Beiträge von Greenfox

    Leider ziehe ich mich den ganzen Morgen schon wieder runter, weil ich meine gesamten Laborwerte analysiere. Schon "interessant" was durch das Saufen alles so in Mitleidenschaft gezogen wird (Lipasewerte, Bilirubin, C reakt. Protein (die haben auch nichts ausgelassen).

    Ähm - Du solltest Dir schon klarmachen, dass der Ausstieg aus dem Suff nicht alle Wehwehchen und Probleme beseitigt.
    Es gibt auch noch andere Ursachen als Alkohol für schlechte Gesundheit/Werte.

    Ich bin jetzt seit über 8 Jahren trocken und habe KEINEN Alkohol zu mir genommen - und trotzdem sind meine Bilirubin-Werte katastrophal, mein Gamm-GT ist auch erhöht und ...

    Na klar - viele Probleme kommen wieder in Ordnung und die anderen kann man mit 'nem klaren Kopf besser bewältigen. Aber lass Dich nicht von den momentanen Werten runterziehen. Auch das Gegenteil wäre schlecht ...

    Hallo, Nico, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Als Betroffener (bin jetzt seit etwas über 8 Jahren trocken) kann ich Dir nur folgenden Rat geben.

    Jedes Ansprechen auf den Alkohol wird als persönlicher Angriff angesehen. Da es aber so nicht weitergehen kann, würde ICH einen Frontalangriff empfehlen:
    Sagt ihr auf den Kopf zu, was ihr
    a) definitiv festgestellt habt (Fakten, z.Bsp. das Foto und dass es sich um eine Flasche von Eurer Hochzeit gehandelt hat, die IHR nie "aus Versehen/nur mal so" geöffnet hättet) und
    b) was ihr davon haltet.
    Gebt ihr keinen Alkohol mehr (weder von Euch aus noch auf ihr Bitten hin). Sagt ihr (wenn es denn so ist), dass ihr ihr helfen werdet, wenn sie sich helfen lässt (in Form von Suchtberatung, Entzug, Therapie etc).

    Wenn Ihr nix sagt, bleibt alles beim Alten und sie trinkt weiter unheimlich heimlich. Wir Ihr sie darauf ansprecht, kann es sein, dass sie den Kontakt zu Euch abbricht, weil das ja ein persönlicher Affront gegen sie ist. Aber das ist normal und NICHT EURE Schuld!

    Meine Güte, was hab ich sauer reagiert, wenn mir jemand einen Spiegel - und meinen Alkoholkonsum - vorgehalten hat! Das waren doch die letzten Penner - andere trinken viel mehr als ich und überhaupt, was bilden die sich ein ... >:(
    Und doch wusste ich in mir drin, dass sie Recht hatten :-[

    Aber FÜR EUCH wird es besser sein, das Thema auf's Tablett zu bringen. Schaut doch mal, was es zum Thema "Co-Abhängigkeit" gibt, was man darunter versteht. Könnt ja auch mal hier schauen - da steht auch schon Einiges.

    Auf jeden Fall wünsche ich Euch ganz viel Kraft!

    Gruß
    Greenfox

    Guten Morgen, Steffie!

    Ganz schön schreckhaft :) Habe Deine Beiträge mal wieder zusammengeführt. Nicht, dass Du gleich wieder die Flucht ergreifst ;)

    Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis Ihr wieder auf dem Damm wart?

    Ich glaube, da wirst Du von jedem 'ne andere Antwort bekommen. Das kommt darauf an, was für eine Persönlichkeit man ist. Der eine ist ein stoischer Typ und ziemlich schnell wieder auf'm Damm und andere sind schreckhaft ;) und brauchen eine Weile.

    Letztens hat Brant hier etwas eingestellt, das mir gut gefallen hat:

    Ein Mensch, der mit dem Trinken aufgehört hat, fragt:
    Wie lange wird es dauern, bis ich geheilt bin?
    So etwa zehn Jahre, bekommt er zur Antwort.
    Und wenn ich mich total anstrenge,
    wie lange dauert es dann?
    In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern.
    Ich nehme aber wirklich jede Tortur auf mich.
    Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen.
    Gut, in dem Fall kann es auch vierzig Jahren dauern.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Steffi und ersteinmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Das kenne ich von den anderen Entzügen nicht. ... Ich weiß zwar, dass es irgendwann wieder besser ist, aber im Moment ist es kaum auszuhalten. ...aber das fällt mir sowas von schwer. Hat jemand von Euch einen Rat für mich?

    Tja, da gibt's erstmal (von mir) keinen Rat - da musst Du jetzt durch.
    Aber hast Du Dir schon mal überlegt, wie es denn weitergehen soll, wenn Du wieder "geradeaus gucken" kannst?

    Ich habe Den Satz, dass Du das aus den anderen Entzügen nicht kennst, nicht von ungefähr mit zitiert. Ging mir früher auch so.
    Entzug - na und nu? Habe ich eben eine Woche nix getrunken. War doch ganz locker und easy. Und danach habe ich dann auch nichts weiter in meinem Leben geändert - außer eben nichts getrunken. Für 'ne Weile. Bis es dann wieder von vorne losging.

    Vor meinem letzten Entzug hatte ich dann aber die Schnauze voll und wusste, was ich danach weiter machen will: Selbsthilfegruppe suchen, Langzeittherapie machen, psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Okay, Klinik gesucht, Termin gemacht und dann dort eingeritten ... Und wie um mir den Ausstieg zu "versüssen" war dieser Entzug (für mich) unheimlich heftig! Danke - brauch ich nicht nochmal.

    Mittlerweile bin ich etwas über 8 Jahre trocken.

    Ich kann Dir nur raten:
    Überleg Dir, was Du willst! Willst Du komplett aufhören oder Dich nur "kontrollieren", um nicht wieder abzustürzen? Willst Du überhaupt etwas ändern?
    Such Dir Hilfe! Suchtberatung, Selbsthilfegruppe(n), Therapie (über die verschiedenen Arten und Möglichkeiten kann Dir die Suchtberatung Auskunft geben)
    Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor - kleine Schritte!

    Gruß
    Greenfox

    Ich weiß, das steht wahrscheinlich nirgendwo, ist irgendwie mein Anspruch an mich selbst - und vielleicht auch ziemlich bescheuert.

    Stimmt alles. Aber gut, dass Du es erkannt hast.
    Das scheint irgendwie dazuzugehören, dass man es immer/meist erst einmal versucht, alleine zu schaffen nixweiss0

    Dein Ansatz ist schon mal gut:


    Und statt dass ich mich abends ins Vergessen trinke, will ich nun lieber hier schreiben und mich auf die Suche nach anderer "Medizin" machen, wenn das Leben mal wieder kein Ponyhof ist. Andere schaffen es auch :)

    Mein erstes Ziel: erst einmal heute nichts trinken. Und das Gleiche nehme ich mir dann morgen vor. Und übermorgen. Und dann werden sich hoffentlich irgendwann genug Tage aneinanderreihen, bis ich den Absprung gänzlich schaffe... Kann man es so schaffen?

    Um Deine Frage zu beantworten: Ja, so kann man es schaffen! Das ist zum Beispiel auch ein Ansatzpunkt der AA: HEUTE trinke ich nicht.

    Aber aus meiner Sicht sollte man sich noch mehr Hilfe holen. Zumindest kann es nicht schaden, mal zu einer Suchtberatung zu gehen und sich verschiedene SHG anzuschauen.
    Die Beratung bei der Suchtberatung ist kostenlos und anonym. Ebenso die Besuche bei den SHG (zumindest habe ich noch nie etwas gegenteiliges gehört).

    Und gerade bei den SHG brauchst Du Dich nicht zu verstecken oder ein Blatt vor den Mund nehmen: Da haben ALLE dasselbe bzw. ähnliches wie Du durchgemacht und können DIr erzählen, wie sie das Problem angegangen sind. Vielleicht sind ja da auch Tipps dabei, die Dich ansprechen und Dich schonmal ein Stück weiterbringen. Und dann noch ein Stück. Und dann noch ein ...

    Mach weiter, gib nicht auf - es lohnt sich! :)

    Gruß
    Greenfox


    Noch eine Frage zu den SHG

    Sind die kostenlos oder laufen die über die KK?

    ... Wird dies auch in den SHG psychologisch durchleuchtet?

    Zunächst einmal: Keine Sorge - die SHG sind kostenlos.

    Und psychologisch durchleuchtet wird da nix - in der Regel sind dort keine Psychologen (es sei denn, sie sind dort als Betroffene. Soll's ja auch geben ;) ).

    Vielleicht schaust Du mal hier - ich habe da mal geschrieben, was überhaupt in einer SHG abläuft. Zumindest aus meiner Sicht ...
    Schau es Dir einfach mal an.

    ich bin schon auf meinen Weg gespannt und hoffe das ich das alles hinbekomme.

    Hauptsache, Du hast ein Ziel, auf das Du hinarbeiten kannst.
    Wenn Du nicht weisst, was Du willst und wo Du hinwillst ...

    Und wegen SHG kann ich Dir nur raten: Probiere mehre aus! Es gibt so viele unterschiedliche - vor allem in der Art und Weise. Monolog-Gruppen wie z.Bsp. die AA, kirchlich orientiert wie z.Bsp. die Guttempler, nicht-konfessionelle Dialog-Gruppen (besuche ich z.Bsp.). Schau einfach mal, was Dir am Besten gefällt - und gaaaaanz wichtig: wo Du Dich wohl fühlst. Guck, wo Gruppen sind und schau sie Dir an. Der Name ist vollkommen unwichtig.

    Hallo, Maud - auch von mir ein ganz herzliches WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin jetzt seit etwas mehr als 8 Jahre trocken und kann mich im Wesentlichen den Ausführungen von Gerchla anschließen.
    Er hat sich genau die Stellen "rausgepickt", die auch mir aufgefallen sind. Von daher kann ich mich kurzfassen.

    Ich empfehle Dir auch unsere Linksammlung - da kriegst Du vielleicht noch mehr nützliche Hinweise und Tipps. Insbesondere, was das Finden von Selbsthilfegruppen (finde ich übrigens toll, dass Du Dich nicht nur um eine Therapeutin/einen Therapeuten gekümmert hast 44.) anbelangt. Ansonsten einfach mal bei Google "Alkohol Selbsthilfe dein Ort" eingeben ...

    Ansonsten müsstest Du in alle Rubriken, die Du auf der Startseite siehst, auch reinkommen. Denn der "innere" Bereich (Who-is-who), der den Vollmitgliedern vorbehalten ist, wird m.W. erst mit Freischaltung sichtbar.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit!

    Gruß
    Greenfox

    gibt es einfach keine einzige Hilfe außer "nicht trinken". Und das hilft nun wirklich nicht.

    Und warum hilft das nicht?? MUSS er Alkohol konsumieren??

    Wenn einem etwas nicht bekommt und es einem nach dem Genuss/Konsum von XYZ gesundheitlich schlecht geht (so wie Du es ja beschreibst), dann lässt man den Genuss/Konsum i.d.R. sein (es sei denn, man ist abhängig davon - trifft hier aber ja wohl nicht zu).

    Nicht (mehr) abhängig zu sein, ist eine viel zu großartige Sache, als dass man sie nur rückwärts gerichtet betrachten sollte. Also in der Form, dass man sich vergegenwärtigt, wie schlimm alles in Zeiten der Abhängigkeit war. Ich betrachte die Sache nach vorne gerichtet. Also in der Form, dass ich mich jeden Tag aufs Neue darauf freue, einen weiteren Tag erleben zu dürfen, an dem ich entscheide, was ich tue oder nicht tue (und das nicht von einer Abhängigkeit bestimmen lasse).

    Ich verstehe einfach nicht, warum wir zwei beide nicht "zueinander finden" können:
    Im Grunde geht's mir doch genauso. Auch ich freue mich jeden Tag, nicht unter dem Kommando des Suchtmittels zu stehen. Ich treffe meine Entscheidungen und weiß, dass ich für jede einzelne die Konsequenzen zu tragen habe. Und ich weiß mit 99%iger Sicherheit, was passiert, wenn ich mich für den Alkohol entscheiden würde - was mir Nichts und Niemand verwehren kann.

    Ich für mich weiß, dass ich nach wie vor abhängig bin. Aber ich stehe (zur Zeit) nicht unter dem Kommando des Suchtmittels, sondern unter meinem eigenen.
    Und selbst wenn dieses "Wissen" nur Einbildung sein sollte - ich möchte nicht ausprobieren, ob ich heute (im Gegensatz zu meinen früheren "Versuchen") doch nicht mehr abhängig bin.

    Gruß
    Greenfox

    Tja, das mit dem hinterher anrufen ist schon wahr. Ich hab schon mehrere solcher Notrufe erhalten.

    Aber mir ist es vor ein paar Jahren - ich war damals ca. 2 Jahre trocken - passiert, dass das kleine Teufelchen, diese fiese Möp, vollkommen und unerwartet aus dem Hinterhalt zuschlug: Ich fing an zu zittern und brauchte unbedingt und sofort was zu trinken. Aber kein Bier oder so'n Zeug, nee, es musste was "Ordentliches" sein. Und da ich damals gerade an einem großen Einkaufs-Center war, wäre es mir ja ein Leichtes gewesen .... Aber irgendwie hat es das Engelchen doch noch geschafft sich zu melden und zu fragen, was der Blödsinn jetzt soll. Tja, weit und breit niemand, mit dem ich hätte reden können. Also habe ich in meiner Not - ich bin schon in Richtung Real gelaufen!! - mein Handy und die Telefonliste rausgeholt. Und zum Glück ging dieser Anfall dann genauso plötzlich wie er gekommen ist, vorbei schwitz. Es war knapp - aber ich denke, alleine das Rausholen der Liste und Vorbereiten zum Telefonieren hat mir geholfen.
    Ich weiss zwar nicht, was der Andere ausser quatschen hätte tun können, Aber alleine quatschen kann unheimlich helfen!

    Also tut den Rat mit der List nicht einfach so ab. Ich habe zwar alle Nummern eingespeichert - aber die Papierliste habe ich trotzdem auch immer dabei!

    Und sonst habe ich in meinem Notfallkoffer auch die Telefonnummer einer Station in der Charite, wo ich im Fall eines Falles hinkönnte.

    Gruß
    Greenfox