Beiträge von proky

    Ich hole den Thread mal wieder nach oben, denn ich habe einen meine eigenen Erfahrungen dazu gemacht:

    Die Gründe warum ich Alkoholiker wurde, die psychischen Ursachen, die falschen Glaubenssätze und Grundannahmen, die verletzte Seele, die Art und Weise wie ich mit Problemen umgegangen bin...

    ...die waren ja nicht fort als ich mit saufen aufgehört habe. Die Ursachen warum ich gesoffen habe, waren ja nach wie vor da...

    ...und bis eine Psychotherapie erste Früchte trägt, dauert auch seine Zeit...

    ...also füllte ich die Lücke die der Alkohol hinterließ u.a. mit Sex. Gewiss nicht mit Sex alleine, denn sonst hätte eine Suchtverlagerung stattgefunden, aber immer hin mit soviel Fokus der definitiv über ein normales sexuelles Verhalten hinaus geht.

    Hat jemand diesbezüglich ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Das schlimmste ist eigentlich das ich meine Ex Freundin so sehr verletzt habe das ich es garnicht mehr will diesen blöden Alkohol und sie ist weg das
    ist das aller schlimmste von allen lg Andreas

    In der Tat Andreas, dass ist schlimm für Dich, Dein Herz und Deine Seele das Deine Freundin fort gegangen ist - dennoch, vielleicht erkennst Du durch Ihr Weggehen die Notwendigkeit, dass Du von der Droge wegkommen solltest, vielleicht auch möchtest.


    Was sind denn Deine Pläne und Wünsche jetzt?

    Hallo Outdoorfan,

    ich persönlich war schon immer ein gläubiger Mensch, schon seit Kindesbeinen an.

    Der Glaube hat mir persönlich auch sehr gut geholfen durch die Therapie zu kommen. Soll heißen, ich habe nicht mir meinem Schicksal gehadert, sondern habe im Bewusstsein/mit der Überzeugung gelebt, dass alles irgendwie einen (höheren/weitreichenden) Sinn hat.

    LG

    Proky

    @ Britt:

    Dir erstmal ein herzliches Dank für Dein positives Feedback auf meine Antwort bei Sylvia. Ich möchte das hier rein schreiben, ich finde das passt die Antwort besser hin als drüber in Sylvias Thread.

    Was diesen, also meinen Thread betrifft, Dietmar war bestimmt nichts dagegen wenn ich für ihn antworte:

    Das Tor welches ich mit der SHG aufgestoßen habe, führt zu einem weit aus komplexen und tiefem Feld an Ansichten und Diskussionen, es würde einfach den Rahmen eines Vorstellungsthreads sprengen. Aus diesem Grund hat Dietmar das Thema SHG seperat eröffnet.

    @ Dietmar:

    Dankeschön das Du dich dieses Thema angenommen hast. Es war/ist eine richtige Entscheidung von Dir sich der Thematik SHG seperat anzunehmen und ihn in eine Rubrik zu stellen wo das Thema hingehört!

    Ich selber habe mir es schon durchgelsen und ich möchte und werde darauf schon bald antworten...

    Hallo Sylvia,

    erstmal von mir ein Dankeschön, dass Du Dich uns öffnest.

    Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen, in der Tat ist es ein Segen das Dein Mann Dir gegenüber nicht entgleist ist, in keinerlei Form. Nichtsdestotrotz, es sollte bzw er sollte was geschehen/etwas unternehmen.

    Die Geburtstagsfeier bzw die Feuerprobe heute Abend halte ich persönlich,wie Britt, für fatal! Denn:

    Möglichkeit 1:

    Die Wahrscheinlichkeit ist der groß dass er zum Alk greifen wird. Er selbst hat Dir gegenüber ja schon zugegeben, dass er nicht Nein sagen kann. Was im übrigen nicht schlimm ist, es ist ein Symptom der Krankheit.
    Aber entscheident ist, er hat schon davor nicht Nein gesagt/nicht Nein sagen können, warum sollte er es jetzt tun / warum soll er es jetzt können?

    Letzere Frage aus Möglichkeit 1 führt mich zur

    Möglichkeit 2:

    Richtig, Du bist ja dabei und gewiss ist Dein Mann von dem Format, dass er sich für einen Abend zusammenreißen kann. Denn schließlich möchte er sich, Dir und seinem sozialen Umfeld beweisen, dass er kein Alki ist, dass er kein Problem mit Alk hat...

    ...und genau das wird dann zum Problem! Angenommen er hält den heutigen Abend Alkfrei durch - sofort setzt sich der Selbstbetrugsmechanismus in Bewegung:

    "Ha, ich habe diesen Abend durchgehalten, dass ist der Beweis! Ich bin kein Alki, ich habe kein Problem mit dem Alkohol!"

    Und liebe Sylvia, dreimal darfst Du raten was Dein Mann machen wird wenn er ein paar Tage später, von mir aus auch eine Woche später, wieder an der Kasse im Supermarkt stehen wird...

    Und seine Selbstvorwürfe und die Scham werden von Mal zu Mal schlimmer - gut, die beiden letzteren Gefühle kann er vor Dir verheimlichen, aber sein Alkoholproblem nicht mehr.

    Liebe Sylvia, bitte gib Dich wegen heute Abend keinen Illusionen hin. Eine der beiden Möglichkeiten wird eintreffen.
    Eine dritte Möglichkeit, er wird an diesem Abend nicht trinken und in Zukunft auch nicht mehr oder wenigstens kontrolliert - dass ist bereits theoretisch nicht mehr möglich! Es mag sein das Ihr zwei darauf hofft, er wird sich sogar daran klammern - aber bitte glaube mir, nur eine von den o.g. Möglichkeiten wird eintreffen!

    Bitte denk daran wenn ihr heute Abend dahin geht. Der Vorschlag von Britt etwas anderes zu unternehmen ist zwar lieb gemeint, aus meiner Sicht aber verschleppt dieser Vorschlag das Problem nur!
    Es ist besser Du und Dein Mann sehen den Problem mit offenen Augen ins Angesicht. Dein Mann verschließt zwar noch seine Augen, auch das ist normal und gehört zur Krankheit dazu, aber Du hast Deine Augen offen!

    Aber zunächst muss Dein Mann seine Augen öffnen und erkennen das er vor einer Krankheit steht und Hilfe braucht!

    Aber bevor er Hilfe in Anspruch nehmen kann, muss er seine Augen öffnen und erkennen das er erstmal machtlos ist.

    Du kannst ihn dabei unterstützen indem Du, so wie bislang auch, ruhig mit ihm sprichst - keine Vorwürfe, dass ist sehr wichtig!

    Spreche in der Ich-Form:

    Sage ihm, dass es Dich schmerzt ihn so zu sehen, weil er leidet.

    Sage ihm, dass Du Dich um ihn Sorgen machst, weil Du Angst um seine körperliche, wie psychische Gesundheit machst.

    Sage ihm, dass Alkoholismus eine Krankheit ist an der Millionen von Menschen erkrankt sind und dass das nichts schlimmes ist. Wegen Gripppe schämt man sich ja auch nicht...

    Sage ihm, dass es Dein Wunsch ist das er Hilfe in Anspruch nimmt (Wünsche zu äußern ist nichts verbotenes, Du erwartest ja schließlich keine Erfüllung - Die Erwartung kommt erst später wenn der Zustand nicht mehr auszuhalten ist - aber das ist ein anderes Level, soweit sind wir bzw bist Du noch nicht!)

    Sage ihm, dass es, wie bei jeder Krankheit, Ursachen dafür gibt, die man herausfinden und behandeln kann! I.d.R. sind es psychische Ursachen...

    Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen?


    @ Greenfox: Danke für den Querlink, ich habe mir Deine Geschichte durchgelesen - jedem der es geschafft hat gebührt Respekt und jeder der es geschafft hat ist ein Kämpfer! Und wie Dein Beispiel, stellvertretend für viele auch zeigt: Stolpern und hinfallen ist keine Schande - aber liegen bleiben ist eine Schande...

    Bevor es zu einem Missverständnis kommt:

    @ Greenfox: Du bist gestolpert, hingefallen, aber auch wieder aufgestanden und hast (mit der Abstinenz) weiter gemacht und das ist natürlich lobenswert!

    Ich wollte nur gesagt haben: Liegen bleiben im Form von weiter saufen, ist eine Schande...


    Ich wollte das vorsichtshalber klar gestellt haben, denn es gibt Zeitgenossen die schnell etwas in den falschen Hals bekommen - ich habe nicht gesagt das Du etwas in den falschen Hals bekommst, ich habe es generell gemeint... ;)

    @ Greenfox: Danke für den Querlink, ich habe mir Deine Geschichte durchgelesen - jedem der es geschafft hat gebührt Respekt und jeder der es geschafft hat ist ein Kämpfer! Und wie Dein Beispiel, stellvertretend für viele auch zeigt: Stolpern und hinfallen ist keine Schande - aber liegen bleiben ist eine Schande...

    @ Dietmar:

    Du frägst mich nach der klassischen Form und was daran starr ist...

    Zunächst einmal möchte ich nur sehr oberflächlich antworten:

    Das klassische SHG-Modell sieht nur einen einzigen Weg zur Trockenheit vor und daruas ergibt sich eine gewisse Starrheit im System. Es gibt nur einen Weg und sonst keinen anderen.

    Ich bitte um Entschuldigung wenn ich meine Antwort fürs erste nur oberflächlich halten möchte. Denn, nach 13 Jahren SHG beginne ich mich aus diesem starren System zu lösen und Abstinenz aus einer anderen Position aus zu betrachten - ja, es gibt andere Positionen, zumindest für mich.
    Ich bitte um Verständnis wenn ich derzeit noch nicht darauf eingehen möchte. Ich werde das im Laufe der Zeit mit Sicherheit hier drin tun. Jetzt möchte ich es noch nicht tun, weil ich ja quasi erst angekommen bin, nicht provozieren möchte, zum einen und des weiteren selber erst am Anfang eines neuen Weges mit verändertem Blickwinkel zur Abstinenz stehe und daher in der Beweispflicht bin. Und Beweise kann ich erst nach mindestens einem Jahr liefern.

    Und bevor spekuliert wird: Nein ich tu weder kontrolliert trinken, noch habe ich es vor!

    Ich freue mich hier sein zu dürfen, vielleicht kann ich helfen (auch ich habe 10 Jahre lang Infoabende im Krankenhaus gemacht), vielleicht kann ich auch selbst noch was lernen.

    Ich freue mich auf anregende Diskussionen...

    Grüß Dich Greenfox,

    Danke Dir, zwar habe ich mich im Jellinekmodell gefunden, aber ich gebe Dir Recht, es gibt viele andere Wege aus der Sucht, viele Möglichkeiten mit Ihr umzugehen und natürlich verschiedene Alkoholiker.

    Leider ist es so, dass die klassische SHG-Form nur ihr eigenes starres Konzept als das einzige wahre und richtige anerkennt. Auch das war für mich ein Grund die SHG bzw die Guttempler zu verlassen und meinen eigenen Weg zu gehen.

    Wie war das bei Dir? Wie hast Du konsumiert bzw missbrauch betrieben?

    ...so wie es sich gehört wenn man wo neu dazu kommt!

    Hallo liebe Community,

    ich heiße Peter, bin 40 Jahre alt. Trockener Alkoholiker, Alphaalkoholiker um genau zu sein, seit nun mehr über 13 Jahren.

    Gesoffen habe ich, weil ich meine seelischen Wunden behandeln und mein Selbstvertrauen aufrecht erhalten wollte. Diese Illusion zerbrach endgültig im Oktober 2005, als ich die negativen Folgen meiner Sauferei, ich spreche insbesondere von Wesensveränderung, Druck von Außen und natürlich auch meine Selbstzweifel, immer mehr zu spüren bekam.
    Es folgte Kontaktaufnahme zu den Guttemplern, Selbsttherapie, und als diese abgeschlossen war, Psychotherapie, diese dann ambualant professionell, aber auch bis zum heutigen Tag viel im Selbststudium!

    2007 wurde ich Vollmitglied der Guttempler, dieses Jahr zum Jahresende habe ich meine Mitgliedschaft beendet, weil ich ich in der SHG keine Zukunft für mich persönlich mehr sehe.

    Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, weil...

    ...ich Kontakt halten möchte zu Menschen mit Suchtverhalten.
    ...ich mit der Thematik Alkoholprobleme weiterhin verbunden sein und mich damit befassen und auseinander setzen möchte.
    ...Menschen zu helfen die am Anfang des Weges stehen, frei von Alkohol bzw Drogen.
    ...Halt von anderen Menschen zu erfahren.

    Das soll es fürs erste gewesen sein. Gerne stehe ich für jegliche Fragen bereit.

    LG

    Peter