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Autor Thema: Covid und Depression und Druck  (Gelesen 6718 mal)

Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #15 am: 06. November 2020, 10:57:21 »

Vielen Dank dafür! Habe ich jetzt schon 3x gemacht,nicht so einfach beim Körperscan nicht abzuschweifen. Die Atemübung bringt tatsächlich etwas, eine innere Ruhe irgendwie. Es tut gut.

Hab immer noch üblen Suchtdruck, versuche aber mir den oben genannten Tipps gegen zu steuern. Manchmal hilfts und manchmal bin ich zu sehr von den Emotionen überrannt da bin ich zu nichts mehr fähig. Mein Therapeut musste leider alle unsere Termine vorerst absagen wegen dem Lockdown, das ist keine gute Sache. Aber es zwingt mich auch andere Wege zu suchen, weiter nach Strategien zu suchen. Ich will einfach nicht nochmals in diese Trinkspirale fallen,getrieben von Gier und Craving wo jegliches rationale Denken ausgeschaltet wird...ich will nicht mehr so sein wie ich zu meiner nassen Zeit war, wir haben alle zu sehr gelitten damals.
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Susanne68

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #16 am: 06. November 2020, 11:12:43 »

Mit kleinen Schritten kommt man auch voran.

Ich schätze, dieser Druck wird irgendwann vorbei gehen.
Bis dahin musst Du durchhalten, und sei es mit diesen Möglichkeiten, die Du da jetzt probierst.

Es ist ja nicht wichtig, ob das nun vergnügungssteuerpflichtig ist. Kein Mensch verlangt von Dir, dass das im Moment Spaß macht.
Aber wenn Du das durchhältst, dann hast Du was geschafft, und sehr wahrscheinlich auch ein ganz anderes (besseres) Gefühl dafür, dass Du solche Situationen meistern und kontrollieren kannst.

Gibs ihm, dem Druck. Du bist stärker.
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Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #17 am: 06. November 2020, 12:07:24 »

Genau so ist es. Es geht jetzt akut darum diese Phase rückfalllos zu überstehen. Ich muss und will diese Zeit als Erfolg in meinem Gehirn verbuchen können. Ich will mir dann sagen können „Du warst übel dran aber du hast es überwunden“, ich will diese mentale Stütze aufbauen, für die Zukunft, für mein Selbstvertrauen in meiner Abstinenz. Das ist ja leider nicht so gross daher erscheint es mir gerade irgendwie lebensnotwendig diese Krise unfallfrei hinter mich zu bringen.

Das klingt jetzt gerade extrem dramatisch und fatalistisch, ich habe nur wirklich das ungute Gefühl dass ein weiterer Rückfall- jetzt gerade - ziemlich schwerwiegende Folgen hätte. Es könnte auch mein letzter sein, es gibt null Garantie dass ich es nochmals aus dem Sumpf schaffe.

Ich frage mich echt was mich dazu treibt mich ins Jenseits schiessen zu wollen! Ich weiss nicht wieso ich das so sehr möchte...abgesehen von der Sucht die mich dazu treibt? Es war bei mir halt sofort so, ich liebte es auf Anhieb mich aus der Realität hissen zu können, ich war nie in der Illusion des Genusstrinkens. Was zum Teufel stimmt nicht mit mir? Es gibt sowas wie einen Überlebensinstinkt, gibt es etwas wie den Selbstzerstörungswunsch? Ich habe mich auch schon gefragt ob ich nicht einfach „süchtiger“ bin als andere...mit dieser Vorstellung bin ich sicher nicht alleine. Ich bin mir ziemlich sicher süchtig geboren worden zu sein, ich war von null auf 100 sofort voll dabei. Vielleicht gibt es doch so eine Art „Suchtgen“ oder volle Prädisposition...
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Susanne68

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #18 am: 06. November 2020, 12:16:00 »

Ich frage mich echt was mich dazu treibt mich ins Jenseits schiessen zu wollen! Ich weiss nicht wieso ich das so sehr möchte...abgesehen von der Sucht die mich dazu treibt?

Nun ja, wenn ich mal spekulieren darf, das könnte was mit Deinem Trauma zu tun haben. Dieses Ausgeliefert sein könnte das durchaus triggern. Ich hoffe ich bin nicht zu übergriffig.

Selbstvernichtung als Mittel, einen letzten Rest von Selbstbestimmung zu bewahren und der Situation zu entkommen. Und sei es durch den Hinterausgang. Also tot.

Nicht das, was Du bewusst willst, aber Fluchtreflex. Nichts, was Du Dir vorwerfen müsstest. Nur musst Du halt anders handeln, als Dir dieser Teil von Dir das vormachen wiil.

Und natürlich ist das jetzt eher bildlich gesprochen. Details können natürlich anders sein.
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AmSee13

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #19 am: 06. November 2020, 12:31:21 »

Ich frage mich echt was mich dazu treibt mich ins Jenseits schiessen zu wollen! Ich weiss nicht wieso ich das so sehr möchte...abgesehen von der Sucht die mich dazu treibt? Es war bei mir halt sofort so, ich liebte es auf Anhieb mich aus der Realität hissen zu können, ich war nie in der Illusion des Genusstrinkens. Was zum Teufel stimmt nicht mit mir? Es gibt sowas wie einen Überlebensinstinkt, gibt es etwas wie den Selbstzerstörungswunsch?

Ich war bezüglich Alkohol noch nicht an der Stelle, an die du gekommen bist, aber ich kenne diese Sehnsucht, von der du sprichst, ziemlich gut.
Ich rate dir, sehr vorsichtig, mit dieser Selbstzerfleischungskritik - „Was stimmt nicht mit mir?“ zu sein. Solche Kritik zieht dich nur weiter runter.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der innere Druck unerträglich sein kann. Besonders, wenn er etwas länger anhält, wünscht man sich alles, damit das endlich aufhört. Ich hab mir so oft gewünscht, dass endlich alles vorbei ist. Nicht selten befand ich mich auf dem, was wir unter den Depressiven, die ich kenne, „die Autobahn“ nennen. Wenn du merkst, dass du dort bist, solltest du so schnell wie möglich die nächste Ausfahrt nehmen. Ich habe in solchen Fällen mein Netzwerk kontaktiert. Es ist ja so, dass du völlig anders darüber denkst, wenn’s dir wieder gut geht.
Mit deiner Kritik an Dir selbst, ziehst du dich runter und die Spirale geht immer weiter abwärts. Da kommt auch Wut auf dich selbst hoch und der Wunsch, dich selbst zu bestrafen.
Wie gesagt, man sieht das alles anders, wenn’s einem wieder gut geht. Und ich bin sicher, du weißt das auch.

Fragst du dich, ob du keinen Überlebensinstinkt hast? - Doch, hast du, denn du hast dich hier geöffnet. Du schreibst hier und suchst dir Hilfe. DAS ist Überlebensinstinkt.

Versuche mal, dich dir gegenüber so zu verhalten, wie du dich deiner besten Freundin oder deinem besten Freund gegenüber verhalten würdest, wenn’s ihm so schlecht ginge, wie dir. Was würdest du ihm sagen, was raten?

Dass du deinen Therapeuten nicht treffen kannst, ist nicht gut, aber vielleicht fallen dir ja Möglichkeiten ein, wie du für dich sorgen könntest.
Gewiss wirst du, wenn du das jetzt hinkriegst, gestärkt daraus hervorgehen.

Schreib weiter, wenn dir etwas einfällt.

Ich wünsche dir Kraft und gute Einfälle!
Viele Grüße
AmSee
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AmSee13

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #20 am: 06. November 2020, 12:33:40 »

Susanne hat das sehr gut zusammengefasst! Ich könnt‘s nicht besser ausdrücken.
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Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #21 am: 06. November 2020, 13:53:58 »


Nun ja, wenn ich mal spekulieren darf, das könnte was mit Deinem Trauma zu tun haben. Dieses Ausgeliefert sein könnte das durchaus triggern. Ich hoffe ich bin nicht zu übergriffig.


Das ist zum Teil sicher so, aber ich denke nicht, dass ich alles auf das erlebte Trauma abwälzen kann. Ich habe das Gefühl, egal wie mein Leben verlaufen wäre, ich wäre auf jeden Fall Alkoholikerin geworden. Also unabhängig von Ereignissen. Dass dieses Erlebnis den Wunsch zu "halb-sterben" stark aufkommen liess ist sicher ausser Frage und hat mich daher auch sehr schnell auf ein höheres Suchtlevel katapultiert. Alkohol macht nun mal die Realitätsflucht möglich, damit hast du natürlich Recht. Ich bin nur irgendwie der Überzeugung, ich wäre so oder so an diesem Punkt und frage mich halt wieso. Vielleicht irre ich mich da auch.

Ich rate dir, sehr vorsichtig, mit dieser Selbstzerfleischungskritik - „Was stimmt nicht mit mir?“ zu sein. Solche Kritik zieht dich nur weiter runter.

Da kommt auch Wut auf dich selbst hoch und der Wunsch, dich selbst zu bestrafen.


Das hat was...Falle immer wieder schnell in den "Selbstzerfleischungsmodus". Muss ich lernen abzustellen...danke.
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Susanne68

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #22 am: 06. November 2020, 15:25:44 »

Ich bin nur irgendwie der Überzeugung, ich wäre so oder so an diesem Punkt und frage mich halt wieso. Vielleicht irre ich mich da auch.

Grübleritis ist Teil der Depression und des Selbstzerfleischungsmodus'. Selbst wenn Du Antwort ganz genau wüsstest, hättest Du trotzdem heute Saufdruck und was Du dagegen machen könntest, wäre genau das gleiche, wie wenn Du es nicht weisst.

Es gibt Literatur und es gibt eine Suchtforschung, die laufend Ergebnisse veröffentlicht wie was mit Anderem zusammenhängt, welche Faktoren eine Rolle spielen etc. Musst du Dich halt mal ein paar Jahre damit beschäftigen. Dann kommst Du möglicherweise drauf, was es bei Dir genau war. Aber dann brauchst Du es wahrscheinlich gar nicht mehr, denn wenn Du Dich mal so angenommen hast, wie Du bist, das spielts keine so große Rolle mehr, was Du früher mal für Fehler gemacht hast oder was sonst alles schiefgegangen ist. Du musst ja eh damit leben. Und das kannst Du dann auch.

Ich hab mal gesoffen, na und?
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Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #23 am: 06. November 2020, 15:39:54 »

Stimmt. Mein Therapeut hat es auch gesagt: Nur weil Sie wissen weshalb sie trinken heisst das deswegen nicht, dass sie damit aufhören können.

Vielleicht sollte ich mich trotzdem mal durch die Theorie wühlen...einfach deshalb weil ich Zeit habe, eingesperrt bin und mich das vom Trinken abhält. Hab sozusagen ja nichts dringenderes zu tun und interessant wäre es vielleicht schon. Aber ich würde dann bestimmt nicht meinen Erfolg oder mein Scheitern darauf aufbauen. Vielleicht wäre es auch vergeudete Zeit, auch da meinte der Therapeut mal, dass die allermeisten Suchtkranken nicht drauf kommen wieso sie so ticken da man davon ausgeht dass sehr Frühkindliche Prozesse (meist in Uterus) dafür mitverantwortlich sind. Keine Ahnung ob das stimmt.

Oder ich fokussiere meine Zeit auf die Person die ich jetzt sein will und die ich in naher Zukunft sein werde.
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Susanne68

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #24 am: 06. November 2020, 18:00:40 »

Durch die Theorie wühlen ist was Anderes als Grübeln.
Das gehört schon zum "Tun".

Und Wissen ist zweifelsohne Macht. Es ist auch was anderes als depressive Bauchnabelschau.

Es kann durchaus interessant sein und damit zu den positiven Dingen gehören.
Und wenns Dich vom trinken abhält, weil Du dann ja beschäftigt bist, ist es keine vergeudete Zeit.
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ichso

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #25 am: 07. Januar 2021, 15:48:01 »

Krass! Eben gelesen und einfach nur superfroh, dass dieser Blog schon älter ist, und du hier gut behütet wurdest und vor allem mal rauskotzen konntest.

Davor habe ich auch immer noch Angst. Das der Druck so plötzlich so massiv im Kopf brennt! Sch...sucht!!

Hast du Corona ohne Nachwirkungen einigermaßen überstanden? Fühl dich bitte mal virtuell geärmelt und klopf dir richtig dolle auf die Schulter für deinen Hilferuf. Super gemacht!  44. 44. 44.
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Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #26 am: 08. Januar 2021, 14:39:40 »

Hallo ichso

Danke!
Ich bin wieder völlig Virus-frei, habe keine Nachwirkungen. Kürzlich habe ich aber erfahren, dass es ganz vielen Coronapatienten so geht wie mir damals, sie fühlen sich total deprimiert und überfordert. Bei mir hat dieser Zustand unglaublichen Druck ausgelöst, ich weiss noch wie ich fast die Wände hoch bin! Hat auch sehr lange gedauert, rund 5-6 Wochen war ich völlig geschlaucht und depressiv. Aber es hätte ja auch deutlich schlimmer sein können! Mein Mann und die Kinder hatten nichts, null Symptome. Man weiss es im vornherein nun mal nicht...

Das Forum hat mich tatsächlich gerettet, war haarscharf.

Ich rechne damit dass es wieder zu einem solchen Suchtdruck kommen kann...Ich bin noch nicht so lange abstinent wie du. Wichtig ist für mich nicht alleine zu bleiben mit dieser Belastung, Hilfe holen wo es geht.

Bleib gesund, ich hoffe wir können das leidige Kapitel bald abschliessen!!

Rina
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ichso

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #27 am: 09. Januar 2021, 16:14:26 »

Hallo Rina,

das ist ein Geschenk, wenn es so gut vorbeigeht. Also beides, Corona und Suchtdruck.

Ich fürchte jedoch, die Länge der Abstinenz schützt nur ein wenig vorm Abstürzen. Beim Blauen Kreuz hatten wir einen Mann, der war unser großes Vorbild: ein ganz netter ruhiger kluger Mensch, 23 Jahre trocken. Kam immer mit seiner Frau in die Gruppen.

Dann am Morgen nach einer Hochzeit in seiner Verwandschaft half er morgens den Saal aufräumen. Und fing "aus heiterem Himmel" an, die Reste aus den schmutzigen Gläsern auf den Tischen auszusaufen! Alle waren geschockt bis ins Mark, aber er konnte nicht stoppen, bis er besoffen war.

Alter Falter! Er ging dann von dort direkt zum Entzug in die Klinik. Und fing wieder bei Tag 0 an. Wir haben später in der Gruppe viel drüber gesprochen, auch er war entsetzt.

Das ist schon ein paar Jahre her, hilft mir aber oft zu einer gewissen Demut. Nur heute nicht. Dieser Satz ist immer noch mein Mantra.

Netten Gruß,

ichso
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Rekonvaleszent

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #28 am: 09. Januar 2021, 18:05:15 »

Hallo!

Na ja, der Rückfall dürfte nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen haben, er wird doch sicherlich eine Vorgeschichte haben.

Du hast deinen persönlichen Glücksbringer gefunden: "Nur heute nicht." Wenn er dir weiter hilft, machst Du für dich, und nur darum geht es, alles richtig.

Ich habe mir in der Anfangszeit auch jeden Morgen nach dem Aufwachen fest vorgenommen, heute nicht zu trinken. Der Vorteil für die Psyche besteht darin, sich selbst nicht zu überfordern, indem man ausruft: "Ich trinke nie weider." Das "heute" kann ich mental besser erfassen als die gesamte Zukunft zu überblicken.

Ich habe mehrfach von langjährig Abstimnenten gehört, man müsse sich die Demut vor dem Alkohol bewahren. Der Begriff der Demut ist mir persönlich zu unterwürfig. Ich habe ihn für mich durch "Respekt" ersetzt, so passt es für mich besser. Das ist jedoch eine Frage des persönlichen Geschmacks und über den sollte man nicht streiten. ;)

Gruß
Rekonvaleszent


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Rina

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Re: Covid und Depression und Druck
« Antwort #29 am: 09. Januar 2021, 20:04:49 »

Das ist eine sehr interessante Geschichte mit den Gläsern nach der Hochzeit...kann ich mir Super gut vorstellen wie das ablief und sowas könnte mir auch passieren! Aber ich bin gerade mal 1,5 Jahre abstinent und nicht 23 Jahre, das ist schon ein Unterschied. Und erschreckend irgendwie.

Ich kann 99% Sicherheit sagen, dass ich nie wieder mit dem Rauchen anfangen werde. Es gibt keinen einzigen Grund dies zu tun, im Gegenteil, mich widert der Gestank an. Beim Alkohol fühle ich mich gar nicht in Sicherheit, hab oft das Gefühl es ist eine Gradeanderung...Ich hatte am Dienstag ein spannendes Gespräch mit meinem „Sucht-Arzt“, er meinte dass es tatsächlich vorkommen kann dass das Gehirn wie aussetzt und man völlig entgegen seiner Überzeugung abstürzt, wie fern gesteuert. Da muss aber vielleicht ein grösserer Trigger vorangehen den man eventuell nicht als solchen erkennt. Also unterbewusst passiert ja so einiges und die Emotionale Ladung kann einen sicherlich böse treffen. Finde ich jedenfalls super wie dieser Mann reagiert hat, sofort die Bremse gezogen und dann zurück zur Gruppe. Das traut sich wahrscheinlich auch nicht jeder der nach x Jahren plötzlich einen Rückfall hat...das Ego leidet ja ungeheuerlich.

Bei mir in einer früheren Gruppe war eine Frau die nach 3 Jahren rückfällig wurde. Sie trank wieder wie früher kam aber 5Jahre weiter zu den Treffen und lügte das blaue vom Himmel...bis es zu offensichtlich wurde. Dann ist sie kurz abgetaucht und kam wieder und legte die Karten auf den Tisch,gestand alles und bereinigte ihre Lügengeschichten. Fand ich unglaublich stark, hat allen Respekt verdient.

Ich unterschätze diese Krankheit nicht, finde ich gefährlich, habe auch Respekt davor. Das mit dem einen Tag halte ich in Krisensituationen auch so...egal was ist ein Tag geht immer.
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