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Autor Thema: Alkoholkranker Vater  (Gelesen 819 mal)

hjerti

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Alkoholkranker Vater
« am: 28. Februar 2021, 16:55:42 »

Hey ihr,
ich bin neu hier (bin unsicher, ob ich zuerst im Vorstellungsthread schreiben soll oder gleich hier? sagt gern Bescheid, wenn ich es falsch gemacht habe). Ansonsten werde ich hier meine Geschichte erzählen.

Ich bin 30, weiblich, mein Vater ist seit ich ca. 14 bin, vielleicht eher Alkoholiker. Er ist ein "netter" Alkoholiker, der soweit im Leben klar kommt, auf Arbeit geht und betrunken eher anhänglich und rührselig wird. Allerdings ist er meiner Meinung nach auch ein großer Choleriker, was immer häufiger zu Streits zwischen ihm und meiner Mutter führte. Ich habe oft die Rolle der Vermittlerin eingenommen, habe ihnen erklärt welches Missverständnis sie gerade hatten oder warum sie aneinander vorbei geredet und dann gestritten haben. Sie fühlten sich ertappt und lachten, leider war es zwei Tage später wieder das selbe Spiel. Ich habe einen Bruder, der 9 Jahre jünger ist. Mit 20 bin ich ausgezogen, weil ich es mir endlich leisten konnte und auch weil ich die Streitereien satt war. Mein Vater verhält sich oft wie ein bockiges Kind, wenn etwas nicht nach seinem Willen läuft. Zum Beispiel waren wir zu seinem Geburtstag essen und weil es sein Lieblingsbier nicht gab, wurde er sauer, trank ein anderes, aß aber nichts und schlief nach dem dritten Bier im Restaurant am Tisch ein.

Ich merke, dass ich gar nicht recht weiß, wo ich anfangen soll, weil mir so viele Geschichten im Kopf rumschwirren und die meisten kennt ihr wahrscheinlich ähnlich aus Erfahrungen. Deshalb versuche ich mal zum aktuellen Problem zu kommen.

Ich habe durch den Auszug, auch in eine andere Stadt Abstand gewonnen, merke aber dass das Thema immer noch schwellt. Mein Bruder (er ist jetzt 21) wohnt noch dort und erzählte mir nun Geschichten von zuhause, die noch genauso sind wie vor 10 Jahren als ich mit 20 auszog. Schon damals habe ich mit meiner Mutter, so als wäre ich ihre Therapeutin, über Trennung und Umgang mit dem alkoholkranken Partner gesprochen und ihr erklärt, dass sie auch ein Recht auf ein gutes Leben hat und ihn nicht zum Entzug zwingen kann, wenn er das nicht von sich aus will. Nun höre ich, dass sich nichts geändert hat und ich merke, wie mich das zurückwirft. Zum einen meldet sich eine Stimme in mir, die sagt "du bist die mit dem klaren Blick in der Familie, du musst etwas tun", dann das Kind in mir, dass sagt "Ich will das nicht mehr, lasst mich damit in Ruhe", dann die Wut über den Vater der sich nicht kümmert (wobei ich natürlich auch weiß, dass es eben nicht so einfach ist), dann das schlechte Gewissen, dass ich sie so selten besuche (zuletzt im August 2020). Die Sorge um meinen Bruder und sein Seelenheil.

Sollte ich mich abgrenzen? Sollte ich meinem Vater sagen, was ich von alledem halte? Darf ich das? Ich bin ratlos. Vielleicht ist das auch alles zuviel, ich weiß, dass fremde Menschen (also ihr :) ) nicht in mein Leben schauen könnt und eine Lösung parat habt. Aber vielleicht habt ihr eine Meinung, über die würde ich mich sehr freuen.

Bitte verzeiht, wenn das alles etwas wirr ist. Danke an alle die bis hier gelesen haben.

Hjerti
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Susanne68

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Re: Alkoholkranker Vater
« Antwort #1 am: 28. Februar 2021, 17:12:29 »

Sollte ich meinem Vater sagen, was ich von alledem halte? Darf ich das?

Natürlich kannst Du ihm das sagen. Es wird nur sehr wahrscheinlich nichts ändern.

Mein Vater starb an den Folgen jahrzehntelangen Alkoholmissbrauchs, da war er 82 und ich 57 . Ich denke, ich habe ihn mein ganzes Leben lang keinen Tag ohne Alkohol erlebt. Meine Mutter hatte sich schon lange scheiden lassen. Eines Tages lag er bei meinem Besuch sturzbesoffen auf dem Sofa und redete mich gleich so schräg an, das ich mich einfach umgedreht habe und wieder gefahren bin (ich wohnte da längst ganz woanders). Irgendwann habe ich ihm gesagt, wenn er noch mal so betrunken ist, dann komme ich nie wieder. Oder wenn er mich betrunken anruft, da ist auch das Ende der Fahnenstange. Da versuchte er sich dran zu halten.

Ansonsten sagte er mir, dass sich das Aufhören für ihn nicht rentiert. Es sah keinen Sinn drin, das Trinken zu lassen. Ich habe selbst über 25 Jahre getrunken und Drogen genommen, meine eigener Partner hat mehrere Jahre erfolglos an mich hingeredet, wir haben uns auch viel deswegen gestritten, aber ich wollte lange auch nicht aufhören. Deswegen wusste ich bei meinem Vater, dass es keinen Zweck hat, sich deswegen aufzuregen. Ich habe mich um ihn gekümmert, als er Pflegefall wurde, aber ansonsten lebe ich schon lange mein eigenes Leben, was er da machte war irgendwann nicht mehr besonders wichtig für mich.
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Gerchla

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Re: Alkoholkranker Vater
« Antwort #2 am: 01. März 2021, 15:00:43 »

Hallo hjerti,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Ich stelle mich kurz vor: ich bin Anfang 50, Alkoholiker und lebe jetzt schon lange ohne Alkohol. Ich trank über 10 Jahre abhängig, die meiste Zeit davon heimlich. Ich hatte Familie (2 Kinder) und funktionierte bis zu meinem Ausstieg. Am Ende deutlich mehr schlecht als recht.

Ich hatte mal in einem anderen Umfeld eine Diskussion darüber, ob des den "lieben" Alkoholiker überhaupt gibt. Also den, der vielleicht der Beschreibung Deines Papas als "netten" Alkoholiker in manchen Dingen entspricht. Jemanden, der zwar alkoholkrank ist, jedoch nicht aggressiv oder böse wird sondern im Gegenteil, lieb und anhänglich. Einen Alkoholiker, der "keiner Fliege" etwas zu Leide tut und der einfach nur ein herzensguter Mensch ist. Wo man sich um Grunde "nur" Sorgen um seine Gesundheit machen muss, also die körperliche Gesundheit, jedoch keine über die Psyche des Erkrankten.

Nun, ich war der Meinung, dass es so einen Alkoholiker nicht gibt und dass ein Alkoholiker immer seinem Umfeld Leid zufügt (sofern er eines hat), der eine mehr der eine weniger. Entschuldige diesen kleinen Anfangsmonolog von mir, er bringt Dich nicht weiter aber mich hat Deine Forumulierung "netter" Alkoholiker einfach an diese Diskussion erinnert. Denn eine der Diskussionteilnehmerinnen damals hat sich mit so einer Formulierung ("er ist ja eigentlich ein ganz lieber Alkoholiker") m. E. ihre eigene Situation (sie war die Angehörige) ordentlich schön geredet. Letztlich stellte sich dann heraus, dass sie auch einfach nur ganz schlimm gelitten hat. Obwohl er nett und lieb war, was er wohl meistens auch wirklich war.

Das was Du von Deinem Papa hier kurz beschreibst deutet auf einen funktionierenden Alkoholiker hin. Das sind übrigens die allermeisten, und die meisten funktionieren auch bis zu ihrem Tode oder bis sie es eben schaffen aufzuhören, so wie das bei mir der Fall war.  D. h., nach außen alles im Griff. Job, Familie, soziales Umfeld (mal mehr mal weniger) sind irgendwie noch vorhanden. Oft sind es jedoch die Partner, die das ganze Kartenhaus vor dem Einstürzen bewahren, oft bis zum bitteren Ende....

Und genau dieses "aufrecht erhalten der heilen Welt" kostet die Angehörigen eine ungeheuere Kraft. In der Regel mehr Kraft als sie zur Verfügung haben. Und wenn ich Dich so lese, dann beschreibst Du im Grunde so ein ähnliches Szenario bei Deiner Familie.

Der Dialog, den Du beschreibst, also der Dialog mit Dir selbst, also dieser hier:
Zitat
Zum einen meldet sich eine Stimme in mir, die sagt "du bist die mit dem klaren Blick in der Familie, du musst etwas tun", dann das Kind in mir, dass sagt "Ich will das nicht mehr, lasst mich damit in Ruhe",

das sehe ich als einen inneren Kampf den Du führst, letztlich ein Kampf gegen eine Co-Abhängigkeit. Ich weiß nicht ob Du Dich mit Co-Abhängigkeit schon beschäftigt hast. Falls Du das noch nicht getan hast, dann kann ich Dir nur ans Herz legen, Dich damit mal zu beschäftigen. Vielleicht einfach mal googeln, mal bisl nachlesen und schauen, ob oder in wieweit Du Dich da wieder findest. Wer wirklich Co-Abhängig ist (und ich möchte Dir diese Krankheit jetzt nicht per Ferndiagnose andichten, absolut nicht) hat selbst eine ernstzunehmende Krankheit die behandelt werden sollte. 

Aber wie gesagt, ich möchte nicht andeuten, dass Du darunter leidest (aber richtig einschätzen kannst Du das mit entsprechendem Wissen dann selbst besser). Letztlich hast Du Dich ja bereits abgegrenzt, Du bist ausgezogen, bist weggezogen und Du hast (relativ) wenig (persönlichen) Kontakt. Die Gedanken die Du Dir machst halte ich für ganz normal. Es geht ja um Deinen Papa, Deine Mama und Deinen Bruder. Das ist ja nicht irgendwer und ich halte das für absolut normal, dass man (also Du) hier auch mal sein eigenes Verhalten hinterfragt und vielleicht auch mal Zweifel hat. Ich denke, die darf man auch mal haben, man darf die auch mal zulassen.

Zitat
Ich bin ratlos. Vielleicht ist das auch alles zuviel, ich weiß, dass fremde Menschen (also ihr :) ) nicht in mein Leben schauen könnt und eine Lösung parat habt.Ich bin ratlos. Vielleicht ist das auch alles zuviel, ich weiß, dass fremde Menschen (also ihr :) ) nicht in mein Leben schauen könnt und eine Lösung parat habt.

Da hast Du vollkommen Recht. Wir oder in dem Fall ich, habe da natürlich keine Lösung parat. Hätte ich eine, wäre das wahrscheinlich unseriös. Denn Du gibst uns hier ja "nur" einen kleinen Einblick in Dein Leben, welches mit Sicherheit mindestens so komplex ist wie mein eigenes. Was ich Dir aber gerne schreiben kann, weil ich eigene Erfahrungen habe, ist, wie das mit "einem Alkoholiker" so funktioniert. Du stellst ja z. B. diese Frage hier:

Zitat
Sollte ich meinem Vater sagen, was ich von alledem halte?
Dazu möchte ich sagen, dass es wohl nicht zielführend ist, wenn Du Deinem Papa jetzt alles mögliche an den Kopf wirfst. Ihn sozusagen mit Vorwürfen überschüttest und ihm den Spiegel vor hälst. So gut ich das verstehen könnte. Aber es könnte gut und wichtig (und auch nur fair) sein, dass Du ein ruhiges Gespräch mit ihm führst (allerdings nur wenn er nüchtern ist!) und ihm darüber berichtest, was sein Verhalten bei Dir auslöst. Wie Du Dich damit fühlst und welche Sorgen Du Dir machst. Ich -Botschaften sind da sehr wichtig, keine anklagenden Du - Botschaften.

Ob das etwas bringt, ob das bei Deinem Papa etwas bewirkt, steht auf einem anderen Blatt. Es ist wahrscheinlicher, dass es nichts bewirkt, denn statistisch sind es eher die wenigeren, die etwas gegen ihre Sucht unternehmen und noch weniger schaffen es dann auch dauerhaft davon weg zu kommen. Aber das halte ich erst mal für zweitrangig. Wichtig ist doch, dass er wenigstens einmal (sachlich) mitgeteilt bekommen hat, wie es Dir mit seiner Sucht geht. Das er einmal ganz bewusst erfährt, welche Sorgen Du hast und was sein Trinken für Dich bedeutet. Und welche Gedanken Du Dir darüber machst. Alternativ wäre so ein Gespräch natürlich auch seitens Deiner Mama und Deines Bruders nicht das schlechteste. Ich warne allerdings vor einem Tribunal, welches ihm all seine Vergehen vorhält, so nach dem Motto: schau mal was Du angerichtet hast!

Aber vielleicht gab es solche Gespräche ja bereits? Wenn das schon lange so geht, dann haben solche Gespräche bestimmt schon stattgefunden, oder?

Es bleibt dann Dir überlassen, ob Du noch einmal so ein Gespräch führen möchtest. Du kannst es auch führen, um mit Dir selbst ins Reine zu kommen, um für Dich selbst Klarheit zu schaffen und um Dir selbst gegenüber sagen zu können, dass Du das getan hast, was Dir möglich war.  Denn am Ende bleibt Dir nämlich nur das, was Du bereits machst, nämlich Dich abzugrenzen und nicht die Verantwortung für Deinen Vater oder Deine Mutter oder Deinen Bruder zu übernehmen. Die haben nämlich alle ihr eigenes Leben und dafür auch selbst die Verantwortung. Wie Du es für Deines hast.

Ich kann gut verstehen, dass sich das hart anhört, oder das Du Dir denkst "na der redet sich leicht". Dennoch stehe ich zu dem was ich Dir geschrieben habe. Denn alles andere führt über kurz oder lang dazu, dass Du Dein Leben von der Sucht oder dem Verhalten Deines Vaters abhängig machst. Und ich denke, das darf nicht der Plan sein. Zumal Du auf das Verhalten Deines Papas keinen Einfluss hast. Er entscheidet ganz allein ob er trinken will oder ob er doch mal damit aufhören möchte. Die meisten wollen gar nicht aufhören und trinken so lange es eben geht. Und wer wirklich aufhören will, der findet reichlich Hilfsangebote um das dann auch tatsächlich durchziehen zu können.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Denkanstösse geben. Du musst kein schlechtes Gewissen haben nur weil Du DEIN Leben leben möchtest. Das ist absolut ok und denke auch immer daran, dass Dein Papa es in der Hand hat an (dieser) seiner Situation etwas zu verändern. Nur er allein entscheidet ob der trinkt oder nicht.

Alles alles Gute für Dich!

LG
gerchla
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hjerti

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Re: Alkoholkranker Vater
« Antwort #3 am: 10. März 2021, 14:15:27 »

hey gerchla,

erstmal ein großes wow. ich danke dir für deine ausführliche antwort und finde gar nicht, dass du zu harte worte gewählt hast. ich fühle mich gerade ein bisschen luftig in der brust, weil deine worte so gut tun. zum einen die erfahrungen zu hören, die ich so eben selbst nicht nachvollziehen kann und mir wünsche zu verstehen - von meinem vater aber nicht einfordere (einfordern will?) und die du so freimütig teilst. danke!

das mit der co-abhängigkeit ist ein gutes stichwort, das werde ich mir mal genauer anschauen. du hast das alles sehr gut erkannt und zusammengefasst, ich denke er ist ein funktionierender alkoholiker. er hat einen job verloren wegen einer fahne, die man auf arbeit roch, hat allerdings ziemlich schnell einen neuen gefunden (da ist er erstaunlich wendig und kümmert sich immer sehr darum). und auch das mit dem "netter" alkoholiker bin ich bei dir. auch wenn er nicht schlägt oder pöbelt, schadet er natürlich mit dem alkoholkonsum und den daraus folgenden verhaltensweisen.

ich glaube, ich muss das für mich klären, abschließen, auflösen. und wie ich das mache weiß ich (noch) nicht. ich möchte es so gern, aber es sind eben widersprüchliche gefühle in mir.

es tut auch so gut zu hören, dass ich nicht für die leben meiner familienmitglieder zuständig/verantwortlich bin. ich weiß das eigentlich, aber ich habe das gefühl ich finde die mitte nicht zwischen der stimme die sagt "du bist nicht verantwortlich, grenz dich ab" - die häufig in ein extrem abdriftet und die andere die sagt "du kannst helfen also tu es". aber nun ja darauf hast du auch schon weise worte geantwortet.

alles gute auch für dich
hjerti
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Gerchla

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Re: Alkoholkranker Vater
« Antwort #4 am: 11. März 2021, 16:23:28 »

Hallo hjerti,

es freut mich, wenn ich Dir mit meinen Gedanken ein paar Denkanstösse liefern konnte.

Dazu möchte ich noch was sagen:

Zitat
ich glaube, ich muss das für mich klären, abschließen, auflösen. und wie ich das mache weiß ich (noch) nicht. ich möchte es so gern, aber es sind eben widersprüchliche gefühle in mir.
Ich will Dir sagen, dass ich es als ganz normal und völlig verständlich empfinde, dass Du da widersrüchliche Gefühle in Dir hast. Wie gesagt, es geht hier ja nicht um irgend jemanden sondern um Deinen Papa und Deine Familie. Ganz wichtig ist, so denke ich jedenfalls, dass Du Dir selbst darüber im Klaren bist, dass Du für nicht verantwortlich bist und hier auch nicht die Verantwortung hast. Das ist leider häufig so, dass vor allem Kinder sich für die Sucht eines Elternteils die Schuld geben. Und nicht alle Kinder können sich dann davon, wenn sie erwachsen werden, lösen. Das geht dann eben wieder in die Richtung Coabhängigkeit. Oft geht es ja auch "einfach" nur darum, dass man das was man (eigentlich) weiß dann auch umsetzen kann. Also, Du weißt ja, dass Du nicht für das Leben Deines Papas oder Deiner Familienmitglieder verantwortlich bist. Dennoch zweifelst Du (ab und an oder immer wieder) daran ob das auch wirklich stimmt bzw. kannst es für Dich dann doch nicht ganz konsequent umsetzen.

Je nachdem wie stark Dich das alles belastet und wie sehr das alles in Dein Leben, in Dein Wohlbefinden eingreift, darfst Du gerne auch darüber nachdenken, ob Du Dir hier nicht Hilfe von außen holen möchtest. Also jemanden, der Dir dabei hilft, aufzulösen, zu klären und abzuschließen. Der richtige Psychologe zur richtigen Zeit kann Gold wert sein. Ich hatte auch das Glück, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit an meiner Seite zu haben und ich habe diese Menschen auch ganz bewusst gesucht. Das war für mich unglaublich wichtig, denn es gab einfach Dinge, mit denen ich selbst zu diesem Zeitpunkt nicht klar gekommen bin. Deshalb kann ich Dich nur ermuntern hier offen zu sein und keine Angst zu haben vielleicht auch den Weg über externe Hilfe zu gehen.

Und es muss auch nicht immer ein Psychologe sein. Bei mir wars ein Mönch, der mich ein paar Monate begleitet hat und mich zurück in die Spur gebracht hat. Und ein guter alter Freund, der ebenfalls immer zum Reden für mich da war. Nun können wir meine Geschichte und meinen Hintergrund natürlich überhaupt nicht mit dem Deinigen vergleichen. Ich will Dir damit nur Denkanstösse geben. Reden und sich öffnen kann ganz neue Perspektiven aufzeigen.

Alles alles Gute für Dich!

LG
gerchla

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