In unserer Gesellschaft breitet sich eine wirklich fiese Selbstgerechtigkeit ideologisch aufgeladener und in moralischer Selbsterhöhung verirrter Menschen aus.
Dadurch hat „man“ es nicht leicht im gesellschaftlichen Diskurs. In einer Welt, deren Widersprüche vielstimmiger als je zuvor artikuliert werden (können), zieht es viele Menschen hin zu extremeren, nur selten noch vermittelbare Positionen.
Die eigenen Sichtweisen durchzudrücken steht über dem Bemühen, durch Annäherung überhaupt zu einem Ergebnis von Meinungsäußerungen zu kommen.
Steht sie unbelehr-und unverrückt da, verliert sie nahezu gänzlich an Wert - was „man“ sich bewusst machen sollte.
Nichts im Leben sollte in Stein gemeißelt sein. Weder Auffassungen noch Verhaltensweisen. Leicht gesagt….Kaum etwas ist schwieriger, als die eigene Meinung zu ändern-oder die Art zu denken und zu handeln.
Was sicher auch damit zusammenhängt, dass jede brauchbare Veränderung ein Prozess ist. „Man“ wagt sich aus der Deckung der eigenen Unerschütterlichkeit hinaus auf unbekanntes Terrain,
das erst durchquert sein will, bevor „man“ wieder sicheren Boden unter den Füßen spürt. Das hört sich nicht gerade attraktiv an, erklärt aber, warum so viel Menschen nie den Schritt wagen, sich selbst zu hinterfragen.
Mit dem Blick auf andere geht das sehr viel leichter. Deren Meinungen und Handlungen stellt „man“ recht gerne mit narrativen Methoden infrage, in der wohltuenden Annahme, es selber besser zu wissen oder besser zu machen.
Das Ganz hat aber eine Funktion: „Man“ klammert sich an Gewissheiten und bastelt sie sich, um nicht durchzudrehen, um die Orientierung zu behalten.
Mir wurde aber auch die Fähigkeit gegeben, all dies zu erkennen.
justmy2cents
Britt