Beiträge von Greenfox

    Yepp, seh ich genauso wie Bassmann!
    Das ist eine ganz normale :o Reaktion von Deinem Vater! Ich hätte (damals!) wahrscheinlich ähnlich reagiert, so wie ich es ja auch als Angriff auf meine Persönlichkeit betrachtet habe, wenn man mich auf mein Trinkverhalten angesprochen hat. Schließlich haben ja Andere viiiiel mehr als ich getrunken und nur harte Sachen und überhaupt. Und aus meinen Gesprächen mit vielen Anderen (aus meiner und anderen SHG, in den Kliniken etc) weiss ich, dass diese ebenfalls so reagierten.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo!
    Wow, ich weiss momentan nicht, wass ich zu Deiner LmaA-Stimmung sagen soll - war die schon immer so?
    Irgendwie habe ich dass Gefühl, dass das Einzige, was Du ändern wollen würdest, diese grässliche Arbeit ist. Weil, der Alk ist ja noch Dein Freund. Und so lange das so ist ...

    Und zu Deiner Einstellung zum "besoffen Auto fahren" gibt es ein sehr "schönes" Gedicht - guckst Du hier.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Celestine, und HERZLICH WILLKOMMEN!

    Ich gehöre - wie Dein Vater - auch zu den Betroffenen (bin allerdings seit 8 Jahren trocken).
    Im Grunde denke ich, es ist wie Brant schrieb:

    Er wurde wahrscheinlich zum ersten Mal so konkret mit der Situation seines Konsums konfrontiert. Peinlichkeit, Scham. Ertappt sein.

    Und jetzt muss er für sich auch erst einmal klarwerden, wie er Deinen Brief (für sich) werten soll: Als Angriff auf sein Leben, seine Selbstbestimmung? Als Spiegel-Vorhalt und Hilfsangebot?

    Versteh mich nicht falsch: Es geht nicht darum, wie Du den Brief gemeint hast, sondern wie er für sich selbst denken soll, dass Du ihn gemeint hast.

    Wenn früher Freunde oder meine Frau mich auf meinen Konsum angesprochen haben, habe ich meist abgeblockt und war beleidigt, eingeschnappt. Obwohl ich tief in mir drin schon wusste, dass sie Recht hatten. Aber es hat leider sehr lange gedauert, bis ich mich aufgerafft habe und etwas unternommen habe, Hilfe angenommen habe.

    Tja, und ob Du bei ihm anrufst und nachfragst oder abwartest, dass er jetzt reagiert ... das musst letztendlich Du selbst entscheiden.

    Und mit seinem Hinweis auf die Linksammlung meinte Bassmann bestimmt nicht, dass Du dort etwas posten sollst oder eine Email an die dort genannten Organisationen schicken sollst, sonder Dir vielleicht vielmehr Hilfe für Dich selbst raussuchen kannst. Hier zum Beispiel ...

    LG
    Greenfox

    das ist ja ein hochspannendes Thema, auch für mich als Co-Abhängige. 44.

    Als ich DAS schrieb

    Aber man muss auch lernen, zu erkennen, ob man nur manipuliert werden soll. Manche Leute (z.Bsp. Eltern ;) ) wissen sehr gut, welche Knöpfe sie drücken müssen.

    habe ich speziell an Dich gedacht, wollte es aber nicht explizit so schreiben, weil ich nicht wusste, ob Du es auch so sehen würdest :D

    Möglich ist für mich heute auch der umgekehrte Zusammenhang, wie ihn mein
    Therapeut mal aufzeigte: Nur eine Person, die so "weg von sich" ist (Verlust des
    Gefühls für sich selbst durch lang dauernde Sucht / Betäubung des Gefühls) wie
    eine trinkende Person es eben ist, KANN überhaupt über die eigenen Grenzen
    gehen und geben. Weil die Grenzen gar nicht mehr ins Bewusstsein treten. Und
    so werden viele Alkoholiker ausgenutzt bis implizit erpresst ...

    Ich denke, dieses Problem betrifft nicht nur Alkoholiker. Vielmehr glaube ich, dass viele Menschen ein Problem haben, sich abzugrenzen und für ihr eigenes "Seelenheil" zu sorgen. Ein Gruppenfreund meinte einmal, dass vermutlich vielen Menschen so ein "Gesprächskreis" wie unsere SHG guttun würde - einfach mal ihre Probleme aussprechen (auskotzen) und/oder sie auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten/betrachten zu lassen. So als Art "Supervision".
    Da dürfte etwas Wahres dran sein ...

    Gleichzeitig möchte man aber oft auch nicht unhöflich erscheinen.

    Das ist richtig - und manchmal schwierig. Denn manchmal erscheint es doch wichtiger, sich zu überwinden ... Aber man muss auch lernen, zu erkennen, ob man nur manipuliert werden soll. Manche Leute (z.Bsp. Eltern ;) ) wissen sehr gut, welche Knöpfe sie drücken müssen.

    Diese vielen "manchmal" sollen heissen, dass es nicht die Regel ist (nach meiner Erfahrung), für einige aber schon.

    Gesunder Egoismus – was heisst das für mich?

    In der Gruppe reden wir immer wieder über „gesunden Egoismus“ und darüber, „Nein“ sagen zu können/zu lernen.

    Der Begriff „Egoismus“ ist – ähnlich wie der „Alkoholiker“ – negativ belegt und verursacht, auf jemanden angewandt, bei diesem meist Schuldgefühle.
    Bekomme ich zu hören „Du bist egoistisch“, so hat dies doch meist den Zweck, mich zu manipulieren und meinem Gegenüber doch zu Willen zu sein. Meist, weil ich diesem eine Bitte abgeschlagen habe oder anderweitig widersprochen habe mit der Begründung, das ich nicht kann/will/mag.

    Derjenige will also mit dieser Bemerkung bei mir Schuldgefühle erwecken und so erreichen, dass ich meine Meinung ändere, meine Interessen zurückstecke – und daraus Vorteile ziehen.
    Also bin doch nicht ICH egoistisch, sondern mein Gegenüber!

    Was also ist „gesunder“ Egoismus für mich, was bedeutet es für mich?
    Natürlich kann ich sowohl an mich als auch an andere denken. Einerseits klingt dies wie ein Widerspruch, aber dem ist – wenn man mal darüber nachdenkt - nicht so.
    Nur wer auch an sich und seine Bedürfnisse denkt, diese nicht vernachlässigt, lebt nicht mehr in einem Zustand des Mangels und kann so auch an andere denken.
    Wer ständig das Gefühl hat, ihm fehle etwas (zum Beispiel Erholung, Ruhe, Entspannung), der hat das Gefühl zu kurz zu kommen und ist immer auf der Suche nach dem fehlenden Teil.
    Wenn man nie an sich und seine Bedürfnisse denkt, nicht auf sich achtet, ist dies genauso schädlich, wie wenn man nur an sich und die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse denkt.
    Die Menschen nennen diejenigen Egoisten, die sich nicht rücksichtslos von ihnen ausbeuten lassen.“ (Willy Reichert)
    Es gibt also keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn einem jemand Egoismus vorwirft.

    Für Jedermann ist es selbstverständlich, seiner körperlichen Hygiene nachzugehen, Wohnung und Auto auf das Feinste, Beste zu pflegen. Dazu ist kein Mittel zu teuer, kein Aufwand zu groß.
    Aber: Wie sieht es mit der seelischen Hygiene aus?
    In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit wird die Seele oft völlig vernachlässigt. Alles bezieht sich auf die äußeren Eindrücke – schneller, höher, weiter …
    Genauso, wie wir es von der Ernährung für den Körper her kennen, leben die Menschen in seelischer Hinsicht auch nur mit halber oder dreiviertel Kraft, weil sie die Situation bei optimaler Versorgung durch die richtige Nahrung gar nicht kennen. Unzureichend ernährte Menschen wissen nicht, wie powervoll ein Mensch den Tag geniessen kann. Genauso sieht es auch mit den seelischen Verkümmerungen aus. Wir konsumieren eine Unmenge an äußeren Reizen, die für unsere Seele keine wirkliche Nahrung sind.

    Oft bezieht sich alles auf die äußeren Eindrücke: Welchen Eindruck hinterlasse ich bei anderen?
    Doch oft sind meine Erwartungen an die Erwartungen der Anderen an mich wesentlich höher als sie es tatsächlich sind.
    Nur weil dem so ist und ich möglicherweise diese (eingebildeten) Erwartungen erfüllen will und NICHT auf meine Bedürfnisse achte, verausgabe ich mich völlig.
    Hier mal ein stark überspitztes Beispiel – ich hoffe, es wird trotzdem klar, was ich meine:
    Nur weil ich allen zeigen will, dass ich der Größte und Beste bin, fahre ich mit meinem Auto permanent 200 km/h. Und nach ca. 2,5 Stunden muss ich einen Zwangshalt einlegen – weil der 50-Liter-Tank bei einem Verbrauch von 10 l/100km leer ist.
    Wenn ich aber diese Äußerlichkeiten außer Acht lasse und ganz entspannt nicht ständig unter Vollgas fahre, komme ich bei „nur“ 120 km/h doppelt so weit – bei halbem Verbrauch.

    Eine gute Portion Egoismus ist wichtig. Für das „Warum?“ habe ich letztens ein gutes Beispiel gelesen:
    Die Meisten von uns sind schon einmal geflogen. Vor dem Flug erklären die Stewardessen die Sicherheitsregeln. Und eine besagt: Bei Druckabfall solle man sich zuerst (!) die aus der Decke fallende Sauerstoffmaske überstülpen und erst dann schauen, ob die Nachbarn Hilfe brauchen.
    Warum egoistisch sein und zuerst an sich denken? Nun, wer am Ersticken ist, hat keine Kraft, anderen zu helfen. Erst wenn es uns gut geht, haben wir die Kraft, für andere da zu sein.

    Also: Geht aus den Köpfen der Anderen!
    Wer sich selbst kaputt macht, nur weil er denkt, sonst nicht gemocht zu werden, kann ziemlich schnell niemandem mehr helfen. Und nur weil Jemand NEIN sagt, nicht kann, geht die Welt nicht unter. Wie oft habe ich gehört, wenn ich Jemandem auf eine Frage/Bitte eine abschlägige Antwort gegeben habe/geben musste: „Okay, kein Problem. Dann frage ich eben jemand anderen.“
    Man sollte nur ein paar Dinge beherzigen/bedenken:
    1. Nein-sagen-lernen heisst NICHT Ja-sagen-verlernen!
    2. Jeder darf NEIN sagen – also auch mein Gegenüber!
    3. Ich muss nicht mit Allem und Jedem einverstanden sein – aber auch mit mir muss nicht Jeder einer Meinung sein!

    Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken halbwegs verständlich rüberbringen. Ihr dürft auch NEIN sagen ;)

    Hallo und erst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Das ist ja mal ein lauter Hilfeschrei von Dir!
    Hast Du denn schon mal etwas unternommen, um vom Alk wegzukommen (geht aus Deinem Post leider nicht hervor)?
    Denn soweit ich weiss, gibt es auch "Mutter-Kind"-Therapieeinrichtungen.

    Geh doch einfach mal zu eine Suchtberatung - die können da mehr und direkter erzählen, welche Möglichkeiten es gibt.

    Deine Gedanken, Dein Kind (und, so wie es sich liest: Dein Ein-und-Alles) in eine Pflegefamilie zu geben erinnern mich an meine damaligen Suizid-Gedanken: Ich bin ja doch nix wert ;(
    Aber: Dem ist nicht so! Es bedarf zwar einiger (eigener!) Arbeit, aber es ist machbar und es ist die Arbeit/Mühe wert!
    Meine Kinder wollten früher auch nicht mehr mit mir spielen und kuscheln: Papa stinkt und ist besoffen :( Aua!
    Und ich denke, Du kannst Dir vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, als sie dann wieder von sich aus kamen, um zu kuscheln :D Dieses Gefühl ist unbeschreiblich!

    Ich würde mich freuen, mehr von Dir zu hören und wünsche uns einen guten, fruchtbaren Austausch wikende091

    Gruß
    Greenfox

    Ich habe mit mir gerungen, ob ich hier nochmal meinen Senf dazugebe oder es doch lieber wieder lasse.
    Aber angesichts des letzten Todesfalls (ein Gruppenfreund hat doch wieder zugeschlagen und sich innerhalb weniger Tage totgesoffen) kann ich mich doch nicht zurückhalten.

    Natürlich kann man es auch "Wahloffenheit" o.ä. nennen, wenn man einem Alki sagt: "Hör erst mal auf - und in einiger Zeit kannst Du ja dann mal schauen, ob das etwas ist für Dich."
    Wenn ich aber sage "Wenn Du erst einmal abhängig/süchtig geworden bist, solltest Du überhaupt keinen Alkohol mehr trinken!" und dazu von meinen auch erst ungläubigen Versuchen erzähle, die in die Hose gingen - dann ist das für mich einfach nur ehrlich!

    Ein Gruppenfreund hat mal erzählt, wie es ihm gegangen ist: Er hat gemerkt, dass er wahrscheinlich ein bisschen viel trinkt ::) und hat deshalb beschlossen, mal eine kleine Trinkpause von 6 Wochen einzulegen. Das ist ihm gelungen. Und da es ihm ganz gut damit ging, hat er die Trinkpause verlängert. Nach 12 Jahren (!!) dann war er der Meinung, mal bei seiner Frau am Glas kostenderweise nippen zu können. Am nächsten Tag hat er sich schon ein eigenes Glas bestellt und noch einen Tag später eine Flasche gekauft. Und kurz darauf waren es wieder 2-3 Flaschen täglich (mindestens). Das war dann für die nächsten 2 Jahre sein tägliches Pensum ...

    Niemand kann uns verbieten, Alkohol zu trinken. Aber jede Entscheidung ist eine Entscheidung - auch, keine Entscheidung ist eine. Und jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich, die man dann tragen MUSS.
    Mein Gruppenfreund hat für sich die Entscheidung getroffen - und die Konsequenz daraus habe ich ja schon geschildert.

    Ich halte es wie keppler.

    Wer Abhängigen diese Handlungsalternativen als gleichwertig aufzeigt, handelt aus meiner Sicht grob fahrlässig

    Auch ich war am Mittwoch wieder im Krankenhaus, in der Entgiftungsstation ...

    Ich möchte nur noch mal kurz auf meine vor kurzem angesprochene "Hilfeleistung" ansprechen (Und das hat nix mit Dir zu tun, Björn!):

    Alleine schon daran, dass (in diesem Fall) ich einen rückfälligen Gruppenfreund betreut und ihm damit aus seiner Sicht "das Leben gerettet" habe, sieht man, dass SHG kein Allheilmittel darstellen.
    Wenn von dem Betroffenen aber gar kein Zeichen kommt, dann kann ihm auch nicht geholfen werden: Ein Gruppenfreund kam plötzlich nicht mehr zu den Gruppentreffen und wir machten uns zunehmend Sorgen. Und diese waren berechtigt - er hat sich totgesoffen und ist elendiglich in seiner Wohnung verreckt!

    Schade ;( Aber auch das gehört leider zum Krankheitsbild dazu. Auch wenn manche es nicht als "Krankheit" sehen (wollen).

    Der Begriff "zufriedene Abstinenz" hat für mich einen fahlen bis negativen Beigeschmack.


    Beim Lesen deines Postings, und wie du den Begriff "zufriedene Abstinenz" empfindest, kam mir spontan das "Zölibat" oder "zufriedenes Zölibat" ::) in den Sinn (sorry :) , aber war einfach so..).

    Es klingt halt beides nach Langweile, weniger intensivem Leben, einfach Lustfeindlich.


    Wenn es um das innere Empfinden geht, dann muss ich sagen dass sich für mich persönlich "zufrieden" eben oft anhört wie ein 'befriedigend' auf einem Zeugnis.

    Ach ja - man kann für Alles auch negative Umschreibungen finden.

    Zufriedenheit ist gemäß dem Bedeutungswörterbuch des Duden:


    a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat;
    b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

    Und genau so interpretiere ICH für mich "zufriedene Abstinenz": Ich bin mit den gegebenen Verhältnissen und brauche nichts anderes (z.Bsp. ein Bier o.ä.).

    Von mir aus könnt ihr (für Euch) da noch irgend etwas reininterpretieren, reindeuteln - mir reichts so, wie es ist.

    Ich kann mich eigentlich nur anschließen: abgesehen von "überschüssige Pfunde gehen von alleine weg/Gewichtsabnahme" war es bei mir dasselbe, wie schon beschrieben.
    Hinzu kam bei mir eine starke Beruhigung (ich kann es nicht anders beschreiben): ich war nicht mehr so hibbelig (Hab ich noch genug Vorrat? Hab ich noch Rest-Alk?) und habe mit der Zeit eine immer stärkere Gelassenheit erfahren. Zwar bin ich noch immer nicht immer die Ruhe selbst, aber im Gegensatz zu früher ...

    Und früher wäre ich wegen der Trennungsgeschichte wie eine V1 durch die Decke gegangen :o

    LG
    Greenfox

    Hallo, Gandalf (der Graue oder der Weisse?)

    Zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Ich bin auch privat versichert. Vor etlichen Jahren (vor 14, um genau zu sein) hat meine Versicherung in Verbindung mit der Beihilfe die Langzeittherapie (12 Wochen) bezahlt. Leider hatte ich dann nach ca. 2 Jahren einen vierjährigen Rückfall, während dessen ich mehrere Entgiftungen (Entzüge) gemacht habe, die jeweils 1 Woche dauerten. Auch die hat die KV bezahlt. Vor nunmehr 8 Jahren wollte ich dann eine 2. Langzeittherapie (Entwöhnung).
    Leider hat da die KV gesagt, dass sie schon eine LZT bezahlt hätten - eine weitere wäre nicht drin. Zum Glück sagte aber die Beihilfe, dass sie ihren Teil zahlen würde - immerhin 70%. Also dachte ich mir, ich beisse in den äußerst sauren Apfel und treibe irgendwie die 30%, die die KV sonst getragen hätte auf. Denn ich wollte unbedingt von diesem Schei.. Alkohol weg. Ich machte einen Termin in einer Klinik. Dort trieb es mir dann zwar erstmal die Tränen in die Augen, als ich erfuhr, was mich selbst diese 30% kosten sollten. Leider kam dann 2 Tage nach meinem Einreiten in die Klinik die Nachricht von der Beihilfe, dass sie nun doch nicht zahlen würen >:( ;(
    Tja, und somit konnte ich in Absprache mit den Ärzten dort nur eine qualifizierte Entgiftung (mit gleichzeitiger Therapie) von 2 Wochen machen. Und die musste die Kasse (und Beihilfe) zahlen. Aber da ich gleich im Anschluß weiter zu einem Therapeuten gegangen bin und mir eine Selbsthilfegruppe (SHG) gesucht habe und diese regelmäßig besuche, war dies meine bisher letzte Entgiftung gewesen :D

    In meiner SHG gibt es mehrere Leute, die ebenfalls privat versichert sind. Bei mir wurde eine LZT bezahlt, beinem Gruppenfreund sogar 2. Eine andere Gruppenfreundin hat von ihrer KV nur unter größtem Kampf eine LZT bezahlt bekommen, weil in ihren Versicherungsbedingungen "Suchterkrankungen" von der Leistung ausgenommen sind (als wenn jemand freiwillig süchtig werden will). Kommt also darauf an, welche Versicherung man hat. Welche hast Du denn?

    Ein anderer Gruppenfreund, der selbst bei einer Versicherung arbeitet, sagte: Wenn die Versicherung etwas ablehnt (was sie meist aus Prinzip tut, um zu "sparen") - Widerspruch einlegen. Ca. 40% der Widersprüche werden dann bewilligt. Falls doch wieder abgelehnt wird - erneut Widerspruch. Von diesen Widersprüchen werden dann ca. 50% bewilligt. Falls wieder Ablehnung - Klage. Dann wird meist bewilligt. Und selbst wenn davon nur 50% bewilligt werden, haben im Endeffekt 85% eine Bewilligung erhalten.

    Vielleicht solltest Du mal zu einer Suchtberatungsstelle gehen - die haben da mehr Erfahrungen mit dem Kampf mit den Windmühlen - äh, Versicherungen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Ist es nicht egal, ob ich es nun "zufriedene Trockenheit/Abstinenz" oder "einfach nur glücklich" nenne? Alle wissen, was gemeint ist - aber manche müssen sich um irgendwelche Kleinigkeiten streiten nixweiss0

    Ich bin nicht nur trocken/abstinent - im Laufe der Zeit konnte ich feststellen, dass mir nichts fehlt, dass ich nichts vermisse. Dass ich ZUFRIEDEN und GLÜCKLICH bin mit diesem Zustand - der mir nicht in den Schoß gefallen und auch nicht von Jetzt auf Gleich eingetreten ist.
    Und wenn ich unzufrieden und unglücklich mit meiner Abstinenz sein sollte, dann weiss ich, wo ich die Granate herkriege, um mich abzuschiessen.

    Und bevor jetzt wieder irgend Jemand die Krümel klauben will: Natürlich bezieht sich dieses "glücklich und zufrieden" nur auf den Aspekt der Trockenheit/Abstinenz in meinem Leben. Es gibt andere Aspekte, da bin ich ebenfalls "glücklich und zufrieden", und andere, da bin ich es nicht.

    Hallo, Cocoon!

    Auch von mir ein Herzliches :welcome: hier im Forum!

    Ich bin auch Betroffener, bezeichne mich selbst als "trockenen Alkoholiker" und bin seit nunmehr 8 Jahren trocken.

    Ich kann mich LiS und Bassmann nur anschließen:

    Wie auch immer, meine Erfahrung ist, dass das Tal der Tränen, das mit dem Entzug einhergeht, endlich ist. Irgendwann spürte ich, dass es auch ohne den Alkohol geht. Und noch ein Stück später machte sich in mir die Erkenntnis breit, dass es ohne nicht nur geht, sondern dass es ohne weitaus besser als mit geht.

    Das hat mir sozusagen einen Weg von nicht nur einer einzigen Wahl (der des Aufhörens), sondern zusätzlich einen Weg von schier unzähligen Chancen und Möglichkeiten eröffnet. Denn es gibt ja tatsächlich so unglaublich Vieles was ich für (m)ein gesundes, glückliches und freies Leben tun kann... :)

    Und wie Du am Besten den Ausstieg schaffst - hier wirst Du die Erfahrungen für etliche Wege finden. Und aus denen kannst Du Dir die raussuchen, die am Besten zu Dir passen. Und wenn es nicht funzt - dann probier einen anderen Weg.

    Die mehrheitliche Erkenntnis ist, dass es nicht mit "kontrolliertem" Trinken klappt.
    Mein Favorit (weil es bei mir geholfen und bis heute gewirkt hat) ist, sich Hilfe bei einer Suchtberatungsstelle (ist anonym!!) und/oder einer Selbsthilfegruppe (SHG) zu suchen.

    Lies Dich erst einmal ein und - gib nicht auf!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Nicki, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum.

    Ich selbst zähle zu den Betroffenen und bin seit 8 Jahren trocken.

    Zu Euren Fragen/Sorgen - tja ... Wer hat denn das Sorgerecht für das Mädel?
    Wenn die Mutter alkoholkrank ist, dann kann Dein Lebensgefährte doch zum Jugendamt gehen und mit denen besprechen, wie er das Sorgerecht bekommen kann (wenn er es nicht schon hat [gemeinsames Sorgerecht]).

    Auch die Tochter wird im Glauben gelassen alles ist gut. ... Sie macht sich auch Sorgen.

    Ich denke (weiss aus eigener Erfahrung), das Kinder - zumal in diesem Alter - sehr viel mehr mitbekommen (haben), als man meint. Und MEINE Meinung ist, dass man mit ihr Klartext reden sollte.

    Dass die Kindsmutter auf die Sorgen aggressiv reagiert hat - aus meiner Sicht "verständlich", wird doch ihr Trinkverhalten kritisiert, ob nun bewusst oder unbewusst, offen oder versteckt. Sie fühlt sich angegriffen.
    Das zeigt mir aber auch, dass es bei ihr offenbar noch nicht "Klick" gemacht hat und sie auch nichts zu ändern gedenkt.

    Was sagt denn Dein Lebensgefährte/der Vater des Mädels?

    Was mir noch einfällt: Eine Suchtberatungsstelle ist nicht nur für Betroffene da - auch für Angehörige! Vielleicht geht ihr da mal hin? Zu dritt?

    Gruß
    Greenfox

    Zunächst einmal Hallo und HERRZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Gleich mit einem kalten Entzug gestartet - heftig. Dementsprechend auch die heftigen Entzugserscheinungen.
    Dass allerdings auch nach 4 Wochen noch keine Beruhigung eintritt nixweiss0
    Habe ich so auch noch nicht gehört - bin allerdings auch kein Arzt.

    Vielleicht solltest Du mit dieser Symptomatik nicht zu einem HNO- oder Allgemein-Arzt gehen, sondern in ein Krankenhaus, wo auch Entgiftungen durchgeführt werden. Also zu einem Arzt, der auch Erfahrung mit soetwas hat.
    Kann ich jedenfalls nur raten ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo Benny!

    Ich habe früher auch gesoffen wie ein Loch. Seit 2008 bin ich nun schon weg von dem Zeug.
    Irgendwie kenne ich dieses komische Gefühl "Alles nur im Suff zu ertragen - aber den Suff will ich eigentlich auch nicht mehr. Aber nur im Suff schaffe ich es, um Hilfe zu rufen ..." noch ganz gut. Und daher sehe ich das

    Egal ich ich such keine:

    - Beratungstellen
    - Psychologen usw.
    - KLugscheisser Tipps wie: "geh mal zum Arzt"

    Nicht ganz so eng.
    Ich habe früher auch versucht, mich a la Münchhauesen am eigenen Schopf aus diesem Sumpf zu ziehen. Merkwürdig - hat nicht funktioniert. Warum nur nixweiss0
    Also habe ich mir echte Hilfe gesucht - eben in Form von Beratung, Arzt, Psychologen, Selbsthilfegruppen. Es hat eben doch eine andere Qualität, wenn man sich mit Menschen "in echt" zu unterhalten, Tipps,und Ratschläge zu erhalten, aber auch mal Halt, wenn man unsicher ist.
    Und nach ca. 1,5 Jahren musste ich feststellen, dass mir diese Zeit beängstigend leicht gefallen ist - warum früher nicht? Mittlerweile nehme ich es gegeben hin und freue mich darüber. Für mich habe ich als Erklärung dafür, warum es mir so relativ leicht (Einfach war es trotzdem nicht!!) fiel, eben DASS ich mir reale Hilfe gesucht habe, sie angenommen habe, etwas verändert habe ...
    Auf dieses Forum bin ich erst sehr viel später gestoßen.

    Okay - das war MEIN Weg. Also deshalb MEINE Empfehlung: Wende Dich eben an die, die Du "nicht suchst".

    Ich wünsche Dir viel Glück!

    Gruß
    Greenfox

    Die Hitze macht mir zu schaffen - schon immer. Alles, was über 25°C ist, ist mir zu heiss und belastet meinen Kreislauf bis an die Grenze und manchmal darüber hinaus.

    Und trotzdem beobachte ich immer wieder, dass viele Menschen bei der größten Hitze im Biergarten sitzen (egal, ob im Schatten oder in der prallen Sonne) und ein Bier nach dem anderen trinken. Oder mit der (Bier-)Pulle in der Hand durch die Stadt laufen/fahren (hier in Berlin eine absolute Unsitte). Und natürlich sieht man dann auch Viele, bei denen nicht nur die Sonne auf den Bregen geknallt hat :o

    Das Schlimme ist, dass auch ich in meinen nassen Zeiten nicht nur zu Hause getrunken habe. Es soll auch keine Entschuldigung sein,wenn ich sage, dass ich dann höchstens ein-zwei Bier (meist nur eins) im Biergarten getrunken habe - schon alleine, weil mich die Hitze schon fertig gemacht hat. Oft habe ich "nur" Radler" ("Berliner Weisse" war mir zu sauer) getrunken - weil da nicht so viel Alk drin war. Aber Hauptsache, es war welcher drin.

    Was mir jedenfalls bei dieser Hitze wieder besonders aufstößt, ist die menschliche Unvernunft. Vor Allem/gerade im Umgang mit Alkohol.
    Vielleicht bin ich ja auch nur auf dem Auge besonders empfindlich ...

    So - und jetzt hole ich mir meinen schönen gekühlten Grünen Tee aus dem Kühlschrank schwitz.

    :D Greenfox