Beiträge von Mojo

    Ich habe es mal so gehört:

    Statistiker, das sind Menschen, die irgendwann mal in einem Fluss ertrinken, der durchschnittlich nur einen halben Meter tief ist.

    😅

    Was ich mit diesem Zitat andeuten will, ist, dass ich persönlich gar nicht viel insbesondere auf diese Statistiken gebe. Es ist z.B. sehr gut möglich, liebe Emily, dass Du in dieser Statistik gar nicht wirklich auftauchst, weil die Statistiken zumeist in therapeutischen Einrichtungen in den jeweiligen Erfassungsbögen erhoben werden. Und da auch nur die, die auch dran teilnehmen möchten. Oder auch nur die, die nach vielen Jahren immernoch dran teilnehmen. Der Rest ist ein riesen-riesen-riesengroßes Feld von Dunkelzahlen. In die eine, sowie auch in die andere Richtung.

    Menschen, die niemals sucht-therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, und es dennoch dauerhaft schaffen, tauchen in solchen Statistiken zum Beispiel schon mal gar nicht auf. Und es gibt, je nach Quelle, Annahmen dazu dass das nichtmal unerheblich wenige Menschen sind. Auch hier im Forum gibt es immer wieder einige davon. Selbstremission, wäre das Suchwort hierzu.

    Ich selbst habe in meinem Ausstieg damals zusätzlich therapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Einfach weil ich mir zu der Zeit sagte: ich ziehe alle Register die möglich sind. Das war auch richtig so! Ich habe es geschafft. Aber ich habe anschließend nie wieder so einen Fragebogen ausgefüllt.

    In dem therapeutischen Zeitraum gab es mal eine Zeit wo ich recht unzufrieden wurde. Weil nichts voran ging. Meine tatsächlichen Baustellen, die ich immer wieder ansprach, wurden umschifft und umgangen und ich ging da immer wieder mit Fragezeichen raus. Ich hätte Schritte gebraucht (die ich anschließend, später dann auch ging) wo praktische Hilfestellung an diesem oder jenen Punkt gefragt gewesen wäre... Naja, wie gesagt, es ging da irgendwie nichts voran, und irgendwann habe ich das gegenüber dem Therapeuten auch direkt angesprochen. Daß ich in den Sitzungen das Gefühl des Stillstandes habe. Der Therapeut schaute mich an, ließ eine kurze, spürbare und bedeutungsvolle Pause, und sagte dann zu mir: "Nun ja, vielleicht ist es ja auch genau das, was sie zur Zeit brauchen..?" ..ich war perplex. Ich war "entwaffnet" - ich wusste, es gibt dazu nichts mehr zu sagen. Der Therapeut hat immer recht. Kopf - gewinne ich, Zahl - verlierst du...

    Das ist aber nur eine Nebengeschichte. Worauf ich hinaus will ist, dass gerade solche Therapeuten es waren (nach meinem Erleben) welche immer wieder mit solchen Zahlen und Statistiken ankamen... mich hat sowas nie wirklich weiter gebracht....

    Ich habe mir weiter, wo erforderlich, Hilfe gesucht, und habe diese meist dort wirklich erfahren, wo Menschen bereit waren an meiner Situation TATkräftig mitzuwirken. Gleichwenn ich aber durchaus auch gute therapeutische Anregungen gefunden habe auf meinem Weg!

    Mir geht’s um die Sicherheit meiner Abstinenz. Wo stehe ich..

    Liebe Emily, ich persönlich denke, wo man selbst steht, kann man oft selbst am besten beurteilen. Das spricht keine Tabelle oder Kreisdiagramm aus. Es geht ja darum, wie wir uns >fühlen<. Wir leben jetzt, und jetzt haben wir den Gestaltungspielraum, eine bereichernde, nachhaltige Nüchternheit und Suchtmittelfreiheit zu (er-) leben. Wenn ich, jetzt, ein zufriedenes und/oder glückliches, (selbst)achtsames Leben lebe, ist doch an sich alles gut, und es besteht absoluter Grund zur Zuversicht.

    Mir persönlich hat der Weg in die Nüchternheit diesen Zugang zu mir Selbst und in meine Selbstwirksamkeit eröffnet. Dafür bin ich sehr dankbar, denn es ist eines meiner wichtigsten Instrumente.

    Statistiken hingegen - eher weniger

    ich hab früher viel Sport getrieben und habe jetzt seit 5 Tage wieder richtig angefangen

    Das mit dem Sport finde ich gut. Das hilft immer wieder gut auch um mal einfach den Kopf frei zu bekommen.

    Und die gute Nachricht ist ja, es gibt noch vieles mehr was hilft und was man so tun kann. Aber dafür bist Du ja u.A. denke ich auch hier. Bin gespannt wie es hier so weiter geht:thumbup:

    Ich kann noch nich sagen was nach den 6 Monaten ist,

    Kann ich auch gut nachvollziehen. Ging mir ebenfalls so.

    Ein halbes Jahr konnte ich kaum überschauen. Ich sagte mir, vielleicht ein viertel, vielleicht auch ein halbes Jahr. War aber auch offen dafür -wenn nötig- auch länger. Auf jeden Fall war für mich wichtig: auf jeden Fall so lange, bis sich wirklich grundlegend was verändert hat für mich.

    Gute Grüße in den Tag!

    Mojo

    Ja ok dann vllt zu 50%, denn ich habe immer was mit der Familie gemacht, ob Urlaub oder Ausflüge, selbst wenn ich Abends schon 1-2 Bier getrunken habe und ich gefragt wurde ich wir zusammen einen Film schauen wollen, war ich immer dabei ohne den Gedanken ans nächste.

    Das glaube ich dir. Sehr gerne sogar!

    Und dennoch scheint am dem Punkt ja genug im Argen zu liegen, dass Deine Frau nun beschlossen hat (zum absolut berechtigten Selbstschutz übrigens) erst mal etwas auf Abstand zu gehen. Sowas kommt nicht aus dem Nichts.

    Und, auch das Vernachlässigen von Interessen sich selbst gegenüber, also z.B. das Vernachlässigen der eigenen Gesundheit, Körpergewicht, Beruf,.... ist ein vernachlässigen von eigenen Interessen.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich will dich jetzt nicht davon überzeugen dass du süchtig oder irgendwas anderes bist. Das kannst nur du für dich selbst beurteilen, entscheiden, erkennen, benennen,... in der Suchthilfe spricht man da heute auch vielmehr von Konsumproblematiken. Das ist viel weitgreifender, und meines Erachtens oft auch passender.

    Es ist auch nicht so entscheidend welchen Begriff genau da jemand für sich findet. Entscheidend ist ja, dass Du merkst dass es Dir nicht gut tut und dass Du daran was verändern möchtest. Rückwirkend kann man allenfalls verstehen. Leben tun wir jetzt, und nach vorne gerichtet.

    Ich finde es cool, dass du es angehst. Ich habe es ähnlich gemacht, also eher zieloffen. Mir war nur klar, es muss sich was ändern! Für mich stellte es sich nach und nach als großer Zugewinn heraus.

    Also, ich will Dich wirklich von nichts überzeugen oder so. Es ist nur so, dass bei MIR halt ein Stück weit der Eindruck entsteht, dass Du den Ernst und die Tragweite Deiner Situation noch ziemlich unterschätzt, oder das nicht wahrhaben willst.

    Bei mir kommt es ein wenig so an, dass Du den Konsum nach wie vor ziemlich "herunterspielst" und verharmlost, und, noch ein Stück weiter gedacht, dass du jetzt erst mal "eine Zeit lang" auf gut Wetter machen willst einfach um deine Frau wieder zu besänftigen...... und dann...?? ...danach?? .. welche Perspektive gibst Du Deinem Projekt? Wie soll die Lücke gefüllt und belebt werden, die bisher der Alkohol gedeckelt hat?

    Sorry, ich will dich damit nicht angreifen oder so, dass liegt mir fern. Es ist nur ganz offen und ehrlich von mir geschrieben, als Reflektion von mir her sozusagen... ich hoffe, dass ich dir damit nicht zu nahe trete.

    LG, Mojo

    Zur Toleranz: der normalsterbliche Mensch hat oftmals schon am 2. Drink "zu knabbern." Spätestens beim 3., 4. oder allerallerspätestens 5. Bier ist er(/sie) total BETRUNKEN, redet nur noch Stuss - und hört auf mit trinken und beendet den Abend.. macht dann vermutlich sogar erst mal eine Pause fürs nächste halbe oder ganze Jahr.... mit dem Worten: " reicht erstmal ! Habe völlig übertrieben gestern Abend....! "

    DAS sind Menschen ohne Toleranzentwicklung.

    Solche kennen wir doch alle, oder?

    Guten Morgen,

    und Punkt 3 auf keinen fall sogar, denn ich hab ja wenn dann Abends getrunken und selbst dabei hab ich noch am Haus oder im Garten gearbeitet oder mit Freunden was unternommen, habe aber nie irgendetwas nicht gemacht nur damit ich trinken kann.

    außer... ja ausser z.B. dich um Deine Frau und Familie zu kümmern (die dir über einen sehr langen Zeitraum hinweg sehr deutliche Signale gesendet hatten)... da war dir das trinken dann schon bißchen wichtiger......

    ;)

    das denke ich eher weniger, ich trinke ja nich des trinken wegens, sondern weil ichs mag, also der geschmack, ist halt wie guten steak ^^

    Hallo tadlos, gut dass Du hier bist.

    Auch von mir ein Willkommen.

    Eine Frage sei mir gestattet: Wer bitteschön isst denn JEDEN ABEND 10 bis 12 Steak ??!!

    Um mal das Kind beim Namen zu nennen: Du steckst mittendrin, bis zum Hals tief, in einer ordentlich ausgereiften, problematischen Trinkthematik.

    Es gibt ja durchaus offene Zielstellungen(!). Sogar Konsumreduktion kann unter Umständen möglich sein. Was es JETZT aber braucht, ist definitiv mal ein deutlicher Break. Einen Schritt zurück treten, und alle Kräfte bündeln für eine nachhaltige Neuausrichtung...!

    ..., denn meine Ehe und mein Familienleben grad davon und das will ich nicht verlieren. Ich freu mich auf nette Gespräche und viel Austausch.

    ..wenn du das ganze, so wie ich es heraus zu lesen meine, auch nur ansatzweise halbherzig angehst, wird Dein Leiden - vor allem aber auch das Leiden Deiner Familie und Angehörigen - nur verlängert werden!

    Es ist gut dass Du hier bist. Wir haben das hier alle durch. Sowohl die "aktive" Zeit, mir allen Irrungen und Wirrungen, als auch den Weg da raus.

    Ich möchte Dir empfehlen, eine Suchtberatung aufzusuchen. Das persönliche Gespräch ist intensiver und geht tiefer. Die können Dir Wege aufzeigen und Hilfestellungen in allen Bereichen anbieten. Die kennen sich aus.

    Auch den Hausarzt mit einbeziehen ist nicht unwichtig. Entzug muss vielleicht gar nicht sein, es sollte aber jemand der den menschlichen Körper kennt ein Auge drauf haben, das beurteilen, beobachten und Dich begleiten.

    Zwingen kann Dich dazu natürlich niemand.

    Ich hoffe das ich hier DEN weg finde

    DEN Weg gibt es meiner Meinung nach nicht. Es gibt DEINEN Weg. Und den gilt es (wieder) zu finden. Das gelingt am besten wenn man, zumindestmal für eine Weile, nüchtern ist.

    Ich wünsch Dir alles Gute und viel gute Kraft auf Deinen Weg!!

    - Mojo -

    Danke ichso für den Hinweis. Über den Zusammenhang war ich mir gar nicht bewusst. Ich hatte nur irgendwo den kurzen Satz für sich gelesen. Ohne irgendwas weiter dazu.

    Ich sehe es absolut auch genau so, dass Politisches aus einem Forum wie hier heraus gehalten werden sollte. So wichtig es in entsprechenden Lebensbereichen auch sein mag. Gerade heute.

    Mein Posting sollte keinen politischen Hintergrund haben (bzw. hatte keine politische Absicht), und war nicht politisch gemeint.

    Kann von mir aus stehen bleiben, kann aber auch gern wieder heraus genommen werden.

    LG

    Leider gerät das viel zu schnell in Vergessenheit.

    Das ist halt mal wieder eher ein recht allgemein dahin gesprochener Satz.....

    Wenn ICH von MIR selbst spreche, kann ich sagen, dass ich über die Jahre hinweg bis heute hin nichts, nichts davon vergessen habe. Nicht das kleinste Bisschen. Dafür war das alles viel zu sehr Teil meines Lebens. Ich weiß für mich selbst sehr wohl, an welchem inneren Abgrund ich war. Und bei jeder/m Trinker/in den/die ich sehe ist es, auch heute noch, sofort und in ungeschwächter Präsenz da - dieses Wissen darum, wie es ihm/ihr gerade ergeht.

    Es gibt eben Menschen, unterschiedlicher Natur, die mich spiegeln können.

    Was für mich persönlich ein neuer Gedanke ist an Stilles Wasser 's Erzählung, ist die Möglichkeit hier auch Dankbarkeit dem Menschen gegenüber empfinden zu können. Danke für diese Anregung.

    Bisher waren es für mich unter Anderem Dinge wie Demut, Azeptanz, oder auch Hilflosigkeit die ich in solchen Momenten fühle.

    Für mich hat das zwölfte Jahr seit meinem aktiven Suchtausstieg begonnen. Ich habe im hier und jetzt, so wie diese ganze recht lange Zeit schon, noch nie Angst vor einem Rückfall gehabt. Für mich war und ist es vielmehr der Weg der Zuversicht, der mich bis hier hin geführt hat und führt. Die innere Gewissheit, dass es das Richtige ist, was ich tue. Meine mir eigene, innere Wahrheit.

    Ich lebe und genieße mein Leben in Freiheit.

    Carlos Santana - Evil Ways

    https://m.youtube.com/watch?v=gVPUAn…ldmlsIHdheXM%3D

    You've got to change your evil ways, baby
    Before I stop lovin' you
    You've got to change, baby
    And every word that I say is true

    You've got me runnin' and hidin' all over town
    You've got me sneakin' and a peepin' and runnin' you down
    This can't go on
    Lord knows, you've got to change, baby

    Baby, when I come home, baby
    My house is dark, and my thoughts are cold
    You hang around, baby
    With Jean and Joan and a who knows who

    I'm gettin' tired of waiting and fooling around
    I'll find somebody that won't make me feel like a clown
    This can't go on
    Lord knows, you've got to change

    When I come home, baby
    My house is dark, and my thoughts are cold
    You hang around baby
    With Jean and Joan and a who knows who?

    I'm gettin' tired of waiting and fooling around
    I'll find somebody that won't me feel like a clown
    This can't go on
    Yeah, yeah, yeah

    Hallo Ciara,

    gut dass Du dich meldest.

    Ich möchte nicht mehr von dem Dämon Alkohol abhängig sein. ;(


    Vielleicht ist dieser "Dämon" ja ebenfalls auch nur ein hilfloses, gefangenes Wesen. Hast Du ihn mal gefragt was er eigentlich wirklich braucht?

    Eventuell ist es Dir ja möglich, ihm genau dies zu geben - und ihn damit zu befreien und zu erlösen.

    Liebe Grüße und alles Gute.

    Mojo

    Es handelt sich darum, alles zu leben.
    Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
    ohne es zu merken,
    eines fremden Tages
    in die Antworten hinein.

    - aus dem Gedicht "Über die Geduld" von Rainer Maria Rilke -

    Was bin ich froh, dass ich schon so lange raus bin aus dem Ganzen, und solche Grundsatzdiskussionen für mich mittlerweile einfach unwichtiger geworden sind als je zuvor…

    Was mich dennoch - nach wie vor - immer wieder stört, ist die Allgemeingültigkeit die in solchen Theorien immer wieder beansprucht wird. Da wird vieles behauptet. Medizinisch tatsächlich fundiert-bewiesen ist aber bis heute immernoch das Wenigste.

    Meiner Ansicht nach lässt sich das einfach nicht in ein Entweder - Oder einteilen. In irgendein Schwarz oder Weiß. Auf der Klippe oder nicht. Nach meinem Erleben, dem was mir bisher begegnete, und in meinen Augen ist die Welt bunt. Vieles ist da möglich und hat seine Daseinsberechtigung in unzähligen Nuancen.

    Meine persönliche Erfahrung, auf meinem eigenen persönlichen Weg ist die, dass ich auch nach meinem Suchtausstieg, nach längerer Abstinenz, vereinzelte, wenige Berührungspunkte mit Alkoholkonsum hatte. Andere würden es vielleicht Rückfallsituationen benennen. Ich nenne es nicht so, weil der Zugang ein ganz anderer war und ich z.B. eben nicht gleich wieder „machtlos“ der Substanz ergeben war und von da an völlig hilflos „abgestürzt“ wäre oder irgendwas in der Art. Ich bin nicht in altes Verhalten zurückgefallen. Ich habe auch in solchen Situationen die Kontrolle über mein Tun und Handeln und über meinen (Lebens-)Weg behalten.

    Das mag aber auch mit daran liegen, dass ich vermutlich vom Suchttyp her eher im Bereich der psychisch/seelischen Sucht verhangen war, gerne z.B. auch Problemtrinker war. Die körperliche Abhängigkeit war (noch) nicht so sehr stark fortgeschritten, wobei ich weiß dass ich da haarscharf am nächsten Schritt dran war. In meinem Ausstieg habe ich mich konsequent daran gemacht um Problematiken in meinem Leben aufzuarbeiten und zu beseitigen (Schuldenproblematik, Jobperspektive,…) so dass es viele tatsächliche Suchtimpulse in meinem Leben heute schlichtweg nicht mehr gibt. Auch seelische Hindernisse (Depression, Sinnsuche, Selbstfindung,…) habe ich aufgearbeitet, oder habe durch Verhaltensänderungen eine generell andere Herangehensweise an solche inneren Dinge erlernt oder gefunden.

    Für mich ist es schon längst, seit vielen, vielen Jahren nicht mehr so, dass ich Nüchtern lebe weil ich etwa denken würde, dass etwaiger Konsum mich aus der Bahn werfen würde. Im Gegenteil. Ich weiß, für mich(!), dass ein Konsum für mich nicht mit Machtlosigkeit verbunden wäre. Und ich weiß, für mich(!), dass mich das nicht aus der Bahn werfen würde.

    Der wirkliche Grund, weswegen ich dennoch weiterhin nüchtern/abstinent lebe, ist der, dass ich darin einfach (m)einen Weg gesunder Lebensweise gefunden habe. Es hat mir so vieles Gutes, so wichtige Schritte und den Zugang zu mir selbst in meinem Leben ermöglicht. Diese Freiheit und dieses Glück, dieses Lebensgefühl möchte ich weiter in meinem Leben wissen.

    LG Mojo

    Guten Morgen Ciara,

    schön wieder von Dir zu lesen! Hab mich zwischenzeitlich schon gefragt wies Dir wohl geht :thumbup::)

    Zu der Situation die Dich belastet kann ich konkret nicht viel beitragen. Nur indirekt. Im Prinzip gibts ja zwei Wege. Entweder, etwas an den Umständen verändern, sofern das möglich ist. Oder Akzeptanz, also es so auf- und annehmen wie es ist, die eigene innere Position dazu gesund ausrichten.

    Langfristig ist es glaube ich oft besser, wenn sich etwas verändern bzw. optimieren lässt. Ist aber, wie schon angedeutet, gar nicht immer möglich. Mitunter gibt es für manche Dinge Beratungs- oder Hilfsangebote die man wahrnehmen kann.

    Beides, Veränderung wie Akzeptanz, sind auf den ersten Blick vielleicht erst mal die unbequemeren Wege. Aber die nachhaltig wertvolle Belohnung dafür ist ja in jedem Fall, und jeden Tag aufs Neue: dass man weiß, ich bin stark geblieben! Ich starte gesund, gestärkt und stolz in einen neuen Tag voller neuer Möglichkeiten!

    Alle Gute Kraft wünsche ich Dir weiterhin dafür!

    LG, Mojo

    Ich sehe es so, dass Alkohol und andere legale und illegale Drogen einfach für Alle da sind. Für den Fußballfan genau so wie für den leitenden Oberarzt, für den Fachverkäufer, den Handwerker, den Obdachlosen wie auch den Manager - und genauso eben auch für den (Promi oder) Künstler. Der Supermarkt hat für alle offen, und alle möglichen Leute aus allen möglichen Richtungen greifen drauf zu rück. Und jeder gibt dem ganzen seine eigene „erträgliche“ Umschreibung. Der Fußballfan sagt: das gehört auf jeden Fall dazu, macht mich stark und ist männlich. Ottonormalverbraucher behauptet es ist gut fürs Herz. Und der Künstler sagt halt, es fördere seine Kreativität. Letztlich ist das in meinen Augen aber doch oft, sehr oft, nur ein unterschiedlicher Anstrich für ein und dieselbe Sache.

    Ja es gehört in der Künstlerszene quasi auch zum guten Ruf dazu, zu konsumieren. Und zwar nicht zu wenig, und was auch immer. Fatal finde ich, dass es gerade dort oft so dargestellt wird als sei es sogar etwas „Besonderes“. Etwas das „besondere“ Leistungen oder Kreativität und „besondere“ Menschen und Charaktere hervorbringe. Und ehe man sichs versieht, wächst man auch in diesen Kreisen in eine Realität hinein in welcher Alkohol fester Bestandteil der Normalität ist. Ganz egal ob man damit umgehen kann oder nicht.

    Mag sein dass das auch mit daran liegt, dass gerade diesen Menschen mitunter eine gewisse Form des Narzissmus (im positiven Sinne!) zu eigen ist. Oder sie sich in einer (spirituellen) Sinnsuche oder Identitätsfindung bewegen.


    PS: Das Bild mit dem Wassertropfen gefällt mir sehr!

    besser wird mit Sicherheit nichts, es wird aber erträglicher, für den Betroffenen ... anfangs.

    "besser...." oder "erträglicher..." ist doch in dem Falle eigentlich das Selbe. Oder nicht?

    Es wird aber nichts wirklich "erträglicher". Allenfalls wird das Unerträgliche betäubt, und dadurch für eine gewisse Zeit nicht mehr wahrgenommen. Das was Der-/Diejenige aber, als unerträglich, nicht wahrnehmen will, bleibt an sich unverändert bestehen. Gleich was es auch ist. Und spätestens beim nächsten 'Moment des Erwachens' muss dann nachgelegt werden.

    Dieser Mensch befindet sich bereits in einer (zumindest seelischen) Abhängigkeit von einer Substanz. Das ist die Realität.

    ...vieles kann man nur ertragen, gerade weil man Drogen nimmt.

    Tut mir leid wenn ich das so sage, aber das ist doch nun wirklich fataler Quatsch. Ich kenne diesen Satz oder ähnlich sonst nur von Menschen die selbst konsumieren, sozusagen als rechtfertigung für den eigenen Konsum. Aber: niemand macht irgendwas besser indem er eine Droge süchtig konsumiert! Im Gegenteil.

    In seinem Buch „Die Blumen des Bösen“ schreibt Baudelaire unter anderem über Künstler welche meinen, für ihre Kreativität Drogen zu brauchen. Er prägt darin den Satz, dass er der Ansicht ist, dass diese Menschen (auch weltberühmte Musiker/innen, Schauspieler/innen oder Maler/innen der Kunstgeschichte) die großen Leistungen welche sie vollbracht haben nicht wegen dieser oder jener Droge vollbracht haben, sondern vielmehr trotz dessen!

    Mich hat diese Feststellung schon damals in meiner Konsumzeit tief getroffen. Und ich bin fest davon überzeugt dass sie absolut zutrifft!

    Ich bleibe dabei, an dem Punkt, wo einer Substanz eine bestimmte Funktion zugesprochen wird (Kreativität, Realitätsflucht, Entspannung,…) beginnt der verhängnisvolle Suchtkreislauf. Und dieser kennt nur eine einzige Dynamik und Richtung: langsam aber stetig und konstant abwärts. Niemand macht dadurch irgendwas besser (oder besser erträglich), sondern nur noch schlimmer! Und zwar genau bis zu dem Punkt, wo der verhängnisvolle Kreislauf letztlich unterbrochen und verlassen wird.

    Die Substanz ist dafür nicht gemacht! Der/die Künstler/in nimmt durch die Substanz weder Musiknoten oder Farben noch irgendwas anderes in sich auf. Dies alles liegt alleine bereits in ihm als Menschen. Dort, in ihm, und nirgendwo sonst.

    Alkohol oder sonstige Drogen setzen auch eine gewisse Kreativität frei.

    Wenn das wirklich so wäre, dann müsste ja überall hier in der Nachbarschaft bei den biertrinkenden, fußballkuckenden Arbeitern die Wände bunt bemalt und bie Balkone begrünt sein, und Musikinstrumente zuhauf aus offenen Fenstern erklingen. Ist aber nicht so.

    Ich sehe es genau anders herum. Im Gegenteil nämlich:

    Wie viele tolle Menschen und großartige Künstler hat das alles schon sogar das Leben gekostet! Und wieviel kreatives Potential ist dadurch schon verloren gegangen...

    Dieses Jahr haben wir es als Familie sehr gut geschafft, das ganze Weihnachten über wirklich sehr konsequent jeglichen Stress und Anstrengung von uns zu halten. Keine Verpflichtungen, keine fest terminierten Besuche, nur spontan nach Laune, auch an den Festtagen eher "einfache" Essensgerichte, diese aber mit Liebe gekocht.

    Wir haben daher eine sehr ruhige Zeit verbracht, die uns Kraft gibt. Haben uns fest vorgenommen das nächstes Jahr wieder so zu machen, oder eventuell sogar noch mehr zu vereinfachen.

    Ich wünsche Allen hier im Forum einen guten und nüchternen Jahreswechsel - und einen guten Start in ein gesundes und glückliches Neues Jahr 2025! 🍀

    Hallo Emmi,

    schön von Dir zu lesen und von Deinen Fortschritten!

    Zitat

    Mein Auslöser ist SO dämlich,

    Was total bescheuert ist,

    ...ich finde überhaupt gar nicht, dass das irgendwie auch nur ansatzweise dämlich oder bescheuert oder irgendwas in die Richtung ist. Die Aufgaben die wir als Eltern mit bekommen, verändern, so schön dass alles auch ist(!!), unser Leben grundlegend, und stellen uns auch vor große Herausforderungen. Das ist so. Ich finde es gut daß Du Dir solche Dinge bewusst machst. Es gibt da keine Bewertung. Was da ist darf da sein.

    Und sehr oft ist es tatsächlich so, dass ganz banale und einfache Dinge Auslöser für Konsumverlangen sein können. Das geht nicht nur Dir so. So ist mir - nur mal eben als ein Beispiel von vielen - die sogenannte H-A-L-T Regel begegnet. Damit werden vier mögliche, ganz einfache Auslöser benannt.

    H - hungry - bin ich einfach nur hungrig

    A - angry - bin ich verärgert, bin ich frustriert

    L - lazy - ist mir vielleicht einfach nur langweilig

    T - thirsty - bin ich einfach nur durstig (>Mineralwasser, Tee oder selbst gemachte Limonaden mit Minze und anderen Kräutern aus dem eigenen Garten,....)

    Die eigenen Bedürfnisse und Grundbedürfnisse wahrnehmen, und für sich selbst sorgen ist eine der ganz großen Herausforderungen, gerade in der Elternschaft, aber auch generell im Leben.

    Zitat

    Noch dazu macht Trinken einfach wirklich depressiv, wenn man das zu lange so treibt.

    Ja das stimmt Absolut. Alkohol kann zunächst die Stimmung heben, blockiert aber, als Preis dafür, längerfristig bestimmte körpereigene Rezeptoren.

    Alkohol und Depression sind Geschwister (wie die Henne und das Ei). Sehr, sehr oft kommen sie Hand in Hand einher. Und das kann sich auch gegenseitig hoch schaukeln. Bei mir hier es hinten raus sogar ziemlich gekippt - dafür war der Ausstieg dann um so mehr eine Befreiung.

    Hier im Forum und in unserer >Linksammlung finden sich da viele weitere hilfreiche Informationen dazu. Die gute Nachricht ist nämlich immer: es gibt Wege. Man kann etwas tun.

    Freue mich darauf wieder von Dir zu lesen 👋

    Gute Grüße, Mojo