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Autor Thema: Meine kleine, junge Lebensgeschichte  (Gelesen 3852 mal)

Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #30 am: 25. Januar 2021, 16:22:32 »

Hallo lieber Toni und vor allem Hallo lieber Gerchla,
Ich möchte mich in aller Form bei euch bedanken.
Heute habe ich nichts und werde auch nichts trinken.
Und das heute sogar ganz ohne Suchtdruck und das verdanke ich Menschen wie euch allen.
Ich danke euch dass ihr eure Lebenserfahrung mit mir geteilt habt und ich bin wirklich beeindruckt.

Gerchla deinen Text habe ich mir 2 mal durchgelesen aber nicht weil ich es nicht verstanden habe, sondern da es mir wirklich imponiert hat.
Genauso eine Ansage tut mir gut !
Du hast (wenn ich so frech du sagen darf :)) recht mit allem was du geschrieben hast und jemandem mit deiner Lebenserfahrung glaube ich jedes einzelne Wort.
Ich danke dir wirklich sehr und sollte ich einmal in der nächsten Zeit Suchtdruck verspüren, werde ich mir eure bzw. Deinen Text noch einmal durchlesen.
Ich nehme es mir zu Herzen und danke dir wirklich sehr dass du dir die Zeit genommen hast mir deine Ansicht zu erklären und mir sozusagen damit zu helfen !

Die Gefahr eines 'Rückfalls' macht mit ziemliche Angst, jedoch hoffe ich das mentale Stärke reichen wird um diesen zu verhindern.

Und ich denke jetzt mit 25 ist genau der richtige Zeitpunkt um darüber nachzudenken wie das weitere Leben OHNE Alkohol auszusehen hat.
Tatsächlich bin ich aus der Partyphase (Gott sei dank :D) seit ich ausgezogen bin wieder raus.
Und das wird so bleiben, das ist wohl auch ein Teil meines 'Glücks'.
Die meisten meiner Freunde oder Menschen die mir wichtig sind trinken fast gar nichts und wenn dann sehr bedacht.
Das kann auch Glück für mich bedeuten.

Ich danke euch !!!
Ich hoffe es geht euch allen weiterhin gut !

Ganz Liebe Grüße :)
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Gerchla

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #31 am: 26. Januar 2021, 17:36:50 »

Liebe Sunny,

es freut mich wirklich sehr, dass Du mit meinen Zeilen etwas anfangen kannst / konntest.

Und es motiviert mich sozusagen, noch auf ein paar Dinge einzugehen, die Du in Deinem letzten Post geschrieben hast. Ich mach' einfach mal.

Zitat
Und das heute sogar ganz ohne Suchtdruck und das verdanke ich Menschen wie euch allen.
Ich danke euch dass ihr eure Lebenserfahrung mit mir geteilt habt und ich bin wirklich beeindruckt.
Es ist schön zu lesen, dass Du heute bzw. gestern gut durch den Tag gekommen bist. Es ist auch schön zu lesen mit wie viel Zuversicht und Begeisterung Du das jetzt alles angehen möchtest. Es ist gut, dass Du so in diesen Prozess hinein startest, so positiv wie das Deine Zeilen vermuten lassen.

Und ich möchte jetzt keinesfalls den Spielverderber geben oder den Showstopper. Ich möchte Dir einfach nur sagen, im Grunde wiederholen was ich bereits schrieb, dass es ein langer Weg, ein Prozess ist, wenn man aus dieser Sucht heraus kommen möchte. Es ist schon so, dass es dem einen vielleicht etwas einfacher fällt, dem anderen schwerer. Und leider schaffen es am Ende dann nur sehr wenige dauerhaft weg zu kommen von dem Zeug. Eine sehr individuelle Angelegenheit ist dieser Suchtausstieg, wie auch die Sucht selbst. Ich vergleiche die Alkoholsucht manchmal mit einem Fingerabdruck. Auf den ersten Blick sehen die alle ziemlich ähnlich aus. Jedoch ist es tatsächlich so, dass jeder Fingerabdruck einmalig ist. Und so ist es im Grunde auch mit der dieser Sucht und auch mit dem Ausstieg.

Natürlich ähneln sich die Wege und die Methoden, dennoch muss jeder einzelne seinen eigenen Weg finden, spätestens dann, wenn er/sie z. B. nach einer Therapie wieder im Alltagsleben zurück ist, wenn die normalen Probleme des Lebens auf einen einprasseln, wenn es Einschläge gibt, also so richtige. Wenn halt das ganz normale Leben um einen herum tobt, man aber nicht mehr die Betäubungsdroge Alkohol zur Verfügung hat bzw. diese nicht mehr nutzen möchte.

Nun weiß ich nicht, was Du genau vor hast. Ich möchte Dir einfach nur sagen, dass es sehr wichtig ist, dass Du Dir einen Plan machst. Und wenn es irgendwie geht, dann lass Dir dabei helfen. Finde heraus, was hilfreich für Dich ist und  vielleicht auch, was Dich nicht weiter bringt. Wenn ich mal wieder kurz von mir berichten darf: Ich ging bereits am ersten Tag ohne Alkohol in eine SHG (ist aktuell etwas schwierig), was mir sehr sehr viel gebracht hat. Ob das ein Format für Dich ist, das weiß ich nicht. Ob Du dort die "richtigen" Menschen triffst, ich weiß es nicht. Das kannst nur Du selbst heraus finden. Suchberatung ist sicher auch ne gute Adresse, wo Du mal vorbei schauen kannst.

Bei mir war es dann so mit meiner SHG, dass ich nach einiger Zeit merkte,  jetzt wirds irgendwie schwierig für mich. Jetzt komme ich nicht mehr weiter, jetzt "bekomme" ich nicht mehr das, was ich eigentlich brauche. Und so "zog" ich weiter, überlegte mir, was mir helfen könnte. Ich hatte z. B. ganz große Probleme mit der Schuld, die ich durch mein Trinken auf mich geladen hatte. Ich spürte, dass ich da "ran" muss, weil ich sonst daran zerbrechen könnte. Mit so einer Problematik hast Du wahrscheinlich überhaupt nichts zu tun, Du hast keine Kinder die Dich im Suff ertragen mussten, Du hast keine Frau /Mann, den Du nach fast 20 Ehejahren verlassen hast. Aber deshalb heißt es noch lange nicht, dass Du nicht andere Dinge hast, die aus Deiner Sicht genauso wichtig, evtl. auch genauso belastend sind, wie das bei mir der Fall war.

Mir half damals ein Mönch, der über viele Monate mein Begleiter wurde, zu dem ich oft gegangen bin, mit dem ich viele Gespräche geführt habe. So kam ich zurück in die Spur, so wurde mir langsam klar, was ich eigentlich will, wer ich gerne sein möchte. Dazu kam dann noch ein guter Freund, der mir ebenfalls immer zur Seite stand. Als ich das wusste, wer ich gerne sein möchte, wie ich gerne sein möchte, da konnte ich dann auch damit beginnen so zu werden. Dauert alles und ist ein Prozess, ich denke einer, der nie abgeschlossen sein wird. Und das ist, ehrlich gesagt, auch gut so.

Hast Du eine Vertrauensperson, mit der Du über alles sprechen kannst? Über Deine Sucht, Deine Ängste, Deine Sorgen, alles was Dich belastet.

Ich will Dir sagen, dass es ganz wichtig ist, dass Du Dich mit den Dingen beschäftigst. Höre nicht nur auf mit dem Trinken sondern beginne gleichzeitig damit , Dich zu entwickeln (in Deinem Tempo). Nach und nach und Schritt für Schritt. Dann kommst Du voran, dann erreichst Du Deine Ziele.

Warum schreibe ich das jetzt so? Naja, weil ich mir ein bisschen "Sorgen" mache, dass Du das jetzt zu "entspannt" siehst. Kann mir egal sein, könnte ich jetzt sagen, ich kenne Dich ja nicht mal. Aber ich bin ja hier um meine Erfahrungen zu teilen und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn Du irgendwann mal in ein paar Jahren hier schreiben würdest, dass Du ein zufriedenes Leben ohne Alkohol führst. Darum will ich einfach nochmal schildern, was bei mir damals so wichtig war. Ich wusste das damals auch nicht so richtig, aber heute kann ich da natürlich gut drauf blicken und gut sagen, was mir geholfen hat und was nicht. Und heute weiß ich auch, warum meine Trinkpausen, auch meine lange Trinkpause, gescheitert sind. 

Es waren eben genau die Dinge von denen ich Dir oben geschrieben habe, die ich NICHT gemacht habe. Bei Dir sind vielleicht andere Dinge wichtig, ich will nur Denkanstösse geben.

Zitat
Die Gefahr eines 'Rückfalls' macht mit ziemliche Angst, jedoch hoffe ich das mentale Stärke reichen wird um diesen zu verhindern.
Weißt Du, dass ist auch so ein Satz, der mich dazu bewogen hat, Dir hier nochmal zu schreiben. Klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, wie man so schön sagt. Und ich wünsche Dir, dass Deine mentale Kraft ausreicht um ALLES zu erreichen was Du im Leben erreichen möchtest. Bei dieser Sucht ist es aber m. E. und meinen Erfahrungen nach auch sehr wichtig, dass man ein paar Notfallpläne auf Lager hat. Dass Du Dir wirklich einen Plan machst, was Du GENAU machst, wenn z. B. der Druck kommt und immer größer wird.

Wen Du z. B. anrufen kannst, jemand der über alles genau Bescheid weiß. Dass Du z. B. sofort Deine Laufschuhe anziehst und losjoggst, ohne Geld in der Tasche und erst wieder zurück kommst, wenn Du platt bist. Dass Du erst mal einen Liter Wasser in Dich hineinschüttest, etc. Auch hier gibt es unterschiedliche Tipps und Methoden die helfen, akuten Druck erst mal zu überstehen. Hast Du Dich damit schon beschäftigt? Wenn nein, dann tue es bitte, es hilft Dir im Notfall sehr. Denn wenn Du wieder trinkst, dann stellst Du alles wieder auf Null. Dann geht's, wenns gut läuft, wieder von vorne los und wenns schlecht läuft, gehts mit der Sucht weiter bis Du vielleicht irgendwann doch mal wieder die Kraft hast, einen Ausstieg zu versuchen.

Zitat
Und ich denke jetzt mit 25 ist genau der richtige Zeitpunkt um darüber nachzudenken wie das weitere Leben OHNE Alkohol auszusehen hat.
Naja, das ist nett geschrieben. Umso früher, umso besser. Desto mehr Lebenszeit ohne Alkohol bleibt Dir. Desto weniger brauchst Du Angst haben, irgendwann auch mal die körperlichen Folgen des Alkoholkonsums zu spüren zu bekommen.

Zitat
Die meisten meiner Freunde oder Menschen die mir wichtig sind trinken fast gar nichts und wenn dann sehr bedacht.
Das kann auch Glück für mich bedeuten.
Und das sind dann doch prima Stardbedingungen. Du brauchst Dein Umfeld, Deinen Freundeskreis offenbar nicht grundlegend verändern. Das ist schön und kann es Dir vielleicht auch etwas erleichtern. Das freut mich für Dich.

So, auch wenn das jetzt vielleicht etwas "schwammig" rüber kam, was ich Dir geschrieben habe. Mir war es wichtig, Dir das nochmal zu schreiben. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du da raus kommst. Mir war einfach nochmal wichtig Dir zu schreiben, dass diese Sucht einfach verdammt mächtig ist, auch verdammt hinterhältig. Du darfst sie NIEMALS unterschätzen. Sie hat unglaublich viele Tricks auf Lager und packt manches davon erst nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren aus und dazu noch völlig unerwartet. Sie lauert immer darauf doch wieder zuschlagen zu können. Und gerade am Anfang ist sie sehr erfinderisch und sehr überzeugend mit ihren Argumenten. Sie kann Dir super erklären, warum Du ja doch keine Alkoholikerin sein kannst und dass Du ruhig mal wieder ein Glas trinken kannst.

Darauf solltest Du vorbereitet sein und wenn Du dann noch Deinen Weg findest und weißt, wo Du hin möchtest mit Deinem Leben, dann kann das mit einem Leben ohne Alkohol auch wunderbar funktionieren.

Darf ich abschließend noch fragen, wie es Dir heute geht? Wie es Dir ergangen ist? Ebenfalls alles im grünen Bereich, wie gestern?

Alles Gute für Dich!

LG
gerchla
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #32 am: 26. Januar 2021, 19:00:31 »

Hallo lieber Gerchla :)
Vielen Dank das du auf meine Zeilen reagiert hast, das freut mich wirkkich.
Tatsächlich habe ich mir ein paar Pläne zurechtgelegt... Habe mir ein Laufband besorgt vor einiger Zeit und auf dem Powere ich mich so richtig aus wenn der Druck kommt, allerdings habe ich ein kleines Süßigkeitenschränkchen mit dem ich mich dann etwas belohne :D
Ich habe eine gute Freundin mit der ich gerne darüber rede, allerdings haben wir leider diese Sache gemeinsam ... Sie wohnt zwar weit weg von mir aber wir telefonieren öfter mal wenn es einen von uns schlecht geht ... Oder der Druck auch mal zu groß wird.
Heute geht es mir wieder gut :)
Trocken und gut gelaunt ... Wenn nur jeder Tag so einfach wäre ... Es gibt Momente an denen ich denke .. Ein schlückchen Wein, eine Zigarette ... Entspannter Nachmittag, aber dann verwerfe ich den Gedanken sofort und beschäftige mich mit etwas anderem.
Ich hoffe dieses empfinden und die Stärke hält noch lange an und unterstützt mich auch in Schweren Tagen.
Danken für deine Berichte und Zeit die du mir schenkst :)
Wie geht es dir in letzter Zeit ?

Liebe Grüße
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Daun 2020

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #33 am: 28. Januar 2021, 02:53:40 »

Hallo Sunny
Du machst zur Zeit alles Richtig

Erst mal Hast du einen Plan:  Gut so,den kannst du auch noch verfeinern oder ausbauen. nicht nur Laufband sondern Draussen das wäre noch mal eine andere Nummer. Damit steigerst du dein Ziel.
Da siehst du dann,das der Weg nicht immer nur gerade ist,aber du hast ein Ziel,und das ist wichtig,wenn er am Anfang noch schwierig erscheint,aber mit der Zeit fällt es immer Leichter dieses Ziel zu erreichen.
Mache das mit deinem Laufband jeden Tag,und wenn es nur Kurze Zeit ist,denn du entwickelst eine Regelmäßigkeit Nachhaltig und du hast einen Vorteil,du schaltest unwillkürlich für diese Zeit ab.Du setzt wenn du lange genug Läufst deinen Inneren Speicher auf Null,bzw du füllst einen Anderen Speicher auf,du hast Plötzlich keine Bedürfnisse Mehr sondern bist innerlich zufrieden.
Ich finde eine sehr gute Idee.
Und sie Kommt von dir,und nicht von Aussen,das ist schon mal sehr wichtig.
Ich kann nicht mehr Laufen,sonst hätte ich das sofort wieder angefangen,wie ich den Entschluss gefasst habe Aufzuhören.
Du hast deine Freundin wo du dich mit Austauschen Kannst.
Alles Perfekt,finde ich zumindest.
Jatzt geht es nur darum das alles Nachhaltig Umzusetzen.
Dafür drehe ich meine Runden ,durch einen schweren Unfall habe ich eine Knieverletzung,die mir ab und an etwas schwierigkeiten bereitet,aber so im Nachhinein,ich habe das Bein Behalten .
Deine Süßigkeiten sehe es als Belonung für deine Leistung an.Wenn du dich genug ausgepowert hast macht das gar nichts.
Dadurch füllst du deinen Glücksspeicher ja mit Glückshormonen auf,das gleiche machst du auch mit dem Laufen.
Also du machst soweit alles Richtig.

allerdings haben wir leider diese Sache gemeinsam

Na ja das mit den Alkohol?

Ich erzähle dir mal eine Storie:
Vor vielen Jahren ich war schon seit Jahren am Laufen,da sind die Volksläufe aufgekommen,und eine Bekannte von mir hatte mit dem Rauchen aufgehört,und sich auf Süssigkeiten verlagert, die Sogenannte Suchtverlagerung.
So hat sie innerhalb von ca 1 Jahr  23 Kg zugenommen. Und das bei einer Größe von 1530 mm ,vorher wog sie 45 KG.
Sie war sehr Unzufrieden und schüttete mir ihr Herz aus.
Ihr Mann ,auch ein guter Freund von mir trinkt überhaupt nicht,Raucht nicht, schon seit Kindheit an aber trotzdem hatte er Keinen Zugang zu
ihr,  aber sie vertraute mir an,das sie so Unglücklich ist.
Sie wusste das ich Laufe.
Also ich habe ihr Vorgeschlagen .......Fange an zu Laufen und du wirst sehen,das wird alles gut.
Warum war ich mir Sicher.
Diese Volksläufe waren Mitte der Siebziger Jahre ein Hit.
Und wenn man Regelmäßig teilgenommen hat dann sah man sich auch öfter Neue Kamen hinzu aber eins viel immer wieder auf,selbst Übergewichtige,die Dabei blieben hatten nach einem Jahr ihre Gewichtsklasse verloren.
Da zählt es den Inneren Schweinehund schon mal zu überwinden,was ja manchmal leichter ist wie getan.
Ich hatte das Glück mit jemanden zusammenzulaufen,und wenn das Wetter nicht Mitspielte oder man Keine Lust hatte,dann schob der Eine den Anderen an.
In diesem Fall Griff ergriff die Bekannte die Idee die ich ihr aufgezeichnet hatte auf motivierte ihren Mann,den aber durch das Essen einiges an Übergewicht hatte auf und sie fingen an.
Ergebniss:
Nach einem Jahr waren die 13 KG weg und sie hat 5 Maratons gelaufen.
Ihr Mann macht heute noch Triallon.
Du siehst es lohnt sich
Du füllst deinen Glücksspeicher auf und die Schlimmen Gedanken verschwinden,als wenn alles von dir Abfällt.
So wie Gelcha von seinem Mönch schreibt so muss jeder seinen Passenden Weg finden um Zufrieden zu werden.
Ich drücke dir mal die Daumen.
LG



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Gerchla

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #34 am: 28. Januar 2021, 10:42:11 »

Guten Morgen Sunny,

Zitat
Wie geht es dir in letzter Zeit ?

Da Du mir eine Frage gestellt hast möchte ich natürlich auch darauf antworten.

Die Frage ist sehr allgemein gehalten und ich könnte einfach mit "gut" antworten. Ich weiß nicht, ob Du sie "einfach so" gestellt hast oder ob Du sie auf irgendetwas beziehst, beispielsweise darauf, wie es mir im Bezug auf Alkohol geht oder darauf, wie ich mit der aktuellen Pandemiesituation klar komme. Das sind jetzt die zwei Dinge, die mir gerade so in den Sinn kommen.

Ich will meine Antwort nicht in die Länge ziehen und Dir einfach sagen:

Seit ich weiß, was ich eigentlich will in- und mit meinem Leben, spielt der Alkohol für mich keine Rolle mehr. Ich kann mich an keine Situation erinnern, wo ich Sehnsucht oder gar Druck nach dem Zeug gehabt hätte. In meinem Alltag ist er komplett raus. Nun, so ganz stimmt das natürlich nicht, denn ich bin ja hier aktiv und hier spielt er ja eine Rolle, sogar die Hauptrolle. Hier bin ich, weil ich meine Erfahrungen teilen möchte und weil es einer meiner Lebensziele ist, anderen Menschen zu helfen (nicht nur im Bezug auf Suchtausstieg), wenn es mir möglich ist und wenn es Sinn macht. Letzteres bedeutet für mich, dass ich niemanden "meine Hilfe" aufdränge sondern sie anbiete (draußen im "richtigen" Leben),   oder meine Meinung zu äußere, wenn es gewünscht wird.

Speziell hier im Forum bedeutet es, dass ich von mir erzähle, was ich erlebt habe, was ich alles getan habe und wie es mir damit ergangen ist. Wenn jemand etwas für sich mitnehmen kann, super. Wenn nicht, dann ist es eben so.

Zusammengefasst: Mit dem Alkohol, meiner Trinkervergangenheit und meinem jetzigen Leben ohne Alkohol bin ich im Reinen. Mir geht es sehr gut und ich möchte mich als glücklichen Menschen bezeichnen. Mir fehlt nichts, schon gar nicht der Alkohol.

Zur Pandemie:
Ich arbeite in einem Bereich, der von dieser Pandemie schwer getroffen ist und wo aller Voraussicht nach langfristige negative Auswirkungen bleiben werden. Auch wenn diese ganze Geschichte mal vorbei sein sollte. Da ich in der Führungsebene unseres Unternehmens tätig bin habe ich große Verantwortung, auch für andere Menschen, für mein Team. Ich tue alles, was in meiner Macht steht, um uns einigermaßen gut durch diese Zeit zu bringen und dafür, dass wir für die Zukunft gut aufgestellt sind. Ich habe noch nie so viel gearbeitet wie ich es aktuell tue und ich habe auch noch nie so viel Verantwortung gespürt (beruflich gesehen) wie das aktuell der Fall bei mir ist.

Trotzdem hadere ich nicht, ich nehme es so wie es ist, denn ich kann das alles nicht verändern. Was ich aber tun kann, ist damit so umzugehen, dass es sowohl mir als auch meinem Team so gut geht, wie es eben aktuell möglich ist. Das ist nicht immer einfach, manchmal gibt es richtig besch....ene Tage aber das Leben (auch das berufliche) besteht eben nicht nur aus tollen Tagen. Diese hatten wir reichlich und ich bin zuversichtlich, dass diese auch wieder kommen werden.

Zusammengefasst: beruflich sind die Zeiten gerade schwer, trotzdem fühle ich mich "getragen" und in der Lage da gut durch zu kommen. An Alkohol, um mal wieder zum eigentlichen Thema hier im Forum zurück zu kommen, habe bezüglich der "Bewältigung" meiner aktuellen beruflichen Stresssituation zu keiner Millisekunde gedacht.

Ich bin dankbar, dass es so ist.

Alles Gute für Dich! Ich hoffe es geht Dir weiter gut und wünsche Dir, dass Du all Deinen Pläne verwirklichen kannst.

LG
gerchla
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ichso

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #35 am: 28. Januar 2021, 11:36:00 »

Hallo Gerchla,

du schriebst: "Zusammengefasst: Mit dem Alkohol, meiner Trinkervergangenheit und meinem jetzigen Leben ohne Alkohol bin ich im Reinen. Mir geht es sehr gut und ich möchte mich als glücklichen Menschen bezeichnen. Mir fehlt nichts, schon gar nicht der Alkohol."

Wie wunderbar, oder? Es geht mir ziemlich fast genauso - wenn uns das jemand in den ersten Tagen erzählt hätte... "Ja, nee, is klaa..." habe ich wahrscheinlich (noch scham- und schuldzerfressen) damals gedacht.

Und doch ist es wahr geworden  8) Was für ein Geschenk! Und ein Haufen Arbeit ;)

Warum ich hauptsächlich jetzt gerade auf deinen (wie soooo oft) sehr guten Post reagiere: Du fühlst dich "getragen". Und sofort habe ich die ersten Zeilen von "Da habe ich dich getragen" von Siegfried Fietz im Ohr. Das (und die anderen guten Lieder auf der CD) hatte ich extra für meine Krebs-OP 2015 gesucht. Also erstmal "nur" den Text, die CD fand ich zufällig. Gestern erst wieder beim Laufen gehört <3

Weiß gar nicht, ob wir dasselbe meinen, aber ich glaub' schon, lächel...

Netten Gruß,

ichso - die interessiert ist, von der weiter nüchternen Sonny zu lesen.
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Gerchla

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #36 am: 28. Januar 2021, 12:20:39 »

@ichso
Zitat
Wie wunderbar, oder? Es geht mir ziemlich fast genauso - wenn uns das jemand in den ersten Tagen erzählt hätte... "Ja, nee, is klaa..." habe ich wahrscheinlich (noch scham- und schuldzerfressen) damals gedacht.
Liebe ichso, das kann ich genaus so uneingeschränkt unterschreiben. NIEMALS, wirklich NIEMALS hätte ich damals gedacht, dass ich da so "heraus" komme. Mir ging es teilweise so schlecht, gerade in Bezug auf die Schuld, dass es wirklich Zeiten gab, wo ich dachte, das bekomme ich bestimmt nicht hin. Nie mehr werde ich eine funktionierende Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können, sie werden dauerhaften Schaden nehmen, meine erste Frau wird mich für immer hassen, nie über das hinweg kommen was ich ihr angetan habe und ich werde nie eine "normale" Beziehung zu meiner "alten" Familie haben können. Zum Glück habe ich nicht aufgegeben und auch immer versucht zu zeigen, dass ich ohne Alkohol ein anderer Mensch bin bzw. ein anderer Mensch werden möchte. Gleichzeitig habe ich das Glück gehabt, immer die richtigen Menschen zur richtigen Zeit an meiner Seite zu haben. Ich möchte sagen, dass ich ganz viiiiieeeel Glück gehabt habe, alleine wenn es darum ging die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.

Das ich heute eine gute Beziehung selbst zu meiner ersten Frau habe, nochmal eine Familie gründen durfte, nochmal Papa wurde und nochmal ein (wunderbares  :) ) Kind ins Leben begleiten darf, das wäre absolut unverstellbar gewesen. Dass es jetzt doch so ist, dafür bin ich unglaublich dankbar und diese Dankbarkeit, die verschwindet auch nicht. Ich spüre sie jeden Tag.

LG
gerchla
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #37 am: 28. Januar 2021, 18:29:01 »

Hallo ihr Lieben :)
Schön dass es euch so weit gut geht.
Bin weiterhin nüchtern und war heute einkaufen ... Das war immer so ein kleines Handicap  schwitz.
Da hab ich eigentlich immer eine Dose mitgenommen...
Und heute war es hat kein Problem ... Hab das Gefühl es hat sich wirklich in meinem Kopf etwas verändert.
Fühlt sich gut an  :)

Vielen Dank für eure Antworten,
Tut mir wirklich gut 'von euch zu lesen' :)
Momentan ist auf der Arbeit sehr viel los ... Zwischendrin ziehe in noch um, also es ist alles etwas anstrengend :D
Lese trotzdem aufmerksam und freue mich über eure Geschichten,
Danke dafür :)

Liebe, tolle Grüße
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Orangina

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #38 am: 30. Januar 2021, 10:48:36 »

Hallo Sunny.
Wie geht's dir momentan?
LG Orangina
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #39 am: 30. Januar 2021, 15:32:25 »

Hallo Orangina,
Es geht mir eigentlich wirklich gut, danke :)
Halte mich standhaft...
Wie geht es dir ?

Liebe Grüße :)
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Orangina

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #40 am: 30. Januar 2021, 17:51:03 »

Liebe Sunny
Das klingt doch gut.
Es freut mich.
Bei mir geht's gut soweit.
Ich lese viel über Alkoholismus nach wie vor und befasse mich viel damit.
Nach 3 Monaten Abstinenz geht's mir gut, bisher hatte ich noch keine schwierigen Momente.
Das ist enorm.
Das hätte ich nie gedacht...
Darüber bin ich froh und ich hoffe ,es bleibt so.
Wie ist das mit dir ? Hast du schwierige Momente, abstinent zu bleiben?
LG Orangina
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #41 am: 30. Januar 2021, 23:21:03 »

Hallo Orangina,

Heute ist es genau eine Woche seit ich nichts getrunken habe.
Es war tatsächlich eine 'wundert's Woche.
Ich hab noch nie so selten an Alkohol gedacht.
Natürlich kam manchmal das Gefühl und die Lust ... Hab mir dann meine Liste durchgelesen was für ein nüchternes Leben spricht und viel hier im Forum, das hat mir tatsächlich geholfen.
Hab aber Angst das die nächsten Wochen nicht so laufen werden.
Ich beschäftige mich momentan mit dem Thema Leberzirrhose als Folge von Alkoholmissbrauch.

Sehr nett von dir das du dich nach mir erkundigst, das freut mich :)
3 Monate ist für mich schon eine sehr lange Zeit die du durchhälst, das ist so toll.

Hast du manchmal Angst ?
Wie lenkst du dich denn ab ?
Wie ist deine Lebenseinstellung ?
Entschuldige wenn es dir zu persönlich erscheint, dann sollst du natürlich nicht Antworten :)

Liebe Grüße :)

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Daun 2020

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #42 am: 31. Januar 2021, 05:31:14 »

Hallo Sunny
Schön das du es bis hier schon mal geschafft hast.
Versuche dir nicht auszumalen,das mit der Zeit.
Das ist zwar Leichter gesagt als getan,aber nicht einfach daran Denken.
Versuche dich abzulenken.
LG
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Orangina

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #43 am: 31. Januar 2021, 08:53:21 »

Hallo Sunny.
Das ist ein guter Anfang, dass du 1 Woche geschafft hast.
Ich habe immer wieder Angst ,dass ich es nicht schaffen könnte,trotzdem bin ich zuversichtlich.
Niemals war ich so lang am Stück wie jetzt nüchtern und mittlerweile nehme ich viele positive Veränderungen wahr, die mich überzeugen, weiter zu machen und ich will auch nicht mehr zu dem zurück, wo ich mal war.
Das gibt mir die Stärke,dran zu bleiben aber das läuft wie gesagt seit 3 Monaten fast wie von alleine.
Das überrascht mich selbst ,aber ich nehme mal an ,dass ich wirklich einen Punkt erreicht habe ,mit dem Alk Schluss zu machen.
Meine Lebenseinstellung wird positiver und zuversichtlicher.
Ich suche zwar noch nach neuen Wegen ,will auch einiges in meinem Leben verändern, aber da weiß ich noch nicht recht ,wo ich genau hin will.
Dadurch dass ich nüchtern bin ,slle ich aber fest,dass ich meine Bedürfnisse besser spüre .
Während meiner Alkoholzeit habe ich sie zugeschüttet.
Mir wird nun einiges klarer.
Psyche hat sich auch gefestigt.
Meine Grundeinstellung wird insgesamt besser.

Momentan hab ich null Bedürfnis nach Alkohol aber ich kenne diese Gier noch von früher und ich hoffe sehr,dass das nicht zurück kommt und wenn ja,dass ich damit gut umgehen kann.

Ich mache zur Zeit mehr Sport (zuhause)... ich habe ein Minitrampolin und höre viel Musik.
Das hab ich schon lang nicht mehr gemacht.
Täglich spaziere ich...das tut mir gut.

Ich habe 3 Kilo abgenommen, obwohl ich auch zu Alkoholzeit schlank war.

Insgesamt verändert sich einiges.

Darüber bin ich dankbar.

LG Orangina
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Sunny

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Re: Meine kleine, junge Lebensgeschichte
« Antwort #44 am: 31. Januar 2021, 09:06:10 »

Danke euch beiden :),

Liebe Orangina,
Das hört sich aber sehr positiv an, ich merke auch das ich mich etwas besser konzentrieren kann.
Ich versuche momentan einen Weg zu mir selbst zu finden, den mich habe ich eine ganze Zeit lang ziemlich vergessen ...
Ich mache momentan Hula Hoop, das entspannt mich komplett.

Ich hätte mir trotz meines Alters vor einem Jahr noch nicht mal vorstellen können, eine Woche nüchtern zu bleiben, eine hab ich geschafft aber du bist schon viel weiter !!!
Du kannst so stolz auf dich sein !
Ich wünschte ich wäre schon an diesem Punkt ...

Liebe Grüße :)
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