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Autor Thema: Sich selbst den Weg frei machen  (Gelesen 7498 mal)

Charlotte

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #30 am: 03. Mai 2021, 22:52:58 »

Ich werde dich vermissen hier.
Liebe Susanne, machs gut.
Viele Grüße C.
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Rina

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #31 am: 03. Mai 2021, 23:12:41 »

Ja schade...Alles Gute für dich Susanne. Ich habe deine Beiträge sehr geschätzt und danke dir für all deinen Einsatz hier. Du gehörst doch zu jenen die viel und oft geschrieben haben, das wird eine Lücke hinterlassen...Vielleicht hören wir doch mal wieder von dir...irgendwann. Mich würde es freuen.

Mach‘s gut,
Rina
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Susanne68

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Nachtrag
« Antwort #32 am: 13. Mai 2021, 20:40:01 »

AmSee,

am Anfang warst Du so begeistert von mir, dass es mich genervt hat, wie Du mich mehrmals gelobt hast, und dass Du gerne anhänglich geworden wärst. Und ich hab Dir geschrieben, das ich mich zu meiner Hässlichkeit (also zu den harten Seiten an mir und auch zu denen, mit denen Du Schwierigkeiten hast) bekenne. Von daher gar nicht so schlecht, wenn Du das nun kritisch siehst. Jemanden gehen lassen ist an sich weder positiv noch negativ, manchmal ist es auch nötig, vielleicht verstehst Du, was ich meine.

Ich hab öfter geschrieben, dass ich hier nicht Alleinunterhalterin sein wollte und dass ich hier eigentlich nur aufgeschlagen war, nachdem mein Vater – am Alk -  gestorben war.

Dann hab ich hier irgendwann vor 2 oder 3 Jahren angefangen, zu antworten, weil ich mich mit der Materie wahrscheinlich verhältnismäßig gut auskenne und weil es hier ja auch gar nicht so viele Schreiber gibt, die sich die Mühe machen, zu antworten.
Und ich habe auch Forenerfahrung und Suchthilfeerfahring, spielte da sogar mehrere Jahre lang eine Hauptrolle, ich habe aber auch hier geschrieben, dass ich in diese Rolle nicht mehr kommen wollte. Das wollte ich tatsächlich vermeiden, ich konnte es aber nicht so recht vermeiden. Auch ich komme nur bedingt aus meiner Haut.

In den Foren, in denen ich war, war wesentlich mehr los als hier, und im Grund machte es immer die Mischung unterschiedlicher Charaktere. Es braucht ein paar Verständnisvolle, und es braucht ein paar Leute, die denen, die sich selbst was vormachen, den Kopf waschen. Keiner kann allen helfen. Und je mehr Leute eigentlich desto besser.

Ich bin aber auch der Meinung, man muss sich immer darüber im Klaren sein, dass man sich hier im Internet befindet und nicht in einem Therapie- oder Krankenzimmer, also man ist hier nicht in einem geschützten Raum und es liegt auch nicht jedem die therapeutische Sprache. Ich möchte schon ab und an so schreiben wie mir der Schnabel, äh, die Griffel gewachsen sind.

Mir wurde und wird zwar schon sehr viel Menschenkenntnis nachgesagt, aber ich habe auch ein absolut unsentimentales Verhältnis zur Sauferei und auch zum Alkoholismus. Ich bin halt einfach direkt. Das ist nur meine eigene Überlebensstrategie, denn so habe ich aufgehört und so habe ich mich auch von meinem Elternhaus gelöst. Und wenn ich lese, wie es Dir und anderen Ekas geht, möchte ich nicht tauschen. Ich bin auch froh, dass ich den Scheixx hinter mir habe, und da bin ich mir so dermaßen die Nächste, dass es mich nicht interessiert, ob das jemanden verletzt, wie ich darüber denke.

Ansonsten war ich schon, als ich erst 10 Jahre trocken war, der Ansicht, dass ich von den Neulingen innerlich schon zu weit weg bin, und jetzt, 20 Jahre davon entfernt, interessieren mich Themen, die vermutlich niemandem beim Aufhören helfen, und von daher war ich zunehmend genervt, dass es hier immer weniger Leute wurden und ich von daher im Verhältnis immer wichtiger wurde.

Ich hab schon länger den Absprung gesucht, und ich wollte in Dir keine Gesprächspartnerin, sondern jemanden, der den Job übernimmt, hier jedem zu antworten, oder so ähnlich. Das war auch der Grund, warum mich das genervt hat, dass Du verschwunden bist. Ob Du Dich öffenst oder nicht, musst Du wissen, das interessiert mich zu wenig. Dass Du wieder aufgetaucht bist und nun fleissig antwortest, das ist das, was mich interessiert hat. Und da Du ja auch näher dran bist als ich, finde ich das auch richtig. Also immer zu.

Nach diesem Nachtrag bin ich wieder weg.

Gruß Susanne
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AmSee13

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #33 am: 13. Mai 2021, 21:57:24 »

Hallo Susanne,
ich habe etwas Zeit gebraucht, um dich einzuschätzen zu können. Jemand wie du ist mir in meinem bisherigen Leben noch nicht begegnet.

Inzwischen weiß ich mehr über die Problematik von EKAs. Als ich hier ankam, wusste ich darüber herzlich wenig. Anfangs glaubte ich tatsächlich, dass du mir irgendwie ähnlich seist. Durch unseren Austausch wurde dann deutlich, wie sehr wir uns tatsächlich unterscheiden.

Ich denke, ich kann inzwischen tatsächlich nachvollziehen, was mit dir ist, warum du hier nicht „Alleinunterhalterin“ sein wolltest, warum du gehen wolltest bzw. was du meinst mit „jemanden gehen lassen“. - Ich schreibe „nachvollziehen“, weil ich nicht wirklich wissen kann, ob ich dich „verstehe“, denn dafür müsste ich ja eigentlich in deinen Kopf hineinsehen können. - Du hast hier aber sooooo viel von dir preisgegeben, dass ich, wenn vielleicht nicht „verstehen“, aber doch eben „nachvollziehen“ kann.

Ich habe deine Fachkompetenz, die hier in den verschiedenen Bereichen immer wieder deutlich wurde, stets geschätzt. Und ich wusste auch, dass du dich zu deiner „Hässlichkeit“ bekennst.
Umgehen konnte ich damit nicht wirklich. Mich jedenfalls kosteten Schlagabtausche mit dir häufig viel Energie, auch wenn wir nur sachlich diskutiert haben.

Ich musste gehen. Zu dem Zeitpunkt war das richtig und wichtig für mich und meine weitere Entwicklung. Inzwischen bin ich ein Stück weiter.

Ich wünsche dir alles Gute, Susanne. (Ich als EKA würde übrigens nicht mit dir tauschen wollen.
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AmSee13

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #34 am: 11. August 2021, 12:14:04 »

Hallo Susanne,
da du offenbar doch noch regelmäßig mitliest, möchte ich die Gelegenheit nutzen, dir „Danke“ zu sagen für das, was du für MICH getan hast.
Ich bin inzwischen 9 1/2 Monate trocken und ich bin sogar zufrieden abstinent. Dass es soweit gekommen ist, habe ich unter anderem DIR zu verdanken, weil du dich am Anfang mit mir und meinen Fragen abgegeben hast. Du hast mir von deiner Geschichte erzählt und ich konnte mich darin irgendwie wiedererkennen. Deine Geschichte machte mir so richtig deutlich, worauf ICH zusteuerte, und dass man nicht erst Alkoholiker war, wenn man so war wie mein Vater.
Inzwischen habe ich nicht wenige andere Alkoholiker kennengelernt (trocken und nass), kenne viele Geschichten, viele Herangehensweisen an das Thema. So, wie du mir damals geantwortet hast, hast du mir eine Brücke gebaut, anderswo wäre ich vielleicht nicht so gut aufgehoben gewesen, da ich damals noch nicht soweit war, mich als Alkoholikerin zu sehen und den Rest meines Lebens abstinent sein zu wollen. Deshalb: DANKE

Viele Grüße, ich hoffe, dass es dir gut geht.
AmSee
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Susanne68

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #35 am: 16. August 2021, 10:23:46 »

Guten Morgen am See,

Deine Meldung hat mich ehrlich gefreut. Jemandem wirklich helfen zu können, ist das, was den Sinn hier macht.

Andererseits ist es ein Teil meines Problems. Denn wie an anderer Stelle erwähnt, war ich ein beschädigter Mensch. Manches, was mir passiert ist, läuft sicher auch unter Trauma, jedenfalls führte es dazu, dass ich mich hässlich, nutzlos und unbrauchbar fühlte und keine Lust zu leben hatte. Mag mich ja sowieso keiner, und den Alten gehe ich eh nur im Weg um und kann die Erwartungen nicht erfüllen. So in dem Stil. Ich bin ja auch damit aufgewachsen, dass ich irgendwie immer falsch war und von daher am liebsten in der Versenkung verschwunden wäre. Bis ich den Alk und die Drogen für mich entdeckt habe und mich stark fühlen konnte.

Es lief nicht so eindimensional und linear, aber schon in die Richtung. Und da fängt es heute schon an, dass ich das Gefühl habe, ich habe das schon so oft erzählt, dass es mir selbst schon zu den Ohren herauskommt.

Was ich auch schon oft erwähnt habe, dass ich schon jahrelang in der Selbsthilfe unterwegs war. Und dass ich mindestens 20 (sehr tiefgestapelt) Leute kenne, von dene ich ganz ähnliche Rückmeldungen bekommen habe wie von Dir. So von wegen, schon hart, aber das hat es gebraucht etc.
Mein Problem dabei ist (glaube ich, denn die tiefere Motivation kommt ja aus dem Unbewussten und ist gar nicht so so leicht zu ergründen, was ja Stand der Wissenschaft ist, man merkt nur, das einen etwas treibt, aber der innere Antreiber verbirgt sich - und deswegen erzähle ich es doch) , dass ich wegen meinen eigenen Dachschäden irgendwie schlecht loslassen kann, wenn ich irgendwo "wichtig" werde. Ich fühle mich da irgendwie verpflichtet und gebunden, weiterzumachen. Das füllt(e) auch das schwarze Loch in mir, was Du ja auch kennst. Und diese Bauchpinselei schlägt bei mir voll in die Kerbe, dass ich lernen musste, mich selbst zu mögen, und ich hab mich lange nicht nur nicht gemocht, sondern sogar gehasst. Passt wie Schlüssel zum Schloss.

So, wenn ich helfen kann, dann mag ich mich, dann bin ich zu was nütze, habe eine Aufgabe, fühle mich gleichzeitig aber nicht mehr frei und unabhängig. Weil ich eben nicht nur aus Hilfsbereitschaft helfe (die ich aber habe), sondern das auch für mein Selbstwertgefühl gebraucht habe, und das fühlt sich für mich falsch an. Es ist in der Form auch nicht mehr zeitgemäß, da ich selbst mich entwickelt habe. Ich bin gar nicht mehr da, wo Du mich vermutest, und das fühlt sich auch komisch an.
Musst Du nicht verstehen, es ist Selbstauskunft, wenn man vom 4-Ohren-Modell ausgeht. Das ist mein Innenleben.

Deswegen muss ich ab und an völlig "weg", damit ich selbst das Gefühl habe, das wirklich von "aussen" zu betrachten. Geht mir übrigens auch in anderen Gruppierungen so. Ich war aus technischen Gründen während des Lockdowns auch die zentrale Gestalt in zwei anderen Gruppierungn (andere Themen, nicht Sucht'), weil über mich die ganzen Videokonferenzen gelaufen sind, da musste ich auch irgendwann mal ganz raus. Wird mir einfach zu viel, ich brauche dann das Alleinsein.

Das war in Bezug auf Sucht und Alkohol alles kein wirkliches Problem, so lange ich selbst auch noch davon profitiert habe, wenn ich geschrieben habe. Heute habe ich aber das Gefühl, das ist bei mir oft nur noch ein leere Hülle, wenn ich mich zum Thema Alkohol äussere, weil das mit mir nichts mehr zu tun hat. Ich selbst entwickle mich dabei nicht mehr weiter, zumindest mal derzeit. Von meiner Seite her sind das alte Hüte, was ich erzähle, fühlt sich an, wie wenn meine Platte einen Sprung hat. Ich kann mein eigenes Geschwätz nicht mehr lesen, und wenn ich es nicht lassen kann, dann fühle ich mich "blöd".

Und in meinem Inneren gibt es mehrere Teile (Thun'sches "Innreres Team") , die sich gegenseitig so fremd sind, dass ich oft Schwierigkeiten habe, mich selbst zu verstehen. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin und neben meiner auch in mehreren anderen Familien aus und ein gegangen bin (Vernachlässigung hat eventuell auch den Vorteil, das man machen kann, was man will) und von daher extrem unterschiedliche Eindrücke aufgnommen habe.
Als ich in meiner einzigen Psychotherapie war, war mein Therapeut auch der Ansicht, bei mir ist eigentlich ziemlich viel noch Ok, ich muss hauptsächlich meine unterschiedlichen Teile besser integrieren, weniger zerrisen werden. Das lief dann auch über  geführte Meditation, und so.

Ja, ich lese hier noch, aber momentan meist eher oberflächlich.
Es ist halt so, ich bin Informatikerin und sitze von daher von früh bis spät am Computer. Wir sind Dienstleister für den technischen Background größerer Internetportale. Wie das auf der Oberfläche aussieht, ist mir meistens relativ egal, Hauptsache funktioniert, fürs Aussehen sind die Grafiker und Designer zuständig. Meine Spezialität sind große Datenbanken. Aber ich bin sonst natürlich auch die Sorte "fragen Sie jemanden, der sich auskennt".

Einen Fernseher habe ich nicht, ich kann keinen Bildschirm mehr sehen, wenn ich Feierabend habe. So von wegen Tatort, das reicht mir nach drei Minuten, wenn ich wo zu Besuch bin, wo die Glotze läuft. Ich lese dann lieber.
Untertags scanne ich alles mögliche durch, wenn ich grade mal Ablenkung oder Pause von der Arbeit brauche. Zwei Tageszeitungen, zwei Wissenschaftszeitungen, zwei Alkforen (dieses und Du weisst schon), Facebook, mindestens. Ich bin ein Wissens- und Nachrichtenjunkie. Und absolut undiszipliniert, was Arbeit angeht. So lange es irgendwie läuft, und dsas tut es.

Es ersetzt mir auch den Kaffeeklatsch im Büro, denn wir sind hier nur zu zweit und arbeiten in verschiedenen Büros an verschiedenen Projekten. Ich hab sonst tagsüber keinen Menschen um mich herum. Das ist der eine Punkt, ich will mich irgendwo unterhalten. Aber zum Unterhalten ist es mir wiederum hier zu wenig und im Parallelforum merke ich, das würde es auch nicht bringen, wenn ich mich da anmelde, weil das Thema für mich nicht mehr passt. Ausserdem ist mir das da zu restriktiv und geregelt, aber das wäre mir vielleicht sogar egal, wenn ich es irgendwie brauchen würde. Ich gehe ja hier auch in keine Selbsthilfegruppe mehr, weil ich nicht weiss, was ich dort sollte.

In meinem eigenen Alltag ist Alkohol heute eines der uninteressantesten Themen überhaupt, und letztlich ist es auch nur das, was ich im Grund weitergeben kann. Man kann es komplett hinter sich lassen, selbst wenn man so eine Vorgeschichte wie ich hat. Wenn sogar ich das schaffe, warum schaffen es dann nicht alle, war lange meine zentrale Frage, die ich aber hinter mir gelassen habe.

Gestern aber erst wieder einen Artikel gelesen, dass schlechte Nachrichten auch irgendwie süchtig machen, wenns rund läuft, dann wird das schnell langweilig. Über menschliche Katastrophen gibts mehr zu reden, fesselt einen mehr, und das ist bei mir auch dabei. Das ist ja auch der Grund, warum Nachrichtensendungen voll davon sind (oder warum man Tatort guckt), an der Stelle bin ich leider genau so blöd wie alle. Sensation seeking. Es wäre besser, sich aufs Positive mehr zu fokussieren, und das versuche ich.

Und dann kommen noch die Themen dazu, bei denen ich heute denke, dass ich davon wirklich noch profitiere, und wo ich auch noch etwas tun will, und da muss ich ja auch recherchieren. Die haben mit Alk an sich nichts zu tun, aber ich profitiere trotzdem von dem, was ich da lange gemacht habe, weil ich in Bezug auf Leute durch die ganze Geschichte wesentlich realistischer geworden bin und mir besser vorstellen kann, was möglich ist, und was nicht. Ausserdem sind meine Sozialkompetenzen ganz andere geworden, weil ich schon vor ca. 17 oder 18 Jahren angefangen habe, deutschlandweite Treffen zu veranstalten (also das, was Du mir mal wegen Forentreff vorgeschlagen hast, habe ich schon mehrmals woanders gemacht) und das auch in das reingeflossen ist, dass ich mich auch in anderen Interessensgruppen "traue", was zu machen.

Ja langweilig, Ich bin jetzt auch irgenwie langweilig. Bei mir passieren keine großen Katastrophen mehr.
Jetzt war ich gerade mal eine Woche wandern in den Bergen, bisschen offline zur Abwechslung.
Erst ging es schwer, wegen meiner Behinderung und wg. Corona fehlendes Training, aber dann jeden Tag besser, bis ich gestern fast normal laufen konnte. Meine Behinderung ist natürlich auch täglich präsent, aber da  bin ich ja auch den Umständen entsprechend optimal eingestellt, da tut sich so gesehen auch nicht mehr viel und laufend drüber reden ist auch pillepalle. Ändert ja nichts dran.
Aber da ist mir auch erst jetzt aufgefallen, wie lange ich mich deswegen geschämt habe, dass ich einfach nicht mehr so konnte wie früher. An sich hat mich das schon in meinem Selbstverständnis erst mal schwer getroffen, dass ich nicht mehr so fit bin, wie ich früher war, aber anfahngs waren es mehr die Schmerzen und die Kämpfe, die ich deswegen ausgefochten habe, bis ich mich wieder bewegen konnte.
Dazu noch, früher war das eine der wenigen Sachen, die mich in meinem ganzen Chaos überhaupt über Wasser gehalten haben, dass ich raus konnte und auf den Berg gegangen bin, da sah die Welt für mich einfach anders aus. Und dass ich das nich mehr so konnte, da brach schon was weg.

Und  natürlich war die Behinderung anfangs ein schwerer Einbruch in meine zufriedene Trockenheit, obwohl ich nie auf die Idee gekommen bin, deswegen zu saufen. Es war mir immer vollkommen klar, dass es davon nur schlimmer werden könnte. Trotzdem war ich damals froh, dass ich schon mehrere Jahre trocken war und das anders bewältigen konnte, als wenn ich mich auch noch mit Sucht herumgeschlagen hätte. Aber seitdem kann ich irgendwie auch nicht mehr so einfach im Brustton der Überzeugung sagen, hör auf, dann wir alles besser. Es gibt eben trotzdem genügend Probleme, und oft habe ich aber gar keine Lust, das ausgiebig zu erklären, und ich denke manchmal sogar, das demotiviert wahrscheinlich manche, wenn man erzählt, was da trotzdem alles noch passieren kann. Grade am Anfang, wenn der Entschluss, aufzuhören, bei vielen noch auf wackeligen Füssen steht.

Nu ja, jedenfalls geht es mir momentan besser, wenn ich mich mehr mit andernen Themen beschäftige, die mehr mit meinem (heutigen) Leben und vor allem mehr mit meiner Zukunft (Stichwort Alter) und weniger mit meiner Vergangenheit zu tun haben. Und da gibt es noch eine Menge zu tun, und ich möchte ja mein Leben auch nicht verpassen.

So viel, obwohl ich einfach Dir auch mal Danke sagen wollte. Geht einfach nicht kurz, und mein heissgeliebter innerer Kritiker steht natürlich auch schon bereit, muss ich immer so eine Zumutung sein. Aber mir wars auch ein Bedürfnis, hier mal noch mal so was loszulasen.

Ja, und ich wünsche Dir auch alles Gute (ebenfalls im Übrigen Ichso und wer sich noch angesprochen fühlt). Und ich möchte Dir sagen, dass ich es wertschätze, dass Du mir diese Rückmeldung gegeben hast.

Gruß Susanne
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AmSee13

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #36 am: 16. August 2021, 16:08:13 »

Hallo Susanne,
ich habe gerade deine lange Antwort entdeckt und natürlich gelesen. Ich hab mich echt darüber gefreut und deine lange Nachricht gewiss nicht als Zumutung empfunden. Wir haben uns früher schon sehr lange Nachrichten geschrieben, Manches lässt sich eben nicht kurz erzählen oder wir können oder wollen es zumindest nicht. Und ich freue mich auch, dass mein „Danke“ an dich gut bei dir angekommen ist.

Ich freue mich auch zu lesen, dass es dir soweit gut geht.

Ich lese aus deiner Nachricht heraus, dass du das Bedürfnis hast, dich mir mitzuteilen und dich mir auch irgendwie zu erklären. Find ich voll ok und ich fühle mich dadurch irgendwie geehrt. - Hoffe, das kommt jetzt richtig an. ;-)

Es sind so viele interessante Anknüpfungspunkte in deiner Nachricht, aber ich schaffe es jetzt nicht, auf alles etwas zu antworten, auch wenn ich das gerne möchte. Formulieren, was in meinem Kopf ist, fällt mir nicht immer leicht. Deshalb schreibe ich nur, wenn‘s bzw. solange es „fließt“.

Was du mir geantwortet hast, bestätigt übrigens meinen Eindruck von dir und das war durchaus kein negativer Eindruck, auch wenn ich mit deiner Bärbeißigkeit und Bissigkeit mitunter meine Schwierigkeiten hatte. Es hat nun einmal seine Gründe, warum du so bist, wie du bist. Vieles hast du diesbezüglich ja auch von dir erzählt.
Es hat schließlich auch seine Gründe, warum ich so bin, wie ich bin.
In all unserer Verschiedenheit glaube ich recht gut nachvollziehen zu können, was mit dir ist. Gewisse Ähnlichkeiten sind eben aufgrund unserer Vergangenheit in einer alkoholkranken Familie vorhanden und vielleicht noch aus anderen Gründen.

Übrigens war es nicht deine „Härte“, die mich vor bald zehn Monaten zum Umdenken bewegt hat...
Sondern du hast dich auf meine Fragen und Gedanken eingelassen und mir mit deinen eigenen Erfahrungen geantwortet. Ich fühlte mich schließlich ernstgenommen und ich hab Teile von mir und meinem bisherigen Weg in dir und deinem Weg wiedererkannt und ich begriff an deinem Beispiel, wohin ich auf dem Weg war.
Nein, Härte hätte mich nicht erreicht, es war etwas anderes, das du ebenfalls an oder in dir hast....
Ich hab aber andere (wenige) Beispiele kennengelernt, bei denen eine klare Ansage, tatsächlich das ist, was sie bei all ihrer Empfindlichkeit brauchen. - Ist schon eine bunte Welt, diese Alkoholiker-Welt.  ;)



Du hattest mal geschrieben, welche Schwierigkeiten du mit Lob und Anerkennung von anderen hast. Ich hab das damals schon nachvollziehen können, nun hast du es noch deutlicher und noch besser nachvollziehbar erklärt. Danke. :)

Diese Sache mit dem Selbstwertgefühl, das aus einem selbst und dem eigenen Inneren kommt, und dem Gefühl, „nur“ etwas wert zu sein, wenn man für andere da ist, hat mich besonders in den vergangenen Monaten sehr beschäftigt.
Ein schwieriges Thema für eine EKA.

Wann tue ich etwas, weil ich das einfach gerne möchte, gerne mache, usw. und wann tue ich etwas, um (unbewusst?) von außen Wertschätzung zu erhalten?
Mitunter ist es für mich äußerst schwierig, das auseinanderzuhalten, manchmal empfinde ich es als eine Gratwanderung.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es die ganze Angelegenheit nicht gerade leichter macht, wenn man von der Wertschätzung anderer so getriggert wird, wie du das von dir beschreibst. Du schriebst mal vom Esel und der Möhre vor seiner Nase.

Ich hab bemerkt, dass du es nicht lassen konntest, hier viel zu antworten und dass und wie du damit irgendwie in eine Verantwortung geraten bist, die du eigentlich gar nicht wolltest. Es war auch nicht zu übersehen, was das mit dir gemacht hat.

Was spricht denn grundsätzlich dagegen, ab und an wegzugehen, um das Gefühl zu haben, das wirklich von „außen“ betrachten zu können?
Wie heilsam und förderlich das für die eigene Entwicklung sein kann, habe ich erfahren, als ich selbst „weg“ war.

Dass du inzwischen weit weg vom Thema „Alkohol“ bist, kann ich, obwohl ich demnächst erst 10 Monate trocken bin, durchaus schon nachvollziehen.
Wenn du dich damit nicht mehr gut fühlst, von deiner Geschichte zu erzählen, weil es sich anfühlt, als wenn deine Platte einen Sprung hat, dann klingt es logisch, das nicht länger zu tun.
Vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten für dich, dem Forum trotzdem irgendwie erhalten zu bleiben, ohne in eine Rolle zu fallen, die du gar nicht willst? - Wenn du das denn überhaupt möchtest.


Was du über die verschiedenen Inneren Anteile schreibst, die du irgendwie nicht zusammenbringen kannst, kann ich nachvollziehen.
Ich lerne meine verschiedenen Inneren Anteile in den letzten Monaten erst kennen bzw. identifiziere sie überhaupt erst. Spannend und mitunter gar nicht so leicht. Da sind definitiv mehr als nur ein „Inneres Kind“. Wie verletzt einige Anteile sind, erspüre ich so nach und nach. Manchmal macht mir das Angst, was ich finden könnte. Aufschlussreich war letztens eine Erfahrung, als ein deutlich jüngerer, äußerst verletzter Innerer Anteil von mir die „Führung“ übernommen hat, und ich das tatsächlich erkannt habe und den erwachsenen Inneren Anteil wieder die „Führung“ übernehmen lassen konnte.

Ich hab für mich inzwischen die Notwendigkeit erkannt und den Wunsch entwickelt, nochmals professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deshalb lerne ich gerade eine Therapeutin kennen, die auch in Trauma-Therapie ausgebildet ist und beantrage die Genehmigung einer Psychotherapie.


Damit schließe ich erstmal.

Grüße
AmSee

P.S.: Das mit dem Wandern hört sich gut an. Ich war letztens im Urlaub auch ein paar Mal wandern. Schaffe inzwischen 6 mal so viel wie Anfang des Jahres, ohne gleich völlig hinüber zu sein. Hat mir Mut gemacht.

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ichso

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #37 am: 16. August 2021, 21:50:03 »

Traue mich kaum zu schreiben "Liebe Susanne" ;)

Versuche, kurz und knapp meine Gedanken "über" dich und für dich zu formulieren:

Vieles kann ich nachvollziehen: das gebraucht und geliebt werden wollen, Oberkante/Unterlippe bei Suchtthemen, gerne unangemessen und auch "asozial" referieren, grins...

Wie schon irgendwo geschrieben, "abhauen" ist für mich auch ein legitimes Werkzeug ;)

Aber du wirst tatsächlich gebraucht. Von mir sowieso. Meiner Tochter (die in einer toxischen Beziehung feststeckt, wenn auch über mehrere Länder) empfahl ich vor ein paar Wochen, hier mal zu lesen, wenn sie es von mir nicht hören will. Wer will auch schon was von der eigenen Mutter annehmen? ;) Zum Glück las sie einen Thread (Gehen oder bleiben) wo ich im Nachschauen sah, dass du da (wie so oft) klarste Ansagen gemacht hast.

Supi! Meine Tochter brauchte nur dies, um einen Kontinent zwischen sich und den Menschen zu legen. Plus natürlich ihre eigene Lebenserfahrung und das Genöle ihrer Mutter ;) DANKE also auch von mir dafür <3

Weiß schon, hörste nich gern. Macht abhängig.

2 Vorschläge:

Wir machen hier für die alten Hasen eine Rubrik auf. Da kommen dann zum Beispiel die Folgekrankheiten rein, Sex im Alter, wo gibt's die besten Stützstrümpfe, oder was ganz anderes. Fällt uns bestimmt was ein ;)

Und Zweitens: Du übernimmst die vakante Stelle von Henri hier (ich kann immer noch kein Bild einfügen). Nur wenn dir langweilig ist. Also nach Lust und Laune. Vermute mal, Geld gibt es für die Informadis hier eh' wenig bis nichts. Bin gespannt, ob ich dich verlocken kann...

Zauberhafte Liebesgrüße ;)

ichso - die auch manchmal angemessen sein will und kann. Und manchmal halt auch nich. ;) Denn ich glaube fest daran, das dieses Forum von seiner Vielfalt gut lebt.
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Greenfox

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #38 am: 17. August 2021, 05:54:56 »

Zitat
Vermute mal, Geld gibt es für die Informadis hier eh' wenig bis nichts.

 Du vermutest richtig: Nichts. Alles freiwillig.  :)
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gerd48

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #39 am: 17. August 2021, 06:38:44 »

Zitat
Wir machen hier für die alten Hasen eine Rubrik auf. Da kommen dann zum Beispiel die Folgekrankheiten rein, Sex im Alter, wo gibt's die besten Stützstrümpfe, oder was ganz anderes. Fällt uns bestimmt was ein ;)
Ich glaube eher, du brauchst Stützstrümpfe im Hirn. ;)
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ichso

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #40 am: 17. August 2021, 07:51:20 »

Moin die Herren,

@greenfox: das hatte ich befürchtet... Umso dankenswerter, dass es hier kluge EhrenamtlerInnen (?) gibt, die das machen können und vor allem auch wollen. Danke also <3 Wieviele seid ihr denn zur Zeit im Hintergrund? Wie hoch ist der Zeitaufwand, dieses wichtige Forum am Laufen zu halten?

@gerd: bei dir antworte ich mal vorsichtig. Denn das letztemal, als hier war, hatte ich dich ziemlich missverstanden. Wo ich noch dachte, du schreibst was Humorvolles, da warst du wohl schon sauer. Ist das also ein Witz mit den Strümpfen für mein Gehirn, eine vorsichtige Wiederannäherung gar? ;) Wird mich freuen. Wenn du aber "hintenrum" zum Ausdruck bringen wolltest, dass ich bekloppt bin, gebe ich dir leicht verschnupft Recht. Aber wenigstens bekomme ich da Rente drauf. Ein kleiner Ausgleich für mein zartes Seelchen, grins...

Netten Gruß, ichso - die sich vorgenommen hat, bis vorerst Ende des Jahres hier auszuharren. Denn Zuverlässigkeit kann ich hier mal gut üben. Weil nicht nur "abhauen" ist ein adäquates Werkzeug. "Dableiben" ebenso. Fällt mir mit meinem ungestützten Gehirn jedoch ungleich schwerer. Aber Übung soll ja die Meisterin machen.
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AmSee13

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #41 am: 17. August 2021, 08:38:41 »

Hallo Gerd,
warum nicht in einem bestimmten Bereich über „Stützstrümpfe“ reden?
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Susanne68

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #42 am: 17. August 2021, 09:03:59 »

Zitat
Vermute mal, Geld gibt es für die Informadis hier eh' wenig bis nichts.

 Du vermutest richtig: Nichts. Alles freiwillig.  :)

Es geht sowieso nicht bei mir.
Ich habe auch mal gelernt, wie wichtig "Nein sagen" und Selbstfürsorge sind.

Ich bin neben meiner Rolle als Mit-Chefin unserer Firma ehrenamtliche Leiterin von zwei Arbeitsgruppen. Eine dritte Leitung habe ich neulich bereits abgegeben, weil es zu viel wird. Daneben gibt es noch Leute, die bei mir anrufen und sich erklärtermaßen lieber drei als nur eine Stunde mit mir unterhalten wollen.

Ich bin auf der einen Seite froh und dankbar, dass ich diese Möglichkeiten habe und dass mir verschiedentlich der rote Teppich ausgelegt wird, wenn ich etwas machen möchte. Auf der anderen Seite kenne ich aber auch Leute, die in einen Burnout gelaufen sind, weil sie gar so unentbehrlich waren. Und spätesens dann, wenn jemand nicht mehr kann, merkt man, dass niemand unersetzlich ist.

Ich hatte echt mal einen Super-Therapeuten. Und auch der hat mir gesagt, Leute, die es schaffen, rechtzeitig Pausen zu machen, halten länger durch. Mut zur Lücke ist eine existentiell wichtige Fähigkeit.

Bei den Sachen, auf die ich mich bereits eingelassen habe, muss ich auch was liefern. Es ist eine Herausforderung für mich selbst, was ich da mache. Dadurch lerne ich sehr viel, bleibe geistig beweglich, habe Kontakte und Freunde, aber es passiert eben nicht so im Vorbeigehen, sondern ich muss da echt was reinstecken. Dafür ist es dann aber auch befriedigend. Und das kann ich nicht eben nicht unbegrenzt, für meine eigenen Ressourcen muss genügend übrigbleiben.

Wenn man anderen empfiehlt, auf sich selbst aufzupassen, sollte man das für sich selbst ja besser auch tun. Und ich bin durchaus gewillt, das zu tun.

Ansonsten habt Ihr mich überzeugt, ich bleibe jetzt mal wieder dabei, schön dass es Euch gibt, @ichso viel Spaß mit dem Auto, und ich glaube, Ihr versteht, dass ich trotzdem ziemlich beschäftigt bin.

Gruß Susanne


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gerd48

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #43 am: 17. August 2021, 09:32:16 »

Es geht nicht um Stützstrümpfe, es geht darum, dass MenschInnen in Schubladen gesteckt werden, die evtl. altersbedingte Leiden haben.
Seit einigen Jahren sehe ich eine absichtliche Spaltung in Jung gegen Alt, Radfahrer gegen SUV-Fahrer, Frauen gegen Männer, Querdenker gegen Stromliniendenker, usw.
Das ist eine ganz ungesunde Entwicklung und wer sich daran beteiligt, bekommt von mir heftigen Gegenwind. Teile und Herrsche wird natürlich in der Politik gerne gesehen.
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ichso

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Re: Sich selbst den Weg frei machen
« Antwort #44 am: 17. August 2021, 09:42:28 »

Na, das ist doch mal ein Wort! <3 Manchmal habe ich jemanden in meinem Umfeld, der/die denkt, ich bin traurig u/o enttäuscht,wenn er/sie wenig Zeit hat. Das sind dann meist neue Menschen in meinem Leben. Ich erkläre dann, dass es aufgrund meiner fehlenden Stützstrümpfe ;) im Hirn (nehme ich jetzt mal als running gag) meist viel mehr Menschen und Gelegenheiten gibt, als ich noch "bedienen oder abarbeiten" kann, also im guten Sinn. Und immer auch mit einem lachenden und weinenden Auge...

So also lange Rede, kurzer Sinn: Schön, dass du auch bleibst <3 Versuche dann auch, bei dir kürzer zu antworten, lächel...

Und @AmSee: Danke dir :) Bei "ist der Ruf erst ruiniert" bin ich als Bipolare eher mal auf der Bremse. Zu meiner Veränderung werde ich mich freuen, wenn du mir unter Alter Falter deine Wahrnehmung schreiben magst. Ich empfinde ähnlich und antworte später gern in meinem Thread darauf. In meinem Kopf hat das wahrscheinlich ganz profan mit der kürzlich erlebten Verliebtheit/Körperlichkeit zu tun. Es bleibt also spannend! ;D Meine Tochter würde jetzt sagen: Besser als GZSZ, lach...

ichso - die jetzt aber erstmal die lila Klorollenhaube häkelt. Für Baby-Karl <3 ;)

PS: Jetzt kam gerade noch der Post von gerd. Ich stimme mit dir überein. Und tatsächlich hat dieses Denken, das auch meinem Empfinden nach immer stärker wird, aber auch schon ewig die Gesellschaft(en) spalten soll, mich wahrscheinlich mit ver-rückt gemacht.
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57, weiblich. Einzigartig? Nee: Einzig. Nich artig.
Irgendwas is immer.