Brauche Hilfe.

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe, ich bin hier richtig,.. wusste nicht genau, wo ich hin klicken muss um mich vorzustellen.

    Ich heiße Natalie und bin vorkurzem 25 Jare alt geworden. Ich trinke seit dem ich 18 bin.

    Am Anfang nur am Wochenende (Vollrausch) , später auch unter der Woche.

    Ich muss dazu sagen, dass ich eine eher unschöne Vergangenheit hatte, aber die Therapiert worden ist. Nun komme ich mir vor, als würde ich mir immer ausreden suchen, (ich bin krank) um zu trinken.

    Mein Freund schafft Schicht und immer, wenn er Spätschicht oder Nachtschicht hatte, findet er mich total betrunken auf. Ich trinke auch, wenn ich am nächsten Tag arbeiten muss.

    Und immer sage ich mir dann, Morgen früh höre ich auf... und sobald er aus dem Haus ist, greife ich zur Flasche.

    Solangsam habe ich Angst, weil ich weiß , dass ich krank bin. Und ich möchte nicht daran sterben und alles verlieren, was ich liebe.

    Zudem kommt, das mir nichts mehr Freude breitet, außer das Trinken. Ich freue mich immer riesig auf Freitag, weil ich weiß, dass wir da als 3 Bier trinken.

    Manchmal werden es mehr, ich versuche meinen Konsum zu verstecken.

    Mir selbst wollte ich es nie eingestehen... aber schon meine Eltern haben mir immer gesagt, dass ich ein Probem habe.

    Wenn ich trinke, werde ich unmöglich. Entweder verfalle ich in tiefe Trauer, oder mache andere Männer an...

    Ich weiß nicht weiter, wie kann ich aufhören? :(

  • Hallo Natalie,


    Ich weiß nicht weiter, wie kann ich aufhören? :(

    du kannst aufhören, indem du es willst.

    Werde dir darüber klar, dass du ein ernsthaftes Problem hast, das deine ganze Zukunft zerstören wird, wenn du nichts dagegen unternimmst.

    Und suche dir Hilfe - Hausarzt, Selbsthilfegruppen, Therapie (und natürlich dieses Forum ;) )

    LG
    Walker

  • Das ich ein Problem habe, weiß ich bereits. Und aus purem Willen schaffe ich es nicht.

    Manchmal war es so schlimm, dass ich inkontinent wurde.

    Selbsthilfegruppen, dazu fühle ich mich nicht bereit, kein Antrieb.

    Dazu führt, dass ich immer Lüge. ( Verschweigen, Angst, dass es ( andere Personen) raus finden.

    Z.B sage ich auf der Arbeit, wenn sie weg wollen, dass ich keinen Alkohol trinke, weil ich Angsthab im Vollrausch zu landen.

  • Hey Innocence,

    GRÜSS DICH :)! ….schön dass Du hier hergefunden hast.

    Ganz sicher wirst Du hier den Austausch mit vielen gleichgesinnten und lieben Leuten Finden den Du suchst!

    Zitat

    Und immer sage ich mir dann, Morgen früh höre ich auf... und sobald er aus dem Haus ist, greife ich zur Flasche.

    Dieses Gefühl der ´machtlosigkeit´ kenne ich und einige Andere hier nur zu gut!
    Ebenso das Verstecken, die Ausreden, das nicht eingestehen Wollen… Alle diese Gefühle und schlimmen Erlebnisse haben, neben schönen Dingen, viele Jahre lang mein Leben geprägt. Aber schlussendlich habe ich vor gut zwei Monaten erkannt dass ICH die Macht habe mein Leben zu lenken und dass das was in mir ist und gelebt werden will stärker ist als der Alkohol oder andere Drogen! Alle die zahlreichen Probleme die mir auf dem Wege der Sucht begegneten waren lediglich eindeutige Zeichen dass ich ein falsches Leben lebe!

    Der Austausch und das Lesen über die Alkoholsucht kann sehr hilfreich sein weil man Anregungen bekommt und erkennt dass man mit dem Problem nicht alleine ist. Von Menschen die aus der Sucht ausgestiegen sind kann man lernen und ungemein viel Motivation und Mut erhalten.

    Das allerwichtigste ist DEIN fester und tief verankerter Entschluss. Und ich denke auch ein Ziel/ Ziele sind sehr wichtig.

    Zudem gibt es ein sehr stark verzweigtes Netzwerk der Suchthilfe. Stattliche, kirchliche oder freie träger bieten Hilfe zur Selbsthilfe an. Da wirst Du beim googeln bezüglich Anlaufstellen sehr schnell fündig wenn Du das willst. Dort wirst Du auch erstmal ohne SHG beraten. In Suchtberatungen, Literatur, oder im Internet wirst Du immer wieder sehr schnell auf das `Gesetz´ stoßen, dass Alkoholkrankheit nur heilbar ist wenn man nie wieder einen Tropfen Alkohol anrührt. Mich hat das über Jahre hinweg meist sofort abgeblockt und ich habe mich dagegen gewehrt und weiter getrunken. Mache Dir über das ´nie wieder´ erstmal keine so große Gedanken! Es geht in allererster Linie um das Hier und JETZT! Ich selbst setze mir da derzeit immer eher mittelfristige Ziele von Wochen oder Monaten. Es gibt viele Menschen die denken da sogar nur von Tag zu Tag…. Von Tag zu tag, von Woche zu Woche erkenne ich auf meinem neuen Weg aber immer mehr das Gute an meinem alkoholfreien Leben was ich mir zuvor niemals vorstellen konnte. Dieses Gute gibt mir auch von Mal zu Mal immer mehr Kraft, Zuversicht und Freude mit auf den Weg!

    Nun, ich freue mich auf einen schönen Austausch hier…

    Hilfe bekommst Du an vielen Stellen wenn Du nur danach suchst und diese dann auch annehmen möchtest.

    Glaube an Dich, so wie ich an Dich glaube!

    Ganz liebe Grüße,
    Land-in-Sicht
    (alias LIS)

  • Vielen Dank für Deine Antwort, sie hat mir sehr viel Mut zugesprochen!!!

    ich werde versuchen das beste zu meistern. Und mich hier erstmal weiterhin austauschen.

  • Guten Morgen Innocence,


    Zudem kommt, das mir nichts mehr Freude breitet, außer das Trinken.

    Du fragst nach dem "Wie" des Aufhörens.
    Ich denke, dass es mindestens ebenso wichtig ist, sich über das "Warum" des Aufhörens klar zu werden. Und sofern du es nicht absolut erstrebenswert findest, dein künftiges Leben und die künftige Lebensfreude allein auf das Trinken einzuengen, hast du das oder zumindest ein "Warum" und das von LIS angesprochene Ziel.

    In Bezug auf das "Wie" gibt es sicherlich mehrere Möglichkeiten.

    Katro

  • Guten Morgen Innocence,

    auch ich möchte Dich hier herzlich Willkommen heißen.
    Schön, dass Du da bist. :)

    Als Betroffene finde natürlich auch ich mich in Deinen Zeilen wieder, zumal mein Entschluß, nicht mehr zu trinken, vor noch nicht allzu langer Zeit von mir gefasst wurde.
    Aber er steht und das ist mir das Allerwichtigste.

    Ich denke auch...wichtig ist ein Ziel.
    Mein Ziel ist es, in Zukunft nur noch Wochenenden zu verbringen wie das Letzte war.
    Nicht abgeschossen einschlafen, aufwachen, weitertrinken...wieder einschlafen, aufwachen, weitertrinken...nicht mehr wissen, welchen Tag wir eigentlich haben und nicht mehr wissen, was ich während dieser Saufperiode wieder angestellt und wie ich mich blamiert habe. Keine Angst mehr haben zu müssen, dass man mich entdeckt...nicht öffnen zu können, wenn es an der Tür klingelt...immer wieder Ausreden und Entschuldigungen zu finden....u.s.w., u.s.f.. Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

    Mein Ziel ist es, meine freie Zeit so zu verbringen, dass ich sagen kann...ich lebe.
    Und das möchte ich...ich möchte wieder leben.

    Ich denke, das möchtest Du auch und das könnte Dein schönstes Ziel werden, das Du ganz sicher erreichen kannst, wenn Du den Entschluß faßt, das zu wollen.

    Die Sternenfee

    Einmal editiert, zuletzt von Sternenfee (21. Mai 2014 um 07:58)

  • Hallo Innocence,

    als ich nur wenig älter war als du (und auch schon einige Jahre kräftig dabei war an den Abenden und Wochenenden) war ich mal soweit, dass ich heulend zum Telefonhörer griff und irgendeine immer erreichbare Nummer bei Alkoholproblemen (ich weiß wirklich nicht mehr, welche Vereinigung es genau war) angerufen habe .. Die Stimme am anderen Ende war sehr nett .. aber ich bekam kein Wort raus und legte wieder auf.

    Dann trank ich bis letztes Jahr weiter (heute bin ich 42).

    Zwischendurch hatte ich oftmals Momente, wo ich aufhören wollte, aber es war nie so stark wie an dem Abend, als ich dort angerufen habe. Heute denke ich, hätte ich damals doch mit ihm gesprochen .. der Weg wäre sicherlich völlig anders verlaufen, als der, den ich heute gehe, um vom Saufen wegzukommen (was bei mir auch prächtig funktioniert). Aber verdammt, es HÄTTE sich was getan und ich hätte nicht weitere Jahre mehr oder minder verschwendet.

    Was ich damit sagen will .. lass diesen Moment, das was du gerade spürst, diese Erkenntnis, dass es nicht so gerade läuft .. lass ihn nicht wieder untergehen. Versuche ihn festzuhalten.

    In diesem Sinne: Herzlich willkommen hier :)

  • Hallo Natalie,

    Alles fängt an mit "Ich will aufhören". Du bist auf dem richtigen Weg.
    Nachdem ich mich abends vollbesoffen habe, musste ich am nächsten Tag arbeiten. Und unter der Dusche (übrigens Duschen mit Kater ist so schlimm!!!!!) hab ich mir versprochen - heute wenn ich zurück komme, werde ich kein Alkohol mehr kaufen, ich werde das neue Leben starten. Ja, und dann kam der Nachmittag, Feierabend und das Gefühl ...Jaaaaaa und jetzt ein Glass 2,3,4,5 genießen....Was kann geiler sein.
    Total falsch ! Es gibt so viele Sachen die Spaß machen können.
    Vor allem - der Stolz auf sich selbst, wenn man in dem Tag schafft kein Alk zu kaufen oder zu trinken. Das Gefühl ist so schön.
    Übrigens kenn ich auch - wenn mein Freund nicht zu Hause ist - oder wenn ich z.B frei in dem Tag habe und er kommt nachmittags nach Hause - ich denke "yeah, hab ich so viele Stunden zu Verfügung, werde jetzt - 11.00 - 2-3 Flaschen Prosseco / Wein trinken und bis er kommt habe ich alles weggeschlaffen. So falsch - schlaffen ja, aber wenn er kommt - was für ein Kopf.

    Herzlich Willkommen hier und bis bald, Alex

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