Beiträge von Greenfox

    Am Mittwoch war ich zur ersten „Motivation“. Wir waren 9 Personen und jeder sollte sich vorstellen. Nun, da jeder laaaange von sich erzählt hat, waren die 75 Minuten um, bevor es überhaupt zu einem Motivations-Ansatz kam. In der Gruppe hatte jemand vor dem Termin Alkohol getrunken, man roch es im ganzen Raum.

    Uiuiui - gleich 2 "Probleme".
    Dass es bei der Vorstellung, beim ersten Termin länger gedauert hat, ist - denke ich - normal. Schließlich muß zum einen der Therapeut, aber auch die Mitpatienten wissen, mit wem man zu tun hat und welche Probleme, Schicksale dahinter stehen. Denn ich finde, nur wenn man die anderen halbwegs kennt, kann man auch "die Hosen runterlassen" und auch Reaktionen verstehen/nachvollziehen.

    Aber dass jemand vorher sich "Mut angetrunken" hat >:(
    Deswegen ist es auch in den meisten SHG Regel, dass man nüchtern zur Gruppe kommt. In irgendeinem Thread hat hier mal jemand geschrieben, dass es für jemanden, der aufhören will, eben nicht leicht ist, trocken zur Gruppe zu gehen. Ich finde, Dein Beispiel zeigt das Gegenteil:
    Für diejenigen, die trocken werden wollen, ist es nicht leicht, wenn nicht gar unangenehm, in einem Raum mit angetrunkenen Leuten zu sitzen. Und für den Betreffenden gilt m.E. nicht die Aussage, dass er/sie aufhören will. Wenn es schwer fällt (und das es das tun kann, weiß ich), dann kann man sich danach einen auf die Lampe giessen. Das zeugt von mangelndem Respekt - sich selbst und anderen gegenüber.

    Auf jeden Fall bin ich momentan trotz meiner Depri ... motiviert und hoffe, mich bald für „die“ richtige Therapie entscheiden zu können.

    Weiter so 44.

    Gruß
    Greenfox

    Willkommen zurück :D

    Gut, dass Du das Thema im Familienkreis angesprochen hast. Nicht nur, dass Du damit "Dampf abgelassen" hast - jetzt können die anderen auch Reaktionen von Dir vielleicht besser verstehen. Und Du brauchst nicht rumlavieren, sondern auch weiter Klartext reden.
    Hattest Du auch schon mal hier reingeschaut? Hört sich fast so an ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Vita!
    Auch von mir ein etwas verspätetes WILLKOMMEN :welcome:


    Auch hier wird eine 4-monatige Tagesklinik angeboten, aber leider nicht für mich. Meine Ärztin sagte, dass mich kein Therapeut aufnehmen wird, weil es einen Alkohol-Hintergrund gibt.
    ...
    Ich werde die 12-monatige Therapie machen und dann sehen, ob sie mich weiterbringt.

    Danach werde ich wahrscheinlich eine Therapie über 12 Monate machen. 2 x wöchentlich Gruppentherapie. Hält man das durch? Oder glaubt man nach 3 Monaten „ach, das brauch ich nicht mehr“. Ich werde sehen.

    Erst mal 44., dass Du schon selbst aktiv geworden bist.

    Wegen der Tagesklinik kann ich nur sagen/fragen: Hast Du mal mit den Ärzten dort schon mal selber gesprochen? Vielleicht sehen die das ja ganz anders? Ist nur so 'ne Idee von mir, weil ich damals auch erst in der Klinik war, mich umgesehen und mit dem Chefarzt gesprochen habe, bevor ich mich dann für die Klinik entschieden habe ...
    Und zu Deiner Frage, ob man so eine 12monatige Therapie mit 2 Sitzungen/Woche aushält:
    In meiner SHG ist eine Frau, die hatte eine 24monatige ambulante Therapie, auch mit 2 Sitzungen/Woche - und die ist super damit klargekommen. Sie hat es auf keinen Fall bereut.
    Es ist natürlich wie immer und überall - wichtig ist, wie man mit dem Arzt/Therapeuten klarkommt.

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute und viel Erfolg! Und uns einen guten Austausch :D

    Gruß
    Greenfox

    aber ich in meinem wirrkopf habe die frau mit der ich telefoniert hatte anscheinend falsch verstanden der termin ist nicht diesen donnerstag sondern nächsten

    "Irren ist menschlich!" sprach der Igel und stieg von der Klobürste ;D Mach Dir keinen Kopp - das passiert auch Leuten, die kein Problem mit Alkohol, Drogen oder dem Leben haben ...
    Hauptsache ist doch, dass Du etwas unternommen, angeleiert hast. Und dass Du auch schon Psychologen angeklingelt hast - SUPER 44.

    auf diese kleinigkeiten kann ich schon stolz sein denn ... ich ... bin die ersten schritte gegangen.

    So sieht's aus! :blumen:

    Hi, Sani!
    Auch von mir ein "Herzlich Willkommen hier im Forum!" :welcome:

    Ich kann mich dem Rat, mal einen Arzt (ich würd raten: Psychologen) zu konsultieren, nur zustimmen.
    Und ich denke, LiS hat Recht: Du musst erstmal Deinen Mut zusammennehmen und loslaufen. Entweder zu einem Psychologen oder auch zu einer Suchtberatung oder auch einer Selbsthilfegruppe.
    Bei einer Suchtberatung (lass Dich nicht von dem Namen "Sucht"beratung abschrecken) ist das Gespräch/die Beratung übrigens anonym. Die Menschen dort haben auch eine Schweigepflicht. Und glaub mir - Dein "Schicksal" ist nicht einzigartig, es geht viel mehr Menschen so wie Dir.
    Aber Du bist Dir dessen wenigstens Bewusst und möchtest etwas ändern.

    Nur Mut! Es lohnt sich!

    Gruß
    Greenfox

    Hi, Jensen!

    Meine Fresse habe ich einen riesen Schiss, es macht mir echt Angst...

    Gut so!

    Damit meine ich "Gut so, dass Du Dir Gedanken darüber machst und eine ordentliche Portion Respekt vor dem Alkohol hast!"
    Denn viele machen sich - so wie meinereiner damals - keine Gedanken darüber, wieviel sie wie oft konsumieren. Und je früher man die Notbremse zieht ...
    Nun wird sich bei Dir - wenn es wirklich erst seit ein paar Wochen, wie Du schriebst, so geht - noch nicht eine Abhängigkeit eingestellt haben.
    Um so besser!

    Insofern kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen.


    Mein Bauchgefühl sagt mir, das ich besser die Finger vom Alkohol lassen soll. Ich gehe meinem Gefühl nach und lasse es definitiv mit dem Konsum auch. Ich habe die vergangene Woche genutzt, mich selber zu reflektieren und um meiner Gedanken und körperlichen Achterbahnfahrt wieder Herr zu werden.

    44.

    Was die Tipps und Ratschläge angeht: einfach hier stöbern! Zum Beispiel hier oder hier.

    Gruß
    Greenfox


      [list][li]Im Suchtverhalten jedoch sollte der/die Betroffene auch deutlich spüren dass seine lieben Menschen ihn/sie zwar lieben, das Suchtverhalten jedoch in keiner Weise unterstützen und dort auch persönliche Grenzen und auch Konsequenzen ziehen.
      Von daher fände ich es z.B. kein Muss, aber absolut nachvollziehbar wenn du den Alkohol wenn DU in der Wohnung bist und DU dich um die Tiere kümmerst, konsequent vernichtest. Du willst das Zeug nicht mehr in Eurem Leben sehen - basta. Deutliches persönliches Signal, keine Bevormundung.[/li]

    Angel, ich sehe das auch so wie LiS.

    Vielleicht schaust Du auch mal auf die Seite von a-connect (die Übrigens auch in unserer Linksammlung enthalten ist ;) ):

    Zitat

    Folgende Punkte sollten Sie für sich verinnerlichen:

    Ich kann an der Trinkerei des Abhängigen nichts ändern. Ich drohe und kontrolliere nicht mehr. Ich verwöhne und versorge den Abhängigen nicht mehr länger. Ich werde für den Abhängigen nicht mehr lügen und ich lasse mich auf keinerlei Diskussionen mit dem Abhängigen ein.

    Ich verstehe, dass er/sie krank ist. Aber ich werde sein/ihr Verhalten nicht tolerieren. Ich setze klare Grenzen, was ich in Kauf nehme und was nicht. Außerdem sage ich verbindlich, was ich tun werde, wenn er an seinem Verhalten nichts ändert.

    Ich tue etwas für mich. ... Ich möchte glücklich und zufrieden leben, auch wenn der andere sich nicht ändert. Ich unternehme Dinge, die mir Spaß machen.

    Diese Worte sind an die Angehörigen gerichtet. Aber als Betroffener, der mittlerweile seit über 7 Jahren trocken ist, kann ich sie nur befürworten!

    Und ich kann Dich zu Deinem Arbeitsteam nur beglückwünschen: schön, dass Du da auch Rückhalt hast.

    Gruß
    Greenfox

    Aber grundsätzlich lasse ich mir ebenfalls nichts mehr verbieten - und ich verbiete mir selbst nicht etwas, nur weil jemand anderes oder von mir aus auch ganz viele andere Erfahrungen gemacht haben.

    In meiner SHG sagt ein Gruppenfreund auch immer (und ich finde, er formuliert es gut - hoffentlich schaffe ich das jetzt auch): "Ich habe es geschafft mit dem Trinken aufzuhören, weil ich mir gesagt habe, ich kann jederzeit etwas trinken wenn ich will. Würde man es mir verbieten - dann würde ich trinken. Abgesehen davon kann mir niemand etwas verbieten - nur ich mir selber."

    Ich persönlich verbiete mir inzwischen nix mehr - ich will nicht.
    Und dass ich darauf achte, ob in Lebensmitteln Alkohol ist, hat nur etwas damit zu tun, dass ich auf mich selbst achte.


    Da solltens auch was machen,
    damit man alkoholhaltige und alkoholfreie Lebensmittel leichter auseinanderhalten kann.

    Ja, fran53, da hast Du schon Recht. Aber weisst Du, wie groß dann Verpachungen sein müssten? Denn die verschiedenen Allergiker etc haben doch auch ein Recht auf Info ... Also bleibt doch nur, in die "Inhaltsverzeichnisse" zu schauen ;)

    Hut ab vor Deiner Arbeit, keppler. Soweit gehe ich nicht, da ich zeitmäßig auf Arbeit ziemlich eingebunden bin. Ich bin nur desöfteren im Krankenhaus, auf der Suchtstation, und unterhalte mich mit den Leuten dort auch vor bzw. nach meiner Vorstellung meiner SHG.
    Und dabei habe ich mehrfach Menschen getroffen, die mir etwas davon erzählt haben, dass sie zwar wissen, dass sie alkoholabhängig sind, aber auf Alkohol nicht verzichten wollen/können und lieber kontrolliert trinken wollen. Eine Frau hat mir sogar von diesem Buch von Allan Carr berichtet, welches sie gerade lese. Das Ende vom Lied: Ich habe sie alle dort wiedergesehen, mehrfach, und zunehmend in schlechterer Verfassung.
    Eine Gruppenfreundin arbeitet als Krankenschwester auf einer Station, wo schwerstkranke Patienten liegen. Krankheitsursache in 90% Alkohol. Und was die manchmal berichtet :o

    Und wenn dann behauptet wird

    Sie Ehrenrunden drehen zu lassen, weil sie eine alternative Behandlung wünschen, das halte ich für zynisch.

    dann platzt mir die Hutschnur ob solchen Zynismus - das ist schon mehr als zynisch. Kurse für kontrolliertes Trinken anzubieten hat hier schon mal jemand versucht (DreiStattDry). Und bei seinem "Vortrag" (nicht hier im Forum, im "echten" Leben) konnte er keine einzige Frage vernünftig beantworten.
    Macht mal weiter mit dem "Wenn man weiss, dass es heiss ist, verbrennt man sich auch nicht!"

    Ich für meine Person weiss, dass ich mich nicht verbrenne, wenn ich nicht anfasse - und das propagiere ich auch (Und jetzt kommt mir nicht mit Handschuhen etc - das ist ein Vergleich und der hinkt!).

    Und wieder grüßt das Murmeltier: Wieder kann ich den ersten Teil absolut unterschreiben.

    Aber ab hier halte ich es - in Bezug auf alkoholabhängige Menschen, die aus der Spirale ausbrechen wollen - für gefährlich und unverantwortlich:


    Wir sind keine schwachen Würstchen, die nach einem Schluck Alkohol einfach so umfallen, weil es das Schicksal so will oder weil wir im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen auf Alkohol allergisch reagieren. Wir haben keinen automatischen Kontrollverlust, gegen den wir machtlos sind, sondern wir entscheiden bei jedem Schluck, ob wir ihn zum Genuss trinken oder ob wir den Alkohol missbrauchen. Es liegt in unserer Macht und Verantwortung, ob wir in altes Verhalten zurückfallen oder nicht. Und wer sich dieser ihm selbst gegenüber bestehenden Verantwortung nicht stellen will oder kann, der muss dem Alkohol dann eben komplett aus dem Weg gehen.
    ...
    P.S.: Vielleicht ist die neue Sprachweise, die Alkoholabhängigkeit nicht mehr als Alkoholismus, sondern als alkoholbedingte Störung bezeichnet, tatsächlich sinnvoll. Bei dem einen -wie bei dir- ist die Störung eben sehr tiefgehend, bei anderen -wie bei mir- weniger tiefgehend und deshalb möglicherweise anders zu beheben.

    Mit dieser Haltung suggeriert man diesen Menschen, dass man sich nur der Sucht bewusst werden muss, um zu "Bruce Allmächtig" zu mutieren, um fortan kontrolliert trinken zu können! Und wenn man abstürzt, dann war man eben von seiner Sucht nicht überzeugt genug.
    Vielleicht, aber auch nur vielleicht, sehen diese Menschen dann, dass Du da noch so einen minimalen Halbsatz zu stehen hast: "...der muss dem Alkohol dann eben komplett aus dem Weg gehen."
    Abgesehen davon, dass Du (vielleicht nur unterbewusst bzw. ungewollt) den Menschen wie mir Verantwortungslosigkeit bzw. (mal wieder) mangelnden Willen unterstellst: "Und wer sich dieser ihm selbst gegenüber bestehenden Verantwortung nicht stellen will oder kann..."
    Genau so, wie es viele Menschen tun und sagen, Alkoholiker nur nur "willensschwach"!

    Ich bin mir meiner Sucht vollkommen bewusst und stelle mich auch meiner Verantwortung (sowohl mir selbst als auch meiner Umwelt gegenüber) - indem ich dem Nervengift Alkohol aus dem Weg gehe.

    Wenn es bei Dir funktioniert - schön, freu Dich. Aber nach meinem Verständnis bist Du dann nicht abhängig gewesen. Dann hast Du das große Glück gehabt und warst "nur" Mißbräuchler ??? nixweiss0
    Nur leider kann man die Grenze zwischen "nur" Mißbrauch und "schon" Sucht eben nicht exakt definieren, festlegen.

    Und welchen Namen ich dem Kind nun gebe ... Das erinnert mich an diese krampfhaft Bemühtheit mancher Menschen um "Political correctness" ...

    Einen schönen Restsonntag wünscht
    Greenfox

    Wenn es Dich nicht triggert und Dir nix ausmacht - okay! Für mich wäre es mir zu "heiss". In meiner Gruppe ist auch jemand, der sich dazu "bekennt" ::) , ab und zu alkoholfreies Bier zu trinken. Er sagt aber auch immer wieder dazu, dass er dies niemandem empfiehlt, nur weil ER damit klarkommt.

    Aber ich kann mir auch den Aufschrei vorstellen, den Du erlebt haben musst :o
    Man könnte die Leute für "staubtrocken" halten.

    Ich sehe es in Bezug auf andere liberal, für mich selbst sehr (erz-)konservativ. Aber wenn ich mal so die Relationen der von mir geführten Gespräche sehe ... die Leute, die schlechte Erfahrungen mit "alkoholfreien" Getränken gemacht haben, sind haushoch in der Überzahl.
    Also kann ich auch diesen "Aufschrei" verstehen.

    Es gibt eben keine allgemeingültigen Wahrheiten, sondern nur subjektive - wenn ich Einsteins Relativitätstheorie richtig auslege ;)

    Gruß
    Greenfox

    Als User, der den "ätherischen Mist" verzapft hat, versuche ich hier nochmal zu erklären, was ich damit meine:

    Dein Posting kann ich fast komplett unterschreiben - aber eben nur "fast"!


    Seitdem bin ich auch in Bezug auf den Alkohol frei. Ich kann ihn zwar trinken, allerdings beginnt sich nichts in mir danach zu sehen, mich zu betäuben, zu berauschen oder sonstwie psychisch zu verändern.

    Auch für mich hat es - so wie Du es beschreibst, "Klick" gemacht.


    Damit war es vorbei, als es in meinem Kopf „Klick“ machte. Das was ich dem Alkohol bis dahin an Positivem zuschrieb, schrumpfte ab diesem Zeitpunkt auf seine Betäubungs- und Enthemmungswirkung zusammen. Und auf die kann ich nicht nur verzichten, sondern die will ich nicht mehr spüren.
    Ich möchte und kann alles mit klarem Kopf erleben.

    Ja, das kann ich unterschreiben.
    Aber dann weichen unsere Erfahrungen erheblich voneinander ab! Denn ICH kann keinen Alkohol trinken, nur um ihn zu geniessen.

    Obwohl ich wusste, dass ich Alkoholiker bin und über die Betäubungs- und Enthemmungswirkungen von Alkohol wusste - ich wollte nur EIN Bier geniessen. Und ein paar Tage später mal wieder EIN Bier, und dann ZWEI Bier ... und dann einen Kasten und was zum Nachspülen ...
    Von wegen "Ich muss mir nur der Sucht bewusst sein ... dann kann man auch Genuss-Trinken ..." Ich sage es nochmal deutlich: Quatsch!

    Ich bin mir meiner Sucht aber soetwas von bewusst!
    Es gibt keine "Abhängigkeit light" - entweder ich bin abhängig oder nicht. Und ich bin es. Also ist für mich der Suchtstoff tabu/tödlich.
    Und wenn Du wirklich nur zum Genuss etwas trinken kannst, dann bist Du nicht abhängig!
    Punkt.

    Gruß
    Greenfox


    das mit den angehörigen gruppen hat mir die sucht beratung auch empfohlen. ich habe mich dann im online forum mal angemeldet um mal einen einblick zu haben die (al anon) nennen sie sich gehen ja schritte durch und ich weiss nicht ob ich dies auch noch tun soll da vorbei zu gehen jeden dienstag abend es ist so:
    jeden 2. dienstag habe ich sucht beratung jeden dienstag versuche ich meinem hobby dem reiten nach zu gehen und jeden dienstag ist wocheneinkauf der rest der woche arbeite uch von morgens um 7.45-19.15 und freitags manchmal bis 18.09 manchmal bis 21.15 jeh mach planung und samstags von 7.00-17.30
    also eine recht gestopfte woche sonntags versuche ich etwas mit meinem freund zu unternehmen...

    Sei jetzt bitte nicht böse - aber weisst Du, woran mich das erinnert:
    An meine früheren Ausreden, warum ich dieses und jenes nicht machen/versuchen konnte! Ich hatte tausend Gründe, warum ich nicht zur Langzeittherapie gehen konnte, warum ich nicht nicht-trinken konnte etc.

    Du "sollst" doch nur einmal hingehen und es Dir angucken (bin aus eigener Erfahrung mehr für reale Gruppen, Forum ist für mich mehr ein "auch" -Sorry). Wenn es nix für Dich ist - entweder gibt es noch andere Angehörigen-Gruppen, die Dir mehr zusagen oder Du lässt es sein und beschränkst Dich auf ein, zwei, viele Foren. Das ist einzig und allein Deine Entscheidung. Aber Du "solltest" wenigstens wissen, was Du nicht willst.

    Wie ich schon oben schriebste, es klingt für mich wie eine Ausrede - weil Du nicht weisst, was Dich da erwartet, was von Dir erwartet wird nixweiss0
    Genau so ging es mir auch früher mit Selbsthilfegruppe und genau so erlebe ich es manchmal in meiner heutigen Gruppe: es tauchen manchmal Leute auf, die wir schon des Öfteren vor dem Treff haben vorbeilaufen sehen - bis sie sich dann endlich umberwunden und reingetraut haben. Und dann feststellten "So schlimm ist es ja gar nicht."

    Die Leute kennen das, was Du zur Zeit durchmachst. Denen wirst Du kaum etwas Neues erzählen - aber umgekehrt ...

    ich denke das ist mit dem alkohol genau soo oder irre ich mich da?

    Für mich gehört das zu unserem Selbstbetrug dazu: Sie meint es bestimmt auch so, sie hat es bestimmt auch so vor. Nuuur ... klappt die Umsetzung bei den Wenigsten. Sie will "kontrolliert" trinken. Und dazu wurde hier schon viel geschrieben - deshalb lasse ich es, diesbezüglich meinen Senf nochmal dazuzugeben ...

    LG
    Greenfox

    wollte ich fragen ob ich dich einiges fragen kann:...

    Dafür sind wir hier, DarkAngel :D

    Was Deine Fragen angeht: ich kann nur für mich sprechen.
    Ich habe das Leiden meiner Familie sehr wohl wahrgenommen. Aber es wurde von dem Drang, etwas trinken zu MÜSSEN, überlagert. Und glaub mir: es hat mich immer wieder zerfressen, halb wahnsinnig gemacht zu sehen, wie ich ihnen wehtue und trotzdem nicht die Pfoten von dem Zeug lassen kann. Wie oft habe ich mir vorgenommen: HEUTE NICHT! Und was ist draus geworden? MORGEN ...
    Es waren viele "kleine" Sachen, die mich dann dazu gebracht haben, nun endlich wirklich etwas dagegen zu unternehmen und Hilfe zu suchen und anzunehmen, da ich es ja offensichtlich nicht alleine schaffte. Unter diesen "kleinen" Sachen war u.a. auch, dass meine Tochter nicht mit mir spielen/kuscheln wollte ... "Papa stinkt" ;(
    Aua, das hat weh getan. Aber anscheinend nicht weh genug ... Es hat noch etwas gedauert, bis ich dann endlich ...

    Und das mit den Klinikaufenthalten ... Meines Erachtens ist es wesentlich, warum ein Alkoholiker in der Klinik ist: weil er trocken werden WILL - oder trocken werden SOLL.
    Ich selbst habe 4 Entgiftungen hinter mir, weil ich trocken werden WOLLTE. Aber der Alk hatte mir schon derart mein Gehirn vernebelt, dass ich der Meinung war, dass ich es alleine schaffe... Hat nicht funktioniert.
    Auch eine Langzeittherapie habe ich hinter mir.
    Angefangen habe ich mit einer ambulanten. Weil: ich konnte doch meine Familie nicht für 3 Monate alleine lassen, die können doch nicht ohne mich, blabla ... Als ich dann realisiert habe, dass es mir nicht wirklich hilft (wie auch, wenn ich abends dann doch etwas getrunken habe), habe ich mir gesagt: Ab sofort machst Du Nägel mit Köpfen! und bin umgeschwenkt auf eine stationäre LZ, weit weg von zu Hause.
    Nach 3 Monaten habe ich mir sogar noch 4 Wochen "Nachschlag" geholt ... war vorher unvorstellbar für mich. Egal, ich habe mich darauf eingelassen - auch wenn so eine Langzeittherapie kein Urlaub ist, wie manche denken. Denn die Arbeit mit sich selbst ist harte Arbeit!

    Aber ich habe auch dort Menschen erlebt, die dorthin MUSSTEN - und demzufolge auch dort sich Alkohol besorgt haben ...

    Solange Deine Mutter nicht WILL, hast Du Null Chancen ... solange kannst Du nur Dich selbst schützen ...

    LG
    Greenfox

    Hallo, DarkAngel!

    Auch wenn ich zur Betroffenen-Fraktion gehöre, machen mich solche Schicksale wie Deins mich doch immer wieder betroffen.
    Ich bin jetzt etwas über 7 Jahre raus aus dem Teufelskreis und habe mich viel mit dem Thema beschäftigt und auch viele Gespräche darüber geführt.
    Daher und auch auf Grund meiner eigenen Erfahrungen möchte ich Dir dazu Folgendes sagen:

    Du kannst einfach nicht mehr für Deine Mutter tun, als ihr in einem klaren Moment die Fotos zeigen und zu sagen, dass Du sie gerne unterstützen wirst, wenn sie ernsthaft Hilfe annehmen will und aus dem Suchtkreislauf ausbrechen will. Ansonsten wirst Du Dich von ihr zurückziehen und sie alleine lassen, da Du Dich selbst und Dein Leben schützen willst und nicht nicht auch noch runtergerissen und kaputtgemacht zu werden.
    Und das dann auch - so schwer es auch fällt durchziehen.

    Mit "ernsthaft Hilfe annehmen wollen" meine ich, keine "Lippenbekenntnisse", wie ich sie auch etliche Male abgegeben hatte ("Glaub mir, ich hör auf, ich reiss mich am Riemen" blablabla).
    Wenn Sie allerdings sagt "Gehst Du mit mir zur Suchtberatung (weil ich Angst habe allein hinzugehen)?" o.ä., dann mach das, auch wenn der folgende Weg weder für Deine Mutter noch für Dich leicht wird - siehe ennasu.

    Und vielleicht findest Du ja auch (jetzt schon und zusätzlich) eine reale SHG für Angehörige. Denn ich bin der Überzeugung - so ein Forum ist ja gut und schön, kann aber Gespräche mit realen Menschen nicht ersetzen, die einen u.U. auch mal real in den Arm nehmen können ...

    Gruß
    Greenfox