Beiträge von Camina1969

    Hallo Chelsea,

    ich hab ziemlich lange gebraucht, bis ich mich endlich in eine SHG „getraut“ habe.

    Ich bin jetzt seit ein paar Jahre in meiner Gruppe, die eine „Dialoggruppe“ ist. Wir haben immer auch mal Neue da, und dann wird es so gemacht, dass wir erst ganz normal unsere „Blitzrunde“ machen, (in der jeder sagt, wie es ihr/ihm gerade geht oder was ihr/ihm sonst gerade wichtig ist), so dass der oder die Neue erstmal nur zuhören kann. Dann wird die Neue gefragt, ob sie auch ein bisschen von sich erzählen möchte. Insgesamt wird sehr auf wertschätzenden Umgang geachtet.

    Ich wünsch dir morgen eine gute Erfahrung. Denk dran, dass du dort nichts „leisten“ musst. Du bist nur für dich da. Alles andere ergibt sich.

    Viele Grüße und alles Gute
    Camina

    Hallo Mara,

    auch von mir willkommen hier. Ich bin noch nicht so lange in diesem Forum hier, aber jetzt ein paar Jahre trocken. Bin auch Mutter, übrigens.

    Wie ist es dir am Wochenende ergangen? Wie hast du dich während der Feier verhalten? Konntest du deinen Wunsch, alkoholfrei zu leben, mit dem ein oder anderen Familienmitglied ansprechen?

    Ich hab anfangs auch ganz für mich alleine und quasi unbemerkt aufhören wollen, bis mir klar wurde, dass ich mir in Wirklichkeit eine Hintertür aufhalte, um „unbemerkt“ auch wieder trinken zu können.

    Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg natürlich, und glaube, du würdest es dir leichter machen, wenn du weitere Hilfe in Anspruch nähmest, zum Beispiel über eine Suchtberatung.

    Viele Grüße
    Camina

    Liebe Teddie,

    Zitat

    Sicher hat es schon einige Zeit vorher in mir " gebrodelt " .
    [...]
    Ich muss da jetzt genau hinschauen warum das passiert ist .
    [...]
    Ich wollte immer so gerne "normal " sein und ein Glas oder zwei mit Genuss trinken ….

    Ich habe ein paar deiner Sätze mal aus dem Zusammenhang genommen und hier zitiert.

    Wie genau sah das „Brodeln“ in dir aus? Welche Gedanken hattest du da?

    In meiner SHG gibt es auch nur genau einen Alkoholiker, der sich als „Quartalssäufer“ bezeichnet, der also auch immer längere Pausen problemlos machen konnte. Er sagte, gerade deshalb hat er (Jahre!) länger gebraucht, um zu seiner persönlichen Kapitulation zu kommen. Und das kann ich mir vorstellen, dass es schwer ist, gerade wenn andere (Nichtsüchtige oder (ehemalige) Pegeltrinker) die eigene Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, in Zweifel ziehen, wenn auch vielleicht nicht absichtlich.

    Von mir also heute die obigen Fragen an dich, (für dich!) und ich wünsch dir einen guten Start in die neue Woche!

    Viele Grüße,
    Camina

    Hallo Teddie,

    auch von mir herzlich willkommen, schön, dass du dich hier am Austausch beteiligen willst.

    Auch mich würde interessieren, wie es zu dem Rückfall kam.

    Ich bin auch weiblich, alleinerziehend und im vergangenen November fünf Jahre trocken.

    Herzliche Grüße,

    Camina

    Hallo Leila,

    herzlich willkommen auch von mir. Ich kann deine Angst und Scham total verstehen, denn mir ging es genauso.
    Dieses Mich Schämen, dass ich süchtig bin, das hat mich länger in der (aktiven) Sucht festgehalten als irgend etwas sonst.

    Mein Tipp (zusätzlich zu allem, was dir Greenfox schon geschrieben hat) ist, jetzt einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Aber auch wirklich loszugehen.

    Als ich vor einigen Jahren an einem ähnlichen Punkt war wie du jetzt, da bin ich (weil ich Angst vor den Entzugserscheinungen hatte) zu meiner Hausärztin gegangen und habe ihr erzählt, was Sache ist. Es fiel mir sehr schwer. Aber ihre Reaktion hat mich überrascht und gestärkt. Sie gab mir nicht das Gefühl, dass ich mich schämen müsste, sondern sie sagte, dass ich stolz sein könne, dass ich jetzt den Weg aus der Sucht nehmen möchte. Dass sie es toll findet, dass ich zu ihr gekommen bin.

    Und genauso ist es: Du kannst stolz darauf sein, jetzt die Stärke zu finden, aufhören zu wollen.

    Ich habe mich übrigens auch erst eine ganze Zeit später in eine reale SHG „getraut“ und habe dort unglaublich viel Rückhalt und Verständnis erfahren.

    Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg zurück in ein freies, selbstbestimmtes Leben!

    Herzlichen Gruß
    Camina

    Hallo Nele,

    vielen Dank für dein weiteres Eingehen auf meinen Betrag. Du kommst bei mir überhaupt nicht unhöflich oder unfreundlich an, im Gegenteil.

    Meine Fragen waren übrigens auch gar nicht unfreundlich gemeint. Auch hier im Gegenteil. Mich haben Fragen anderer mitunter weiter gebracht, aber manchmal auch frustriert oder irritiert. Und nicht selten beides.

    Ich freue mich für dich über deine Brise Hoffnung, und auf den weiteren Austausch mit dir.

    Hab einen trockenen und frohen Freitag.

    Camina

    Hallo Nele,

    Auch Worte können eine Fassade sein. Eine Nebelwand aus Worten.

    Ich les dich total gerne, schon immer, und finde es toll, wie du Worte findest, und welche.

    Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass du dich dir selbst vom Leib hältst so ein bisschen. Du hast selbst das Wort „Verbindlichkeit“ benutzt, und vielleicht ist es das.

    Du schreibst

    Zitat

    Seit heute Morgen habe ich das Gefühl, ich habe mich entschieden.

    Wofür, oder wogegen?
    Vielleicht stehe ich auch einfach nur auf dem Schlauch.

    Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn du hier bleibst, verbindlich wirst, und deine Trockenheit für wert hältst, darum zu kämpfen.

    Ich wünsch dir einen Mittwoch Abend mit Momenten der Ruhe im Bauch.

    Camina

    Hallo Nele,

    Zitat von „Nele“

    ... in dem ich zum ersten Mal überhaupt aussprechen konnte, dass ich Alkoholikerin bin. Es hat mich Jahre gekostet, dahin zu kommen.

    Das ging mir auch so. Bei mir war die innere Verleugnung so stark, dass ich erst viele Monate abstinent sein musste, bevor ich es mir eingestehen konnte.

    Ich hab dir zu Fassade geschrieben, und ich meinte tatsächlich nicht die des heimlichen Trinkers.

    Zitat von „Nele“

    Mein Problem ist anscheinend, dass ich selbst in einem Zustand tiefster Niedergeschlagenheit nach zwei Tagen ohne Alkohol wieder auf der Matte stehe und Energie und Stärke ausstrahle.

    Ich meinte eher etwas, das damit zu tun hat.

    Zitat

    Vielleicht nehme ich mich dann selbst nicht mehr ernst mit meinem Problem.

    Warum, glaubst du, ist das so?
    Bei mir war es so, dass ich eine kompetente Fassade aufrechterhalten habe, als ob es um mein Leben ginge. Perfektionistisch. Fehler, Schwächen mir selbst nicht zugestehend. Ich krieg das schon hin.


    Zitat

    Ich würde jetzt gern lernen, mit einem Lächeln nein zu sagen und nicht mit der Faust in der Tasche oder weil ich mich stur, gelangweilt oder distanziert an Prinzipien und eigenen Gesetzen langhangle.

    Ich glaube, das kommt erst mit der Zeit. Also bei mir jetzt zum Beispiel, da kam das Lächeln irgendwann. Aber am Anfang ging es ganz schlicht darum, überhaupt erst einmal wahrhaft Nein zu sagen. Bzw. Ja zur Nüchternheit.

    So, wie du neulich geschrieben hast,

    Zitat

    habe ich mir etwas eingeflößt, um ...zu...

    wirkt es so, als hättest du das noch nicht. Und das schreibst du ja auch. Dass eine Entscheidung fällig ist.

    Was könnte dir dabei helfen, sie zu treffen?

    Viele Grüße,
    Camina

    Hallo Nele,

    Willkommen auch von mir, Alkoholikerin, noch nicht lange hier im Forum, seit 2013 zum Glück trocken, und (wie du?) eine Meisterin darin, mir selbst etwas vorzumachen.

    Ich finde auch, du liest dich verständlich, mehr noch, du liest dich für mich sehr angenehm und kurzweilig, und ich frage mich (und jetzt dich), ob du dich gut selber mit Worten quasi austricksen kannst.

    Du schreibst

    Zitat

    Erschreckenderweise habe ich momentan nicht das Gefühl, dass ich um meine Abstinenz kämpfen würde.

    Warum würdest du das nicht?
    Und warum erschreckt dich das?

    Mir hat zu Beginn meiner Abstinenz mal ein kluger Mensch geschrieben, dass gerade solche wie ich, die im Kopf immer mal ne Runde extra drehen, und die hinter Fassaden leben, besonders „schwierige Fälle“ also, gern auch mehr Hilfe gebrauchen können. Reale SHG hattest du schon mal? Wär das nochmal ne Idee? Und wenn du noch so nah dran bist, noch so mitten drin bist im nassen Leben, wäre eine Therapie vielleicht ja auch hilfreich für dich.
    Mal richtig „die Waffen strecken“ und sagen, ich brauch das jetzt, ich will endlich aufhören, mich so durchzumogeln und mir und anderen etwas vorzumachen, bis ich an Leberzirrhose krepiere.

    Schön auf jeden Fall, dass du hier bist, und ich hoffe, du nimmst meine Worte ungefähr so wahr, wie sie gemeint sind.

    Schönen Sonntag Nachmittag dir!

    Camina

    Hallo Kookie,

    Glückwunsch zur gestrigen Bewältigung des Suchtdrucks! Mir hat auch ganz profan geholfen, immer eine Flasche Mineralwasser griffbereit zu haben. Auch unterwegs.

    So wie du hab ich auch anfangs - und noch immer - viel über die Krankheit gelesen, auch ganz viele Erfahrungsberichte. Habe auch, wenn möglich, nachgefragt, und schreibend sortiert und so versucht, mir selbst gegenüber so ehrlich wie möglich zu sein.

    Wenn du dir die Situation gestern nochmal vor Augen führst, weißt du, was das akute Trinkverlangen ausgelöst haben könnte?

    Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg. Es hilft wirklich, wenn du momentan deine Nüchternheit an die erste Stelle setzt.

    Alles Gute,
    Camina

    Hallo S.,

    herzlich willkommen, und Glückwunsch zu den ersten acht Tagen deines neuen, trockenen Lebens!

    Ich kenne mich mit einem medikamentengestützten Entzug nicht aus, da gibt es hier sicherlich andere, die mehr davon verstehen, aber für mich liest es sich so, als könntest du morgen nochmal einen Arzttermin vertragen.

    Ich bin übrigens auch alleinerziehende Mutter, daher weiß ich auch, dass vieles schwierig zu organisieren ist, zum Beispiel auch eine längere stationäre Entwöhnungsbehandlung ... aber vielleicht kannst du täglich morgens beim Arzt vorbeischauen diese Woche, um engmaschig den weiteren Entzug begleiten zu lassen? Diese körperlichen Entzugssymptome sind in ein paar Tagen vermutlich (!) vorbei.

    Hast du weitere Termine in der Suchtberatung vereinbart? Vielleicht kannst du ja auch eine ambulante Therapie machen. Woanders las ich heute den Rat (von Gerchla, glaube ich), zu Anfang möglichst viele Hilfsangebote wahrzunehmen und auszuprobieren. Das finde ich auch sinnvoll.

    Ich habe in der ersten Zeit des Trockenwerdens erstmal nur sehr viel über Alkoholismus gelesen, Bücher, und im Internet. Irgendwann hab ich mich dann auch einer Online-Selbsthilfegruppe wie dieser hier angeschlossen, und später dann auch einer im „analogen Leben.“ (Eine Langzeittherapie hatte ich allerdings bereits Jahre zuvor gemacht.)

    Der Austausch mit anderen Menschen, darunter mehrere andere trockene Alkoholiker*innen, ist sicherlich einer der Hauptpfeiler meiner Trockenheit.

    Ich wünsch dir, dass du dran bleibst, und freue mich, weiter von dir zu lesen.

    Alles Gute und viele Grüße
    Camina

    Hallo Sharon,

    ich bin jetzt etwas über fünf Jahre trocken und habe noch in regelmäßigen Abständen (alle ein oder zwei Monate vielleicht) Träume, in denen ich Alkohol trinke oder getrunken habe.

    Bei mir ist das im Traum immer negativ besetzt, also kein Wunsch, sondern ein Schrecken. Und das ist auch das, was ich daraus ableite: auf mich aufzupassen. Nicht (nur) in Bezug auf Alkohol, sondern insgesamt zu schauen, dass es mir gut geht. Körperlich und seelisch.

    Die Gefühle in den Trinkträumen sind die von „damals“; oft sind es: Schrecken, Scham, Panik, ein Gefühl von Wertlosigkeit, von Überforderung, von Ausweglosigkeit. Und das zeigt sich dann in meinem Traum in Verbindung mit einer Alkoholsituation (weil ich ja nun mal Alkoholikerin bin).

    Ich gucke also schon, was ich da wohl gerade unterbewusst verarbeite, und oft hat es mit Alkohol gar nichts zu tun, auch wenn es sich im Traum so manifestiert.

    Ansonsten finde ich den Link von Dietmar interessant.

    Und heiße dich auch noch herzlich willkommen. Schön, dass du dich hier mit deinen Erfahrungen einbringen und mit uns austauschen willst.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo NiTho,

    danke für deine ausführliche Vorstellung.

    Für mich war der Alkohol auch lange ein Mittel, um besser klarzukommen oder überhaupt zu funktionieren in meinem Leben. So beschreibst du es ja auch, dass du das Bier quasi als „Medizin“ einsetzt, um mit deinen Ängsten klarzukommen. Irgendwann verstärkte bei mir der Alkoholkonsum meine psychischen Probleme nur noch, und spätestens da war ich dann in der Suchtspirale drin.

    Du schreibst, dass du die Zeit, in der deine Familie in der Reha ist, für dich nutzen willst.
    Ich habe damals vor ein paar Jahren mit meiner Hausärztin gesprochen. Hast du einen Arzt, mit dem du über deinen Alkoholkonsum sprechen kannst? Alternativ könntest du auch in eine Suchtberatung gehen. Vielleicht wäre für dich eine Entgiftung mit anschließender Langzeittherapie eine gute Möglichkeit, auch die Ursachen hinter der entstandenen Sucht anzugucken und zu bearbeiten. Mir hat Therapie schon sehr geholfen, auch bei der Selbstakzeptanz zum Beispiel.

    Morgen ist Montag, das wäre doch ein guter Tag, um zum Arzt und/oder zur Suchtberatung zu gehen.

    Viele Grüße, alles Gute und einen guten Austausch hier.

    Camina

    Liebe Britt,

    Zitat

    Ob mein Mann Hilfe in Anspruch nimmt, kann ich dir noch nicht sagen.

    Ja, ist ja auch nicht deine Aufgabe, da war meine Frage vielleicht ein bisschen fehl am Platze.

    Ich kenne (allerdings aus meiner noch einigermaßen nassen Zeit) auch so eine Regelung mit meinem damaligen Mann und mit einem Alkoholtester. Für mich und für die Ehe war das letztlich nicht hilfreich. Ich fühlte mich sehr schlecht, und mein Mann gewann dadurch auch nicht das Vertrauen zurück. Deshalb fragte ich dich so explizit danach.

    Zitat

    Warum gibt dir der Alkoholtester Sicherheit?
    Und warum gibt er deinem Mann Vertrauen?

    Welche Sicherheit für dich meinst du?
    Und das Misstrauen, unter dem dein Mann leidet, ist letztlich etwas, bei dem du ihm nur bedingt helfen kannst, Alkotester hin oder her. Deshalb fragte ich, ob er sich denn auch Hilfe holt. Denn der Mangel an Vertrauen ist letztlich ein Problem, das er hat.

    Hallo Greenfox, ich kann mir vorstellen, dass es so wie von dir beschrieben laufen kann und auch eine Zeitlang helfen kann. (Bei so Sachen wie Autofahren oder so, bei noch trinkenden Partnern, wie hier auch in einem anderen Thread beschrieben.) Allerdings entsteht Vertrauen letztlich nicht durch Sicherheit, oder? Wäre vielleicht interessant, das nochmal woanders zu thematisieren.

    Soweit ich dich, Britt, verstanden hatte, bist du ja nun schon fast fünf (!) Jahre trocken und hattest nur im November den einen Rückfall, den du aber vor deinem Mann auch nicht geheimgehalten hast.

    Auch vor diesem Hintergrund würden mich deine eigenen Antworten auf meine Fragen nach wie vor interessieren. Aber nur, wenn es auch dir etwas bringt, sie zu beantworten.

    Viele Grüße
    Camina

    Hallo Britt,

    finde ich auch sehr stark von dir, dass du präventiv in die Klinik gegangen bist. Und ich finde es ja auch toll, dass das geht - eine Woche, ohne dass man Alkohol getrunken hat, sondern „nur“ um sich zu stabilisieren. Und jetzt auch die ambulante Weiterbehandlung: Für mich klingt das wie eine richtig gute Entscheidung.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist dies:

    Zitat

    Um mir mehr Sicherheit und meinem Mann mehr Vertrauen zu geben, habe ich einen Alkoholtester gekauft.

    Warum gibt dir der Alkoholtester Sicherheit?
    Und warum gibt er deinem Mann Vertrauen?

    Wird dein Mann denn auch Termine für sich selbst als Angehöriger wahrnehmen? Klingt für mich so, als könnte das für ihn auch hilfreich sein.

    Ich wünsche dir auch ein schönes, gemütliches und trockenes Wochenende.

    Gruß,
    Camina

    Liebe schlaflos,

    ich danke dir, dass du uns (mich) hier teilhaben lässt. Du hast dich aufgemacht. Das finde ich toll. Und ich werde weiter bei dir lesen und Anteil nehmen, auch wenn ich nicht immer etwas zu schreiben habe. Aber du schreibst, und ich lese sehr gerne. :)

    Alles Gute weiterhin.

    Camina

    P.S. ich lese gerade meinen kurzen Text nochmal durch und merke, dass man „du hast dich aufgemacht“ auf zweierlei Weise verstehen kann. Ich meinte: Du hast dich auf (den Weg) gemacht. Aber eine andere, ebenso passende Interpretation ist „Du hast dich geöffnet“. Danke dafür.

    Hallo Ty,

    Danke für das Teilen deiner Sucht- und Trockengeschichte. Ich freue mich, dass du dich mit deinen Erfahrungen hier einbringen willst (ich bin selber noch nicht lange in diesem Forum aktiv).

    Ich habe deinen Bericht mit großem Interesse gelesen.

    In der Rückschau, kannst du da noch konkreter sagen, was letztlich zu deinem „Klick“ geführt hat?

    Du schreibst ja

    Zitat

    Irgendwie fing es in meinem Unterbewusstsein an zu arbeiten.

    Und etwas weiter unten schreibst du

    Zitat

    ..war die Zeit wohl reif ...

    Kannst du genauer sagen, was es letztlich war, das dir ermöglichte, endlich trocken zu werden?

    Ich hab bestimmt gelegentlich noch mehr Fragen, aber jetzt erstmal nochmal ein herzliches Willkommen!

    Gruß,
    Camina
    W, 49, trocken seit 2013

    Liebe MiaPi,

    deine Erzählung berührt mich sehr, und der Grund, warum ich zögerte, etwas zu schreiben ist, dass ich dir vermutlich nur schreiben kann, was du eigentlich schon weißt.

    Du kannst deinen Vater nicht vor sich selber, vor der Sucht oder der Depression retten.

    Auch in meiner Herkunftsfamilie gab es Alkoholprobleme und vor allem Co-Abhängigkeiten, daher weiß ich, wie schwer es ist, die Perspektive zu wechseln, die Verantwortlichkeiten für sich zu klären, mit der Angst und den Schuldgefühlen umzugehen, die entstehen, wenn ich mich vom kranken Elternteil abzugrenzen versuche.

    Hast du schon einmal daran gedacht, eine Psychotherapie zu machen?
    Damit du Hilfe dabei hast, die Abgrenzung zu schaffen und deine Verantwortung dir selbst gegenüber wahrnehmen zu lernen?

    Zitat

    Manchmal denke ich über Kontaktabbruch nach, weil es mich psychisch sehr stark alles mitgenommen hat, aber habe Angst, dass er suizidal wird bzw. es vollendet (ein Suizidversuch gab es Anfang 2018).

    Wie steht dein Bruder dazu? Könnt ihr euch gegenseitig stärken und vielleicht in einem gemeinsamen Gespräch deinem Vater deutlich machen, dass ihr an eure Grenzen gekommen seid und so nicht mehr weiter machen könnt und werdet? Euer Vater hat sich ja, wie ich dich verstehe, schon einmal eigenverantwortlich in eine Alkoholentwöhnungstherapie begeben. Vielleicht könntet ihr das als Ultmatum setzen, dass ihr nur weiter mit ihm Kontakt haben könnt, wenn er für sich selber sorgt und sich (erneut) Hilfe sucht.

    Hast du dir selber schon einmal Hilfe in einer Suchtberatungsstelle geholt? Auch der Kontakt zu anderen Angehörigen in einer Selbsthilfegruppe kann bestimmt hilfreich sein.

    Es tut mir leid, dass ich mehr Fragen als Antworten habe, wie ich gerade merke. Ich vermute, du bekommst noch mehr, und hilfreichere, Rückmeldungen. Ich wünsche dir sehr, dass du es hinkriegst, in erster Linie gut für dich selber zu sorgen.

    Herzlich,
    Camina