Beiträge von Greenfox

    @Dietmar: Wow 44.

    Ich stimme Dir 100%ig zu und glaube, so hätte ich meine Gedanken nicht besser ausdrücken können.

    Man kann die Sucht und die Wege aus der Sucht nicht neu erfinden. Egal welchen Weg man wählt, man muss ihn selbst gehen. Niemand kann dabei getragen, bestenfalls begleitet werden. Aber gehen muss man diesen Weg selbst.

    Und die Konsequenzen seine Entscheidungen muß jeder Mensch selbst (er)tragen. Und auch keine Entscheidung zu treffen ist eine Entscheidung!

    Du musst mir gegenüber weder Dein Denken, die Art Deines Seins noch Deine Argumentation verteidigen!
    Wenn ich kontrovers zu Deinen Vorstellungen schreibe, so ist das ja nichts weiter wie mein Denken, meine Art und meine Argumentation.

    Du nimmst mir die Worte aus dem Mund - äh - der Tastatur ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Mae, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich selbst bin Betroffener/Alkoholiker und seit fast 9 Jahren trocken.

    das Schlimmste wäre, dass ich mit dem Mann den ich liebe, auch meine Zukunftsplanung verlieren würde. Ich würde also in ein Loch fallen. Das rauskrabbeln wäre schwierig.

    So sieht für Dich der schlimmste Fall aus, wenn Du Dein Wort hältst, konsequent bist - und ihn verlässt.
    Für mich wäre es das Szenario, wenn Du Dein Wort inkonsequenter Weise NICHT hältst, bei ihm bleibst und er weiter (und immer mehr) trinkt.


    Ich habe gerade zwei gute Sätze gelesen im Forum:

    "wenn Du weitertrinken willst, ist das DEIN Problem".
    "Wenn Du aufhören willst, ist es unseres."

    Erster Satz würde bedeuten: Ich bin dann mal weg - für immer. Zweiter Satz: Das Thema würde uns (auch mich) jahrelang weiter beschäftigen. Beides will ich nicht. Oder besser: Für eine der Varaianten kann ich mich nicht entscheiden.
    Und er würde sich für keine der Varianten entscheiden, denn er trinkt ja nicht ... und die paar Bier ...

    Irgendwie hast Du die Sätze vollkommen in den falschen Hals bekommen.
    Satz 1 bedeutet: Wenn Du weiter trinken willst, dann hast DU die Konsequenzen zu tragen - ICH werde Dich nicht bei Deiner Sucht unterstützen. Und zu den Konsequenzen KANN auch gehören, dass Du ihn verlässt (ob es für immer ist, liegt an ihm - und an Dir).

    Satz 2 bedeutet: Wenn Du aufhören willst, Hilfe annimmst und etwas dagegen unternimmst, werde ich Dich unterstützen.

    Also willst Du ihm gar nicht helfen? Dann wäre es doch konsequent, wenn Du ihn verlässt.
    Er hört nicht auf zu trinken? Dann wäre es doch konsequent, wenn Du ihn verlässt.

    Ich denke, es wäre gut für Dich, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu besuchen. Schau doch auch mal in unsere Linksammlung - dort findest Du auch noch etliche andere weiterführende Links und sehr hilfreiche Informationen.

    Hier im Forum sind auch noch etliche andere Angehörige, die Dir bestimmt auch Hilfestellung/Tipps geben können.

    Ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch!

    Greenfox


    Ich bin heute genau 4 Wochen trocken und das werde ich auch bleiben.

    Vermutlich muss ich auch was meine Ehe betrifft, endgültig kapitulieren.

    4 Wochen sind doch eine gute Hausnummer! 44.

    Ansonsten ist es genau das, was gemeint ist wenn man sagt, dass man den Suchtausstieg (bei uns ist es der Alkohol) nur FÜR SICH SELBST machen sollte - alles andere kann als zusätzliche Motivation "mitgenommen" werden: Auch wenn man nicht (mehr) trinkt, kann eine Ehe in die Brüche gehen (hab ich gerade durch), kann ein Betrieb Pleite gehen, kann man entlassen werden, kann man krank werden, kann man ...
    Aber: Nüchtern betrachtet kann man solche Situationen besser meistern!

    Ich wünsche Dir nur das Beste und drück die Daumen!

    Gruß
    Greenfox

    Warum sollte das nix mit saufen zu tun haben? Klar, nicht direkt - eher indirekt: Was habe ich früher bei derartigen Streitigkeiten (egal worüber) gemacht? Mir einen eingeholfen: um "runterzukommen" ...


    Hallo Stengel.
    ... Mein Eindruck ist, egal aus welcher Richtung sich hier jemand Dir nähert, blockst Du ab, und ja, es liest sich schon so, antwortest relativ gereizt und vehement auf Deiner Sichtweise beharrend zurück.
    Die will ich Dir nicht nehmen!
    Aber ich bin mir sehr sicher, dass Du mit dieser Sichtweise nicht so glücklich und zufrieden werden kannst, wie wir hier das definieren.

    Dem kann ich mich nur anschließen: Ich habe genau denselben Eindruck. Du beklagst nur, dass niemand zu Deinem Sohn kommt und ihm ständig auf die Nerven geht, dass er etwas ändern soll in seinem Leben - und er es wohl auch nicht tun würde.
    Wie unrealistisch diese Vorstellungen sind ...

    Dein Sohn ist ein eigenständig denkender Mensch (wie ich hoffe). Und Deinen Posts entnehme ich, dass Du bzw. Deine Familie ihm schon diverse Hände gereicht habt, ihm x Hilfsmöglichkeiten aufgezählt habt - er aber partout nicht zugreift/zugreifen will. Und aus Frust darüber pflückst Du teilweise unsere Antworten an Dich auseinander und reisst Sätze aus dem Zusammenhang, verdrehst en Sinn/die Zielrichtung und klammerst Dich an ein Wort, statt den ganzen Satz zu sehen:


    Hmm, hatte ich irgendetwas in dieser Art behauptet oder nur angedeutet?



    Siehe oben, in meiner Antwort an Greenfox.


    Oder wir rufen den Notarzt, wenn er in betrunkenem Zustand mal wieder Suizidäußerungen von sich gibt. Dann kommt er auch in eine psychiatrische Klinik. Ob das wirklich was bringt oder ob er am nächsten Tag beteuern würde, dass er das alles ja nicht ernst gemeint hat und in der Klinik nur erbost rummotzt, müsste man sehen. Kommt sicher auch darauf an, ob irgendwer vom Personal ihm vertrauenswürdig erscheint und natürlich darauf, in welchem psychischen Zustand er sich dann befindet. Manchmal tritt Weinerlichkeit und Ängstlichkeit zutage... dann könnte er offen sein für Gespräche.
    ...

    Da habe ich von Greenfox eine andere Einschätzung bekommen. ...


    Was willst Du denn noch?? Ihn zu seinem Glück prügeln? Glaub mir: auch das wird nicht funktionieren!

    Aus meiner Sicht hast Du Angst um Deinen Sohn (völlig legitim), weil dieser auf Grund seiner Sucht beratungsresistent ist.
    Und weil er das ist und sich einfach nicht helfen lassen will, "schlägst" Du hier um Dich ...

    :tml: Ich bin raus aus der Diskussion ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und auch von mir ein HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum! :welcome:

    Wegen alkoholisiertem Fahrradfahren wird ihm bestimmt kein „größerer Strafbefehl“ zugestellt. Allerdings wird das Wiedererlangen des Führerscheins in weite Ferne rücken.
    Aber deswegen in den Knast kommen, das glaube ich eher nicht.

    Hier muss ich Dietmar widersprechen: Ich gehe mal davon aus, dass dieses "alkoholisierte Fahrradfahren" mit einem Promillegehalt von >1,6 o/oo erfolgte - und das ist nunmal eine Straftat (§ 315c StGB), die wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft! Und solch ein Strafbefehl kann durchaus locker mehrere Hundert Euronen betragen. Sollte dieser Strafbefehl nicht bezahlt werden folgt ein Haftbefehl.

    Und Du hast ja schon den früheren Fall Deines Sohnes beschrieben.

    Ich will Dir mit diesen Ausführungen keine Angst einjagen, Stengel, sondern nur sagen, dass Du mit Deinen Befürchtungen Recht hast.
    Aber auch wenn Du die Mutter bist: den Strafbefehl und alle Rechnungen für ihn zu bezahlen halte ich für völlig falsch! Der "Junge" ist 30 Jahre alt, erwachsen und für sein Tun und Handeln selbst verantwortlich! So wie Du es beschreibst, hat es ja nichts mehr mit den "üblichen" Zuwendungen von Eltern für ihre Kinder zu tun, sondern handelt sich um massive Beträge.
    Co-Alkoholiker (Familienangehörige, Freunde) UNTERSTÜTZEN mit solchem Verhalten die Sucht des Betroffenen, da dieser ja absolut keinen Grund sieht, etwas ändern zu müssen - Ihr bezahlt doch schließlich für ihn, bügelt den von ihm verzapften Mist aus.

    Und - das Schlimmste daran ist, dass er Euch ebenfalls nach unten zieht, seelisch (und schlimmstenfalls auch finanziell) zerstört, Euch kaputt macht. Ich kann doch aus Deinen Posts die pure hilflose Verzweiflung herauslesen.

    Um auf den Titel dieses Threads zurückzukommen: Gefängnis und/oder Obdachlosigkeit sind für MANCHE eben noch nicht der Tiefstpunkt - so traurig sich das auch anhört und für die Angehörigen ist.
    Ich habe mich in meinen über 30 Dienstjahren bei der Polizei auch oft mit Obdachlosen unterhalten. Und es gibt eben auch welche, die wollen partout nicht vom Alkohol weg, um sich wieder aufzurappeln ...

    Polizei/Therapie: Bisher konnte ich leider bei allem, was sich mein Sohn alkoholbedingt geleistet hat oder wo er sich in Schwierigkeiten verwickelt hat, nur sehen, dass die Ordnungsgewalt in Form der Polizei auftrat. Es kam immer zu Geldbußen bzw. Geldstrafen. Um den Hintergrund des Fehlverhaltens kümmerte sich niemand. Ja, sicher, es gibt Suchtberatungsstellen. Aber die muss man selbst aufsuchen. (Wir Eltern waren schon dort... aber unser Sohn geht nicht hin.) Von der Polizei wird man dort nicht hingebracht. Warum sollte ich jetzt also annehmen, dass das beim aktuellen Strafverfahren, das - wie gezeigt - in einer Ersatzfreiheitsstrafe enden kann (und tatsächlich wird, wenn wir Eltern uns nicht kümmern und überweisen), anders wird und jemand bemerkt, dass dieser Mensch Hilfe braucht? Ich würde es gern glauben, aber ich sehe wirklich keinen Grund für diese Annahme.

    Richtig - es ist NICHT Aufgabe der Polizei, nun auch noch psychologisch tätig zu werden und die Leute zu überreden, doch bitte etwas gegen ihre Sucht zu tun! Sorry, aber wir haben schon genug andere Sachen um die Ohren. Und wenn jemand nicht will, dann will er eben nicht. Ansonsten wäre bei einer Zwangseinweisung ja wieder das Geschrei von wegen Willkür und Polizeistaat groß.
    Und wenn jemand nicht will, dann will er nicht. Ich habe auch schon genug Leute erlebt, die auf Grund von richterlichen Beschlüssen bei einer Therapie waren (Therapie statt Knast) und/oder bei uns in der SHG waren, um die Knastzeit abzukürzen, den Führerschein wiederzubekommen (MPU) oder aus anderen, ihnen von außen aufoktruierten Gründen - und sobald sie ihr Ziel erreicht hatten, ging die Sauferei sofort wieder los! Sie wollten eben nicht!
    Natürlich gibt es auch Fälle, die "zwangsweise" zu Therapie/SHG kamen - und dann selbst merkten, dass bei ihnen etwas schief läuft und eine Änderung selbst wollten. Die dann an sich arbeiteten und trocken/clean wurden.

    Also bitte nicht den "Schwarzen Peter" der Polizei und/oder Justiz, dem Staat oder sonstwem zuschieben! Hilfsmöglichkeiten gibt es viele - zugreifen muss der/die Betroffene selbst!

    Als Letztes noch:

    Bin ich zu pessimistisch? Von der Rechtspflegerin habe ich auch nichts in der Richtung gehört, dass sich einer nach Erhalt des Strafbefehls melden könnte und sagen könnte, ja, aber es geht mir so dreckig... ich komme nicht weg von meiner Sucht... ich habe keinen Cent mehr... bitte erlassen Sie mir das... ich suche dann auch Hilfe. Nee, es klang ganz eindeutig nach: Strafbefehl ist Strafbefehl und wer die Geldstrafe nicht zahlt, muss mit den nacheinander eintretenden Konsequenzen leben. Es gibt auch die Möglichkeiten, die Geldstrafe bzw. die Ersatzfreiheitsstrafe in gemeinnützige Arbeit umwandeln zu lassen, aber auch das muss man rechtzeitig beantragen und dann natürlich regelmäßig diese Sozialstunden ableisten. Das fände ich prinzipiell wirklich sinnvoll, doch so wie mein Sohn jetzt drauf ist, muss ich eher annehmen, dass er die gemeinnützigen Arbeitszeiten nicht regelmäßig einhalten würde/könnte und dann doch die Freiheitsstrafe einträte.

    Auch wenn Du von der Rechtspflegerin nichts gehört hast (Sorry, aber woher hast Du dann eben genau die Auskunft bekommen, dass man Geldstrafe in Sozialstunden umwandeln kann??) - die Möglichkeit gibt es durchaus. Solche Leute habe ich durchaus kennengelernt, die es auf diese Weise getan haben.
    Aber Du hast es auch selbst geschrieben: Dafür muss sich derjenige auch selbst bewegen und es rechtzeitig beantragen! Und diese Möglichkeit gibt es natürlich auch nicht unbegrenzt und immer wieder.

    Bitte nicht die Verantwortung auf Andere schieben - und schon gar nicht immer wieder selbst übernehmen!
    Damit ist Deinem Sohn UND Euch als Eltern nicht geholfen.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Chelsea, und auch von mir HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Vieles von dem, was Du schreibst, kenne ich nur zu gut. Ich bin auch Alkoholiker, seit 2008 trocken.
    Vor allem diesen Teufelskreis aus "übergroße Scham, weil man getrunken hat - trinken, um die Scham zu betäuben - übergroße Scham ... usw" (das ist jetzt natürlich SEHR vereinfacht).

    Und von daher kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen:

    Wie gesagt: Alles Ratschläge, die aus leidvoller Erfahrung selbst entstanden sind!

    Aber da gibt es auch noch die psychische Erkrankung durch Alkohol. Und die dauert bekannterweise sehr viel länger, wie der körperliche Entzug. Manche behaupten sogar, nicht zu Unrecht, dass die psychische Auf- und Abarbeitung der Sucht ein Leben lang andauert.

    Was hast Du dafür schon für Dich getan.
    Stichworte: Suchtberatung, Selbsthilfegruppe, Therapie ….

    Für mich ist (nach der ärztlichen Unterstützung) vor allem das Thema Selbsthilfegruppe wichtig, da diese MIR unheimlich viel geholfen haben. Dort trifft man Menschen, die das gleiche bzw. zumindest ähnliches Schicksal wie man selbst hat haben. Dort wird man nicht abschätzig angeschaut, weil man Alkoholiker ist. Sämtliche Varianten von Entzugserscheinungen (Trockenkotzen, Zittern, Schwitzen, Krampfanfälle und was es nicht noch alles gibt) sind bekannt. Vor allem aber gibt es dort ERFAHRUNGEN, wie man aus dieser Sucht aussteigen kann, welche Hilfen man in Anspruch nehmen, welche Strategien man sich zurechtlegen kann. Wer will (und kann), kann dort von seinen Problemen erzählen und sich so psychisch entlasten ...

    Abschließend von mir noch 44. , dass Du es von alleine angegangen bist und bis heute geschafft hast!!
    Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt - und den hast Du getan!

    Auf einen guten Austausch!

    Greenfox

    Was Du aber verhindern kannst, wenn Du Dich gesund und „gesund egoistisch“ abgrenzt, das ist, dass Du mit abstürzt und mit krank wirst.

    44. Yepp - so ist es!

    Die Idee, ihn außerhalb unserer Wohnung trinken zu lassen, klingt sehr verlockend.
    Das muss ich mal in Ruhe überdenken. Ich möchte mir eigentlich auch nicht antun, aus meinem geliebten Zuhause zu flüchten.

    Das musst Du Dir auch nicht antun.
    Nicht umsonst wird schon seit Jahren zum Beispiel in Fällen der Häuslichen Gewalt nicht mehr die Frau zu ihrem Schutz aus der Wohnung geholt und in ein Frauenhaus gebracht, sondern der Mann für mehrere Tage aus der Wohnung verwiesen/geschmissen! (Btw: Es gibt auch Fälle, da ist die Frau der Aggressor - da ist es dann natürlich umgekehrt! Darüber wird nur nicht/selten geredet.)

    Hallo und auch von mir Willkommen hier im Forum!

    irgendwie komm ich nicht dahinter wie ich dir ein PN schreiben kann... ???

    Das geht nur bei Vollmitgliedern. Aber wenn Du einverstanden bist, kann Dietmar dir ja eine Email an deine private Emailadresse schicken (falls er die nicht in deinem Profil sehen kann, kann ich sie ihm ja übermitteln ...)

    Gruß
    Greenfox

    Ich noch mal ...

    Es geht jetzt um Dich, und Du bist hier und suchst nach Hilfe für Dich.

    Da hat Dietmar absolut recht!
    Meine Fragen/Ausführungen waren zum Einen rein Interessehalber. Zum Anderen möchte ich Dir aber auch ein paar Aspekte der Sucht aufzeigen. Selten (mir ist kein Fall bekannt, hat aber nix zu heissen) verhält sich ein Suchtkranker so, um seine Umwelt, seine Angehörigen/Freunde zu ärgern - er/sie verhält sich vielmehr so, um weiter sein /e Suchtmittel zu konsumieren. Und das möglichst ungestört.

    Er belügt Dich also nicht, weil er Dir etwas Böses will - sondern weil er nicht will, dass Du ihm sein "Spielzeug" wegnimmst (mal harmlos ausgedrückt).

    Am besten hilfst Du ihm (und Dir!), indem Du ihm NICHT hilfst, sondern Dich um DICH und DEIN Wohlergehen kümmerst.
    Hier kannst Du es besser nachlesen, als ich es ausdrücken kann.

    So, nu reicht's aber erstmal ...

    Gruß
    Greenfox

    Danke für Deine Ausführungen.
    Ich möchte aber noch mal kurz nachfragen: Wie ordnest Du seine psychischen Probleme zeitlich ein - bevor er anfing zu trinken oder begannen diese danach?

    Denn oft sind derartige Probleme das Ergebnis des Alkoholmißbrauchs und verschwinden oft wieder, wenn derjenige mit dem Trinken aufhört (war z.Bsp bei mir so). Es gibt aber auch viele Menschen, die benutzen irgendwann den Alkohol, um die psychischen Probleme (Depressionen, Zwangsstörungen u.ä.) zu ertragen, diese zu betäuben und rutschen dadurch - zusätzlich zu diesen Problemen - auch noch in die Sucht.

    Ansonsten finde ich es schon mal gut, dass der Freund überhaupt soweit zu ihm vorgedrungen ist, dass er einen Therapieplatz angetreten hat! Ich glaube, ICH hätte mich damals vehement dagegen verwehrt.
    Okay, was er in der Therapie macht und inwieweit er sich darauf einlässt - das steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber vielleicht hilft es ja trotzdem dabei,einen mentalen Schalter bei ihm umzulegen.
    Ich persönlich bin auch erst durch eine (von meinem Arbeitgeber) aufgezwungene Teilnahme an einer therapieähnlichen Gruppe im Laufe der Zeit, vor allem durch die ständigen Gespräche mit anderen Betroffenen, zu der Einsicht gekommen, dass ich Alkoholprobleme haben könnte ... habe ... ich Alkoholiker bin. Und erst DANN (nach dieser Einsicht) konnte ich dagegen etwas tun, aktiv werden. Davor hätte und habe ich mich "mit Händen und Füßen" gewehrt.

    Ich drück Euch beiden die Daumen!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Lilly, und Herzlich Willkommen hier im Forum! :welcome:

    Auch als Betroffener wünsche ich Dir/uns einen guten Austausch! Hier findest Du etliche Angehörige, mit denen Du Dich austauschen und vielleicht von deren Erfahrungen profitieren kannst. Aber vielleicht kannst Du ja auch von uns Betroffenen ein paar Aspekte erfahren, die Dir helfen können.

    Ans Herz legen möchte ich Dir auch unsere Linksammlung.

    Aber lies Dich erst einmal ein wenig ein und schmöker Dich hier durch.

    Gruß
    Greenfox


    Bei mir war es ähnlich wie bei Dir. Es fiel mir relativ einfach nichts mehr zu trinken und ich hatte kaum Saufdruck. Nicht falsch verstehen: Ich hatte vorher jahrelang versucht irgendwie aufzuhören und es wurden nur Trinkpausen daraus. Auch nach Monaten wurde ich wieder rückfällig. Erst bei meinen (jetzt hoffentlich letzten) Versuch war es ganz anders und konnte es dauerhaft schaffen (sind jetzt schon ein paar Jahre). Und der große Saufdruck blieb tatsächlich im Großen und Ganzen aus.

    Was war anders? Erst mal wollte ich es dieses Mal unbedingt schaffen. Aber ich wollte es auch unbedingt aufarbeiten. Und damit fing ich eigentlich sofort an. In den ersten Wochen meiner Trockenheit war ich abwechelnd in SHG, Psychologen und bei weiteren Maßnahmen. Und habe ganz viel Zeit mit mir selbst verbracht. Denkend verbracht, aufarbeitend verbracht um das, was ich mir da so erdacht habe dann anschließend wieder mit jemanden zu besprechen. Daraus resultierend, dass ich mein Leben richtig umgekrempelt habe. Das war eine Erkenntnis aus meiner Aufarbeitung.

    Hey - Du sollst doch nicht aus MEINER Vita zitieren ;)

    Ich habe schon desöfteren gemerkt, dass bei Dir vieles gleich/ähnlich verlaufen ist wie bei mir. Deshalb möchte ich betonen: Gerchla und ich sind UNTERSCHIEDLICHE Personen ;D

    Gruß
    Greenfox

    Aufgehört habe ich deswegen nie - ich fand ein neues Ziel...

    :-[ Kenne ich (leider) auch zur Genüge ...

    Wie gesagt, Ziele sind gut und wichtig. Ich habe aber gelernt, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben einfach tun muss.

    Ich vergleiche das mit dem morgendlichen Wecker: Wenn man sofort aufsteht - allet jut. Aber wehe, man lässt den Kopf nochmal sinken - "Gleich, nur noch eine Minute ..." heisst oft genug dann "Sch... - verschlafen!"

    Ich bin kein Psychologe aber ich denke, dass "neben" dem Alkohol auch noch das von Dir Erlebte mit Deiner Mama und Deinem Stiefvater auf Aufarbeitung wartet. Was absolut verständlich ist denn Du hast hier ja wirklich Extremes erlebt und geleistet.

    Dem kann ich nur zustimmen!

    Wollte ich eigentlich auch vorhin ansprechen, aber da ich momentan beim Schreiben stark gehandicapt bin, ist es mir untergegangen.
    Das ist ein sehr wichtiger Aspekt - denn einfach "nur" den Alk weglassen hilft nicht besonders gut/lange ...