Hallo an alle

  • Ich bin 40 Jahre alt und leide unter einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Die ist nicht heilbar, durch eine lange Therapie und meinen geliebten Mann kann ich die daraus resultierenden Ängste und Depressionen aber inzwischen im normalen Alltag ganz gut stemmen.

    Früher habe ich alle Drogen eingeworfen, die zu kriegen waren. Nach vielen vergeblichen Versuchen habe ich damit aufgehört, das müsste jetzt etwa 10 Jahre her sein. Getrunken habe ich aber weiterhin, und meinem Therapeuten habe ich nie davon erzählt (weil: wäre Grund für Therapieabbruch durch den Therapeuten). Alkohol kam mir im Vergleich zu allem, was vorher war, so unwichtig vor. Um ehrlich zu sein, ich habe ihn gar nicht ernst genommen. Das hat sich in den letzten Jahren aber deutlich verändert... Trotzdem habe ich nie auch nur den Versuch unternommen, aufzuhören.

    Jetzt weiß ich, dass ich auf der Klippe stehe. Meine Lebensumstände haben sich um 1000 Prozent verbessert, ich habe plötzlich vieles, was toll ist und sich weiter aufzubauen lohnt. Trotzdem trinke ich weiter.

    Jedenfalls bin ich endlich bereit für den ersten Schritt. Also mich in diesem Forum vorzustellen. Jetzt hoffe ich auf praktische Hilfe, damit ich den nächsten Schritt gehen kann. Wenn ich nicht in eine Klinik will, wie kann ich anfangen?

  • Hallo erstmal und ganz herzlich willkommen!
    Glückwunsch zu Deinem ersten Schritt!Es ist echt eine harte Sache bei Dir,die wir alle meines Erachtens sehr ernst nehmen sollten !
    Natürlich Alle Themen hier ,aber ich wollte das mal sagen ,um es Dir eventuell leichter zu machen!
    Mit Depressionen habe ich nicht so viel Erfahrungen,ich bin 1000% Alki!
    Du hast ja zum Glück schon selbst erkannt ,dass Du schon auf der Kippe stehst und dieser noch eine Schritt sehr klein ist.....
    Ich persönlich rate Dir wirklich professionelle Hilfe anzunehmen !
    Warum willst Du nicht in die Klinik?Wenn bei Dir in Deinem Leben doch schon positive Sachen entstehen..dann runde es doch ab,in dem Du Dur helfen lässt!
    Ich wollte auch keineHilfe! Ich wollte mich mit dem Stoff umbringen und habe es fast geschafft!Zum Glück nur fast!Denn heute bin ich fast 2 Jahre trocken und mein Leben ist toll!
    Ich habe eine Langzeittherapie gemacht! Es tat so gut!Diese TH ist nicht die Einzige,es war sie für mich! Jeder muss selbst herausfinden, was einem gut tut!!
    Ich hoffe wirklich,das Du einen Weg,den richtigen Weg für Dich findest!Ich wünsche Dir ganz viel Willenskraft , Mut und Stärke bei allen Deinen Entscheidungen!
    Alles Liebe und viel Glück
    Willse

  • Hallo und "Herzlich Willkommen hier im Forum!" :welcome:

    Schön, dass Du den Weg hier her gefunden hast und den Schritt gewagt hast, Dich hier anzumelden! 44.

    Um ehrlich zu sein, ich habe ihn gar nicht ernst genommen.

    Ja, ich glaube, das ging Vielen von uns so. Er "gehört doch dazu", ist Bestandteil unseres "kulturellen" Lebens.

    Was meinst Du mit

    Wenn ich nicht in eine Klinik will, wie kann ich anfangen?

    Willst Du nicht in die Klinik für eine Entgiftung oder meinst Du eine (Langzeit-)Therapie??

    Von einer Entgiftung zu Hause, also einem "kalten Entzug" kann ich nur dringend abraten!!
    Wie Du bestimmt auch schon hier im Forum (u.a. hier) gelesen hast, sind damit Lebensgefahren verbunden, die auftreten können (nicht zwangsläufig müssen)!
    Wende Dich dafür zumindest erst einmal an Deinen Hausarzt, der wird Dir die weiteren Schritte auch aus medizinischer Sicht erklären können.

    Ansonsten kann ICH Dir nur empfehlen, Dir eine Selbsthilfegruppe (SHG) in Deiner Nähe zu suchen und einfach mal hinzugehen (bin hier als Verfechter von SHG bekannt/berüchtigt :D ). Alleine mit anderen Menschen, die die gleichen Probleme haben/hatten, zu sprechen, kann unwahrscheinlich helfen. Zumindest bei mir hat es den Druck rausgenommen, hat mir gezeigt, dass ich nicht der Einzige "Loser" bin, nicht nur ich die mit dem Alkohol bzw. dem Weglassen des Alkohols verbundenen Probleme habe. Und ich habe Tipps eben zum Weglassen bekommen. Aber auch Informationen zu den verschiedenen Formen einer Langzeittherapie und was dort überhaupt abgeht bekommt man dort - aus erster Hand.
    Kannst ja, wenn Du magst, mal hier reinschauen. Da habe ich mal geschrieben, welche Vorteile eine SHG aus meiner Sicht hat.

    Zu so einer SHG kann man natürlich auch hingehen, wenn man noch trinkt und sich erst einmal informieren möchte. Dazu sollte man aber nüchtern hingehen!!
    Eine andere Alternative ist eine Suchtberatungsstelle. Auch dort bekommst Du alle Informationen: wo kann man eine Entgiftung machen, wie lange dauert das, wo sind welche SHG etc. ...
    Und keine Angst: Deine Angelegenheit wird dort vertraulich behandelt! Es werden keine Arbeitgeber und/oder Familienangehörige kontaktiert! Es sei denn, Du möchtest dies.

    So, jetzt habe ich Dich aber erst mal genug zugetextet :D

    Solltest Du noch Fragen haben - stell Sie! Hier beisst keiner ;)

    Ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch! Und Dir viel Kraft auf dem Weg!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hi
    Willkommen hier...und vielleicht magst du ja ein wenig mehr schreiben über dein Trinkverhalten.
    Täglich oder wie regelmäßig oder was und wie viel?
    Wenn du es als Problem erkennst, tippe ich jedenfalls darauf, dass du negative Auswirkungen spürst.

    Hier sind so viele verschiedene Leute so viele verschiedene Wege gegangen und gehen sie noch, dass du sicher von diversen Erfahrungen profitieren kannst.
    Auf einen guten Austausch.
    Liebe Grüße
    ennasu

  • Hey 5thElement,
    und ein herzliches ´Willkommen´ hier im Forum wikende091

    Ich möchte es an dieser Stelle nochmals und ausdrücklich betonen dass es zwischen ´Nichtstun´ und der stationären Langzeittherapie eine sehr, sehr große Bandbreite an Möglichkeiten und Wegen gibt.

    Hilfe/Unterstützung anzunehmen kann entscheidend und sehr wichtig sein.
    Es ist jedoch bei weitem nicht für jeden sinnvoll eine klinische Therapie machen zu müssen.
    Was für den einen die lang ersehnte Hilfe zum erfolgreichen Schritt aus der Sucht heraus ist, kann für den anderen zu einem absolut frustrierenden Erlebniss werden...

    (abgesehen davon dass es ja auch z.B. ambulante Reha gibt die man neben Beruf und Fammilie auch von zuhauese aus machen kann, oder auch teilstationär, oder kombi,..)

    In einer guten Suchtberatung aber auch im Austausch mit Gleichgesinnten kann man sich ja absolut individuell und umfassend über mögliche Hilfen und Wege informieren.

    ---
    ich selbst habe eine 12wöchige Reha in einer Tagesklinik (d.h. täglich von zu Hause aus) gemacht.
    Trotz hoher therapeibereitschaft und Offenheit bin ich persönlich von diesem vierteljahr ziemlich stark enttäuscht worden. Ich stand mehrmals um haaresbreite kurz davor abzubrechen, habe es aber durgezogen um des Durchziehens willen und in den therapeutischen gesprächen habe ich dennoch durchaus einzwei wichtige kleine Funken mitnehmen können. In der Zeit habe ich aber auch viele Menschen erlebt die in der Reha förmlich aufgeblüht sind und denen es sehr gut getan hat!!

    Die wichtigste Kraft im Ausstieg kommt aus dir selbst (es ist ja auch in einer Therapie nicht der Therapeut der für Dich aufhört mit trinken).
    Therapie ist meiner Meinung nach: Unterstützung, da wo es nötig ist

    ich habe mir sozusagen mein eigenes, persönliches flexibeles Therapieprogramm zusammengestellt:
    - Hausärztin
    - viele gute und tiefgreifende Gerspräche mit Fammilie und engen Freunden
    - DAS Forum hier, täglich, ein sagenhaft guter Austausch mit Gleichgesinnten
    - Suchtberatung
    - anfangs regelmäßig Selbsthilfegruppe
    - 12wochenReha
    - Psychologe
    - Sport, Meditation
    - sich belohen
    - depressive Gedankenmuster erkennen und ändern
    - aktiv im Ausstieg sein! und sich die erforderlichen Hilfen suchen und annehmen.
    - ......

    Aber jetzt ließ dich erstmal in ruhe ein hier, Element.
    das ganze forum ist voll von Geschriebenem und unterschiedlichsten Lebenswegen
    und schreib uns bald wieder :)

    Grüße und GuteKraft an Dich
    Land-in-Sicht

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (27. Februar 2015 um 23:00)


  • ich selbst habe eine 12wöchige Reha in einer Tagesklinik (d.h. täglich von zu Hause aus) gemacht.
    Trotz hoher therapeibereitschaft und Offenheit bin ich persönlich von diesem vierteljahr ziemlich stark enttäuscht worden. Ich stand mehrmals um haaresbreite kurz davor abzubrechen, habe es aber durgezogen um des Durchziehens willen

    Ja, mit einer ambulanten Therapie habe ich auch angefangen. Aber als ich merkte, dass sie mir nicht so wirklich hilft, habe ich mich dann um eine stationäre Therapie bemüht und bin dann umgeschwenkt.
    Ich war/bin der Meinung, durchziehen um des durchziehens willen wäre in diesem, meinem Fall nicht unbedingt hilfreich gewesen. Und die stationäre hat mir dann auch deutlich gut getan.

    Also: der Möglichkeiten gibt es viele ...

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!


  • Ich war/bin der Meinung, durchziehen um des durchziehens willen wäre in diesem, meinem Fall nicht unbedingt hilfreich gewesen.

    Für mich war das schon o.k. so, vor allem aber aus einem Aspekt heraus:
    nämlich hatte ich an meinem Ausstiegspunkt gewisse entscheidungen getroffen. nichmehr so halbherziges wischiwaschi wie so oft in den jahren zuvor, sondern unumstößliche entscheidungen. Mit denen habe ich den Kurs für meinen Ausstieg festgesetzt und ich wollte und will diesen kurs einfach definitiv beibehalten und nicht ständig ´nachkorrigieren´. Insofern hat das mit der reha genau so wies war halt einfach zu meinem Weg dazugehört. Und wie ich ja weiter oben schon schrieb verlasse ich mich nicht nur auf diese reha sondern habe mir ja darüber hinaus meine eigenen persönlichen Bausteine für meinen Ausstieg flexibel zusammengestellt. Und damit segel ich bis heute ja eigentlich auch ganz gut.


    Also: der Möglichkeiten gibt es viele ...

    Genau. Und ich denke dass man den Begriff ´Therapie´ einfach auch mal ein wenig von so einem gewissen schrecken loskoppeln kann. Was macht denn therapie? richtig, sie bringt Hilfebedürftige wieder auf einen guten und richtigen Lebensweg. Dafür werden verschiedene Lebenssäulen betrachtet und ggf. bearbeitet: physische Gesundheit, psychische Gesundheit, Selbstreflektion, soziale Fähigkeiten und Umfeld, Berufsleben, Lebensziele allgemein, Konfliktlösungen, und dergleichen Vieles mehr…

    Sicher. In einer fortgeschrittenen Sucht egal welcher Art ist es halt nichts ungewöhnliches dass in nahezu komplett allen Lebensbereichen Handlungsbedarf ist und da ist eine gebündelte Therapie mit Sicherheit sehr hilfreich und sinnvoll. Ich habe in der reha selbst viele Betroffene gesehen die völlig fertigst ankamen (stationär) und binnen weniger Wochen wieder zu Menschen wurden, wieder begannen zu leuchten.

    Ich denke, bei wem noch viele Säulen/Lebensbereiche weitgehend intakt sind, für den stehen für jede einzelne dieser Säulen gerade hier in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten der professionellen Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung. (Dazu zähle ich auch so was wie Internetforum) Es liegt absolut in der Eigenverantwortung gegenüber dem eigenen Leben diese Hilfen zu erkennen und an den Stellen wo man alleine nicht weiterkommt auch anzunehmen.

    Meiner Meinung nach ist es so möglich Menschen mit einer Suchtproblematik genau an der Station ´abzuholen´ wo sie gerade stehen. Und dass es eigentlich nicht nötig ist sich selbt hilflos dabei zuzusehen wie man den Karren nach und nach gänzlich gegen die wand fährt.


    Ich möchte an dieser Stelle einen Therapeuten zitieren der im Abschlussgespräch zu mir sagte:
    „Die Kraft zur Veränderung liegt in ihnen selbst!“
    Das war mir eine Bestätigung.

    Meine Meinung ist, externe Hilfe ist für mich das Pünktchen auf dem i.
    Aber ohne dieses kleine Pünktchen, ist das i halt nun mal kein i.

    schöne Grüße :)
    LiS

  • Ok, danke erstmal an alle für eure liebe Begrüßung! Ich hoffe ihr seid nicht böse, dass ich jetzt erst wieder auftauche. Den Schock, mich mitgeteilt zu haben, musste ich erstmal verdauen... Außerdem habe ich große Angst, dass mich hier durch die Darstellung meiner persönlichen Situation jemand wiedererkennt. Das ist natürlich sehr unwahrscheinlich, gehört aber zu meinem psychischen Krankheitsbild.

    Deshalb lehne ich mich mit dem Folgenden sehr weit aus dem Fenster:

    Ich kann nicht in eine Klinik, also stationäre Langzeittherapie, gehen, weil meine sozialen Ängste das verbieten. Ich war vor Jahren in einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen. Allein, mir 3 mal täglich einen Platz zum Essen in einem Raum voller bekannter, halbbekannter und fremder Menschen suchen zu müssen, setzt mich so unter Stress, dass den ganzen Tag nichts anderes mehr Platz hat.

    Mit einer kleinen Gruppe unter Anleitung meines Theapeuten habe ich aber schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich denke also darüber nach, eine SHG in der Nähe aufzusuchen. Nüchtern, versteht sich, und das ginge auch nicht anders - weil ich niemals mit Alkohol im Blut Auto fahre (und anders komme ich von hier nirgends hin).

    Zu meinen Trinkgewohnheiten... Ich trinke nur Weißwein oder Sekt, keine harten Sachen. Dafür fange ich aber gern schon früh am Tag damit an. Ich bin glaube ich ziemlich selten wirklich blau, halte aber "den Pegel". Ich trinke also normalerweise 2 Flaschen (0,75 l) Wein am Tag, langsam und verteilt. Leider erlaubte mir meine persönliche Situation das bislang. Manchmal denke ich deshalb, dass ich hauptsächlich aus Langeweile und Gewohnheit trinke. Trotzdem richte ich meinen Alltag so aus, das ausreichend Alk reinpasst. Handwerker sollen möglichst früh morgens kommen etc, damit ich den Rest des Tages für mich und meinen besten Freund habe..

    Jetzt bin ich aber dringend auf Jobsuche, und der Frühling kommt und mit ihm die Gartenarbeit (fast 2000 m²). Die letzten 3 Tage war ich erstmals seit Jahren nüchtern, und das war total easy (nur dass ich nicht Einschlafen konnte). Die Arbeit hat großen Spaß gemacht und mich ausgepowert. Aber jetzt ist das Wetter wieder grässlich, einen Job habe ich auch noch nicht gefunden und ich sitze hier im Nirgendwo fest. Also habe ich heute Bewerbungen geschrieben und verschickt und mir dann 2 Flaschen Wein gekauft. Weil ich einfach nicht wusste, was ich sonst tun soll?!

  • Hallo, 5thElement,

    Schön, dass du uns gefunden hast.

    Ich denke, dass es das Wichtigste ist, dass Du gemerkt hast, was los ist und das Du etwas ändern möchtest. Auch, wenn Du aus gesundheitlichen Gründen keine Langzeittherape machen kannst, hast Du noch so viele andere Möglichkeiten.

    Ich habe auch keine Langzeittherapie gemacht, gar keine Therapie wegen dem Alkohol und bin schon ein Stück weit gekommen. Bei mir sind es andere Gründe, warum ich das nicht tue.
    Das heißt nicht, dass ich es nicht gerne wollen würde. Ich würde sehr gern professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, ich traue es mir aber nicht wegen meiner familiären Situation.

    Was ich Dir sagen möchte, ist, dass das Allerwichtigste dein fester Wille ist, deine Motivation, unbedingt etwas ändern zu wollen. So kannst den Anfang finden und die die für dich passenden Hilfen suchen.

    Am besten wäre, wenn du dich kurzfristig deinem Hausarzt anvertrauen könntest genau wegen dem, was hier schon beschrieben wurde, dem kalten Entzug. Wie du schreibt, hast du täglich und sehr regelmäßig getrunken und ich denke, da solltest du wirklich vorsichtig sein.

    Vielleicht ist es sogar so, dass sich deine psychischen Probleme bessern, wenn du den Alkohol weglässt. Bei mir ist es so. Ich hab auch mit Depressionen und Ängsten zu tun, aber es geht mir jetzt ohne Alkohol sehr viel besser.

    Das Forum ist eine sehr große Hilfe! Ganz besonders, wenn es mal "brenzlich" wurde, habe ich hier immer Zuspruch , Hilfe und Wertscätzung erfahren.

    Ich freue mich auf einen guten Austausch.
    Katniss

  • Hallo Katniss,

    du hast natürlich Recht, schon in den paar Tagen, die ich übers Wochenende nichts getrunken hatte, ging es mir psychisch deutlich besser. Dummerweise war das der Sucht offensichtlich egal...

    Im Gegensatz zu dir könnte ich meine familiäre Situation betreffend jederzeit in eine Klinik gehen. Ich habe keine Kinder etc. Ich finde es so toll, dass du es trotzdem zu schaffen scheinst! So wenig ich auch über deine genaue Situation weiß...

    Ich bin vor einiger Zeit von der Stadt aufs Land gezogen und ich habe hier noch gar keinen richtigen neuen Hausarzt. Ich war bisher nur einmal kurz da, weil ich ein Rezept für mein Antidepressivum brauchte. Was würde der denn überhaupt machen in Hinsicht auf den kalten Entzug?

    Ich habe recherchiert, es gibt SHGs in der Nähe, und da werde ich zum nächstmöglichen Termin hingehen. Bzw hinfahren ;) .

    Den festen Willen habe ich also, denn so soll es nicht weitergehen. Aber was meint ihr denn zu der These, dass man sich nicht zu viele Enttäuschungen einfangen sollte, weil man mal wieder verkackt hat? Der Frühling und die Gartenarbeit stehen vor der Tür und ich werde hoffentlich ganz bald wieder arbeiten gehen. Dann ändern sich meine Lebensumstände von Winterdepression zu Frühlingserwachen. Wäre das nicht der perfekte Zeitpunkt? Ich will wirklich nichts aufschieben, ich habe nur Angst vor unausgefüllten Tagen, die es mir tausendmal schwerer machen und mich schnell zurückwerfen könnten...

    OMG

  • EDIT: Morgen Abend fahre ich erstmals zur SHG. Ich muss das hier posten, denn das macht mir Druck.

  • Liebe 5theElement,

    Frühlingserwachen ist toll und eine supergute Motivation. Aufschieben würde ich es jedoch nicht.

    Ich weiß es nicht genau, was der Hausarzt Dir raten kann. ich denke, er kann untersuchen, ob Du schon Schäden durch den Alkohol hast und Dich natürlich beraten. Vielleicht kannst du einen allgemeinen Gesundheitscheck auch dazu nutzen, Kontakt zu dem Art aufzunehmen, der Dein Hausarzt wird und den Alkohol gleich mit ansprechen? Das mit der SHG ist eine tolle Idee!

    Ich wünsche Dir alles Gute

    Katniss

  • Keine Angst vor der SHG - habe noch von keiner gehört, wo man gebissen wird ;)
    Dass Schlimmste, was Dir passieren kann, ist, dass Du Dich dort nicht wohl fühlst: das die Chemie zu den Leuten nicht passt, oder der Umgang unter-/miteinander, da nur "staubtrockene" sind oder, oder ...
    Dann solltest Du eine andere ausprobieren - Du schriebst ja von mehreren Gruppen in der Umgebung.

    So ist es nun mal: dem einen gefällt es bei den AA, und andere mögen lieber eine konfessionelle Gruppe. Ich mag am liebsten meine konfessionslose und ritualfreie Dialoggruppe, wo jeder sofort ein Feedback bekommt

    Trotzdem: Viel Erfolg! Es ist nur ein kleiner Schritt über die Schwelle - aber ein großer Schritt für Dich :D

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

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