Beiträge von Greenfox

    Hier ist mal der Link zur Internet-Seite von Nathalie Stüben: Ohne Alkohol mit Nathalie - Wie Du es schaffen kannst, ein Leben ohne Alkohol zu führen - ich habe die Anregung von Gerchla mal aufgegriffen und mir die Seite angeschaut.
    Hat mir sehr gut gefallen. Von dieser Seite kommt man auch ganz einfach auf ihre YouTube- und Podcast-Beiträge.

    Ich habe diese Seite mal auch in unsere Linksammlung mit aufgenommen.

    Danke, Gerchla, für diesen Tipp 44.

    Hallo, liebe Schotterblume!

    Zum Einen ist es natürlich schade, dass Du wieder einen Rückfall hattest, zum Anderen gut, dass Du wieder schnell herausgekommen bist 44.

    Als ich Deinen Post gelesen habe, ging mir etwas durch den Kopf:

    - selbsterfüllende Prophezeihung

    Was meine ich damit?
    Einerseits merkt man, dass Du vom Alkohol, von der Sucht wegkommen möchtest. Andererseits zeigst Du derart wenig Selbstwertgefühl, dass Du bei jeder kleinen Schwierigkeit umgeworfen wirst und wider besseren Wissens weder DIR noch anderen eine Chance gibst:

    Also ging ich trotz meiner riesigen Ängste in die Selbsthilfegruppe die es hier gibt. Aber vor lauter Angst habe ich irgendwie gar nichts mitbekommen und hatte anschliessend starken Druck. Deshalb habe ich jetzt das Gefühl, das war eher kontraproduktiv und ich glaube nicht, dass ich es nochmal schaffe da hinzugehen, obwohl ich ja weiss, dass man nicht gleich nach dem ersten Mal das Handtuch werfen soll.

    nixweiss0

    Warum?
    Hey, Mädel - Du hast Deine Ängste überwunden und bist zur Gruppe gegangen 44. Bärenstark!

    Das war der ERSTE Schritt/Erfolg! Es hat Dir dort niemand den Kopf abgerissen und es ist Dir auch sonst nichts passiert.
    Meinst Du nicht, dass Du bei einem zweiten Besuch vielleicht sogar etwas von den Gesprächen mitbekommen könntest?? Ich rede nicht davon, dass Du Dich daran beteiligst - nur hören, mitbekommen, ein Gefühl dafür kriegen, rantasten.
    Auch wenn Du Dich beim zweiten Mal noch nicht wohl fühlst - aber Deine Erfahrung wird Dir schon mal sagen, dass Du nicht "gefressen" wirst und Du etwas entspannter sein kannst.
    Und wer weiß, vielleicht bist Du bei einem dritten Besuch ja schon soweit, dass Du in Ruhe zuhören kannst.

    Aber dafür musst Du Dir UND der Gruppe erstmal die Chance geben.
    Zu meiner ersten Therapie bin ich auch mit einem äußerst mulmigen Gefühl gefahren. Aber ich wollte unbedingt etwas ändern. Also habe ich mich darauf eingelassen.
    Okay, wenn Dir nicht geholfen wird, sondern Du niedergemacht wirst - dann sieht die Situation natürlich anders aus. Aber davon hast Du nichts geschrieben.

    Lass Dich nicht unterkriegen - und butter Dich nicht selbst unter!
    Glaub an Dich selbst - und gib auch mal anderen eine Chance, Dir zu helfen!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Baustein!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich gehöre auch zur männlichen Fraktion. Seit nunmehr über 13 Jahren bin ich trocken, habe über etliche Jahre eine Selbsthilfegruppe geleitet und bin seit ca. 11 Jahren in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    Und leider muss ich Dir zustimmen, dass es hauptsächlich die Herren der Schöpfung sind, die dem Alkohol erliegen. Aber sowohl aus beruflicher Erfahrung als auch aus den vielen, vielen Krankenhausbesuchen (im Rahmen der Suchtselbsthilfe) weiß ich, dass das Außenbild nicht unbedingt heisst, dass Frauen KAUM betroffen sind ... Sie fallen nur nicht so auf, weil sie mehr "im stillen Kämmerlein" ihren Kummer ertränken, wie man so "schön" sagt.

    Und auch Frauen können dann hochgradig aggressiv werden - was wiederum die Männer möglichst nicht nach außen dringen lassen wollen. Und die physische (!) und psychische Prügel ertragen "wie ein Mann". Es ist allgemein kaum bekannt, dass es auch das Pendant zu den Frauenhäusern, nämlich Männerhäuser gibt!

    In meiner SHG gab es auch ein paar Frauen. Und denen ging es haargenauso wie uns Männern - mit allen Schuldgefühlen und allem drum und dran. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie sich aus irgendeinem Grund noch schuldiger fühlten ... nixweiss0
    Aber das können Dir vielleicht am Besten unsere Frauen hier erklären.

    Ansonsten habe ich keine großen Unterschiede im Verhalten - insbesondere nach dem Suchtausstieg - gesehen.

    Wie Gerchla schon schrieb: Wenn Du Fragen hast - immer raus damit!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Jenny!

    Willkommen hier im Forum und - trotz der unschönen Nebenumstände - Glückwunsch zur Schwangerschaft!

    Kurz zu mir: Ich bin 58, m, und "nur" Alkoholiker (mit anderen Drogen habe ich keine Erfahrung). Seit 13 Jahren bin ich trocken und seit ca. 10 Jahren auch selbst in der Suchtselbsthilfe ein wenig unterwegs.

    Ich finde es vollkommen gut und richtig, dass Du Dich, um Dich selbst zu schützen, von ihm getrennt hast. Und auch, dass Du ihm zwar mitgeteilt hast, dass er Vater wird, aber ansonsten jeden Kontakt abblockst 44.
    Da würde ich mir an Deiner Stelle auch von NIEMANDEM - auch nicht von Deinem Vater - reinreden lassen. Es ist allein Deine Entscheidung!
    Genau so wie es die Entscheidung Deines Mannes war/ist, zu koksen/trinken. Und die Folgen seiner Entscheidungen muss jeder selbst tragen.

    Und Du hast Dich dafür entschieden, Dich selbst zu schützen und wieder zu LEBEN anstatt zu leiden.

    Selbst WENN er eine Therapie machen sollte, kannst Du Dir die Entwicklung erstmal (aus der Entfernung) anschauen, bevor Du EVENTUELL wieder nähere Nähe zulässt.
    Denn selbst wenn jemand den Absprung von seinem Suchtmittel schafft, dann hat er/sie sich doch schon verändert und ist nicht mehr der-/dieselbe wie vor bzw. während der Sucht.

    Abschließend kann ich also nur zusammenfassend sagen, dass ich absolut hinter Deiner Entscheidung stehe!

    Gruß
    Greenfox

    Ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Und Gratulation zu Deinem Entschluß, etwas an Deiner Situation ändern zu wollen.

    Kurz zu mir: Ich bin m, 58, Alkoholiker, habe seit meiner Jugend getrunken - zuerst nur in Gesellschaft, später dann auch allein, um den Spiegel zu halten. Dann kam der Hammer, als ich erkennen musste, dass ich Alkoholiker bin. Der erste Versuch, mich trocken zu legen (mit Therapie und allem Drum und Dran), hat knapp 2 Jahre gehalten. Es kam ein Schicksalschlag, verbunden mit einem Rückfall. 4 Jahre habe ich immer wieder versucht, mich da rauszukämpfen, aber erst vor 13 Jahren kam der berühmte "Klick".

    Und seitdem bin ich trocken. Dabei geholfen hat mir, dass ich nie vergessen habe - und es auch nie wollte -, welches "Problem" ich habe. Ich habe mich damit beschäftigt. Mit dem Thema. Nicht: mich gegeisselt - das ist ein großer Unterschied.
    Ich kann Dir nur einen Besuch in unserer Literatur-Ecke und unserer Linksammlung empfehlen - da findest Du sehr viele Informationen rund um das Thema. Und das nicht nur in Form von "trockenen" Fachbüchern, sondern auch sehr unterhaltsam geschriebenen Erfahrungsberichten etc.
    Teilweise ist es auch Beides in Einem ;) Meine Empfehlung: "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch" von Simon Borowiak

    Ansonsten wünsche ich Dir einen guten Austausch hier!
    Und wenn Du Fragen hast - immer raus damit.

    Gruß

    Greenfox

    Auch von mir ein ganz herzliches WILLKOMMEN hier im Forum :welcome: und meinen Glückwunsch zu Deiner (Selbst-)Erkenntnis und der entsprechenden Reaktion 44.

    Ich sehe in Dir etwas wieder, was ich bei mir, aber oft auch bei vielen anderen Menschen in meiner Zeit in der Suchtselbsthilfe beobachtet habe: die Unterschätzung der Sucht auf Grund der Euphorie der ersten Tage und ein wenig auch auf Grund der relativ schwachen Enzugserscheinungen!

    aktuell sehe ich nicht, dass ich mal wieder Alkohol trinke, dazu geht es mir gerade viel zu gut.

    Das was ich fühle kann man glaube ich nicht Entzug nennen.
    Entzug ? nein, keine Spur...

    Woran, meinst Du, lag es, dass Du die ersten Tage nicht einschlafen konntest, nervös/hibbelig/unruhig warst, stark geschwitzt hast? Das waren Entzugserscheinungen - schau mal HIER. Ich könnte fast wetten, dass da noch Einiges ist, was auf Dich zutrifft, wenn Du ehrlich zu Dir bist.

    Ich habe damals nach meiner ersten Entgiftung auch gedacht "Oh, das war ja easy!" Die folgenden 3 Entgiftungen, zu denen ich mich dann selber "geschickt" habe, weil ich doch wieder rückfällig wurde (kannst Du in meiner Geschichte nachlesen), waren auch ziemlich easy. Bei der letzten allerdings ging es mir überhaupt nicht gut - aber das ist vollkommen subjektiv, denn auf den Entgiftungsstationen habe ich ganz andere Geschichten gesehen und erzählt bekommen von den jeweiligen Patienten.

    Sei einfach nur froh und dankbar, dass Du es bis jetzt so leicht hattest - aber nimm es nicht auf die leichte Schulter.

    Und den Arztbesuch würde ich auch nicht auf die lange Bank schieben. Was erledigt ist, ist erledigt. Und wenn, dann leg ALLE Karten offen auf den Tisch - und red nicht um den heissen Brei herum. Selbstbetrug nützt nicht Dir oder dem Arzt, sondern schadet einzig und allein DIR.

    So, jetzt aber genug Negatives von mir. Nochmal: Ich freue mich für Dich, dass Du selbst zu der Erkenntnis gekommen bist und dann auch noch die entsprechenden Konsequenzen gezogen hast!
    44. 44.

    Ich wünsche Dir auch weiterhin alles Gute - und einen guten Austausch hier bei uns.
    Wenn Du Fragen hast, immer raus damit!

    Gruß
    Greenfox

    Das ist leider das Letzte, was absäuft - die Bürokratie :-\

    Oder ist das Haus möglicherweise offensichtlich in der Substanz angegriffen, so dass eventuell Einsturzgefahr besteht? Aber selbst dann sollen sie doch froh sein, dass Leute anpacken.
    Wenn ich sehe, dass Freiwillige Feuerwehren wieder nach Hause geschickt wurden und nicht helfen durften :o >:(

    Es freut mich, dass es Dich nicht "nur" geringfügig getroffen hat und es Dir gut geht. Die Bilder, die man im Fernsehen sieht, sind ja wirklich schrecklich.

    Ich hoffe für ALLE Menschen, die betroffen wurden, dass ihnen schnell geholfen wird!


    Besuche eine reale SHG und lese hier mit .

    44.
    Das finde ich SEHR gut, dass Du eine Gruppe besuchst! Das direkte Gespräch und der Austausch haben mir bei meinem Austausch Ausstieg damals am meisten geholfen.
    Hoffentlich fühlst Du Dich in Deiner Gruppe auch wohl - und besuchst sie nicht nur, weil es die einzige in Deiner Umgebung ist ;)

    Gruß
    Greenfox


    Hallo, ich habe nun seit einigen Tagen versucht auf Alkohol zu verzichten. Das war am ersten Tag auch ganz einfach. Bis zum Schweißausbruch und Herzrasen in der Nacht.

    Das, was Du da versucht hast, nennt sich "kalter Entzug" - und davor wird nicht umsonst gewarnt! Ist zwar ein an sich löbliches Vorhaben, KANN aber ganz schnell in die Hose gehen, um nicht zu sagen: unter Umständen sogar tödlich enden!
    Auch wenn es sich für die Betroffenen vielleicht blöd anhört, aber selbst Ärzte und Trockene (wie ich) raten Menschen wie Dir eben genau aus diesen Gründen, bis zum Beginn der Therapie, dem Einzug in die Klinik weiterzutrinken. Man kann zwar reduzieren, sollte aber nicht komplett aufhören.

    Ich habe damals die letzten 4 Wochen vor meiner Therapie meinen Konsum in Absprache mit meiner damaligen Frau bewusst auf 6 Bier/Tag runtergeschraubt. Das hat mich auf einem niedrigen Level gehalten, so dass ich nicht völlig ausgeflippt bin, aber die Tage gut überstehen konnte. Wenn ich mal versucht habe, nichts zu trinken, dann ging es mir richtig dreckig: Schweißausbrüche, Herzrasen, Händeflattern etc.
    Nur in die Klinik selbst bin ich mit 0,00 o/oo - aber das war mein Ego.

    Natürlich ist es nur eine MÖGLICHKEIT, dass der kalte Entzug schlimme Folgen haben kann. Aber warum sollte man es herausfordern??
    Ich habe einen Gruppenfreund aus meiner SHG, den hat es mit einem Krampfanfall erwischt - zum Glück 5 Minuten, nachdem er aus seinem Auto ausgestiegen ist und die Straße überquert hatte. Also nicht, während er fuhr oder mitten auf der Straße :o
    Und so ein Krampfanfall kommt aus dem Nichts - ohne Warnzeichen!

    Bis zum 26.07. ist es ja nicht mehr sooo lange hin (auch wenn sich die Zeit für Dich zieht). Du schaffst das schon 44.

    Gruß
    Greenfox

    Herzlichen Glückwunsch zu 2 Jahren Trockenheit :heartBalloon:
    Es freut mich zu lesen, dass es Dir gut geht und Du mit Deiner Abstinenz und Dir sehr zufrieden bist 44.

    Aber verlier bitte nicht aus den Augen/aus dem Sinn, dass das Suchtgedächtnis lauert. Einfach nur immer wieder mal bewusst machen, wie es früher war - und wie es heute ist bzw. hätte sein können. Und Dich freuen, dass Du die Reissleine ziehen konntest :D

    Das soll keine Miesmache sein. Nur leider eigene traurige Erfahrung, was passiert, wenn man sein Problem aus dem Sinn verliert ...

    Auf ein weiteres entspanntes trockenes (abstinentes!) Jahr!

    Gruß
    Greenfox

    Ich freue mich, dass Du dran bleibst. 44.

    Hatte schon befürchtet, dass Du leider zu den "Eintagsfliegen" gehören könntest, bei denen mal kurz die Erkenntnis aufflackert, dann aber wieder ertränkt wird ...

    Und egal was der 2. Arzt sagt - wenn Du selbst Dich mit Deinem Konsum nicht wohl fühlst, dann ändere etwas daran.
    Wenn Du es nicht alleine ändern kannst, WEISST Du, dass etwas im Argen liegt - und Du Hilfe brauchst.

    Hallo, Matt!

    Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, 58, Alkoholiker, nach mehreren Anläufen nun seit 13 Jahren trocken und seit etlichen Jahren in der Suchtselbsthilfe unterwegs.

    So eine unangenehme Erfahrung mit einem ignoranten Hausarzt habe ich auch gemacht. Als meine Ärztin mir damals sagte, so schlimm wird es schon nicht sein, sagte ich ihr "Es ist noch viel schlimmer!", bin aufgestanden, gegangen und habe mir einen anderen Arzt gesucht. Zum Glück bin ich nie wieder auf so einen arzt gestossen.
    Und mit der Klinik - das Problem ist, dass die Kliniken derzeit oft belegt sind und nicht genügend Kapazitäten vorhanden sind. Auch schon vor Corona habe ich es bei meinen Krankenhausbesuchen (für Selbsthilfegruppenvorstellungen und Patientengesprächen) mehrfach gesehen, dass Patienten zeitweise auf dem Flur untergebracht waren ... Und sollte man Dir bei der Klinik geraten haben, weiterzutrinken, bis Du einen Termin hast: Das ist ein GUTER Rat und absolut nicht böse oder zynisch gemeint - denn ein KALTER ENTZUG kann sehr gefährlich werden!

    Also: Lass Dich dadurch nicht entmutigen! Such weiter nach Hilfe! Geh z.Bsp. mal zu einer Suchtberatung oder zu einer Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe (so langsam müssten die ja wieder stattfinden) und rede mit den Leuten.
    Oder schreib hier im Forum. Lies unsere Erfahrungen. Tausch Dich aus.

    Schau auch mal in unsere Linksammlung oder unsere Bücherecke - da findest Du jede Menge Informationen rund um das Thema.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Bender!

    Da ich nur Erfahrungen mit stationären Kliniken habe, kann ich Dir nur sagen, dass der Haupt-Unterschied der ist, dass man bei der Tagesklinik wie nach einem langen Arbeitstag am Abend wieder nach Hause geht. Also wieder in sein alltägliches Umfeld.
    Auf Grund meiner Erfahrungen in der Suchtselbsthilfe halte ich persönlich eine Therapie in einer Tagesklinik nur für Menschen geeignet, die persönlich halbwegs gefestigt sind und die Unterstützung von ihrem Umfeld (Familie etc.) haben.
    Wer zu Hause einen (weiter)trinkenden Partner hat - gefährlich/problematisch.
    Wer zu Hause/privat/beruflich viel Streit/Stress hat - gefährlich/problematisch.
    Wer einen trinkenden Freundeskreis hat und psychisch "labil" ist - gefährlich/problematisch.

    Und da gäbe es noch einige Punkte mehr. Aber das ist nur meine persönliche Meinung!! Im Rahmen der "Käseglocke" einer stationären Therapie kann man sich meiner Erfahrung nach wesentlich besser und ungestörter auf sich selbst konzentrieren, als wenn man stets und ständig aufpassen muss ...
    Bei meiner ersten Therapie (war stationär) war ein Mitpatient, der "um die Ecke" wohnte. Dessen Ehefrau kam ihn jeden zweiten Tag besuchen (war damals möglich) Das Problem war: Die Frau war selbst Alkoholikerin und trank wie ein Loch. Super - ER versucht, von dem Zeug wegzukommen und SIE versucht, ihn wieder an die Flasche zu kriegen. Keine Ahnung, wie lange er durchgehalten hat, da ich vor ihm entlassen wurde. Aber er tat mir leid.

    Keine Ahnung, ob es das ist was Du wissen wolltest nixweiss0 Wenn nicht, müsstest Du Deine Anfrage ein wenig konkretisieren.

    Gruß
    Greenfox


    Würdet ihr jemand aufgrund der Werte und Mal 1 glas Wodka e wöchentlich annehmen ich bin alkoholkrank? Lieben Gruß

    Ich schweife mal ab und erzähle kurz von MIR:

    Du kennst doch bestimmt diese sogenannten "Selbsttests" aus Zeitschriften oder dem Internet, wo man nur für sich selbst Fragen zu seinem Alkoholkonsum beantworten soll und dann je nach Antwort Punkte bekommt, die man zusammen zählt. Und je nach Gesamtpunktzahl heist es dann zum Schluß, dass kein Rsiko besteht, man leicht oder stark gefährdet ist oder man dringend eine Suchtberatung aufsuchen sollte. Kennst Du bestimmt.
    Nun, ich habe damals auch ab und zu mal - einfach so für mich - solch einen Test gemacht. Und obwohl ich IMMER dabei meinen Konsum leicht :lach: nach unten korrigiert habe (wohl gemerkt: der Test war nur für mich selbst!!), lautete das Resultat immer mindestens "stark gefährdet". Und natürlich lautete meine Meinung über solche Tests immer wieder: "Totaler Humbug!"
    Ich habe nicht mal gepeilt, dass ich mich selber von Hacke bis Nacke beschissen habe!
    Als ich dann von meinem Arbeitgeber zu einer Art Therapie verdonnert wurde (nicht, weil ich mit Alk erwischt wurde, sondern weil meine Leberwerte deutlich zu hoch waren), saß ich dort und fragte mich allen Ernstes: "Was wollen die von mir? Nur weil ich Abends mein Bierchen trinke??"
    Dann habe ich mich (gezwungener Maßen) mit den Leuten dort unterhalten - und nach einer Weile fragte ich mich: "Was wollen die von mir? Nur weil ich Abends meine 3-4 Bier trinke?"
    Nach ein paar Wochen dämmerte mir, dass sie Recht haben KÖNNTEN (Konjunktiv!!). Bis ich dann merkte, dass sie verdammt noch mal Recht haben und ich kein Problem MIT Alkohol habe, sondern OHNE! Und diese Erkenntnis tat verdammt nochmal weh!

    Was ich mit diesem Exkurs sagen will:Wenn Du Dir selbst und damit auch Deinem Kind helfen willst, dann hilft nur Eines: Bedingungslose Ehrlichkeit DIR SELBST gegenüber!
    Uns kannst Du erzählen, dass Du nur einmal die Woche einen Wodka trinkst - das ist uns völlig Latte (mir zumindest). Von mir aus kannst Du Dir jeden Tag eine Flasche hinterlöten.
    Aber solange Du Dich selbst belügst und diese Lügen, die Du Deiner Umwelt auftischst selbst glaubst - solange hast Du keine Chance, aus diesem Sumpf herauszukommen.

    So, nun kannst Du empört aufschreien "Es war/ist wirklich nur mal ein Wodka die Woche ..." - oder es erst mal sacken und Dir durch den Kopf gehen lassen.
    Und dann empfehle ich Dir ein Gespräch bei einer Suchtberatung. So eine Gespräch von Angesicht zu Angesicht bringt oft mehr ... Hier können wir Dir nur erste Anstöße geben.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Stephan!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: 58, m, Alkoholiker, nach mehreren Anläufen nun seit 13 Jahren trocken und seit ca. 10 Jahren auch selbst in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    AmSee hat Dir ja schon Einiges geschrieben, u.a. dass sie sich sehr viel mit dem Thema Alkoholismus beschäftigt. Und aus eigener Erfahrung (nach meiner ersten LZT habe ich das Thema abgehakt - und nach ca. einem Jahr dann einen Rückfall gehabt, der mich 4 Jahre festhielt) habe ich festgestellt, dass es helfen kann, sich mit dem Thema zu beschäftigen, mehr über die Hintergründe zu erfahren, die Mechanismen, aber auch einfach nur die Geschichten Anderer zu hören/lesen ...
    Leider ist es ja momentan nicht/schlecht möglich, an realen SHG teilzunehmen. Aber Foren wie unseres und/oder Literatur (Tipp: unsere Bücherecke oder unsere Linksammlung ;) ) können da helfen.

    Mich würde mal interessieren, was Du in den sieben Monaten nach Deiner Therapie gemacht hast. Hast Du andere Hilfen in Anspruch genommen oder hast Du alleine weitergemacht wie "vorher".

    Du musst nicht antworten - ist nur mein Interesse.

    Ansonsten wünsche ich Dir einen guten Austausch und viel Erfolg wikende091

    Gruß
    Greenfox

    Na dann: Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: 58, m, Alkoholiker, nach mehreren Anläufen nun seit 13 Jahren trocken.

    Wenn Du Dich rund um das Thema informieren möchtest, dann empfehle ich Dir unsere Linksammlung und/oder unsere Bücherecke.

    Insbesondere in der Bücherecke findest Du einige Empfehlungen, die man auch in der Therapie lesen kann - und da ist, denke ich mal - für jeden Geschmack etwas dabei: Fachliteratur, Autobiografisches, Humorvolles und auch Mischungen aus allem (hier möchte ich vor allem "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch." empfehlen :)

    Oder Du stöberst einfach hier herum. In den Vorstellungen. Unseren Geschichten.
    Und wenn Fragen sind, dann raus mit ihnen!

    Ansonsten wünsche ich Dir erstmal viel Erfolg für Deine Therapie!

    Gruß
    Greenfox

    Liebe Schotterblume - ich freue mich, dass Du Dich wieder gemeldet hast/wieder meldest!
    Das ist nach einem Rückfall nicht selbstverständlich. Viele schämen und kasteien sich dann dermaßen, dass sie buchstäblich in der Versenkung verschwinden, sich einigeln und abschotten - und damit immer mehr in diesem "Loch" versinken.

    Deshalb bin ich jetzt wieder bei Tag 7. Ich schäme mich für mein Versagen, bin aber auch froh, dass ich die Rückfälle jeweils nach wenigen Tagen beenden konnte und nicht verheimlicht habe. Und noch froher bin ich, dass seit dem letzten Rückfall mein "ich will nicht mehr trinken" wieder zurückgekehrt ist. Ich wüsste wirklich sehr gerne, wie ich das bewusst und willentlich beeinflussen kann, aber das habe ich leider noch nicht herausgefunden. Als ich "nicht durfte", wollte ich "nicht wollen", aber ich konnte es einfach nicht. Ich habe auch versucht, es mir einfach vorzusagen, aber es blieben leere Worte.

    Jedenfalls habe ich jetzt wieder das Gefühl, auf etwas sichererem Boden zu stehen und bin bereit, weiter zu gehen. Tag für Tag.

    Es ist gut zu wissen dass ich nicht alleine bin.

    Nach meiner Meinung kann man das nicht wirklich mit dem eigenen Willen steuern. Ebensowenig wie ich etwas gewollt lustig finden kann, obwohl ich es eigentlich absolut grottig finde. Oder umgekehrt (Nachrichtensprecher -> Lachflash).

    Ich wollte nach meiner ersten Therapie auch "nicht mehr wollen" wollen. Und das hat mich vermutlich so angestrengt, dass mein Geist/Unterbewusstsein/was weiss ich irgendwann aufgegeben hat und ich doch wieder zugegriffen habe.
    Im Gegensatz zu Dir habe ich es nicht geschafft, nach ein paar wenigen Tagen aufzuhören. Als ich dann 4 Jahre später nach vielen Kämpfen (mit mir und vor allem der Krankenkasse) dann doch eine 2. Chance in Form einer Therapie erhielt, die mir dann vor der Nase wieder genommen wurde, machte es bei mir den berühmten "Klick" - und ich wollte ganz von alleine "nicht mehr wollen". Und das fühlte und fühlt sich bis heute so natürlich - und vor allem zwanglos - an, dass ich mich überhaupt nicht anstrengen muss.

    Und noch froher bin ich, dass seit dem letzten Rückfall mein "ich will nicht mehr trinken" wieder zurückgekehrt ist.

    Das ist doch die beste Motivation, die von ganz alleine und von innen heraus kommt - und nicht von außen aufoktruiert wird.

    Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, sobald es wieder möglich ist, Dir eine zu Dir passende (!!) reale SHG zu suchen. Denn der Austausch mit realen Menschen, die dieselben Probleme, aber auch der reale Zuspruch, haben mir insbesondere in der ersten Zeit sehr gut getan.

    Nichtsdestotrotz - wir sind hier und da für Dich :) und alle Anderen!
    Schreib, was Dich bedrückt - oder natürlich auch positive Erlebnisse.

    Gruß wikende091
    Greenfox

    Stimmt: Nur weil "alle" sagen, dass es gut ist/sein soll, muss es das nicht für Jeden sein.
    Einer mag es hart, einer weich.

    Ich kenne Viele, die LIEBEN Meeresfrüchte - mich kann man damit jagen (wo sind da bitte Früchte ;) ).

    Vieles/Einiges, was ich in der Therapie erlebt und gesehen habe, habe ich erst im Nachhinein verstanden.
    Während der Therapie fühlte ich mich oft provoziert. Es sollte mich aber dazu bringen, Dinge entweder auszuhalten oder anzusprechen - und nicht die Klappe zu halten und meinen Frust mit Alkohol runterzuspülen. Man muss es aber erstmal für sich selbst hinterfragen.

    Oder wenn man gefragt wurde "Wie geht es Dir?" wurde auf die meist lapidare Antwort "Gut!" nachgefragt. Man sollte auf/in sich selbst (hinein)hören, auf seine Gefühle achten - um später (außerhalb der "Käseglocke") rechtzeitig eventuelle Warnsignale besser und früher erkennen und darauf hoffentlich reagieren zu können.
    So habe ich mir erst vor einiger Zeit wieder professionelle Hilfe gesucht, als ich merkte, dass es mir psychisch schlechter ging und die Flasche sozusagen langsam wieder am Horizont erschien. Nun ist sie wieder verschwunden - weil es mir wieder gut geht.

    Das sind so Kleinigkeiten, die in der Therapie versucht werden, dem/der Hilfesuchenden an die Hand zu geben. Werkzeuge, die man später nutzen kann.
    Oder auch nicht, wenn man sich dem verschliesst.

    Allerdings hängt auch viel von der Chemie zwischen Patient/Therapeut ab ...