Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Willkommen im Alkoholforum.

Autor Thema: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(  (Gelesen 9576 mal)

AngelaD

  • *
  • Beiträge: 15
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #15 am: 23. September 2020, 17:27:54 »

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen Meinungen. Um eins mal vorweg zu nehmen (irgendwie bekomme ich das mit dem Zitieren hier nicht hin). @Susanne:

"Drogenabhängige, wie eklig. Da kommen übrigens auch viele aus gut betuchten Eltenrhäusern, kennst Du den Begriff "Wohlstandsverwahrlosung"? Ein Glück, dass Du was Besseres bist. Dabei bist Du aber auch nur eine Säuferin, die Hilfe benötigt. Und das kratzt vermutlich an Deinem Selbstbewusstsein."

Ich habe nie gesagt, das ich etwas besseres als ein Drogenabhängiger bin, das sind Drogen genauso "arme Schweinie" wie ich/wir. Wir haben damals den Film Christiane F. in der Schule geschaut, und seitdem graust es mir vor Drogen und anscheinend hat unsere Lehrerin das richtig gemacht, denn ausser Alkohol habe ich nie Drogen genommen (ok, 1 Mal nen Joint probiert und nie wieder :-) . und JA - Alkohol ist auch eine Droge... darüber könnte man noch stundenlang schreiben und zu keinem einstimmigen Ergebnis kommen.

Ich habe mich wochenlang informiert und mir gefiel hier, dass die Gruppe nie größer als 10 Leute ist. Und ja - ich kann mir die Privatklinik leisten und bin sehr glücklich darüber? ... und? Ich mag nur nicht gleich voreilig in eine Schublade gepackt werden von Leuten, die mich und die Hintergründe nicht kennen. Ich habe immer für meinen Lebensunterhalt gearbeitet - von wegen gut betuchtes Elternhaus - alle bekamen mit 18 den Führerschein und ein Auto .... ich habe dann Selbiges mit 24 bekommen .... selbst bezahlt. Also ... nicht gleich so schnell schiessen wenn man die Hintergründe oder die Vorgeschichte nicht kennt. Und genau das hat die Psychologin gemacht - und eigentlich sollte gerade die es besser wissen.

Gut... Thema erledigt.

Momentan arbeiten wir gerade eben diese Geschichte, also von meiner Kindheit an auf - gerade sind wir bei meinem 30. Lebensjahr und haben noch 20 Jahre vor uns. Sie ist immer noch sehr "ruppig", hält sich aber mit Kommentaren noch zurück. Auch misst sie mit zweierlei Maß und hat, um es direkt zu sagen, Lieblinge in der Gruppe. Bei einer Verhaltensanalyse habe ich etwas gesagt, wovon sie hinterher meinte, das geht gar nicht..... heute hatten wir wieder Analyse (das ist immer in der Gruppe) und eine andere hat genau dasselbe gesagt ... und wurde gelobt, dass sie das Probem erkannt hätte... grummel.

Fakt ist... die Klinik und das angebotene Programm ist toll. Würde ich noch einmal eine Therapie machen müssen, würde ich dies hier allerdings nicht machen - wegen der Therapeutin. Ich denke mir aber: Nimm so viel mit wie Du kannst und hoffentlich findet sich dann zu Hause in nicht allzu ferner Zukunft ein Therapeut, bei  dem die Chemie dann stimmt. Sie ist inhaltlich keine schlechte Therapeutin aber emotional total tot, kalt, unfair. Ich denke, es würde ihr auch nicht schaden, einmal zu einem Therapeuten zu gehen ;-)

Ich bin insgesamt 4 Wochen hier - 1 Woche Entgiftung - 3 Wochen Entwöhnung. Es wird viel Yoga gemacht, es gibt ein Thermalbad und viel "Gehirnjogging".

Meine Entscheidung war richtig, ich bereue nichts... Mir ist mulmig wenn ich dann an zu Hause denke, also wieder der Alltagstrott... aber ich will es schaffen und hoffe, es klappt.

Bis die Tage :-)

Liebe Grüße

Angela

Gespeichert

Susanne68

  • Vollmitglied
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 832
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #16 am: 23. September 2020, 18:42:06 »

Hallo,

Bin ja noch zwei Jahre älter als Christiane F. und die Warnungen gabs bei uns natürlich auch. Aber ich wusste damals ja nur, was ich NICHT wollte, nämlich auf gar keinen Fall so ein Leben führen wie meine Eltern und am Besten überhaupt keine 30 werden, also alles was verboten und gefährlich war, hatte einen unglaublichen Reiz für mich. In meinem pubertären Depri-Leichtsinn hielt ich es mit Nina Hagen "ist ja alles so schön bunt  hier, kann mich gar nicht entscheiden"...wenn mans überlebt hat, sind es Erfahrungen.

War ein bisschen provomäßig von mir wegen der Therapeutin, ich kenne sie nicht, man kann auch mal daneben langen und Therapeuten sind auch nur Menschen. Und ich finde es auch gut, dass Du trotzdem mitnimmst, was geht und Dich darauf einlässt. Dass sie ruppig ist, muss nicht unbedingt ein Schaden sein, da bleibt man beim Wesentlichen und driftet nicht so ins Kaffeekränzchenmäßige ab. Ausserdem, keine Ahnung mit was für Publikum und Anspruchsdenken sie da konfrontiert ist, viele Alktherapeuten werden irgendwann ziemlich nüchtern und distanziert, z.T auch frustriert. Müssen wir wegen mir auch nicht vertiefen.

Ich hab das Yoga nach dem Trockenwerden auch angefangen, später dann noch das Meditieren und das mache ich bis heute, finde das gut.

Du hast ja da das Problem mit dem Therapeuten hinterher. Ich denke, da hast Du doch aber auch schon ziemlich genaue Vorstellungen davon, wo es schwierig werden kann. Ein Therapeut löst Dir das ja auch nicht direkt, sondern erarbeitet normalerweise mit Dir Werkzeuge und Lösungen. Das Handwerkszeug, das Du dann aber selbst anwenden musst. Das geht ja aber auch ohne Therapeut, zumindest für den Anfang mal. Hier oder in Gruppen sind doch auch Leute, die eine gewisse Erfahrung und auch Ahnung haben. Nur mal so als Hinweis.

Weiterhin viel Erfolg.

Gruß Susanne
Gespeichert
Gute Menschen kommen in den Himmel.
Schlechte Menschen kommen überall hin.

Daun 2020

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 118
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #17 am: 27. September 2020, 02:42:07 »

Hallo Angela
Ich bin Zwar neu hier und bin erst mal am Lesen,aber ich schreib dir erstmal.
Schön das du das mit der Therapie machst,schön das dir Yoga Spass macht,da hast du schon mal was wo du nach der Terpie ansetzen kannst und deine Zeit nicht mehr Nachmittags im Bett verbringen musst,denn jetzt gilt es diese Zeit nach der Therapie auszufüllen und nicht wieder in alte Muster zu verfallen.
Deine Entschuldigungen du Wohnst auf dem Land Zählen nicht,das ist vorgeschoben :-*
Konzentriere dich auf deine Therapie und deiner gute Therapeutin begegnest du nur noch mit einem Lächeln.
Lächen entwaffnet,das soll nicht heißen,das du sie verachtest,ich kenne sie nicht aber es Kann schon sein wie hier geschrieben wurde vielleicht vertust du dich auch in ihr.
Kleiner Tipp:
Du könntest ihr ja auch entgegenkommen,indem du sie mal Fragst beim nächsten Einzel,ob du nicht die Therapie verlängern Könntest?
Dann warte mal ihre Reaktion ab .nixweiss0
Heißt aber nicht,das du das auch wirklich machen sollst.
Nimm alles mit was du Mitnehmen kannst was dir dort geboten wird,dort bist du in einer Käseglocke,wie ich gerade gelesen habe musst du auch Pusten,also stehst du doch unter Aufsicht,aber egal,wenn du es Schffst,und dir macht es nichts aus das Leute Nbenann auch noch ihr Bier Trinken um so Besser.
Sehe dir diese 4 Wochen als Lehre für dein Späteres Leben Nüchtern an.

Ein Spruch aus der Lehre Lautet:
Vor der Lehre ist nach der Lehre.

In der Therapie Lernst du,oder solltest das Rüstzeug lernen wie du Später damit umgehst.
Schön ist das dein Mann das ganze Beführwortet.
Aber auch hier gillt Achtung auch für dich.
Wenn alles Klappt wirst du dort als Neuer Mensch herausgehen,dein Mann wird eine NEUE Angela kennenlernen,das Kann zu Konflikten führen.
Angela ist nicht mehr die selbe wie vor der Therapie .
Da müsst ihr auch noch gemeinsam daran Arbeiten.
Na Halt uns mal auf dem Laufenden
Und nicht verzagen. 44.
LG Hans
Gespeichert

AngelaD

  • *
  • Beiträge: 15
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #18 am: 08. Oktober 2020, 17:27:41 »

Hallo zusammen :-)
Viele Grüße, immer noch aus der Klinik, und nun 25 Tage abstinent :-) Ja, für die "alten Hasen und Häsinnen" hört sich das vielleicht nicht viel an, aber sicherlich könnt Ihr Euch auch noch daran erinnern, wie es war, und zählt jetzt Monate oder Jahre ;-)
Die Therapeutin hat sich nicht geändert, auch meine Meinung nicht über sie; ich habe mir aber die "Sahnestückchen" rausgepickt und nach deren Anwendung (telefonisch) auch schon einige Erfolge gehabt. Sie "kann" schon was, aber die Chemie muss halt stimmen, und das tut es bei mir nicht.
Nichtsdestotrotz fühle ich mich sehr gut, jeden Abend wandern immer noch kühle Helle an mir vorbei und an die Nachbartische, aber mittlerweile habe ich aufgehört, mich selbst zu testen bzw. zu fragen, ob ich jetzt gern eins trinken würde, denn die Antwort war immer nein.
Samstag geht es endlich nach Hause in den Alltag, vor dem ich Respekt, aber keine Angst habe ... ein bischen mulmig wird es halt in den eingeprägten Situationen werden, aber ich hoffe, dass ich erfolgreich bleiben werde. Ich nehme dies alles nicht auf die leichte Schulter, wie es sich vielleicht anhören mag, versuche aber, mir selbst keine Angst einzureden.
Direkt am Dienstag habe ich einen Termin bei der Diakonie, die bei uns für die Selbsthilfegruppen zuständig sind. Mal sehen, was dort in den bescheidenen Corona-Zeiten angeboten wird. Selbsthilfegruppen lehnt die Therapeutin hier übrigens ab - ich solle mir einen Therapeuten suchen und Einzelcoaching machen (was ich auch tun werde), aber Selbsthilfegruppen - nein danke - sagt sie (mit der Begründung: Die helfen nicht). Auch hier bin ich wieder anderer Meinung als sie. Sie widerspricht sich bei diesem Thema auch, da sie uns während meiner Zeit hier ein sehr gutes Buch zu lesen gegeben hat (Jetzt ist es genug! Leben ohne Alkohol von Viktor Sommer), in welchem immer wieder steht, dass man nicht auf einem Bein (also nur Einzelcoaching) stehen kann, sondern auch eine Selbsthilfegruppe suchen soll - jedenfalls diejenigen, die "nicht zu schüchtern" sind, und sich trauen, vor mehreren fremden Leuten ihre Alkoholsucht zu besprechen.
Anders war es hier in unserer Gruppe ja auch nicht. Sobald wir beim Abendessen alleine waren, fingen die eigentlichen Gespräche an ... nach dem Motto: Was hast Du gern getrunken, was meinst Du warum etc. etc. Also waren wir 7-9 Leutchen, die wir hier während meinen knapp 4 Wochen waren ja auch fast eine Selbsthilfegruppe.
Jedenfalls is das Fazit der Entgiftung und Entwöhnung: Super Entscheidung!

Und was die neue Angela betrifft: Da gibt es bei mir und meinem Partner keine Probleme :-)


Bis dahin erst einmal
Liebe Grüße
Angela

Gespeichert

Rekonvaleszent

  • Vollmitglied
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 699
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #19 am: 08. Oktober 2020, 22:41:16 »

Hallo!

Jetzt hast Du die ersten richtigen Schritte gemacht und schon etwas Handwerkszeug mitbekommen. Bleib am Ball.

Mit hat das 3-gleisige Vorgehen aus ambulanter Therapie, Lektüre von Fachliteratur und Internetrecherche in verschiedenen Foren sehr geholfen. Alle 3 griffen wie die Rädchen einer Maschine ineinander.

Nach meiner ambulanten Therapie habe ich ca. 1 1/Jahre noch eine SHG besucht, bin dort aber ausgestiegen, weil sie mir nichts mehr brachte und eher 'ne Art Kaffee-Klatsch war. Das ging mir zum Schluss einfach auf die Nerven. Seitdem bin ich nur noch in Foren zu unserem Problem unterwegs.

Dennoch rate ich, sich mal die eine oder andere SHG anzuschauen und sich ein eigenes Bild zu machen. Vielleicht ist ja die richtige Truppe für dich dabei.

Einzelgespräche bei einem Therapeuten/Psychologen waren bei mir in der ambulanten Therapie integriert. Da sind vorab die Kosten zu klären (wer zahlt) und dann gilt es, einen Therapeuten/Psychologen zu finden, der auch noch Termine frei hat.

Gutes Gelingen wünscht
Rekonvaleszent
Gespeichert

Elly

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #20 am: 09. Oktober 2020, 00:06:36 »

Hallo Angela!

Natürlich erinnere ich mich noch an die ersten Tage... Auch ich habe mitgezählt und je mehr Tage
es ohne Alkohol wurden, desto leichter wurde es.

Noch bist Du in anderer Umgebung und wieder daheim zu sein, wird eine "Herausforderung". Alte
Gewohnheiten umprogrammieren und ablenken, wenn der Teufel auf der Schulter wieder zu flüstern
anfängt.

Aber Du hast gutes Rüstzeug auf den Weg mitbekommen und weisst, was Du willst! Weiter so!!!

Zu Therapien und Therapeuten kann ich nichts schreiben. Ich hatte beides nicht. Aber ich hatte online
Unterstützung und habe mir dort die "Rosinen" ausgepickt. Habe mich an den Langzeittrockenen orientiert
und ihre Geschichten gelesen. Ausserdem hatte ich meine Freundinnen, die eingeweiht waren und vor
allem meinen Mann, der mir immer in der schwierigen Zeit (gerade abends) beistand.

Es ist meiner Meinung nach wichtig sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Egal auf welchen Wegen.
Du wirst merken, was Dir wichtig ist und was Du brauchst!

Und wenn es mal schwierig wird, sind wir online hier für Dich da. Dann lass ein paar Zeilen hier und
es findet sich bestimmt jemand, der Dir zur Seite stehen kann.

Bleib weiterhin so positiv, Du liest Dich gut!  ;) 44.

LG Elly
Gespeichert
Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

Daun 2020

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 118
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #21 am: 11. Oktober 2020, 10:01:10 »

Hallo Angela
Das ließt sich gut
Aber halte im Hinterkopf,das das Teufelchen Alkohol nicht schläft.
Du hast es ja schon beschrieben.
Hier ist eine SHG aber eine Reale SHG ist auch hilfreich,hier kannst du lesen und Schreiben,in der Realen musst du dich auf dem Weg machen um diese zu Besuchen,und dir wird auf dem Weg dorthin jedesmal bewust,warum du Diesen Weg gehst,und nicht den Einfachen Weg den Das Teufelchen gehen will.
Ich drücke dir die Daumen das du den Richtigen Weg einschlägst.
Gespeichert

Elly

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #22 am: 16. Oktober 2020, 01:50:15 »

Hallo Angela,

wie geht es Dir?

Alles im grünen Bereich?

LG Elly
Gespeichert
Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

AngelaD

  • *
  • Beiträge: 15
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #23 am: 16. Oktober 2020, 13:56:07 »

Hallo Ihr Lieben!
Ich bin nun seit 6 Tagen zu Hause. Mehrere "Bier-Momente", wie ich sie nenne, wenn ich also Lust auf ein Bier bekomme, hatte ich seitdem schon, diese waren aber binnen Sekunden Gott sei dank wieder vorbei.
Dienstag war ich bei der Suchtberatung hier im Ort und habe eine tolle Suchttherapeutin kennengelernt... und was soll ich sagen: Die Chemie stimmt :-)))
Da ich immer noch keinen Psychotherapeuten gefunden habe (ich bleib da aber dran), gehe ich nun 1 Mal wöchentlich dort hin. Ich denke, die Dame ist fast schon ein Ersatz, da sie seit 1994 dort arbeitet und entsprechende Erfahrungen hat.
Aber auch sie war angetan, einmal die Erfahrungen von einer Privatklinik von mir hören zu können und die Vor- und Nachteile diesbezüglich.
Ich nehme unterstützend das Medikament Campral, was den Suchtdruck unterdrücken soll. Das soll man bis zu einem Jahr weiternehmen. Wer das Medikament kennt und nun denkt "gut aber teuer", da es meist auf Privatrezept verschrieben wird, der irrt sich. Ich habe einfach bei meiner Krankenkasse angefragt und diese sagte mir, solange das Krankheitsbild zum Medikament passt, was es ja tut, kann meine Hausärztin dieses auch als Kassenrezept verschreiben, was sie auch tat. So zahle ich nun nur knapp 7 EUR Zuzahlung statt über 90 EUR für 168 Stück, welche nur 1 1/2 Monate reichen, da ich 4 Stück am Tag nehmen soll.
Schade finde ich allerdings, dass mir diese Tatsache nicht von den Ärzten der Privatklinik mitgeteilt wurde. Ich bin sicher, so manch einer, der da raus geht, zahlt ein Jahr lang 90 EUR :(
Fazit: Es geht mir gut, habe natürlich noch einige Anfangswehwehchen, die sich hoffentlich mit der Zeit geben und ich freue mich auf nächsten Dienstag bei der Suchttherapie. Selbsthilfegruppen oder Suchtberatungen hat die Therapeutin der Privatklinik übrigens strikt abgelehnt, mit der pauschalen Aussage, die helfen nicht.... ich habe mich aber nicht beirren lassen :-p
Ich bin schon dabei, eine Bewertung über die Klinik zu verfassen, wo ich klar und deutlich das Positive, aber auch das Negative anbringen werde.
Bis die Tage und liebe Grüße
Angela

Gespeichert

Spaziergänger

  • Vollmitglied
  • *
  • Beiträge: 42
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #24 am: 16. Oktober 2020, 20:34:56 »

Hallo Angela,

danke für Deinen Erfahrungsbericht und herzlichen Glückwunsch zum bisher erreichten  44.

Schön, dass Du Dich nicht hast beirren lassen und eine gute Suchttherapeutin gefunden hast. Ich gehe auch gerne zu meiner und suche nicht mehr nach einer "richtigen" Psychotherapie. Wenn Du mit ihr gut zurecht kommst und sie so erfahren ist, ist das doch schon prima. Ich drücke die Daumen!

Spaziergänger 
Gespeichert

Elly

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #25 am: 19. Oktober 2020, 01:16:42 »

Hallo Angela,

sehr gut, dass Du weiterhin auf dem Weg der Trockenheit bist und die Suchttherapeutin
mit Dir eine Wellenlänge hat!

Weniger gut finde ich, dass Du bis zu einem Jahr ein Medikament nehmen sollst.

Was sagt sie denn dazu?

Ich bin ja eher der Verfechter von der "harten" Tour. Du hast jahrelang Deinen Körper
mit Alkohol gequält, und nun muss Deine Leber weiterhin dadurch etwas aushalten.

Das wäre für mich keine Lösung... Ich nehme heute sogar noch zusätzlich ein Mariendistel Komplex
zur Unterstützung meiner Leber.

Aber Du hast recht, nur Du weisst selbst am Besten, was gut für Dich ist. Aber das wollte ich
Dir trotzdem noch hier lassen!

Weiterhin viel Stärke wünsche ich Dir!

Elly

Gespeichert
Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

Elly

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #26 am: 01. November 2020, 01:41:58 »

Hallo Angela,

wie geht es Dir, ist weiterhin alles im grünen Bereich?

LG Elly
Gespeichert
Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

AngelaD

  • *
  • Beiträge: 15
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #27 am: 05. Dezember 2020, 16:29:06 »

Hallo zusammen, und Hallo Elly,

vielen dank der Nachfrage und sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich bin nach wie vor trocken :-)) Morgen sind es 12 Wochen :-)
Ich habe schon mehrere "Problemsituationen", also Stress-Situationen erfolgreich gemeistert. So musste ich u.a. meinem an Parkinson erkrankten Vater beibringen, dass er nicht mehr alleine in seiner Wohnung bleiben kann. Das war ein sehr steiniger Weg mit vielem Hin und Her aber trotzdem mit Erfolg: Nächsten Mittwoch ist der Umzug in ein betreutes wohnen in meiner Nähe :)
Ich habe immer wieder "Bier-Momente", wo ich mir sehr kurz, wie ein Aufflackern, denke... hach... jetzt ein Bier... diese Momente gehen aber genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind.
Jetzt sitze ich mit meinem Lebensgefährten im Hotel und habe der Rezeptionistin mitgeteilt, dass ich nichts mit Alkohol esse, also Saucen, Dessert etc. (es gibt ein Überraschungs-Menü vom Küchenchef - war im Preis inbegriffen). Klappt also auch. Sie hat nicht gefragt warum, aber ich hätte ihr auch problemlos gesagt, dass ich trockene Alkoholikerin bin. Ich schäme mich da nicht, im Gegenteil.
Alles klappt wunderbar.
Ich bin nach wie vor wöchentlich bei meiner Suchttherapeutin, was auch sehr hilfreich ist.
Ansonsten wird der Umzug auch sehr stressig, mein Vater geht aber Montag für 10 Tage in eine Parkinson-Klinik - also muss er das ganze nicht mitmachen und ich bin auch ruhiger, wenn er nicht dabei ist.
Als Getränk habe ich für ich nun Fanta lemon mit Mineralwasser entdeckt - Nur Mineralwasser ist mir zu langweilig. Als Tipp für andere, die mehr zu kämpfen haben als ich: Wenn ein Moment kommt, in dem man gern etwas trinken möchte, einfach einen halben Liter alkoholfreies auf einmal trinken. Dann ist der Magen voll und das Problem erst mal weg - so war es zumindest bei mir.
Ich nehme nach wie vor Campral Tableten, glaube aber immer mehr daran, dass es auch fast wie ein Placebo ist... ich habe es nämlich schon öfter am Abend vergessen und trotzdem keinen Druck gehabt.
Abgenommen habe ich mittlerweile 8 kg, ohne wirklich etwas dafür zu tun... Wahnsinn, die Kalorien im Bier!!
Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit!
Viele liebe Grüße
Angela

Gespeichert

Elly

  • Vollmitglied
  • Erfahrenes Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 125
Re: Viele Grüße aus dem Entzug und gleich Probleme :(
« Antwort #28 am: 15. Dezember 2020, 12:52:47 »

Hallo Angela!

Es freut mich für Dich, dass Du für Deinen Vater und vor allem für Dich, eine Lösung in
der Betreuung gefunden hast!

Eine schöne (trockene) Adventszeit wünsche ich auch Dir und Deiner Familie!

LG Elly
Gespeichert
Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!