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Autor Thema: Ist es jetzt an der Zeit?  (Gelesen 12058 mal)

AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #30 am: 02. November 2020, 14:49:48 »

Sehe es einfach mal Sportlich.Lieber Kleine Schritte,sonst,wenn du Grosse Schritte machst kannst du eher Fallen :P

Hallo Hans,
hab ganz lieben Dank dafür, dass und was du mir geschrieben hast! Ich fühle mich von dir ernstgenommen und gleichzeitig neugierig gemacht auf das, was mich da so erwarten könnte. Das Serien-Beispiel finde ich gut, es hat mich Lächeln lassen, wie du das beschreibst, und es hat mir etwas Furcht genommen. Danke dir!
Eigentlich möchte ich gar kein Hauptdarsteller sein. Das hat mit negativen Erfahrungen in Kindheit und Jugend zu tun. - Am liebsten wäre ich immer unsichtbar geblieben, denn wer nicht gesehen wird, den kann man auch nicht quälen. Gleichzeitig musste ich manchmal sichtbar werden, um andere zu beschützen, weil/ wenn das sonst niemand tat. Dass es wohltuend sein kann, auch mal Hauptdarsteller zu sein, habe ich inzwischen allerdings auch mal kennenlernen dürfen.

Kleine Schritte. Genau, wie du sagst!

Liebe Grüße
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #31 am: 02. November 2020, 15:36:11 »

Hallo Greenfox,
ich hab erstmal etwas gebraucht, um deine Nachricht zu verdauen. Erst als ich sie vorhin nochmals gelesen habe, verlor sie für mich etwas ihre Schärfe.
Mit einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker habe ich persönlich in der Tat noch keine Erfahrung. Vor 35 Jahren war ich mal bei einem A-Anon-Meeting, weil‘s dort keins für Teens gab. Ich saß da allein mit einem ehemaligen Alkoholiker, da sonst keine Angehörigen von Alkoholikern gekommen waren. Er war sehr freundlich, aber helfen konnte er mir gar nicht. Unser Gespräch kreiste auch nur um mein Unglück. Wie ich mit der Krankheit meines Vaters umgehen könnte, also irgendeine Art Lösungsansatz gab’s für mich nicht. Vor fünf Jahren war ich mal eine Weile in einer Gruppe mit Depressiven. Da kreisten die Gespräche eigentlich nur um aktuelle Probleme, zwar wurden Lösungen angesprochen, aber diese Gruppe empfand ich größtenteils als belastend für mich. Vor zwei Jahren war ich mal in einer Gruppe für MS-Kranke. Die zog mich eher noch mehr runter, deshalb bin ich da recht bald weggeblieben.

Ich hatte deinen Post zu Selbsthilfegruppen gelesen und daraufhin nach Selbsthilfegruppen hier vor Ort gegoogelt, um eine zu finden, deren Programm oder Vorstellung mich am ehesten ansprechen würde. Du erzählst zum Beispiel von monologischen und dialogischen Gruppen. Ich bin zwar gläubig, aber das Programm der AA schreckt mich irgendwie ab. Das klingt so fürchterlich evangelikal und mit Evangelikalen hab ich vor vielen Jahren so meine Schwierigkeiten bekommen. Das 12 Punkte Programm schreckt mich in seiner Formulierung einfach ab. Zum Kreuzbund mag ich nicht gehen, weil ich meine Schwierigkeiten mit der katholischen Kirche hatte.

Es geht es nicht darum, dass ich nicht zuhören will oder mich nicht „nass“ machen will. Natürlich können die Geschichten, wie einer schließlich den Weg zum Trockenwerden fand, hilfreich sein. Ich lese mich ja auch gerade durch solche Geschichten, aber... oh Mann, wie soll ich das besser ausdrücken... mich interessiert, wie man glücklich und erfolgreich ein Leben ohne Alkohol führt. Mein schlimmste Erfahrung war die Gruppe mit den Depressiven....

Ich hatte gehofft, dass man - auch und gerade du - mir etwas die Angst nehmen könnt, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen. Einfach so irgendwo aufschlagen, kann ich nicht. Ich hab schon eine ganze Weile schwere Depressionen und es fällt mir zum Teil schwer bis unmöglich, überhaupt das Haus zu verlassen. Wenn ich einen Termin vor mir habe, muss ich mich innerlich darauf vorbereiten und das hab ich eben auf meine Art versucht.

Viele Grüße
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Greenfox

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #32 am: 02. November 2020, 17:26:12 »

Es tut mir leid, dass Du anscheinend so schlechte Erfahrungen mit SHG gemacht hast. Nun, ich habe selbst SHG kennengelernt, die als leuchtend schlechtes Beispiel dienen könnten. Aber genau deshalb sage ich immer wieder, dass man sich mehrere verschiedene anschauen soll - persönlich. Denn selbst innerhalb eines Vereins sind die verschiedenen Gruppen nicht gleich - eben weil es die Menschen nicht sind. Als ich vor über 12 Jahren meine Reise begann, habe ich mir fast 3 Wochen lang jeden Tag eine andere Gruppe angeschaut (hier in Berlin ist das möglich - ich habe noch längst nicht alle "ausprobiert"). Und dabei habe ich überhaupt nicht auf den/die Namen der Vereine geachtet. Ich habe einfach nur geschaut, wie es dort in der Gruppe abläuft, wie es IN der Gruppe zugeht, ob ich mich dort wohlfühlen würde. Und als ich mich dann für 2 Gruppen entschieden habe, war ich doch etwas erstaunt, dass sie beide zum selben Verein gehörten. Wie gesagt: Das war für mich absolut kein Kriterium.


Ich hatte gehofft, dass man - auch und gerade du - mir etwas die Angst nehmen könnt, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen. Einfach so irgendwo aufschlagen, kann ich nicht. ... Wenn ich einen Termin vor mir habe, muss ich mich innerlich darauf vorbereiten und das hab ich eben auf meine Art versucht.


Ich weiß nicht, wie Du es Dir sonst vorstellst. Wie gesagt, ich kenne es so, dass man einfach hingeht und sagt "Hallo, ich bin XY und möchte erstmal zuhören." Das habe ich damals so gemacht und mache es auch heute noch so, wenn ich im Urlaub einfach mal eine Gruppe besuchen will (okay, momentan ist das etwas schwierig bis unmöglich  :( ). Aber wenn mir jemand erzählt, er braucht für eine SHG einen Termin, dann klingelt bei mir eine "Alarmglocke".
Wenn Du aber eine Sozialphobie (?) hast, dann wäre wohl ein Einzeltherapeut vermutlich angeratener - und da bin ich absolut kein Ansprechpartner/Kenner der Szene. Ich hatte die ersten knapp 2 Jahre einen Einzeltherapeuten und bin sehr happy, dass ich ihn hatte, aber das war es auch schon mit meinen Erfahrungen ...

Achso:

Hallo Greenfox,
ich hab erstmal etwas gebraucht, um deine Nachricht zu verdauen. Erst als ich sie vorhin nochmals gelesen habe, verlor sie für mich etwas ihre Schärfe.

Es tut mir leid, wenn ich etwas zu direkt oder zu scharf formuliert habe - ich mag und kann schlecht von hinten durch die Brust um die Blume herum ins Auge formulieren  :sorry:
Ich möchte aber auf keinen Fall jemandem zu nahe treten - das ist nie meine Absicht!
Wenn, dann schreibe ich es auch so  :grins:

Gruß
Greenfox
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #33 am: 02. November 2020, 18:31:40 »

Hallo Greenfox,
DANKE!  :)
Viele Grüße
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Susanne68

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #34 am: 03. November 2020, 10:31:06 »

Hallo,

Mir fällt ja auch nicht immer was ein.

Zum Trockenwerden und -bleiben habe ich keine Selbsthilfegruppen gebraucht. Bei mir gings eher drum, dass mein Freundeskreis nach mehreren Umzügen und dann auch in Folge meiner Geschichte - ich habe mich selbst von den meisten zurückgezogen, weil einerseits gerne getrunken habe, andererseits das besoffene Geschwätz aber selbst unerträglich fand -  ziemlich ausgedünnt war und ich auf der Suche nach einem Bekanntenkreis war, bei dem man die Abende nüchtern verbringen konnte. Da auf dem Land, wo wir gewohnt haben (aber erst hingezogen waren), gabs nicht viel, und bei den örtlichen Vereinen war fröhlicher Umtrunk Standardprogramm, hatte ich keine Lust dazu.
 
Ich bin auch nie regelmässig in eine Gruppe gegangen, meistens hatte ich das Gefühl, das bringt mir nicht viel, und irgendwann hatte ich mir das wo so eingerichtet, dass ich bei einem regionalen Selbsthilfeverein, also weder Kreuszbund noch AA, sondern "frei", lose dann aufgetaucht bin, wenn ich gerade mal Lust dazu hatte. Die haben mich dann da auch ganz gerne gesehen, weil ich lange trocken war und was erzählen konnte, aber zum Teil hatte ich da dann auch so eine Alleinunterhalterposition, die mich nur teilweise befriedigt hat. So geht es mir zum Teil auch hier, wenn ich viel schreibe, es könnten wegen mir gerne mehr Vielschreiber hier sein.
Wenn in einer Gruppe nur zwei Vorturner sind und der Rest da sitzt wie die Ölgötzen und drauf wartet, dass ihnen was geboten wird, dann kann ich da meist drauf verzichten. Auch offline bringen ja viele das Maul nicht mal dann auf, wenn man sie fragt wie es ihnen geht. Das gehört aber wohl dazu, kann ich nicht ändern.

Das Problem der nüchternen Zusammenkünfte habe ich anderweitig gelöst, mit Leuten, die keine Alkoholprobleme haben. Diesbezüglich bin ich in der Welt der Gesunden angekommen, und ich habe auch noch ein paar andere Interessen die ich dann dort verwirkliche. Soziale Ängste sind aber auch nicht mein Hauptproblem, wenn ich irgendwas machen will, dann kann ich das normalerweise auch tun.

Zu diesen "Erfolgsgeschichten", nach denen Du suchst: Leute empfinden ja absolut unterschiedlich, was sie nun als erfolgreich oder inspirierend oder sonstwas empfinden. Mir für meinen Teil geht es ziemlich gut mit dem, was ich mache. Und bei allen Problemen, die ich trocken schon hatte, und die ich auch heute wegen meiner Körperbehinderung (ich hab übrigens auch u.A. eine neorodegenerative Erkrankung, aber das ist nur eine meiner beiden Hauptbaustellen, die andere ist eine Teilquerschnittslähmung) noch habe, empfand ich es trotz allem immer als Gewinn, dass ich mit dem trinken aufgehört habe. Und ich bin ziemlich zäh, trotz Gehbehinderung bin ich gestern 14 Kilometer und 500 Höhenmeter bei schönstem Sonnenschein gelaufen. Und ich laufe das nicht wegen den 14 Kilomern, sondern weils grade so schön war, dass wir halt noch nen Umweg gegangen sind. Trotzdem war ich früher - bevor ich meine Behinderung hatte - deutlich fitter und musste auch erst lernen, damit umzugehen. Aber heute kann ich das - trinkend wäre ich garantiert bedeutend selbstmitleidiger und hätte viel eher eine Opferhaltung.
Beruflich habe ich mir mein Leben komplett selbst gestaltet, nachdem mich alles andere nicht befriedigt hat. Auch das hätte ich mit Alkohol wohl gar nicht erst versucht.
Und ich war, als ich kurz nach dem Aufhören bei der Suchtberatung aufgeschlagen bin, auch noch in einem Zustand, wo man über Antidepressiva nachgedacht hat. Noch früher war ich eindeutig mal mehrere Jahre in einem tiefen Loch...alles weg.

Was jemand Anderes als schön oder gelungen empfindet - damit meine ich jetzt bewusst nicht "Leistung" - empfindet, würde Dir ja möglicherweise gar nicht gefallen. Nicht Deins, unerreichbar, gar nicht Deine Wellenlänge, etc  -
Was ich damit sagen will: was wäre denn für Dich eine solche Erfolgsgeschichte? Btw...findest Du welche, die Dich ansprechen?

Nach was suchst Du da? Wie würde sich das für Dich anfühlen, wenn Du selbst am "Ziel" wärst? 
Vielleicht ist es Deine Aufgabe, das für Dich herauszufinden und zu verwirklichen...dann hättest Du Deine persönliche Erfolgsgeschichte wie ich auch und noch ein par andere hier.

Im Übrigen finde ich es schon mal absolut positiv, dass Du da jetzt so nach vorne guckst.

Gruß Susanne
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #35 am: 03. November 2020, 11:29:13 »

Hallo Susanne,
hab gaaaaaanz lieben Dank für das, was du mir schreibst!  :blumen2:
Ich hatte heute morgen so einen schönen Text verfasst, in dem ich mich u.a. auch bei dir bedanke, aber dann habe ich hier einen Fehler gemacht, weil ich nachträglich ein Zitat einfügen wollte und mir das Ganze auf Vorschau angucken wollte, und alles war weg.  :wall: Ich leg nachher nochmal los, weil mir das, was ich sagen will, wichtig ist, und es auch für ein paar der stillen Mitleser hilfreich für ihre eigene Auseinandersetzung mit dem Thema sein könnte.
Auf das, was du mir geschrieben hast, antworte ich dann später auch ausführlicher. Eins schon mal vorweg: Du scheinst mir vom Typ her ähnlich zu sein. Das mit der Alleinunterhaltung kommt mir irgendwie bekannt vor... 8)
Hut ab, dass du gestern so viele Kilometer geschafft hast! Davon kann ich- zumindest zur Zeit - nur träumen. Ich schaffe zur Zeit so maximal 6 Kilometer, gestern war allerdings schon die Treppe bei uns im Haus ein kleine Herausforderung... Ächz.... Wird schon, ich lass mich nicht unterkriegen. Es gibt schlechte, aber eben auch gute Tage.
Viele Grüße und bis später.
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Susanne68

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #36 am: 03. November 2020, 12:56:00 »

Ich habe auch gute und schlechte Tage. 6 Kilometer reichen mir oft auch absolut. Manchmal komme ich nicht mal so weit. Und Treppensteigen..übe ich gezielt, wat mutt dat mutt.
An Anfang konnte ich nicht mal eine Kaffeetasse halten, Laufen war schon nach 5 Minuten eine Qual. War aber das Einzige, was gegen die Schmerzen half. Mein erster Neurologe meinte, ich solls besser ganz lassen und mich in den Rollstuhl setzen. Ich hab dann lieber den Neurologen gewechselt.
Vor 2 Jahren hab ich nach dem letzen Umzug neue Ärzte gesucht und musste mich da durchchecken lassen. Ich bin heute viel fitter, als die harten Befunde vermuten lassen. Mein langjähriger Partner meint manchmal, vieles ist mir wohl auch nur dadurch gelungen, dass ich schon immer etwas eigen war und schon immer gegen den Strom geschwommen bin. Ich kenne auch (Alk-) Gruppenleiter, mit denen ich privat befreundet bin, die der Meinung sind, das ich mich auch in Punkto Alkohol wohl selbst erfolgreich therapiert habe.

Will aber jetzt hier nicht Dein Thema kapern, schreib das nur deswegen weil auch bei  mir vieles nicht selbstverständlich ist. Ich nehme es aber als Anlass zur Dankbarkeit, dass es immer noch irgend wie geht. Und ich bin ganz ehrlich auch dankbar, dass ich so bin. Und ich meine , das sind wahrscheinlich Persönlichkeitseigenschaften, die ich mir so gar nicht aussuchen konnte, sondern die mir mit auf den Weg gegeben wurden. Von wem auch immer.

Bin gespannt was Du dann schreibst.
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #37 am: 03. November 2020, 17:57:46 »

Hallo Susanne, Gerchla, Daun2020, Dagny und Greenfox!
Hallo auch ihr stillen Mitleser!
Ich bin euch, die ihr mir geschrieben habt, sehr, sehr dankbar, dass ihr euch Zeit für mich genommen habt! Der Austausch mit euch, eure Erfahrungen und Gedanken, haben mich nicht gerade wenig weitergebracht. Ich hatte mich schon früher mit diesem Thema beschäftigt, aber ich war da irgendwie nicht weitergekommen. Irgendwie hat mich das, was ich in Erfahrung gebracht hatte oder über das ich selbst so nachgedacht hatte, innerlich nicht erreicht. Ich bin mir sicher, dass diesmal auch eine Rolle spielt, ein Gegenüber wie euch zu haben.
Ob ich schon Alkoholikerin oder „nur“ stark Gefährdete bin, spielt für mich nun kaum eine Rolle mehr. So oder so habe ich für mich erkannt, dass mein Alkoholkonsum nicht so weitergehen darf, dass ich dringend etwas ändern muss. Mir ist in dieser relativ kurzen Zeit seit meiner Anmeldung ziemlich deutlich geworden, dass ich den Alkohol in der Regel wegen seiner Wirkung getrunken habe.  - Er ließ mich meine beiden schweren Krankheiten regelmäßig eine kleine Weile vergessen, er machte das Leben irgendwie leichter und unbeschwert. - Verständlich, dass ich diesen „leichten“ Weg gegangen bin. Wohin mich dieser Weg aber auf Dauer führen würde, sehe ich inzwischen ziemlich deutlich vor mir. Und deshalb ist es jetzt Zeit etwas zu ändern.
Ob ich nie wieder Alkohol trinken werde, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen, ich sehe aber nun sehr (!!!) viel deutlicher, worauf ich mich einlasse, wenn ich es tue. Im Moment ist mir jedenfalls die Lust auf Alkohol gründlich vergangen.
Dass ich so schnell zu so wesentlichen Erkenntnissen gekommen bin, habe ich u.a. euch zu verdanken. Deshalb hier mein ausdrückliches DANKE.

Ich habe in den letzten Tagen auch viel in den Büchern, Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und Catherine Gray, „Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein: Frei und glücklich - ein Leben ohne Alkohol“ gelesen. Beides für mich außerordentlich hilfreiche Lektüre, Danke an Greenfox für die Literaturliste.

Ich hab mich heute auch gegenüber meinem Doc geoutet. So sorge ich noch mehr dafür, mich nicht mehr verstecken zu können, sondern die Sache auch tatsächlich anzugehen.

Übrigens, ich bin jetzt eine Woche lang trocken, wie man so sagt, und habe in der letzten Nacht, auch wenn ich wie üblich mehrfach wachgeworden bin, deutlich besser geschlafen als sonst. Ein erster auffälliger, motivierender Vorteil.  44.

Viele Grüße
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #38 am: 03. November 2020, 18:24:24 »

Wenn Du aber eine Sozialphobie (?) hast

Nein, eine Sozialphobie habe ich zum Glück nicht, nur das, was schwere Depressionen recht häufig so mit sich bringen. Iss halt so, kann man mit leben lernen. Unbekannte Situationen versuche ich zu entschärfen, in dem ich sie mir weniger unbekannt und etwas positiver besetzt mache.
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AmSee13

  • Gast
Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #39 am: 03. November 2020, 19:09:55 »

Liebe Susanne,
du hast sooo viel geschrieben, auf das ich sooo viel antworten könnte und eigentlich auch möchte. Ob ich das heute noch hinkriege? Schau‘n mer mal.

Fangen wir mit dem „besoffenen Geschwätz“ an. Oh ja, das kenne ich auch, und es liegt mir überhaupt nicht, hat mir noch nie gelegen. Zu meinem Glück hat sich schon vor einer Weile mein Freundeskreis verändert und es dürfte kein Problem sein, bei meinen Freunden nüchtern zu bleiben und trotzdem einen lustigen Abend o.ä. zu verleben. So betrachtet, bräuchte ich eine Selbsthilfegruppe nicht, um Menschen kennenzulernen, die nüchtern sind und bleiben.
Was du über deine Gedanken und Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen schreibst, so könnte mir das ziemlich genau so ergehen. Wie ich schon schrieb, hab ich mit Selbsthilfegruppen für Alkoholiker noch keine Erfahrungen, aber ich kenne das, was du beschreibst, von anderen Selbsthilfegruppen und aus anderen Zusammenhängen ziemlich gut. Ich gehörte regelmäßig zu den Vorturnern, zwar wäre ich auch am liebsten still geblieben, aber dieses Sch.....öne Verantwortungsgefühl für andere, das bei mir enorm ausgeprägt ist, sorgte regelmäßig dafür. Selbstfürsorge habe ich erst in den letzten Jahren kennen- und schätzen gelernt.
Ich werde mich aber womöglich trotzdem mal zu einer oder mehreren SHG vor Ort begeben, um diese Möglichkeit und damit verbundene Chance nicht unversucht zu lassen, wenn ich denn Bedarf danach verspüren sollte bzw. mein Leidensdruck so groß werden sollte, dass ich mich schließlich gezwungen sehe, über meinen Schatten zu springen.
Was meine sozialen Ängste betrifft, meine Freunde wissen Bescheid, wenn’s mal nicht geht, dann geht’s eben nicht. Ansonsten arbeite ich stetig daran, damit umzugehen.
Ich kann recht häufig das Haus nicht verlassen und telefonieren kann ich meist auch nicht, aber Schreiben kann ich in der Regel recht gut und deshalb ist dieses Forum ganz gut für mich. Zwar gibt’s auch Zeiten, in denen ich auch nicht schreiben kann, aber das Gute ist ja, dass ich mir jederzeit eine Auszeit nehmen kann, wenn’s nicht geht. Durch den virtuellen Kontakt im Forum für Nicht-mehr-Raucher habe ich Menschen kennengelernt, die ich unheimlich gern mal persönlich treffen möchte. Wenn sich irgendwann mal die Möglichkeit dazu ergibt und es gibt - zur Zeit natürlich leider nicht - ab und zu Treffen in irgendeinem Teil Deutschlands, werde ich sie wahrnehmen.
Was ich über mich bzw. meine Krankheit schreibe, mag für einen Ausstehenden fürchterlich klingen, aber so empfinde ich das von Innen nicht. Ich bin eh ein introvertierter Mensch und konnte mich schon immer gut allein beschäftigen. Und an meinen Problemen arbeite ich in der Regel recht konstruktiv und erfolgreich. Meine Erkrankungen sind chronisch, daran wird sich nichts mehr ändern, trotzdem lasse ich den Kopf nicht hängen. In Ostfriesland sagt man so schön, „Nützt ja nix.“ und genau so ist es.

Susanne, ich bewundere, was du mit deinem Eigen-Sein, deiner Sturrheit und deiner Energie geschafft hast. Ich mag solche Erfolgsgeschichten, denn sie inspirieren mich, machen mir Mut. Ich habe übrigens nicht das Gefühl, dass du mein Thema kaperst. Gewiss aber wäre das, was du zu erzählen hast und was ich zu erzählen habe, eher ein Thema nur zwischen uns beiden. Meinst du nicht auch?
Gegen den Strom schwimmen - Lächel! - oh, auch das kommt mir irgendwie sehr, sehr bekannt vor..... 
Du fragst, was für mich eine Erfolgsgeschichte wäre. Mmmmh, das ist schwierig zu beantworten. So Vieles geht bei mir inzwischen nicht mehr, weshalb ich mir eigentlich keine großen Ziele mehr vornehme. Ich guck so von Tag zu Tag, was gerade möglich ist, nehme mir kleine Ziele vor. Und stets von Neuem versuche ich meine Grenzen zu erweitern.
Mmmmh...
Ein Ziel ist zum Beispiel, ohne Kochwein Spaß am Kochen zu haben. Heute hab ich dieses Ziel erreicht.
Traumhaft wäre für mich, wenn meine Erkrankungen sich wieder etwas bessern.
Meinst du sowas mit Erfolgsgeschichten?

Liebe Grüße, bis....
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Greenfox

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #40 am: 04. November 2020, 11:21:21 »

Na, das liest sich doch schon ganz gut. Du bist auf einem guten Weg  44.
Eine Woche ohne Alkohol hört sich vielleicht erstmal wenig an, ABER: Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Und wenn mann Schritt für Schritt geht und irgendwann mal zurückblickt, dann ist man vielleicht erstaunt, wie weit man doch schon gekommen ist.


Nein, eine Sozialphobie habe ich zum Glück nicht, nur das, was schwere Depressionen recht häufig so mit sich bringen.


Hier möchte ich nur sagen, dass ich es selbst erlebt, aber auch sehr oft von Anderen Betroffenen gehört habe: Mit dem Ausstieg aus dem Alkoholkonsum haben sich die Depressionen wenn nicht (wie bei mir) ganz verflüchtigt, so doch erheblich verbessert/verringert.
Auch bei Gesprächen mit Therapeuten bei verschiedenen Suchtselbsthilfetagungen wurde mir gesagt, dass bei der Behandlung von Depressionen erst/vorrangig Wert auf die Behandlung von Suchterkrankungen gelegt wird, da gerade bewusstseinsverändernde Suchtstoffe (Alkohol, THC etc.) Depressionen befördern können, zumindest aber deren Behandlung erschweren. Vor Allem muss geklärt werden, was Ei und was Henne ist: Trinkt man, weil man Depressionen hat (benutzt also den Alkohol als "Medikament") - oder hat man Depressionen, weil man trinkt. Die weitaus meisten Menschen haben Depressionen/sind depressiv, weil sie trinken und keinen Ausweg finden.
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AmSee13

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #41 am: 04. November 2020, 12:12:12 »

Hallo Greenfox,
ich muss dir an dieser Stelle mal sagen, dass ich dein Engagement hier im Forum aufrichtig bewundere und ich in der Regel - es gibt nur ganz wenige Ausnahmen und du weißt ja selbst, wie die zustande kommen (Pass gut auf dich auf, das ist nämlich gaaaaanz schön viel, was du da leistest... mehr muss ich dazu nicht sagen, du wirst wissen, was ich meine....) - richtig gut finde. Ich mag auch deine z.T. kernige Art. - So, dass musste ich einfach mal loswerden und es musste hier im öffentlichen Bereich sein!

Danke für deine Nachricht! Ich sehe das auch so wie du. Ich kenne das, dass man sich angesichts der Erfolgsgeschichten anderer so klein fühlt und dass man sich irgendwie nicht zugehörig fühlt, weil man nicht solche Stories erzählen kann wie andere. Zum Beispiel solche, dass man kein richtiger Alkoholiker ist, wenn man nicht so richtig abgestürzt ist.
Gerade durch meine Depressionserkrankung habe ich sehr, sehr viel dazugelernt und mir geht’s mit dem Genannten heute anders. Ich brauche für mich selbst nicht mehr den Vergleich mit anderen, um mich dann klein oder groß zu fühlen. Ich denke mir oft: „Bei mir ist das so und bei dir eben so. Na und? Es spielt keine Rolle, denn ich muss mein eigenes Leben auf die Reihe kriegen, so, wie es eben gerade ist, und ich hab damit schon genug zu tun.“

Ja, der Zusammenhang zwischen Depression und Alkohol. Ein bisschen kenne ich mich mit dem Thema aus. Das hat die Bewältigung meiner Erkrankung so mit sich gebracht. Merkwürdig - inzwischen ist mir auch klar, warum - ist, dass ich dieses Wissen theoretisch zwar im Kopf hatte, aber ich das einfach nicht an mich rangelassen hab. Ich hab das einfach verdrängt.

So, wie ich die Zusammenhänge kenne, ist durch die Abstinenz eine Besserung meiner Depression zu erwarten. Das wird etwas dauern, aber es wird passieren, weil sich die Biochemie in meinem Gehirn verändert.
Bei mir ist die Depression nicht Alkohol bedingt. Die war schon vorher da. Ich hab aber in den letzten Monaten vermehrt zum Alkohol gegriffen, damit ich sie eine kleine Weile vergessen kann. Das ist mir übrigens erst letzte Woche so richtig klar geworden. Bis vor zweieinhalb Jahren hoffte ich noch, dass ich von der Depression vollständig genesen könnte, aber dann schlug die MS zu und beim darauffolgenden Schub so richtig, was monatelang zu Schmerzen im ganzen Körper führte und die Depression kehrte so richtig und mit voller Macht zurück. Nun ist sie chronisch und wird mir den Rest meines Lebens erhalten bleiben. Nützt nix, iss so, weiter geht’s.

Ich bin froh, dass ich mich hier angemeldet und meine Gedanken und Sorgen hier geteilt habe. Für mich war diese Auseinandersetzung mit diesem Gegenüber absolut notwendig und gut.
Und ich habe mich auch deswegen öffentlich so geöffnet, weil es für dem einen oder anderen, der an einem ähnlichen Punkt seines Alkoholmissbrauchs ist, wie ich es war, möglicherweise weiterhelfen kann. Es wäre schön, wenn‘s nicht immer bis zum völligen Zusammenbruch führen muss, bis man erkennt, dass man etwas ändern muss.

Viele Grüße
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Greenfox

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #42 am: 04. November 2020, 15:09:39 »

Ich kenne das, dass man sich angesichts der Erfolgsgeschichten anderer so klein fühlt und dass man sich irgendwie nicht zugehörig fühlt, weil man nicht solche Stories erzählen kann wie andere. Zum Beispiel solche, dass man kein richtiger Alkoholiker ist, wenn man nicht so richtig abgestürzt ist.

Mir ging gerade etwas durch den Kopf, was ein Gruppenfreund mal sagte:

"Wenn Du mal wieder die "Problemchen" eines Anderen belächelst, dann frage Dich doch mal: Wessen Probleme sind die grössten? - Es sind immer die eigenen!"

Recht hatte er!!

Gruß
Greenfox
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britt

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #43 am: 12. November 2020, 10:23:01 »

Hallo zusammen,
..ich befürchte seit geraumer Zeit, ein Alkoholproblem zu haben. Ich trinke mehrmals in der Woche... Ich trinke am Nachmittag.. gerne mal ein Sektchen oder Bierchen. Ich trinke am Abend ein Weinchen... bei harten Sachen bin ich ganz vorsichtig.
Sorge macht mir, ein Alkoholproblem entwickelt zu haben, denn gemäß gewisser Checklisten ist mein Verhalten auffällig... aber dann, wenn ich dann Alkohol trinke, es einfach nicht bei einem Glas belassen kann, sondern es bis zu einer ganzen Flasche wird. Angst macht mir, nie wieder Alkohol trinken zu dürfen,
Eine Selbsthilfegruppe vor Ort möchte ich nicht aufsuchen. Mein Partner befürchtet, dass ich gefährdet bin. Wir haben schon darüber gesprochen, aber ich hasse es, wenn ich mich auf meinen Konsum anspricht und mich bevormundet. Ich hab mich heute auch gegenüber meinem Doc geoutet. So sorge ich noch mehr dafür, mich nicht mehr verstecken zu können, sondern die Sache auch tatsächlich anzugehen...
..Und ich habe mich auch deswegen öffentlich so geöffnet, weil es für dem einen oder anderen, der an einem ähnlichen Punkt seines Alkoholmissbrauchs ist, wie ich es war, möglicherweise weiterhelfen kann.
Ich bin gespannt, wem ich hier so begegne und ob ihr mir weiterhelfen könnt.
Viele Grüße

Hallo AmSee,
ich bin Britt, Mitte 50 und abstinente Alkoholikerin.
Ich habe lange überlegt, ob ich etwas zu deiner Vorstellung schreiben soll. Ich mach`s jetzt einfach mal, auch auf die Gefahr hin, dass ich hier die "Böse" bin. Dann lass es einfach so stehen. Ich fasse mal zusammen:
Du bist jetzt 2 Wochen nüchtern, befürchtest, dass du ein Alkoholprobem hast, trinkst nur (niedlichen)
"WEINCHEN",SEKTCHEN und BIERCHEN",
Kontrollverlust, weil du es nicht bei einem Glas belassen kannst. Du magst nicht auf dein Trinkverhalten angesprochen werden, eine SHG willst du nicht aufsuchen und hast Angst, nie wieder Alkohol trinken zu "dürfen".
Wie denkst du denn, anderen "helfen" zu können, wenn du selber nach "Hilfe" fragst? Ich kann hier nur unterstützend mitwirken, helfen muss sich jeder selbst...Was sind denn DEINE konkreten Fragen?
In anderen Threads bringst du dich theoretisch wirklich sehr gut ein, deine Suggestivfragen
Zitat
  Das weißt du gewiss, oder?
...Das weißt du gewiss auch, oder?...
...Das kommt mir, wie du gewiss weißt, weil du‘s bei mir gelesen hast, sehr bekannt vor....
...Gewiss aber wäre das, was du zu erzählen hast und was ich zu erzählen habe, eher ein Thema nur zwischen uns beiden.
... Meinst du nicht auch?..
   
erzeugen bei mir allerdings einen Kloß im Hals. Manipulation, um andere von der eigenen Position zu überzeugen?
Diese Form von Gesprächsführung habe ich fast mein Leben lang "parieren" müssen.
Deswegen verabschiede ich mich mit eben solcher Fragen:
Du hast doch sicher mit deinem Doc besprochen, wie du dein Problem angehen willst, oder willst du gar nicht aufhören?
Gewiss weißt du , dass man schon aktiv etwas für die "Trockenarbeit" tun muss, meinst du nicht auch?
Und du weißt gewiss auch, dass dein Fundament noch ganz schön wackelt, oder?
Du willst doch bestimmt auch mal unter den Langzeitabstinenten gehören, da bin ich mir ganz sicher..oder etwa nicht?


Wie fühlt sich das beim Lesen an?

Alles Gute weiterhin für dich!
Bleib oder werde gesund wünscht Britt   
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~ bevör ik mi nu opregen deed, is dat mi lever egaal ~

AmSee13

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Re: Ist es jetzt an der Zeit?
« Antwort #44 am: 12. November 2020, 11:04:56 »

Hallo Britt,
natürlich kannst du mir deine Gedanken schreiben, denn du regst mich und andere damit ja zur Selbstreflexion an.
Ich weiß nicht, ob du meine Vorstellung im internen Bereich schon gelesen hast, so, wie du mir hier schreibst, wirkt das nicht so auf mich. Oder missverstehe ich vielleicht etwas?
Tatsächlich hat bei mir seit meiner Selbstvorstellung am 28. Oktober eine innere Wandlung stattgefunden und ich habe das, was ich theoretisch eigentlich schon wusste, endlich auch innerlich begriffen. Natürlich hat dieser Denkprozess nicht erst vor zwei Wochen begonnen.
Mir ist inzwischen ziemlich klar, dass ich ein Alkoholproblem habe und das Ganze nur in den Griff bekommen kann, wenn ich für den Rest meines Lebens abstinent bleibe. Damit und mit noch einigem anderen setze ich mich zur Zeit so richtig auseinander und es geht dabei ziemlich ans Eingemachte.
Dass man, wenn man (noch) trinkt, anders tickt, anders denkt, ist mir inzwischen sehr deutlich geworden.

Du magst meine „Suggestivfragen“ nicht, ok. Danke für deine Rückmeldung. Ich habe diese Fragen gar nicht als Suggestivfragen aufgefasst, sondern dachte, ich stärke mein Gegenüber damit. Ich will ja gerade nicht besserwisserisch rüberkommen, sondern dachte, ich bescheide meinem Gegenüber damit, wie kompetent er schon ist. Wenn meine Fragen aber so rüber kommen, lasse ich die in Zukunft bleiben.

Ich bringe mich hier mit meinem Wissen und Erfahrungen schon jetzt ein, obwohl ich erst seit zwei Wochen dabei bin, weil ich andere auf ihrem Weg unterstützen möchte und weil mir die Auseinandersetzung mit den Fragen anderer auch für mich selbst weiterhilft. Dass ich anderen nicht wirklich helfen kann, wenn ich mich selbst nicht an das halte, was ich rate, weiß ich ziemlich gut. Das wäre echt scheinheilig. Scheinheilig bin ich wirklich nicht. Ich bin ein grundehrlicher, grundernster Mensch, der sein eigenes Reden, Handeln und Denken ständig kritisch hinterfragt. Wenn ich etwas sage oder rate, so stehe ich dazu.

Mit deinen Fragen habe ich kein Problem, wundere mich aber schon, wie meine Beiträge hier so bei dir ankommen konnten. Deine Fragen klingen für mich jedenfalls ziemlich aggressiv.
Ich werde meine Beträge in Zukunft auf solche Zwischentöne mehr abklopfen und wenn dir da noch etwas auffällt, was du schief findest, nur zu, schreib mir.

Auf deine Fragen:
Ja, ich habe mit meinem Doc darüber gesprochen und werde es ggf. wieder tun.
Ja, ich arbeite aktiv an meiner „Trockenarbeit“. Sehr sogar übrigens.
Ja, klar, weiß ich, wie‘s um mein Fundament steht.
Ja, ich möchte zu den Langzeitabstinenten gehören.

Lass von dir hören, Britt!

Viele Grüße und alles Gute auch für dich!

AmSee
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