Beiträge von Greenfox

    Sorry, Leute, aber: Sucht doch nicht immer die Schuld bei Anderen!


    Es tut aber auch keiner etwas dagegen und das gab bei mir den Ausschlag. Dann habe ich mich stillschweigend verabschiedet. Ich bin einfach nicht mehr hingegangen.

    Das nennt man "den Schwanz einziehen", weglaufen, kneifen ...!
    Wenn Dir etwas nicht gefällt: Mach den Mund auf, ändere etwas! Wenn sich nix ändert, kannst Du immer noch gehen.

    (Ich bitte, das "Dir/Du" hier allgemein zu sehen - damit meine ich nicht jemand Einzelnen persönlich!)

    Gruß
    Greenfox

    Für mich wäre ein wesentlicher Vorteil nicht mehr gegeben, wenn ich in der ständigen Angst vor einem Rückfall leben und deshalb stets und immer darauf achten müsste, dem Teufel Alkohol -koste es, was es wolle- aus dem Weg zu gehen. Diese Furcht, einen Weg zu beschreiten, den ich sooo überhaupt nicht gehen will, stellte sich bei mir bereits in den ersten Wochen meines (damals) abstinenten Lebens ein. Ich konnte mir nicht vorstellen, in einem von Furcht geprägten Leben glücklich zu werden, zumindest nicht ohne überprüft zu haben, ob es nicht auch anders geht.

    Ich glaube, dass Langzeittrockene i.d.R. deshalb umfallen, weil sie irgendwann aufhören, sich diesen Gewinn bewusst zu machen und sich stattdessen von ihrem „Suchtgedächtnis“ unrealistische Werbefilme pro Saufen vorspielen lassen.

    Also ICH lebe nicht in ständiger Angst und Schrecken. Ich mache mir einfach nur immer wieder (durch meine Besuche bei der SHG) bewusst, dass ich nicht mit Alkohol umgehen kann. Und bei meinen Krankenhausvorstellungen sehe auch immer wieder, wo es hinführen kann, wenn ich nicht darauf achte. Und das möchte ich jetzt nicht als "ständige Selbstgeisselung" verstanden wissen.
    Vor Jahren habe ich meine Gruppe nicht mehr besucht, weil sie umgezogen und für mich daher dann "zu weit weg" (tolle Ausrede) war. Und dann habe ich einfach nicht mehr über mich und mein Problem nachgedacht, es "vergessen" ... Und nach dem ersten Glas - es hatte mir ja nichts "getan" - folgte dannn ein Zweites ... etc.
    Was ich damit sagen will ist, dass man sich einfach nur immer darüber im Klaren sein, bewusst sein sollte, was passieren kann, wenn man eben nicht mit dem Zeugs umgehen kann.
    Und bei den Langzeittrockenen (ab wann ist man das eigentlich?) ist es meist so eine Art Übermut ("Wenns dem Esel zu wohl ist, zieht es ihn auf's Eis", "Was soll schon passieren - nun bin ich ja schon x Jahre trocken") - zumindest höre ich das so von den Betroffenen, denen es nach 10, 15, 20 Jahren so erging ...

    Man muss sich m.E. nicht unbedingt eine riesige Teufelsfratze an die Wohnungstür malen - ein kleines Bild im Sichtbereich reicht, um sie wahrzunehmen und sich zu erinnern.

    Gruß
    Greenfox

    Die erste Woche in der Tagesklinik ist vorbei und ich kann überwiegend Positives berichten.
    ... Ich habe das große Glück eine, wie ich finde, sehr professionelle und aufmerksame Bezugstherapeutin zu haben.

    Schön zu lesen. Und wenn die Chemie zum/zur Therapeuten/in stimmt, ist dass schon mal ein sehr wichtiges Detail.

    Freue mich, demnächst wieder von Dir zu lesen :)

    Gruß
    Greenfox

    Wie schon gesagt, war ich bereits in einer SHG. Das Problem besteht darin, dass ich nur eine begrenzte Redezeit habe, die auch noch auf einen bestimmten Zeitpunkt festgesetzt ist. So soll ich innerhalb von zehn Minuten spontan sagen, was mich innerlich bewegt. Das führte bisher zu Missverständnissen, die mir rein gar nichts bringen.

    Darauf kann ich nur auf meine Worte verweisen:

    Und wenn man eine Gruppe erlebt hat, kennt man noch längst nicht alle! Ich kann Dir nur raten: Schau Dir auch andere Gruppen an

    Es gibt so viele unterschiedliche SHG: Monolog-, Dialog-Gruppen, darunter angeleitete Gruppen (wo also ein Therapeut mit bei ist), reine Betroffenen-Gruppen etc.
    Ich habe mir damals, nach meiner (hoffentlich) letzten Entgiftung 2 Wochen lang jeden Tag eine andere SHG angeschaut. Hier in Berlin haben wir die komfortable Lage, jede Menge an unterschiedlichen Gruppen zu haben. Und dann habe ich mich für eine Gruppe entschieden - nicht danach, wie die Gruppe/der Verein heisst, sondern danach, wie ich mich dort fühle und mit den Menschen dort klarkomme. Ich persönlich mag den Monolog zum Beispiel nicht. Und wenn in "meiner" Gruppe jemand der Meinung ist, einen halbstündigen Monolog halten zu müssen/wollen - dann sage ich das! In der Gruppe, nicht hinterher.


    Nach meinem Einstieg musste ich mit einiger Kritik rechnen. ... Lieber möchte ich sagen, welches Motiv mich zur Beteiligung an diesem Forum veranlasst. Alkohol verleitet auch zu Trugschlüssen. So haben sich in meinem Kopf Vorstellungen festgesetzt, die ich schrittweise korrigieren muss, um wieder normal leben zu können. Somit muss ich auch Dinge hinterfragen, die für andere selbstverständlich sind. Selbstgespräche bringen mir nämlich auch nichts. Also brauche ich die Auseinandersetzung mit anderen, damit ich durch eigenes Nachdenken die Spreu vom Weizen trennen kann.

    44.
    Ich möchte meine Worte nicht als Kritik verstanden wissen. Sie stellen vielmehr meine Meinung zu verschiedenen Punkten dar. Und zu dieser (heutigen) Meinung bin ich durch viele eigenen Erlebnisse/Erfahrungen gekommen gepaart mit vielen Gesprächen (u.a. in der SHG, bei Krankenhausvorstellungen etc.).
    Im Übrigen kriege ich in meiner SHG (Dialog-Gruppe, nur Betroffene) auch ab und an Gegenwind. Ich hab DIE Wahrheit ja schließlich nicht erfunden ;) Und das regt mich dann immer wieder zum Nachdenken an. Wenn mich Argumente überzeugen, bin ich auch gerne bereit, meine Meinung zu ändern.

    Und dieses Forum soll ja auch dem Austausch dienen. Schließlich hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht, von denen er/sie berichten kann. Ein klein wenig spielt auch der Gedanke mit, andere von den selbst gemachten Fehlern abzuhalten.
    So hast Du ja hier schon gelesen, dass nicht nur ich KT ausprobiert habe. Und damit sowas von auf die Fresse geflogen bin.

    Gruß
    Greenfox

    Da gab es ja den (krassen) Vergleich mit der "Körperliche Liebe", habe ich das nicht eh in diesem Forum gelesen?

    Man/frau beginnt, die Lust steigert sich und dann soll man aufören, wenn es gerade schön wird und es gibt keinen Höhepunkt

    Da hast Du richtig gelesen - den Vergleich gab es. Und genau so sehe ich das KT auch. Klingt komisch - ist aber so.

    Und, Gerchla, genau die selben Erfahrungen habe ich auch gemacht.


    Ich bin wieder zu Feiern, zu Helferfesten, auf Silvesterveranstaltungen usw. gegangen. Fest entschlossen, keinen Alkohol zu trinken, fest entschlossen notfalls ein: ICH BIN TROCKENER ALKOHOLIKER entgegen zu schmettern, wenn jemand penetrant versucht mich zu überreden. Und: Das war gar nicht notwendig. Bei 90 % der seit meiner Trockheit besuchten "Trinkanlässe" habe ich einfach gesagt, ich hätte gern ne Apfelschorle, ein Cola oder was auch immer ohne Akohol ist. Keinen hat's gejuckt. Da ich glücklicherweise kein Problem habe, anderen beim besoffen werden zu zu schauen, war und ist dieses "Problem" jetzt für mich gelöst. Ach, bleiben ja noch die 10%. Ja es gab und gibt auch Situationen, wo man mal Tacheles reden muss. Ich habe einmal jemand ganz Penetranten gefragt, ob er ein Alkoholproblem hat und unbedingt jemanden braucht , der mit ihm trinkt. Ich glaube, da habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Thema war dann aber durch. Ich habe auch schon gesagt, ich bin trockener Alkoholiker, wobei ich das zu vermeiden versuche, weil es meist für die andere Seite sehr peinlich ist. Keinesfalls für mich, weil ich kann ohne Probleme offen mit meiner Krankheit umgehen.
    ...
    Ich kenne absolut niemanden in meinen Alkoholikerumfeld, der KT geschafft hat. Quasi jeder hat es mal versucht, alle gescheitert, früher oder später.

    In meiner Familie (haben eh alle gewusst) und auf Arbeit habe ich einmal gesagt, dass ich trockener Alkoholiker bin und das auch bleiben möchte (trocken!). Und aus diesem Grund entweder nicht zu bestimmten Feiern gehe und wenn, dann auch keinen Alkohol trinke. Punkt. Haben alle akzeptiert, zur Kenntnis genommen - fertig 44.

    Gruß
    Greenfox

    Geht es dir darum, einen Weltmeistertitel in „unfallfreier Trocknung“ zu gewinnen, oder willst du schlicht und einfach deine Lebensqualität verbessern?

    44. Gut formuliert! Wo kann ich das unterschreiben?!

    Im Übrigen scheint es wirklich im Allgemeinen mit zunehmender Abstinenz leichter zu werden. Dann tritt der Alkohol einfach immer weiter in den Hintergrund - man muss nur (auf sich) aufpassen, dass er sich nicht still und klammheimlich wieder anschleicht und einen dann plötzlich überrumpelt ...
    Mir persönlich ist es jedenfalls so gegangen - ich brauche ihn einfach nicht mehr. Und wollen will ich schon gar nicht!

    Ich kenne zwar auch jemanden, der etwas über ein Jahr trotz ständigem Saufdruck trocken geblieben - und dann (logischerweise?) doch wieder "umgefallen" ist. Dass scheint aber nicht die Regel zu sein. Dagegen habe ich schon Mehrere getroffen, die wie ich nach einiger Zeit regelrecht "Angst" bekommen haben, weil es so leicht war (Warum habe ich es denn dann nicht vorher geschafft? Wann kommt der "Große Hammer"?).

    Ich freue mich für Dich, wenn/dass es Dir bisher leicht fällt und es Dir gut dabei geht!

    Gruß
    Greenfox


    Es geht mir ziemlich mies,denn ich hab ihn echt angeschrien..und jetzt kommen bei mir Schuldgefühle hoch,weil ich ihn auf der Strasse vor unserem Haus angeschrien habe.Denn es war ihm sehr peinlich.
    Jetzt sitzt ich hier, mit der Angst ihn zu verlieren und mit Schuldgefühlen,dass ich ihn zu sehr eingeengt habe.

    Ela, wieso hast DU Schuldgefühle, weil ER sich scheisse benimmt? Ist er eine Marionette, deren Fäden Du ziehst - oder tut er das alles aus eigenem Antrieb heraus?

    Dass er ein gewaltiges Problem hat, ist wohl unbestritten. Aber diese Jacke brauchst Du Dir nicht anziehen - es ist seine.
    Du hast selber ein ganz anderes Problem - Du scheinst der Meinung zu sein, kein Recht auf Selbstbewusstsein zu haben und es zu verdienen, wie ein Stück Dreck behandelt zu werden! Leider habe ich auch immer wieder beruflich C:-) mit Menschen wie Dir zu tun, die geradezu "süchtig" nach derartiger Missachtung sind. Vorwiegend sind es Frauen, die ihre saufenden Männer ertragen und sich immer wieder verprügeln lassen. Und die ihren "lieben" >:( Mann dann freiwillig wieder in die Wohnung lassen, nachdem wir ihn rausgeschmissen und sie ins Krankenhaus gebracht haben ...

    Ela, sei mir bitte nicht böse, wenn ich das hier so drastisch und hart schreibe - aber es tut mir immer wieder selbst weh, wenn ich privat oder beruflich erlebe, dass sich Menschen freiwillig so behandeln lassen.

    Bitte, such Dir Hilfe, geh zu einer Beratungsstelle (für Dich - nicht für ihn!!), schiess ihn in den Wind - lass Dir helfen!

    Liebe Grüße
    Greenfox

    Guten Morgen, Olaf, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    So ganz verstehe ich deinen Eingangsbeitrag nicht. ... Und was hat das alles mit kontrolliertem Trinken zu tun?

    Es geht mir wie Bassmann - ich verstehe das nicht wirklich. Nur weil Du gestern (??) einen Schnaps getrunken hast und nix weiter passiert ist, meinst Du, dass es auch so weiter geht?

    Meine Krankheit ist leider nicht heilbar und ich muss lernen, mit dieser Behinderung zu leben. Wichtig ist nur die Einsicht, dass Alkohol kein Heilmittel ist.

    Stimmt - Alkohol ist die URSACHE! Aber das scheint Dir nicht bewusst zu sein :(
    Denn sonst hättest Du nicht nach 4 Monaten wieder bewusst zu dem Gift gegriffen, dass diese Krankheit verursacht.
    In meiner SHG gab/gibt es Menschen, die konnten auf Grund der PNP nur mit dem Rollator gaaanz langsam unterwegs sein. Mit der Trockenheit und viel Training konnten sie wieder halbwegs normal laufen. (Okay, muss nicht bei Jedem so gut laufen).
    Aber Dir scheint das sch...lichtweg egal zu sein, ob diese Krankheit weiter fortschreitet ...

    Deine unangenehmen Erfahrungen mit der SHG kann ich zum Glück nur im Geiste nachvollziehen - solche "Staubtrockenen" Dogmatiker kann ich auch nicht ab und habe ich in "meinen" Gruppen auch nicht erlebt.
    Und wenn man eine Gruppe erlebt hat, kennt man noch längst nicht alle! Ich kann Dir nur raten: Schau Dir auch andere Gruppen an (Es sei denn, Du hast das "Pech", auf Helgoland zu wohnen, wo es nur eine einzige Gruppe gibt ;) )

    In Gesellschaft von Menschen, die selbst gerne trinken, empfinde ich das Wort "Abstinenz" wie eine Diskriminierung. Die anderen dürfen trinken und ich darf das nicht. Wieso eigentlich? Im Urlaub ist die Wahrscheinlichkeit größer, Menschen zu begegnen, die gemeinsam trinken wollen.

    Olaf, sei nicht sauer, aber für mich klingt das wie "Yippieh - endlich mal alkoholtechnisch wieder zuschlagen!"

    Die Menschen kennen mich ja nicht und wissen auch nicht, dass ich wegen Alkoholproblemen schon einmal in Behandlung war.

    Genau - die kennen Dich nicht und im Allgemeinen sieht man sich ja auch nicht wieder. Da kann man ja schön einen draufmachen ...

    Dagegen steht die Frage, was ich zu welchem Essen trinke auf einem anderen Blatt. Normalerweise entscheide ich darüber spontan, sobald ich die Speisekarte gelesen habe.

    Bei Mir war es immer ganz "spontan" etwas Alkoholisches.

    Sei mir bitte nicht böse, aber ich glaube, Du hast den Ernst der Lage noch nicht ganz verstanden!
    Und das hat nix damit zu tun, dass Du keine Abstinenzentscheidung getroffen hast, weil sonst alles okay ist und Du möglicherweise wie Bassmann o.a. "normal" mit Alkohol umgehen könntest. Sondern diese, meine Einschätzung kommt daher, dass Du nicht mal den VERSUCH machen willst und nicht wahrhaben willst, wie sehr der Alkohol Dich schon geschädigt hat!

    Ich hoffe sehr, mich mit dieser Einschätzung zu irren und auch nach Deinem Urlaub noch von Dir zu lesen!

    Gruß
    Greenfox

    Danke, Gerchla, für Deine offene Schilderung.
    Ja, nach einer Trockenlegung ist nicht immer alles "wie es mal war" oder "eitel Sonnenschein". Und Dein Beispiel zeigt auch sehr gut, dass man selbst auch wieder Entscheidungen treffen kann, die man vorher (in der "nassen" Zeit) so nie getroffen hätte und/oder hätte treffen können.

    Meine Frau ist damals bei mir geblieben und hat mich unterstützt. Und das rechne ich ihr auch hoch an - obwohl sie mich inzwischen verlassen hat und Dinge abzieht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Aber das Verlassen hat nix mit meinem Suff zu tun - that's life ???

    Gruß
    Greenfox

    Hi, Sani!

    Ich möchte mal einen Gedanken von LiS aufgreifen, der bei solchen Überlegungen aucheine Rolle spielen kann - auch, wenn Du gerade am Bewerbungen pinseln bist:

    ... dass wohl fast ebenso wichtig wie die Therapieform an sich auch entscheidend sein kann WO und in welcher örtlichen Gegebenheit man sich begibt.

    Als es bei mir damals um eine Langzeittherapie ging, hat man mir empfohlen, nach "Jwd" zu gehen, damit ich mich dort ungestört um mich kümmern kann.
    Tja, und da ich ja damals keine Ahnung/Erfahrung hatte und es mir relativ egal war (gut, meine Familie hätte ich zwischendurch schon mal ganz gerne gesehen - aber ich wollte ja auch "wieder gesund" werden), bin ich eben in eine Klinik gefahren, die von mir zu Hause gesehen, am AdW liegt. Ich bin Berliner, die Klinik in Hennef.
    Zunächst hatte ich mir keine Gedanken über dieses "ungestört" gemacht. Ich hab es eben einfach hingenommen.
    Aber dann kam in meine Gruppe auch jemand, der aus Köln - also gleich "vor der Haustür" - kam. Und nach 2 Wochen bekam er fast jeden 2. Tag Besuch von seiner Frau - ebenfalls Alkoholikerin, jedes Mal "im Tee". Und mindestens 1 Mal pro Woche kamen ein/zwei Kollegen, die irgend etwas von ihm wollten.
    Und da ist es mir so richtig aufgestossen: Wie soll er sich um sich selbst kümmern, wenn seine Probleme ständig zu ihm kommen? Da habe ich erst so richtig den Sinn der Empfehlung verstanden.

    Ich habe regelmäßig mit meiner Familie telefoniert - wenn mir danach war, und wenn, dann nur ca. 5 Minuten (habe eben keine Telefonitis ;) ).
    Und so konnte ich die Zeit richtig gut für mich nutzen.

    Ich hoffe, es kam rüber, was ich damit meine. Die Entscheidung muss jeder für sich treffen.

    Gruß
    Greenfox

    Vergissmeinnicht - das ist sehr gut zu lesen, wie Du für Dich sorgst.
    Und dass Du den Kontakt zu seiner Schwester gesucht hast 44. Ein zusätzlicher Blickwinkel ist nie verkehrt.

    Schade, dass die Angehörigengruppe nicht mehr existent ist. Aber auch in Betroffenen-Gruppen sind oft Angehörige willkommen (kenne einige davon (allerdings sind wir in Berlin ;) ). Und auch dort kann es für Angehörige sehr gut und auch informativ sein. In meiner (Betroffenen-)Gruppe kommen auch des öfteren Angehörige. Und die finden es höchst informativ.

    Ich drück Dir die Daumen!

    Gruß
    Greenfox

    Gerade heute letzten Tag hatte ich einen unangenehmen Traum: Ich habe etwas Bier und Wein ( "unabsichtlich", ist etwas irrational, jedenfalls bin ich dann im Traum später draufgekommen ;) )
    das hat mich dann geärgert, bis ich dann aufgewacht bin, und gut wars :)

    Vielleicht ist es Dir ein Trost - solche Träume sind nicht ganz ungewöhnlich. Solange Du nicht aufwachst und traurig bist, dass es nur ein Traum war ...
    Ich bin schon mehrmals nach so einem Traum vor Entsetzen wach geworden und habe dadurch sogar meine Frau geweckt/erschreckt. Und da solche Träume die schlechte Angewohnheit haben, äußerst echt zu wirken, habe ich meist erst ein paar Sekunden gebraucht um zu realisieren, dass ich in Sicherheit zu Hause im Bett und es eben nur ein Traum war ...
    Ein Gruppenfreund hat übrigens letztens von einem ganz perfiden Traum berichtet: Er wollte (im Traum!!) partout etwas trinken - es gab aber nirgends etwas :o Da wusste er nicht so recht, ob er froh oder traurig darüber sein sollte, dass es ein Traum war.

    Gruß
    Greenfox

    Es ist ein Dilemma,wir sind gegenseitig voneinander abhängig.

    Liebe Ela - Ihr seid nicht voneinander abhängig, nicht voneinander.

    Er ist Nebensache - DU bist die Hauptsache. Und Du bist Co-abhängig.
    Du musst einfach nur mal die Augen aufmachen und auch mal auf andere Erfahrungen hören.
    Aber das Wichtigste ist, dass Du Dir professionelle Hilfe suchst.

    Irgendwie bin ich verzweifelt und habe nicht mehr viel Kraft. Normalerweise wüde ich die Sachen packen und mal für ne Weile weg,aber selbst das traue ich mich nicht. Und er sagt auch immer,ich wäre sein einziger Halt.Sonst würde er wieder im Drogensumpf untergehen.
    Aber so habe ich das Gefühl, dass ich irgendwann nicht mehr kann.Und ich habe auch nicht die Möglichkeit, irgendwo mal unterzukommen.

    Er weiss genau, welchen Knopf er bei Dir drücken muss, um Dich rumzukriegen, ihm doch wieder/weiter zu helfen. Dann noch so kleine subtile Sachen wie die angeblich gewonnenen 100 €. Und wie Betty schon schrieb: Was ist, wenn er verliert? Antwort: Dann hat er keine Skrupel, Dich zu beklauen! Denn auch das gehört zur Sucht - in diesem Fall der Spielsucht. Ich kenne jemanden, der hat seine gesamte Familie nach Strich und Faden beklaut, insgesamt über 100.000 €! Nun, er hat den Absprung geschafft - aber zurückzahlen wird er noioch seeeeeehr lange. Und was das Verhältnis zu seiner Familie angeht ...

    Und ich weiss genau, wovon ich rede - auch ich habe es immer wieder geschafft, meine Leute zu überreden, zu belatschern :-X Bis ich irgendwann in einem klaren Moment den Entschluß gefasst habe, auszusteigen ...

    Nochmal mein dringender Rat: Such Dir professionelle Hilfe! Und versieh alles das, was Du (für Dich) mit Fragezeichen versehen hast, mit Ausrufezeichen!

    Wenn ich den Mut und die Kraft hätte,würde ich mir vielleicht eine eigene Wohnung suchen?

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Ela, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Eigentlich kann ich mich hundertprozentig Pit anschließen - auch ich bin von der Betroffenen-Fraktion und auch immer wieder entsetzt, was uns der Alkohol anrichten lässt (natürlich andere Drogen/Süchte auch).

    Und wie ennasu schon schrieb: schau doch auch mal in unsere Linksammlung. Da findest Du viele nützliche Links, u.a. auch diesen hier.

    Und im Bereich Angehörige findest Du etliche Erfahrungsberichte anderer, denen es genauso/ähnlich wie Dir ging/geht.

    Such dir Hilfe bei Menschen, die diese Problematik kennen in Suchtberatun oder Selbsthilfegruppen für Angehörige, hier und/oder anderswo. ...
    Der erste Schritt wird sein "Kümmere dich sofort um DICH".

    Dem kann ich nichts hinzufügen ...

    Ich wünsche Dir viel Kraft - und schmöker Dich hier ruhig durch!

    Gruß
    Greenfox

    Den Tipp sich mit den Erfahrungen und Geschichten auseinanderzusetzen ist eventuell hilfreich ...

    nixweiss0

    ... ich werde mich mit dem Thema mehr beschäftigen und mir vielleicht mal ein Buch über die Alkoholabhängigkeit kaufen.

    Da kann ich Dir das Buch "Alk: Fast ein medizinisches Sachbuch" von Simon Borowiak empfehlen. Zum Einen ist der Simon Borowiak "Einer von uns", also auch Betroffener. Und zum anderen merkt man, dass er für die Titanic geschrieben hat: das Buch ist sehr unterhaltsam und doch informativ geschrieben. Ist also kein klassisches trockenes Sachbuch.

    Wenn es euch Interessiert kann ich in 10-14 Tagen mal schreiben wie es klappt.

    Kannst gerne auch früher schreiben :)

    Gruß
    Greenfox

    ... schreib dir auf deinen Badezimmerspiegel "dies ist der wichtigste Mensch in deinem Leben, sorge gut für ihn".
    Google mal von Virginia Satir (weltberühmte Psychotherapeutin) die "Bill of Rights" und die "fünf Freiheiten", druck sie aus und hänge sie zuhause an den Küchenschrank oder innen an die Klotür, damit du sie jeden Tag sehen kannst - und richte dich danach!

    Da hat Praxx aber sowas von Recht!! 44.

    Das hört sich doch gut an 44.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß in Deinem neuen Job! Und, bei aller Freude: pass auf Dich auf und übernimm Dich nicht (Du weisst, wie ich das meine)!

    Und natürlich: Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und eine Gute Brise in den Segeln!

    Greenfox

    ich hab ja selbst am allermeisten an dieses ganze Konstrukt geglaubt, bzw. Wahrheiten sehr erfolgreich verdrängt.
    ...
    Auf solche `Freunde´ die sich da über irgendwas `freuen´ konnte ich dann aber wirklich auch gut und gerne verzichten. Und so hatte ich dann letztenendes auch kaum noch welche.

    Ja, Alkis können manchmal die besten Schauspieler sein - und überzeugen sich selbst am meisten ???

    Und wenn man aus der Sucht aussteigen will - dann trennt sich die Spreu vom Weizen unter den Freunden. Dann erkennt man seine wahren Freunde - und wer nur Saufkumpan oder Genannt-Freund war.

    Denn so ein Ausstieg ist nicht nur für uns Betroffenen schwierig - auch für die Umwelt kann es (mit der Zeit) schwierig werden ...

    Aber das ist ein Thema für einen Extra-Thread ...

    Gruß
    Greenfox