Beiträge von Camina1969

    Hallo liebe Phoenix,

    was du von der Reaktion deiner Familie (deines Vaters) erzählst kommt mir bekannt vor. In meiner Herkunftsfamilie waren (auch?) die Verantwortlichkeiten für die eigenen Gefühle nicht klar. Der Vorwurf des „Egoismus“ war einer der schlimmsten für mich als Kind und Heranwachsende. Da klingt also durch deine Erzählung viel eigenes Erinnern, aber auch mittlerweile eigene Klärung bei mir an.

    Dein Vater ist für seine eigenen Gefühle verantwortlich. Lass dich nicht verunsichern.

    Ansonsten gratuliere ich dir zu deiner erlangten Klarheit bezüglich der Trennung und wünsche dir alles Gute auf deinem sicherlich nicht einfachen Weg in die innere Unabhängigkeit. Vielleicht kannst du dir auch Unterstützung durch eine Psychotherapie holen?

    Herzlichen Gruß
    Camina
    w, trockene Alkoholikerin, geschieden

    Hallo Bine,

    Du fragst ja nochmal nach Meinungen und Erfahrungen (von denen ich letztere immer deutlich hilfreicher finde).

    Also, mein Vorschlag ist zunächst mal, dass du deinen Faden nochmal von Anfang an durchliest. Und dann zum Schluss nochmal das, was du heute geschrieben hast:

    Zitat

    An Heiligabend und Silvester habe ich jedoch Wein getrunken - in Maßen (in Gesellschaft hatte ich ja aber nie wirklich ein Problem). In den Momenten hat es mir nichts gemacht, im Nachhinein frage ich mich aber ob es nicht kontraproduktiv ist gelegentlich etwas zu trinken.

    Was meint ihr dazu?
    Ich weiß es ist bei jedem individuell, aber mach ich mir etwas vor?

    Weshalb ich es nicht ganz lasse? Naja, in meiner Familie gehört es zu einem schönen Abend, Wein hat für mich etwas mit Genuss zu tun...
    Lass ich mir damit ein Hintertürchen offen?

    Ich würde sagen, da ist die Vordertür noch weit offen, wenn du verstehst, was ich meine.

    Kurz und bündig ist meine Erfahrung, dass ich als Alkoholikerin nicht mehr „ein Gläschen zu besonderen Anlässen“ trinken kann. Und als ich noch nicht verstanden hatte, dass ich Alkoholikerin bin, habe ich es so wie du versucht, und mir nur selber etwas vorgemacht.
    Mittlerweile fehlt mir bei besonderen Anlässen ohne Alkohol auch nichts mehr. Im Gegenteil. Das hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten.

    Ansonsten haben dir (s.o.) Dietmar, Gerchla und die anderen schon wertvolle Hinweise gegeben und Vorschläge gemacht. Umsetzen kannst du sie aber nur selber.

    Zitat

    Eine Selbsthilfegruppe habe ich gesucht und werde dort nach den Feiertagen mal hin gehen.
    Eine Beratungsstelle werde ich mal kontaktieren

    Wie wärs, morgen mal in die offene Sprechstunde der örtlichen Suchtberatung zu gehen?

    Alles Gute!
    Camina

    Hallo Struggling63,

    willkommen hier. Finde ich gut, dass du dir Gedanken um deinen Alkoholgebrauch machst. Ein paar Dinge sind mir ins Auge gefallen in deinem Text, so zum Beispiel „Kontrollverlust“, „Erinnerungslücken“, „..für die ich mich schäme“, „Selbstregulation“, „den Alkohol instrumentalisiere“.

    Es gibt ja im Netz so Tests (die hab ich früher öfter gemacht...), und wenn du magst, kannst du ja mal einen machen, zum Beispiel von Kenn-dein-Limit, und die Fragen ehrlich beantworten. Vielleicht hilft dir das Ergebnis, noch klarer zu sehen, wo du stehst, so zwischen riskantem Konsum und Abhängigkeit.

    Ein weiterer Vorschlag wäre, mal zu einer Suchtberatung zu gehen und dort von dir zu erzählen, dich beraten zu lassen.
    Und ein guter Ort, sich über das Thema auszutauschen, ist auch eine örtliche Selbsthilfegruppe, wo auf jeden Fall Leute sind, die sich auskennen und dich verstehen.

    Zu deinem Nick kann ich dir übrigens von mir noch sagen, dass mein „Struggle“ endlich erst dann aufgehört hat, als ich nach vielen Jahren des „struggling“ endlich akzeptieren konnte, tatsächlich Alkoholikerin zu sein. Ob du es bist, kannst du nur selbst feststellen. Aber weißt du, ich finde es viel besser, Alkoholikerin und trocken zu sein, als „nur ein Alkoholproblem“ zu haben und ständig kämpfen zu müssen.

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch. Und wenn du Fragen hast oder noch was von dir schreiben willst, bekommst du bestimmt auch hier hilfreiche Rückmeldungen.

    Alles Gute,
    Camina

    Auch ich möchte mich anschließen und wünsche uns allen einen zuversichtlichen Start ins Neue Jahr.

    Es ist ganz neu und alles ist noch offen, ist das nicht toll?
    Ich wünsche mir und Euch da draußen ein selbstbestimmtes, gesundes 2019!

    Camina

    Hallo Jutta und herzlich willkommen hier. Ich bin weiblich, Ende vierzig und alkoholabhängig, seit fünf Jahren zum Glück trocken.

    Ich hab zunächst nichts bei dir geschrieben, weil du schon so tolles Feedback bekommen hast, aber ich will dir jetzt doch sagen, dass ich mich für dich freue, dass du mit deinem Mann offen sprechen konntest und er dich unterstützen will. Ich schließe mich Trotzpeter an in seiner Empfehlung, dein gesamtes Zuhause alkoholfrei zu machen. Ich selbst habe immer heimlich getrunken und der Keller war dazu ideal geeignet.

    Und ich will dir Mut machen, mit deiner Ärztin / deinem Arzt zu sprechen.

    (Ich kenne die Scham, von der du schreibst, ganz genau.)

    Alles gute und einen guten Austausch dir!

    Camina

    Hallo Patricia,

    ganz schöner Stress heute ... (oder?) ... also für mich wär es das gewesen. Aber ich bin auch besonders empfindlich so in Menschenmengen wie z.B. bei diesen großen Möbelhäusern. (Auch bei solchen Unternehmungen hätte ich früher Wein „gebraucht“, um alles etwas abzudämpfen, sozusagen.)

    Hast du eigentlich dein Zuhause alkoholfrei gemacht? Das ist mir zum Beispiel nach wie vor sehr wichtig. Und am Anfang war‘s unabdingbar.

    Und noch eine Frage: hast du deinen Plan umgesetzt, deinen Hausarzt zu kontaktieren?

    Ich hoffe, es ist ok, dass ich so nachfrage. Aber ich glaub, es ist wirklich wichtig, jetzt am Ball zu bleiben, wenn du es (mit dir) ernst meinst.

    Herzlichen Gruß
    Camina

    Hallo Sanny,

    Zitat

    Ich hätte niemals gedacht das gerade auch Frauen Probleme mit Alkohol haben.

    Für mich war es auch ein ganz schöner Angang, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Obwohl ich damals schon einige Zeit trocken war. Aber so von Angesicht zu Angesicht anderen Menschen gegenüber zu sitzen, die ganz genau wissen, warum ich da bin; denen ich nichts vormachen kann (und es ja auch nicht will), das war schwer und unheimlich wichtig, und genau wie dir geht es mir mittlerweile so, dass mir die Gruppe fehlt, wenn ich mal eine oder sogar zwei Wochen nicht hingehen kann. Und genau wie du hatte ich arg mit Vorurteilen gegenüber Alkoholikern zu kämpfen, und somit ja auch mit Vorurteilen mir selbst gegenüber, wenn ich denn akzeptierte, Alkoholikerin zu sein ... dass ich über meine Alkoholerkrankung auf tolle Frauen treffe, die ich zutiefst respektiere und wertschätze, hätte ich nie gedacht. Und dadurch gelingt es mir irgendwie auch ein bisschen leichter, mir selbst (wieder) mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

    Darf ich dich fragen, ob du im letzten Jahr in deinem Leben noch andere Dinge geändert hast, abgesehen davon, den Alkohol wegzulassen?

    Gruß,
    Camina

    Hallo und herzlich willkommen,

    schön, dass du dich hier angemeldet hast und dich hier austauschen willst. Ich bin w, knapp älter als du und ein paar Jahre trocken, und auch ich finde den fortgesetzten Austausch mit anderen trockenen Alkoholikern sehr hilfreich für mich.

    Dir auch einen schönen zweiten Weihnachtstag-Abend und einen guten Austausch hier.

    Viele Grüße,
    Camina

    Hallo Patricia,

    wie geht es dir heute?

    Als ich deinen Beitrag las, habe ich mich an mich erinnert gefühlt. Auch ich trank heimlich, versteckte Flaschen und wusste nicht, warum ich „alles kaputt“ machte, so wie du auch von dir schreibst.

    Ich hab vor ein paar Jahren den Absprung geschafft, zum Glück, und das kannst du auch.

    Das Wichtigste für mich war Ehrlichkeit mit selbst gegenüber. Und dass ich meine Angst überwand.

    Die anderen hier haben dir ja schon viele Tipps und Hinweise gegeben.

    Eine Zeitlang aus dem vertrauten Umfeld weg zu sein kann auch hilfreich sein. Da (in der LZT) darfst du dich dann einmal nur um dich selber kümmern und lernen, wie es dir wieder gut gehen kann.

    Ich wünsche dir Kraft und Mut!

    Camina

    Hallo Outdoorfan,

    ich bin im Zuge des Trockenwerdens in intensiveren Kontakt mit mir selbst und der Welt gekommen. Ich erlebe Verbundenheit mit mir, (mal mehr mal weniger) und dann auch Verbundenheit mit anderen, und irgendwie zieht dieses Gefühl - oder dieses Gewahrsein, oder wie du das nennen willst - immer weitere Kreise, wie in einem See, in den ein Stein gefallen ist, du kennst das Bild bestimmt. Indem ich mir selber näher komme und mir mit wohlwollender Akzeptanz und Wärme begegne, kann ich auch anderen näher kommen und ihnen wohlwollend und bejahend begegnen, und in dieser allmählichen Erweiterung über mein nächstes Umfeld hinaus hat das für mich durchaus eine spirituelle Ebene.

    Ich finde es schwer, das zu beschreiben.

    Aber die kurze Antwort ist Ja, Spiritualität entsteht in meinem trockenen Leben und ist eine positive, stärkende Kraft.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Micha,

    willkommen. Ich bin auch erst kurz hier im Forum und fünf Jahre trocken.

    Was wünschst du dir denn von einer einer Online Plattform, die nicht „nur vorgibt“, eine SHG zu sein?

    Grüße,
    Camina

    Hallo Britt,

    ich hab deinen Thread jetzt von Anfang an gelesen.

    In einigem fühle ich mich an meine frühere Situation erinnert (z.B. In Bezug auf deinen Mann), an anderen Stellen habe ich ein paar Fragezeichen.

    Ich stell einfach meine Fragen mal.

    Du schreibst viel vom nicht zufrieden sein. (Ich weiß, du schreibst von „nicht zufrieden trocken“, aber ich bleib mal bei dem „nicht zufrieden“)
    Was müsste anders sein, damit du zufrieden wärst?
    (Gerchla hat dich das auch schon mal gefragt.)

    Hast du in den fünf Jahren, die du, wie du schreibst, trocken bist, öfter mal Rückfälle gehabt, so wie neulich? Oder war das dein erster Rückfall in den fünf Jahren?

    Du erzähltest von deinem Urlaub, und dass er schön gewesen sei. Aber du kamst auch mit weiterhin geringem Selbstwertgefühl zurück, oder?

    Zitat

    Mein Mann ist toll ... Ich kann das nicht.


    Denkst du, deine Beziehung zu deinem Mann tut dir - alles in allem - gut?

    Du hattest im Sommer mal über eine StoF Therapie nachgedacht. Hast du sowas vor?

    Ich weiß, dass ich viele Fragen auf einmal stelle, aber sie drängen sich mir so auf, und da stell ich sie jetzt einfach alle mal.
    Mir ist aufgefallen, dass du dich zwar sehr oft für die Beiträge von anderen bedankst, aber auf konkrete Fragen eher wenig eingehst.

    Ich kann dir zum einen sagen, dass ich wirklich an den Antworten interessiert bin, und zum anderen, dass ich dir ganz viel Mut wünsche, deinen Weg zu suchen, zu finden und ihn dann auch zu gehen. Ich habe selber, wie ich schon schrieb, in einer unguten narzisstisch geprägten Beziehung gesteckt, und ich weiß, wie schwer es ist, sich daraus zu befreien.

    Hast du noch andere enge Bezugspersonen in deinem Umfeld?

    Aber jetzt genug gefragt. Ich wünsch dir einen schönen Adventssonntag.

    Camina
    W, 49, 5 Jahre trocken

    Liebe Rachel,

    ich bin gerade über deine Vorstellung vor einem Monat „gestolpert“ und wollte mal fragen, wie es dir jetzt geht?

    Was macht der Alte Drache?

    Beim Lesen deiner Vorstellung hatte ich die Idee, dass dir vielleicht ja eine Langzeittherapie (stationär) helfen könnte.

    Ich schicke dir jedenfalls einen adventlichen Gruß und gute Wünsche.

    Camina

    Hallo Silbermöwe,

    schön, dich hier zu lesen. Ich freue mich, dass du dich hier angemeldet hast und hier etwas von deinen Erfahrungen teilen willst. Dein Titel Frei sein spricht mich an, denn das ist es, was ich empfinde, seit ich mich vor fünf Jahren vom Trinken und aus einer destruktiven Beziehung befreien konnte. Und so frei will ich bleiben.

    Auf einen guten Austausch hier.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Changemaker,

    (Ich mag den Namen, klingt nach „aktiv sein Leben in die Hand nehmen“)

    Auch von mir willkommen hier, auch wenn ich selber erst kurz hier bin. Trocken bin ich seit etwa fünf Jahren. Auch ich nutze deine Mischung aus Informationen und Austausch, um meine Abstinenz (und meine Zufriedenheit) zu erhalten und zu stabilisieren. Daher freue ich mich auch, dass du dich hier austauschen willst.

    (Obwohl ich selber gerade leider zu wenig Zeit habe, um so oft zu schreiben, wie ich es gerne täte.)

    Beste Grüße,
    Camina