Zunächst einmal:
Hallo, Brant!
Leider ist Deine Art von Wortmeldung nicht gerade prickelnd. In etwa von der Art, dass mehrere Leute zusammen sitzen und diskutieren und plötzlich kommt jemand völlig Fremdes von der Straße herein und gibt seinen Senf dazu. Auch wenn der Hinweis/Vergleich zu dem Film - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade unpassend ist. Denn der Held dort hat sich auch ständig in neue Aufgaben gestürzt und sich damit übernommen ...
Brant, es wäre schön, wenn Du Dich in einem eigenen Thread vorstellen würdest.
@Marc:
niemand schenkt einem längerfristig grössere Aufmerksamkeit oder Hochachtung, nur weil man seine Sucht gerade erfolgreich am bekämpfen ist - man bleibt sowohl im Suff wie auch in der Nüchternheit ziemlich alleine mit dem Problem. Vermutlich ist genau das die Ursache für die erfolgreiche Arbeit in Selbsthilfegruppen.
Ja, allgemeine und ständige Streicheleinheiten dürfen wir nicht erwarten. Aber vielleicht sollte man ein klein wenig mehr auf die kleinen Anerkennungen achten. Und was Deine Suchtberaterin bei Dir beobachtet hat
Meine Beraterin hat mich irgendwann gefragt, wo ich selber eigentlich geblieben sei über die letzten sechs Jahre, sie selber würde mein Belastungslevel kaum stemmen können mit dem kranken Vater, dem Geschäft, den Kindern, dem Engagement in der Gemeinde, der zeitweilig ebenfalls kranken Partnerin (ist wieder gut!), der 50/50 Abmachung betreffend Kinderbetreuung und Haushalt, der Auswanderung meiner Mutter, zwei Umzügen privat und einem mit dem Geschäft ... und sie hat mir dringend geraten, mir viel mehr Raum für mich selber zu schaffen z.B. mit dem Segeln aber auch einfach mal mit Nichtstun. Einerseits tat es mir gut, dass jemand anerkennt, dass ich die letzten Jahre sehr hoch gedreht habe und dass das nicht ganz normal ist.
ist m.E. wirklich ein Grund dafür, dass Du den Alkohol zur "Entspannung" eingesetzt hast.
Auch wenn es von Brant nicht die feine englische war - aber ich kann Dir den von ihm empfohlenen Film auch nur empfehlen. Es geht hier um einen Geschäftsmann, der immer mehr unter Druck gerät und den Alk zur Entspannung einsetzt - und zunächst langsam und dann immer schneller unter die alkoholischen Räder kommt, wie alles in seinem Leben kaputt geht, wie er auf seinen persönlichen Tiefpunkt zusteuert ...
Auch wenn ich nicht soo tief gefallen bin, hat mich der Film doch sehr berührt.
Und noch einen Film (eigentlich ein Ein-Mann-Theaterstück) kann ich empfehlen: "Morgen hör ich auf - Psychogramm eines Trinkers".
Leider gibt es die Filme auf Youtube nicht mehr komplett ... 
"Morgen hör ich auf" gibt es noch hier - allerdings nicht in einer guten Qualität. Ich habe wohl noch Glück gehabt und mir beide damals (vor 4-5 Jahren) runterladen können ...
Marc, ich finde es wunderbar, dass Du mittlerweile schon 3 Wochen geschafft hast. Aber Du hast schon richtig erkannt, dass es auch ohne Suff im Leben noch etliche unangenehme Seiten gibt, die man bewältigen muss.
Mit einem klaren Kopf kann man das auch sehr gut. Doch zu einem klaren Kopf gehört auch, dass man ihn nicht mit Arbeit und Stress zuschaufelt - man muss auch mal aufräumen und lüften. Zu Deutsch: etwas für sich tun.
Vorher hast Du den Alkohol zur Entspannung eingesetzt - jetzt hast Du z.Bsp. das Segeln. Richtig so! Dem Einen hilft Lesen, Spaziergänge, Basteln .. beim entspannen, bei Dir ist es das Segeln.
Bei uns gibt es das geflügelte Wort vom "gesunden Egoismus". Das heisst, auch mal an sich denken, etwas für sich tun.
Nicht jede Aufgabe übernehmen, nur weil man, denkt, es wird von einem erwartet - obwohl man selber weiss, dass man es nicht kann, nicht schafft. Nicht immer nur für Andere "HIER!" schreien - auch mal an sich selber denken. Das heisst NICHT, immer nur "Nein" sagen! Es heisstt vielmehr, vor der Antwort auf Anfragen sich selbst zu befragen, ob man dies oder jenes überhaupt kann und will. Und wenn dem nicht so ist oder es einem nicht gut tun würde, dann auch mal NEIN sagen.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass das nicht von heute auf morgen klappt ...
Gruß
Greenfox