Tyffie, auch wenn ich mittlerweile etwas über 7 Jahre trocken (und sehr zufrieden damit!!) bin:
Ich kann mich noch sehr, sehr gut an die Verfassung, die Gefühlslage erinnern, in der Du Dich befindest:
wieso bekomm ich das nicht in Griff ? :sorry:
Und dann kam der nächste Schritt:
Es gibt Auswege und das Leben ohne Alk ist nicht unerträglich. Jetzt denkst und spürst Du eine Ausweglosigkeit, aber wenn Du einen ersten Schritt wagst, Dir Hilfe zu holen, wirst Du sehr bald spüren wie toll es ist, nüchtern zu sein und zu bleiben. Jeder Tag ist ein Geschenk und nach ein paar Tagen geht es Dir so gut wie lange nicht mehr. Ich bin jetzt 6 Wochen trocken und bin stolz darauf. Ohne den Weg zur Entgiftung und vor allem den Weg zur Suchtberatungsstelle hätte ich es nie geschafft. Wir brauchen die Hilfe, glaube mir und es ist überhaupt nichts Peinliches oder Schlimmes daran. Die Leute dort kennen unser Problem.
44. Yepp, so ist es! Klar war die erste Zeit nicht unbedingt leicht. Aber relativ schnell habe ich wieder zunehmend die schönen Seiten des Lebens gesehen! Und daran habe ich mich dann "berauscht", an diesen ganzen kleinen schönen Sachen, die ich wieder bewusst und klar gesehen/gehört/geschmeckt/gerochen/erlebt habe ...
Na klar ist das Leben nicht eitel Sonnenschein - aber ich habe auch gemerkt, dass man mit einem KLAREN Kopf (fast) alles meistern kann. Und das, was nicht geht, kann man besser hinnehmen, akzeptieren ...
Ich habe mit den AAs habe ich nicht unbedingt viel am Hut, aber deren Gelassenheits-Spruch finde ich super und habe ihn für mich (als orthodoxen Atheisten) umgebaut:
Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Nun es klappt nicht immer - aber hey: Tel Aviv ... Sellerie ... ach nee: c'est la vie
Oder wie heisst es in der Werbung? Nicht immer - aber immer öfter!
Wenn Du in die Klinik gehst, dann sprich auf jeden Fall das Thema Alkohol an bzw. mache den Alkohol zum Thema!
In die Mutter Kind Klinik gehe ich wegen Depression und PTBS (Posttrauma)
Ich denke, da greift bei Dir Eins ins Andere.
Einmal machte ich mir im Rausch sogar, um mich von der Ausweglosigkeit und Sinnlosigkeit meines Lebens selbst vollends und handfest zu überzeugen, eine Auflistung aller meine Probleme! ... An einem der folgenden Tage fiel mir dann einmal diese Liste in nüchterner Verfassung in die Hände, jedoch stellte ich erstaunt fest, dass ich sie auf einmal mit anderen Augen betrachtete als im Rausch. Ich sah auf einmal, dass es nicht EIN EINZIGER unbezwingbarer Problemberg ist, sondern vielmehr eben genau das was ich in der Hand hatte: Eine Liste. Bestehend aus einzelnen Punkten. Mancher dieser Punkte eher klein, anderer Groß - doch jeder einzelne dieser Punkte lässt sich, für sich gesehen, konstruktiv angehen.
Yepp - sehe ich genauso 44. Stein für Stein trägt man Berge ab!
Gruß
Greenfox