschiede in den Gruppen an sich, sondern auch in der Gruppe selbst - an manchen Tagen wird heiss diskutiert, und an anderen ist mal eher "Smalltalk" angesagt.

    Mir ist es früher auch öfter so gegangen (manchmal heute noch), dass ich beim Hören der "Geschichten" von Anderen dachte "Boah, krass - da hab ich ja noch echt Glück gehabt!"
    Aus heutiger Sicht finde ich solche Reaktionen auch ganz gut. Denn es zeigt mir immer wieder, wie es mir hätte ergehen können schwitz.
    Leider gibt es aber auch Leute, die nach dem Hören solcher Geschichten sagen "Na, sooo schlimm ist es bei mir noch lange nicht!" und das (für sich) zum Anlass nehmen, noch ein paar "Ehrenrunden" >:( zu drehen ...
    Aber - jeder hat eben sein Schicksal in der Hand: wie will ich weitermachen.

    Ich denke, Dein Weg ist ein guter Weg!

    nutze Deine Chance :) 44.

    Schönes Wochenende

    Greenfox


    In den Tagen der Rückfallsituation kam dann halt das alles von dem ich bisher schreibe zusammen und bündelte sich nach und nach. Hinzu kam in den Tagen ein tagelanger `virtueller Streit´ in einer Internetcommunity, viele Termine die sich auf wenige Tage komprimmierten, und, und, und,… Alles in allem einfach eine falsche Lebensführung. In solchen Situationen ernährt man sich zudem schlecht, isst und trinkt zu wenig, vernachlässit Entspannung und Sport, schläft falsch … dann wird es mal noch schön gewittrig und alle Anderen um einen herum wird auch noch so richtig schön hektisch … Es passt in solchen Momenten wohl einfach alles zusammen .. ich hatte mir innerhalb kurzer Zeit so richtig ein `Rückfallkomplettpaket´ geschnürt und ich spürte das in den einzwei Tagen vorher auch sehr deutlich.

    Ja, Scheiss-Situation.
    Du schreibst, dass Du es "hast kommen sehen" ... MIR hilft in solchen Situationen, mich mit realen Personen, am liebsten aus meiner Gruppe, darüber zu reden.
    Eigentlich müsste ich schreiben "... mittlerweile ...", denn früher hätte ich das auch nicht gekonnt und habe es erst langsam lernen müssen. Früher habe ich auch alles in mich reingefressen - und dann musste der Druck irgendwie raus ...
    Schön, dass Du Dich wieder gefangen hast.