Beiträge von Greenfox

    Ich weiß von Betroffenen, die (glaubhaft) erzählen, wie sie unbeabsichtigt alkoholhaltige Getränke oder Speisen zu sich genommen hatten und einen Rückfall bauten.

    Also wenn jemand unbeabsichtigt soetwas zu sich nimmt und DESHALB einen Rückfall "baut", dann hat er den Rückfall schon vorher im Kopf begangen und/oder belügt sich und seine Umwelt - meine Meinung dazu habe ich ausführlich unter dem Thema "Wie gefährlich sind Rotweinsoße und Co. wirklich" geschildert ...

    Gruß
    Greenfox

    ...dass in den Selbsthilfegruppen sozusagen verlangt wird dass man akzeptieren muss nie wieder einen Schluck oder Tropfen trinken zu 'können/dürfen'. Es wird sozusagen als Grundbedingung für den Ausstieg dargestellt...

    Da hast Du etwas bewusst in den falschen Hals gekriegt - oder warst in den "falschen" Gruppen. Zumindest bei uns wird nicht gesagt, dass man "nie wieder" etwas trinken darf. Sondern es wird gesagt, dass die Sucht immer in uns bleibt und in 95% wieder zuschlägt, wenn man Alkohol trinkt (bewusst). Dass die "Hoffnung", kontrolliert trinken zu können ein Trugschluß ist ...

    Aber da Du ja schon sooo viele SHG besucht hast, wirst Du das ja besser wissen.

    Und da lasse ich mich von dir auch nicht verunsichern, Greenfox.

    Wenn Du das als Verunsicherungsversuch von mir siehst, dann bist Du wirklich einfach gestrickt. Ich hoffe für Dich - und JEDEN, der soetwass sagt - dass Du/er/sie Recht behält und wirklich nie wieder ...

    Ich werde deshalb nie wieder Stoffe missbrauchen.

    Oh, wie oft habe ich das schon gehört ... und einer derjenigen, die u.a. soetwas sagte, hat sich dann doch tot gesoffen. Andere hatten doch einen Rückfall ...

    Um es mit Goethes "Faust" zu sagen:

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

    Mit anderen Worten: Man sollte niemals NIE sagen! Oder hast Du eine Glaskugel zur Verfügung? Dann hätte ich gerne die Lotto-Zahlen von übernächster Woche und ausserdem gewusst, ob ich meinen Vorsatz, nicht mehr zu trinken, auch verwirklichen konnte.

    Denn momentan habe ich nicht vor, wieder zu trinken. Ob ich es nie wieder tue ... nixweiss0

    Zunächst einmal: Schön, wieder von Dir zu hören - auch wenn es nichts Schönes/Gutes ist, was Du berichten kannst!

    ich denke meine Frau verdrängt das Problem solange sie ohne Alkoholeinfluss ist. Und mit Alkohol ist logisches denken sehr schwierig.

    Wohl wahr!
    Als Du ihr den Brief geschrieben hast


    Habe meine Gedanken zusammengefasst und meiner Frau mitgeteilt (schriftlich). ... Ich habe aber weder die Kraft noch die Zeit die 10 Jahre die sie damals gebraucht hatte um die Abstinenz vor 28 Jahren zu erreichen.

    hast Du da auch schon über Konsequenzen nachgedacht - und auch mit reingeschrieben?
    Und, was mich noch interessieren würde: Warum ist Deine Frau damals "trocken" geworden? Weil sie für sich erkannt hat, dass sie abhängig ist oder weil sie einfach "mal 'ne Pause machen" wollte?
    Ich frage deshalb, weil ein Gruppenfreund auch 12 Jahre trocken war und dann wieder anfing. Aber er war damals der Meinung, dass er kein Alkoholiker wäre und wollte nur mal 8 Wochen Pause machen - eben, um das zu beweisen. Und daraus sind dann 12 Jahre geworden. Und dann dachte er sich "Na siehste - ging doch. Jetzt kannste ja mal wieder ein Gläschen trinken - kannst ja wieder aufhören." Und aus dem "Gläschen" sind dann wieder 2-3 Flaschen/Tag geworden bis zur Entgiftung ... Und JETZT weiss er für sich, dass er Alkoholiker ist.

    Was natürlich keine Garantie dafür ist, dass man nicht doch wieder anfängt :-\

    Tja, und das mit der Weisheit ist so ein Thema für sich ;)
    Aber zum Verständnis gibt's ja Bücher - guckst Du z.Bsp. hier ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich fand das arg überspitzt - aber das war ja eigentlich alles.

    Ansonsten fand ich den Film ... verstörend gut. Bei einigen Szenen dachte ich so "Scheiße, ja, so war's :-[ "
    Und das realistische Ende ... ich weiss, das mein"Kumpel" sich auch noch in der Nähe rumtreibt.

    Ja, der Film lief nur in einigen wenigen ausgewählten Kinos - und das nur für kurze Zeit.
    Ein Gruppenfreund hatte ihn gesehen und fand ihn super - alleine schon die Idee, die Sucht als reale Person darzustellen.
    Gut, dass es Video- ua. Rekorder gibt - läuft ja nicht gerade zu einer Arbeitnehmer-freundlichen Zeit :(

    Mittlerweile kann ich (nach nun fast 3 Jahren ohne Alkohol) durchaus Gästen auch mal Alkohol anbieten. Also auch kaufen und lagern, bei mir zuhause ...

    Das mache ich auch nach nunmehr 8 Jahren ohne Alkohol immer noch nicht! Als ich noch mit meiner Frau zusammenwohnte (also bis vor 1,5 Jahren) hatte ich auch kein Problem damit, wenn sich Besuch ankündigte und SIE eine Flasche Wein für sich und den Besuch (insgesamt eine Flasche ;) ) kaufte und sie den dann im Laufe des Abends tranken.
    Aber ich kaufe keinen Alkohol. Das ist mein Prinzip.

    Möchte Euch nur einen Fernsehtipp geben: Morgen (02.08.2016) kommt um 23:30 Uhr im ZDF der Film "Alki Alki"
    Leider habe ich es nicht geschafft, mir den Film im Kino anzusehen - also habe ich den Recorder programmiert.

    Es geht darin um einen Alkoholiker und seine Sucht. Und letztere wird hier als leibhaftige Person dargestellt, die ihn ständig begleitet, den nur er sieht ... wie bei "Mein Freund Harvay"

    Bin gespannt!

    Hallo, Zoe! Auch von mir ein ganz herzliches :welcome: hier im Forum.

    Scheint ja, dass Du Dich schon ein wenig eingelesen hast. Daher weisst Du ja auch, dass es hier Absolventen verschiedener Wege gibt.
    Ich schließe mich Keppler an.

    Nach dem ich nach einer Trockenepisode wieder voll an der Flasche hing, habe ich es auch alleine versucht - und bin immer wieder auf die Schnauze gefallen. Erst als ich mir Hilfe gesucht habe und in Anspruch nahm/nehme, habe ich vor nunmehr 8 Jahren den Absprung geschafft.

    Und Meinungen/Standpunkte können auch bei entsprechenden Erfahrungen/Input geändert werden. Ich habe gemerkt, dass ich es ohne Hilfe nicht schaffe - also habe ich es mit Hilfe probiert. Ich war der Meinung, bei mir reicht eine ambulante Therapie - als ich damit auf die Fresse geflogen bin, habe ich umgeschwenkt zur stationären ... Früher war ich der Meinung, man könne kontrolliert trinken - aus heutiger Sicht ein absoluter Brüller (für mich).

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Ich habe einen großen Freundeskreis, der sehr trinkfreudig ist..es vergeht kaum ein Treffen ohne den "Genuss" von Alkohol.

    Nur mal ein kleiner Tipp/Denkanstoß: Verifizier mal das Wort "kaum" in Deiner Aussage. Und überleg Dir, wie Deine Freunde reagieren würden, wenn Du sagen würdest (hypothetisch): "Ab heute trinke ich keinen Alkohol mehr!" Wären es noch Deine Freunde - oder nur Trinkkumpane? Würden sie Dich unterstützen - oder Dich als "Weichei" etc runtermachen?

    Naja, gaaanz nach dem Rezept nicht. Wenn man die Pelmeni tatsächlich mit der Hand formt, ist man ja verhungert, bevor man essen kann ;D
    Nee, nee - wennschon, dann mit einer sogenannten "Pelmeniza". Damit schafft man ca. 50 Stück auf einmal (herzustellen). Bin eben ein kleiner Faulpelz ::)

    Hallo, Mimi! Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Auch ich bin Betroffener und seit 8 Jahren trocken.
    Da ich mich seit Jahren nicht nur mit den Leuten meiner Selbsthilfegruppe (SHG) unterhalte, sondern auch in Krankenhäuser gehe und mich auch viel anderen Angehörigen unterhalte, kann ich mich eigentlich nur Brant und Keppler anschließen.


    am anfang war mir gar nicht bewusst das er ein Alkoholiker ist. Aber ich hätte die Anzeichen erkennen müssen da mein Vater und meine Großeltern auch Alkoholiker waren.
    mein Verlobter mein zwar zu mir das er eine Krankheit hat aber er will sich keine Hilfe holen wenn er nüchtern ist. wenn er wieder dicht ist erzählt er immer das er sich Hilfe holen will das ich ihn alles raussuchen soll. ich mache das dann aber er kümmert sich nicht.

    Hallo wenn es um die Konsequensen geht hält er es ganz gut aus nicht zutrinken (1-2 Wochen). Ich hatte gehoft das es hier Menschen gibt die mich wegen meiner Schwäche nicht verurteilen und mit den ich darüber reden kann.

    ... und daran kann und will ich nicht glauben. ich habe gelesen in diesen forum das es auch anderst geht. und ich möchte gerne wissen wie?

    Sei mir nicht böse, wenn ich mal so ein paar Zitate rausgezogen habe.
    Aber wenn ich die so lese, erinnerst Du mich - an MICH. Ich wusste damals auch, dass ich ein Alkohol"problem" habe, wollte es aber nicht wahr haben.
    Und bei Dir habe ich das Gefühl, dass Du nicht wahr haben willst, dass die Anderen Recht haben könnten! Denn leider reissen die Betroffenen (Abhängigen) ihre Angehörigen mit in den Abgrund, weil die sich mitreissen lassen. Bis sie selbst zu Betroffenen (entweder auch Abhängige oder Co-Abhängige) werden.
    Natürlich muss es nicht unweigerlich so kommen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr hoch.

    Ich empfehle Dir, Dich hier ein bißchen einzulesen - insbesondere im "Angehörigenbereich" - dort wirst Du etliche Schilderungen von Menschen finden, die sich in einer ähnlichen Situation befunden haben / befinden, wie Du aktuell.

    Das kann ich Dir auch nur empfehlen. Und Dein konsequentes Verhalten auch konsequent durchzuziehen - und nicht nach 1-2 Wochen wieder aufzugeben!

    Ich denke, von den Angehörigen hier wirst Du auch noch viele gute Ratschläge bekommen bzw. kannst deren Geschichten lesen.

    Gruß
    Greenfox