Hallo, Mittäter(in) und auch von mir ein "Herzlich Willkommen!" hier im Forum.
Man, ich war doch gestern hier ... und jetzt ist Vieles, was ich zu sagen hätte, schon gesagt 
Ich würde es so gern in den Griff bekommen, aber komme immer wieder in Situationen wo mir etwas angeboten wird und ich nicht nein sagen kann.
Du kannst - aber Du willst nicht! Bevor Du gleich protestierst - überleg erstmal. Es zwingt Dich niemand mit vorgehaltener Waffe, ein Angebot anzunehmen. Wenn Du wirklich wolltest, kannst Du jederzeit ablehnen.
Was mich wirklich stört ist Folgendes: ich weiß ganz genau das ich meine Zeit besser nutzen kann als zu trinken, ich weiß wieviel angenehmer ich dann schlafe, wie ausgeruhter ich den nächsten Tag bin und wie toll ich mich den nächsten Tag fühle.
ABER - dann ist es abends und ich lasse mich dazu hinreisen ein Bier zu trinken, dann werden es 2.... immer wieder soweit bis man einen Rausch spürt.
Aber wofür das Ganze? Immer wenn ich einmal anfange gibt es kein Ende. Zumindest will ich ein bisschen beschwipst sein.
Das kann ich aber unter der Woche eigentlich für mich selbst nicht durchgehen lassen. Es hängt doch so viel daran und das ist mir auch bewusst, aber in dem Moment total egal.
Das nennt man KONTROLLVERLUST und ist typisch für eine Abhängigkeit. Für ebenso typisch halte ich es, dass Du begeistert jeden Strohhalm von angeblich erfolgreichen Rezepten für "kontrolliertes" Trinken greifst ... Natürlich kann man sich nicht vorstellen, komplett auf Alkohol zu verzichten - das geht doch gar nicht. Aber wenn man es immer wieder versucht und immer wieder auf die Fresse fliegt ...
Mir ging es wie Betty:
Ich habe ... aufgehört zu trinken. Ich persönlich habe es allerdings trotz mehrerer Versuche nicht hinbekommen, dosiert und kontrolliert zu trinken. Wenn ich trank, dann trank ich. ... Für mich hieß es also. Entweder - oder. Ich habe mich für "ohne Alkohol" entschieden. 44. 44. 44.
Ich würde es immer wieder tun. Ich bin stolz auf mich.
Aber Du bist Dir selbst noch nicht im Klaren über Dich und Dein Verhältnis zum Alkohol. Du hast Angst davor, Dir einzugestehen, dass Du abhängig sein könntest/bist:
Wenn man kontrolliert trinken könnte dann wäre das wirklich perfekt.
Ob ich eine Alkoholikerin bin und in welchem Maße kann ich nicht richtig sagen. Ich meine auch das hängt arg von der Definition ab.
Was ist wenn ich unter der Woche gar nichts trinken würde und nur am Wochenende? Dann würde ich sicher auch in das Raster eines Alkoholikers fallen.
Mein Problem ist auch irgendwie dass es mit an meinem Partner hängt. Wenn wir trinken dann reden wir zusammen, sind zusammen, lachen zusammen. Wenn er weiter trinken würde und ich nicht, dann fehlt das irgendwie. Ich würde irgendwie auch meine Beziehung verändern (wir sind 10 Jahre zusammen).
Du suchst nach Möglichkeiten/Begründungen, warum es auf Dich nicht zutreffen kann, dass Du abhängig sein könntest/bist.
Ich kann alles was Du hier so schreibst wunderbar nachvollziehen.
Geht mir genauso! Warum? Weil ich mich noch gut daran erinnern kann, wie ich mich gewunden habe.
Ich erinnere mich aber auch daran, wie ich zu der harten und schmerzhaften Erkenntnis gekommen bin, dass ich eben doch abhängig bin und einen Schnitt machen MUSS.
Heute frage ich mich manchmal, was gewesen wäre, wenn ich früher zu der Erkenntnis gekommen wäre ...
Meine Antwort darauf: Hätte, hätte, Fahrradkette ...
Ich bin wie ich bin - und es ist gekommen, wie es gekommen ist.
DIR wünsche ich jedenfalls alles Gute - und einen guten, fruchtbaren Austausch hier!
Gruß
Greenfox