Beiträge von proky

    Hallo liebe Claudia...


    ...und willkommen bei uns im Forum :welcome:


    leider bin ich immer wieder rückfällig geworden.

    ...und trotzdem immer wieder aufgestanden! Du gibst Dich nicht auf! Alleine schon, dass Du Dich hier im Forum angemeldet hast und Du ehrlich schreibst, zeugt davon!

    Du weißt ja selbst aufgrund Deiner früheren Therapien: Über kurz oder lang wirst Du wieder erneut Therapien machen müssen.

    Auch eine analoge SHG, parallel zu der digitalen SHG ist ist zudem immer hilfreich! Und was grundsätzlich nie verkehrt ist, bei immer wieder kehrenden Rückfällen: eine Psychotherapie um Ursachen zu erkennen und stillzulegen.


    Lass Dich aber davon nicht entmutigen - alles zu seiner Zeit! Erstmal schön das Du da bist hier bei uns!

    Bestimmt wird es Dir erstmal helfen wenn Du schreibst, über Dich, Dein Leben, Deine Gedanken, Deine Gefühle...

    Nur zu 44.

    LG

    Proky

    Dann habe ich ja sehr gut vermutet Heiko.

    Durch Deine Antworten ist auch schon ein viel klareres Bild der Situation entstanden.

    Es ist sozusagen ein Problem im Doppelpack:

    Zum einen Dein Vater der trinkt...

    ...zum anderen Deine Mutter die die nicht nur die Augen vor der Realität verschließt, sondern auch aggressiv alles tut um diese nicht zu öffnen...


    So komisch es klingen mag, meiner Meinung nach ist nach aktueller Lage weniger Dein Vater das Problem, als vielmehr Deine Mutter.

    Denn das was Du bislang über Deinen Vater schreibst, liest sich für mich so, dass er der introvertierte Typ ist - zumindest was die Ehe angeht, während Deine Mutter alles dransetzt um die (scheinheilige) Fassade aufrecht zu erhalten, mit allen Mitteln.

    Mich persönlich würde es demnach auch nicht wundern, wenn Du jetzt schreibst, dass es Deine Mutter ist, die die Hosen in der Ehe an hat...?

    Wie gesagt, ein Problem im Doppelpack. Und sofern Dein Vater weder die Erkenntnis seines Alkoholproblems hat, noch den Dickschädel sich gegenüber Deiner Mutter damit durch zu setzten - no way for you nixweiss0

    Von der Sache her, müsste Deine Mutter auch eine Therapie machen, nicht nur um die Realität anerkennen zu können, alleine auch schon um einen ihrer fatalen vermeintlichen Glaubenssätze zu überdenken: "Akademiker sind perfekte Menschen".

    Nur, auch sie muss das wollen. Genauso wie Dein Vater es wollen muss. Und da Du beide nicht erreichen wirst, bleibt Dir quasi nur eines übrig:

    Bleib wenigstens Du in der Realität. Schütze Dich selbst und Deine Frau, ebenso Eure (zukünftigen) Kinder!

    Sich schützen muss jetzt nicht gleich zwangläufig Kontaktabbruch bedeuten oder die Kinder vorenthalten...

    ...schützen kann bedeuten: "Ich spiele Euer Spiel nicht mit. Ich unterstütze Eure Scheinwelt nicht, ich unterstütze Eure falsche Fassade nicht! Ich teile Eure Ansichten über das Leben nicht!"


    Trotzdem plagt mich das Gefühl, noch nicht genug getan zu haben.

    Du hast genug getan für Deine Eltern Heiko! Sie sind erwachsen und nach wie vor für Ihr Leben selbst verantwortlich, Du bist nicht ihrer Vormund und hast auch keine Bringschuld nur weil Du der Sohn bist!

    Du hast Dein Bestes gegen, beißt aber bei beiden auf Granit - nun trete einen Schritt zurück und schütze Dich...

    Grüß Dich lieber Frank,

    und willkommen bei uns im Forum :welcome:

    Proky, 41 Jahre alt, trocken seit 14 Jahren.

    In weiten Teilen Deiner Geschichte, habe ich mich selbst erkannt. Beinahe wollte ich Dich schon wegen Verletzung der Urheberrechte verklagen :lach: :lach: :lach: laugh2 laugh2 laugh2

    Aber mal ernsthaft:

    Auch ich habe größtenteils "nur" Bier getrunken. Auch nicht mal sonderlich viel, ähnlich wie bei Dir. Werktags, Abend zwischen 3-5...
    Ich hatte eine geregelte Arbeit der ich nachgekommen bin, Führerschein, Beziehung...

    Und dennoch: Ich wusste ja selber, dass ich zuviel Alkohol trinke, denn da waren die Wochenenden wo ich mich nur noch sinnlos wegballerte und ich wollte nur noch so schnell wie möglich auf Pegel kommen und so kam in der Schlussphase meiner Karriere der Schnaps hinzu...

    Merkst Du was? Dosissteigerung. ;) Schnaps hatte ich nämlich vorher immer weggelassen auf einmal war er da...

    Wie dem auch sein, mit 27 Jahren schaffte ich den Absprung, ganz ohne Entgiftung, denn ich hatte das Glück (noch!!!) nicht körperlich abhängig zu sein! Auch ersparte ich mir die Langzeittherapie. Stattdessen therapierte ich mich selber, indem ich die Suchtfibel im Selbststudium durcharbeitete und meine SHG regelmäßig besuchte.

    Alleine schon mit diesem Werdegang unterscheide ich mich von den meißten Alkoholikern! Wie geschrieben, als ich aufhörte war ich 27 Jahre alt. Die allerwenigsten Alkoholiker hören in diesem Alter mit dem saufen auf! Ich war lediglich "nur" psychisch abhängig. Andere in vergleichbarer Situation pflegen eher ihr Selbstbetrugsgebäude weiter, als den Ausstieg zu machen!
    Und last but not least: Ich besuchte sogar in den ersten beiden Jahren meiner Abstinenz regelmäßig meine Sauforte (sprich Kneipen) ohne dabei rückfällig zu werden! Eigentlich ein No-Go in der klassischen Abstinenzbewegung!

    Bin ich jetzt ein Alkoholiker, bzw war ich ein Alkoholiker?

    Ja ich war es bzw ich bin ein trockener Alkoholiker!

    Denn durch die Suchtfibel und durch meine SHG-Besuche werde mir sehr schnell klar (gemacht), dass sich die Spirale immer weiter abwärts dreht! Nimm mein Schnapsbeispiel - vorher nichts bzw kaum - am Schluss hab ich hingelangt, weil ich so schnell wie möglich auf Pegel kommen wollte. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis durch die Toleranzwirkung bzw -angleichung des Körpers, der Stoffwechsel nach einer höheren Dosis Alk verlangt nur um die gleiche Wirkung zu erziehlen.

    Ich gebe Dir Brief und Siegel lieber Frank, bei Dir wäre genau das gleiche passiert wenn Du weiter gesoffen hättest. Die Menge an Bier wäre gestiegen, irgendwann hätte das Bier in der Quantität nicht mehr ausgereicht, dann wäre ebenso der Schnaps hinzugekommen bei Dir!

    Wie? Du glaubst mir nicht? ;) Warum hast Du dann damals das saufen nicht sein lassen? Warum musstest Du dann das Bier von der Tanke heranschaffen, noch dazu wie Du schreibst am Schluss in immer größeren Mengen?
    Wie oft hast Du Dir damals vorgenommen "Kontrolliert zu trinken"? Und wie oft hast Du die Kontrolle verloren?

    Übrigens sind das die exakt gleichen Fragen die mir mein Mentor in meiner SHG stellte, als bei mir Zweifel aufkamen... ;)


    Zweifel und hinterfragen der eigenen Alkoholsucht...

    Immer wieder in all den 14 Jahren kam dieses Thema in meinem Kopf auf. Auch ich stellte mir ca 1x pro Jahr die Frage, bin ich wirklich ein Alkoholiker? Ich war doch "nur" psychisch" abhängig... Könnte ich nicht wieder doch...?

    Wie gesagt lieber Frank und Du siehst: Diese Fragen kommen immer wieder mal hoch. Meiner Meinung nach ist das normal. Denn als vitale Lebewesen mit einem Körper, einem Geist und einer Seele sollen wir uns ja selbst in Frage, unser Leben unsere Lebensumstände stellen eben damit wir uns weiter entwickeln können, dass nennt man Evolution.

    Was ich damit sagen will lieber Frank: Du bist nicht verrückt oder komisch, nur weil Du Deine Krankheit/Sucht hinterfragst! Es ist normal und gehört zum Leben dazu wenn man Systeme, sein Leben, seine Umstände überprüft.

    Bin ich nun ein Alkoholiker?

    Definitiv ja! Laut Definition ist ein Alkoholiker ein Mensch der sein Trinkverhalten nicht mehr steuern kann.

    Ab wann kann ein Mensch sein Trinkverhalten nicht mehr steuern?

    Ab dem Zeitpunkt wo er UNBEWUSST glaubt er braucht den Alkohol in seinem Leben! Denn ab da beginnt, ganz unbewusst, der zwanghafte Konsum - auch Alphaalkoholismus genannt! (i.d.R. ganz lange vor der körperlichen Abhängigkeit)

    Und genau dieses UNBEWUSSTE ist es, was es unmöglich macht eine klar definierte Grenze zu ziehen zwischen dem Alkoholmissbrauch und der Alkoholabhängigkeit. Denn es ist aus medizinischer Sicht vollkommen unmöglich einen klaren Punkt zu definieren ab wann das menschliche Unterbewusstsein umschaltet auf Verlangen.

    Mit anderen Worten:

    Ich bin ein (trockener Alpha-) Alkoholiker - Du bist ein (trockener Alpha-) Alkoholiker. (Ich unterstelle Dir jetzt einfach mal Alpha gewesen zu sein, i.d.R. waren das die meißten beim Beginn ihrer ungesunden "Karriere")

    Frage:

    Warum ist ein Alphaalkoholiker (oder ein Betaalkoholiker) kein "richtiger" Alkoholiker gegenüber eines Gamma- oder Deltaalkoholiker?

    Alpha, Beta, Gamma, Delta (Epsilon) - alle haben sie den gleichen Anhang: Alkoholiker!

    Du und ich, Wir zwei haben halt früher den Absprung geschafft und wurden eben nicht mit Verdränung und Verleumdnung von der Abwärtsspirale weiter in die Tiefe zum Gammaalkoholismus (Spiegeltrinken) gezogen!

    Macht uns beide das zu besseren Menschen? Nein gewiss nicht! Wir haben lediglich nur die Warnzeichen früher Ernst genommen!

    Ist der Gamma- oder Deltaalkoholiker bedauernswerter als Du und ich? Nein gewiss nicht. Denn er wollte nur die Realität nicht wahrhaben. Er mag vielleicht mehr Hilfe und Fürsorge brauchen als wir - wobei das auch eine Fall zu Fall Entscheidung ist - aber deswegen ist er kein Alkoholiker first claas.

    Und jeder Alkoholiker der es geschafft hat trocken zu werden und zu bleiben verdient Anerkennung und Respekt!


    Zu Deinem "Kollegen": Gegenfrage, warum hat er denn nicht aufgehört als er noch ein Alpha-/Betaalkoholiker war? Denn er hat definitiv nicht als Gammaalkoholiker angefangen, dass schafft niemand, dass ist unmöglich!!!

    ER hatte auch die Chance früh auszusteigen und dadruch sein körperliches und seelisches Leiden erheblich zu verkürzen Warum er es nicht getan hat, diese Frage kann er beantworten?


    Die nächste Frage:

    Möchtest Du, möchte ich, wieder zurück zu den alten Zeiten vor die Abstinenz?

    Ich für mich sage: Nein, will ich nicht!

    Vielleicht ist es ja für mich möglich, aufgrund das ich "nur" psychisch abhängig war und ich mich in den 14 Jahren auch psychisch weiterentwickelt und verbessert habe, dass ich in der Tat "kontrolliert/moderat" wieder trinken könnte...

    ...aaaaaber: Was habe ich davon? Ich nehme freiwillig ein Zellgift ein, vergifte mich quasi freiwillig und erhöhe gleichzeitig das Risiko, wie schon einmal, erneut die Kontrolle über mein Trinkverhalten zu verlieren, nur um dann wieder und noch tiefer in einer Krankheit drin zu stecken, erneut das Risko eines körperlichen und vor allem sozialen Abstiegs erneut einzugehen und das alles nur wegen eines anderen Geschmacks mit berauschender Wirkung?

    Nein, dass Risiko ist mir eindeutig zu hoch!

    Dazu kommt noch, ich möchte gesund leben. Es reicht doch schon der ganze undeklarierte Alkohol in Lebensmitteln den ich täglich und teilweise unbewusst zu mir nehme. (Nebst anderen Giftstoffen)
    Warum sollte ich dann freiwillig diese Dosis an Gift erhöhen?


    Ich weiß lieber Frank, ich habe sehr viel geschrieben. Ich hoffe Dich ein wenig inspirieren zu können.

    Bleib bei uns im Forum und lass uns weiterhin an Deinen Gedanken teilhaben. 44.

    LG

    Proky

    Viele Dinge habe ich lange Zeit nicht verstanden. Zum Beispiel habe ich mich gefragt, warum mein Vater so absolut antriebslos und gleichgültig ist. Beruflich ist er recht weit gekommen und dahinter steckt mit Sicherheit auch viel Leistung. Gleichzeitig ließ er dann zu Hause alles liegen und es schien ihm alles egal zu sein, was er einmal aufgebaut hat. Diesen Widerspruch kann ich mir irgendwie nicht erklären. Zum Beispiel kam es oft dazu, dass er Rechnungen nicht bezahlte. Mehrfach kam es sogar zu Zwangsvollstreckungen und hier ging es nie um große Beträge und das Problem war auch nicht, dass dafür kein Geld dagewesen wäre. Es war schlichtweg der fehlende Antrieb, die Überweisung auszufüllen.

    Lieber Heiko,

    letztendlich kann Dir diese Antworten nur Dein Vater liefern, aber eben nur wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

    1. Er muss hierzu mit dem saufen aufhören, sich in eine Alkoholtherapie begeben

    und 2. Anahnd einer darauffolgenden Psychotherapie muss er die Ursachen für Seine Sucht erforschen. Seine Glaubenssätze, seine Grundannahmen (beides Begriffe aus der Psychologie), sie anerkennen und an ihnen arbeiten.

    Dann lieber Heiko, hättest Du eine Chance von ihm zu erfahren warum es soweit gekommen ist.

    Ich will Dich aber nicht ohne wirkliche Antwort weg schicken und erlaube mir daher eine Vermutung anzustellen:

    Du schreibst, dass Dein Vater beruflich sehr erfolgreich war/ist. Von daher wird er auch den Großteil seiner Energie auf den Beruf und den beruflichen Erfolg eingesetzt haben.
    Privat, außerhalb seines Berufslebens, wird er, so wie jeder Mensch, versucht haben seine Akkus so schnell wie möglich aufzuladen um wieder Energie für den Job zu haben und um erfolgreich sein zu können.
    Irgendwann wird er mal erkannt haben und vermutlich unbewusst erkannt haben (jedenfalls war es bei mir so) das ihm Alkohol diese nötige Energie bringt.
    Zudem hat er ja eine treusorgende Frau, die sich um Haus, Kinder etc kümmert, er also nur im geringen Maße Pflichten und Verantwortung daheim übernehmen muss - und peng, schon ist der Startpunkt zur Sucht gesetzt, lange bevor sie sich körperlich und psychisch nach außen zeigt!
    Als die Droge Alkohol begonnen hat Deinen Vater psychisch fester in den Griff zu nehmen, sprich mehr Alkohol um die gewünschte Wirkung zu erreichen, mehr Zeit um sich vom Rausch zu erholen, griffen dann von Zeit zur Zeit ganz langsam und immer mehr die Mechanismen um die altgewohnte Alltagsbewältigung aufrecht zu erhalten.

    Dein Vater hat sich vermutlich gedacht: Hauptsache im Job erfolgreich sein, ganz gleich wie. Und um im Job erfolgreich sein zu können muss ich ausgeruht sein und um ausgeruht zu sein, muss ich trinken.
    Da darf dann schon mal eine Rechnung vergessen werden oder ich das ganze Wochenende im Bett verbringen etc...

    So rutschte Dein Vater langsam aber stetig immer weiter ab. Er erkannte nicht bzw er erkennt ja bis heute nicht, dass er durch sein Verhalten in erster Linie sich selbst, in zweiter Linie seine Familie zerstört.

    Warum erkennt er das nicht? Mit dieser Frage kommt nun die Psychologie ins Spiel und die o.g. Glaubenssätze und Grundannahmen.

    Da sind die Fragen zum einen, wie denkt er über sich selbst?

    Mögliche Beispiele:

    - ich muss stets beruflich erfolgreich sein. Wenn ich das nicht bin, dann bin ich ein Versager.
    - Niemals darf ich Schwäche zeigen vor nichts und niemanden
    - Ein Mann hat stark zu sein
    - Echte Männer trinken Bier
    ...

    Das sind Grundannahmen und Glaubenssätze die i.d.R. über das (sein) Elternhaus vermittelt werden, dass soziale Umfeld, die Epoche in der er aufgewachsen ist...

    Nur er selbst kann diese erkennen und verändern, aber dazu bedarf er die Hilfe eines Psychotherapeuten (oder wenigstens den Willen im Selbststudium, z.B. Bücher lesen sich damit auseinander zu setzen) und um einen Psychotherapeuten zu bekommen (oder das Selbststudium) dazu muss er erstmal trocken werden.

    Ich weiß mein lieber Heiko, es ist eine traurige Geschichte und ein Teufelskreis. Aber vielleicht eine mögliche Antwort auf Deine Frage, zumindest aber ein Denkanstoß zu welchen Werten und Prioritäten dein Vater erzogen worden ist. Vielleicht findest Du da Antworten.

    Wie schon gesagt, wollen muss Dein Vater schon selber. Er braucht die Selbsteinsicht und die Energie etwas dagegen zu unternehmen.

    Gleichzeitig bin ich hin und her gerissen, was meine Mutter betrifft. Auf der einen Seite ist da eine Menge Wut. Zum einen darüber, dass sie alles verleugnet, das Problem damit noch verschärft und nicht sehen will, welche Probleme aus dem ganzen Thema noch alle erwachsen (z.B. der Konflikt mit mir und meiner Frau) Lieber konstruiert sie völlig abwegige Sachverhalte, lügt und verleumdet unter anderem mich.


    Bei Deiner Mutter das gleiche psychologische Spiel und Fragen:

    Wie wurde sie erzogen, zu welchen Werten und Prioritäten?

    Auch heute noch und bei der Generation Deiner Mutter erst Recht, werden Mädchen zu folgenden Glaubenssätzen erzogen und verinnerlichen dies später als Frauen:

    - Egal was ist, steh zu Deinem Mann
    - Die Nachbarschaft, dass Umfeld etc hat stets und immer nur die Familie von der Besten Seite zu sehen zu bekommen
    - Bloß keinen Vorwand für Tratsch liefern
    - Bloß keine Schwächen zeigen
    - Es gibt keine Schwächen in unserer Familie
    - wenn ich versage, versagt die Familie

    das könnte dann zu folgender Grundannahme führen:

    - ich bin ein schlechter Mensch weil ich versagt habe


    Auch hier lieber Heiko, dass sind nur Vermutungen meinerseits. Allerdings spricht vieles für diese Vermutung, weil dieses Bild (leider) großteils immer noch Gang und Gäbe ist.

    Von daher ist Deine Frau ist für Deine Mutter das Beste Alibi was sie in dieser Situation bekommen kann, nämlich zum einen zu den Nachbarn:

    Schaut her, was meine böse Schwiegertochter gemacht hat. Mein Sohn ist fort, darum bin ich Schwach (nicht ich bin schuld an meiner Schwäche sondern jemand anderes) deswegen kann ich mich um nichts mehr kümmern, mein Mann ist traurig darüber, deswegen trinkt der Arme ja (denn das alte Lügengebäude, niemand soll Vaters Alkoholkrankheit mitbekommen, ist durch Deinen Weggang nicht mehr aufrecht zu erhalten und somit muss ein Neues kreiert werden).

    Nicht ich bin an der Situation Schuld ( und somit kann ich auch nicht versagt haben und wenn ich nicht versagt habe, dann kann ich kein schlechter Mensch sein) Deswegen: Meine/unsere Schwiegertochter ist am allem Schuld!

    Das ist das neue und selbstverständlich falsche Lügengebäude Deiner Eltern!

    So möchte ich Dir als Laie psychologische Mechanismen erklären.

    Das eigentlich schlimme daran für Dich ist lieber Heiko:

    Du und Deine Frau, ihr werdet fassungslos und untätig dabei zu sehen müssen, wie Deine Eltern auch in diesem Lügengebäude leben.

    So zumindest ist die traurige und sachliche Realität!

    Gibt es in Euren Wohnort oder in der näheren Umgebung eine analoge SHG, wie Guttempler (war jahrelang die meinige), Blaues Kreuz, Freundeskreis, Caritas...?

    Wendet Euch auch an die um mit realen Menschen sprechen zu können.

    Wie denkst Du über meine Thesen lieber Heiko, wie wirkt es auf Dich?

    Grüß Dich liebe Kassiopeia,

    willkommen bei uns im Forum :welcome:

    Ich bin Proky, 41, trocken seit knapp 14 Jahren, somit kein Angehöriger sondern Betroffener. Genau aus diesem Grund kann ich Dir leider Deine Frage nicht aus der Sicht eines Angehörigen beantworten, was Du Dir ja verständlicherweise wünschst...

    ...aber ich kann Dir mit Rat zur Seite stehen!


    Frage:

    Zwar schreibst Du, dass der Alkohol von Anfang an ein Thema in Eurer Beziehung war, mich hingegen interessiert, ob sein Trinkverhalten und sein soziales Verhalten innerhalb dieser drei Jahre zugenommen hat( trinken) bzw abgenommen hat (soziales Verhalten, wie Desinteresse Hygiene...)?

    Mit anderen Worten:

    War er früher anders? Was wünscht Du Dir von ihm?

    Grüß Dich Heiko,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Proky, 41 Jahre alt, trocken seit, nächste Woche werden es, 14 Jahre(n).


    Vom Grundsatz her bleibt festzuhalten:

    Für Angehörige suchtkranker Menschen (ganz gleich um welche Sucht es sich dabei handelt) ist und bleibt es immer eine schwierige Situation.
    Zum einen wenn die betreffende Person selbst keinerlei Einsicht zeigt - und oftmals durch ihr krankhaft bedingtes Verhalten die Situation noch verschlimmert - in vielen Fällen äußert sich das durch verbale und/oder sogar körperliche Gewalt, in Deinem Fall bzw im Fall Deines Vaters ist es die Vernachlässigung, von Haus und Hof, der Familie und last but not least von sich selbst.
    Erschwerend kommt noch hinzu, wenn Angehörige, in Deinem Fall ist es Deine Mutter, die Probleme, die Situation, die Ursachen, nicht wahrhaben wollen.
    Letztendlich wollen beide, Dein Vater (als Alkoholkranker), ebenso wie Deine Mutter (als Co-Abhängige) von der Realität nichts wissen und weiterhin in ihrer Scheinwelt / in Ihrer Traumwelt leben, ja, sogar in ihrem Selbstbetrug! Denn bitte glaube mir: Deine Mutter mag sich noch so sehr anstrengen die Alkoholabhängigkeit Deines Vaters vor jedermann zu verheimlichen - in Wirklichkeit weiß es bereits das gesamte nähere Umfeld!
    Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist der, dass Du Zuspruch brauchst lieber Heiko!

    Fakt ist:

    In dem Augenblick wo Du Dein Elternhaus verlassen hast und Dich um Dein eigenes Leben gekümmert hast, ist die Scheinwelt / die Traumwelt Deiner Eltern und insbesondere Deiner Mutter, ganz gewaltig in ihren Grundfesten erschüttert worden. Schlimmer noch, aus der Sicht Deiner Mutter: Diese Scheinwelt / diese Traumwelt, droht einzustürzen, weil Du als ein Grundpfeiler dieser Traumwelt nicht mehr existierst!

    Ist das etwas worüber Du Dich schämen musst oder Schuldgefühle haben solltest?

    NEIN! Definitiv Nein! Du hast alles richtig gemacht! Du hast Verantwortung für Dein eigenes Leben übernommen, als Du ausgezogen bist, mit Deiner damaligen Freundin zusammen gezogen bist, sie mittlerweile geheiratet hast und Dein eigenes Leben führst!

    Du bist nicht verantwortlich für das Leben Deiner Eltern - dass sind sie nämlich immer noch selbst! Und das beinhaltet immer noch, wie und was sie denken, fühlen und handeln. Dafür sind sie selbst verantwortlich und können niemanden, auch Dir nicht die Schuld geben oder Dir Vorhaltungen machen. Deine Eltern sind freie Menschen und können tun und lassen was sie wollen. Ihr beider persönliche Glück können sie nicht abhängig von anderen Menschen (in diesem Fall von Dir) machen!

    Zu was kann ich Dir raten?

    Zunächst einmal war es richtig, dass Du Dich an unser Forum gewandt hast! Jederzeit kannst Du hier Dir etwas von der Seele schreiben oder uns Fragen stellen. Nach Möglichkeit bieten wir Dir mit unseren Erfahrungen dir die Hilfe zur Selbsthilfe an!

    Desweiteren möchte ich Dir raten, wende Dich an eine Alkoholselbsthilfegruppe an deinem Wohnort! Auch dort wird Dir geholfen. Und es ist auch weitaus hilfreicher Auge in Auge von Problemen zu berichten und Zuspruch sowie Hilfe zu erfahren, um nicht zu sagen: mehr Balsam auf der Seele.
    Und dort sitzen (je nach Gruppe) Betroffene und/oder Angehörige die Dir helfen können.

    Nach Möglichkeit rate ich auch Dir: Sprich auch mit dem Hausarzt Deiner Eltern (sofern ihr den gleichen habt) auch die Kirche vor Ort bietet in solchen Fällen Hilfe an, zumindest haben sie dort auch ein offenes Ohr für Dich.

    Zu guter Letzt:

    Lass Dir von Deiner Mutter - und vor allem von Dir Selbst!!! - kein schlechtes Gewissen einreden! Du hast alles richtig gemacht, indem Du, zusammen mit Deiner Frau, Dein eigenes Leben führst!

    Unterstütze nicht die Scheinwelt / die Traumwelt Deiner Eltern! Rede stets von der Realität und bleibe in der Realität wenn Du mit Deiner Mutter sprichst! Sag ihr ruhig unverhohlen, dass Papa Alkoholkrank ist und das Mama Co-abhängig ist (Ich weiß, wie weh dir das tun wird und dass das leichter geschrieben als gesagt wird - deswegen wende Dich auch an eine reale/analoge Selbsthilfegruppe vor Ort!).

    Das möchte ich Dir mitgeben an meinen Ratschlägen!

    Du hast alles richtig gemacht bislang - gerade auch, weil Du Dich in Deiner Not an uns gewandt hast!

    Dir und Deiner Frau, viel Glück! Selbstverständlich auch Deinen Eltern!

    Grüß Dich liebe Cr33pz,

    meine Eingangsfrage an Dich lautet:

    Liebst Du ihn noch?

    Im Laufe meiner Antwort komme ich auf diese Frage zurück...

    Ich bin Proky, 41 Jahre alt, trockener Alkoholiker seit knapp 14 Jahren.

    Dankeschön für Deine Geschichte und Dein Vertrauen in uns!

    Gerchla hat Dir ja nun schon aufgezählt was Deine Optionen sind.


    Letztendlich kann ich Dir auch nur raten, Dir Deine Situation vor Augen zu führen und in Deinem und im Interesse Deiner Kinder zu handeln!

    Fest steht:

    Dein Mann bzw Lebensgefährte (schließlich seit ihr nicht verheiratet) ist ein Alkoholiker und somit körperlich wie geistig krank! Punkt!

    Das heißt im Klartext, er kann Dir noch so oft (unter Tränen und Selbstmitleid) versprechen sich ändern zu wollen, aufgrund der Krankheit wird er es nicht tun (können)! Er wird immer trinken! Er kann nur zeitweise seinen Konsum reduzieren, aber eben nur Zeitweise, nach Ablauf einer Zeitspanne von X wird er wieder und sogar noch heftiger den Alk in sich hineinschütten! So ist nun mal der Verlauf dieser Krankheit.

    Die Alkoholkrankheit kann nur gestoppt werden, aber niemals geheilt werden. Fakt!
    Das wiederum heißt im Klartext: Dein Lebensgefährte muss von Selbst(!!!) erkennen und einsehen, dass er Alkoholkrank ist und sich durch sein Verhalten sich selbst und seinen Umfeld Schaden zufügt.

    Danach erfolgt dann Entgiftung, Langzeittherapie. Selbsthilfegruppe etc das ganze Programm eben - aber soweit sind wir noch nicht und das ist auch nicht das Problem und vor allem: Es ist auch nicht Dein Problem! denn, ein jeder Mensch (auch in einer Ehe oder in einer Eheähnlichen Beziehung) ist für sich selbst Verantwortlich! Liebe kann und darf nicht so weit gehen, dass sie in die (in diesem Fall Deine) Selbstzerstörung führt! und in diesem Fall ist es nicht nur deine Selbstzerstörung, sondern auch die deiner Kinder! Denn Dein Mann ist nicht mehr in der Lage seinen Pflichten als Erziehungsberechtigter verantwortungsbewusst nachzukommen! Von dem schlechten Vorbild und den psychischen Schaden den er Euren Kindern beibringt in seinen Rauschzuständen will ich gar nicht erst reden...

    Mit anderen Worten:

    Wenn Du nicht die derzeitige Situation verlässt oder beendest, wirst Du und Deine Kinder psychisch wie körperlich daran zerbrechen!!!

    Jetzt, aktuell, ist es "nur" verbale Gewalt. Aber die Abwärtsspirale der Alkoholkrankheit dreht sich unaufhörlich weiter und von daher ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Dein Lebensgefährte auch körperliche Gewalt gegen Dich und Deine Kinder anwenden wird!

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du es soweit kommen lassen möchtest!

    Und weil ich gerade von Abwärtsspirale schreibe:

    Es ist auch nur noch eine Frage der Zeit bis er aufgrund seiner Sauferei seine Arbeit verliert oder falls er Selbstständig ist, sein Geschäft sträflich vernachlässigt - Darauf gebe ich Dir Brief und Siegel!!! (einen arbeitslosen Säufer daheim im wahrsten Sinne des Wortes rum liegen zu haben, macht die Situation nur noch schlimmer, vor allem falls auf eurem Haus noch eine Hypothek liegen sollte...)


    Wie geschrieben: Liebe darf nicht in Selbstaufopferung münden, sondern sie beruht auf Gegenseitigkeit. Diese Gegenseitigkeit ist aber aufgrund der Krankheit nicht mehr gegeben.

    Was ist also für Dich zu tun?

    Ich persönlich, als Proky und Außenstehender, würde Dir zur sofortigen Trennung raten! Denn, darauf zu hoffen das er sich ändert, darauf kannst Du lange warten! Er wird es (vielleicht) erst dann begreifen wenn Du und die Kinder fort seid...


    Nun komme ich auf meine Eingangs gestellte Frage zurück:

    Liebst Du ihn noch? Wenn Deine Antwort Nein oder sogar "Ich weiß nicht" lautet - dann sollte Dich nichts mehr halten - verlassen ihn! Um die Kinder machst Du Dir mal keine Gedanken, ein Säufer bekommt niemals das alleinige Sorgerecht!
    Um das Haus würde ich mir auch keine Gedanken machen, denn Besitzansprüche kann man klären. Und selbst wenn Du das Haus verlieren solltest: Einen materiellen Schaden kann man verkraften und ersetzen. Aber seelische Schäden sind irreparabel, vor allem bei Kindern - denk mal darüber nach!

    Falls Du meine Eingangsfrage mit einem klaren und für Dich überzeugenden Ja beantwortest, dann rate ich Dir die Situation zu verlassen, zu Deinem und der Kinder Schutz. Und ihm dann im Anschluss die Pistole auf die Brust zu setzen:

    Entweder Du begibst Dich SOFORT in Behandlung oder ich bin mit den Kindern fort! Kerinerlei Verhandlungen darüber, keinerlei Beteuerungen von ihm annehmen! So hart es klingt! Das ist die EINZIGSTE Möglichkeit ihm zum Beenden dieser Abwärtsspirale zu bewegen.

    Eine vorübergehende Trennung ist auch in diesem Fall unvermeidbar, weil...

    a) Dein und der seelische wie körperliche Schutz Deiner (Eurer) Kinder ABSOLUTEN Vorrang hat

    und

    b) er nur so sichtbar begreifen kann, dass die Lage für ihn Ernst ist und dass Deine Drohung keine leeren Worte sind!


    Liebe Cr33pz, nächste Frage:

    Ist Dir überhaupt bewusst, dass Du bereits häuslicher Gewalt ausgesetzt bist?


    Deine Aufzählungen von "Wörter unter der Gürtellinie", aussperren beim rauchen und und und...

    ...dass ist alles schon Gewalt! Und glaube mir: diese Gewalt wird definitiv zunehmen, denn irgendwann lässt er im Rausch seinen Frust an diesem "spiessigen Leben" an Dir mit der Faust aus. (Heute nicht und morgen gewiss auch nicht - aber bald!!!)

    ...und nüchtern will er mit Euch gar nichts zu tun haben schreibst Du. Nur im angetrunken Zustand ist er ein toller Papa...

    Ich behaupte, er nutzt die gleiche Ausrede / "Begründung" wie ich damals zu meiner nassen Zeit:

    "Ich muss trinken, denn anders ertrage ich dieses Leben nicht!"

    Mädchen, mach Dir bitte nichts vor: Haus, Frau, Kinder - das will er nicht! Er will seine Freiheit. Er hat nur nicht den Mumm und das Rückrat sich es einzugestehen. Aber sein Körper und sein Verhalten sprechen eine Eindeutige Sprache!
    Mag sein das er anders gesprochen hat als ihr Euch kennengelernt habt - Meinungen können sich ändern, gerade dann wenn man seine "Wünsche" in der Realität erlebt...

    Das lese zumindest ich heraus - tut mir leid wenn ich es Dir so hart ins Gesicht schleudere - aber nimm das mal mit, rede mit Deinen Freundinnen und Freunden und überprüfe diese These...

    Nebenbei: Für mich persönlich ist dieses Verhalten schon ein Trennungsgrund!

    Aber zurück zur häuslichen Gewalt:

    Du und die Kinder, ihr solltet ihr entfliehen. (Ihr entfliehen heißt übrigens nicht zwangläufig das ihr gehen müsst!)

    Bitte schau mal hier:

    https://alkoholforum.de//index.php?topic=1976.0 (Hilfe bei Gewalt gegen Frauen)

    Ruf dort mal an, schildere Deine Situation, dort wird Dir kompetent geholfen!


    Falls Du aber die Möglichkeit haben solltest vorab wo unter zu kommen (Freunde, Deine Eltern, Geschwister...) - tu es!

    Bitte bleibe weiterhin mit uns im Kontakt. Denn da es wie Du schreibst, schwierig und nachvollziehbar für Dich ist in eine "analoge" Selbsthilfegruppe zu gehen (zu der ich Dir aber auch raten würde, nämlich um Bestätigung zu bekommen!) sind wir aktuell die einzigsten die Dich unterstützen können.


    Viel Glück Dir und Deinen Kindern, auch Deinem Mann/Lebensgefährten!

    Das war jetzt viel und (leider auch ) bestimmt hart.

    Schreibe ruhig was Dir nun durch den Kopf geht...

    Hallo Dennis,

    und willkommen hier bei uns im Forum :welcome:

    Das Du Dich hier angemeldet hast zeigt, dass Du Dich noch nicht aufgegeben hast! 44.

    Und in der Tat, es ist nie zu spät eine (Alkohol-) Sucht zu beenden!

    Zu mir:

    Ich heiße hier drin Proky, bin 41 Jahre alt, trocken seit 2005, Ende Oktober sind das nun 14 Jahre bei mir.

    Das mit der sozialen Phobie kenne ich, sie ist entstanden aus vielen traurigen und teils traumatischen Erfahrungen aus meiner Kindheit. Und sie blieb bei mir viel zu lange verborgen, sogar 13 Jahre lang in meiner Abstinenzphase...

    Wenn ich Deine Geschichte lese, dann merke ich, dass Du doch schon einmal vieles "richtig" gemacht hast. Denn Du hast schon einmal eine erfolgreiche Langzeittherapie gemacht, hast einen, wie ich meine mutigen 44. und ebenso richtigen, Ortswechsel gemacht (ich vermute um den negativen Einfluss in deinem Leben zu beenden?) - sprich einen Neustart.

    Soweit so gut! Aber was ist dann passiert in Augsburg in den letzten 2,5 Jahren das Du Rückfällig geworden bist?

    Warst Du in keiner Selbsthilfegruppe vor Ort?

    Hast Du Dich vielleicht psychisch zu stark gefühlt und hast nicht mehr an Dir gearbeitet?

    Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig um in Zukunft den Rückfall zu erschweren.

    Wie ist Dein aktueller Status Dennis?

    Trinkst Du noch?

    Was sind aktuell Deine Pläne um die Situation zu verändern?

    Lieber Dennis, gerne helfen wir hier Dir mit Rat (Taten musst Du folgen lassen). Wenn Du Fragen hast, Frage uns Löcher in den Bauch.

    Viel Glück Dir

    Update 09/19

    Liebe Freunde des Alkoholforums.

    Ich bin sehr gerne bei Euch, ich freue mich sehr zu mit zu lesen, zu helfen, meine Erfahrungen weiter zu geben und neue Erfahrungen von Euch zu sammeln.

    Ich tu das alles sehr sehr gerne. Dieses Forum ist zu einer neuen Heimat für mich geworden seit ich aus den Guttemplern raus gegangen bin.


    Ich bitte aber zu entschuldigen wenn ich nur unregelmäßig on bin und nicht alles lesen kann.

    Das liegt zumeist an beruflichen und zeitlichen Gründen.

    Also bitte nicht wundern wenn ich des öfteren mal abtauche... :tml:

    Euer Proky

    Hallo liebe Simimary,

    auch von mir willkommen im Forum wikende091

    Ich bin Proky, 41 Jahre alt, trockener Alkoholiker seit über 13 Jahren.


    Was Du auch immer auf dem Herzen hast, schreibe es hier heraus und Frage uns Löcher in den Bauch... 44.

    Lieber Stevie, mein kleiner Chaot :*

    meinen herzlichen Glückwunsch zum erreichen der Woche vier in der Abstinenz.

    Das sind 30 Tage oder 1/12 des Jahres ohne Alkohol! Und wie Du schon selbst gemerkt hast : es geht aufwärts! Du spürst Lebensenergie, Du bist aktiver und sprudelst von Ideen. Und schon in dieser relativen kleinen Zeitspanne, fällt Deinem Umfeld Dein neuer Lebensstil positiv auf!

    Das ist doch toll oder? Beachte: mit Alkohol hättest Du das nicht erreicht, was Du ohne Alkohol und ganz alleine jetzt in diesen vier Wochen erreicht hast!!! 44.

    Meinen Glückwusch Stevie!

    Wie angekündigt, lasse ich nun deine virtuelle Hand los.
    Nichtsdestotrotz, ich bin ja weiterhin da und viele viele andere die Dir hier drin weiter zur Seite stehen, Du hast die AA als analoge Gruppe auf Deiner Seite und Du hast Deine persönliche Ziele und vor allem: Du hast den Willen!

    Weiter so Stevie!!! 44.

    ...und ich möchte gleich mein erstes persönliches Erlebnis berichten:

    Vor ein paar Jahren war ich wegen eines Arbeitsunfalls im Krankenhaus und bekam eine Infusion.

    Kurz vor meiner Entlassung wurde die Infusion abgenommen und ich bekam ein großes starkes Pflaster auf die Stelle verpasst.

    Am Tage meiner Entlassung wollte mir die Krankenschwester das Pflaster abmachen. Als ich merkte, dass sie es wohl nur mit einem großen Ruck runter ziehen kann und es große Schmerzen verursachen würde, biss ich in Erwartung auf den großen Schmerz die Zähne zusammen und verkrampfte mein Gesicht.

    Darauf hin entgegnete mir die Krankenschwester:

    Jetzt haben Sie sich mal nicht so, Sie sind doch ein Mann!

    Mir ging dabei nur durch den Kopf: Aha und als Mann darf ich keine Schmerzen haben. Schön das hier so alte Attribute gefördert werden...

    Leider leider schämen sich Männer die Opfer von Gewalttaten geworden sind.

    Leider sind es folgende Glaubenssätze die in unserer Gesellschaft immer noch Geltung haben und die zur Scham beiträgt:

    Ein Mann...

    ...hat stark zu sein;

    ...zeigt keine Gefühle;

    ...weint nicht;

    ...darf nicht schwach sein;

    ...hat immer zu gewinnen;

    ...bringt das Geld heim;

    ...gibt den Namen weiter;

    ...Männer haben sich für Technik zu interessieren;

    ...und und und...

    Diese falschen Glaubenssätze fördern nur Scham und Schuld. Schlimmer noch wenn diese Glaubenssätze durch Frauen gefördert werden! Z.B. durch die Erziehung...

    Es sollte uns Nachdenklich machen warum wir über folgende Beispiele nicht reden oder schlimmer noch, diese sogar als lustig empfinden:

    - Frau schlägt Mann (z.B. häusliche Gewalt)

    - Auszubildendenmobbing (gerade und immer noch im Handwerk!!!)

    - Mobbing in der Schule

    - emotionale Erpressung / Erwartungshaltungen

    Sätze & Bewertungen wie:

    - Stell Dich nicht so an, Du bist doch ein Mann

    - Weichei, Hosenscheißer, Pisser, Angsthase, Mädchen, Pussy

    - Looser

    - ein Mann beißt die Zähne zusammen;

    - ein Mann klagt nicht

    - ein Mann prügelt sich

    Die seelischen Verletzung die dadurch entstehen sieht niemand! Es sind exakt die seelischen Verletzungen und der Tabu über dieses Thema Gewalt an Männern die auch zur Alkoholkrankheit beitragen!


    Das sollte uns nachdenklich stimmen und gesellschaftliche Positionen überdenken! Hier soll ein geschützter Bereich sein um sich auslassen zu können. Dafür ist dieser Thread eröffnet worden!

    Gewalt gegen Männer...

    ...leider immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft! Denn nach wie vor darf ein Mann keine Schwäche zeigen. Daher haben Männer Angst ihr Gesicht zu verlieren!

    Gewalt hat viele Formen...

    ...physische Gewalt (schlagen bzw geschlagen werden...)

    ...psychische Gewalt (drohen, anschreien, demütigen...)

    ...physischer sexueller Gewalt (anfassen, nötigen...)

    ...psychischer sexueller Gewalt (reden über sexuelle Themen, Handlungen...)

    ...soziale Gewalt (Erwartungshaltungen...)

    ...ökonomische Gewalt (Geld...)

    Auch der Alkohol spielt eine Rolle dabei...

    ...Gewalt hervorgerufen durch Alkohol(-missbrauch);

    und/oder

    ...Alkoholmissbrauch hervorgerufen durch Gewalterfahrung;

    Nicht selten liegen die Ursachen in einer der folgenden Punkte:

    - Erziehung

    - Schule

    - soziales Umfeld

    ...

    und prägen ein ganzes Leben!


    Dieser Thread soll dazu dienen Gewalt zu thematisieren. Über erlebtes zu schreiben. Trost und Empathie zu spenden. Auf Hilfe zu verweisen und ein Stück Selbsthilfe anzubieten.


    Ich möchte Männern die Angst nehmen! Ein Tabu soll gebrochen werden und ein Teufelskreislauf durchbrochen werden! Gesellschaftliche Ansichten sollen verändert werden! Auch Männer sind schutzbedürftige und liebenswerte Lebewesen!

    Kein Mensch - auch kein Mann - darf Gewalt, egal in welcher Form, ausgesetzt sein! - Wehret den Anfängen!!!

    Alkohol und Gewalt gegen Männer...

    ...Männer als Täter gegen Männer...

    ...Frauen als Täter gegen Männer...

    ...Männer als Opfer von (Häuslicher-) Gewalt... nachwievor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Dieser Thread soll Hilfe anbieten!


    Gewalt unter anderem in Form von Schlägen...

    ...drohen, anschreien, demütigen...

    ...sexuelle Gewalt (vor allem im Kindesalter oder durch Nötigung...)

    Hier habe ich einige wichtige Links & Infos zusammengetragen die betroffenen Männern erste Hilfe leisten soll:


    Opfertelefon des weißen Ringes:

    Opfer-Telefon 116 006

    [move]Bundesweit. Kostenfrei. Anonym. Ein Hilfsangebot des WEISSEN RINGS: 7 Tage die Woche von 7 bis 22 Uhr.[/move]

    Du bist nicht sicher, ob Du uns anrufen sollst Oder ob wir richtig sind? Probiere es aus! Wir sind gerne für Dich da!

    Externe Seiten:

    Weißer Ring

    Verschiedene Formen von Beziehungsgewalt

    Forumsinterner Gesprächsthread:

    Gewalt gegen Männer - Gesprächsthread