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Autor Thema: Anthony Hopkins - 45 Jahre abstinent  (Gelesen 1572 mal)

Greenfox

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Re: Anthony Hopkins - 45 Jahre abstinent
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2020, 17:51:29 »

Ich wusste bis dato gar nicht, dass er ein Alkoholproblem hatte.

Soeben sah ich es auch im TV: Er meinte: "Heute ist das morgen, vor dem Ihr gestern Angst hattet." ;)
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Greenfox

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Re: Anthony Hopkins - 45 Jahre abstinent
« Antwort #2 am: 31. Dezember 2020, 10:17:02 »

Als ich diesen Spruch von ihm hörte, habe ich mir überlegt, ob ich ihn mir nicht hier als Credo einstelle ...

Ich finde ihn super, denn wie oft hört/liest man: "Ich kann mir nicht vorstellen, etwas zu verändern!"

Aber wovor haben die Menschen denn Angst?? Dass es ihnen besser als momentan gehen könnte?  nixweiss0
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Re: Anthony Hopkins - 45 Jahre abstinent
« Antwort #3 am: 31. Dezember 2020, 17:53:18 »

Aber wovor haben die Menschen denn Angst?? Dass es ihnen besser als momentan gehen könnte?  nixweiss0

Nein. Es ist die häufig zu beobachtende Furcht vor der Ungewissheit. Die Betreffenden können mangels eigener Erfahrungswerte nicht überblicken, was sie (ohne Alk) erwartet.  ;)
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Susanne68

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Re: Anthony Hopkins - 45 Jahre abstinent
« Antwort #4 am: 31. Dezember 2020, 19:43:58 »

Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass viele tatsächlich nicht spüren, wie schlecht es ihnen geht. Da kommt genau das zum Tragen, dass man mit Alk Probleme zwar nicht löst, aber eine lange Zeit erfolgreich betäuben kann und es dann eben nicht merkt.

War doch bei mir auch so. Die äusseren Parameter stimmten die meiste Zeit, Job, Wohnung, Partner, alles vorhanden, wenn Du mich 3 Monate vor Schluss gefragt hättest, wäre ich überzeugt davon gewesen, überhaupt keine Probleme zu haben oder nur solche, die den allgemeinen
Sachzwängen (Geld verdienen, Stress) geschuldet waren.
Das bisschen saufen? Bei den ganzen Filmrissen wusste ich doch sowieso nur noch einen Bruchteil davon, wenns mir jemand erzählt hat, war das, wie wenn die über eine ganz andere Person geredet hätten, das hat mich wenig berührt. Und für das, was ich noch wusste und merkte, meinte ich gute Gründe zu haben. Ich sah mich da absolut im Recht, ich hatte es mir doch verdient.

Ich hab ja neulich Rina geschrieben, dass das ziemlich schizophren war. Ich hatte meine Methoden, morgens fit zu werden, noch ne Runde Reue an den Partner verteilt und danach hatte ich kein Problem. Wie weggeblasen.

Ja, ich konnte mir kein Leben ohne Alk vorstellen und ich hatte auch Angst davor (eben weil ichs nicht kannte), aber die allermeiste Zeit sah ich auch überhaupt keine Notwendigkeit dafür, da was dran zu ändern. Mein Leben lief im Prinzip, bis auf eben ein paar kleine Problemchen. So sah ich das damals. Und ohne Suff und ohne Rauch stirbt die andere Hälfte auch.

Es ist wirklich so, der ganze Mist wurde mir erst wirklich bewusst, als ich dann beim Aufhören im Rückblick rekapituliert habe, wie viel mir bei der ganzen Geschichte schon passiert war, und dass einiges davon anders hätte laufen können, wenn ich nicht gesoffen hätte. So lange ich da noch voll dabei war, habe ich das in dieser Form nicht gemerkt.

Mir ist das auch schon oft im Gespräch aufgefallen. Ich als Aussenstehende sehe, wie der Andere sein Leben an die Wand fährt - aber der merkts gar nicht. Oder er sieht ganz andere Gründe für seine Probleme. Säuft zwar wie ein Loch, ist aber überzeugt, wenn er nur dieses oder jenes Problem lösen würde oder sich xyz (anderer Mensch, äussere Umstände) ändern würde, dann würde sich das von alleine regeln. Kennt man doch alles.
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