Beiträge von Brit


    Hallo,
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich alkoholsūchtig bin oder nur gefährdet.

    Hallo Mardi,
    ich bin in Mitte der 50er, Alkoholikerin und mache z.Zt. eine zweite ambulante Suchttherapie.
    Ob du alkoholsüchtig bist oder nur gefährdet, kannst nur du alleine wissen. Ich war auch lange Zeit nur gefährdet.
    Meine Therapeutin vergleicht die Sucht mit dem Griff einer Würgeschlange:
    Während der Umschlingung, die sehr lange dauert, nimmt der erzeugte Druck anfangs sehr stark zu. Anschließend lockert die Schlange nach und nach ihren Griff.
    Das Opfer atmet wieder und wieder durch, hofft immer wieder davon zu kommen.
    Doch dann erfolgen -mit Pausen- immer mehr Umschlingungen und der zentrale (Venen)Druck beim Opfer steigt. Lebenswichtige Organe versagen Ihren Dienst.
    Das Opfer stirbt qualvoll.
    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier.
    LG Britt

    Guten Morgen,
    gestern in der Gruppe (es ist ja immer noch die offene Motivationsgruppe) besprachen wir das AGS-Modell der Sucht:
    A →→ Ausweichen von Problemen
    G →→ Gewöhnung
    S →→ Sucht
    Es entwickelte sich eine sehr intensive Diskussion.
    Nun ist es ja so, dass in der offenen Therapiegruppe bzw. in den SHG, die ich besuche, Patienten kommen und gehen. Ich lerne eine Vielfalt von unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen.
    In den meisten Fällen sind es ganz wunderbare Menschen. Sie helfen mir auf meinem Weg. Aber ich lerne auch schwierige Menschen kennen (aus subjektiver Sicht):
    Schwierig im Verhalten, schwierig im Umgang, schwierig einzuschätzen und kaum berechenbar. Menschen, die schlicht auf der Suche nach Anerkennung sind.
    Ich brauche kein Gegenüber, der „toxische Kommunikation“ betreibt. Zum Eigenschutz ignoriere ich diese Menschen und halte Ausschau nach anderen, die in der Lage sind zu helfen.
    Schönes Wochenende wünscht Britt


    Guten Morgen,
    ich frag jetzt mal ein bisschen blöd, denn ich versuche nachzuvollziehen was Dein Problem eigentlich ist.
    Ich meine das nicht als Angriff, ich versuche das nur zu verstehen.
    Beste Grüße Ty


    Ty,
    ungefähr so formuliert mein Mann auch....

    Hallo Teddie,
    ich bin Mitte 50, Alkoholikerin. Nächste Woche bin ich auch 5 Jahre abstinent....aber...ich hatte im November letzten Jahres einen Vorfall und auch bei mir hat es schon Monate vorher "gebrodelt".
    Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen.
    Ich weiß, dass ich mir keinen Fehltritt erlauben darf, sei es auch noch so wenig und nicht gesundheitsschädlich. Aufgrund dieses Vorfalls mache ich z.Zt. meine 2. Suchttherapie.
    Jeder Vorfall beinhaltet die Gefahr eines massiven Rückfalls.
    Schön, dass du hier bist und pass gut auf dich auf.
    lg britt

    Ich möchte meinen Gedankengang nochmal erweitern:
    In der letzten Gruppenstunde sprachen wir über auslösende und aufrechterhaltende Faktoren der Sucht. Ich weiß um meine auslösenden Faktoren. Warum halte ich diese aufrecht?
    Solange das so ist, bin ich nicht zufrieden abstinent und erheblich rückfallgefährdet.


    Liebe Britt,
    ...entscheidenden Schritte nicht tun können. Und wenn Du sie nicht tust, wird sich nichts ändern. Dann musst Du mit Deiner Situation leben und Dich darauf fokussieren Dich bestmöglich darin wohl zu fühlen. Ein Kompromiss an Dein eigentlich mögliches Leben wird es dann aber immer bleiben.
    LG
    gerchla


    Danke lieber Gerchla,
    ..mein eigentlich mögliches Leben..wahrscheinlich wird es immer ein Kompromiss bleiben.
    lg britt

    Hallo Harald,
    bezügl. der zufriedenen Abstinenz gibt es dieses Thema:https://alkoholforum.de//index.php?top…g27874#msg27874. Schön , dass du dich hier einbringst.
    Magst du dich vielleicht auch vorstellen? In deiner Vorstellung kannst du ja deine ganz eigenen Gefühle beschreiben. Die "Treppe" braucht für mich nicht relativiert werden,
    denn diese (meine) Gefühle treten nicht nur in Bezug auf Alkohol, sondern ganz allgemein beim Umsetzen meiner Ziele auf.
    LG Britt

    Guten Morgen,
    die Therapie alleine macht mich nicht zufrieden abstinent. Ich muss schon selber aktiv werden. Das weiß ich. Es geht doch darum, dass ich das
    erworbene Wissen bzw. Kenntnisse um die auslösenden Faktoren (u.a. schädliche Beziehungen) meiner Sucht in die Tat umsetze bzw. anwende.
    Vielleicht bringe ich mal diesen Satz über meine Lippen:
    "Meine Abstinenz ist mir das Wichtigste in meinem Leben. Darum werde ich JETZT MEIN Leben radikal ändern".
    Diesbezüglich geht meine Umsetzungskompetenz gegen Null.
    Lg Britt


    Moin liebe Leila,
    meine Geschichte kannst du gerne nachlesen unter "ich bin Britt" und im internen Bereich unter "Gedankensplitter".
    Hast du schon mal von einem Suchttagebuch gehört? Ich habe damit angefangen, als ich meinen Konsum hinterfragte. Ich protokollierte (Tag, Uhrzeit), warum ich
    aus meiner Sicht getrunken habe und wie ich mich dabei fühlte. Bei mir war es z.B. Gewohnheit, Angst-und Verlustängste, innere Unruhe, depressive Verstimmungen u.v.m..
    So konnte ich erkennen, wann und warum ich mehr getrunken habe, als ich eigentlich wollte. Diese Reflexion hat mir geholfen, meine "Muster" zu durchbrechen.
    Ich bin Alkoholikerin, da beißt die Maus kein Faden ab. Mein Vorfall im November letzten Jahres nach fast 5jähriger Abstinenz zeigt mir, wie wichtig es für mich ist, jetzt (es ist immer jetzt!)
    sehr achtsam zu sein, bis ich -so hoffe ich -trocken in die Kiste steige.
    Bitte lass nichts unver-(SUCHT)!
    Liebe Grüße von britt


    ...Ich glaube meine größte Angst ist, das Ansehen und den Respekt anderer zu verlieren, da ich zugebe ein Problem zu haben und somit schwach bin... Diese Leute haben/hatten das gleiche Problem und sind schon weiter als ich. Ich bin eine sehr starke Persönlichkeit und Alkohol passt einfach nicht zu dem Bild von meinem Leben. Ich fühle mich einfach schwach aber weiß Mittelwelle, dass ich es ohne Hilfe nicht schaffen werde. Vielleicht habe ich mich deshalb auch hier angemeldet, damit mir mal jemand in den Hintern tritt und sagt, dass es keine Schande ist, wenn man Hilfe braucht.
    ...Hab übrigens schon eine Selbsthilfegruppe hier ums Eck gefunden und auch schon mal angerufen, nur leider einfach noch nicht den Schritt wagen können dort hinzugehen und einzugestehen, dass ich ein Alkoholproblem habe.
    Gruß
    Leila


    Liebe Leila,
    schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. Ich bin Mitte 50, Alkoholikerin und beginne gerade meine 2. Suchttherapie. Ich möchte, wie du es wünscht,
    dir jetzt mal ordentlich in den Hintern treten. Glaub mir, es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen. Denn Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen.
    Ich fand es sehr befreiend, mich in der realen Gruppe öffnen zu dürfen. Ich habe tolle Menschen kennen gelernt, die die gleiche Krankheit haben wie ich.
    Heute ist dein Tag, an dem du eine wichtige Entscheidung getroffen hast: -nämlich keinen Alkohol mehr zu konsumieren-. JETZT ist der früheste Moment der Verwirklichung.
    Du musst es alleine schaffen, aber alleine schaffst du es nicht.
    Alles Liebe
    Britt

    Guten Morgen!
    lieber Greenfox, deine besonders pragmatische Art hat mir gerade eben ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. :D
    Sorry Sunrise, dass ich das hier in deinem Thread erwähne. Alles Liebe dir.
    Gruß britt

    Hallo Liv,
    danke der Frage, mir geht es gut.

    Zitat

    ...meint dann wahrscheinlich nicht die eigentliche Britt, sondern die Schein-Britt unter Alkohol...


    Nein, "man" meint nicht die Schein Britt unter Alkohol. "Man" meint die Britt, die jederzeit und nach Belieben manipuliert werden konnte.
    lg Britt

    Guten Morgen!
    Warum mache ich zum zweiten Mal eine Therapie?! Weil ich schon beim ersten Mal erkannte: Nur Aufhören zu konsumieren reicht nicht! (zufriedene) Abstinenz bedingt Veränderung an sich selbst. Das Aufhören war nie ein Problem. Das Problem ist nicht wieder anzufangen. Gestern sagte "man" mir: "Ich will meine alte Britt wieder haben..."Man" versteht nicht, dass ich alles Notwendige für meine Abstinenz tun werde-nicht für oder gegen irgendjemand, sondern nur für mich. Diesmal will ich es schaffen.
    Danke für`s Lesen
    Lg Britt

    Liebe Bella,
    herzlich willkommen hier. Ich bin abstinente Alkoholikerin.
    Ich möchte deine Frage mit einem ganz klaren JA beantworten. Bitte treff für dich und deine Kinder die richtigen Entscheidungen.
    Lg Britt

    Hallo Greenfox,

    Zitat

    Hier mal ein stark überspitztes Beispiel – ich hoffe, es wird trotzdem klar, was ich meine:
    Nur weil ich allen zeigen will, dass ich der Größte und Beste bin, fahre ich mit meinem Auto permanent 200 km/h.... Ich finde, MEIN Beispiel hat schon etwas damit zu tun....:


    Ich wollte niemanden zeigen, dass ich der (die) Größte und Beste bin. Ich wollte nur niemandem weh tun.
    In einem hast du aber sicher Recht: Beides zeugt von Selbstüberschätzung: Sich mehr zuzutrauen, als "man" tatsächlich vermag.
    LG Britt


    Ich finde auch nicht, dass es ein Beispiel für gesunden Egoismus ist. Sondern für ungesunden Egoismus.
    Und ist es nicht auch eine Form von ungesundem Egoismus, sein Bedürfnisse zurückzustellen, um akzeptiert und geliebt zu werden?

    Gibt da wohl mehrere Gegensätze
    Egoismus- Altruismus
    Gesunder Egoismus - ungesunder Egoismus


    Hallo Tyron,
    bei meinen Beiträgen versuche ich inhaltlich beim Thema des Themenstarters zu bleiben. In diesem Fall: "Gesunder Egoismus – was heißt das für mich?"
    LG Britt


    Guten Morgen liebe Silencer, guten Morgen ihr lieben Mitlesenden :)
    In einem sind uns einig: wir wollen KEINEN Alkohol mehr trinken!

    Hallo,
    erst einmal finde ich es klasse, dass du liebe Silencer und du liebe Liv im JETZT lebt und der Alkohol JETZT keine Rolle spielt. Das ist schon mal sehr wichtig.
    Am 14.3. bin ich (nach einem Vorfall im November) 5 Jahre abstinent. In mein Suchttagebuch schrieb ich damlas: 14.3.2014: ICH WILL nie wieder Alkohol trinken.
    Ich beginne gerade zum 2.Mal eine ambulante Therapie. Diesmal schreibe ich: ICH BRAUCHE nie wieder Alkohol trinken.
    Alles Liebe wünscht Britt