Beiträge von Lusches

    ...also dann mach ich mal den Anfang. Eigentlich war es gar kein so richtiges Versteck...

    Also, ich hab mich entschlossen, meinen Beitrag wieder heraus zu nehmen. Am 19. November bat das neue Mitglied Fotoklaus um Unterstützung für sein Projekt. Nun ist über eine Woche vergangen. Ich denke, wenn es ihm wirklich ernst mit seiner Bilderreihe ist, dann hätte er zwischenzeitlich wenigstens mal -piep- sagen können. Der damalige Vorfall ist eigentlich sehr persönlich und da ich mittlerweile davon ausgehe, dass doch keine sonderlich ernst gemeinte Absicht dahinter steckt, möchte ich die Geschichte auch nicht länger im Netz stehen lassen. War vielleicht von Anfang an keine so gute Idee von mir, das überhaupt zu schreiben. Danke für das Verständnis

    Hallo Guido,

    ja, beim "Alkoholfreiem" scheiden sich wirklich die Geister und die meisten werden Dir davon abraten. Ich selber trinke relativ häufig alkoholfreies Bier. Ich bin aber nicht abhängig und erwarte demzufolge auch keine Wirkung. Ich finde eben nur, geschmacklich passt es zum Essen oftmals besser, als Wasser, Limo oder Saft und glücklicherweise sind die alkfreien Sorten diesbezüglich im Gegensatz zu früher um einiges besser geworden. Meine Frau trinkt ab und zu, meistens wenn wir essen gehen, ein Alkoholfreies. Das ist Ihre Entscheidung, ich sehe das aber so, dass es auf jeden Fall besser ist, als wenn sie normales Bier trinken würde. Letztendlich musst Du das selber entscheiden. Viele alkoholfreie Biere enthalten auch einen geringen Restalkohol. Auch wenn ich persönlich es für sehr fragwürdig halte, in wie weit diese geringe Menge das Suchtgedächtnis wecken kann, so besteht aber trotzdem die Möglichkeit, dass der Biergeschmack Dich erinnert, wie gut Dir das richtige Bier geschmeckt hat... Wenn allerdings das Alkoholfreie für Dich eine Alternative darstellt, also sprich, bevor Du zum richtigen greifst, Dir lieber ein Alkoholfreies aufmachst, nun warum nicht. Das ist dann immer noch besser. Trotzdem will ich Dir nicht dazu raten. Hör auf Dich selber, letztendlich musst Du wissen, was Dir gut tut.


    Der Haken dabei: Bemühungen, für den Betroffenen zu seinem Wohl zu entscheiden, ihn irgendwie zur Einsicht zu zwingen, ihn vor sich selbst zu schützen, bewirken oft das Gegenteil von dem, was man beabsichtigt - die Schweizer benützen dafür den Begriff "Co-Verhalten".

    Alles klar, soweit die Theorie... nur, ich beispielsweise hab's bis jetzt noch nie über's Herz gebracht, meine Frau einfach mal machen und tun zu lassen. Würde ihr im alkoholisierten Zustand etwas passieren und ich hätte dies unter Umständen durch mein Eingreifen verhindern können, dann würde ich mir das selber niemals verzeihen können. Und somit beißt sich der Hund wieder in den eigenen Schwanz und die tägliche Angst vor dem erneuten Rückfall bleibt...

    Hallo RiderWS,

    dann will ich auch noch mal etwas dazu schreiben. Ich habe den kompletten Faden mit allergrößtem Interesse verfolgt. Warum ??? Weil ich anfangs in der Selbsthilfegruppe auch so ähnlich argumentiert habe ...und auch genauso freundlich wie es hier nun die anderen Mitglieder getan haben, auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurde. Ich bin selber nicht betroffen, sondern Angehöriger, der immer bemüht ist, mehr über das Thema Alkoholabhängigkeit zu erfahren. Auch ich stehe nach wie vor dazu, dass ich gelegentlich Alkohol trinke und erwarte auch, dass dies in einerm Forum oder einer SHG akzeptiert wird. Ich unterstelle jetzt nicht unbedingt Provokation, wobei, ich habe manchmal auch ganz offendichtlich provoziert um zu sehen, wie weit die Tolleranz eines Trockenen Alkoholikers geht. Das nennt man Austetsten von Grenzen, ist eigentlich nichts Schlimmes, jedes Kind macht dies mit seinen Eltern, Lehreren, Freunden usw. Nur, während es bei pubertierenden Jugendlichen selten um wirklich dramatische Dinge geht, ist das Theam Alkoholabhängigkeit an und für sich ein viel zu sensibles Thema. Mach Dir bitte klar, dass hier Einzelschicksale dahinter stehen. Der Alkohol hat vielen Menschen, egal ob selber betroffen oder Angehörigen, erheblichen Schaden zugefügt, sowohl körperlich, als auch seelisch. Beziehungen sind kaputt gegangen und Existenzen sind gescheitert bis hin vielleicht zum Tod eines geliebten Menschens. Glaubst Du wirklich ernsthaft, dass in einem Forum, indem sich in erster Linie Menschen austauschen, die so etwas erlebt haben, Du jemanden finden wirst, der sagt, es ist in Ordnung, was Du tust? Sicherlich machst Du Dir Sorgen über Deinen eigenen Konsum, das ist auch gut so, aber ich denke, der Ansatz ist nicht ganz richtig. Vieleicht solltest Du es lieber erst mal mit einer SHG probieren, wo eine "hautnahe" Diskussion stattfindet...

    Wie gesagt, ich musste das gewisse Feingefühl auch erst lernen und sicherlich bin ich da auch noch lang nicht am Ende angelangt. Aber so lange man bereit ist, dazu zu lernen, wird einen auch niemand verurteilen und wenn Deine Absicht nicht wirklich nur der lediglichen Provokation gedient hat, wirst auch noch dazu lernen. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen und dessen bin ich mir auch ganz sicher. Alles Gute für Dich.

    14 Flaschen... sagen wir mal, dass sind nur 0,7er... dann sind das knapp 10 Liter. Das muss Einer erst mal schon allein von der Flüssigkeitsmenge her schaffen. Ich könnte beispielsweise keine 10 Liter Wasser, Kaffee, Fruchtsaft oder meinetwegen auch Bier oder Wein am Tag trinken, da hätte ich ja einen "Gluckerbauch". Wein hat ca. 10-12% Alkohol, dass wären dann (Volumenkontraktion beim Alkohol-Wasser-Gemisch jetzt mal unberücksichtigt gelassen) so in etwa 1-1,2 Kg (!!!) reiner Alkohol am Tag. Viel Spaß, liebe Leber, bei der "Aufräumarbeit"... oder vielleicht sagt er ja auch bei jedem Schluck: "Duck Dich Leber, er kommt..."


    Ich würde gerne die Frage diskutieren, wie Ihr zum Krankheitsbegriff steht.
    1952 wurde Alkoholismus von der WHO als Krankheit definiert

    Aus der Sicht eines Angehörigen: Ich weiß, dass Alkoholismus als Krankheit definiert wird und vertrete diesen Standpunkt auch. Aber ganz ehrlich, so richtig kann ich es nicht verstehen. Weder das jemand unverschuldet Alkoholiker wird, noch das Ganze mit der Machtlosigkeit gegenüber der Sucht. Letztendlich ist das meiner Meinung nach trotzdem eine Kopfsache jedes Einzelnen. Aber wie gesagt, ich selber bin nicht betroffen, kann mich also unmöglich in die Situation eines Abhängigen hineinversetzen. Trotzdem versuche ich, jeden Tag aufs Neue, das Krankheitsbild zu verstehen. Momentan fällt es mir in meinem tiefsten Inneren noch schwer, Alkoholismus als Krankheit zu akzeptieren aber wer weiß, vielleicht komme ich eines Tages auch noch dahin...

    Bitte diese Antwort nicht falsch verstehen. Ich will niemanden auf den Schlips treten, sondern einfach nur ehrlich sein. Hoffe, das ist o.k.

    Ich möchte hier auch mal meinen Senf dazugeben - und zwar aus der Sicht eines Angehörigen, der aber selber nahezu regelmäßig eine SHG besucht.

    Wir waren früher auch ein paar mal bei den AA's. Hier würde ich die Bezeichnung "Kleingärtnervorstandgehabe" auch am zutreffensten finden. Außerdem wollten die mich als nicht Abhängigen nicht mit dabei haben. Wollten lieber unter sich sein..., warum eigentlich? Wir hatten ausgemacht, zusammen eine SHG zu besuchen denn schließlich wollte ich ja auch mehr über die Alkohlkrankheit erfahren. Außerdem hatte meine Frau gerade am Anfang Angst, dorthin allein zu gehen. Inzwischen gehen wir regelmäßig seit etwa 3 Jahren in eine andere SHG für Betroffene und Angehörige und fühlen uns da auch sehr wohl. Auch wenn die Themen inzwischen mehr als 10 mal "durchgekaut" sind, finde ich es doch sinnvoll, sich immer wieder mit der Thematik auseinander zu setzen. Ich möchte das nicht missen. Positiv finde ich auch, dass bis jetzt noch nie Jemand (und damit meine ich auch wirklich "niemals") versucht hat, mich "bekehren" zu wollen, was meinen gelegentlichen Alkoholgenuß betrifft. Es hebt auch niemand den Drohfinger, wenn meine Frau über einen ihrer Rückfälle spricht. Allerdings werden die Diskussionen dann schon manchmal etwas hitzig. Daher kann ich auch meine Frau verstehen, wenn sie manchmal sagt, sie will das Thema nicht schon wieder in der Gruppe aufarbeiten und wieder im Mittelpunkt stehen. Ich bin zwar immer der Meinung, gerade deshalb geht man ja in eine SHG, verstehe jetzt aber langsam, was sie meint. Der Rückfall war für sie selber schlimm genug, so dass sie in diesem Moment nicht unbedingt noch die "guten Ratschläge" von andern braucht. Letztendlich entscheidet sie selber, was sie erzählen will und was nicht und wenn sie sagt, heute mag ich lieber daheim bleiben, dann gehen wir eben nicht in die Gruppe. Ich denke auch, wem's hilft, der ist sicher in einer SHG gut aufgehoben. Aber gerade, wie es teilweise in den LZ-Therapien propagiert wird, man "Muss" später unbedingt eine SHG besuchen, das halte ich für völlig an der Realität vorbei.


    Hi Fluke
    Willkommen.
    Es stimmt leider gar nicht, dass in deinem Alter Alkoholprobleme in die Märchenwelt gehören.
    Immer mehr junge Menschen tappen in die Suchtfalle.

    Oh ja, da kann ich ennasu nur beipflichten. Fing bei uns alles auch in jungen Jahren an, hier ein Geburtstag, dort ein Fest, im Urlaub sowieso... Malle oder Ibiza ohne Alk? - damals undenkbar und mit der jugendlichen Leichtigkeit niemals Gedanken darüber gemacht. Mit dem Wissen von heute wäre damals (vielleicht) einiges anders gelaufen, wer weiß. Nun, Du hast es in der Hand, mach etwas daraus.

    In diesem Sinne auch von mir ein "Herzliches Willkommen".

    Einen hab ich auch noch...

    Besser einen Bauch vom saufen, als einen Buckel vom arbeiten.

    ...oder noch den

    Ein Kamel kann 30 Tage arbeiten ohne zu saufen,
    Ich kann 30 Tage saufen ohne zu arbeiten.

    Bedenklich? Ja, so könnte mann es auch fast schon nennen. Aber leider wird man wird mit solchen Sprüchen oder ähnlichem immer konfrontiert werden, genauso wie mit der Bacr...(weißer Rum) Werbung, wo sich die so schön braungebrannten Typen und Bikini-Schönheiten das Zeug literweise in die Birne ballern. Eigentlich sind diese Sprüche auf den ersten Blick ja auch lustig, wenn man nicht das Leid kennt, welches der Alkoholmissbrauch verursacht. Mich machen sie deshalb nachdenklich, weil ich mir kaum vorstellen kann, welche Gefühle solche Dinge bei einem Alkoholkranken auslösen können. Sicher werden vielleicht die meisten irgendwie darüberstehen. Ich denke aber auch, dass sich der eine oder andere in seinen Gefühlen verletzt sieht, nach all dem was er vielleicht durchgemacht hat und wenn er dann sieht, auf welche Weise der Umgang mit Alkohol verharmlost wird. Selbst bei mir als selber nicht Betroffenen erzeugen solche Sprüche, Werbetrailer oder auch die montägliche Kraftmeierei mancher Arbeitskollegen, wie sie das Wochenende zwischen Vollrausch und Halbkoma verbracht haben so eine Mischung aus Unverständnis, Traurigkeit und Wut.

    Na ja, ich weiß jetzt nicht, ob hier etwas Humorvolles oder eher schlaue Weisheiten erwartet werden... aber ich erinnere mich an einen Spruch auf so einer Art Wandtafel, also eines dieser typischen Holzschildchen mit einem Spruch drauf, welche man an die Wand hängt, dieser hängt im Eingangsbereich von einem Gasthaus:

    Alkohol und Nikotin
    rafft die halbe Menscheit hin
    aber ohne Suff und Rauch
    stirbt die andere Hälfte auch

    Ich hab mir früher nie etwas dabei gedacht, gehört doch in einer Kneipe der Genuss vom Alkohol zum guten Ton. Heute finde ich es schon fast etwas provozierend, so etwas an die Wand zu nageln, suggeriert es doch dem Leser, dass es ja anscheinend völlig egal ist, ob man säuft und qualmt oder nicht, so nach dem Motto, sterben muss man ja sowieso. Ich denke auch, dass sich so mancher (Alkoholiker???) durch solche Sprüche verletzt fühlt. Mich stimmt's jedenfalls nachdenklich...

    Respekt, Zottelchen, wie Du den Beitrag von Katniss analysiert hast. Da sind wirklich viele Unsicherheiten drin, die ich so auf den ersten Blick gar nicht erkannt habe. Ich merke bei so etwas immer wieder, dass ich noch sehr viel lernen und vor allem genauer "hinhören" muss. Danke dafür.

    Hallo Katniss,

    das ist alles nur eines Sache der Gewöhnung, glaub mir ich, bzw. wir haben früher so ähnlich gedacht. Heute lassen wir den Ouzo beim Griechen zurückgehen, je nach Situation mit verschiedenen Begründungen. Meine Frau sagt ganz einfach danke ich trinke keinen Alkohol, ich sage manchmal, dass ich noch fahren muss oder das ich keinen Schnaps trinke usw. Wenn der Gastwirt ungefragt mit Schnaps kommt, muss er damit rechnen, dass man ablehnt. Werden wir gefragt, so fragen wir zurück, ob wir stattdessen einen Espresso oder Capuciono bekommen können, das klappt dann auch meistens. Zum Essen passt auch sehr gut Apfelschorle oder mal eine alkoholfreies Bier und man kann auch gemütlich zusammen eine Flasche Fruchtsaft trinken. Schade finde ich nur, dass Du Deinen Partner nicht einweihen willst. So hochlöblich Dein Vorsatz ist, Du darfst diesen in Deiner Partnerschaft aber nicht auf einer Lüge aufbauen. Rede mit Deinem Partner und sage ihm klipp und klar, dass Du Angst hast, in eine Abhängigkeit reinzurutschen. Lass Dich nicht beirren, wenn er das nicht verstehen will, nur Du zählst. Es ist auch nicht so, dass sich Alkoholabhängigkeit unbedingt über große Mengen konsumierten Alkohol definiert. Das ist zwar meistens so, es gibt aber auch durchaus Alkoholiker, welche nie mehr als ein oder zwei Bier am Tag getrunken haben und trotzdem ein Suchtverhalten entwickelt haben. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

    Hi Speedy,

    wir können uns gerne mal austauschen, am besten per PM. Ich brauch dazu aber mal ein wenig mehr Zeit und auch die Muße, darüber zu schreiben. Ich mach das aber gerne, weil letztendlich hilft es mir ebenfalls, mich mit anderen auszutauschen. Gib mir mal ein paar Tage Zeit.

    Zu den jüngsten Ereignissen möchte ich noch folgendes bemerken. Ich möchte Dir keinesfalls die Hoffnung rauben aber Du musst schon ein sehr gutes Feingefühl entwickeln, ich wie weit Deine Frau das was sie Dir momentan sagt und verspricht, auch wirklich umsetzen will. Ich kenne das nur zu gut aus eigener Erfahrung, dass Betroffene irgendwann genau wissen, was die Angehörigen gerne hören wollen. Mit reuemütigem Verhalten, wohl gewählten Worten und Einsatz von Tränen sowie auch dem bereitwilligem Gang zur Suchtberatung wird dann glaubhaft gemacht, dass sie etwas ändern wollen. In Wirklichkeit sind sie jedoch noch "Lichtjahre" davon entfernt. Bei meiner Frau hat dieser Prozess, überhaupt etwas änder zu wollen, gut ein Jahrzehnt gedauert und wir kämpfen immer noch mit vereinzelten Rückfällen, obwohl sie ganz genau weiß, um was es geht. Es würde mich wirklich wundern, wenn Deine Frau diese Einsicht bereits nach "wenigen Tagen" erlangt hat. Wie hat hier ein anderes Mitglied so treffend über "Die besten Schauspieler" geschrieben?

    Lass den Kopf nicht hängen und verzweifle nicht aber der Ausstieg aus der Sucht ist leider nicht so einfach, wie man sich das wünschen würde. Ich melde mich bei Gelegenheit.

    Interessanter Gedankenansatz...

    Ich frage mich seit längerem auch schon, ob diese "Totale Abstinenz" für jeden Betroffenen der richtige Weg ist. Man darf es nur nie aussprechen, wenn man nicht sofort verbale Prügel beziehen will. Ich bewundere jeden Alkoholiker, der die totale Abstinenz lebt, aber ich denke mittlerweile auch, das dies nicht unbedingt der einzige Weg sein kann. Als Angehöriger bemerke ich mit Erstaunen, das es einem Abhängigem jetzt bereits über mehrere Jahre möglich ist, seine Trinkmenge zu kontrollieren und durchaus in einem Rahmen zu halten, die für tausende von "Normalbürgern" normal ist. Auch liegen zwischen den Rückfällen immer wieder mehrere Tage, manchmal sogar zwei Wochen Abstinenz. Das dürfte ja dann nach der "Schulmedizin" gar nicht möglich sein. Nur leider liegt der Trinkzeitpunkt oftmals ungünstig, also sprich nicht erst am Abend sondern manchmal auch schon tagsüber. Das ist die Kehrseite und ein deutliches Zeichen für die Abhängigkeit. Ich bin ehrlich, ich bin damit bis jetzt nicht klar gekommen, war auch immer der Meinung, der einzige Weg ist die totale Abstinenz. Die kann man einem Abhängigem aber nicht draufdrücken, dass muss er selber wollen. Da ich das Ganze sowieso nicht beeinflussen kann, überlege ich mir ernsthaft, mal ein wenig umzudenken. Ich werde keinesfalls zum kontrollierten Alkoholkonsum ermutigen aber vielleicht sollte ich zukünftig die Rückfälle nicht als "Weltuntergang" ansehen...

    Hallo Speedy,

    Dein Beitrag ist zwar schon einige Wochen her, ich habs aber erst gestern gelesen. Kurz zu mir: ich hab hier schon früher oft mitgelesen, dann wurde das Forum aber irgendwie umstrukturiert und ich habe es aus etwas den Augen verloren. Nachdem ich Deine Geschichte gelesen habe, hab ich mich neu angemeldet. Irgendwie "fasziniert" (entschuldige den Ausdruck, aber er trifft am besten zu) mich das, was Du erzählst, denn bis auf ein paar unwesentliche Details hätte genauso gut ich Deine Geschichte schreiben können. Bei meiner Frau fing es damals vor rund zehn Jahren genauso an, die selben Heimlichtuereien, Ausflüchte, Bagatellisierungen usw. Es steht mir keinesfalls zu, drüber zu urteilen, ob Deine Frau alkoholabhängig ist oder nicht, das muss sie letztendlich selber erkennen und auch selber die Bereitschaft haben, ihr Leben ändern zu wollen. Soviel habe ich in der Vergangenheit gelernt. Aber auf Grund der leidvollen Erfahrungen, die ich gemacht habe, möchte ich Dir nahelegen, der Tatsache ernsthaft ins Auge zu blicken, dass Deine Frau alkoholkrank ist. Mein Rat, den ich Dir geben kann: Such Dir eine Selbsthilfegruppe für Angehörige oder Betroffene und Angehörige. Wichtig ist, dass Du erst mal Hintergrundinformationen über dieses Thema bekommst, sonst hast Du kaum Chancen, Dich einigermaßen richtig in dieser Situation zu verhalten. Bitte akzeptiere auch, dass Deine Frau krank ist. Sie trinkt nicht um Dich zu ärgern, es ist eine ernsthafte, böse Krankheit, die, so leid es mir tut, dies sagen zu müssen, untheraphiert früher oder später das Leben beendet. Schlimm ist, dass man als Angehöriger machtlos ist, so lange der Betroffene nicht selber zur Einsicht kommt. Ich weiß, was Du momentan durchmachst und ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.