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Autor Thema: Meine kleine, junge Lebensgeschichte  (Gelesen 3860 mal)

Camina1969

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #45 am: 31. Januar 2021, 09:36:56 »

Hallo Sunny,

ich glaub, ich hab dir noch gar nicht geschrieben - daher als erstes meinen Glückwunsch zu deinem Plan (Entschluss?), mit dem Trinken aufzuhören. Wenn du das durchziehst, machst du dir selbst ein großes Geschenk!

So ganz entschlossen klingst du noch nicht ... („... entschlossener“). Aber ich darf dir verraten, auch bei mir hat es gedauert, bis mir klar war, ich möchte wirklich wirklich gar keinen Alkohol mehr in mein Leben lassen. Zum Glück konnte ich nach meinem letzten „Entschluss“ lange genug abstinent bleiben, bis ich das wirklich ganz klar in mir hatte. In der Zeit habe ich viel zum Thema gelesen und mir Dokumentationen angeschaut und mich mit anderen Alkoholikern ausgetauscht. Habe mich in einer Suchtberatungsstelle beraten lassen. Habe Therapiegespräche geführt. Und noch anderes.

Du hast ja auch schon viele Erfahrungsberichte hier gelesen und Vorschläge bekommen.

Du schreibst
Zitat
Die Gefahr eines 'Rückfalls' macht mit ziemliche Angst, jedoch hoffe ich das mentale Stärke reichen wird um diesen zu verhindern.
Mentale Stärke ist eine feine Sache, und ich will dich auch nicht entmutigen, aber angesichts einer Suchterkrankung erhöhst du deine Chancen ganz ungemein, wenn du dir noch mehr Unterstützung gestattest.

Was machst du konkret, wenn du in deiner wie du schreibst zur Zeit recht anstrengenden Lebensphase den Drang verspürst, zu trinken? Hast du einen Plan dafür?

Wenn der Alkohol in deinem Leben wegfällt, entsteht da eine Lücke? Weißt du, wie du sie füllen willst?

Ich wünsche dir heute einen wunderbaren trockenen Sonntag!

Herzliche Grüße
Camina, w, trockene Alkoholikerin
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Rina

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #46 am: 31. Januar 2021, 12:17:43 »

Hallo Sunny,

Es freut mich zu lesen dass du aktiv dabei bist! Eine Woche ohne Alkohol ist doch schon super 👍,gut gemacht!

Das mit dem Willen und der Stärke ist so eine Sache...natürlich braucht es das um im Kampf gegen die Sucht überhaupt in die Gänge zu kommen und nicht beim leichtesten Druck gleich einknickt. Ich habe aber in den Jahren gelernt, dass Akzeptanz und Gelassenheit viel wichtiger sind. Die Akzeptanz, dass du nun mal Alkoholikerin bist, für immer und dieser Umstand lässt sich nicht ändern. Und die Gelassenheit dies hinzunehmen, Gelassenheit gegenüber Dingen, die nun mal nicht in meiner Hand liegen. Es gibt Leute die regen sich dauernd über irgendwelche Dinge auf...wie Mitmenschen die uns nicht passen, die Sanitäre Situation im Moment, dass es oft regnet...🤷‍♀️. Ich versuche einfach weniger verkrampft zu leben und mehr innere Ruhe zu gewinnen, allgemein aber vor allem in Anbetracht meiner Erkrankung.

Ich behaupte von mir ein sehr Willensstarker Mensch zu sein und das sind viele Alkoholiker. Trotzdem konnte ich mit purem Willen nie gegen diese Sucht ankommen, es braucht mehr. Carina hat es schon geschrieben.

Lg
Rina
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Rina

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #47 am: 31. Januar 2021, 12:18:43 »

*sollte Camina heissen!
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #48 am: 31. Januar 2021, 17:36:21 »

Hallo Camina und Rina :)

Ich beantworte zuerst einmal Caminas fragen, also ...

Ich muss leider gestehen, in gewisser Hinsicht hinterlässt er eine Lücke.
In meinem Alltag ...
Der Alkohol hatte einen festen Bestandteil in meinem Alltag/Leben.
Momentan muss ich diese Lücke noch nicht füllen da es mir momentan noch leicht fällt.
Jedoch auf Dauer gesehen,  hoffe ich das etwas hilfreiches finden werde.
Und auf die wichtigste Frage ... Wenn es mal schwierig wird... Weiß ich leider noch keine Antwort.
Tut mir leid.
Danke für deine Erfahrungen :)
Ich hoffe es geht dir gut :)

Liebe Rina
Ich versuche mich sozusagen Abzuschrecken... Ich lese mich sehr in dieses Thema ein und bin eigentlich überrascht denn ich hab mich trotz meiner Vorgeschichte nie damit befasst ...
Ich versuche auch anderem Ärger aus dem Weg zu gehen, auf der Arbeit halte ich mich raus wenn sich jemand streitet und mit meinen Freunden und meiner Familie bin ich jeden Tag in Kontakt und im reinen.
Das ist mir wichtig ...
Ich schweife aber ab :D

Als Willensstark würde ich mich auch bezeichnen, ich hoffe dass das alles zusammen reicht  ;D

Ganz Liebe Grüße :)
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Daun 2020

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #49 am: 31. Januar 2021, 23:29:49 »

Hallo Sunny
Du Beschreibst es ja Genau wie es ist und wo die Gefahren Lauern Können.
Diese Lücke die du auch schon selber bei dir Festgestellt hast,wenn duden Alkohol weglässt gilt es nun durch andere Aktivitäten zu Schließen.
Zur Zeit hast du ja genug um die Ohren ,ob auf der Arbeit,oder Umzug,danach alles wieder Einräumen,ja das dauert.
Aber es wird ja auch mal wieder Ruhiger.
Und da solltest du Ansetzen.
Denn da Lauern auch die Ersten Gefahren.
Dann fällst du ins Grübeln und kannst ganz schnell in eine Falle tappen.
Laufband Hulla Hup ja das sind schon die richtigen Gedanken.
Zur Zeit ja ,aber reicht das,diese Frage wird sich mit der Zeit ergeben,ich drücke dir mal die Daumen.
LG
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #50 am: 01. Februar 2021, 18:52:10 »

Hallo Daun,
Ja den ruhigen Alltag fürchte ich etwas.
Das schlimmste ist Langeweile ... Die Versuch ich zu vermeiden.
Ich trank oft aus Langeweile ... nixweiss0
Den Rest muss, wie du sagst die Zeit mit sich bringen.
Aber danke dir fürs Rahmen drücken ;)

Liebe Grüße :)
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Camina1969

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #51 am: 01. Februar 2021, 22:04:31 »

Hallo Sunny,

Zitat

Ich muss leider gestehen, in gewisser Hinsicht hinterlässt er eine Lücke.
In meinem Alltag ...
Der Alkohol hatte einen festen Bestandteil in meinem Alltag/Leben.
Momentan muss ich diese Lücke noch nicht füllen da es mir momentan noch leicht fällt.
Jedoch auf Dauer gesehen,  hoffe ich das etwas hilfreiches finden werde.
Und auf die wichtigste Frage ... Wenn es mal schwierig wird... Weiß ich leider noch keine Antwort.
Tut mir leid.
Danke für deine Erfahrungen

 
Ich hoffe es geht dir gut

Erstmal danke der Nachfrage, mir geht es gut, ja. Heute mache ich mir etwas Sorgen um eine kranke Freundin, aber mir geht es gut.

Danke, dass du dich mit meinen Fragen beschäftigt hast.
Dass da eine Lücke ist, wenn der Alkohol wegfällt, habe ich absolut so empfunden. Eine Leere. Das fand ich gar nicht so leicht auszuhalten.
Du schreibst, du musst derzeit noch keine Lücke füllen, da es dir momentan noch leicht fällt. Das ist doch schön. Wo du keine Leere empfindest, brauchst du ja auch nichts zu füllen. Da will ich nicht von mir auf andere (dich) schließen.

Außerdem brauchst du dich bestimmt nicht (bei mir!) zu entschuldigen, wenn du auf eine Frage keine Antwort weißt. Wenn es für DICH wichtig ist, sie für dich zu beantworten, dann wirst du das tun.

Du schreibst ja auch, dass du Angst hast, dass „die nächsten Wochen nicht so [einfach] laufen werden“. Vielleicht würde es die Angst reduzieren, wenn du dich gedanklich daraus vorbereitest. Dir einen Plan machst. Stichwort Notfallkoffer, da findest du hier im Forum schon einiges dazu.

Dass du in gutem Kontakt mit deiner Familie stehst und offen mit ihnen darüber sprechen kannst, wie es dir geht, ist super. Mir hat vielleicht auch schon anfangs am meisten geholfen, dass ich aufgehört habe, mich mit meiner Sucht zu verstecken.

Und Hula Hoop finde ich auch toll, ich kann das GAR nicht. :)

Viele Grüße,
Camina
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #52 am: 02. Februar 2021, 16:59:44 »

Hallo Camina,

Heute war es etwas schwierig ...
Heute kam ein Handwerker, bin früher von der Arbeit nach Hause und dachte mir ...
'Du könntest dir auch was zu trinken holen' ... hab ich immer so gemacht sobald mein Arbeitstag vorbei war... Feierabend-Dose sozusagen   schwitz.
Hat mich eigentlich auch nie gestört wenn ich etwas getrunken habe und es kam jemand oder ich musste irgendwohin  nixweiss0
Mit Maske war es noch leichter für mich ...

Gute Nachricht: Ich habe es nicht getan.
Erschreckend wie schnell die Gedanken sich schlagartig ändern können.

Hola Hoop ist eigentlich einfach, aber anstrengend :D
Habe es als Kind immer gemacht und kann es zum Glück noch :)

Schön das es dir gut geht :)

Liebe Grüße :)
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