Beiträge von Camina1969

    Guten Morgen Britt,

    dir heute einen herzlichen Gruß und gute Wünsche. Ja, beim Trockenwerden hab ich mich auch erst (wieder?) ganz neu kennengelernt und hatte und habe viele Fragen, deren Beantwortung ich zu leben versuche.

    Lieber Gerchla,

    danke dir! Und ja, Greenfox hat mich schon freigeschaltet, ich hatte nur noch nicht die rechte Ruhe, um dort zu schreiben. Aber das werde ich demnächst tun. Ich freue mich auch auf den Austausch und wünsche dir und uns allen ein frohes Adventswochenende.

    Camina

    Hallo Juscha,

    wie ist es dir diese Woche ergangen? Und wie siehst du dem Wochenende entgegen?

    Gerchla hat dir ja von Mut geschrieben. Das ist eines meiner Lieblingsthemen. Denn ich habe immer viel Angst gehabt, vor allem möglichen. Und ganz doll viel auch vor dem Trockenwerden und allem, was dazu gehört.

    Irgendwann hab ich dann gemerkt, dass viel Angst und viel Mut die zwei Seiten derselben Medaille sind. Anders gesagt, dass ich Mut habe, viel Mut, ich bin richtig geübt im mutig sein, gerade weil ich vieles so beängstigend finde.

    Ich könnte mir vorstellen, dass das bei dir auch so ist. Aus der Angst kommt auch die Kraft, die Angst zu überwinden und seinen (deinen) Weg hindurch zu finden.

    Hattest du den Mut, dich an eine Suchtberatungsstelle zu wenden? Dort sind ja auch oft offene Sprechstunden.

    Viele Grüße!

    Camina

    Hallo Juscha,

    wie geht es dir jetzt, kurz vor dem Wochenende? Ich frag dich gleich auch nochmal drüben „bei dir.“

    Hallo Gerchla,

    ja, das ist vieles ähnlich, da ist einiges in deinen Berichten, was mich an mich erinnert und meine Situation; sowohl mit der extremen Heimlichkeit während der nassen Zeit, als auch die Notwendigkeit der Trennung vom/von der Ehepartner(in).

    Ja, und dann das Thema Schuld.
    Bzw. Schuldgefühle. Was ja nicht deckungsgleich ist, oft.
    Dazu schreibe ich vielleicht lieber woanders nochmal ausführlicher. Ich habe für mich durchaus das Gefühl, da noch etwas aufarbeiten zu müssen. Da ist noch nicht alles von meinem Kopf in meinen Bauch gewandert, sozusagen. Da bin ich noch auf dem Weg ins „Reine“ mit mir. Und eben mit mir inklusive meiner Suchtkrankheit und meines Verhaltens im nassen Zustand und beim Trockenwerden.

    Ich habe übrigens mir auch genau diese Frage gestellt: (Naja, fast genau.)

    Zitat

    Insofern beschäftigt mich auch manchmal die Frage, ob ich [...] überhaupt jemals geliebt habe bzw. was ich damals darunter verstanden habe.

    Aber wie gesagt, vielleicht schreibe ich dazu lieber an anderer Stelle.

    Danke schon jetzt für den Austausch.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Zera,

    ich bin ja auch noch nicht so lange hier und bin daher auch noch dabei, mich zu orientieren. Dazu kann dir dann sicher eher einer der "alten Hasen" hier etwas schreiben.

    Ich habe übrigens auch immer noch das Gefühl, noch mehr zu lernen, auch über meine Abstinenz, auch nach einigen trockenen Jahren. Daher bin ich gar nicht erstaunt, dass das auch dein Wunsch und deine Erfahrung mit dir selber ist.

    Ich habe jetzt einen früheren Beitrag von dir nochmal gelesen. Du schriebst "Es ist möglich, eigene Vorurteile zu überwinden". Das finde ich spannend, denn das stelle ich auch fest. Auch, dass ich auch sehr viele Vorurteile über mich selbst habe. Die zu überwinden ist manchmal besonders schwer. :)

    Dir einen herzlichen Gruß,
    Camina

    Hallo Britt,

    es ist gut, dass du nicht trinkst, denn davon würd nichts besser werden (weisst du ja).
    Nicht gut ist, dass es dir nicht gut geht.
    Kannst du daran etwas ändern?
    Willst du dazu noch genauer schreiben? Vielleicht auch zum Sortieren?

    Ich wünsch dir, dass du gut mit dir umgehen kannst, auch wenn es dir nicht gut geht.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Juscha,

    danke für deine Frage, die für mich Anstoß ist, zurückzudenken, mich zu erinnern, zu hinterfragen, wie das eigentlich war bei mir. Wie es kam, dass ich nach mehrjähriger Pause wieder in den Alkoholstrudel geriet. Und wie ich wieder herauskam.

    Zitat

    Was war für Dich der Auslöser, wieder anzufangen??? Passiert das tatsächlich durch Rotwein in der Sauce oder Eierlikör im Kuchen? Und vor allem, wie hast du es letztlich geschafft, was hat Dir wirklich - abgesehen vom körperlichen Entzug wirklich geholfen. Psychotherapie, SHGs, das Forum, Suchtberatung?

    Bei mir war es nicht der Eierlikörkuchen, sondern ich habe bewusst entschieden, Wein zu trinken in einer Situation, in der ich sehr angespannt war, weil ich mich erinnerte (mein Suchtgedächtnis mich daran erinnerte), dass Wein entspannend und angstlösend auf mich wirkte. Und ich empfand es nicht als Rückfall, weil ich wirklich zu der Zeit aus voller Überzeugung von mir gesagt hätte (und bei Gelegenheit auch gesagt habe), „Ich bin doch keine Alkoholikerin“.

    Ich hatte vier Jahre zuvor eine stationäre LZT gemacht, in einer psychosomatischen Abteilung, wegen Depressionen und „Alkoholabusus“. Und die Therapie war wirklich wertvoll für mich. Ich habe mich und mein Leben damit damals wieder auf die Reihe bekommen, konnte anschließend wieder arbeiten und eine Familie gründen usw. Allerdings war in meinem Kopf die ganze Zeit die Hintertür auf: Alkoholabhängig bin ich ja nicht wirklich. Ich trinke nur erstmal nichts mehr, weil ich damit Missbrauch betrieben habe.

    Dieser „Nicht-Rückfall“ führte dann erneut zu mehreren Jahren des heimlichen Trinkens und großer seelischer Not nicht nur bei mir.

    Und so war mir dieses Mal, als ich aufhörte, klar, dass ich lernen musste, wirklich tief innen zu realisieren, dass ich diese Krankheit habe. Es wirklich zu glauben, nein: es zu begreifen.
    Und es war immer noch ein Lernprozess. Ich habe mich der Erkenntnis Stück für Stück weiter angenähert. Das bedeutete, Bilder, die ich von mir, der Person, die ich war/bin, und meinem Leben, wie ich es gerne hätte, zu revidieren. Einige grundlegend, bis zur Unkenntlichkeit.
    Fassaden einreißen. Mitgefühl für mich selbst entwickeln. Mich den Schuldgefühlen stellen. Ach, es ist soviel, ich könnte ein Buch füllen.

    Zum Glück haben das andere wirklich getan. Ich habe wirklich viel über Alkoholismus gelesen. Im Internet (zum Beispiel in einem Forum wie diesem hier) und in Büchern. Erst später bin ich in eine SHG gegangen und habe begonnen, mich auch im realen Austausch als Alkoholikerin zu identifizieren. Das finde ich enorm stärkend.

    Kurzum, es ist diesmal ganz anders als bei meiner jahrelangen Trinkpause.

    Das Wichtigste für mich vielleicht: Ich bin total selbstbestimmt trocken. Ich wurde erst trocken, als ich getrennt war. In meiner Ehe hätte ich es nicht geschafft, behaupte ich heute mal. Und mein Ex war/ist kein Alkoholiker, das hatte andere Gründe.

    Für mich war gerade in der ersten Zeit auch sehr wichtig, herauszufinden, welche Funktion der Alkohol / das Trinken für mich hatte. Ich tat es ja, um mir „etwas Gutes zu tun“, einen Mangel zu stillen.
    Immer wieder nachfragen bei mir drinnen, welchen Mangel ich spüre, den ich stillen möchte. Und wie ich ihn wirklich stillen kann (denn Alkohol ist ja nur der Zudecker, nicht der Heiler.)

    Indem ich mich nach und nach mehr mit mir aussöhnte, konnte ich mich auch mehr gegenüber anderen Menschen öffnen und gewann einige sehr gute Freundschaften in den letzten Jahren. Mich anderen Menschen zu öffnen ist einer der Grundpfeiler meiner Trockenheit geworden.

    Und seit einem knappen Jahr mache ich auch (wieder) eine Psychotherapie, die mir hilft, an die tieferen Schichten heranzukommen. Das brauche ich, um einiges aufzulösen, das ich schon so lange ungelöst mit mir herumschleppe.

    Jetzt ist es ja doch etwas länglich geworden ... nochmal kurz und knapp, als meine positive Erfahrung gerade für die erste Zeit:

    - Allen Alkohol aus dem Umfeld weg
    - Reden, reden, reden (die „richtigen“ Freunde, SHG, Beratungsstelle, etc.)
    - zuhören (s.o.)
    - über Alkoholismus lesen und sich informieren
    - Freundlich und fürsorglich zu sich selbst sein

    Hast du eine Beratungsstelle/SHG, an die du dich wenden könntest?

    Ich wünsch dir alles Gute! Ich lese dich weiter.

    Camina

    Hallo Juscha,

    vielen Dank für deine Frage drüben „bei mir“. Darüber will ich noch ein bisschen nachdenken, weil ich die Beantwortung gar nicht leicht finde. Und dir dann dort auch antworten.

    Aber ich wollte dir schon mal sagen, dass ich es klasse finde, dass du zum Arzt gegangen bist, und dass du dich selbst sozusagen durch deine Handlungen in die „Pflicht nimmst“.

    Ich hatte, als ich trocken wurde, das Glück, bereits getrennt zu leben und mir dadurch ein alkoholfreies Umfeld schaffen zu können. Ohne das wäre es für mich wohl sehr schwer geworden.

    Ja, und an das Gefühl der Scham kann ich mich noch sehr gut erinnern. Sehr sehr gut, denn es sitzt tief. Aber auch hierbei hilft der Austausch.

    Ebenso wie bei der Angst vor dem „Verlust“ des Alkohols. Die hatte ich auch. Und die wenigstens bin ich wirklich los (an Scham- und Schuldgefühlen arbeite ich noch.) in der Hinsicht kann ich dir wirklich Mut machen.

    So viel erstmal kurz zwischendurch.

    Bis später,
    Camina

    Hallo Zera,

    ich bin selber erst so kurz hier (siehe mein Vorstellungsthread), dass es sich seltsam anfühlt, „Herzlich willkommen“ zu sagen. Aber ich freue mich, dass du hier bist, und wünsche uns einen guten Austausch.

    Und jetzt erstmal einen guten Start in die Woche.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Risu,

    jede solche positive Erfahrung mit sich selbst stärkt für die nächste Situation, habe ich festgestellt.

    Wie ist deine Entscheidung ausgefallen bezüglich Selbsthilfegruppe?

    Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Gerchla,

    ja, es ist nicht entscheidend, wann ich tatsächlich abhängig geworden bin. Aber für mich wichtig ist, festzustellen, dass ich längst abhängig war, als ich es selbst noch nicht wahrhaben wollte. Ich finde es für mich eine wichtige Erkenntnis, dass ich so gestrickt bin (und/oder die Suchterkrankung bei mir dazu führen konnte - wohl bei mir etwas von beidem), dass ich jahrelang mich selbst belügen konnte. Dass ich in einer verschobenen Realität leben konnte, so lange.

    Das ist wichtig für mich zu wissen, denn so kann ich ganz besonders achtsam sein, heute.

    ...
    Ich habe den Beitrag von Wolfsfrau heute im anderen Thread gelesen.

    Schon in der Vergangenheit habe ich tolle kluge Beiträge von dir gelesen, Wolfsfrau, und ich danke dir für dein Schreiben hier. Man merkt, dass du aus eigener, tiefer Erfahrung schreibst, und deine Erkenntnisse zur Befreiung von co-abhängigem Verhalten und Empfinden sind für mich sehr wertvoll, aufgrund meiner eigenen Geschichte und meinem eigenen Ringen um gesunde innere Unabhängigkeit/Abgrenzung.

    Viele Grüße,
    Camina

    Hallo Juscha,

    ich schreibe erst seit kurzem in diesem Forum, lebe jetzt seit fünf Jahren trocken und bin in deinem Alter. Ich möchte dir erzählen, wie es damals vor fünf Jahren bei mir war, als ich mit dem Trinken aufgehört habe. Ich war eher Spiegeltrinkerin, und ich hatte richtig stark Angst vor dem Aufhören. Ich dachte eigentlich, dass ich ohne Alkohol nicht leben kann, dass ich es nicht schaffe, aufzuhören, und ich hatte auch Angst vor Entzugserscheinungen. Aber ich war ganz sicher, dass ich nicht mehr als Trinkerin weiterleben wollte.

    Ich rief bei meiner Hausärztin an (wo ich ansonsten kaum mal gewesen war) und bat die Sprechstundenhilfe am Telefon um einen baldigen Termin. Sie fragte natürlich, worum es gehe, und ich murmelte etwas von Alkoholmissbrauch, Verdacht auf Abhängigkeit, puh, das kam mir schwer über die Lippen. Aber ich bekam gleich am folgenden Abend einen Termin, und die Ärztin hörte mir zu (mir kamen auch die Tränen), und obwohl sie mir scheinbar nicht so richtig „helfen“ konnte (denn aufhören musste ich ja nach wie vor selbst), gab sie mir eine Liste mit Suchtberatungsstellen und bat mich, gleich wiederzukommen, wenn es mir nicht gut gehen sollte. Erst einmal wollte sie mir kein Medikament aufschreiben.
    Als ich schon mit der Klinke in der Hand in der Tür des Arztzimmers stand, rief sie mich noch einmal zurück, stand auf, kam auf mich zu, schüttelte mir die Hand und sagte, wie sehr sie mich respektiere dafür, dass ich zu ihr gekommen sei und das Problem jetzt angehen wolle. „das finde ich ganz toll, und ich wünsche Ihnen alles Gute“, sagte sie, und ich ging nach Hause und fühlte mich nicht, so wie ich gedacht hatte, verachtenswert und minderwertig, sondern trotz (mit) meiner Suchtkrankheit geachtet und respektiert. Das war total unerwartet, und hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass ich tatsächlich trocken werden konnte, davon bin ich überzeugt. Zum ersten Mal offen zu sagen, dass mein Trinken außer Kontrolle geraten ist, dass ich Hilfe brauche, und auf Verständnis und Achtung zu stoßen.

    Ich wünsche dir, dass du die für dich richtigen Schritte gehen kannst jetzt und nicht weiter aushältst.

    Ich wünsch dir alles Gute!

    Camina

    Liebe Pardleo,

    ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie du und auch heimlich getrunken. In der Küche, aber ich hatte auch an verschiedenen Stellen im Haus meine Verstecke.

    Das Schlimmste für mich war der Verlust meiner Selbstachtung. Durch dieses ewige Lügen hab ich mich irgendwie selbst ganz „ausgehöhlt“, war nicht in Kontakt mit den anderen und nicht mit mir. Ich konnte darüber auch sehr lange nicht sprechen. Dass ich heimlich trank. Dass ich abhängig geworden war. Ich konnte das vor mir selber nicht zugeben. Und die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber ist das allerwichtigste.

    Bei mir war tatsächlich erst die Trennung von meinem Mann nötig. Zu sehr war die Beziehung, das Vertrauen schon zerstört. Aber so muss es bei dir ja gar nicht sein.

    Schön, dass du den Schritt gewagt hast, dich hier anzumelden und so ehrlich von dir zu schreiben. Ich wünsch dir Kraft für die nächsten Schritte. Einen nach dem anderen.

    Alles Gute!

    Camina

    Hallo Gerchla,

    das ist interessant: Als ich las, was du mir geschrieben hast, war ich erst ganz verwundert - „wieso Rückfall?“, aber dann hab ich natürlich verstanden. Und realisiert, dass ich mein wieder Trinken nach meiner ersten Abstinenzphase gar nicht als Rückfall wahrgenommen habe. Weil ich mich damals ja auch noch nicht als Alkoholikerin wahrgenommen habe. Aber es stimmt natürlich, ich war damals mit Sicherheit schon Alkoholikerin, und meine mehrjährige „Abstinenzpause“ war ein mehrjähriger Rückfall. Von außen betrachtet.
    Das zeigt mir wieder mal, wie sehr diese Krankheit - und die Genesung (sag ich mal) - von der eigenen Wahrnehmung bestimmt wird.

    Überspitzt gesagt: ich bin erst richtig und „offiziell“ für mich Alkoholikerin, seit ich es akzeptiert habe, dass ich es bin.

    Ich bin für mich nur froh, dass ich es diesmal (vor fünf Jahren) geschafft habe, lange genug trocken zu bleiben, um diese Erkenntnis zu erlangen. Daher ist für mich am Anfang der Abstinenz erstmal viel äußerlicher Abstand zum Alkohol wichtig und gleichzeitig viel Beschäftigung innerlich damit. Gerne im Austausch mit anderen Betroffenen, so wie hier.

    Gruß und schönen Start ins Wochenende,

    Camina

    Hallo Risu,

    ich bin auch erst kurz hier im Forum angemeldet. Ich bin knapp 50 und lebe seit fünf Jahren trocken. Verstanden, dass ich Alkoholikerin bin, habe ich erst in den letzten Jahren, obwohl ich wie du viele viele Jahre regelmäßig und missbräuchlich Alkohol getrunken habe.

    Was du beschreibst - gut auf dich zu achten und zu gucken, wie es dir gerade geht - das war auch für mich am Anfang die wichtigste Hilfe (und ist auch immer noch sehr wichtig). Und mir dann auch zu gestatten, etwas anders zu machen als vorher (in trinkenden Zeiten), auch wenn das um mich herum vielleicht Irritation auslöst.
    Das ist ja oft das Fatale - ist es bei mir - dass ich eben NICHT Irritation auslösen wollte bei meinen Mitmenschen, und dann u.a. auch getrunken habe, um in Situationen zu funktionieren, die nicht für mich passten. Und seit ich mit Trinken aufgehört habe, muss ich (darf ich!) lernen, nicht nur auf meine Befindlichkeit zu achten, sondern auch auf mich Rücksicht zu nehmen, mich zu BEachten.

    Zum Thema SHG: ich bin erst in eine gegangen, da war ich schon anderthalb Jahre trocken. Und seither gehe ich regelmäßig. Wenn du aber den Impuls ursprünglich hattest, versuchs doch einfach nochmal.

    Ja, und bei der Suchtberatung kannst du vielleicht einfach mal dich beraten lassen und gucken, was es noch für Möglichkeiten gibt, die dich unterstützen können. Du musst ja nicht so alleine für dich trocken werden, sondern kannst dir auch - zusätzlich zum Forum - noch Hilfen suchen.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Gruß
    Camina

    Danke für das Willkommen, Greenfox und Gerchla. Darüber freue ich mich.

    Ja, ich finde euer Engagement ganz toll, und ich habe schon viele Beiträge gerade von euch beiden gelesen, die ich als sehr wertvoll empfunden habe. Gerade auch, weil sie immer wertschätzend waren (sind).

    Bei mir war es so, dass ich extrem lange gebraucht habe, (sogar, als ich schon abstinent war), bis ich endlich kapiert hatte, dass ich süchtig geworden war. Die Beschäftigung mit Alkoholismus und das Lesen von Erfahrungen anderer Alkoholiker hat mir dabei entscheidend geholfen.

    Ich war vor meiner jetzigen Trockenheit auch vorher bereits einmal mehrere Jahre abstinent, sogar nach einer stationären Langzeittherapie, aber damals hatte ich trotzdem nicht verinnerlicht, dass ich suchtkrank war. Alles in mir wehrte sich gegen diese Erkenntnis.

    Gerade, weil ich diese Widerstände gegen die Krankheitseinsicht aus meiner eigenen Erfahrung kenne, finde ich den wertschätzenden Austausch unter Betroffenen so wichtig und hilfreich. Weil ich dadurch das Gefühl bekommen habe, nicht wertlos und verachtenswert zu sein, weil ich süchtig bin, sondern ein genauso wertvoller Mensch wie jeder Nichtsüchtige.

    Ich muss(te) erst wieder mühsam lernen, mich selbst zu achten. (Und bin immer noch dabei.)

    Und dankbar bin ich auch, genau wie du es schreibst, Gerchla. Dankbar, dass ich aufhören konnte, und dankbar für das Leben, das ich seither führen kann.

    Ich will mich gerne - nach meinen Möglichkeiten - hier mit meinen Erfahrungen mit mir einbringen und von euren Erfahrungen mit euch lernen.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo,

    ich habe mich heute hier registriert, weil ich mich in eurem Forum gerne gelegentlich am Austausch beteiligen möchte. Ich lese bereits länger immer mal hier mit, oft mit großem Gewinn, war aber bisher noch nicht entschlossen, mich vielleicht auch aktiv beteiligen zu wollen.

    Ich bin weiblich, noch nicht ganz fünfzig, und feiere in diesen Tagen meinen fünften Trockengeburtstag. Vielleicht ist das auch der Anstoß, mich heute hier anzumelden. Vielleicht als kleinen Meilenstein, eine Wegmarkierung (ohne dass ich darüber vorher groß nachgedacht hätte, als ich anfing, diese Vorstellung zu schreiben).

    Ich bin sehr dankbar, dass ich vor fünf Jahren mit dem Trinken aufhören konnte. Mein Leben hat sich seitdem ziemlich verändert. Ich habe viel verändert.

    Der Austausch mit anderen trockenen Alkoholikern ist für mich im Rahmen meiner Selbsthilfe ein wichtiges Element. Ich bin/war auch noch in einem anderen Forum aktiv und bin auch außerhalb des Internets in einer Selbsthilfegruppe.

    Und nun bin ich auch hier.

    Vielen Dank für die Aufnahme.

    Camina