Beiträge von Greenfox

    Wegen der Hitze habe ich gestern mit meiner Tochter einen 5-Liter-Topf kalte Suppe nach russischem Rezept ("Okroschka") gemacht. Sollte eigentlich für uns beide sein und Morgen wollte ich den Rest mit auf Arbeit nehmen. Wollte ... Ist bloß nix mehr da, alles aufgegessen ::)

    Zu Beginn der Ausbildung war ich etwa 15 Jahre trocken und ich glaubte tatsächlich, viel über Sucht und über mich zu wissen. Das erwies sich aber als fataler Trugschluss. Der Lehrgang bot nicht nur viele Sachinformationen über Sucht, sondern auch über Kommunikation, Gesprächsführung, schlicht über alles, was ein Beratungsgespräch ausmacht. Logischerweise gehörte auch eine Unmenge an Selbsterkenntnis zu den Nebenwirkungen. Heute weiß ich, daß ich in diesem Lehrgang mehr über mich gelernt habe, als in der gesamten trockenen Zeit davor.

    Das glaube ich Dir gern. Zum letzten Satz: Ich glaube aber auch, dass Du auch - eben wegen Deiner Vorgeschichte - mehr gelernt hast als ein Un-Abhängiger!

    Im Übrigen finde ich es gut, dass Du soetwas gemacht hast. Ich hab auch mal darüber nachgedacht, bin aber dann davon wieder abgekommen ...

    Ihr habt Beide Recht - jeder auf seine Weise!

    Ich persönlich stimme Gamma zu - kenne aber auch Leute, die es ohne SHG geschafft haben. Und ich freue mich für diese Leute - vor allem, weil ich der festen Überzeugung bin, dass ICH es ohne meine Gruppen nicht geschafft hätte.

    Und nu ist jut ...

    Ich denke auch, dass ich nicht im Abgrund war und eher noch zu den Missbrauchs-Typen gehöre.

    Ich hoffe für Dich, dass Du Recht hast - und die Kurve kriegst.

    Das knüpft in der Tat an die "schönen Zeiten" an - also an die Zeit, in der ich alkoholische Getränke des Geschmackes wegen und nicht wegen der WIRKUNG zu mir genommen habe. Mein Gehirn hat gelernt, dass das nicht dröhnt und erwartet es auch nicht ... Entsprechend verspüre ich auch nullkommanull Trigger!

    Bei mir kam nach der Zeit des Genusstrinkens die Zeit des Wirkungstrinkens - mein Gehrin hat also gelernt "Tankung = Wirkung". Dementsprechend hat es bei mir damals mit dem alkoholfreien Bier nicht funktioniert ("Verdammt - wo bleibt die Wirkung!?! Ich will was RIchtiges!") ...

    Ergo: "Und führe mich nicht in Versuchung ..."

    Das Erstgespräch dient dem Kennenlernen und Einschätzen der Person. Passt die/der direkt zu einer SHG oder muss zuerst Basiswissen vermittelt werden. ... Mir fehlte Basiswissen über die Abhängigkeit, was sich erst mit der Zeit ansammelte.

    nixweiss0 Klingt so, als ob man nicht eine Lehre anfangen darf, bevor man den Meister gemcht hat ...
    Sorry - kann ich nicht nachvollziehen. Da sucht jemand Wissen und Hilfe - und wird abgebügelt, weil ihm das Wissen fehlt :-\

    Ich versteh es nicht.

    Glücklicherweise gibt es im Jahr 2016 beinahe jedes Getränke ohne Umdrehungen.
    Fehlt noch WodkaZero.... ;)

    Also ICH als Süchtiger (auch wenn ich trocken bin) halte absolut NICHTS von sogenannten "alkohol-freien" Drinks:

    Wenn ich Bier/Wein trinke, dann weiss ich/mein Körper/mein Suchtgedächtnis, dass es gleich in der Rübe knallt. Wenn es aber nicht knallt, dann ist mein Süchtlingsgedächtnis sauer und frustriert - und ich bin es dann natürlich auch. Man sollte nicht unterschätzen, was im Kopf so dabei abgeht. Und da ich nicht frustiert sein will, greife ich dann höchstwahrscheinlich irgendwann zu einem richtigen Bier.
    Unabhängig davon, dass in den "alkfreien" trotzdem noch bis zu 0,5 % Alkohol enthalten sind (davon wird man nicht besoffen) - aber zumindest das alkfreie Bier sieht heutzutage nicht nur wie Bier aus, sondern schmeckt auch so. Nur wirkt es eben nicht so.
    Bei mir hat es damals nicht funktioniert - irgendwann habe ich dann doch ein richtiges getrunken. Und ich kenne genug Leute, bei denen das alkfreie Ersatz-Bier/-Wein der Anfang vom Rückfall war.

    Abgesehen davon: WodkaZero gibt's - mach mal den Wasserhahn auf (Wodka: russisch "Wässerchen") ;D

    Wer noch nicht vom Alkohol abhängig ist - für den sind diese alkfreien Getränke vielleicht durchaus eine Alternative. Bzw. ein ganz normales Getränk ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Ich bin vor ca. 8 Jahren ausgestiegen und ein großer Befürworter von SHG. Allerdings sind die AA nicht so mein Ding - vor allem wegen der Ausrichtung auf Monolog diese religiösen Rituale. Als orthodoxer Atheist ist das nichts für mich :)
    Das heisst nicht, dass ich nicht auch Gutes bei den AAs annehme - siehe z.Bsp. meine Signatur.

    Auch ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    Wenn ich wollte, könnte ich jederzeit ... aber ich will jetzt nicht.
    Und so werden Stunden, Tage, Wochen ... Monate und Jahre draus. ;)

    Ist wie mit dem Alkohol.

    Also, ich kenne etliche, die haben gerade mit dem Rauchen ein Problem - denen fiel der Ausstieg aus dem Alkohol wesentlich leichter als mit dem Rauchen aufzuhören. Da bist Du also nicht alleine mit diesem Problem, Pingu.
    Und gestern habe ich mit jemandem gesprochen, dem fiel es relativ leicht, von den Zigaretten, vom Dope und vom Heroin wegzukommen - nur der Teufel Alkohol provoziert ihn auch nach 20 Jahren Trockenheit immer noch.

    Ich habe, wie ich schon schrieb, auf meinen Elektro-Lutscher umgesattelt. Sollte mich wirklich der Jieper anfallen, kann ich den mit 3-4 Zügen befriedigen, ohne gleich den ganzen Dreck und Gestank und schlechten Geschmack zu haben (habe mir Liquid mit Menthol-Geschmack geholt) und die Umstände zu machen, einen Ort aufzusuchen, wo man rauchen darf. Und dann stecke ich das Ding wieder weg - mach das mal mit einer Zigarette ;D. Mittlerweile benutze ich es manchmal mehrere Tage lang nicht.

    Okay - nun weiss ich ja nicht, wieviel Zigaretten Du so täglich quarzt. Bei mir waren mal so ca. 10 Zigaretten/Tag. Heute ist es umgerechnet vielleicht 10 Zigaretten/Monat oder weniger. Und ich bin guter Hoffnung, den Elektro-Lutscher in absehbarer Zeit auch entsorgen zu können ...

    Nebeneffekt vom Dampfen ist auch, dass das Portemonnaie geschont wird ;)

    LG
    Greenfox

    Hallo, Jack, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum! :welcome:

    Und Glückwunsch zu Tag 40!

    Ich finde es sehr gut, dass Du Dir nicht nur Gedanken über Dein Trinkverhalten gemacht hast (hatte ich auch - schon lange vor meinem Ausstieg), sondern auch Konsequenzen gezogen hast.

    Mich würde interessieren, wie Du es angefangen hast: mit einer Entgiftung oder von "jetzt auf gleich" (kalter Entzug)? Wie ging es Dir dabei?
    Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht "Was mache ich wenn ..." das Verlangen kommt? ... mir Alkohol angeboten wird von Leuten, die mich sonst nur zugreifender Weise kennen (Dein Freund vom Alk-Fachgeschäft)? ... Du gefragt wirst, warum Du nix mehr trinkst (Weichei?)?

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein "Guten Morgen" und "Herzlich Willkommen" hier im Forum :welcome:

    Dieses "schön-reden" und Gründe finden, warum man/frau trinken MUSS - das gehört leider zur Krankheit/zum "Problem" dazu.
    Auch ich habe mir früher immer gesagt, dass ich doch kein Problem mit Alkohol habe. Bis ich für mich herausfand, dass das sogar stimmte: Ich hatte nur ein Problem OHNE Alkohol :(

    Ich bin noch nicht so weit, das medizinisch anzugehen, aber ich denke darüber nach. Ich denke, das ist ja auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Auch das Anmelden hier im Forum.... Für mich ein kleines Bekenntnis.

    Du hast Recht - das Anmelden hier im Forum ist schon mal ein kleiner Schritt. Aber da Du es ja offensichtlich nicht selbst bzw. alleine schaffst: Warum dann nicht Hilfe in Anspruch nehmen?
    Es muss ja nicht gleich medizinische sein. Aber vielleicht mal zu einer Suchtberatung gehen. Und keine Angst: Die Gespräche dort sind vertraulich! Aber dort kannst Du auch ersteinmal abklären, welche Möglichkeiten Du hast, ob und welche Selbsthilfegruppen (SHG) in Deiner Nähe sind und wann und wo die tagen ... In den SHG findest Du übrigens die wahren Profis - Betroffene, die schon einen/mehrere Schritte weiter sind wie Du und Dir somit erzählen können, wie sie es gemacht/geschafft haben.

    Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, auch mal hier oder in unsere Linksammlung reinzuschauen. Da findest Du noch mehr Tipps und Hinweise.

    Auch ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft und Erfolg auf Deinem weiteren Weg!

    Auf einen guten Austausch

    Greenfox


    Selbsthilfegruppen sind kein Allheilmittel
    Sie schützen nicht vor einem Rückfall! Denn sonst gäbe es ja keine Rückfälle mehr. Aber sie erleichtern den Kampf gegen die Sucht ungemein und helfen, einen Rückfall zu vermeiden. Sollte es doch einmal zu einem solchen Rückfall kommen –auch das geschieht leider hin und wieder -, kann man mit ihrer Hilfe wieder aufstehen und wieder weiter etwas gegen seine Sucht tun. Nichts tun hilft nicht!

    Ja, hat sich leider wieder bewahrheitet: Erst im April war ich bei einem Gruppenfreund, der einen Rückfall hatte, und habe ihn in einem Krankenhaus untergebracht.
    Nun hat es ihn wieder erwischt. Und leider lügt er sich und seiner Umwelt momentan die Hucke voll. So soll ich ihn heute in die Klinik gebracht haben ... dabei hat er noch nicht einmal mit mir telefoniert/gesprochen. Nur seine Frau hat sich bei mir gemeldet ...

    Aber momentan fühle ich mich selbst nicht in der Lage, in an die Hand zu nehmen und ihm zu helfen - so wie letztes Mal. Ich habe meine Tochter zu Besuch und habe selbst gerade genug um die Ohren ...


    Kap. 4: show me the way to the next entgiftung:
    ...
    Anmerkung: das Kapitel fand ich durch diese Sprachwahl nicht so gut, war mir schon fast zu wie soll ich sagen, übertrieben. Ich war auch weder in Entgiftung noch in LZT. Aber vom Hörensagen weiss ich, dass sich dort sehr unschöne sachen ereignen. Hier kennt sich der Autor aus. Der einzige Ort auf Erden, wo man schon beim Einchecken gefragt wird, ob man schon was aus der Minibar hatte. LOL.

    Sorry - aber man merkt, dass Du nicht bei einer Entgiftung warst. ICH habe leider mehrere hinter mir. Und ich bin immernoch des Öfteren auf Entgiftungsstationen - zum Glück aber nur zum Vorstellen meiner SHG ;)
    Meiner Erfahrung nach wird die Situation auf der Station locker dargestellt. Es geht (LEIDER) auch schlimmer.

    Dumme Sprüche habe ICH nicht zu hören bekommen. Aber ich stimme Brant zu - selbst wenn wäre es schnurzpiepegal.
    Freunde kann man sich zum Glück aussuchen - und auch wieder in den Wind schießen, wenn es keine sind.

    Das, was sich bei Dir abspielt ist nur "Kopfkino". Geh ins Krankenhaus und kümmere Dich da um den wichtigsten Menschen: um DICH!
    Dieses ganze Gelaber von wegen "die Krankenkasse könnte nicht bezahlen", "Die Leute könnten mich schief angucken" etc - dass sind alles nur "Einflüsterungen" der Sucht, die nicht will, dass Du sie als falschen besten Freund in den Wind schießen willst.

    Je offener du mit deiner Krankheit umgehst, desto einfacher wird es.
    Du hast (un)heimlich getrunken und willst heimlich geheilt werden, das wird schwierig werden.

    Das ist auch meine Erfahrung.
    ICH gehe sehr offen damit um. Ich habe von Anfang an allen reines Wasser eingeschenkt und gesagt "Ich bin Alkoholiker!. Ich bin trocken und möchte es bleiben!".
    Zum Thema "Heimlichkeit": als ich mich "outete" kamen des Öfteren auch Bemerkungen wie "Alter, das wurde aber auch Zeit!".
    Und wenn mir Fremde bei irgendwelchen Situationen auch bei zweimaliger Ablehnung immernoch "wenigstens EIN Gläschen" aufschwatzen wollen - wenn ich Ihnen sage, dass ich trockener Alkoholiker bin und das auch bleiben möchte (trocken!), dann bin ich sie los. Dann kommen keine dummen Sprüche mehr. Und ich brauche nicht irgendwelche Ausreden erfinden, in denen ich mich verheddern könnte.
    Und manchmal gibt es dann auch Gespräche über "Bekannte", die vermutlich auch ein Problem haben ...

    Sei ehrlich zu Dir selbst. Das ist die Hauptsache.

    Gruß
    Greenfox

    Dann würde es sogar keiner mitbekommen.......

    Sorry, aber meinst Du wirklich, dass es noch niemand ... nixweiss0 Hab ich früher auch mal gedacht. Die Realität sah anders aus.

    Und dass DU beim Ansprechen dieses Themas Deinem Mann gegenüber wie gelähmt bist, kann ich nachvollziehen. Wer sagt schon gerne: "Du - ich hab da ein Problem, dass ich nicht lösen kann." Vor allem, wenn man an sich selbst so hohe Ansprüche stellt:

    .....Ich habe noch nie versagt.....doch diesmal...... :(

    Du bist ein Mensch - und Menschen sind nunmal nicht unfehlbar, fehlerfrei.