Beiträge von proky

    Wenn ich Wikipedia richtig verstanden habe, so ist das Jellininek´sche Modell weder in Stein gemeißelt noch ist es frei von Kritik, siehe eben die Übergangsformen, aber das Modell ist definitiv in seiner Grundstruktur richtig und als solches auch anerkannt.

    Für mich persönlich zeigt das Modell auf, so wie es hier auch schon mehrfach angesprochen wurde, dass die Alkoholkrankeit oder zumindest ein kritischer Konsum, schon weit aus vorher, viel viel früher beginnt, als es der medizinische Laie oft annimmt oder gar bewusst ist. Gerade der Alpha- und der Betaalkoholiker sind hervorragende Beispiele hierfür.

    Ganz nebenbei angesprochen, wenn ich Menschen den Unterschied erkläre zwischen einem unbedenklichen Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch (Definition nach WHO), dann sind sehr viele Menschen überrascht und registrieren erstmal wie viele Menschen Alkoholmissbrauch betreiben.
    Denn das gemeine an der Sache ist ja: Die Grenze zwischen unbedenklichen Konsum und Missbrauch ist klar definiert, während die Grenze zwischen Missbrauch und Abhängigkeit schon nicht mehr klar zu definieren ist, da diese fließend verläuft.
    Aber das nur nebenbei...


    Ich möchte gerne ein paar Punkte von Britt aufgreifen und diese nach meinen Erfahrungen und Meinung beantworten:


    -er untersuchte hauptsächlich männliche Alkoholiker

    Ich denke das ist aus der Sicht der damaligen Zeit zu sehen, denn, als Jellinek an seinen Studien arbeitete, waren nun mal die Hauptprobanten, die Hauptbetroffenen, nun mal Männer.
    Wir sollten dabei nicht vergessen:

    - Alkohol trinken galt damals, wie heute, als typisch männlich. Männer betrinken sich in der Öffentlichkeit, damals wie heute, gilt als anerkannt

    - in vielen Berufen wo damals Frauen keinen Zugang hatten, war es üblich Alkohol zu trinken

    - für Frauen galt es als "unchic", als nicht "damenhaft" sich in der Öffentlichkeit zu betrinken oder gar betrunken zu sein. Frauen die das taten hatten einen schlechten sozialen Ruf (und wenn wir ehrlich sind, viel hat sich an dieser Einstellung bis heute nicht geändert)

    - in den typischen Frauenberufen der damaligen Zeit, wurde kein Alkohol konsumiert

    - bestenfalls das sich Frauen beim "Damenkränzchen" je einen Likör tranken (sofern sie es finanziell sich leisten konnten, je nach sozialer Schicht) oder bestenfalls einen Humpen Bier zum essen oder auf der Feierlichkeit tranken (Arbeiterschicht)

    Deswegen heißt das freilich noch lange nicht, dass Frauen keine Alkoholprobleme hatten, die gab es damals wie heute, nur waren damals, als Jellinek seine Studien machte, diese Frauen in der Öffentlichkeit / in der Öffentlichen Wahrnehmung so gut wie nicht präsent! Die damalige öffentliche Meinung war eben: "Eine anständige Frau hat so etwas nicht!"

    Das ist m.E. der Hauptgrund, warum Jellinek in seinen Studien hauptsächlich männliche Probanten hatte.


    Es ist aber m.E. unumstritten, dass Frauen andere Trinkmuster haben als Männer.


    Möchte ich nicht abstreiten. Wie ich schon oben beschrieb, gilt das Alkohol trinken nachwievor als männlich. Betrunkene Frauen werden in der Öffentlichkeit immer noch als "asozial" wahr genommen.
    Nachwievor trinken Frauen eher heimlich. Daheim, verborgen von der Öffentlichkeit. Oder im Büro in der Schublade die kleinen Schnapspullen versteckt...

    Andererseits beobachte ich seit ein paar Jahren, dass sich gerade junge Frauen des öfteren ungeniert öffentlich betrinken, sei es auf Junggesellinenabschied oder auf Volksfesten.
    Warum auch nicht? Frage ich so provokant - denn vor 100 Jahren oder zu Jellinkes Studien, war es undenkbar, dass es Polizistinnen, Ärztinnen oder Schreinerinnen gab, heute ist das eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte es dann beim Alkoholkonsum nicht auch einen Umbruch geben?


    Kann man seine Erkenntnisse (die 5 Trinkertypen Alpha bis Epsilon) also so ohne weiteres auch auf Frauen übertragen?


    Selbstverständlich kann man das! Nur weil (die meißten Frauen) ein anderes Trinkverhalten/-muster haben wie die Männer so ändert das ja noch lange nicht die Tatsache, dass ein Alphalkoholiker / eine Alphalkoholikerin, trinken um ihre "Psyche/Seele zu erleichtern". Dabei ist es vollkommen unerheblich ob das daheim im stillen Kämmerlein geschieht (so wie viele Frauen das machen) oder sich im Wirtshaus oder Kneipe einer reingeballert wird (so wie das die meißten Männer machen).

    Genauso, aus welchen Grund sollte eine Frau keine "Spiegeltrinkerin" (Gammaalkoholikerin) werden? Ich glaube nicht das deren Stoffwechsel viel anders verläuft als bei Männern, zumindest was die Alkoholkrankehit angeht.

    Und immerhin war ich für die Guttempler 10 Jahre lang im Krankenhaus tätig, dort habe ich ja genügend Frauen gesehen und mit ihnen gesprochen, auf die alle Jellineks Modell genauso zugreift wie auf ihre männlichen Kollegen (einschließlich mir!). Und last but not least, die Frauen in den SHG´s selber.

    Anders herum würde die Frage dann lauten:


    Welches Modell, wenn nicht Jellinek, würde dann (bei Frauen) greifen?

    Hallo Honigbiene,

    willkommen im Forum und frohe Weihnachten Dir :welcome:

    Ist das Deine erste Abstinenz überhaupt oder bist Du "Alkoholerfahren"?

    Hast Du Dich komplett "weggeballert"? War es stets nur die eine Flasche Wein oder waren es mehr? Welche Erkenntnisse haben Dich zu diesem (ehrenwerten) Schritt erwogen? Hast Du bereits Erfahrungen mit Therapie und Gruppen gemacht?

    Ich weiß, viele Fragen gleich auf einmal... schwitz. Aber ich frage Dich das, weil es mein Bedürfnis ist Dir zu helfen 44.


    Dass Du dem Saufdruck nicht nachgegeben hast finde ich toll und es unterstreicht Deinen Willen Deine Situation zu (ver-)ändern!

    Ich persönlich bin damit so umgegangen, indem ich telefoniert habe, vorzugsweise mit Menschen aus meiner damaligen Selbsthilfegruppe...

    ...aber auch das schreiben hier im Forum kann eine wirksame Ablenkung sein.

    Lass Dich nicht stressen von mir :) schön Dich hier zu haben!

    Kurz zu mir:
    Ich bin 41 Jahre alt, trocken seit über 14 Jahren. 13 Jahre war ich in einer SHG aktiv und seit einem guten Jahr bin ich hier im Forum aktiv.

    LG

    Proky

    Ein Film von Andreas Pichler Kinostart Deutschland: 9.1.2020

    Der Dokumentarfilm des vielfach preisgekrönten Filmemachers („Das Venedig-Prinzip“, „Das System Milch“) erhebt keinen Zeigefinger, wird aber die Trinkgewohnheiten jedes Menschen, der ihn gesehen hat, nachhaltig verändern.

    Inhalt:

    Alkohol: Kein Stoff der Welt ist in seiner Wirkung so unglaublich vielfältig. Man bekommt ihn überall und ist in der Lage, die unzähligen Neuronen eines menschlichen Gehirns völlig unterschiedlich zu beeinflussen. Doch kaum jemand bezeichnet Alkohol trotz seiner starken Wirkung als Droge. Aber warum lässt unsere Gesellschaft die schwerwiegenden Folgen von Alkohol zu? Warum trinken wir und welche Rolle spielt die mächtige Alkoholwirtschaft mit einem Jahresumsatz von 1,2 Billionen Euro? Autor Andreas Pichler spricht mit vielen Expertinnen und Experten zu diesem wichtigen Thema und sucht auf seiner spannenden Reise um die Welt nach Antworten.


    Hier gehts zum Trailer:


    https://www.youtube.com/watch?v=Qf63VQGSAAc

    Lieber Stevie,

    der Form halber, aus bekannten Gründen lass ich mal meine virtuelle Hand los, weil ich derzeit nicht die Energie habe auf andere Menschen zu achten.

    Es sind ja auch noch andere hier, die Dich unterstützen. Ich denke aber das Du soweit stabil bist.

    Aber bitte schreibe hier in diesem Thread regelmäßig und besuche ebenso regelmäßig Deine analoge SHG.

    So solltest Du vor einem Rückfall bewahrt bleiben :)

    Wunderbar Stevie 44.

    Dann bist du wieder auf dem Weg zu stabiler Abstinenz.

    Was mir persönlich auch hilft wenn der Gedanke/Wunsch nach Alkohol aufkommt:

    - Wenn ich trinke muss ich es den Menschen sagen, sprich meinem Umfeld, meiner SHG...

    - oder es nicht zu sagen, weiter zu trinken, "liegen" zu bleiben, psychisch frustriert zu sein - sich aufgeben.

    Bitte dabei nicht vergessen:

    Kontrolliertes Trinken gibt es für uns nicht (mehr)!


    Wie war denn das Schattenboxen?

    Ach Greenfox - Humor ist wenn man trotzdem lacht C:-)


    Eines Nachts beobachtet ein Mann wie ein Betrunkener die Dächer parkender Autos abtastet.
    Auf die Frage was er da mache, antwortet der Betrunkene laut lallend:

    "Iiisch such mein Auutoo!"

    Daraufhin entgegnet der Mann:

    "Und da tasten Sie die Autodächer ab? Die sind doch alle gleich!"

    Antwort:

    "Meinesch nich! Meinesch haddn Blaulicht oben drauf!" laugh2

    Hallo Stevie,

    wunderbar und Glückwunsch für die Woche... 44.

    Es ist verständlich, dass Du Bedenken hast Dich vor (d)einer Gruppe als Rückfällig zu outen, aber vernünftige Menschen werden Dir keine Vorwürfe machen, weil diese wissen, dass jeden ein Rückfall treffen kann.

    Menschen die einen Vorwürfe machen verfügen meiner Ansicht nach über keinerlei Empathie und sozialer Kompetenz!

    Hinfallen ist keine Schande - aber liegen bleiben...!!!

    Sehr gut, dass Du dem Wunsch nach einem Feierabendbier nicht nachgegeben hast. Die Erinnerungen nach den schlechten Zeiten sollten stets in deinem Bewusstsein sein!

    Weiter so! 44.

    Die Leute die trinken sind hier in der Regel nur ganz kurz aktiv...


    Mit anderen Worten:

    Nein, hier im Forum ist niemand der aktiv schreibt und ebenso aktiv Alkohol trinkt.


    Was hindert Dich am trinken aufhören Micha? Scham vor Dir Selbst? Angst von anderen verspottet zu werden?

    Lieber Stevie,

    Dankeschön für Deine ausführliche Antwort.

    Mit anderen Worten von mir interpretiert:

    Du wolltest Dich belohnen und Deine Sorgen vergessen...


    Wenn Du dabei zurück gesehen hättest, dann hättest Du gesehen, dass das belohnen und vergessen schon damals nicht geklappt habt. Aus welchen Grund sollte es dann heute klappen...!?

    Das Zeitproblem mit der realen SHG ist verständlich und nachvollziehbar...

    ... für die virtuelle SHG allerdings nicht, denn die hat 24h geöffnet...

    Die Rechnung liegt (Mal wieder) auf dem Tisch:

    Schlechte Blutwerte

    Die Epelepsie wird eher noch verstärkt als gemildert

    Und die Psyche hat einen weiteren Treffer wegzustecken...

    Das alles kann nicht dein Ziel sein? So ein Leben möchtest Du doch nicht? Zumindest gehe ich davon aus...

    Denn es wird ja von Mal zu Mal schlimmer wenn du es nicht stoppst...

    Ich lass das mal zum Nachdenken stehen...

    @pokumul:

    Hallo Micha,

    wenn Du schnelle Antworten suchst, dann kann ich Dir das anbieten:

    https://guttempler.de/nottelefon-sucht

    Falls Du Saufdruck haben solltest und Du nicht trinken möchtest, dann schreibe hier:

    https://alkoholforum.de//index.php?topic=1941.0

    Ansonsten ist das Forum ausgelegt für Menschen die trocken werden wollen und es auch bleiben wollen...

    ...oder für Menschen die Rat brauchen wie sie mit abhängigen Angehörigen umgehen sollen.

    Also eher eine mittel- bis langfristige Arbeit hier.


    Greenfox hat es ja schon angedeudet:

    Es gehört hier zum guten Ton sich vorzustellen und ein wenig von sich zu erzählen.

    Vielleicht magst das ja erstmal tun Micha...

    Schattenboxen klingt interessant...


    Lieber Stefan, mich würde speziell interessieren, was zwischen deinem letzen Post Anfang September und Deinem ersten Post im November, dazwischen liegen ja nun 2,5 Monate, passiert ist?

    Insbesondere welche Gedanken Dir durch den Kopf gegangen sind?
    Hat es äußere Einflüsse gegeben?

    Mit anderen Worten:

    Wer oder was hat dich dazu bewogen Dich von der realen wie virtuellen SHG zu entfernen und wieder zur Flasche zu greifen?

    Lass Dir ruhig Zeit mit antworten...

    Dieser Thread wirft bei mir die spontane Frage auf, ob eine Whats App Gruppe für unser Forum eine nützliche Ergänzung wäre?

    z.B. als Notfallambulanz, akute Beratung etc...

    Da würden mich mal Eure Meinungen interessieren...

    Leider jab ich es mit der SHG auch schleifen lassen.

    Eine Anmerkung von mir noch hierzu:

    Nicht nur die analoge SHG hast Du schleifen lassen - auch die virtuelle, also unser Forum!

    Die Gründe sind jetzt erstmal zweitrangig. Aber Du siehst wie schnell man umfällt wenn man die Rückfallhemmer, die realen wie die virtuellen, ignoriert!

    Auch daran, an diesem Bewusstsein, sollten und werden wir arbeiten Stevie...
    Bestimmt werden wir die Tage noch viel, viel schreiben... ;)


    Viel Erfolg und Gute Besserung Dir!

    Lieber Stevie,

    ich teile meine Antwort, denn in diesem Teil werde ich praktisch:


    Als Sorfortmaßnahme und Sofortprävention gebe ich Dir nun folgende Aufgaben mit, die Du bitte, für Dein eigenes Interesse und Leben, bis nächste Woche Mittwoch erledigst:

    1. Du nimmst wieder Kontakt zu Deiner analogen SHG auf und berichtest dort was passiert ist.

    2. Kein Alkohol bis nächsten Mittwoch, Du wirst mir persönlich hier darüber berichten!

    Ich nehme Dich also wieder symbolisch an die Hand Stevie. Wir hatten das schon einmal so gemacht und wie ich meine, es hat ja damals ganz gut geklappt. Dann eben auf ein Neues.

    Nicht aufgeben Stevie - Wir alle unterstützen Dich!

    Hallo lieber Stevie,

    ich habe es schon länger befürchtet und heute leider die Bestätigung dafür bekommen... ;(


    Umso mehr freue ich mich aber Stevie, dass Du Dich bei uns im Forum gemeldet hast - und Dich dadurch nicht aufgegeben hast!!!

    Das ist sehr Wichtig! Du weißt ja selbst, in Wirklichkeit möchtest Du nicht trinken! Denn sonst wärst Du nicht hier!

    Nun bist Du hingefallen, dass ist überhaupt keine Schande, denn: Du bist wieder aufgestanden!

    Willkommen zurück im trockenen Leben!